Traktorenlexikon: Widmann

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Bei der Firma Fahrzeugbau Widmann (FAWI) in Waiblingen wurden ab 1947 Einachsschlepper gefertigt. Ein besondere Konstruktion war der FAWI 8-10, ein Einachsschlepper mit Lenkrad und Schleppachse. Von diesem Typ wurden bis 1971 ca. 80 Stück gefertigt. Er war ein sehr robustes Fahrzeug von denen es heute noch über 20 Stück in Deutschland gibt.

Geschichte[Bearbeiten]

Karl Widmann (1911-1984) arbeitete vor und während des Zweiten Weltkriegs als Ingenieur. Unter anderem war er als Konstrukteur bei Volkswagen im Bereich der Entwicklung des Schwimmwagen und bei Dornier im Flugzeugbau tätig. Nach Kriegsende kam er zurück nach Waiblingen, wo er 1947 in der Neustädter Straße 72 begann, aus Teilen von Autofriedhöfen Einachsschlepper zu bauen. Am 29.05.1948 wurde der Betrieb als Kraftfahrzeugreparatur in die Handwerksrolle der Handwerkskammer Stuttgart eingetragen. 1952 wurde dann eine neue Werkstatt vor dem Wohngebäude errichtet. Die Nachfrage nach seinen Fahrzeugen war recht groß, so dass zu manchen Zeiten bis zu sechs Mitarbeiter beschäftigte wurden. Ende der 60-iger Jahre sank die Nachfrage und Karl Widmann gab den Fahrzeugbau auf. Er arbeitete ab 1971 bei der Robert Bosch GmbH im Bereich Einspritzpumpen.

Typen[Bearbeiten]

Bei den ersten Einachsschleppern stammten die Teile von Autofriedhöfen. Dabei wurden Vergasermotoren von Motorrädern verwendet. Kupplungen, Getriebe und Achsen stammten von PKW's. Gefertigt wurden ca. 30 Stück solcher Einachsschlepper. Danach entwickelte er dann einen Einachsschlepper mit kippbarem Anhänger und Sendling-Dieselmotor. Dafür hatte er auch ein Patent (DE824300C). Bis 1955 wurden davon ca. 30 Stück gefertigt.

FAWI 8-10

Doch das Lenken mit den Lenkholmen überzeugte Karl Widmann nicht und so entwickelte er eine Lenkradlenkung. Dabei befindet sich das Lenkrad und der Sitz auf dem Vorderbau und die Schleppachse wird über eine Zahnstange angelenkt. Das bringt Vorteile mit sich, so sitzt der Fahrer immer direkt an den Bedienelementen, ungleiche Kräfte der Antriebsräder werden durch das Lenkgetriebe abgefangen und das Fahrzeug lässt sich wie ein Knicklenker fahren. Solch eine Konstruktionen verfolge auch Hummel beim DS 52 K (1952) und Fendt mit dem Prototypen Unimat (1968).

Literatur[Bearbeiten]

  • Elmar Kullick: Kennen Sie FAWI, Oldtimer Praxis 7/1992, VF Verlagsgesellschaft mbH
  • Heinz Engelhardt: Unser FAWI, Der Schlepper im Rückblick 2008, Landwirtschaftsverlag, 2007, ISBN 978-3-7843-3455-4, Seite 49 -52
  • Heinz Engelhardt: FAWI Einachser, Jahrbuch Traktoren 2013, Podszun Verlag, 2012, ISBN 978-3-8613-3653-2, Seite 69 -74
  • FAWI-Zugmaschine, Oldtimer Traktor 2/2013
  • Der Tausendsassa von der Neustädter Straße, Staufer Kurier 2015-5, Ausgabe 21, Seite 3

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: FAWI-Traktoren – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
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