Vater Rhein/ Hochrhein/ Laufenburg

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Laufenburg (Hochrhein)[Bearbeiten]

DE:Laufenburg (Baden) rechtsrheinisch, CH:Laufenburg AG linksrheinisch Rhein-KM: 120,8 (Laufenbrücke) Autor: Ludki 12:02, 24. Jan. 2019 (CET)

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Werke[Bearbeiten]

Ort[Bearbeiten]

Was Karl Simrock in seinem Werk "Das malerische und romantische Rheinland" bereits 1851 vorausgesagt hat, ist dann Anfang des 20. Jahrhunderts Wirklichkeit geworden. Die Idee von einem, den Strom kreuzenden Wasserkraftwerk wurde umgesetzt, der "Kleine Laufen", der zweite bedeutende Wasserfall des Rheins unmittelbar bei der deutsch/schweizerischen Zwillingsstadt Laufenburg wurde dafür gesprengt.

Man ist versucht zu sagen, was technisch geht, wird schließlich irgendwann auch ausgeführt.

Vermutlich hat damals niemand auf die Salmfischer gehört, die hinter den Stromschnellen ihr täglich Brot verdienten, vermutlich auch niemand die Einwände der Laufenknechte Ernst genommen, die bald darauf nichts mehr zu tun hatten. Ob es wohl damals schon "Umweltschützer" gegeben hat, die vor einer ökologischen Katastrophe gewarnt haben?

Was technisch geht, wird schließlich irgendwann doch ausgeführt.

Seit 1914 liefert nun das Wasserkraftwerk kontinuierlich viel sauberen Strom aus Wasserkraft (heute haben daran etwa 750.000 Menschen ihren Teil). Wer wöllte da noch etwas Negatives sagen?

Was hätte es die Kraftwerksbauer wohl gekostet, das Kraftwerk ein Stück weiter stromauf/stromab zu bauen? Weg ist weg! Einen "Kleinen Laufen" wird es am Rhein in Laufenburg nicht mehr geben, die Laufenknechte gibt es längst nicht mehr und die Zunft der Salmfischer kümmert sich heute vorrangig um die Allemanische Fastnacht. Es geht immer irgend wie weiter, nur: War es diesen Preis wirklich wert? Wie viele Gäste der Stadt, nicht nur aus Fernost würden sich heute freuen, so etwas Einzigartiges zu sehen? Weg ist weg! Aber halt, siedelt man nicht heute auch wieder den Lachs im Rhein an, der einst in den "industriösen Zeiten" so wie seine Fischer kein Lebensrecht mehr hatte?

Laufenburg wird trotzdem die Perle am Hochrhein genannt und das zu Recht. Die terassenförmig aufgebaute Doppelstadt zu beiden Seiten des Rheins mit ihren pittoresken Häusern, malerischen Brunnen, der Burgruine und vor allem ihrem einzigartigen Rheinpanorama ist schön. Wie ein steinernes Wasserfahrzeug grüßt auf Schweizer Seite das Haus zum Schiff mit Museum. Am Narrenbrunnen vorbei geht es auf deutscher Seite hinauf in das ehemalige Klein-Laufenburg. Steht man auf der Rheinbrücke erahnt man noch, wie anders-schön es damals gewesen sein muß. Schiffe und Baumstämme von Flössen wurden von Laufenknechten getreidelt. Die Salmfischer standen am Rheinufer und erwarteten sehnsuchtsvoll die kapitalen Lachse auf ihrem Weg zu den Laichgründen. Und unter all dem rauschte ohne Unterlass der Rhein fasst so ohrenbetäubend wie am Rheinfall von Schaffhausen. Möge Gott dafür eintreten, daß das Schicksal des "Kleinen Laufen" dem "Großen Laufen" erspart bleibt.

Das es auch heute Schildbürger (siehe hier) in Laufenburg gibt, davon erzählt die Geschichte der Hochrheinbrücke. Irgenwann stellte man fest, daß die alte Rheinbrücke den Anforderungen des modernen Personen- und Lastverkehrs nicht mehr gewachsen sei, eine neue Brücke wurde notwendig. Die Planungen liefen auf Hochtouren. Den Planern war auch bekannt, daß Deutschland und die Schweiz einen unterschiedlichen Höhenbezug haben. Meereshöhe ist eben nicht gleich Meereshöhe, nur dann schlich sich ein falsches Vorzeichen ein und der Fehlabstand verdoppelte sich. Der Ruf der schönen Stadt am Rhein trägt noch viele Jahre schwer an diesem Schildbürgerstreich.

Auf keinen Fall entgehen lassen sollte sich der Stadtbesucher eine Fahrt auf dem Rhein mit "Dem Löwen von Laufenburg" entlang der eindrucksvollen Kulisse der Stadt. Sommers kann man sich im Gartenstrandbad erfrischen und wer die Stadt per pedes erkundet, kommt am faszinierenden Hans-Thoma-Blick und am Andelsbachtal nicht vorbei.

Besonders hervorzuheben ist auch in beiden Städten die lange Tradition der Strassen- und Beizenfasnacht. Am ersten Faissen Donnerstag (3. Woche vor Fastnacht) treffen sich einmal hier und einmal dort die Zunftbrüder zur Bott. Hier wird das vergangene karnevalistische Jahr ausgewertet, neue Mitglieder werden aufgenommen und es wird zünftig gefeiert. An allen drei Faissen Donnerstagen wiederum versammelt sich kostümiert Jung und Alt frühmorgens und abends mit allerlei Lärminstrumenten, mit denen die Karnevalisten ohrenbetäubend durch Gassen der Stadt ziehen. Das Narrolaufen am Fasnachtdienstag schließlich bildet den Höhepunkt der Laufenburger Fasnacht. Die Narronen ziehen mit Säcken voller Orangen, Wecken und Würsten, rückwärts durch die verwinkelten Gassen der Stadt. Im Gefolge haben sie eine lärmende Kinderschar, die nur darauf wartet, ihren Vers aufzusagen und etwas aus den Säcken zu bekommen.

Ludki 12:02, 24. Jan. 2019 (CET)