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Wikijunior Südamerika: Südamerikanische Länder: Bolivien

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Unterkapitel zu Wikijunior Südamerika - Südamerikanische Länder

Boliviens Flagge
Eine Landkarte von Bolivien
La Paz, bedeutenste Stadt Boliviens (Regierungssitz)

Bolivien ist ein komplett von Land umgebener Staat etwa in der Mitte von Südamerika. Er grenzt im Norden und Osten an Brasilien, an Paraguay und Argentinien im Süden und an Chile und Peru im Westen. Die Hauptstadt von Bolivien heißt Sucre. Der Sitz der Regierung ist in der Stadt La Paz, was soviel heißt wie „der Friede“. La Paz liegt 3.580 m über dem Meeresspiegel und ist damit die am höchsten gelegene Stadt, die eine Nationalregierung beheimatet. Bolivien hat seinen Namen von Simón Bolívar, einem der berühmtesten südamerikanischen Generäle.

Geographie Boliviens

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Der Westen Boliviens wird zu einem großen Teil von den Anden, einer sehr großen und langen Gebirgskette, bedeckt. Die Anden sind in zwei große Zweige geteilt: Altiplano ist eine große Fläche, die sich im Westen von Bolivien befindet. Im Westen Boliviens liegt auch eines der größten Salzvorkommen der Erde, genannt Salar de Uyuni. In dieser Gegend befindet sich auch der Titicacasee, der bei weitem größte See, welcher heute hauptsächlich als Transportweg genutzt wird, darüber hinaus aber auch eine große Bedeutung als Attraktion für Touristen hat. Der höchste Punkt in Bolivien ist ein Vulkan mit dem Namen Nevada del Sajama.

Geschichte Boliviens

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Hier erfahrt ihr einiges über die Geschichte Boliviens vor und während der Kolonialisation sowie seiner Geschichte als Republik.

Insgesamt gibt es in Bolivien zwei Gegenden, die eine weltweite Bedeutung für die nationale, aber auch die Weltgeschichte haben. Zwei davon betreffen in erster Linie indigene Völker: Tiwanaku, eine berühmte archäologische Ausgrabungsstätte, in der viele vor-kolumbianische Töpferwaren gefunden wurden sowie das Gebiet der Chiquitos. In den heute noch enthaltenen sechs Chiquito-Siedlungen vermischte sich die Architektur und Bauweise der christlichen Missionare mit der Bauweise der indianischen Ureinwohner. Weil die erhalten gebliebenen Orte so einzigartig sind, wurden sie 1990 von der UNESCO zum Weltkulturerbe ernannt.

Kolonialgeschichte

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Im Jahr 1531 kamen erstmals spanische Eroberer unter der Führung von Francisco Pizarro nach Bolivien. Innerhalb von zwei Jahren kontrollierten sie das gesamte Gebiet um Alto Peru. 1544 wurde in Potosi Silber entdeckt. Indianische und afrikanische Sklaven wurden nun gezwungen, in den dortigen Silberminen das Edelmetall abzubauen und so für die nächsten 200 Jahre den Reichtum Spaniens zu sichern. Um mehr arbeiten zu können und nicht so schnell müde zu werden, kauten die Bergarbeiter auf Koka-Blättern, was schließlich Teil der Kultur wurde.

Seine Unabhängigkeit errang Bolivien 1825 und der erste frei gewählte Präsident war der General Simón Bolívar, von dem das Land Bolivien auch seinen Namen hat und der die bolivianischen Streitkräfte im Kampf gegen die spanischen Kolonialherren angeführt hatte. Ein Jahr darauf verfasste Antonio José de Sucre die erste Verfassung und Bolivien bekam seinen Namen. Im Jahr 1828 musste Sucre abdanken und seither wurde Bolivien bis heute zum größten Teil von verschiedenen Militärdiktaturen regiert. Der Regierungssitz von Bolivien ist seit 1898 die Stadt La Paz, die im Jahr 1548 unter dem Namen Nuestra Señora de La Paz (Unsere Dame des Friedens) gegründet wurde.

Für mehr als 350 Jahre verfügte Bolivien über einen direkten Zugang zum Pazifischen Ozean, aber nach einem Krieg gegen Chile, den Bolivien 1883 verlor, fiel dieser Abschnitt an Chile, so dass Bolivien seither ein Land ohne Zugang zum Meer ist. Als Folge weiterer verlorener Kriege gegen Brasilien (1903) und Paraguay (1935), musste Bolivien weitere Gebiete im Osten, unter anderem auch reiche Gummibaumplantagen, abtreten. In den 1890er Jahren begannen ausländische Bergbaukonzerne, sich für die reichen Zinnvorkommen zu interessieren und gewannen als eine Folge der dort getätigten Investitionen immer stärkeren Einfluss in Bolivien. Im Jahr 1952 wurde die Regierung von der revolutionären kommunistischen Partei MNR übernommen, die die Minen in Besitz nahm. Die MNR teilte auch die Besitzungen der reichen Großgrundbesitzer auf und machte daraus kleine Höfe, die sie unter den früheren Pächtern und Kleinbauern aufteilte. 1964 kam das Militär an die Macht. Seitdem hatte Bolivien eine Vielzahl von Generälen als Staatsoberhaupt, die aber meistens nur sehr kurz regierten. 1982 dann wurde Silas Zuazo zum ersten demokratisch gewählten Präsidenten Boliviens seit über 40 Jahren. Zur Zeit heißt der Präsident Boliviens Evo Morales. Er wurde im Jahr 2006 gewählt.

Die Menschen Boliviens

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In Bolivien leben fast zehn Millionen Menschen. Fast zwei Drittel von ihnen sind indigenen Ursprungs. Das ist relativ ungewöhnlich für ein südamerikanisches Land. Es werden mehr als 200 Sprachen und Dialekte von fast ebenso vielen ethnischen Völkern gesprochen. Viele von diesen Sprachen sind mittlerweile so selten, dass sie kurz vor dem Aussterben stehen. Das würde einen sehr großen Verlust für die Menschheit bedeuten. Die größte indigene und gleichzeitig auch sprachliche Gruppe stellt das Quechua mit mehr als 2,5 Millionen aktiven Sprechern dar. Bekanntere kleinere Sprachengruppen sind die Aymara sowie die Guaraní und die Chiquitano. In Bolivien leben auch viele Europäer, Asiaten und Menschen aus anderen Gegenden der Welt.

Wenn du ein bolivianischer Mann wärst, dann würdest du wahrscheinlich etwa 62 Jahre alt werden. Wenn du eine bolivianische Frau wärst, könntest du etwa 68 Jahre alt werden. Durchschnittlich würdest du drei Kinder haben, die aber nur sehr kurz zur Schule gehen würden und dort kaum lesen und schreiben lernen würden. Auch du selbst könntest nur sehr schlecht lesen und schreiben und auch nur wenig rechnen. Deine Eltern wären wahrscheinlich sehr arm. Die meisten Menschen in Bolivien arbeiten als Landarbeiter. Die Städte werden schnell größer, weil immer mehr Menschen hoffen, in den Städten Arbeit zu finden. Insgesamt können etwa 87 Prozent der Bolivianer lesen und schreiben. In Bolivien gelten drei Sprachen als sogenannte „Amtssprache“, d.h. in diesen Sprachen kann man sich in Ämtern und Behörden offiziell verständigen. Es handelt sich dabei um Spanisch, Quechua, und Aymara. Die vier größten Städte in Bolivien sind: La Paz, El Alto, Cochabamba und Santa Cruz.

Sport in Bolivien

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Bolivien gehört traditionell zu den eher mittelmäßigen Fußballnationen Südamerikas. Einige Spieler sind jedoch auch bei europäischen bzw. nordamerikanischen Mannschaften unter Vertrag.