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Einleitung
Was ist das, eine Sprache?
Das Wort "Sprache" kommt von "Sprechen". Wenn von einer 'Sprache' die Rede ist, meint man damit aber nicht nur die Ordnung und die Regeln, die beim Sprechen, sondern auch etwa beim Hören befolgt werden. Die Tätigkeiten Lesen und Schreiben dagegen beziehen sich auf die Form der Sprache, in der sie dauerhaft aufbewahrt wird. Manche Sprachen haben keine solche Schriftform.
Sprache ist nur eine Form der 'Kommunikation'. Mit 'Kommunikation' meint man, dass Menschen Nachrichten, Gefühle und ähnliche Dinge austauschen. Die Kommunikation geht entweder über die gesprochenen oder gehörten Laute oder das 'Visuelle' (das heißt etwas 'Bildliches') oder über irgendwelche Zeichen (z.B. die Zunge ausstrecken). Jetzt sollten wir noch ein Wort dazu lernen: Das Wort Kode. Ein Kode ist eine Folge von solchen Zeichen, mit denen wir eine Nachricht übermitteln. Und nun können wir uns ganz gelehrt ausdrücken und kurz und bündig sagen, was Sprache ist:
- Die Sprache ist ein Kode von Lauten und/oder Symbolen, der der Kommunikation dient.
Was ist keine Sprache?
Es gibt einige Dinge, die wie eine Sprache funktionieren. Zum Beispiel: Eine Ampel steht auf Rot. Dann ist das so, als ob jemand sagt: „Du darfst jetzt nicht die Straße überqueren!“. Genauso funktionieren die Verkehrszeichen: Die Fahrer bekommen gewissermaßen gesagt, wann sie nach rechts oder links fahren müssen und ob sie langsamer fahren sollen. Das ist also auch ein Kommunikationssystem. Aber können wir das eine Sprache nennen, etwa die 'Straßenverkehrssprache'?
Das wäre nicht so passend. Zwar funktioniert diese Sprache für bestimmte Aufgaben, aber ihre Zeichen reichen nicht aus, um den einfachen Satz zu formulieren: „Ich habe heute eine Pizza gegessen.“ Die Zahl der Gedanken, die man mit ihren Zeichen ausdrücken kann, ist sehr begrenzt. Bei wirklichen Sprachen ist das ganz anders. Ganz gleich, ob man Deutsch, Englisch, Russisch oder Japanisch spricht, man kann immer einen sehr weiten Bereich von verschiedenen Gedanken formulieren. Und man kann sogar ganz neue Gedanken in Worte fassen, und die neuen, noch nie da gewesenen Sätze kann jeder sofort verstehen.
Wer hat eigentlich die Sprachen erfunden?
Es ist nicht so, dass die Menschen sich eines Tages entschlossen haben, zu sprechen. Die Sprache hat sich im Laufe einer langen Zeit entwickelt. Es wurden ständig Worte aus anderen Sprachen übernommen und neue geschaffen. Das Deutsch, wie die Menschen es vor 600 Jahren sprachen, würden wir heute kaum noch verstehen! Sogar die Großeltern haben Mühe, die Sprache ihrer Enkel zu verstehen.
- Sprachentwicklung – das langsame Wachsen und Sich-Verändern der Sprache. Mehr als tausend Jahre dauerte es, bis eine eigenständige Sprache, wie das heutige Deutsch, entstehen konnte.
'Anthropologen' sind die Wissenschaftler, die alles erforschen, was zur Entwicklung des heutigen Menschen geführt hat. Sie erforschen auch die Entstehung der menschlichen Sprache. Zur Zeit gibt es verschiedene Theorien, die ganz unterschiedlich sind. Man geht zum Beispiel davon aus, dass Tiere instinktiv verschiedene Laute ausstoßen, wenn sie eine Futterquelle entdecken oder eine mögliche Bedrohung erkennen. Desgleichen, wenn sie auf einen Artgenossen oder auf einen Rivalen treffen. Möglicherweise begann die menschliche Sprache damit, dass man diese instinktiven Ausdrucksweisen etwas verfeinerte. Es ist aber auch möglich, dass die frühen Menschen die Töne nachmachten, die sie in ihrer Umgebung hörten.
An den Fossilien (Knochenteilen) der Frühmenschen entdeckte man, dass sich der Kehlkopf-Bereich, in dem wir die Sprache erzeugen, vor 70 000 Jahren eine Veränderung durchmachte, die es den Menschen ermöglichte, eine größere Anzahl von Lauten zu erzeugen. In derselben Zeit wuchs auch das Gehirn auf die Größe wie beim heutigen Menschen. Mit diesen Entwicklungen sollte der Mensch in der Lage gewesen sein, komplexe (verwickelte) Gedanken zu denken und sie anderen mitzuteilen.
Archäologen (Altertumsforscher) weisen darauf hin, dass die Zeugnisse früher Kulturen, wie zum Beispiel Bestattungsriten und Höhlenmalerei, relativ plötzlich aufgetaucht sind. Sie vermuten daher, dass die komplexe Sprache und diese höher entwickelte Kultur in kurzer Zeit Hand in Hand entstanden sind.
Wie sich diese Sprache der Frühmenschen anhörte, werden wir wohl niemals herausfinden, denn sie entstand lange, bevor es schriftliche Berichte gab.
Neben dieser wissenschaftlichen Erklärung zur Entwicklung der Sprache gibt es auch - nicht wissentschaftlich bewiesene, aber von vielen Menschen geglaubte - Erzählungen und Berichte darüber, wie Sprache entstanden sein soll, z.B. die biblische Erzählung des Turmbaus zu Babel.
Was ist Grammatik und warum ist sie wichtig?
'Grammatik' nennt man die Regeln, die angeben, wie man die Wörter gebrauchen soll, damit jeder verstehen kann, was man sagen wollte. Wenn man die Wörter als Bausteine versteht, dann ist die Grammatik der Bauplan, der sagt, wie man mit den Bausteinen ein Haus baut. Wie wir gleich sehen werden, gibt es zwei Weisen, in der Grammatik funktioniert: die Wörter in eine bestimmte Reihenfolge setzen oder die Wörter verändern.
Wenn du an Sprache denkst, wirst du sicher zuerst an Wörter denken. Logisch: Du hörst Wörter! Du spürst die einzelnen Wörter in deinen Ohren, aber nicht die Grammatik, jedenfalls nicht so direkt. Trotzdem ist die Grammatik nicht weniger wichtig als die Wörter. Eine Sprache nur aus Wörtern und ohne Grammatik würde nicht funktionieren. Leuchtet das ein? Lieber noch ein Beispiel:
Du hörst folgende Wörter: "Ich, Papa, meinen, mag". Wenn du wirklich nur diese Wörter hast, und keine Grammatik, dann ist jede Reihenfolge erlaubt: "Papa, ich, meinen, mag", "ich, Papa, meinen, mag", "meinen, ich, Papa, mag"... Es gibt 24 Möglichkeiten, und keiner versteht auf Anhieb, was du sagen willst. Wenn alle dich verstehen sollen, musst du die richtige Reihenfolge wählen: "Ich mag meinen Papa".
Ein anderes Beispiel ist "Peter hilft Anja". An der grammatischen Wortform lässt sich nicht erkennen, wer wem hilft. Also nehmen wir (unbewußt) an, dass Peter der Helfende ist. Hier sehen wir, wie wichtig in der deutschen Sprache die Reihenfolge ist: Wenn wir die Reihenfolge in "Anja hilft Peter" ändern, wird ein ganz anderer Sinn ausgedrückt, auch wenn die Wörter dieselben sind.
Ein anderes Beispiel: "Anna hilft der Mutter" - "der Mutter hilft Anna". Hier hängt der Sinn nicht von der Wortreihenfolge ab. Allerdings wirkt die Wortreihenfolge der zweiten Variante etwas ungewöhnlich.
Die Reihenfolge der Wörter ist nicht für alle Sprachen gleichermaßen wichtig. Im Russischen kann man die Reihenfolge der Wörter frei wählen, ohne dass sich der Sinn des Satzes ändert. Wie ist das möglich? Dadurch dass im Russischen die Wörter Markierungen haben, die zeigen, ob ein Wort Subjekt (Satzgegenstand) ist oder Objekt (Satzergänzung).
Warum sprechen wir nicht alle dieselbe Sprache?
Eigentlich scheint das auf der Hand zu liegen, für alle Menschen eine einzige Sprache zu entwickeln. Einige 'Linguisten' (Sprachforscher) hatten diesen schönen Einfall. Sie erfanden sogenannte künstliche Sprachen. Doch Sprachen sind tief in der jeweiligen Kultur verwurzelt. Sie sind für die meisten Menschen ein wichtiger Teil ihrer Persönlichkeit (man sagt, sie ist ein Teil ihrer 'Identität'). Sprachen haben eine lange und interessante Geschichte. Und aus diesen Gründen wollen die wenigsten Menschen ihre Muttersprache aufgeben. Außerdem ist es schwer, in einer erlernten Sprache im Stillen zu denken und flüssig zu reden. Für dich ist es einfach, Deutsch zu sprechen, aber für viele Erwachsene anderer Länder ist Deutsch eine schwer zu erlernende Sprache.
- Linguist – jemand, der Sprachen erforscht
- künstliche Sprache oder Kunstsprache – eine von Wissenschaftlern erfundene Sprache
- flüssig sprechen – ohne Stocken und ohne Fehler sprechen
Auf der Erde werden heute etwa 5500 Sprachen benutzt, und die Linguisten wissen von weiteren 800 ausgestorbenen Sprachen. Warum gibt es so viele Sprachen? Bei Stämmen und Völkern, die Tausende von Jahren getrennt lebten, hat sich die Sprache unterschiedlich weiterentwickelt. Kleine Unterschiede in der Entwicklung häuften sich immer mehr, und schließlich konnten sich die unterschiedlichen Stämme und Völker nicht mehr verstehen.
Die Linguisten untersuchen Ähnlichkeiten zwischen den Sprachen. Deutsch, Englisch, Dänisch und einige andere Sprachen werden zur germanischen Sprachgruppe zusammengefasst. Zur slawischen Sprachgruppe gehören Russisch, Polnisch, Ukrainisch und andere. Es gibt noch indoiranische, baltische und andere Sprachgruppen, die alle zusammen die indoeuropäische Sprachfamilie bilden. Außer der Indoeuropäischen Sprachfamilie gibt es die Sinotibetische, Afroasiatische, Eskimo-Aleutische, Tungusische und mehr als fünfzig weitere Sprachfamilien.
Künstliche Sprachen
Künstliche Sprachen sind eigenartige Sprachen. Sie haben sich nicht auf 'natürliche' Weise entwickelt, sondern sind von Menschen erfunden. Gründe dafür, Sprachen zu erfinden, gibt es mehrere. Manche dachten, mit einer internationalen Sprache würden sich die Menschen aus verschiedenen Ländern besser verstehen und weniger streiten. Das Esperanto ist das bekannteste Beispiel für diese Art von Sprachen. Es ist die einzige künstliche Sprache, die von einer größeren Zahl von Menschen gesprochen wird. Geschätzt wird, dass zwei Millionen sie sprechen.
Einige Kunstsprachen sind Fantasieprodukte wie das Klingonische, das die Klingonen in der Science-Fiction-Serie „Star Trek“ sprechen und das nur für diesen Zweck erfunden wurde. Auch für die Trilogie (dreiteilige Serie) „Der Herr der Ringe“ wurden verschiedene Kunstsprachen für die unterschiedlichen Völker erfunden. Künstliche Sprachen wurden mitunter auch nur zum Spaß erfunden wie zum Beispiel das Toki Pona.
Ungewöhnliche Sprachen
Einige Sprachen haben keine Zeitform (lateinisch 'tempus'). Das heißt, das Verb (das Zeitwort) kommt nur in einer einzigen Form vor. Es gibt also nur "gehen", nicht "ging" und "gegangen". Stell dir vor, man würde dich fragen "Gehst du gestern zur Schule?". In den Sprachen ohne Zeitform genügt das Wort "gestern", um die Zeit auszudrücken. Andere Sprachen arbeiten mit Bildern, um die Zeit auszudrücken. Im Deutschen können wir allerdings auch sagen „Ich gehe gestern zur Schule“, zum Beispiel in dem Satz „Ich gehe gestern zur Schule, da sehe ich einen Verkehrsunfall“. Im Englischen geht das nicht, da kann man die Gegenwartsform „gehen“ niemals mit „gestern“ oder „morgen“ verbinden.
- Die Zeitform (das tempus) ist die Form eines Verbs (Zeitwort), die zum Ausdruck bringt, wann eine Handlung oder ein Ereignis stattfindet. Das kann in der Gegenwart, in der Vergangenheit oder in der Zukunft sein: „ich gehe“, „ich ging“, „ich werde gehen“.
- Das Verb oder 'Zeitwort' ist ein Wort, das eine Handlung oder ein Ereignis beschreibt (ich "gehe"; es "knallt")
Arabisch
Welches Schriftsystem verwendet die Sprache?
Die arabische Schrift besteht aus 28 Buchstaben, von denen drei lange Vokale bezeichnen. Kurze Vokale, auch harakat genannt, gibt es auch, aber sie werden nicht als Bestandteil des Alphabets angesehen und werden meist nur in Urkunden oder religiösen Texten geschrieben. Tageszeitungen beispielsweise sind nicht vokalisiert, d. h. die kurzen Vokale werden nicht geschrieben. Auch andere Sprachen, wie Urdu und Farsi verwenden die arabische Schrift, jedoch mit einigen zusätzlichen sowie einigen veränderten Zeichen.
Für ein Beispiel der arabischen Schrift siehe hier.
Wie viele Menschen sprechen Arabisch und wo wird die Sprache gesprochen?
230 Millionen Menschen sprechen Arabisch als Muttersprache und 24 Millionen sprechen es als Fremdsprache. Damit ist Arabisch die fünfthäufigst gesprochene Sprache der Welt.
Arabisch spricht man im Nahen Osten, besonders auf der Arabischen Halbinsel, und außerdem in Nordafrika und weiteren Gebieten Afrikas. Weil Moslems glauben, dass der Koran, das Heilige Buch des Islam, nur auf Arabisch gelesen werden sollte, ist es üblich, dass die Bewohner vorwiegend islamischer Länder religiöse Wörter auf Arabisch verstehen.
Das Arabisch des Korans ist recht kompliziert, aber die arabische Grammatik entspricht noch heute diesem Hocharabisch. Die meisten arabischsprachigen Regionen haben jedoch ihre eigene Form der Sprache entwickelt, die sie im Alltag gebrauchen. Das bedeutet, dass ein arabisch sprechender Marokkaner vielleicht Probleme haben wird, jemanden aus dem Irak oder aus dem Jemen zu verstehen - es sei denn, sie sprechen Hocharabisch. Wenn man sich einem bestimmten arabischen Dialekt zuwenden möchte, so empfielt es sich den ägyptischen Dialekt besonders ins Auge zu fassen. Da viele arabische Fernseh- und Kinofilme in Ägypten gedreht werden, wird dieser Dialekt im allgemeinen recht gut in allen arabisch sprechenden Ländern verstanden.
Was wissen wir über die Geschichte dieser Sprache?
Im dritten Jahrhundert vor Christus siedelten die Nabatäer, ein vorderasiatischer Volksstamm, im Norden der arabischen Halbinsel. Sie sprachen eine Sprache (Nabatäisch), die sehr ähnlich zum Arabischen war, schrieben jedoch Aramäisch.
Modernes Arabisch entstand als sich Araber und Amharier (Äthiopier) in der Mitte des 4. Jahrhunderts nach Christus vermischten. Es hob sich von den übrigen semitischen Sprachen dadurch ab, dass es nicht durch andere, bereits vorhandene, Sprachen verdrängt wurde, sondern sich bis heute zur meistgesprochenen semitischen Sprache entwickelt hat.
Etwa im 6. Jahrhundert wechselten die meisten Sabäer von ihrer Sprache (Sabäisch) zum Arabischen, da der wichtigste religiöse Text, der Koran, ausschließlich in arabischer Sprache geschrieben und gelesen werden sollte. Da sich dies bis heute nicht geändert hat, ist das Arabische inzwischen in der gesamten islamischen Welt als Mutter- oder Zweitsprache verbreitet.
Wer gehört zu den berühmten Autoren und Dichtern, die in dieser Sprache schrieben?
Der Prophet Mohammed war, obwohl er selbst den Koran nie geschrieben hat, derjenige, der ihn den Menschen in ganz Arabien nahebrachte und so zum Islam bekehrte. Die Texte des Koran werden als die schönsten und poetischsten Verse der arabischen Literatur angesehen.
Welche Redewendungen könnten in dieser Sprache nützlich sein?
- Ahlan bedeutet "Hallo", أﻫﻼ
- As-salaamu 'Aleeikum heißt "Frieden sei mit dir." und wird ebenfalls zur Begrüßung verwendet, السلام عليكم
- wir sprechen arabisch: "Nahnou natakalam arabie", نحن نتكلّم عربي
- Ma'a as-salama wird verwendet, um „Auf Wiedersehen“ zu sagen. Wörtlich übersetzt heisst es: „mit Frieden“, مع السلامة
- Min fadlak heisst „Bitte“, wörtlich bedeutet es „durch deine Güte“, من فضلك
- Shukran heisst „Danke“, شكراً
Wenn du dich vorstellen willst, kannst du sagen:
- "Ahlan, ana ismi" (Hallo, ich heiße ...), und dann deinen Namen ..., أهلا ، أنا اسمي
oder du sagst:
- "Ismii", und dann deinen Namen. Es bedeutet wörtlich „Mein Name ist ...“, ... اسمي
Wenn du einem Freund Hallo sagen willst, dann sagst du
- "Ahlan ya" und dann den Namen deines Freundes.
Wenn du jemanden fragen willst, wie er/sie heisst, frage
- ein Mädchen: "Ma ismuki?", مااسمكِ ؟
- einen Jungen: "Ma ismuka?", ما اسمكَ ؟
Eine Redewendung, die du oft hörst, die man jedoch nur als Moslem verwenden sollte, ist:
- al-hamdu li-llah (Gepriesen sei Gott!) wird im Sinne von „Zum Glück“, „Gott sei Dank“ verwendet, الحمد لله
Chinesisch
Welche Schrift verwendet diese Sprache?
Chinesisch wird in Schriftzeichen geschrieben. Viele deutschsprachige Schüler lernen die chinesische Aussprache allerdings mithilfe einer Umschrift namens Pinyin. Pinyin verwendet (unsere) lateinischen Buchstaben und ist deshalb leichter zu lesen. Weiter unten siehst du dafür einige Beispiele.
Wie funktionieren die Schriftzeichen? Hat Chinesisch ein Alphabet? Nein, Chinesisch hat kein Alphabet. Im Wörterbuch werden die Zeichen nach sogenannten Radikalen (Wurzelzeichen) angeordnet, welche weiter unten noch erklärt werden. Die Schriftzeichen bestehen aus verschiedenen Strichen.
Es gibt verschiedene Typen von Schriftzeichen: Bildschriftzeichen (Piktogramme), Ideenschriftzeichen (Ideogramme) und andere Schriftzeichen, bei denen meist ein Teil auf die Bedeutung und ein anderer auf die Aussprache hinweist (bildhaft-lauthafte Schriftzeichen). Bildschriftzeichen sind, wie der Name schon sagt, kleine Zeichnungen. Zum Beispiel sah das Schriftzeichen für Sonne (ri - was sich ungefähr so anhört wie "schr") früher einmal fast so aus wie eine kleine Sonne. Das Schriftzeichen besteht heute aus 4 Strichen: 日.
Alphabet - Alle Buchstaben einer Sprache
Schriftzeichen - kleinster Teil einer Schrift, der eine Funktion hat, z. B. ein Buchstabe, eine Zahl oder ein Satzzeichen
Ideenschriftzeichen werden für Dinge benutzt, die sich nicht so einfach in einer Zeichnung darstellen lassen. Liebe, Hass, Angst, Freude, Tugend — all diese Begriffe sind schwierig zu zeichnen. Ideenschriftzeichen versuchen dieses Problem zu beheben, indem sie andere Bilder benutzen, um die zu übertragende Bedeutung zu vermitteln. Das chinesische Wort für „gut“ 好 (das „hao“ gesprochen wird) wird zum Beispiel durch die Zusammenstellung von zwei anderen Schriftzeichen dargestellt: einer Frau 女 und einem Kind 子.
Manche Schriftzeichen sind also aus anderen zusammengesetzt. Diese Teile werden Komponenten genannt.
Bildhaft-lauthafte Schriftzeichen enthalten Bildschriftzeichen, um auf ihre Bedeutung hinzuweisen. Sie geben aber zusätzlich einen Hinweis auf ihre Aussprache, indem sie ein ähnlich klingendes Schriftzeichen enthalten. Zum Beispiel ist das Zeichen für Mutter 妈 (das „ma“ gesprochen wird) zusammengesetzt aus dem Zeichen für Frau 女 und einem Zeichen 马, das „ma“ gesprochen wird.
Der Teil des Zeichens, unter dem es im Wörterbuch zu finden ist, wird Radikal genannt. Radikale geben meist einen Hinweis auf die Bedeutung. Da Chinesisch mehr als 10 000 Schriftzeichen besitzt, sind Radikale sehr nützlich, um sich die Schriftzeichen besser merken und sie im Wörterbuch finden zu können. Das Zeichen für Mutter findet man im Wörterbuch unter dem Zeichen für „Frau“: 女.
Radikal - Teil eines Schriftzeichens, unter dem es im Wörterbuch zu finden ist.
Gibt es verschiedene Möglichkeiten Chinesisch zu schreiben?
Ja, es gibt zwei Möglichkeiten, Chinesisch zu schreiben: Mit traditionellen oder mit vereinfachten Schriftzeichen. Vereinfachte Schriftzeichen wurden von der Volksrepublik China (VRC) eingeführt, um die Bildung und die Schreibfähigkeit in China auf einen höheren Stand zu bringen. Zur Vereinfachung wurden einige Zeichen mit gleicher Aussprache weggelassen und andere werden mit weniger Strichen geschrieben. Zum Beispiel wird das Zeichen für Pferd („ma“) statt mit neun Strichen (馬) vereinfacht mit nur drei Strichen geschrieben: 马.
Traditionelle Schriftzeichen sehen immer noch so aus, wie sie schon in den letzen Jahrhunderten geschrieben wurden. Sie werden heute unter anderem noch in Taiwan benutzt, aber auch in traditionellen Texten, Bildern, Stammbäumen, Lebensmittelverpackungen und bei vielen anderen Gelegenheiten verwendet! Wenn du in China leben willst, ist es praktisch, beide Schriftsysteme zu lernen, da du wahrscheinlich beiden begegnen wirst.
Wie viele Menschen sprechen Chinesisch und wo spricht man diese Sprache?
Der nordchinesische Dialekt Mandarin ist mit 1,3 Milliarden Sprechern die meistbenutzte Sprache der Welt. Das ist etwa jeder fünfte Mensch! Allerdings gibt es, wie in den meisten Sprachen, noch viele andere Dialekte, wie Taiwanesisch, Shanghainesisch und Kantonesisch.
Dialekt - eine Form einer Sprache; manchmal entwickeln verschiedene Regionen eines Landes leicht verschiedene Formen einer Sprache, diese nennt man Dialekte.
Chinesisch wird vor allem in der Volksrepublik China (einschließlich Hong Kong und Macao) und in Taiwan (das sich offiziell als Republik China bezeichnet) gesprochen. Es ist außerdem eine der vier Amtssprachen von Singapur (zusammen mit Englisch, Malaiisch und Tamilisch).
Was wissen wir über die Geschichte dieser Sprache?
China hat eine Kulturgeschichte von mehreren tausend Jahren, daher ist es möglich, dass die chinesische Sprache mindestens genauso alt ist. Archäologen haben chinesische Piktogramme aus der Zeit der Shang-Dynastie, vor über 3000 Jahren, auf Tonwaren, Knochen und Schildkrötenpanzern gefunden. Zur Zeit der Qin-Dynasie, vor 2000 Jahren, wurde die Chinesische Schrift standardisiert. Sie hat sich seitdem nur wenig verändert.
Weil Chinesisch keine alphabetische Sprache ist, ist es schwierig, genau zu wissen, wie sich die Sprache in der fernen Vergangenheit anhörte. Jedoch haben Sprachwissenschaftler die Ursprache der sino-tibetischen Sprachfamilie, zu der Chinesisch gehört, rekonstruiert.
Sprachfamilie - eine Gruppe von Sprachen, die miteinander verwandt sind und von der gleichen Ursprache abstammen. So gehören Deutsch und zum Beispiel Spanisch, Russisch und sogar Nepalesisch zur gleichen Sprachfamilie, den indoeuropäischen Sprachen.
Heute zählt man etwa fünfzehn chinesische Dialekte zu den am meisten gesprochenen. Das sind unter anderem der Standarddialekt (Hochchinesisch), Shanghainesisch, Kantonesisch, Xiang und Hakka. Sie sind genauso verschieden voneinander wie Deutsch und Englisch und könnten als jeweils als eigene Sprachen angesehen werden; - jedoch benutzen die Sprecher all dieser Dialekte die gleiche Schrift. Daher können zwar Sprecher verschiedener Dialekte die gleiche Zeitung lesen, sprechen aber die Texte anders aus.
Eine Besonderheit der chinesischen Sprache im Vergleich zu europäischen ist, dass jede Silbe mit einer bestimmten „Tonbewegung“ ausgesprochen wird. Im Standarddialekt kann eine Silbe eine von vier Tonbewegungen oder den sogenannten neutralen („leichten“) Ton haben. Ein anderer Ton bedeutet dabei in der Regel einen anderen Sinn, aber eine Silbe kann jeweils nur einen Ton haben. Die verschiedenen Töne sind:
- Erster Ton (hoher Ton):
- Die Tonhöhe ist konstant und hoch. Z. B. „mā“ (Mutter).
- Zweiter Ton (steigender Ton):
- Die Tonhöhe steigt von der unteren bis mittleren in die hohe Tonlage, ähnlich der Intonation einer Frage im Deutschen. Z. B. „má“ (Hanf).
- Dritter Ton (niedriger oder niedrig-fallend-steigender Ton):
- Die Tonhöhe sinkt aus mittlerem Niveau nach unten und steigt in der Regel wieder in das mittlere Niveau. Z. B. „mǎ“ (Pferd).
- Vierter Ton (fallender Ton):
- Die Tonhöhe fällt scharf nach unten und die Silbe wird kürzer mit mehr Affekt ausgesprochen, vergleichbar mit der deutschen Betonung eines Befehles (z. B. Geh!). Z. B. „mà“ (schimpfen).
Wer gehört zu den berühmten Autoren und Dichtern, die in dieser Sprache schrieben?
Dichter (nach Bedeutung geordnet):
- 李白 Li Bai
- 杜甫 Du Fu
- 王维 Wang Wei
- 陶渊明 Tao Yuanming
Autoren (nach Geburtsdatum geordntet):
- 孙子 Sūn Zǐ (Autor von "Die Kunst des Krieges")
- 老子 Laotse (Gründer des Daoismus)
- 孔子 Konfuzius (wichtigster Philosoph in koreanischen, chinesischen und japanischen Gesellschaften)
- Lu Ji (Autor von "Über Literatur", einem Stück literarischer Kritik)
- 劉勰 Liu Xie (Autor von "Schnitzerei eines Drachen durch einen literarischen Gedanken", einem Stück literarischer Ästhetik)
- 陈独秀 Chen Duxiu (einer der Hauptförderer der modernen geschriebenen chinesischen Sprache)
- 鲁迅 Lu Xun (einer der einflussreichsten Schriftsteller des 20. Jahrhunderts)
- 胡适 Hu Shi (einer der Hauptförderer der modernen geschriebenen chinesischen Sprache)
Welche Redewendungen könnten in dieser Sprache nützlich sein?
Grüße:
- 你好!- Ní hǎo! - "Hallo!"
- 再見!- Zài jiàn! - "Auf Wiedersehn"
- 明天見!- Míngtiān jiàn! - "Bis Morgen!"
- 我的名子叫霖達!- Wǒ de míngzi jiào Líndá! - "Mein Name ist Linda!"
Höflichkeiten:
- 請您 - Qǐng nín - "Bitte"
- 請問 - Qǐng wèn - "Darf ich (dich) fragen?"
- 謝謝 - Xièxie - "Danke."
- 不客氣 - Bú kèqi - (Antwort auf "Danke.")
- 歡迎 - Huānyíng - "Willkommen."
- 對不起 - Duìbuqi - "Tschuldigung."
- 真對不起 - Zhēn duìbuqi - "Es tut mir sehr leid."
- 沒關係 - Méi guānxi - "Macht nichts."
Hör dir ein paar chinesische Wörter an!
Du bist interessiert daran, Chinesisch zu hören? Dann sieh dir diese Seite, [1], an, die einen großen Bereich der Sprache umfasst, zusammen mit Beispielen von Pinying und vereinfachten/traditionellen Schriftzeichen.
Gibt es ein einfaches Gedicht, das ich in dieser Sprache lernen kann?
Großer Kopf
| Chinesisch (vereinfacht) | Chinesisch (traditionell) | Aussprache | Deutsch |
|---|---|---|---|
|
大头大头 |
大頭大頭 |
Dà tóu dà tóu |
Großer Kopf, großer Kopf |
Deutsch
In welcher Schrift schreiben die Deutschen?
Im Deutschen verwenden wir die Buchstaben des lateinischen Alphabets. Die werden auch in anderen europäischen Ländern verwendet, zum Beispiel im Englischen, Französischen und Spanischen. Aber es gibt einige Extrabuchstaben, die die anderen nicht kennen: das 'ß' (Eszett) und die Umlaute Ä, Ö, Ü. Die Engländer sprechen auch kein Ö und kein Ü.
- Das ß und die Umlaute Ä, ä, Ö, ö, Ü, ü sind eine Besonderheit der deutschen Sprache.
Wie viele Menschen in der Welt sprechen Deutsch und wo überall wird Deutsch gesprochen?
Ungefähr 110 Millionen sprechen Deutsch als Muttersprache. Und etwa 120 Millionen haben Deutsch gelernt und sprechen es als Zweitsprache.
- Muttersprache – die erste Sprache, die man als Kind gelernt hat
Deutsch als Landessprache spricht man in:
- Deutschland
- Österreich
- Schweiz (neben drei anderen offiziellen Sprachen)
- Liechtenstein
- Belgien (neben zwei anderen offiziellen Sprachen)
Die Sprache einer Minorität (kleine Bevölkerungsgruppe) ist es in:
- Luxemburg (Landessprache ist Luxemburgisch neben Deutsch und Französisch)
- Frankreich (Elsass-Lothringen)
- Niederlande
- Italien (in Südtirol)
- Namibia
- Dänemark (in einem Teil von Südjütland)
Außerdem gibt es noch viele kleine Gemeinden verstreut in der Welt, in denen Deutsch gesprochen wird. Deutsch ist meistgesprochene Sprache in Europa. Und in der Welt steht es auf Platz 10.
Wie sieht die Geschichte dieser Sprache aus?
Das wichtigste historische Ereignis, das die deutsche Sprache prägte, ist die hochdeutsche Lautverschiebung etwa in der Zeit von 500 bis 700. Darunter versteht man die Trennung der hochdeutschen Sprache von den westgermanischen Dialekten (Mundarten). Diese Trennung bestand darin, dass die Sprecher des Hochdeutschen eine Reihe von Konsonanten anders auszusprechen begannen. Konsonanten sind Mitlaute wie p, f, m, n, usw., die erst klingen, wenn sie mit Vokalen (Selbstlaute) wie a, o, e, u verbunden werden. Da wurde zum Beispiel aus dem "p" ein "pf" und aus dem "t" ein "z". Statt "Planten" sagte man nun "Pflanzen".
Es gibt heute noch deutsche Regionen, wo man diese Lautverschiebung nicht mitgemacht hat: im Niederdeutschen (ganz im Norden Deutschlands) sagen die Leute auf dem Lande noch "Planten" für "Pflanzen". Und die Engländer, die germanische Wörter ohne die Lautverschiebung übernommen haben, sagen auch noch "plants".
- Hochdeutsch und Niederdeutsch – Die deutsche Sprache ist zwei verschiedene Wege gegangen.
- Dialekte oder Mundarten sind verschiedene Sprechweisen derselben Sprache (wie Bayerisch, Schwäbisch usw.). Auch innerhalb des Hochdeutschen ist es manchmal nicht einfach, die Mundart eines anderen zu verstehen.
Deutschland bestand die meiste Zeit aus vielen kleinen Staaten. Was diese Staaten noch am ehesten zusammenhalten und zu einer Einigung führen konnte, war eine gemeinsame Sprache. Und so versuchten einige Gelehrte und wer sonst noch viel schrieb, in einem der deutschen Dialekte zu schreiben, der von möglichst vielen Deutschen verstanden wurde. Als Martin Luther (1483-1546) die Bibel übersetzte (1522 das Neue Testament), gab es bereits eine solche Sprache, die vielerorts verstanden wurde und an die er sich halten konnte. Das war das Mittelhochdeutsche.
Ganz allmählich entwickelte sich daraus eine Standardsprache. Eine Standardsprache ist eine, nach der sich alle richten, damit sich alle besser verstehen können. Bis das Hochdeutsche so weit verbreitet war, verging noch einige Zeit. Es dauerte bis um 1800 herum. Und dann war auch erst die Schriftsprache einigermaßen einheitlich geworden. Man arbeitete weiter daran, und man nannte die einheitliche Sprache nicht 'Standardsprache', sondern nach ihrem Ursprung 'Hochdeutsch'.
- Hochdeutsch ist die deutsche Standardsprache.
Aber die mündliche Sprache war um 1800 herum in Norddeutschland noch sehr verschieden von der in Süddeutschland. Auch in den norddeutschen Städten musste man das schriftliche Hochdeutsch erst einmal lernen. Es war fast wie eine Fremdsprache. Man hielt sich bei der Aussprache sehr eng an die geschriebenen Buchstaben. Diese Aussprache wurde im Laufe der Zeit der mündliche Standard, der festlegte, wie gesprochenes Deutsch normalerweise klingen sollte. Man hatte jetzt also auch einen Standard für gesprochenes Hochdeutsch.
Diese Aussprache hat sich aber nicht überall durchgesetzt, wenn sie auch zu größerer Ähnlichkeit der Mundarten geführt hat. Die tatsächliche Aussprache variiert von Gegend zu Gegend, während die Schriftsprache fast durchweg dem hochdeutschen Standard folgt. Diese Schriftsprache wird in allen deutschsprechenden Ländern verstanden. Nur Kinder im Vorschulalter könnten in manchen Regionen noch Schwierigkeiten haben, zum Beispiel in einigen Gegenden der Schweiz, wo man den eigenen Dialekt pflegt. Aber auch das wird immer seltener, seit Radio und Fernsehen das Hochdeutsch überall verbreiten.
Das erste große Deutsche Wörterbuch war ein Werk der Brüder Jacob und Wilhelm Grimm. In 16 Bänden wurden ab 1852 alle Wörter des Hochdeutschen gesammelt. Aber die Wörter wurden immer noch unterschiedlich geschrieben. Manche schrieben "Thier", andere "Tier". Was jetzt noch fehlte, war eine einheitliche Rechtschreibung (Orthographie). Die versuchte Konrad Duden 1880 mit seinem Buch einzuführen, das man heute kurz den Duden nennt. Der Duden wurde immer wieder verbessert. Vor relativ kurzer Zeit erst entschloss man sich zu einer endgültigen Rechtschreibreform. Sie war 1996 abgeschlossen, und 1998 konnten die einheitlichen Rechtschreibregeln des Hochdeutschen gesetzlich in Kraft treten.
- Orthographie oder Rechtschreibung nennt man die Regeln dafür, wie man richtiges und gutes Deutsch schreibt. In Zweifelsfällen gilt als Wörterbuch und für die Grammatik der Duden.
Welche berühmten Leute schrieben und dichteten in dieser Sprache?
Es gibt eine Reihe von Deutsch schreibenden Gelehrten, Dichtern und Poeten, von denen man sagen kann, es wäre sehr schade, wenn du die nicht kennen würdest. Hier die wichtigsten:
- Walther von der Vogelweide (1170-1230) schrieb bezaubernde Liebesgedichte.
- Martin Luther (1483-1546) übersetzte die Bibel (siehe oben).
- Gotthold Ephraim Lessing (1729-1781) schrieb das Bühnenstück „Nathan der Weise“. Darin wird der Weg gewiesen, den bis heute andauernden Konflikt zwischen den Religionen zu beenden. Die drei großen Religionen (Judentum, Christentum, Islam) wurden aufgefordert nicht im Kampf zu zeigen, welche die beste Religion ist, sondern im Wettbewerb darum, welche die für die Menschen wohltätigste und angenehmste Religion ist (die in der Lage ist „vor Gott und Menschen angenehm zu machen“ heißt es im „Nathan“).
- Friedrich Schiller (1759-1805) ist der Dichter der Freiheit, der die Forderung nach Rede- und Gedankenfreiheit auf die Bühne brachte.
Schiller schrieb Gedichte und Theaterstücke, er war auch Philosoph und Historiker (Geschichtswissenschaftler). Er stammte aus ziemlich armen Verhältnissen. Trotzdem konnte er die Lateinschule besuchen und später Medizin studieren.
Noch während des Studiums begann er 1777 sein geniales Jugendwerk „Die Räuber“ zu schreiben. Es wurde 1782 erstmals aufgeführt. Der leidenschaftliche Aufschrei gegen die Bösen, die an der Macht sind, wurde sofort als Gesellschaftskritik verstanden und löste Begeisterungsstürme aus. Aber nicht bei den Herrschenden! Schiller kam in Haft, hatte Schreibverbot, musste fliehen.
Aber er fand Freunde, die ihm halfen. Er hatte Erfolg; er wurde von den Geistesgrößen seiner Zeit anerkannt. Mit Goethe (siehe unten) verband ihn eine Freundschaft. Mit ihm zusammen gründete er das Theater in Weimar, das heute das Deutsche Nationaltheater ist. Zuvor wurde er Professor im benachbarten Jena. Nur leider ohne festes Gehalt. Schiller war zeitlebens in Geldnöten. Er starb im Alter von 45 Jahren an Tuberkulose.
- Johann Wolfgang von Goethe (1749-1832) beschrieb in seinem „Faust“ den ruhelos forschenden modernen Menschen, der immer mehr wissen will und doch nicht glücklich wird, weil seine Seele nach noch etwas anderem sucht.
Goethe lebte sehr lange und war sehr vielseitig: Er war Dichter, Dramatiker, Romanschriftsteller, Maler, Wissenschaftler und Politiker. Zehn Jahre arbeitete er als einer der höchsten Beamten am Hofe des Herzogs Karl August in Weimar. Er ist vielleicht der bedeutendste Deutschschreibende überhaupt. Viele Epochen der Literatur hat er miterlebt und mitgestaltet:
- den Klassizismus (Rückkehr zu dem Ideal der Welt der alten Griechen),
- die Aufklärung (Aufbegehren der Menschen gegen die Macht der Kirche und des Adels. Der Wille zum Selber-Denken-Wollen, zum Selber-Entscheiden-Wollen. Der Beginn ständiger Reformen in der Erziehung, im Strafrecht, in der Staatsführung.)
- die Sturm- und Drangzeit (das ist die Unruhe und Aufbruchstimmung, die die Zeit der Aufklärung mit sich brachte)
-
- die Zeit der Empfindsamkeit (nach der verstand-betonten Zeit der Klassik und Aufklärung die Rückkehr zur Welt der Gefühle)
-
- die Romantik (die Hinwendung zur Geschichte, die als tief galt, und zur Natur, die als gut empfunden wurde.)
Goethes Wirkung reicht weit über den deutschen Sprachbereich hinaus. Seine Werke sind die unerschöpfliche Quelle neuer Ideen. Sie dienten und dienen der Vertonung zu Opern und Liedern. Sie sind Ausgangspunkt philosophischer Gedanken.
- Die Brüder Grimm (Jacob: 1785 - 1863; Wilhelm: 1786 - 1859) hatten wir oben erwähnt. Sie sammelten die deutschen Märchen, in denen Kinder spielerisch Dinge lernen, die man später in schwierigen Lebenssituationen braucht und die man nicht mit dem Verstand lernen kann: zum Beispiel, in hoffnungslosen Lagen nicht den Mut zu verlieren (Hänsel und Gretel); oder auch dann gut zu arbeiten, wenn keine Belohnung lockt (Goldmarie).
Englisch
Welche Schrift verwendet diese Sprache?
Das Englische verwendet das lateinische Alphabet, mit dem früher schon die Römer schrieben. Das verwenden die meisten europäischen Sprachen.
Wie viele Menschen sprechen Englisch und wo spricht man diese Sprache?
380 Millionen haben Englisch schon als Kind gelernt. Aber es sind wohl eine Milliarde Menschen, die diese Sprache als Erwachsene gelernt haben. Weltweit gesehen ist Englisch die zweit häufigst gesprochene Sprache, nach dem Chinesischen.
Was wissen wir über die Geschichte dieser Sprache?
Vor 1500 Jahren gab es die Englische Sprache, wie wir sie kennen, noch nicht. Kriegerische Stämme im Norden Deutschlands sprachen das ursprüngliche Angelsächsisch. (Diese Angelsachsen waren Germanen; wir dürfen sie nicht mit den heutigen 'Angelsachsen' verwechseln. Die heutigen 'Angelsachsen' sind nur ein anderer Name für Engländer und US-Amerikaner.) Diese Sprache ist mit dem Deutschen verwandt. Aber auch wenn viele Wörter des Englischen dem Deutschen sehr ähnlich sind, können Engländer Deutsch nur verstehen, wenn sie es gründlich gelernt haben.
Nachdem die Römer die britische Insel im 5. Jahrhundert unserer Zeitrechnung verlassen hatten, überquerten die germanischen Krieger die Nordsee und plünderten die von den Römern aufgegebenen Städte. Das Land gefiel ihnen, und so blieben sie und siedelten sich als Bauern an.
Um 600 war die Zeit, in der die Angelsachsen zum Christentum bekehrt wurden. Das hatte zur Folge, dass viele lateinische Wörter Eingang in ihre Sprache fanden; denn Latein war die Kirchensprache. Die englischen Wörter 'bishop', 'mass' und 'angel' (für 'Bischof', 'Messe' und 'Engel') kamen damals neu in die Sprache.
Dann, zwischen 800 und 1000, gab es mehrmals Eroberungszüge von Wikingern. Die kriegerischen Wikinger kamen auf ihren typischen Wikingerschiffen (Langschiffe). Sie sprachen Altnordisch. Das ist ein skandinavischer Dialekt, der mit dem Dänischen und Norwegischen verwandt ist. Nachdem sie sich im Norden und Osten Englands niedergelassen hatten, hörten schon bald die Kämpfe auf und sie begannen stattdessen mit den Engländern Handel zu treiben und sich durch Heirat zu vermischen. Von daher lernten die Engländer viele skandinavischer Wörter. Eine Reihe englischer Alltagswörter wie 'cake', 'sister', 'skin', 'horse' und 'knife' (für 'Kuchen', 'Schwester', 'Haut', 'Pferd' und 'Messer') sind über die Wikinger ins Englische gekommen.
Im Jahr 1066 setzte Wilhelm der Eroberer ('William the Conqueror') nach England über. Er kam aus der Normandie und sprach Normannisches Französisch . William wurde König von England, aber er konnte kein Englisch. Die Regierungsgeschäfte und der Handel wurden daher bald in Normannischem Französisch geführt. Die englischen Wörter 'merchant', 'money' und 'price' ('Kaufmann', 'Geld' und 'Preis') sind alle dem Normannischen entlehnt, und sie verraten, wie stark die Eroberer das Geschäftsleben unter ihre Kontrolle gebracht hatten. Entsprechend zeigen die englischen Wörter 'castle', 'law', 'royal', 'prince', 'government' (für 'Schloss', 'Gesetz', 'königlich', 'Prinz' und 'Regierung'), dass die Französisch Sprechenden die Macht im Lande hatten.
Im 15. Jahrhundert wurde der Buchdruck erfunden. Gleichzeitig wuchs auch europaweit das Interesse an Entdeckungen und an antiken Philosophen und Wissenschaftlern. Um lesen zu können, was diese Leute geschrieben haben, lernte man Griechisch und Latein. Schon bald wollte jeder sich damit brüsten, gebildet zu sein, und machte viel Gebrauch von lateinischen und griechischen Wörtern. So kamen Wörter aus dem Latein ins Englische wie 'manuscript', 'circumference' (für 'Manuskript' und 'Umfang'). Und aus dem Griechischen kamen Wörter wie 'encyclopedia' und 'philosophical' ('Enzyklopädie' und 'philosophisch').
In der Zeit um 1600 schrieb William Shakespeare seine Stücke. Damals war man sich der Englischen Sprache schon so sicher, dass man ohne Bedenken Hunderte neuer Wörter erfand. Shakespeare war der erste, der 'obscene' (obszön, unanständig), 'accommodation' (Anpassung, Übereinstimmung) und 'leap-frog' (Bocksprung) schrieb.
Im 17. und 18. Jahrhundert schuf England sich sein Weltreich, sein 'Empire'. Englische Siedler gingen im 17. Jh. nach Amerika und Kanada, um dort Bauernhöfe anzulegen, und sie verbreiteten dort ihre Sprache. Desgleichen besorgten im 17. und 18. Jh. die englischen Strafgefangenen, die nach Australien geschickt wurden.
Im 19. Jh. gelangte die englische Sprache auch nach Neuseeland, fasste in den britischen Kolonien Fuß und in den Ländern Westindiens, Afrikas, Indiens und dem Fernen Osten einschließlich Hongkong.
Während sich das Englisch weltweit verbreitete, wurde es durch die Berührung mit anderen Kulturen gleichzeitig selber bereichert und entlehnte viele Wörter aus anderen Sprachen wie 'wigwam' (Indianerzelt), 'racoon' (Waschbär) und 'skunk' (Stinktier) aus der Sprache der Indianer; 'curry' (Currygewürz, Currygericht), 'bungalow' (Sommerhaus, Flachbau) und 'pyjamas' (Schlafanzug, Pyjama) aus dem Indischen (beziehungsweise aus dem Hindi); und sogar Dinge wie 'rickshaw' (Rikscha, von einem Menschen gezogener Personenwagen) und den Ausdruck 'long time no see' ('lange nicht gesehen!') aus dem kantonesischen Chinesisch.
Mit der weltweiten Vorherrschaft der US-amerikanischen Kultur im 20. Jh. breitete sich das Englisch noch weiter aus und es vergrößerte seinen Wortschatz. Die Wörter aus Nord-Amerika, die die Englisch Sprechenden übernahmen, nennt man Amerikanismen. Das sind Wörter wie 'movie' (Kinofilm), 'hamburger' (mit gebratenem Hackfleisch belegtes Brötchen) und 'TV dinner' (Fertigmahlzeit) belegen den Einfluss der amerikanischen Pop-Kultur (Kultur, die bei der Mehrheit der Leute ankommt).
Die neuesten Bereicherungen des englischen Wortschatzes sind die Ausdrücke 'blog' (private Nachrichtenseite im Internet; auch als Verb: solche Nachrichten senden), 'cyberspace' (für virtuelle elektronische Räume, auch für das Internet), das Wort 'text' als Verb (eine SMS schreiben) und das Wort 'mobile' als Substantiv (für das, was wir im Deutschen - nicht aber im Englischen! - 'Handy' nennen). Sie zeigen, wie zu Beginn des 21. Jh. neue Technologien die Entwicklung der Sprache beeinflussen.
Das älteste Englisch heißt Altenglisch. Altenglisch unterscheidet sich stark vom heute gesprochenen Englisch. Von den heute Englisch Sprechenden wird es normalerweise nicht verstanden.
Hier folgt ein Beispiel Altenglisch aus dem 'Beowulf'
- Hwæt! We Gardena in geardagum,
- þeodcyninga, þrym gefrunon,
- hu ða æþelingas ellen fremedon.
- Oft Scyld Scefing sceaþena þreatum
Aus dem Altenglisch wurde später das Mittelenglisch, das schon mehr dem heutigen Neuenglisch gleicht.
Hier folgt ein Beispiel aus Geoffrey Chaucers (1343-1400) Canterbury Erzählungen (The Canterbury Tales, das sind 22 Erzählungen in 18 000 Versen) so wie es im Mittelenglischen des 14. Jh. gesprochen wurde:
- Bifil that in that seson, on a day,
- In Southwerk at the Tabard as I lay
- Redy to wenden on my pilgrymage
- To Caunterbury with ful devout corage,
- At nyght was come into that hostelrye
- Wel nyne and twenty in a compaignye
- Of sondry folk, by aventure yfalle
- In felaweshipe, and pilgrimes were they alle,
- That toward Caunterbury wolden ryde.
Ein große Rolle bei der Entstehung des modernen Englisch spielte Shakespeare im 16. Jh. Wie schon Chaucer schrieb auch er in der Mundart seiner Landsleute. Bevor diesen beiden Autoren schrieben, wurden wichtige Werke immer in Latein geschrieben, manchmal auch in Französisch. Latein war die Gelehrtensprache. Chaucer und Shakespeare gehörten zu den ersten, die bedeutende Werke in englischer Sprache schrieben.
- Mundart – der Dialekt, den die Leute eines Land im Alltag sprechen (engl. 'vernacular')
Wer gehört zu den berühmten Autoren und Dichtern, die in dieser Sprache schrieben?
- William Shakespeare (1564-1616), der Dichter, der Dutzende von Stücken in Versen schrieb und darüber hinaus noch Hunderte von Sonetten.
Viele beliebte englische Autoren aus der Zeit der Romantik oder der Viktorianischen Zeit sind zu nennen. Sie schrieben Prosa wie
- Mary Shelley (1797-1851) in ihrem Frankenstein,
- Jane Austen (1775-1817) in Stolz und Vorurteil ('Pride and Prejudice') oder
- Charles Dickens (1812-1870) als Autor der Zwei Städte ('A Tale of Two Cities').
- Verse – die poetische Form des Schreibens, wenig normale Sätze
- Prosa – Schreiben in Sätzen, nicht in Versen
- Sonette sind besonders vollendete Gedichte mit vielen Gedanken darin
- Romantik: gefühlvolle und naturverbundene Zeit um 1800 herum.
- Viktorianische Zeit: zweite Hälfte des 19. Jahrhunderts, in der in England Königin Victoria regierte
Welche Redewendungen könnten in dieser Sprache nützlich sein?
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| Redewendungen | Basic Phrases |
|---|---|
| Sprechen Sie Englisch? | Do you speak English? |
| Wo ist die Toilette? | Where is the bathroom? |
| Entschuldigung | Excuse me |
| Wie geht's? | How are you? |
| Ich mag ... | I like ... |
| Ich mag ... nicht. | I don't like ... |
| Ich heiße.../Mein Name ist... | My name is ... |
Welche Lernhilfen gibt es in dieser Sprache?
Ein zweisprachiges Wörterbuch besitzt du sicher. Wenn du mit deinen Sprachkenntnissen schon etwas vorangekommen bist, solltest du nur noch mit einem einsprachigen Dictionary arbeiten. Darin werden alle englischen Wörter auf Englisch erklärt. Durch Nachschlagen lernst du, wie ein Wort mit vielen anderen zusammenhängt. Das übt ungemein das Sprachverständnis. Geeignet ist z.B.:
- The Little Oxford Dictionary, das trotz seiner 700 Seiten in jede Handtasche passt. Viel ausführlicher und mit Bildern ausgestattet ist das:
- Oxford Advanced Learner's Dictionary of Current English, was du brauchst, wenn du wirklich viel und gut Englisch sprechen möchtest oder Englisch studierst.
- Elektronische Wörterbücher sind geeignet, schnell ein Wort zu finden. Aber du wirst sehen: du vergisst es auch schnell wieder. Bleib also ein bisschen dran am Wort, ehe du die Klappe schließt: Bilde Sätze damit und überlege mit welchen anderen Wörtern es verwandt ist. Dann wirst du es später leichter wiederfinden: in deinem Kopf; das Lexikon brauchst du dann immer seltener.
Unbedingt sollte man möglichst viele Idiome (Redewendungen) kennen, wenigstens passiv, das heißt, wissen was sie auf Deutsch heißen. Denn die wörtliche Übersetzung von Redewendungen führt uns in die Irre. "I fall for" heißt nicht, für irgendwas hinfallen, sondern "sich verlieben in". Die wörtliche Übersetzung hilft nicht viel. "It is not my cup of tea" heißt nicht "das ist nicht meine Teetasse", sondern "das ist nicht mein Fall, das mag ich nicht". Solche Idiome findest du z. B. in:
- E. Pasakarnis, Master your Idioms (rororo-Buch Sprachen) mit deutschen Erklärungen.
- Idioms sind Redewendungen, die man nicht wörtlich übersetzen darf. Wer sie beherrscht, klingt vertraut mit der englischen Sprache.
Wichtig ist es auch, Phrasals zu lernen. Das sind Wortverbindungen von einfachen Verben mit einer Reihe verschiedener Präpositionen wie im Deutschen "ich komme an, ich komme hoch, ich komme rüber, ich komme darin vor, ich komme voran, ich komme mit". Es klingt einfach besser und vertrauter, wenn man sagt: "Kommst du mit?" statt steif "Begleitest du mich?". So ist es auch im Englischen. Z. B. gibt es mit 'do - tun' ganz viele Wortverbindungen: do in - umbringen, do over - zusammenschlagen, do up - heil machen, do with - gut brauchen können. Mehr davon lernst du in:
- H. Breitkreuz, R. Bosewitz, Do up Your Phrasals, (rororo-Buch Sprachen) mit deutschen Erklärungen.
- Phrasals sind Wortverbindungen von sehr gewöhnlichen Verben mit Präpositionen (Fürwörtern), die dem Verb einen ganz neuen Sinn geben. Phrasals klingen, als ob man schon lange Englisch spräche und ein guter Freund der Familie wäre.
| du meinst | und sagst | im Englischen bedeutet es |
richtig wäre |
|---|---|---|---|
| 20- bis 29-jähriger | Twen | ? | men in the twenties |
| Abendanzug | Smoking | rauchend | Tuxedo |
| Baseball-Mütze | Basecap | Basismütze | baseball cap |
| Damenunterwäsche | Body | Körper | ladie's underwear |
| männliches Modell | Dressman | Kleidmann | male model |
| Umhängetasche | Bodybag | Leichensack | bag |
| bekommen | to become | werden | to get / receive |
Fang früh an, dir Falsche Freunde aufzuschreiben. Es gibt in jeder Sprache Wörter, die wir zu kennen glauben: "actual" das heißt doch sicher "aktuell", oder? Nein, daneben! Es heißt "wirklich, tatsächlich". "Actual" ist ein falscher Freund.
"Eventual", das heißt doch sicher "eventuell"? - Versuch es lieber mit "schließlich", sonst versteht dich keiner.
Falsche Freunde gibt es auch in der anderen Sprachrichtung. "Konfession - Religionszugehörigkeit" würden wir gerne mit "confession" übersetzen, weil wir das Wort schon mal gehört haben. Aber das passendere Wort ist "denomination".
- Falsche Freunde sind Wörter, die eine ganz andere Bedeutung haben als wir vermuten würden. Falsche Freunde muss man sich merken, um kein zweites Mal auf sie hereinzufallen.
Versuche auch, Falsche Feinde zu erkennen. Das sind Konstruktionen, die auf deutsch falsch wirken. Die Wendung "The dog who ..." klingt für unsere Ohren grundfalsch, ist aber im Englischen problemlos möglich.
| Die Engländer sagen | wörtlich übersetzt | Deutsche sagen |
|---|---|---|
| To make a mountain out of a mole-hill | Aus einem Maulwurfshaufen einen Berg machen | Aus einer Mücke einen Elefanten machen |
| To be barking up the wrong tree | Den falschen Baum anbellen | Auf dem Holzweg sein |
| It is raining cats and dogs | Es regnet Katzen und Hunde | Es gießt wie aus Eimern |
| To kill two birds with one stone | Zwei Vögel mit einem Stein töten | Zwei Fliegen mit einer Klappe schlagen |
Esperanto
Welche Schrift verwendet diese Sprache?
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Esperanto benutzt das lateinische Alphabet, jedoch ohne die Buchstaben q, w, x und y. Auch die deutschen Sonderbuchstaben ä, ö, ü und ß werden nicht benutzt. Dafür hat Esperanto 6 Spezialbuchstaben: ĉ (tsch), ĝ (dsch), ĥ (ch in „lachen“, nicht wie in „licht“!), ĵ (französisch ausgesprochenes j, wie in Journal), ŝ (sch) und ŭ (kurzes u). Nun gibt es ein Problem: diese Zeichen gibt es nicht auf normalen Tastaturen! Esperanto-Sprecher lösen dieses Problem oft indem sie ein x hinter diese Buchstaben schreiben, z.B. bedeutet cx das Gleiche wie ĉ. Dabei besteht keine Gefahr, das Wort falsch zu lesen, da das x normalerweise in Esperanto nicht benutzt wird.
Wie viele Menschen sprechen Esperanto und wo spricht man diese Sprache?
Die Antwort ist: keiner weiß es genau. Es gibt keine exakten Zahlen. Es ist wahrscheinlich, dass es zwischen fünfzigtausend und einer halben Million Esperanto-Sprecher gibt. Die meisten von ihnen haben es als Zweitsprache gelernt, nur ungefähr eintausend Leute sprechen Esperanto als ihre Muttersprache.
Esperanto wird von Menschen auf der ganzen Welt gesprochen. Aber nirgendwo wird diese Sprache von einer Mehrheit der Leute gesprochen. Natürlich wird Esperanto auf den Treffen der Esperanto-Sprecher gesprochen.
Was wissen wir über die Geschichte dieser Sprache?
Im Gegensatz zu den meisten anderen Sprachen wissen wir sehr genau, wann und wo Esperanto geboren wurde. Esperanto wurde vom Warschauer Arzt Ludwig Zamenhof begründet. Das bedeutet, dass er die Grundlage der Sprache alleine erschuf, und andere dann die Sprache lernten. Er veröffentlichte das erste Buch über Esperanto im Jahr 1887. Ursprünglich hatte die Sprache keinen Namen, sie wurde einfach nur „internationale Sprache“ genannt. Am Anfang wollte Zamenhof nicht mit seinem eigenen Namen in die Öffentlichkeit, darum nannte er sich „Doktoro Esperanto“. Das ist ein Esperanto-Wort und heißt soviel wie ein „Hoffender Doktor“. Eigentlich nannte er sein Sprachprojekt nicht Esperanto, sondern „Lingvo internacia“, was soviel heißt wie „internationale Sprache“. Doch die Sprache wurde schon bald – geprägt durch seinen Übernamen – „Esperanto“ genannt.
Schon als Kind sah sich Ludwig Zamenhof mit mehreren Sprachen konfrontiert: Der Vater sprach am liebsten Russisch, die Mutter Jiddisch und auf der Straße sprach man Polnisch. Er konnte auch beobachten, wie die Leute in seinem Geburtsort getrennt durch Sprache und Religion lebten und sich so im Wege standen. Unter anderem auch deshalb wollte er eine Sprache schaffen, die als Brücke zwischen Volksgruppen funktioniert. Schon bald nach der Veröffentlichung seines Sprachprojektes haben sich vor allem Leute in Russland für die neue Sprache interessiert. Erst ab 1900 begannen sich auch die Mittel- und Westeuropäer mit Esperanto zu beschäftigen und die Sprache zu lernen. So wuchs eine neue Sprachgemeinschaft heran, die keine Grenzen auf der Landkarte hatte, bis jedoch der 1. Weltkrieg und dann auch vor allem der 2. Weltkrieg die Sprache unterdrückte. Von da an hat es konstant Esperanto-Sprecher und -Anhänger gegeben. Doch ihre Anzahl blieb immer bescheiden. Jedoch seitdem das Internet eine so große Bedeutung hat, hat es die Sprache Esperanto um einiges leichter, Sprecher zu finden. So gibt es heute etliche Möglichkeiten, sich die Sprache im Internet beizubringen. So ist die Sprache nicht vom Aussterben bedroht, obwohl sie von vergleichsweise wenig Leuten gesprochen wird.
Wofür kann man denn heute diese erfundene Sprache brauchen?
Die Leute, die Esperanto gelernt haben, brauchen diese Sprache vor allem, um mit ihren Freunden, die oft über den ganzen Globus verteilt sind, Briefe, Telefonate und E-Mails auszutauschen. Wenn ein Japaner und eine Griechin sich Briefe schreiben wollen, müssen sie eine gemeinsame Sprache haben. Japanisch sowie Griechisch sind schwierige Sprachen zum erlernen. Viele lernen Englisch, aber auch das ist nicht ganz einfach und hat viele Ausnahmen. Das Esperanto hingegen hat nur 16 Grundregeln, und hat keine einzige Ausnahme. Beide können Esperanto mit wenig Aufwand erlernen und sich bestens miteinander austauschen.
Das Erlernen dieser Sprache kann sich auch durchaus nützlich erweisen, wenn man später andere europäische Sprachen lernt. Denn bei der Erfindung dieser Sprache sind die meisten Wörter gar nicht wirklich erfunden, sondern abgeleitet worden. So hat es viele Wörter, die jeder Deutschsprachige sofort erkenne würde. Dasselbe gilt für das Französisch, Italienisch, Englisch, Polnisch und weitere! L.L. Zamenhof und auch andere Leute haben versucht, bei einer sogenannten neu aufgenommenen Wortwurzel darauf zu achten, dass es dem Wort mit der gleichen Bedeutung in möglichst vielen Sprachen ähnlich ist. Wer viel Esperanto gelernt hat, dem fällt es viel leichter weitere Fremdsprachen zu lernen, weil er/sie viele Wörter in ihrer Bedeutung wieder erkennen kann.
Wer gehört zu den berühmten Autoren und Dichtern, die in dieser Sprache schrieben?
Der erste Autor, der in Esperanto schrieb, war Zamenhof selbst.
Andere bekannte Esperanto-Autoren sind William Auld, Julio Baghy, Kálmán Kalocsay und Mauro Nervi.
Wichtig für Esperanto sind auch die zahlreichen Übersetzungen bekannter Literatur von anderen Sprachen. Auch der kleine Prinz wurde z. B. aus dem französischen übersetzt.
Welche Redewendungen könnten in dieser Sprache nützlich sein?
facilaj salutoj - einfache Grüße:
- saluton - Hallo
- ĝis revido - Auf Wiedersehn
- bonan tagon - Guten Tag
facilaj vortoj - einfache Wörter:
- jes - Ja
- ne - Nein
- dankon! - Danke!
- bonvolu! - Bitte!
- patro/patrino - Vater/Mutter
- frato/fratino - Bruder/Schwester
- hundo/hundino - Hund/Hündin
- kato/katino - Kater/Katze
- koko/kokino - Hahn/Huhn
- domo - Haus
- besto - Tier
- dombesto - Haustier
utilaj frazoj - nützliche Sätze
- Mia nomo estas ... - Ich heiße ...
- Mia gepatra lingvo estas germana. - Meine Muttersprache ist Deutsch.
- Ĉu vi scipovas paroli esperanton? - Kannst du Esperanto sprechen?
- Mia hejmlando estas Germanio/Aŭstrio/Svisio - Mein Heimatland ist Deutschland/Österreich/Schweiz.
- Mi havas beston - Ich habe ein Haustier.
- Mi havas bestojn - Ich habe Haustiere.
- Ĉu vi ankaŭ havas bestojn? - Hast du auch Haustiere?
- Mi ŝatas mian hundon. - Ich mag meinen Hund.
Was ist ein einfaches Lied, das ich in dieser Sprache lernen kann?
„La Espero“ („Die Hoffnung“) ist die Hymne des Esperanto, sie wird zum Beispiel jedes Jahr auf dem Esperanto-Weltkongress gesungen. Der Text wurde von Zamenhof als Gedicht geschrieben und wurde später vertont. Das ist die erste Strophe:
La Espero
| Esperanto | Deutsch |
|---|---|
|
En la mondon venis nova sento, |
In die Welt kam ein neues Gefühl, |
Estnisch
Welche Schrift verwendet diese Sprache?
Estnisch benutzt das lateinische Alphabet, jedoch hat es noch 4 zusätzliche Umlaute: Õ/õ, Ä/ä, Ö/ö, Ü/ü.
Wie viele Menschen sprechen Estnisch und wo spricht man diese Sprache?
Etwa 1,1 Million Menschen sprechen Estnisch, knapp eine Million von ihnen leben in Estland. Es gibt aber noch andere Orte, an denen Estnisch gesprochen wird. (Siehe dazu den unteren Abschnitt)
Estnisch wird hauptsächlich gesprochen in:
- Estland
Als Minderheitensprache in:
- Finnland
- Russland
Was wissen wir über die Geschichte dieser Sprache?
Estnisch gehört zu den sog. Finno-ugrischen Sprachen. Weitere bekannte Vertreter diese Sprachfamilie sind Finnisch und Ungarisch. Diese Sprachen unterscheiden sich grammatikalisch sehr stark von allen anderen europäischen Sprachen. So gibt es kein grammatikalisches Geschlecht (also kein "er" oder "sie" sondern nur "es"), keine Präpositionen (wie im Deutschen z.B. "in", "auf", "nach", "seit", "bis") aber z.B. im Estnischen dafür insgesamt 14 Fälle (Im Deutschen gibt es dagegen nur 4 Fälle: Nominativ, Genitiv, Dativ, Akkusativ.)
Es wird vermutet, dass sich die baltisch-finnischen Sprachen aus einer urfinnischen Sprache entwickelten, von der sich die samische Sprache um 1500-1000 v. Chr. abspaltete. Es wird angenommen, dass dieses Urfinnisch drei Dialekte hatte: einen nördlichen, einen südlichen und einen östlichen. Die baltisch-finnischen Sprachen trennten sich um das 1. Jahrhundert herum, beeinflussten sich aber weiterhin. Man kann feststellen, dass es in den südwestfinnischen Dialekten viele estnische Einflüsse gibt.
Die Esten lebten viele Jahrhunderte unter Fremdherrschaft. Dänen, Deutsche, Schweden und Russen wechselten sich über die letzten Jahrhunderte ab und die estnische Sprache wurde dabei natürlich immer durch die Sprachen der Besatzungsmächte beeinflusst. So ist es kaum verwunderlich, dass heute der größte Teil der Wörter im Estnischen sogenannte Lehnwörter, also von einer anderen Sprache übernommen sind.
Ab dem 15. Jahrhundert wurde das nördliche Estland lange Zeit kulturell stark vom deutschen Ritterorden beeinflusst. Die deutschen Mönche wollten den Einheimischen den christlichen Glauben näher bringen und entwickelten dazu auch die estnische Schriftsprache. Sie basiert auf dem deutschen Alphabet, dem noch der Buchstabe "Õ/õ" (ein Vokal, ähnlich zu "Ö", der aber ziemlich weit hinten im Rachen gebildet wird) hinzugefügt wurde. Das war der Beginn der Aufklärung.
Estland hatte seine Blütezeit, nachdem sich die Esten zu Beginn des 20. Jahrhunderts selbst zur unabhängigen Nation erklärten. Zum ersten Mal konnten sie frei sprechen. Das war die goldene Ära des Estnischen, und ihre Sprache konnte sich nun großartig entwickeln.
Der 2. Weltkrieg beendete diese goldene Ära der ersten estnischen Unabhängigkeit. Zuerst wurde Estland dem Deutschen Reich einverleibt, zum Ende des Krieges hin marschierten dann die Russen in Estland ein und übernahmen die Macht. Es war verboten, Estnisch zu sprechen und zu lehren. Zu dieser Zeit wurden viele Änderungen vorgenommen, sogar die Satzstruktur wurde verändert: Das Verb wurde an den Anfang des Satzes gesetzt (anders als es im Deutschen ist).
Als die Sowjetunion Anfang der 1990-er Jahre zerbrach, nutzten die Esten die Chance und ersangen sich zusammen mit den beiden anderen baltischen Staaten Lettland und Litauen in der friedlichen, sogenannten "Singenden Revolution" erneut ihre Unabhänigkeit. Zum zweiten Mal wurde nun die demokratische Nation Estland ausgerufen, die kulturelle Abschirmung war durchbrochen. Neue Informationen kamen herein. Viele technische Begriffe sowie umgangssprachliche Wörter und Redewendungen wurden seitdem aus dem Englischen übernommen.
Interessante Fakten
Finnisch und Estnisch sind nah verwandte Sprachen. Man sagt, dass die Nordesten sogar Finnisch verstehen können, selbst wenn sie noch nie zuvor Finnisch gelernt haben. Bemerkenswert ist, dass dies nicht in beide Richtungen funktioniert. Aber das ist wohl vergleichbar mit Deutschen und Holländern. So wie die Niederländer viele deutschsprachige Senungen und Filme auf Deutsch mit Untertiteln ansehen, ist es in Estland mit finnischen Filmen und Fernsehsendungen. Auf diese Weise prägt sich die Sprache schon als Kind ein und das Verstehen und Sprechen fällt leichter.
Wer gehört zu den berühmten Autoren und Dichtern, die in dieser Sprache schrieben?
- Anton Hansen Tammsaare
- Friedebert Tuglas
- Friedrich Reinhold Kreutzwald
- Johann Voldemar Jannsen
- Jaan Kross
- Lennart Meri
Was sind einige grundlegende Wörter in dieser Sprache, die ich lernen kann?
| Vastused | Antworten |
|---|---|
| Jah | Ja |
| Ei | Nein |
| Võib-olla | Vielleicht |
| Tervitused | Grüße |
| Tere | Hallo! |
| Tere hommikust | Guten Morgen |
| Tere päevast | Guten Tag |
| Head ööd | Gute Nacht |
| Kuidas läheb? | Wie gehts? |
| Mis toimub? | Was ist hier los? |
| Mitte palju. | Nicht viel. |
| Hüvastijätud | Verabschiedungen |
| Head aega. | Auf Wiedersehn. |
| Hüvasti. | Tschüss. |
| Homseni. | Bis morgen. |
| Hoiame ühendust. | Wir bleiben in Verbindung. |
| Peatse jällenägemiseni. | Bis bald. |
| Kasulikud fraasid | nützliche Redewendungen |
| Kas te võiksite juhatada mind tualettruumi? (höflich) Kus on tualettruum? |
Können sie mir sagen, wo die Toilette ist? Wo ist die Toilette? |
| Kui palju see maksab? | Wie viel kostet es? |
| Ma sooviksin piima. | Ich möchte Milch. |
| Sa meeldid mulle. | Ich mag dich. |
| Mu koer sõi mu kodutööd ära. | Mein Hund aß meine Hausaufgaben. |
| Ja... | Und... |
| Õlu | Bier |
| Jahe | Kühl |
| Öö | Nacht |
| Jää | Eis |
| Kutt | Kerl |
| Naised | Frauen |
| Hea | Gut |
| Halb | Schlecht |
| Ma armastan sind | Ich liebe dich |
Was ist ein einfaches Lied, das ich in dieser Sprache lernen kann?
Zur Weihnachtszeit singst du vielleicht gerne Weihnachtslieder vor dem Weihnachtsbaum. Die Esten machen das auch. Das deutsche Weihnachtslied „O Tannenbaum“ wurde ins Estnische übersetzt, wo es „Oh kuusepuu“ heißt. Dieses Lied wurde 1824 von Ernst Anschütz geschrieben.
Hier ist der erste Vers von „O Tannenbaum“:
| "Oh kuusepuu" | „O Tannenbaum“ |
|---|---|
| Oh kuusepuu, oh kuusepuu | O Tannenbaum, o Tannenbaum, |
| Kui haljad on su oksad! | Wie treu sind deine Blätter! |
| Ei mitte üksi suisel a’al. | Du grünst nicht nur zur Sommerzeit, |
| Vaid talvel ka siin külmal maal | Nein auch im Winter, wenn es schneit. |
| Oh kuusepuu, oh kuusepuu | O Tannenbaum, o Tannenbaum, |
| Kui haljad on su oksad! | Wie treu sind deine Blätter! |
und so weiter...
Französisch
Welche Schrift verwendet diese Sprache?
Französisch benutzt die lateinischen Buchstaben, genau wie das Deutsche. Es hat aber noch einige spezielle Zeichen:
- Einige Beispiele: é è ë ç à;
Wie viele Menschen sprechen Französisch und wo spricht man diese Sprache?
87 Millionen Menschen sprechen Französisch als Muttersprache. Weitere 95 Millionen Menschen sprechen Französich als Zweitsprache. Zusammen sind das 182 Millionen Französischsprechende.
Muttersprache - die Sprache, die man als Kind zu sprechen gelernt hat
Literatur - Bücher, wie z. B. das, was du gerade liest
Es ist klar, dass man in Frankreich Französisch spricht. Aber auch die drei Nachbarländer Frankreichs, also Belgien, die Schweiz und Luxemburg, benutzen Französisch als eine ihrer offiziellen Sprachen. Wegen der Kolonisation wird Französisch auch in Kanada gesprochen (in der Provinz Québec ist Französisch sogar die einzige Amtssprache), in Louisiana (USA) und in einigen Ländern Afrikas. Jahrhundertelang war Französisch die bevorzugt gesprochene Sprache an den europäischen Königshäusern und gilt auch heute noch als Sprache der Diplomatie.
Kolonisation - in andere Länder gehen und diese erobern. Das ist eine Möglichkeit, eine Sprache zu verbreiten. Weil England Amerika kolonisierte, sprechen die Menschen in Amerika Englisch.
Was wissen wir über die Geschichte dieser Sprache?
Französisch entstand aus der lateinischen Sprache, genauso wie Spanisch, Italienisch, Portugiesisch und Rumänisch. Zuerst war es die Sprache der Franken, das sind die Menschen, die dort lebten, wo heute Frankreich ist. Im 17. Jahrhundert kamen französische Menschen nach Kanada und siedelten in dem Gebiet, das wir heute Québec nennen. Manche Franzosen (die aus Kanada vertrieben wurden) siedelten sich auch in Louisiana an, das zu Ehren von König Ludwig XIV von Frankreich (franz.: Louis XIV de France) benannt wurde. Louisiana ist heute ein Staat der Vereinigten Staaten von Amerika. Im 19. Jahrhundert eroberte Frankreich große Teile von Nord-, West- und Zentral-Afrika, hauptsächlich in der Region der Wüste Sahara. Als Frankreich die Herrschaft über diese Gebiete und deren Bevölkerung übernahm, wurde der Schulunterricht auf Französisch abgehalten und Französisch als Amtssprache eingeführt. Mit der Zeit wurde Französisch die zweite Muttersprache vieler afrikanischer Menschen. Meistens benutzten sie aber zu Hause ihre einheimischen Sprachen weiter. In vielen afrikanischen Ländern gibt es keine für das ganze Land einheitliche Sprache, sondern es gibt mehrere regionale Sprachen. Deshalb wird im Alltag immer noch Französisch als gemeinsame Sprache verwendet, obwohl Frankreich in diesen früheren Kolonien nicht mehr regiert.
Wer gehört zu den berühmten Autoren und Dichtern, die in dieser Sprache schrieben?
Molière (1622-1673) gehört zu den Dichtern, die die berühmtesten und erfolgreichsten Theaterstücke der Welt geschrieben haben. Auch heute nach 350 Jahren (!) werden seine Stücke noch aufgeführt. Sie amüsieren und belehren uns. Beispiele sind: L'École des femmes (Die Schule der Frauen); Le Malade imaginaire (Der eingebildete Kranke); Le Misanthrope (Der Menschenfeind); Les Femmes savantes (Die gelehrten Frauen); Tartuffe ou L'Imposteur (Tartüff oder der Betrüger).
François Marie Arouet, genannt Voltaire (1694 - 1778) ist einer der berühmtesten Philosophen überhaupt. Er hat uns gelehrt, was Toleranz ist: „Ihre Meinung ist mir zwar widerlich, aber ich werde mich dafür totschlagen lassen, dass Sie sie sagen dürfen.“ Das heißt: Auch die Leute, die wir abscheulich finden und die uns ganz gegen den Strich gehen, dürfen wir nicht mundtot machen. Wir dürfen sie nur mit Worten bekämpfen. Voltaire hat seinen Reichtum und seinen scharfen Verstand eingesetzt, um arme Leute vor Gericht zu verteidigen.
Berühmte Werke sind: Candide oder der Optimismus (Candide, ou l'optimisme, 1759); Traité sur la tolérance Traktat über Toleranz, 1763); Philosophisches Wörterbuch (Dictionnaire philosophique portatif, 1764).
Victor Hugo (1802 - 1885) ist Frankreichs großer Dichter des 19. Jahrhunderts. Er schrieb Theaterstücke und Romane. Die berühmtesten sind „Der Glöckner von Notre Dame“ (mehrmals verfilmt!) und „Les Misérables - Die Elenden“, das schon lange als Musical Erfolg hat und dutzende Male verfilmt wurde.
Alexandre Dumas (1802 - 1870) ist ein französischer Dichter, der durch spannende Abenteuer-Romane berühmt wurde; vor allem durch „Der Graf von Monte Christo“ und „Die drei Musketiere“.
Jules Verne (1828 - 1905) ist ein Dichter, der die Zukunft ausmalt ('Science fiction'). Vor mehr als 100 Jahren konnte man mit ihm die ausgefallensten Fantasie-Reisen machen: „In 80 Tagen um die Welt“, „Zum Mittelpunkt der Erde“, „20 000 Meilen unter Wasser“, „5 Wochen im Ballon“. Sein „Kapitän Nemo“ ist der erste große Umweltschützer, der die Meere und die Wale bewahren will. Sehr spannend ist die Geschichte von 15 Kindern, die zwei Jahre lang auf einer einsamen Insel leben müssen: „Deux ans de vacances - Zwei Jahre Ferien“.
Welche Redewendungen könnten in dieser Sprache nützlich sein?
| Les salutations | Begrüßungen |
|---|---|
| Salut | Hi/Hallo/Grüß dich! |
| Bonjour | Guten Tag |
| Bonsoir | Guten Abend |
| Bonne nuit | Gute Nacht |
| Ça va? | Wie gehts? |
| Ça va. | Es geht so. |
| Mal. | Schlecht. |
| Quoi de neuf? | Was gibts Neues? |
| Pas grand chose. | Nicht viel. |
| Les adieux | Verabschiedungen |
| Au revoir. | Auf Wiedersehn. |
| À demain. | Bis morgen. |
| À tout à l'heure. | Bis gleich! |
| À bientôt. | Bis bald. |
| Salut | Tschüss. |
| Phrases de base | Einfache Redewendungen |
| Parlez-vous anglais? | Sprechen Sie Englisch? |
| Parlez-vous allemand? | Sprechen Sie Deutsch? |
| Où sont les toilettes? | Wo sind die Toiletten? |
| Où est la gare? | Wo ist der Bahnhof? |
| Oú est l'hôtel ...? | Wo ist das Hotel ...? |
| Ça coûte combien? | Wie viel kostet das? |
| Plus lentement, s'il vous plaît. | (Sprechen Sie) bitte etwas langsamer! |
| J'aime ... | Ich mag ... |
| Je n'aime pas ... | Ich mag nicht ... |
| Je m'appelle ... | Ich heiße... |
Welche Wörter bedeuten nicht das, was man vermutet?
Dieses Phänomen nennt man falsche Freunde: Du liest oder hörst ein Wort in einer fremden Sprache und weißt sofort, was es bedeutet. In Wirklichkeit heißt es aber etwas ganz anderes.
Gibt es einen einfachen Text, den ich in dieser Sprache lernen kann?
Der Kleine Prinz
Berühmt ist ein Satz aus Der kleine Prinz von Antoine de Saint Exupéry: „On ne voit bien qu'avec le cœur. L'essentiel est invisible pour les yeux“ - Man sieht nur mit dem Herzen gut. Das Wesentliche ist für die Augen unsichtbar.
Die folgenden Gedichte und Lieder übersetzen wir nicht poetisch, sondern wörtlich, damit du weißt, was die Wörter bedeuten. Die Reihenfolge ist im Französischen oft anders; aber welches deutsche Wort dem französischen entspricht, das wirst du selber herausfinden. - Wenn du die französische Aussprache noch nicht gelernt hast, lass dir die Gedichte vorlesen. Du wirst hören: Das klingt wunderbar, das ist wie Musik, selbst wenn die Verse manchmal etwas kurios sind.
Petit Papa Noël - Der kleine Weihnachtsmann
| Petit Papa Noël | Kleiner Weihnachtsmann, |
| Quand tu descendras du ciel | wenn du vom Himmel kommst |
| Avec des jouets par milliers | mit tausend Spielzeugsachen: |
| N'oublie pas mon petit soulier | Vergiss nicht mein Kinderschuh, |
| Mais avant de partir | Aber bevor du abfliegst, |
| Il faudra bien te couvrir | solltest du dich dick anziehen, |
| Dehors tu vas avoir si froid | denn du wirst draußen frieren. |
| C'est un peu à cause de moi | Und das ein bisschen meinetwegen. |
Dame Tartine - Frau Tartine
| Il était une Dame Tartine | Es war einmal eine Frau Tartine, ('tartine' ist eine belegte Scheibe Brot) |
| Dans un beau palais de beurre frais. | die lebte in einem prächtigen Palast aus frischer Butter. |
| La muraille était de praline, | Dessen Wände waren aus Pralinen, |
| Le parquet était de croquets, | die Böden aus Trockenkuchen, |
| La chambre à coucher | das Schlafzimmer |
| De crème de lait, | aus frischer Sahne, |
| Le lit de biscuits, | das Bett aus weichem Kuchen |
| Les rideaux d'anis. | und die Vorhänge aus Anis. |
Frère Jacques - Bruder Jakob
| Frère Jacques, Frère Jacques | Bruder Jakob, Bruder Jakob, |
| Dormez-vous, Dormez-vous? | schläfst du noch? Schläfst du noch? |
| Sonnez les matines, Sonnez les matines. | Hörst du nicht die Glocken? Hörst du nicht die Glocken? |
| Ding, ding, dong. Ding, ding, dong. | Ding, dang, dong. Ding, dang, dong. |
Dieses Lied kann auch als 'Kanon' gesungen werden, das heißt, dass eine Person oder Gruppe zu singen beginnt, und wenn sie das Ende des ersten Verses erreicht hat, beginnt eine zweite Person oder Gruppe.
Griechisch
Welche Schrift verwendet diese Sprache?
Anfangs benutzten die Griechen die Linearschrift B und die „zyprische Silbenschrift“, um wichtige Dinge aufzuzeichnen. Seit dem 9. Jahrhundert v. Chr. gibt es das griechische Alphabet. Die Leute, die damals Griechisch sprachen, lernten das Alphabet der Phönizier und verwendeten es auch für das Griechische. Aber diese phönizische Schrift besaß nur Zeichen für Konsonanten und passte nicht recht für ihre Sprache. Darum nahmen sie einige phönizische Buchstaben, die sie nicht brauchten und verwendeten sie für die Vokale (A, E, I, O und Y). So erfanden sie das erste Alphabet mit eigenen Zeichen für die Vokale. Die Erfindung war so gut, dass auch andere Völker ähnliche Alphabete aus dem griechischen entwickelten, zum Beispiel die Römer, die das lateinische Alphabet erfanden, das wir heute auch für das Deutsche noch verwenden. Zuerst hatte jede Stadt in Griechenland ihr eigenes Alphabet, aber nach vielen hundert Jahren einigten sich die Griechen auf ein einziges.
So sehen die Buchstaben des griechischen Alphabets aus:
Großbuchstaben: Α Β Γ Δ Ε Ζ Η Θ Ι Κ Λ Μ Ν Ξ Ο Π Ρ Σ Τ Υ Φ Χ Ψ Ω
Kleinbuchstaben: α β γ δ ε ζ η θ ι κ λ μ ν ξ ο π ρ σ τ υ φ χ ψ ω
Dazu gibt es noch den Kleinbuchstaben ς. Er wird am Ende eines Wortes anstatt σ verwendet. Die Kleinbuchstaben wurden erst viel später erfunden, um das Schreiben auf Papyrus und Pergament zu erleichtern.
Wie werden Worte bzw. Sätze geschrieben?
In unserer Schreibschrift werden die Buchstaben miteinander verbunden. Griechische Buchstaben werden nicht miteinander verbunden. Sie müssen darum eng zusammen stehen, damit man erkennen kann, wo die Wörter zu Ende sind. Als Satzzeichen benutzen die Griechen:
- Den Punkt am Satzende, genau wie wir. Er kann aber auch ein Ausrufezeichen bedeuten.
- Das Komma , genau wie wir, zwischen den Teilen eines Satzes.
- Den Hochpunkt · Er ist dasselbe wie unser Doppelpunkt : oder unser Semikolon ; und steht am Satzende, wenn noch etwas hinterherkommen muss.
- Das Semikolon ; wird wie unser Fragezeichen ? benutzt.
Wie viele Menschen sprechen Griechisch und wo spricht man diese Sprache?
Über 12 Millionen Menschen sprechen Griechisch.
Griechisch wird vor allem in Griechenland und Zypern gesprochen. Aber es gibt auch noch viele Länder, in denen früher viele Griechen lebten, wo es immer noch einige Sprecher der Sprache gibt. Dazu gehören Bulgarien, Albanien und die Türkei. Viele Griechen haben ihre Heimat verlassen und leben heute in anderen Ländern, wo sie ihre Sprache noch pflegen. Deshalb findet man die Sprache auch in allen west- und mitteleuropäischen Ländern, den USA, Australien und in verschiedenen afrikanischen Ländern. Bis zu vier Millionen Menschen sprechen Griechisch in Gegenden, wohin die Griechen ausgewandert sind.
Was wissen wir über die Geschichte dieser Sprache?
Griechisch ist die Sprache, über deren Geschichte wir mehr wissen als über die aller anderen Sprachen. Das liegt daran, dass die Griechen so früh angefangen haben, ihre Sprache auch zu schreiben. So hat Griechisch eine Geschichte von über 3000 Jahren. Altgriechisch war eine sehr wichtige Sprache in der Antike. Viele bedeutende Bücher aus dieser Zeit sind erhalten und werden heute noch gelesen, auch in der Schule. Viele Wörter und Begriffe im Deutschen stammen eigentlich aus dem Altgriechischen, zum Beispiel „Schule“, „Pause“ oder „Kirche“. Das Griechisch, das man zur Zeit Jesu Christi sprach, nennt man Koine. In dieser Sprache ist das Neue Testament der Bibel geschrieben. Die Sprache der Griechen entwickelte sich allmählich weiter und nahm Wörter aus anderen Sprachen auf, die die Völker sprachen, die über Griechenland herrschten, besonders Italienisch und Türkisch. Das heutige Griechisch heißt Neugriechisch. Es ist dem Altgriechischen noch ziemlich ähnlich, wird aber anders ausgesprochen.
Wer gehört zu den berühmten Autoren und Dichtern, die in dieser Sprache schrieben?
- Altgriechisch schrieben
- Homer, der die Ilias und die Odyssee schrieb
- die Theaterdichter Aischylos, Sophokles und Euripides, die viele berühmte Tragödien schufen
- der Philosoph Platon, der die Lehren seines Lehrers Sokrates aufgeschrieben hat
- viele Wissenschaftler, zum Beispiel Aristoteles oder Pythagoras
- Koine schrieben
- die vier Evangelisten Lukas, Matthäus, Markus und Johannes
- Neugriechisch schrieben
- Vitsentzos Kornaros (Vincenzo Cornaro), der das epische Gedicht „Erotokritos“ schrieb.
- Dionysios Solomos, der den Ύμνος Στην Ελευθερία (Ode an die Freiheit) schrieb. Das Gedicht wurde zur Nationalhymne des modernen Griechenlands: Χαῖρε, ὢ χαῖρε, Ἐλευθεριά! („Sei gegrüßt, oh sei gegrüßt Freiheit!“)
- Andreas Kalvos
- Kostis Palamas
- Konstantinos Kavafis
- Nikos Kazantzakis (das Buch Alexis Sorbas, das für einen berühmten Film verwendet wurde)
- Giannis Ritsos
- Giorgos Seferis, Nobelpreisträger für Literatur 1963
- Odysseas Elytis, Nobelpreisträger für Literatur 1979
Welche Redewendungen könnten in dieser Sprache nützlich sein?
| γεια σου | jaßu | Grüß dich, Hallo, Tschüs, Prost, Gesundheit! |
| γεια σας | jaßas | Ich grüße Sie, Grüß euch, Hallo, Tschüs, Prost, Gesundheit! |
| καλημέρα | kalimera | Guten Morgen |
| καλησπέρα | kalispera | Guten Tag (sagt man ab Mittags) |
| καληνύχτα | kalinichta | Gute Nacht |
| τα λέμε (αύριο) | ta leme (avrio) | Man spricht sich (morgen), wörtl.: darüber werden wir sprechen |
| ευχαριστώ (πολύ) | efcharistó (polí) | vielen Dank |
| παρακαλώ | parakaló | bitte |
| συγνώμη | signomi | Entschuldigung |
| εντάξει | endaxi | in Ordnung, ok. |
| ναι | ne | ja |
| όχι | ochi | nein |
| ίσως | ißos | vielleicht |
Ein einfaches Kinderlied, das du lernen kannst
| Ο χορός της χελώνας | O choros tis chelonas | Der Tanz der Schildkröte |
| (Ιωάννης Πολέμης, 1862 - 1924) | (Ioánnis Polémis, 1862 - 1924) | |
| Μια φορά κι έναν καιρό | Mja fora kjenan kero | Es war einmal |
| έστησ’ ο λαγός χορό | estißo lagos choro | ein Hase, der organisierte einen Tanz. |
| και τ’αηδόνι κελαηδούσε | ke taidoni kelaiduße | Die Nachtigall sang |
| με φωνή μελωδική | me foni melodiki | mit melodischer Stimme, |
| κι ο λαγός χοροπηδούσε | kjo lagos choropiduße | und der Hase sprang umher, |
| κι όλοι εθαύμαζαν εκεί. | kjoli thawmasan eki. | und alle bewunderten ihn dort. |
| Μια χελώνα τον θωρεί | Mja chelona ton thori | Eine Schildkröte sieht ihn. |
| και ζηλεύει και θαρρεί | ke silewi ke thari | Sie wird neidisch und denkt, |
| πως χορό κι εκείνη ξέρει | pos choro kekini kseri | dass sie auch tanzen kann. |
| και φωνάζει στο λαγό: | ke fonasi sto lago: | Und sie ruft dem Hasen zu: |
| « έλα πιάσε με απ’το χέρι | "Ela pjaßeme apto cheri | „Komm, nimm mich bei der Hand, |
| να σ’ακολουθώ κι εγώ ». | na ßakolutho kego." | damit ich dir folgen kann“. |
| Ο λαγός καιρό δε χάνει | O lagos kero de chani | Der Hase verliert keine Zeit. |
| απ’το χέρι τηνε πιάνει | apto cheri tine pjani | Er nimmt sie bei der Hand, |
| και χορεύοντας πηγαίνει | ke chorewondas pijeni | und tanzend |
| και τη σέρνει και γελά, | ke ti ßerni ke jela, | schleift er sie umher und lacht. |
| μα η χελώνα φορτωμέ |