Computerhardware: Drucker: Laserdrucker

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Laserdrucker

Druckverfahren[Bearbeiten]

1938 wurde das Verfahren der Erfindung der Elektrofotografie erfunden. Daraus entstand 1950 der Kopierer und 1971 der Laserdrucker. Das Herzstück des Druckers ist eine Bildtrommel mit einer lichtempfindlichen Halbleiter-Beschichtung. Diese Beschichtung wird zunächst durch die sogenannte Corona gleichmäßig mit Hochspannung aufgeladen. Der Druckauftrag wird in ein Rasterbild umgerechnet. Dieses Rasterbild wird von einem Laserstrahl oder einer Zeile aus Leuchtdioden (LED-Zeile, bei günstigen Geräten) auf die aufgeladene Bildtrommel projiziert. An den Stellen, die mit Licht bestrahlt werden, verliert die Beschichtung ihre Ladung. Die unbelichteten Stellen bleiben geladen. Nun wird der Toner auf die Trommel aufgebracht. An den aufgeladenen Stellen bleibt er kleben: Je stärker die Restladung, desto mehr Toner bleibt kleben.

Nun wird die Bildtrommel auf das Papier abgerollt und dadurch der Toner auf das Papier übertragen. Das Blatt wandert anschließend durch die „Fixiereinheit“, wo der Toner durch eine erhitzte Andruckrolle bei knapp 200 °C fest mit dem Blatt verschmolzen wird. Bei einigen wenigen Geräten wird der Toner mit Blitzlicht fixiert, wodurch das Papier weniger austrocknet.

Der Laserdrucker gehört im Gegensatz zu den Tintendruckern zu den sogenannten Seitendruckern: Er druckt keine halbfertigen Seiten, sondern er wartet, bis die komplette Seite vorliegt. Da die Belichtung und der Druck in einem Durchlauf erfolgen, muss zum Druck zuerst die komplette zu druckende Seite auf den Drucker übertragen werden. Dort wird durch einen Raster Image Processor (RIP) ein Rasterbild erzeugt, mit dem die Trommel belichtet wird.

Wie werden die Grautöne erzeugt?[Bearbeiten]

Bei den einfachen Druckern verliert die belichtete Stelle ihre Ladung vollständig. Der Drucker kann also nur Schwarz oder Weiß drucken. Grauabstufungen werden durch Rasterung analog zu Tintenstrahldruckern erreicht. Dabei wird jeder Bildpunkt durch ein Raster aus 8 mal 8 Mikropunkten ersetzt. Um beispielsweise ein 50%iges Grau zu erzeugen, wird die Hälfte der Punkte geschwärzt, der Rest bleibt weiß. Unter dem Mikroskop sieht das wie ein Schachbrett aus. Ohne Mikroskop kann das Auge derart feine Punkte nicht einzeln erkennen und verschmilzt sie zu einem Gesamteindruck. Durch unterschiedlich hohen Anteil schwarzer Punkte sind 256 Graustufen möglich. Wenn der Drucker z. B. 32 rote und 16 gelbe Punkte in das 8 x 8 Raster gleichmäßig verteilt und 16 Punkte weiß lässt, sieht das Auge einen hellen roten Punkt mit einem Gelbstich..

Durch die Rasterung verringert sich die Auflösung des Ausdrucks. Bei einem Drucker, der zu 2400 dpi (dot per inch, deutsch: (Mikro-)Punkte pro Zoll) fähig ist, verringern sich die sichtbaren Punkte um ein Achtel auf 300 dpi. Wo Grautöne nicht benötigt werden (z. B. Text in schwarzer Farbe) können durch Kantenglättung schärfere Konturen erzielt werden.

Hochwertige Laserdrucker, sogenannte Vollfarbdrucker, kommen ohne Rasterung aus. Die Ladung auf der Trommel wird in bis zu 256 Stufen variiert. Erreicht wird diese Abstufung entweder durch unterschiedliche Verweildauer des Lasers an einer Stelle oder durch das unterschiedlich oft erfolgende Überstreichen der entsprechenden Stelle. Weil jeder Bildpunkt unterschiedlich hell sein kann, spricht man von einem „Halbtonverfahren“. Verwirrend, nicht wahr? Voll'farbdrucker arbeitet mit Halbtonsystem! Ein Vollfarbsystem kann man in der Druckqualität nicht mit einem gewöhnlichen Laserdrucker vergleichen, es ist aber auch mindestens zehnmal teurer.


Wegen der hohen Qualität des Druckergebnisses von Farblaserdruckern wurde schon früh an Maßnahmen zur Vermeidung und Verfolgung von Dokumenten- und Banknotenfälschungen gedacht. So bringen viele aktuelle Geräte auf jedem Ausdruck ein unsichtbares „Wasserzeichen“ an, den „Machine Identification Code“, um eine Rückverfolgung von Ausdrucken bis zum einzelnen Laserdrucker zu ermöglichen.

Handelsübliche Laserdrucker drucken etwa 15 bis 25 Seiten pro Minute, Geräte der Spitzenklasse drucken bis zu etwa 200 Seiten pro Minute und bei Endlospapier bis etwa 1000 Seiten pro Minute.

Softwaretreiber[Bearbeiten]

Das Umwandeln von Grautönen bzw. Farbabstufungen in ein Mikromuster erfordert einen aufwändigen Rechenprozess, der von einem Raster Image Processor geleistet wird. Hierbei gibt es drei Ansätze, diesen Vorgang umzusetzen:

  • Bei Geräten der Mittelklasse erfolgt das „Rippen“ im Drucker selbst – an ihn werden also keine Rasterdaten, sondern Dokumente in Seitenbeschreibungssprachen wie PCL, Postscript oder PDF geschickt. Die Aufbereitung übernimmt der Drucker selbst. Das Rasterbild einer einzigen farbigen DIN-A4-Seite benötigt rund 60 MB Speicher. Hat der Drucker nicht genug RAM, gibt er eine Fehlermeldung aus und druckt nur ein Teil der Seite. Um das Dokument doch noch drucken zu können, kann man die Auflösung von 600 dpi auf 300 dpi oder 150 dpi verringern (und eine Speichererweiterung bestellen, um bald wieder zur ­besseren Auflösung zurückkehren zu können).
  • Bei teuren Großgeräten wird ein eigenständiger, vom Drucker getrennter RIP-Server verwendet. Es ist erstaunlich, welche Qualität des Ausdrucks damit erreicht wird. Allerdings kann solch ein Server über 10 000 € kosten. Er ist mit einer Hochgeschwindigkeitsverbindung direkt an die Belichtereinheit angeschlossen und verfügt über entsprechend viel Speicher und CPU-Leistung.
  • Preisgünstige Drucker nutzen meist das Betriebssystem des Computers für die Erzeugung des Rasterbildes. Solche Geräte werden als GDI-Drucker (Graphics Device Interface) bezeichnet und sind aufgrund des fehlenden Bild-Prozessors erheblich günstiger als Geräte mit eingebautem RIP. Der Nachteil der GDI-Methode besteht darin, dass die Drucker nur mit einem speziellen Gerätetreiber funktionieren, welcher vom Druckerhersteller geliefert wird. Viele dieser Drucker funktionieren daher nur mit den gerade populären Betriebssystemen, weil der Hersteller für Nischenlösungen keine Treiber bereitstellt. Beim Umstieg auf ein neues Betriebssystem gibt es für ältere Drucker möglicherweise keine Treiberunterstützung mehr.

Qualität, Vor- und Nachteile gegenüber anderen Druckverfahren[Bearbeiten]

Laserdrucker sind in der Qualität bei reinem Textausdruck (bei Farblaserdruckern auch bei farbigem Text) sowie bei Geschäftsgrafiken unerreicht. Nur wenige Tintenstrahldrucker erreichen eine ähnliche Kantenschärfe und auf Spezialpapier eine vergleichbare Schwärzentiefe. Die wesentlichen Vorteile eines Laserdruckers sind die Unempfindlichkeit gegenüber verschiedenen Papiersorten, und es gibt prinzipbedingt kein „Ausbluten“ feiner Konturen, wie dies bei Tintenstrahldruckern oftmals zu beobachten ist.

Weitere Vorteile des Laserdruckers sind:

  1. Die Druckkosten sind meist erheblich niedriger, und die Lebenserwartung der Geräte ist viel höher als bei Tintenstrahldruckern.
  2. Wartungsfreiheit: Ein Laserdrucker kann lange Standzeiten überbrücken ohne dass eine Wartung nötig wäre. Zum Vergleich: bei einem Tintenstrahldrucker vertrocknen die Düsen, bei Nadeldruckern vertrocknen die Farbbänder.
  3. Resistenz der Ausdrucke: Die Druckerfarbe ist nicht nur resistent gegen UV-Bestrahlung, sie hält auch der Feuchtigkeit sehr gut stand. Wer viel für Unterwegs und für den Außeneinsatz druckt, sollte dafür einen Laserdrucker nehmen.
  4. Der Toner ist beständig gegen Sonneneinstrahlung, was bei Tintenstrahldrucken nur mit Spezialtinte erreicht werden kann.

Prinzipiell sind heutige Laserdrucker noch nicht die erste Wahl für das Ausdrucken von Fotos. Außerdem bleibt die Farbqualität aufgrund von Temperatur- und Feuchtigkeitsveränderungen nicht konstant. Laserdrucker arbeiten oft mit nicht-linearen Intensitätskurven, so dass dunkle Farbtöne zulaufen und helle Töne überstrahlt werden (das Dunkle wird noch dunkler, das Helle wird heller und Zwischentöne fehlen).

Handelsübliche Laserdrucker sind in Farbraum und Kontrast einem guten Tintendrucker auf Spezialpapier unterlegen. Meistens fehlt den Bildern die Tiefenwirkung und die Farbechtheit, des weiteren ist bei günstigen Geräten eventuell eine leichte Rasterung sichtbar. Zwar sind die Ergebnisse eines Laserdruckers wischfest, jedoch kann es zu Abblättern an Knickstellen kommen.

Wer mehr Zeit hat und nicht auf sofortige Ergebnisse angewiesen ist, sollte die Fotos bei einem professionellen Fotolabor bestellen. Dies ist in der Regel deutlich günstiger und bringt ­schönere Ergebnisse. Wer viel Geld hat, kauft ein Vollfarbsystem für zehntausend Euro und druckt erstklassige Fotos zu einem unschlagbaren Preis (z. B. acht Cent für eine farbige A3-Seite, was einem Cent pro Foto entspricht).

Bei Druckern unter 200 € Anschaffungspreis sind Tintendrucker pro Seite deutlich teurer als Laserdrucker. Bei neueren professionellen Tintendruckern, mit einem Anschaffungspreis von 300 bis 1000 €, gilt das nicht mehr. Durch Einzeltanks mit großem Volumen für jede Farbe erreichen Tintendrucker fast die Druckkosten von Laserdruckern.

Gesundheitsgefährdung[Bearbeiten]

Ozon[Bearbeiten]

Während die Bildtrommel mit Hochspannung aufgeladen wird, entsteht Ozon: Je höher die Spannung, desto mehr Ozon. Eventuell vorhandene Ozonfilter sollten regelmäßig gewechselt werden. Häufig benutzte Geräte sollten in gut belüfteten Räumen stehen. Eine eigene Abluftführung ist von Vorteil. Das Deutsche Forschungszentrum für Gesundheit und Umwelt rät zu guter Belüftung der Räume und zur Aufstellung möglichst weit weg von den Mitarbeitern. Die Gebläseöffnung sollte vom Nutzer wegzeigen. Die Verwendung von Geräten mit dem Prüfsiegel „Blauer Engel“ sei zu empfehlen. Der „Blaue Engel“ kennzeichnet seit 1978 ökologisch vorteilhafte Produkte. Er wird von einer Jury aus Vertretern von Umweltbundesamt, Bundesumweltministerium, Gewerkschaften, Verbraucherverbänden, Wissenschaft, Medien u. a. vergeben und ist das älteste Umweltlogo der Welt. Für Behörden und viele Großkunden ist der Blaue Engel bei Druckern ein Muss.

Bei Geräten mit niedrigen Druckgeschwindigkeiten werden die Ladungen nicht mehr mit Coronadrähten, sondern mit gezackten Metallstreifen oder Kontaktrollern auf die Walze übertragen. Die benötigten Spannungen sind kleiner, so dass die Luftionisation geringer ist und damit auch weniger Ozonemissionen auftreten. Wenn es gelingt, mit den Emissionen knapp unter dem Grenzwert zu bleiben, werden diese Geräte von den Herstellern als „ozonfrei“ angepriesen. „Ozonarm“ wäre ehrlicher. Als Anfang 2013 die Kriterien für den Blauen Engel verschärft wurden, stellte die Bundesanstalt für Materialforschung und -prüfung fest, dass drei Viertel von den Ende 2012 im Handel erhältlichen Laserdruckern die neuen Grenzwerte nicht einhielten.

Wenn Sie zwei „ozonfreie“ Geräte in einem nicht allzu großen Büro betreiben, ist es so gut wie sicher, dass die Summe der Emissionen den Grenzwert überschreitet. Wobei Grenzwerte ohnehin industriefreundlich festgelegt werden, nicht nur in Deutschland.

Toner[Bearbeiten]

Laserdrucker arbeiten ebenso wie Kopierer mit sogenannten Trockentonern, die meist Ruß als schwarzes Farbpigment und bei bestimmten Sorten auch Schwermetalle wie Blei und Cadmium enthalten, mitunter also gesundheitsschädlich sein können. Die Umweltmediziner vom Freiburger Universitätsklinikum haben nachgewiesen, dass die Emissionen mancher Laserdrucker die DNA von Lungenzellen schädigen. In Studien an Copyshop-Angestellten in Indien konnte man DNA-Schäden in Zellen der Mundschleimhaut nachweisen.

Laserdrucker sind prinzipiell nie ganz „sauber“: Ein Teil des Toners wird durch das Ventilationssystem, welches zur Kühlung der internen Komponenten unersetzlich ist, aus dem Drucker geschleudert. Es gibt Feinstaubfilter zu kaufen, die außen am Drucker angebracht werden können. Bei privater Nutzung eines Druckers ist die austretende Tonermenge nach aktuellem Wissensstand unbedenklich. Wer viel druckt, sollte aber über eine Lüftung nachdenken.

Die Tonerstaubkörner sind um Größenordnungen kleiner als der normale Hausstaub. Wenn Sie Toner verschüttet haben, greifen Sie keinesfalls zum Staubsauger! Die mikroskopischen Tonerteilchen bleiben in normalen Filtern nicht hängen und werden vom Staubsauger großräumig in der Umgebung verteilt! Es gibt Spezialstaubsauger mit Feinstfilter. Wenn man so einen nicht hat, kann man den Toner mit feuchten Reinigungstüchern aufnehmen.

Bei unsachgemäßer Handhabung oder Schäden am Gerät können größere Tonermengen freigesetzt werden und auf die Schleimhäute, insbesondere die der Atemwege, oder auf die Haut wirken. Toner verändert bereits bei Körpertemperatur seinen Zustand und kann mit den Schleimhäuten verkleben. Abhusten geht dann nicht[1].

Bei privater Nutzung eines Druckers ist die austretende Tonermenge nach aktuellem Wissensstand unbedenklich. [2] Wer viel druckt, sollte aber über eine Lüftung nachdenken. Wenn Sie einen Papierstau beheben, werden Sie vielleicht Blätter mit losem Tonerstaub herausziehen. Werfen Sie die nicht gleich in den Papierkorb, sondern packen Sie die Blätter vorher behutsam staubdicht ein.

Servicetechniker sind den Schadstoffen besonders ausgesetzt, sie sollten unbedingt Atemschutz und Einweghandschuhe verwenden. Auch Privatleute sollten dies bedenken, wenn sie selbst mit Toner hantieren.

Wichtig: Tonerstaub darf generell nicht in die Umwelt gelangen. Leere Patronen sind Sondermüll! Leere Patronen werden von vielen Herstellern und manchen Händlern zurückgenommen. Wenn Sie nicht auf das eigenhändige Nachfüllen von leeren Tonerkassetten verzichten wollen, sollten Sie unbedingt Atemschutz und Einweghandschuhe verwenden.

Verschmutzungen[Bearbeiten]

Wenn Toner auf die Kleidung gelangt, diesen ausschütteln und herausklopfen (im Freien, Windrichtung beachten) und mit viel kaltem Wasser spülen, eventuell Spülmittel zusetzen. Achtung: Toner wird im Drucker durch Hitze fixiert. Den gleichen Effekt hat warmes Wasser: Es fixiert den Fleck für immer!

Fremdtoner[Bearbeiten]

Auch für Laserdrucker gibt es „kompatiblen“ Toner. Was für Tinte gilt, ist im Prinzip auch für Toner richtig: Die Herstellergarantie erlischt. Wegen unterschiedlicher Druckverfahren sind die Toner aus unterschiedlichen Grundstoffen hergestellt. Kyocera-Toner im HP-Drucker (oder umgekehrt) benötigt maximal drei Minuten, um den Drucker in Schrott zu verwandeln. Auch in der Körnung gibt es Unterschiede. „Normaler“ Toner in einem Drucker, der „Microtoner“ benötigt, kann verheerend wirken. Da es keine Norm gibt, wie groß die Tonerteilchen im Microtoner sein müssen, kann der für den einen Drucker hergestellte Microtoner für einen anderen Drucker zu grob oder zu fein sein. Wenn man trotzdem Fremdtoner verwenden will, sollte man nach Tests in Fachzeitschriften suchen und einen der getesteten Toner kaufen.

Eine Statistik vom Epson-Service stellt fest, dass die meisten zur Reparatur eingesandten Laserdrucker nicht defekt, sondern durch Fremdtoner verschmutzt sind. Die Reinigung ist sehr aufwendig (der Drucker muss komplett zerlegt werden). Beim Epson-Service darf der Kunde wählen zwischen Reinigung, Rücksendung (ungereinigt, Kosten für Überprüfung und Versand entstehen) oder fachgerechter Entsorgung (kostenlos). [3]

Justizministerium verschrottet 4033 Laserdrucker[Bearbeiten]

Nachdem drei Mitarbeiter des Amtsgerichts Burgwedel an Krebs erkrankt waren, untersuchte das Bremer Umweltinstitut die Drucker. Der Feinstaub-Grenzwert war bei den meisten Druckern überschritten. Ein Zusammenhang zwischen dem Feinstaub und den Krebserkrankungen konnte nicht bewiesen werden. „Zum Schutz und zur Beruhigung der Mitarbeiter“ hat das Niedersächsische Justizministerium die Drucker in allen Gerichten ausgetauscht[4].

Kompaktgeräte und modulare Geräte[Bearbeiten]

Es gibt zwei grundsätzliche Strategien für den Wechsel des Verbrauchsmaterials: Modulare und Kompaktgeräte.

Bei Kompaktgeräten werden Toner, Bildtrommel und Verschleißteile zu einer handlichen Baugruppe zusammengefasst. Wenn der Toner verbraucht ist, wird der „halbe Drucker“ gewechselt. Natürlich ist dieses ­„Austauschpaket“ erheblich teurer als es der Austausch nur einer Tonerpatrone wäre. Das „Restgerät“ enthält keine Verschleißteile und ist preiswert. Genau genommen wird der Anschaffungspreis über die Verbrauchsmaterialien subventioniert, wie wir das auch von den Tintendruckern kennen.

Modulare Geräte bestehen aus hochwertigen, langlebigen Baugruppen und gehören dadurch zu der teureren Kategorie. Die Bildtrommel ist langlebig. Erst nach sechs- bis zehnmaligem Tonerwechsel (also etwa nach 50 000 Seiten oder mehr) muss erstmals die Bildtrommel gewechselt werden. Das Auswechseln ist möglicherweise nicht einfach, und billig ist die Bildtrommel auch nicht. Trotzdem erreicht man mit diesem Druckertyp die mit Abstand geringsten Kosten pro Seite und die höheren Seitenzahlen pro Minute.

Kalkulieren Sie unbedingt Ihre Kosten mit dem Druckkostenrechner! Letztlich ist es eine Rechenaufgabe. So wie man beim Autokauf anhand der jährlich geplanten Kilometerzahl berechnet, ob sich ein teurerer Dieselmotor lohnt oder nicht, sollte man auch vor dem Kauf eines Druckers ­nachrechnen. In Abhängigkeit vom Druckaufkommen kann eine Firma durch Anschaffung eines teureren Modells viele Tausend Euro Folgekosten sparen!

Nur bei sehr geringem Druckaufkommen ist die Anschaffung eines preiswerten Druckers möglicherweise sinnvoll.

Betriebskosten[Bearbeiten]

Die Tonerdichte bestimmt die Menge an Toner, die beim Druck auf eine Seite aufgetragen wird. Eine Reduzierung um 5 % bis 20 % fällt im Ausdruck kaum auf. Konzeptdrucke sind auch bei 50 % Tonerdichte noch gut lesbar.

Die Bildtrommel ist meist mit Selen beschichtet. Selen ist wenig widerstandsfähig und je nach Druckermodell nach 50.000 bis 200.000 Seiten abgenutzt. Erst nach sechs- bis zehnmaligem Tonerwechsel (also etwa nach 50 000 Seiten oder mehr) muss erstmals die Bildtrommel gewechselt werden. Vielleicht ist das Auswechseln nicht einfach, und billig ist die Bildtrommel auch nicht. Trotzdem erreicht man mit diesem Druckertyp die mit Abstand geringsten Kosten pro Seite und die höheren Seitenzahlen pro Minute.

Nach Aussagen von Wartungstechnikern „stirbt“ allerdings ein erheblicher Teil von Bildtrommeln deutlich früher durch Büroklammern und andere kleine Gegenstände, die im Papierstapel enthalten sind. Das passiert besonders denjenigen Benutzern, welche einseitig bedrucktes Papier sammeln, um die Rückseiten für Konzeptausdrucke weiter zu verwenden. Im Bürostress passiert es immer wieder, dass die Blätter noch geklammert sind oder Aufkleber oder Korrekturstiftschichten oder andere Verschmutzungen haben. Jeder solche Fall kann zu einem Papierstau führen oder die Trommel ruinieren. Wenn man bedenkt, dass eine neue Trommel so viel kostet wie mehrere zehntausend Blatt Papier, lohnt sich das Risiko einer Mehrfachverwendung nicht.

Beim Bedrucken von Folien sollte man keinesfalls Haushaltsfolien oder Folien für Tintendrucker zu benutzen. Diese halten die hohen Temperaturen nicht aus und schmelzen. Das kostet Sie mindestens eine neue Bildtrommel.

Energiebedarf[Bearbeiten]

Während des Druckens ist der Energiebedarf hoch, denn der Toner wird mit hoher Temperatur in das Papier „eingebrannt“. Nach dem Druck reduzieren die Drucker den Energieverbrauch. Sehr alte Drucker halten ihr Heizelement auf mittlerer Temperatur, um die Vorwärmzeit bei einem neuen Druckauftrag zu reduzieren. Neue Drucker können ihr Heizelement viel schneller auf Betriebstemperatur bringen und schalten es deshalb in Stand-by ganz ab. Das spart radikal mit Energie. Ende 2009 ergab ein Test, dass die zehn energiesparendsten Einsteigerdrucker nur zwischen zwei und 12 Euro pro Jahr im Standby-Betrieb verbrauchen. [5].

Bei den zehn energieffizientesten Farblaserdruckern liegt der typische Stromverbrauch zwischen 1 und 4 kWh/Woche, was bei 15 Cent/kWh einem Jahresverbrauch von 7,5 bis 30 Euro ergibt[6][7].

Wartung[Bearbeiten]

Oft kommt es beim Tonerwechsel zu Verschmutzungen des Gerätes. Lesen Sie die Anleitung und gehen Sie überlegt vor! Sollten Sie Tonerstaub sehen, nehmen Sie ihn mit einem feuchten Reinigungstuch auf. Auch während des Betriebes gelingt es nie vollständig, den Austritt von feinem Tonerstaub zu verhindern, der sich unter anderem auf der Belichtereinheit absetzt. Lesen Sie in der Bedienungsanleitung nach, wie der Staub entfernt werden kann. Achten Sie darauf, dass die Bildtrommel während des Tonertauschs möglichst wenig dem Licht ausgesetzt wird.

Der Papiertransport erfolgt mit Gummiwalzen. Wegen der hohen Temperaturen können die Walzen spröde und rissig werden und müssen dann ausgetauscht werden.

[Bearbeiten]

Viele Unternehmen verwenden Banner-Seiten (Trennseiten, um mehrere Ausdrucke im Druckerfach unterscheiden zu können). Diese Banner-Seiten können in Unternehmen bis zu 20% der Tonerkosten erzeugen. In einer Studie der Firma Gartner Research wurde errechnet, dass ein Unternehmen mit 1.000 Mitarbeitern durch den Verzicht auf Banner-Seiten bis zu 1,6 Millionen Seiten jährlich sparen kann, was etwa 25.000 € entspricht. Um die Banner-Seiten überflüssig zu machen, bietet sich eine Benutzer-Authentifizierung auf allen Geräten an. Diese Benutzer-Authentifizierung könnte auf biometrischer Basis erfolgen. Durch diese Praxis wird zusätzlich Verbrauchsmaterial gespart, weil somit garantiert ist, dass alle Druckaufträge auch von den Anwendern abgeholt werden.

Farbdrucke[Bearbeiten]

Die Kosten für Farbdrucke sind etwa vier mal so hoch wie die für einen Standard Schwarz-Weiß-Druck. Der Grund hierfür liegt darin, dass Farblaserdrucker vier statt nur einer Tonerkartusche verwenden, nämlich Cyan, Magenta, Gelb und Schwarz. Farbdrucke können bis zu 20 Cent pro Ausdruck kosten. Ein 10-Seitiges Dokumente kann somit bis zu 2 Euro kosten. Die meisten Büromitarbeiter haben kein legitimes Bedürfnis für Farbdrucke. Was nicht heißen soll, dass keine Abteilung begründete Verwendungszwecke für Farbdrucke haben. Bestimmte Dokumente wie Grafiken und Diagramme müssen in Farbe gedruckt werden, damit man gut zwischen Zahlen und Spalten unterscheiden kann. Farbdrucker sind grundsätzlich nichts schlechtes, allerdings können die Druckkosten deutlich reduziert werden, wenn man darauf achtet, wo man diese Drucker platziert. Während ein Farbdrucker in der Werbeabteilung durchaus angemessen ist, reicht für die Buchhaltung in der Regel ein Schwarz-Weiß-Drucker. Es kann auch Sinn machen die Anwender in einer Rundmail darauf hinzuweisen, dass Farbdrucke nicht immer nötig sind. Zum Beispiel ist es in aller Regel nicht nötig, Power Point Präsentationen auszudrucken, da diese meistens am Bildschirm angesehen werden.

Einen Druckauftrag abbrechen ohne Stau[Bearbeiten]

Wie oft kommt es vor, dass man das falsche Dokument druckt oder das ganze lange Dokument druckt statt einiger ausgewählter Blätter. Mancher Anwender schaltet in so einem Fall den Drucker einfach ab. Das führt aber fast immer zu einem Papierstau. Der ist nicht nur stressig, sondern doppelt gefährlich. Die Papiertransportmechanik wird hoch belastet und verschleißt schneller. Schlimmer noch: Das Herausziehen verklemmter Seiten kann die fotoelektrische Schicht beschädigen. Langfristig betrachtet ist es günstiger, hin und wieder hundert unnütze Seiten zu drucken als den Drucker zu schädigen.

Den Stau kann man sich ganz leicht ersparen, indem man die Papierschublade herauszieht und ein paar Sekunden wartet. Der Drucker stoppt wegen Papiermangel, es gibt keinen Stau. Anschließend schaltet man den Drucker aus, löscht den Druckauftrag aus der Warteschlange, schaltet den Drucker wieder ein und schiebt die Papierkassette wieder hinein.


Quellen
  1. Gesundheitsgefährdung durch Toner http://de.wikipedia.org/wiki/Kopierer#Gesundheitsgef.C3.A4hrdung
  2. Keine Gesundheitsgefahr durch Toner in Privathaushalten http://www.bundestag.de/aktuell/hib/2009/2009_065/03.html
  3. Computerpartner 06/2006, S.17: 90% der eingesandten Drucker sind mit falschem Toner verschmutzt
  4. http://www.haz.de/Nachrichten/Der-Norden/Uebersicht/Justizministerium-laesst-4033-Drucker-verschrotten
  5. Die zehn sparsamsten SW-Laserdrucker ChannelPartner 47/09 S. 16
  6. Die zehn sparsamsten Farblaserdrucker ChannelPartner 09/2010 S. 42
  7. Energieeffiziente Geräte finden http://www.stromeffizienz.de/index.php?id=8827