Dermatologie: Sonnenlicht und Hautalterung

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UV- und Sonnenlicht[Bearbeiten]

Sonnenbrand[Bearbeiten]

Der Sonnenbrand ist eine entzündliche Rötung der menschlichen Haut durch kurzwellige Sonnenstrahlung, die zu Druckempfindlichkeit und Brandschäden führen kann. Besonders gefährdet sind die Schultern, wo es häufig zur Abschälung der oberen Hautschichten und in stärkeren Fällen zur Bildung von Brandblasen kommt. Auch Füße und Nase sind stark "exponiert". Entscheidend für die Entstehung des Sonnenbrandes ist auch der Hauttyp.

Hauttypen[Bearbeiten]

Phototyp 1. Rotblondes Haar, helle Augen, sehr heller Teint, häufig Sommersprossen, empfindliche Haut, bräunt selten. Eigenschutz bei Sonnenexposition 5 bis 10 Minuten. Phototyp 2. Blondes Haar, helle Augen, heller Teint, bräunt leicht. Eigenschutz bei Sonnenexposition 10 bis 20 Minuten. Phototyp 3. Braunes Haar, mittlerer Teint, weder helle noch dunkle Augen, bräunt gut. Eigenschutz bei Sonnenexposition 20 bis 30 Minuten. Phototyp 4. Dunkle Haare, dunkler Teint, gute Bräunung. Eigenschutz bei Sonnenexpositioncirca 45 Minuten. Der Hauttyp I ist ursprünglich Im Norden beheimatet, der Typ IV im Süden.

Entstehung[Bearbeiten]

Verursacht wird ein Sonnenbrand durch Ultraviolett-Anteile in der Sonnenstrahlung, wenn ihr die Haut längere Zeit ungeschützt ausgesetzt ist. Die natürliche Schutzzeit beträgt – je nach Pigmentierung ([Hauttyp) – etwa 10 bis 30 Minuten und kann durch Sonnencremes oder Öle auf das mehrfache ausgedehnt werden. Auch bei Bewölkung ist nach entsprechend längerer Zeit die Gefahr eines Sonnenbrands gegeben.

Sonnenbrand nach unvollständigem Schutz

Die Haut "gewöhnt" sich bis zu einem gewissen Grad an die Sonnenstrahlung, indem sie mehr braunes Pigment Melanin bildet. Daher kann man die Dauer des Sonnenbades innerhalb einiger Tage fast verdoppeln. Für die kurzfristige Bräunung der Haut (allerdings auch für Alterung und Faltenbildung) ist das UV-A verantwortlich ("nahes UV", Wellenlänge 320–400 nm), für die langfristige und den Sonnenbrand das UV-B (280–320 nm). Das noch kurzwelligere UV-C lässt die Atmosphäre nicht mehr durch.

Behandlung = UVA-Schutz[Bearbeiten]

Ein bereits eingetretener Sonnenbrand lässt sich durch verschiedene Maßnahmen lindern:

  • Kühlung mit feuchten Umschlägen und viel trinken
  • Kühlung durch Besprühen mit einer Wassersprühflasche und Ausnutzen der Verdunstungskälte
  • "After-Sun-Lotionen", Zinköl, Aloe und andere Pflegemittel.

Nach neueren Untersuchungen steigt die Gefahr von Hautkrebs mit der Zahl der erlittenen Sonnenbrände an.

Im Gebirge und am Wasser[Bearbeiten]

Da die energiereiche kurzwellige UV-Strahlung von der Erdatmosphäre nur teilweise ausgefiltert wird, wächst die Gefahr von Sonnenbrand in größerer Höhe: in 5 km Höhe hat man nämlich bereits die Hälfte der Luftmenge unter sich gelassen. Besonders kritisch ist es auf Schnee und Gletschern im Hochgebirge, wo sich die Gefahr des Sonnenbrands (aber auch von Augenschäden) schon unter 3000 m verdreifachen kann. Auch am Wasser verkürzt sich die Schutzzeit durch die von dort reflektierten Strahlen.

Bei Wind wird oft übersehen, dass seine kühlende Wirkung dem UV-Licht nichts von seiner Brandgefahr nimmt. Auch dünne Wolken mindern es nicht wesentlich. In jedem Fall empfiehlt sich, zu Beginn des Urlaubs eine Kopfbedeckung zu tragen, um einem Sonnenstich oder einem Hitzschlag vorzubeugen. Kleine Kinder sollen auch ein T-Shirt tragen, und die Sonnencreme schon eine halbe Stunde vorher aufgetragen werden.

Auch Pflanzen können durch Sonnenbrand Schäden erleiden. Es kommt zu Rissen an Baumstämmen, zum Loslösen der Rinde (Borke) oder zu Brandblasen auf Blättern. Die Blätter verfärben sich bald, rollen sich ein und sterben ab. An Weinreben werden diese Schäden gebietsweise Rauschbrand genannt, an einigen anderen Pflanzarten Fuchs.

Quellen[Bearbeiten]