Esperanto: Kapitel 8

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Die Reflexivpronomen[Bearbeiten]

1. Ein Pronomen ist reflexiv beziehungsweise heißt Reflexivpronomen (rückbezügliches Fürwort), wenn es sich innerhalb des Satzes auf dieselbe Person oder dasselbe Ding wie das Subjekt bezieht ohne selbst Subjekt zu sein.

Anmerkung: Im Deutschen kann es streng genommen nur in der dritten Person Reflexivpronomen geben, allerdings werden gerne auch die Pronomen der ersten und zweiten Person als reflexiv bezeichnet (mich, dich, uns, euch).

2. Die Personalpronomen der ersten und zweiten Person mi, ni und vi werden als Reflexivpronomen der ersten und zweiten Person verwendet. Dabei ist unmissverständlich festgelegt, dass das Reflexivpronomen der ersten Person sich nur auf den/die Sprecher und das der zweiten Person sich nur auf die angesprochene(n) Person(en) beziehen kann.

Mi vidas min. – Ich sehe mich. Die erste Person Singular sieht und sie wird gesehen (von sich selbst).
Vi diras al vi. – Du sprichst zu dir. Die zweite Person Singular spricht und wird angesprochen (von sich selbst).
Ni amuzas nin. – Wir amüsieren uns. Die erste Person Plural amüsiert und wird amüsiert (von sich selbst).

Anmerkung: Ins Deutsche übersetzt wird aus dem Reflexivpronomen ein Personalpronomen im Dativ, wenn eine Präposition das Pronomen einleitet.

3. Wenn ein Verb in der dritten Person steht, kann ein Pronomen der dritten Person sich auf das Subjekt beziehen oder auch nicht. Zum Beispiel: Er sieht einen Vogel nahe ihm – entweder ist der Vogel nahe dem Seher (Subjekt) oder einer anderen Person. Wenn solch ein Pronomen der dritten Person sich auf das Subjekt des Verbes bezieht, benutzt man im Esperanto ein spezielles reflexives Pronomen si (Akkusativ sin), welches sich (selbst) bedeutet.

Li amuzas sin. – Er amüsiert sich.
Arturo vidis birdon apud si. – Arthur sah einen Vogel neben sich.
Ŝi trovas florojn apud si. – Sie findet Blumen neben sich.
La tapiŝo havas diversajn kolorojn en si. – Der Teppich hat verschiedene Farben in sich.
La birdo kaŝas sin sub la folioj. – Der Vogel versteckt sich unter den Blättern.
Ili amuzas sin. – Sie amüsieren sich.
La viroj havas seĝojn apud si. – Die Männer haben Stühle neben sich.
La virinoj trovas florojn apud si. – Die Frauen finden Blumen neben sich.
Sub si la infanoj trovis molan tapiŝon. – Unter sich fanden die Kinder einen weichen Teppich.

Anmerkung: Aus der Tatsache, dass si sich immer auf das Subjekt des Verbes bezieht, folgt, dass es niemals selber Subjekt oder Teil des Subjektes des Verbes sein kann.

Reflexivverben[Bearbeiten]

4. Ein Verb mit einem Reflexivpronomen als direktes Objekt wird zuweilen Reflexivverb genannt aufgrund der Tatsache, dass einige Sprachen eine reflexive Form oder Zwischenform von Verben hatten oder noch immer haben, um eine auf sich selbst gerichtete Handlung des Subjekts auszudrücken, oder aber sie haben gewisse Verben, die hauptsächlich oder ausschließlich reflexiv benutzt werden.

Anmerkung: Beispielsweise in Griechisch etraponto (sie drehten sich selbst), Latein execeor (ich übe mich), Englisch I beware (ich hüte mich), Spanisch me alegro (ich freue mich), Französisch il s'arrête (er hält [sich an]), ...

Die reflexive Beugung eines Verbes ist deshalb wie folgend:

mi amuzas min (mi min amuzas) – ich amüsiere mich
vi amuzas vin (vi vin amuzas) – du amüsierst dich
li (ŝi, ĝi) amuzas sin (sin amuzas) – er (sie, es) amüsiert sich
ni amuzas nin (ni nin amuzas) – wir amüsieren uns
vi amuzas vin (vi vin amuzas) – ihr amüsiert euch
ili amuzas sin (ili sin amuzas) – sie amüsieren sich

Vokabeln[Bearbeiten]

Alfredo – Alfred
amuzi – amüsieren, unterhalten
antaŭ – vor, bevor (örtlich und zeitlich)
aparteni – angehören, gehören zu
griza – grau
marŝi – marschieren
Johano – Johann, Johannes
kaŝi – verstecken
komenci – beginnen, anfangen
laŭdi – loben
legi – lesen
libro – Buch
perdi – verlieren
skatolo – Schachtel, Box
strato – Straße
si – sich (Reflexivpronomen)

Leseübung[Bearbeiten]

  1. Johano kaj Alfredo amuzis sin en la ĝardeno.
  2. Johano kaŝis sin, kaj Alfredo trovis Johanon.
  3. Alfredo sin kaŝis en alta arbo, kaj Johano trovis Alfredon.
  4. Mario kaj Gertrudo sin kaŝis apud la floroj, kaj la knaboj trovis la knabinojn.
  5. La knabinoj ne volas perdi sin en la agrabla kampo.
  6. Johano komencis amuzi sin en luma ĉambro en la domo.
  7. La muro havas interesajn bildojn sur si.
  8. Tra la fenestro antaŭ si Johano rigardas la virojn kaj la virinojn sur la strato.
  9. Li havas molan grizan tapiŝon sub si, kaj ne volas seĝon.
  10. Li kaj Alfredo volis iri al la strato kaj amuzi sin.
  11. Ili iris al la pordo, kaj trovis ruĝan skatolon antaŭ si.
  12. En la skatolo estis libro, kaj Johano diris al si: „La libro ne apartenas al mi.“
  13. Li diris al Alfredo: „Ĉar ni trovis ĝin, mi volas legi la libron.“
  14. Virino antaŭ pordo komencis rigardi la knabojn, kaj ili diris al ŝi: „Ĉu la libro apartenas al vi? Ni trovis ĝin en skatolo.“
  15. La virino diris: „Jes, ni perdis ĝin, kaj mi dankas vin, ĉar vi donas al mi la skatolon kaj la libron.“
  16. Ŝi iris al la strato, kaj la knaboj iris al la domo.


Übersetzungsübung[Bearbeiten]

  1. Das Buch in der grauen Schachtel gehört mir nicht.
  2. Ich fand es vor mir, neben der Tür.
  3. Du begannst dich zu loben, aber ich lobe mich nicht (selbst).
  4. Sie versteckten sich, und ich stand nahe ihnen.
  5. Die Vögel sitzen auf den Baum, weil er reife Kirschen auf sich hat. (..., weil er reife Kirschen trägt.)
  6. Alfred amüsiert sich auf der Straße, wir aber mögen es, uns im Haus zu amüsieren.
  7. Die Bäume haben gute Früchte auf sich.
  8. Sie fand sich in einem schönen, hellen Raum (wieder).
  9. Der Teppich auf dem Boden hatte verschiedene Farben an sich, und die hohe Wand hatte Bilder an sich.
  10. Die Bilder haben Jungen und Mädchen in sich. (Die Bilder zeigen Jungen und Mädchen.)
  11. Das Buch gehört ihr, aber es fiel von der Schachtel.
  12. Der Tisch hat rote, blaue und gelbe Blumen auf sich. (Auf dem Tisch stehen...)
  13. Sahst du die Tauben neben den Blumen vor dir?
  14. Die Vögel sahen die Frucht auf dem Baum vor sich und flogen zu den Zweigen.
  15. Ich saß auf der Bank im Garten und fing an, ein interessantes Buch zu lesen.
  16. Sie versteckten sich in den Blättern und fingen an zu singen.
  17. Das Kind ist in einem angenehmen Raum.