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Ordnungsrelation – „Mathe für Nicht-Freaks“

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Ordnungen sind eine besondere Klasse binärer, homogener Relationen. Sie sind eine Verallgemeinerung der Ordnungsrelationen wie oder <, die du bereits für die Zahlbereiche , und kennst. Mit Hilfe von Ordnungsrelationen können Elemente einer Grundmenge ihrer Größe nach geordnet und miteinander verglichen werden.

Um eine Ordnung auf einer Menge zu definieren, reicht es, eine der beiden Relationen oder < zu definieren. Die jeweils andere Relation lässt sich dann mit den folgenden Beziehungen darauf zurückführen:

  • x<y genau dann, wenn xy und xy,
  • xy genau dann, wenn x<y oder x=y.

Ordnungsrelationen lassen sich umdrehen: so wird aus der Kleiner-Gleich-Relation die Grösser-Gleich-Relation und aus der Echt-Kleiner-Relation < wird die Echt-Größer-Relation >. In Listen im Internet kann in der Regel gewählt werden, ob die Ergebnisse aufsteigend oder absteigend sortiert werden sollten.

Ordnungsrelationen gibt es auch außerhalb der Zahlen. So sind beispielsweise die Wörter im Lexikon alphabetisch geordnet.

Totalordnung

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Transitivität: Aus ab und bc folgt ac

Totalordnungen sind direkte Verallgemeinerungen der Kleiner-Gleich-Relation auf den Zahlen. Genau wie andere binäre homogene Relationen wird die Totalordnung über ihre Eigenschaften bestimmt.

Frage: Welche Eigenschaft besitzt die Relation auf den Zahlbereichen , und ?

Eigenschaft der Relation Begründung
reflexiv Für alle x ist xx.
antisymmetrisch Aus xy und yx folgt x=y
transitiv Aus xy und yz folgt xz
linear Für alle reellen Zahlen x und y ist xy oder yx
nicht irreflexiv Diese Relation ist reflexiv und die Grundmenge ist nicht leer
nicht symmetrisch Gegenbeispiel: Es ist 2342 aber 42≰23 und damit kann die Relation nicht symmetrisch sein

Eine Relation ist dann eine Totalordnung, wenn sie diejenigen vier Eigenschaften hat, die auch die Kleiner-Gleich-Relation für die Zahlen besitzt:

Definition (Totalordnung)

Eine Totalordnung auf M ist eine binäre und homogene Relation auf der Grundmenge M, die folgende Eigenschaften besitzt:

  • xM:xx (Reflexivität)
  • x,yM:xyyxx=y (Antisymmetrie)
  • x,y,zM:xyyzxz (Transitivität)
  • x,yM:xyyx (Linearität)

Da eine Totalordnung die direkte Verallgemeinerung der Ordnung auf der Zahlengeraden ist, welche eine „Linie“ ist, wird eine Totalordnung auch lineare Ordnung genannt.

Hinweis

In der Mathematik wird das Adjektiv „linear“ mehrfach verwendet. So kennst du „lineare Funktionen“ aus der Schule und in der linearen Algebra gibt es den Begriff der „linearen Abbildung”. Diese Begriffe haben aber nichts mit dem Begriff der „linearen Ordnung“ zu tun!

Beispiel (Totalordnung)

  • Die xy Relation auf der Grundmenge ist eine Totalordnung.
  • Die xy Relation auf der Grundmenge ist eine Totalordnung.
  • Die xy Relation auf der Grundmenge ist eine Totalordnung.
  • Die alphabetische Ordnung der Wörter in einem Lexikon ist eine Totalordnung

Die Ordnungen auf den Zahlbereichen , und sind zwar alle Totalordnungen, aber sie unterscheiden sich auch! So hat ein kleinstes Element, nämlich die 1, aber weder noch haben ein kleinstes Element. In gibt es zwischen zwei verschiedenen Elementen xy mit xy immer ein weiteres Element z mit zx, zy und xzy. Das gilt für und nicht.

Satz

Sei eine Totalordnung auf der Menge M und AM eine Teilmenge von M. Dann ist die Einschränkung von auf A eine Totalordnung auf A.

Beweis

Die Einschränkung von auf A ist {x,yA|xy}. Die vier Eigenschaften der Totalordnung auf M gelten natürlich auch für die Teilmenge AM. Also ist {x,yA|xy} eine Totalordnung auf A.

Wie bereits gesagt, ist auch die Umkehrung einer Totalordnung wieder eine Totalordnung:

Aufgabe: Sei eine Totalordnung. Beweise, dass dann auch die konverse Relation definiert durch xy:yx eine Totalordnung ist.

Beweisschritt: ist reflexiv

Wir müssen beweisen, dass für alle x aus der Grundmenge xx gilt. Nun gilt xx nach Definition genau dann, wenn xx ist. Wir wissen aber bereits, dass reflexiv ist, und damit auch, dass xx für alle x gilt. Es folgt die Reflexivität von .

Beweisschritt: ist antisymmetrisch

Auch dies folgt aus der Antisymmetrie von . Für gilt nämlich xyyxx=y. Setzen wir xyyx ein, folgt yxxyx=y für alle x und y der Grundmenge. Dies ist die Antisymmetrieeigenschaft von .

Beweisschritt: ist transitiv

Sei xy und yz. Nach Definition ist dann yx und zy. Es folgt zx aus der Transitivität von . Damit gilt aber auch xz nach der Definition von . Ingesamt haben wir so xyyzxz gezeigt und damit die Transitivität von .

Beweisschritt: ist linear

Von wissen wir bereits, dass es linear ist. Also gilt für zwei x und y: xy oder yx. Nach Definition von gilt dann auch für alle x und y: yx oder xy. Dies ist die Linearitätseigenschaft von .

Definition (Weitere Ordnungsrelationen auf Grundlage der Totalordnung)

Sei eine Totalordnung auf der Grundmenge M. Dann sind die weiteren Ordnungsrelationen < und > auf M folgendermaßen definiert:

  • x<y:xyxy
  • x>y:y<x

Während ebenfalls eine Totalordnung ist, ist das bei < und > nicht der Fall. Diese beiden Relationen sind strikte Totalordnungen:

Strikte Totalordnung

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Analog zur Totalordnung, soll auch die Relation < die Kleiner-Relation der reellen Zahlen verallgemeinern. Wenn eine Relation das tut, nennt man sie strikte Totalordnung. Welche Eigenschaften muss nun aber < besitzen, um als strikte Totalordnung zu gelten?

Frage: Welche Eigenschaften besitzt die Relation < auf den Zahlbereichen , und  ?

Eigenschaft der Relation < Begründung
irreflexiv Für alle x ist xx.
antisymmetrisch Ist x<y, so folgt automatisch yx. Damit kann x<y und y<x nie gleichzeitig auftreten. Somit ist die Implikation x<yy<xx=y stets wahr, weil die Prämisse x<yy<x stets falsch ist (siehe Abschnitt zur Implikation).
asymmetrisch Die Kleiner-Relation ist antisymmetrisch und irreflexiv.
transitiv Aus x<y und y<z folgt x<z.
konnex Für zwei verschiedene Zahlen x und y gilt entweder x<y oder y<x.
trichotom Die Kleiner-Relation ist asymmetrisch und konnex.
nicht linear Für die Zahlen x=1 und y=1 gilt weder x<y noch y<x.
nicht reflexiv Es ist beispielsweise 11.
nicht symmetrisch Es ist beispielsweise 23<42, aber nicht auch 42<23.

Aus dem Abschnitt zu den Eigenschaften binärer Relationen wissen wir, dass eine binäre Relation genau dann trichotom ist, wenn sie gleichzeitig irreflexiv, asymmetrisch, konnex und antisymmetrisch ist. Dementsprechend müssen wir von einer binären Relation nur die Trichotomie und die Transitivität fordern und es folgt dann bereits, dass diese Relation genau dieselben Eigenschaften wie die Echt-Kleiner-Relation besitzt. Deswegen wählen wir die Trichotomie und die Transitivität als die charakteristischen Eigenschaften einer strikten Totalordnung:

Definition (strikte Totalordnung)

Eine binäre und homogene Relation < auf der Grundmenge M heißt strikte Totalordnung, wenn < folgende Eigenschaften besitzt:

  • x,y,zM:x<yy<zx<z (Transitivität)
  • x,yM:x<y ˙ x=y ˙ y<x (Trichotomie)

Das Symbol ˙ ist dabei die Kontravalenz, also die Entweder-Oder-Verknüpfung zwischen Aussagen. Wir zeigen nun, dass die mit Hilfe einer Totalordnung definierte Relation < eine strikte Totalordnung ist.

Satz

Sei eine Totalordnung auf M und die Relation < wie folgt definiert: x<y:xyxy. Dann ist < eine strikte Totalordnung auf M.

Beweis

Zu zeigen ist, dass < transitiv und trichotom ist.

Beweisschritt: < ist transitiv

Gelte x<yy<z. Nach Definition von < gilt dann: (xyxy)(yzyz). Mit der Transitivität von folgt xz. Weiterhin folgt aus xy mit der Antisymmetrie von ¬(xy)¬(yx). Da xy gilt, muss ¬(yx) gelten. Wäre nun x=z, würde daraus ¬(yz) folgen - Widerspruch! Also gilt xz. Insgesamt haben wir xzxz gezeigt, was nach Definition von < gerade x<z ist.

Beweisschritt: < ist trichotom

Gelte x=y, dann gilt nach Definition von < weder x<y noch y<x. Gelte nun xy. Mit der Linearität von gilt xyyx. Wegen der Antisymmetrie von kann aber wegen xy nicht beides gelten, also: xy˙yx. Daraus folgt x<y˙y<x. In beiden Fällen gilt also x<y˙x=y˙y<x.

Aufgabe: Sei eine Totalordnung. Beweise, dass dann auch die Relation > definiert durch x>y:yxyx eine strikte Totalordnung ist.

Sei eine Totalordnung auf M. Wie im vorigen Abschitt gezeigt ist dann auch mit xy:yx eine Totalordnung auf M. Die Definition von > lässt sich wie folgt umschreiben: x>y:yxxy, also gilt x>yxyxy. Nunmehr folgt der Beweis genauso wie eben für < gezeigt.

Sobald eine strikte Totalordnung < definiert wurde, können ähnlich wie bei der Totalordnung weitere Ordnungsrelationen auf < zurückgeführt werden:

Definition (Weitere Ordnungsrelationen auf Grundlage der strikten Totalordnung)

Sei < eine strikte Totalordnung auf der Grundmenge M. Dann sind die weiteren Ordnungsrelationen , und > auf M folgendermaßen definiert:

  • xy:x<yx=y
  • xy:y>xx=y
  • x>y:y<x

Aufgabe: Sei < eine strikte Totalordnung. Beweise, dass dann auch die Relation definiert durch xy:y<xy=x eine Totalordnung ist.

Zu zeigen ist, dass reflexiv, antisymmetrisch, transitiv und linear ist.

Beweisschritt: ist reflexiv

Es gilt x=x, also auch xx.

Beweisschritt: ist antisymmetrisch

Gelte xyyx. Nach Definition von gilt dann: (x<yx=y)(y<xy=x). Wegen der Trichotomie von < können aber nicht x<y und y<x gemeinsam gelten oder eine der beiden Ungleichungen zusammen mit der Gleichung, also folgt x=y.

Beweisschritt: ist transitiv

Gelte xyyz. Dann gilt nach Definition von (x<yx=y)(y<zy=z). Ist x=y folgt x=z, also gilt xz. Ist y=z, folgt ebenfalls x=z und damit xz. Gelte also xy und yz. Dann gelten x<y und y<z und mit der Transitivität von < folgt x<z und somit auch xz.

Beweisschritt: ist linear

Mit der Trichotomie von < gilt entweder x<y oder x=y oder y<x. Im ersten Fall gilt xy, ebenso im zweiten Fall. Im zweiten Fall gilt zusätzlich yx. Im dritten Fall gilt y. Insgesamt gilt xyyx.

Die Beweis, dass eine Totalordnung ist verläuft analog.

Aufgabe: Sei < eine strikte Totalordnung. Beweise, dass dann auch die Relation > definiert durch x>y:y<x eine strikte Totalordnung ist.

Zu zeigen ist, dass > transitiv und trichotom ist.

Beweisschritt: > ist transitiv

Sei x>yy>z. Nach Definition von > gilt dann auch: y<xz<y. Mit der Transitivität von < folgt daraus z<x, also gilt x>z.

Beweisschritt: > ist trichotom

Es gilt x>y˙x=y˙y>x. Nach Definition von > folgt daraus: y>x˙x=y˙x>y, das ist die Trichotomie von >.

Aufgabe: Sei eine Totalordnung auf der Menge M und < wie üblich definiert. Zeige:

x,yM:(x<yyx)

Beweis:

Gilt x<y, so gilt nach Definition xy und xy. Aus xy folgt wegen der Antisymmetrie xyyx. Da xy nicht gilt, muss yx gelten. Gelte nun yx. Dann folgt mit der Linearität xy. Gälte x=y, dann folgte mit der Reflexivität yx ↯. Also gilt xy und insgesamt folgt x<y.

Aufgabe: Sei eine transitive binäre Relation auf der Menge M und < wie üblich definiert. Zeige: Gilt x,yM:(x<yyx), so ist eine Totalordnung auf M.

Beweis:

Mit der Definition von < lautet die Voraussetzung:

()xyxyyx

Da transitiv ist, sind nur noch die drei anderen Eigenschaften zu zeigen.

Beweisschritt: Reflexivität

Für den Spezialfall y=x ist die linke Seite von (*) immer falsch. Also ist auch die rechte Seite falsch und es gilt die Reflexivität: xx.

Beweisschritt: Antisymmetrie

Gelte xyyx. Dann ist (*) nur wahr, wenn x=y gilt. Das zeigt die Antisymmetrie.

Beweisschritt: Linearität

Gilt yx, dann gilt auch xyyx, also die Linearität. Gelte nun yx. Dann liefert (*) xyxy, also ebenfalls die Linearität.

Also ist eine Totalordnung. ✔

Zusammenhang von strikter Totalordnung zur Totalordnung

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In den vorherigen beiden Abschnitten haben wir dargelegt, wie man aus einer Totalordnung und einer strikten Totalordnung einer Menge die jeweils andere Ordnung definieren kann. Es fehlt aber noch der Beweis, dass beide Wege gleichwertig sind, dass es also egal ist, welchen Weg man geht. Um dies zu zeigen, muss Zweierlei gezeigt werden:

  1. Sei 1 eine Totalordnung, von der man die strikte Totalordnung < über x<y:x1yxy bildet. Wenn man nun wieder die von < induzierte Totalordnung 2 über x2y:x<yx=y bildet, dann müssen die beiden Relationen 1 und 2 identisch sein. Es muss also gelten x2yx1y.
  2. Analoges muss gelten, wenn man bei einer strikten Totalordnung <1 beginnt und über den Zwischenschritt der von <1 induzierten Totalordnung die von induzierte strikte Totalordnung <2 bildet: x<2yx<1y.

Beweis

Sei 1 eine Totalordnung und 2 definiert über x2y:x<yx=y, wobei < definiert ist über x<y:x1yxy.

Beweisschritt: x2yx1y

Es gilt:

x2y 𝖣𝖾𝖿𝗂𝗇𝗂𝗍𝗂𝗈𝗇𝗏𝗈𝗇𝟤x<yx=y x<yx1yxy(x1yxy)x=y 𝖣𝗂𝗌𝗍𝗋𝗂𝖻𝗎𝗍𝗂𝗏𝗀𝖾𝗌𝖾𝗍𝗓:(AB)C(AC)(BC)(x1yx=y)(xyx=y) A¬A𝗂𝗌𝗍𝖾𝗂𝗇𝖾𝖳𝖺𝗎𝗍𝗈𝗅𝗈𝗀𝗂𝖾(𝗂𝗆𝗆𝖾𝗋𝗐𝖺𝗁𝗋)(x1yx=y)𝖶 A𝖶Ax1yx=y 1𝗂𝗌𝗍𝗋𝖾𝖿𝗅𝖾𝗑𝗂𝗏x1y

Den letzten Beweisschritt wollen wir näher ausführen: Um die Äquivalenz x1yx1yx=y zu zeigen, müssen wir die beiden Implikationen x1yx1yx=y und x1yx=yx1y beweisen. Die erste Implikation ist klar, weil AAB unabhängig von der Aussage B stets wahr ist. Wenn wir in der zweiten Implikation mit der Prämisse x1yx=y starten, dann ist einer der beiden Fälle x1y und x=y wahr. In beiden Fällen gilt x1y, denn im ersten Fall gilt es sowieso und im zweiten Fall folgt es aus der Reflexivität von 1.

Sei nun <1 eine strikte Totalordnung. Sei die von <1 induzierte Totalordnung mit xyx<1yx=y. Sei wiederum <2 definiert über x<2yxyxy.

Beweisschritt: x<2yx<1y

Es gilt:

x<2y 𝖣𝖾𝖿𝗂𝗇𝗂𝗍𝗂𝗈𝗇𝗏𝗈𝗇<𝟤xyxy[0.3em] xyx<1yx=y(x<1yx=y)xy 𝖣𝗂𝗌𝗍𝗋𝗂𝖻𝗎𝗍𝗂𝗏𝗀𝖾𝗌𝖾𝗍𝗓:(AB)C(AC)(BC)(x<1yxy)(x=yxy) A¬A𝗂𝗌𝗍𝗂𝗆𝗆𝖾𝗋𝖿𝖺𝗅𝗌𝖼𝗁(𝖥)(x<1yxy)𝖥 AFA𝗂𝗌𝗍𝖾𝗂𝗇𝖾𝖳𝖺𝗎𝗍𝗈𝗅𝗈𝗀𝗂𝖾(x<1yxy) <1𝗂𝗌𝗍𝗂𝗋𝗋𝖾𝖿𝗅𝖾𝗑𝗂𝗏x<1y

Halbordnung

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Es gibt Relationen, die bis auf die Linearität alle Eigenschaften der Totalordnung erfüllen. Damit verhalten sie sich fast wie Totalordnungen. Jedoch können bei diesen Relationen nicht alle Paare von Elemente der Grundmenge miteinander verglichen werden. Diese Relationen werden Halbordnungen oder partielle Ordnungen genannt (eben weil diese Ordnungen nur „zur Hälfte“ Totalordnungen sind):

Definition (Halbordnung)

Eine Halbordnung RM×M ist eine binäre und homogene Relation auf der Grundmenge M, die folgende Eigenschaften besitzt:

  • reflexiv
  • antisymmetrisch
  • transitiv

Beispiel (Halbordnung)

  • Die Ist-Teiler-von-Beziehung auf ist eine Halbordnung.
  • Die Teilmengenbeziehung auf jeder Menge von Mengen ist eine Halbordnung.

Aus der Definition folgt, dass jede Totalordnung eine Halbordnung ist. Aber nicht jede Halbordnung ist eine Totalordnung.

Aufgabe: Gib ein Beispiel für eine Halbordnung an, die keine Totalordnung ist.

Die Teilmengenbeziehung auf der Potenzmenge 𝒫({1,2})={,{1},{2},{1,2}} ist eine Halbordnung, aber keine Totalordnung. So gilt für die Mengen {1} und {2} weder {1}{2} noch {2}{1} und damit ist keine totale Relation.

Quasiordnung

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Quasiordnungen sind sowohl Verallgemeinerungen der Halbordnung als auch der Äquivalenzrelation

Noch allgemeiner sind Quasiordnungen, auch Präordnungen genannt. Bei ihnen wird die Antisymmetrie nicht mehr verlangt.

Definition (Quasiordnung)

Eine Quasiordnung RM×M ist eine binäre und homogene Relation auf der Grundmenge M, die folgende Eigenschaften besitzt:

  • reflexiv
  • transitiv

Beispiel (Quasiordnung)

  • Die Ist-Teiler-von-Beziehung xy auf ist eine Quasiordnung.

Diese Relation ist nicht antisymmetrisch, denn es gilt beispielsweise 33 und 33 aber nicht 3=3. Auf dagegen ist die Relation | eine Halbordnung.

Der Begriff der Quasiordnung verallgemeinert nicht nur den der Halbordnung, sondern zugleich auch den der Äquivalenzrelation.

Nachweis von Ordnungsrelationen

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Wenn du die Aufgabe hast zu entscheiden, ob eine gegebene Relation eine Totalordnung bzw. eine Halbordnung ist, so musst du schauen, ob diese Relation alle notwendigen Eigenschaften für diese Art von Relation erfüllt. Der folgende Entscheidungsbaum demonstriert dir die Vorgehensweise:

Entscheidungsbaum zum Nachweis von Ordnungsrelationen
Entscheidungsbaum zum Nachweis von Ordnungsrelationen

Beispielaufgabe

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Aufgabe

Ist die Relation „x ist eine Teilmenge von y“ auf der Grundmenge 𝒫(), der Menge aller Teilmengen von , eine Halbordnung bzw. eine Totalordnung?

Lösung

Hier kannst du schrittweise vorgehen:

Beweisschritt: Ist die Relation reflexiv?

Ja, die Relation ist reflexiv, denn jede Menge ist nach Definition eine Teilmenge von sich selbst (Für alle Mengen M gilt MM).

Beweisschritt: Ist die Relation antisymmterisch?

Ja, die Relation ist antisymmetrisch, weil aus AB und BA die Gleichheit A=B folgt.

Beweisschritt: Ist die Relation transitiv?

Ja, die Relation ist transitiv, weil aus AB und BC die Beziehung AC folgt.

Beweisschritt: Ist die Relation linear?

Nein, die Relation ist nicht linear. So ist weder {1,2,3}{4,5,6} noch ist {4,5,6}{1,2,3}.

Beweisschritt: Ist die Relation eine Halbordnung bzw. eine Totalordnung?

Da die Relation reflexiv, antisymmetrisch und transitiv ist, ist sie eine Halbordnung. Da die Relation aber nicht linear ist, ist sie keine Totalordnung.