Traktorenlexikon: Dexheimer

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Dexheimer 508 Si

Seit 1967[1] werden Dexheimer Schmalspurtraktoren für Sonderkulturen (Wein- und Obstbau) und kommunale Anwendungen gefertigt. Der Hersteller ist die Maschinenfabrik Dexheimer GmbH mit Standort Wallertheim im Weinbaugebiet Rheinhessen in Rheinland-Pfalz. Sie gehört zur Dexheimer Gruppe[2], welche noch die Georg Dexheimer GmbH & Co KG einschließt, ein Handelsbetrieb für Agrar-, Weinbau- und Kellereitechnik. Der Handelsbetrieb ist auch Importeur für Gregoire-Traubenvollernter und SUTTER-Weinpressen. Seine Bereiche sind Vertrieb, Serviceleistungen und Ersatzteilversorgung.

Geschichte[Bearbeiten]

  • 1885 Gründung der Firma Dexheimer-Landmaschinen in Wallertheim durch den 26-jährigen Georg Dexheimer.[3]
  • 1886 Bau eines Geschäftshauses in der Wallertheimer Straße und Beginn der Reparaturarbeiten an landwirtschaftlichen Geräten und Maschinen.
  • 1889 Aufbau eines Handelsgeschäfts für Landmaschinen und Geräte.
  • 1910 Neubau eines Landmaschinenproduktions- und -reparaturbetriebs in der Bahnhofstraße in Wallertheim - einem Teil des heutigen Betriebsgeländes.
  • 1915 Entwicklung einer mechanischen Traubenmühle und Beginn der Produktion von Traubenmühlen.
  • 1918 Entwicklung und Produktion von Korb-Spindelpressen für die Traubenverarbeitung.
  • 1919 Erweiterung der Produktionskapazitäten und Bau einer Wagnerei, Beginn der Herstellung von Acker- und Leiterwagen.
  • 1920 Beginn der Produktion von Kartoffelmühlen zur besseren Betriebsauslastung und größerer Unabhängigkeit vom Weinbau. Übernahme von Generalvertretungen für Fahr und IHC.
  • 1921-1924 Neubau einer Kelterproduktionshalle und eines Ladengeschäfts für landwirtschaftliche Bedarfsartikel.
  • 1938 Entwicklung der ersten hydraulischen Doppelkorbpresse für Weintrauben.
  • 1958 Entwicklung von selbstfahrenden Pflanzenschutzgeräten für Sonderkulturen.
  • 1959 Produktionsbeginn Schädlingsbekämpfungsgeräte und Entwicklungsarbeiten für Pflanzenschutzgeräten der Firma Hako.
  • 1960 Kompletter Betriebsneubau und Kapazitätserweiterung in der Wallertheimer Bahnhofstraße.
  • 1961 Lizenzvergabe für Pflanzenschutzgeräte an die Firma Hako.
  • 1961 Entwicklung des ersten vollhydraulisch verstellbaren Weinbergkultivators (GEDEWA-Spatz).
  • 1963 Lizenzvergabe Kultivatorbau an die Fa. RABE-Werke, Osnabrück; Entwicklung von Rebenhäckselgeräten LEEP und REZ sowie Lizenzvergabe an die Fa. Scheppach Ichenhausen.
  • 1966 Der DEXHEIMER Allrad 222 kommt auf den Markt.
  • 1968 Lizenzvergabe für Allradschmalspurschlepper an die Firma Bungartz&Peschke. Neubau des Traktoren-Produktionsbetriebs am Wallertheimer Bahnhof.
  • 1970 Neuentwicklung der Schmalspur-Traktoren-Baureihe 222 und 345.
  • 1978-1982 Umfangreiche Forschungs- und Entwicklungsarbeiten auf dem Gebiet hydrostatischer Fahrantriebe für Traktoren und Geräteträger. Bau des ersten vollhydrostatischen Traubenvollernter-Selbstfahrers deutscher Produktion. Entwicklung eines vollhydrostatischen Spezial-Schmalspurschleppers in der Leistungsklasse 80PS - 240PS für Sonderkultureinsätze bei minimalen Maschinenabmessungen (Außenbreite ab 1080mm)
  • 1985 Entwicklung und Markteinführung der SC - Schmalspurschlepper Compaktklasse.
  • 1994 Umfangreiche Forschungs- und Entwicklungstätigkeiten auf dem Gebiet der ergonomischen Gestaltung von Schmalspurtraktoren. Untersuchungen zur Realisierung der Modul- und Plattform-Bauweise im Schmalspurschlepper-Bereich.
  • 1995 Neueinführung der Serie 300 Si.
  • 2000 Markeinführung der Serie 400 Si.
  • 2006 Präsentation der Serie 500 Si

Typen[Bearbeiten]

1965 - 1978[Bearbeiten]

Dexheimer ALLRAD (Motor: Farymann S)

Als in den 1960er Jahren die Mechanisierung im Weinbau begann, gab es auf dem deutschen Markt keine starre Schmalspurtraktoren mit Allradantrieb. Allradantrieb war aber Voraussetzung um die Weinberge in der hügeligen Umgebung von Wallertheim maschinell zu bewirtschaften und Knicklenker waren nicht so beliebt. So begann man ab 1965 bei Dexheimer einen Traktor für diesen Aufgabebereich zu entwickeln. 1966 wurde dann der ALLRAD 222 vorgestellt. Er hatte eine Spurweite von 680 mm und war für Arbeit an Hängen mit einer Steigung bis zu 50 % konzipiert. 1969 kam dann mit dem ALLRAD 345 ein Modell mit einem Dreizylinder-Motor hinzu. In den folgenden Jahren wurden die Modelle mit unterschiedlichen Motoren ausgestattet. Dies führte zu unterschiedlichen Leistungen beim gleichen Typ. Deshalb wurde von einigen Händlern gewünscht, dass die Leistung aus der Bezeichnung ersichtlich ist. Darauf hin wurde der ALLRAD 222 auch unter den Bezeichnungen ALLRAD 232 (32 DIN PS) bzw. ALLRAD 236 (36 SAE PS) angeboten.

1976 - 1986[Bearbeiten]

ALLRAD 345 N
ALLRAD 370 Turbo

Ab 1976 wurden dann Typen mit unterschiedlichen Radständen gefertigt. Aus dem ALLRAD 345 wurde der ALLRAD 345 N (normal) mit einem Radstand von 2060 mm. Hinzu kamen die Varianten S (schmal) mit geringerer Spurweite und einem Radstand von 1860 mm. Des weiteren gab es die Varinate SK (schmal kurz) mit einem Radstand von 1720 mm. Die Bezeichnungen N, S, SK sind bei der Aufschrift auf der Motorhaube nicht enthalten. Da im Gewächshausbau sehr kompakte und wendige Traktoren gefragt waren, kürzte der niederländische Importeur den ALLRAD 345 SK, indem er den Kraftstofftank nach hinten verlegte. Später wurde dann von Dexheimer eine verkürzte Ausführung mit dem Zusatz K (kurz) und einem Radstand von 1560 mm angeboten. Dies wurde realisiert, indem man die Batterien hinter den Schleppersitz verlagerte. Man bot auch eine Variante mit Hinterradantrieb (HINTERRAD) an, doch die Nachfrage war sehr gering.

Auf Grundlage der neuen 345 Serie wurde mit dem entsprechenden Zweizylindermotor von MWM (D327-2: 35 DIN PS/40 SAE PS) die Serien 240 entwickelt. Der “ALLRAD 222 (232/236)“ wurde weiter produziert. Doch wegen des geringfügigen Leitungsunterschied von 32 PS zur neuen 240 Serie mit 35 PS, wurde dessen Nachfrage immer geringer. Somit wurde 1978 die Produktion eingestellt.

Die Nachfrage nach leistungsstärkeren Traktoren wurde immer größer, somit wurde ab 1977 auch in dem "ALLRAD 345 N" der baugleiche Trubo-Motor (TD327-3: 65 DIN PS/70 SAE PS) verbaut. Er wurde unter der Bezeichnung „ALLRAD 370 turbo“ ins Programm aufgenommen.

Um die Kunden der unteren Leistungsklasse nicht zu verlieren, wurde 1980 ein preisgünstiges Einstiegsmodell entwickelt. Somit gab es erneut einen ALLRAD 222 mit nun 28 PS.

Im Jahre 1985 bekamen die Dexheimer Traktoren ein anderes Aussehen, da Hella die Produktion der runden Scheinwerfer aus dem Programm nahm. Somit wurden bei allen Typen auf rechteckige Scheinwerfer umgestellt. Auch die Blinkleuchten vorne waren von nun an in eckiger Ausführung.

  • ALLRAD 370 turbo (anlegen) (65 PS, 1977-1986)
  • ALLRAD 370 K turbo (anlegen) (65 PS, 1977-1986)

1985 - 1995 Kompaktklasse SC[Bearbeiten]

Dexheimer 250 SC
Dexheimer 360 SC

Im Jahre 1985 wurde die Modellreihe SC (Schmal-Compakt) vorgestellt [3] und Anfang des Jahres 1986 ging sie dann in Serie. Eine der Neuerungen war die Vorderachse, welche zusammen mit dem schweizer Getriebehersteller Devon entwickelte wurde. Durch Doppelkreuzgelenke wurde ein Lenkeinschlag von bis zu 50° erzielt. In den Naben der Vorderräder wurden Planetengetriebe verbaut um die Kräfte im Antriebsstrang zu reduzieren. Serienmäßig wurden die SC-Typen mit vollsynchronisierten Getriebe und lastschaltbarer Zapfwelle der Firma Devon ausgestattet. Die Modelle 222 SC, 240 SC, 345 SC und 370 SC turbo wurden von der vorherigen Serie abgeleitet. Hinzu kam der 342 SC, um den Bereich zwischen 35 PS und 50 PS abzudecken. Auch gab es weiterhin Typen mit verkürztem Radstand für den Gewächshausbau, den 342 C, den 345 C und den 370 C turbo. Des weiteren kamen zwei neu Typen, der 250 SC und der 360 SC mit wassergekühlten Motoren hinzu. Auf Grund des Kühlers bekamen diese Typen eine komplett neue Motorhaube, wodurch sie sich von den restlichen Typen im Aussehen stark unterscheiden. Die Traktoren 360 SC und 370 SC turbo wurden auch mit einer größeren Spurweite als Plantagentraktoren gefertigt. Sie erhielten die Bezeichnung 360 PC und 370 PC turbo.

Bis ins Jahre 1995 wurde die Kompaktklasse SC produziert.

Serie 300 Si[Bearbeiten]

380 Si

Mit den beiden 300-Si-Modellen begann 1995 die Fertigung von Schmalspurschleppern mit serienmäßiger klimatisierter Plattformkabine (Integral).[3] Weiter Neuerungen waren Load sensing Steuergerätetechnik, elektronischer Hubwerksregelung mit Schwingungstilgung, 56° Lenkeinschlag, elektro-hydraulischen Komfortschaltungen, Bordinformationssystem

Serie 400 Si[Bearbeiten]

480 Si

Die vier Modelle der Serie 400 Si wurden dann ab Ende 2000 gefertigt.[3] Dabei wurde auf 4-Zylinder-Motoren umgestellt. Einführung der Schwingungstilgungseinrichtung in Verbindung mit der BOSCH EHR 6 (elektronischen Krafthebersteuerung). Entwicklung und Angebot von TCC (Tractor-Clutch-Control) und TCR (Tractor-Clutch-Reverse) = automatisierte Fahrkupplung und automatisierte Wendeschaltung zu Dexheimer Traktoren. 2004 Markteinführung der gefederten Lenktriebachse mit Niveauregulierung.

Serie 500 Si[Bearbeiten]

Ab 2007 werden Schlepper der Serie 500 Si produziert. 2008 gibt es technische Neuerungen (Profi-Line)und das Modell 510 Si kommt hinzu.

Die Baureihe 500 ist die letzte Baureihe die gebaut wurde, Ende 2012 wurden die letzen 2 Traktoren ausgeliefert. Die Fertigung der Traktoren wurde eingestellt.

Literatur[Bearbeiten]

  • Klaus Tietgens: Jahrbuch Traktoren 2008 (Die Geschichte der Dexheimer Schlepper). Podszun, 2007. ISBN 978-3-86133-460-6.

Weblinks[Bearbeiten]

Wikipedia: Maschinenfabrik Dexheimer – enzyklopädische Informationen
 Commons: Dexheimer-Traktoren – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. dexheimer-traktor.de: 40 Jahre Innovation im Spezialtraktorenbau.
  2. dexheimer-traktor.de: Wir über uns.
  3. 3,0 3,1 3,2 3,3 dexheimer-traktor.de: 1885 bis 2010 – 125 Jahre Dexheimer.
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