Wicca

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Dieses Buch steht im Regal Esoterik.

Zusammenfassung des Projekts[Bearbeiten]

  • Zielgruppe:
  • Buchpatenschaft / Ansprechperson: Zur Zeit niemand. Buch darf übernommen werden.
  • Sind Co-Autoren gegenwärtig erwünscht? ja, sehr gerne.
  • Richtlinien für Co-Autoren:


Vorwort[Bearbeiten]

Liebe Leserin, lieber Leser,

Erst einmal vielen Dank für dein Interesse an diesem Buch. Wie du siehst, ist dieses Buch noch ganz am Anfang, doch ich hoffe, dass es bald immer umfangreicher werden wird. Mitschreiber sind mir natürlich herzlich willkommen. Wenn ihr mitschreiben möchtet, wäre es nett, wenn ihr euch kurz auf der Diskussionsseite dieses Artikels oder in meiner Benutzer-Diskussionsseite meldet, damit ich weiß mit wem ich es zu tun habe und damit man das gemeinsame Vorgehen organisieren kann.

Viel Spaß beim Lesen,

seid gesegnet,

FreddyE

Einleitung[Bearbeiten]

Was ist Wicca eigentlich?[Bearbeiten]

Wicca ist eine Religion, die von Gerald Brousseau Gardner ins Leben gerufen wurde und die sich vieler folkloristischer Elemente bedient. Als Wicca bezeichnet man auch Personen, die Anhänger dieser Religion sind. Andere gebrauchen den Begriff "Hexe". Wenn Du mehr erfahren willst, klicke einfach auf die Überschrift.

Woran glauben die Wicca?[Bearbeiten]

Wicca glauben an ein gleichberechtigtes Götterpaar und verehren die Schöpfung an sich und damit die Natur. Ansonsten sind die Glaubensinhalte so unterschiedlich wie die Menschen selbst. Es gibt natürlich Kernkonzepte, wie z.B. Animismus, Dualismus oder das Konzept der Polariät, aber selbst zum Thema Karma, Wiedergeburt oder hinsichtlich des kosmologischen Systems gibt es unterschiedliche Betrachtungsweisen.

Anfänger[Bearbeiten]

In diesem großen Oberbereich wirst du die Grundlagen lernen. Später im Bereich "Fortgeschrittene" geht es ans Eingemachte. Wenn du dich bereits zu den Fortgeschrittenen zählst, kannst du natürlich dort weiter lesen, doch vielleicht findest du hier ein paar Dinge die du nicht gewusst oder vergessen hast.

Reisegepäck[Bearbeiten]

Vorhin wurde "Wicca sein" mit einer Reise verglichen, bleiben wir bei diesem Vergleich. Wenn einer eine Reise macht, dann muss er zunächst mal seinen Koffer packen. Natürlich werden während der Reise viele Dinge dazu kommen, doch zum Anfang brauchst du folgendes:

Das Buch der Schatten[Bearbeiten]

Als Erstes solltest du dir ein "Buch der Schatten" anlegen. Dieses Buch der Schatten ist noch nicht das sagenumwobene Exemplar, von dem man soviel liest. Für den Anfang ist es nicht mehr oder weniger als eine Art persönliches Notizbuch, in dem eine Hexe - also du - ihr Wissen niederschreibt. Außerdem kommen Dinge wie zum Beispiel Gebete und Rituale hinein. Doch auch deine ganz persönlichen Gedanken und Empfindungen finden hier ihren Platz. Das Buch der Schatten wird dich auf deiner Reise begleiten, und gemeinsam mit dir wachsen und gedeihen. Einsicht in das "richtige" Buch der Schatten eines Covens wirst du erst nach deiner Initiation bekommen. Also im günstigsten Fall ein Jahr und einen Tag, nachdem dir ein Coven ein Gastjahr gewährt hat.


Die Reise beginnt[Bearbeiten]

Coven oder Solitary?[Bearbeiten]

Zunächst solltest du dich entscheiden, ob du deine Reise lieber allein als sogenannte "Solitary Wicca" (oder "Freifliegende(r)", Solitary, usw.) oder auf die "ganz traditionelle" Art in einem Coven antreten möchtest.

  • Coven:

Ein Coven ist ein Zusammenschluss von drei bis dreizehn Hexen und wird von einem Hohepriester und einer Hohepriesterin geleitet. Mitglied, d. h. initiiert, wird man nach einer Probezeit von einem Jahr und einem Tag. Coven haben den Vorteil, dass man professionelle Anleitung hat und die Jahresfeste gemeinsam begehen kann. Auch zu anderen Gelegenheiten treffen sich die Coven. Einige Coven akzeptieren auch, dass sich ihnen Freifliegende unverbindlich anschließen. Allerdings ist es sehr schwer Mitglied in einem Coven zu werden. Da der Coven für die meisten Mitglieder wie eine Familie ist und die Begrenzung bei dreizehn Mitgliedern liegt, dauert es oftmals eine lange Zeit, bis sich von einem bestehenden Coven ein Tochtercoven abspaltet, was die Grundvoraussetzung für die Aufnahme neuer Mitglieder wäre. Es gibt viele Suchende die oft jahrelang nach einem Coven suchen.

  • Solitary, Freifliegende

Als Freifliegender ist man nicht an die Wicca-Tradition gebunden,man praktiziert "Magie" allein, ganz für sich. Man praktiziert sozusagen "frei nach Gusto".

Die Entscheidung sich einem Coven anzuschließen liegt allein bei dir und natürlich kannst du deine Entscheidung jederzeit ändern.

Traditional Wicca?[Bearbeiten]

Eine wichtige Grundsatzentscheidung ist auch, ob du dich dem traditionellen Wicca (Auch "British Traditional Wicca" oder "BTW" genannt) widmen willst oder dich eher am individualistischen Neo-Wicca orientieren willst, was z. B. dann auf eine Selbstinitiation hinausläuft. Im BTW wirst du nur durch einen Hohepriester der Hohepriesterin initiiert werden können und musst dafür Mitglied eines Coven werden. Selbstinitiation (siehe unten) ist hier nicht möglich bzw. wird von Traditional Wicca auch nicht anerkannt. Deren Einstellung ist, dass man in die Mysterien des Wicca nur durch Initiation eingeweiht werden kann und dass nur eine solche Initiation den Fluss der Kraft fortsetzen kann. Anhänger des Neo-Wicca glauben hingegen, dass eine Initiation immer nur durch Göttin und Gott stattfindet und dies folglich auch bei einer Selbstinitiation möglich ist. Sie stellen Vertretern des Traditional Wicca die berechtigte Frage, wer denn die erste Hexe initiiert habe.

Wer diese Frage jedoch stellt, hat das grundsätzliche Konzept von Initiationen nicht verstanden.

Verschiedene Traditionen[Bearbeiten]

Außer "British Traditional Wicca" nach Gardener gibt es noch eine ganze Reihe verschiedene anderer Traditionen:

  • Alexandrisches Wicca
  • Atheistisches Wicca
  • Keltisches Wicca
  • Christliches Wicca
  • Korrelianisches Wicca
  • Dianisches Wicca
  • Eklektisches Wicca
  • Faery Wicca
  • Feministisches Wicca
  • Feri Tradition
  • Kemetisches Wicca
  • Odyssean Wicca
  • Seax-Wicca
  • Stregheria
  • Fräisk Wicca

Der Altar, unser heiliger Ort[Bearbeiten]

Zunächst solltest du dir einen Altar einrichten. Damit schaffst du dir einen persönlichen Ort, an dem du deine Rituale und Gebete durchführen kannst.

Wähle einen geeigneten Platz[Bearbeiten]

Zuerst solltest du dir einen geeigneten Platz suchen, ein Raum in dem du ganz ungestört und für dich sein kannst, am besten mit abschließbarer Tür. Der Raum sollte möglichst frei von feuergefährlichen Gegenständen sein und sich bei Bedarf gut lüften lassen (falls du es z. B. mit dem Räucherwerk einmal etwas übertrieben haben solltest).

Gestalte deinen Altar[Bearbeiten]

Zunächstmal brauchst du natürlich einen Tisch. Da kannst du nehmen was du möchtest, aber wenn du einen bestimmten Tisch hast, der dir besonders viel bedeutet, ist das umso besser. Sehr praktisch ist ein Tisch mit Schublade, da du dort deine ganzen Utensilien aufbewahren kannst.

  • Das Tischtuch

Ob du überhaupt ein Tischtuch verwenden willst, liegt natürlich bei dir. Aber es macht die Sache doch gleich viel schöner. Wähle dir ein Tischtuch aus, das dir besonders gut gefällt, wenn möglich sollte es aus Naturstoffen sein. Es kann gemustert oder einfarbig sein, ganz wie du möchtest. Es sollte die Farbe haben, die am besten zu dir passt. Natürlich kannst du die Farbe jederzeit wechseln. Bis du herausgefunden hast, welche Farbe am besten zu dir passt,ist auch ein schönes weißes Tischtuch in Ordnung.

Farben haben Bedeutungen, die du dir merken solltest. Hier nur ein paar Farben und ihre Bedeutungen, eine ausführlichere Liste findest du in einem späteren Kapitel.

  • Weiß - Frieden, Reinheit, Unschuld
  • Grün - Hoffnung
  • Blau - Treue, Wasserelement
  • Rot - Liebe,Stärke, Feuerelement
  • Braun - Erde, Erdelement


  • Unter dem Altar
  • Ein Eimer Wasser (für alle Fälle)
  • Deine Utensilienkiste (falls der Tisch keine Schubladen hat)


  • Im Altar (oder in einer Kiste)
  • Mehrere stabile Kerzenhalter
  • Kerzen in verschiedenen Farben (Standardfarben, die du auf jeden Fall brauchst: Weiß, Schwarz, Rot, Grün, Blau, Gelb; Zusatzfarben: Lila, Violett, Braun, Erdfarben, Natur, Honig)
  • Einige Buntstifte
  • Schnur
  • Bindfaden (verschiedene Farben)
  • Eine Schere
  • Etwas größere Kieselsteine
  • Zwei Messer (1x weisser Griff, 1x schwarzer Griff)
  • Eine Räucherschale
  • Verschiedene kleinere Schalen
  • Etwas Erde
  • Kreide
  • Eine Feder
  • Ein schönes Stück Holz
  • Ein Besen (wenn möglich aus Reisig, zur Not aber auch ein künstlicher)
  • Dein Zauberstab (dazu später mehr)
  • Papier (evtl. schönes Bütten, oder Handgeschöpft, usw. , zur Not auch gewöhnliches)


  • Auf dem Altar
  • Athame, um den Kreis zu ziehen und um Kräfte zu Rufen
  • Stab, um "Engel" etc in den Kreis zu laden
  • Kelch als Symbol für Wasser
  • Pentakel als Symbol der Erde
  • Messer mit weissem Griff für Schnitzarbeiten, Kräutersuche etc
  • Gefäß mit Salz
  • Gefäß mit Wasser
  • Räuchergefäß um störende Kräfte zu bannen und erwünschte anzuziehen
  • (Das inoffiziel 9.) Der Ritualkorkenzieher

Nach Belieben noch Kristalle, Münzen, Kräuter, Statuen, Bilder, usw. Außerdem kann der Altar je nach Geschmack mit Kristallen, Münzen, Kräutern, Bildern, Statuen, Pflanzen usw. gestaltet werden. Auch einige der unter "Im Altar" genannten Gegenstände können zur weiteren Ausgestaltung des Altars gewählt werden, es ist aber darauf zu achten den Altar nicht zu überladen, damit noch entspannt und in Ruhe gearbeitet werden kann.

Magie, was ist das eigentlich ?[Bearbeiten]

Definition[Bearbeiten]

Bevor wir es nun zum ersten Mal mit Magie zu tun bekommen, müssen wir erklären, was Magie eigentlich ist. Die einfachste Definition von Magie ist, die Tätigkeit durch die Kombination von: Wissen, Taten und Denken, die Wirklichkeit auf ein bestimmtes Ziel hin zu beeinflussen. Magie ist Veränderung unter der Kraft des Willens.

W.E. Butler, einer der Mitbegründer der Servants of the Light,einem Nachfolgerorden des berühmten Mutterordens vieler heutiger Magiegesellschaften, dem  Hermetic Order of the Golden Dawn definiert sie hingegen aus psychologischer Sichtweise präziser folgendermaßen: "Magie ist die Kunst, willentlich Bewußtseinsveränderungen zu verursachen."[1]

Magie vollbringt keine Wunder[Bearbeiten]

Zwar ist mit Magie Vieles möglich, was anderen wie ein Wunder erscheinen mag, dennoch ist sie an die Naturgesetze gebunden. Doch diese Gesetze lassen sich, wenn man weiß wie es geht, ein bisschen "biegen", das ist es, was die Magie tut. Die Grundlage von magischem Wirken basiert auf dem Leiten und Beeinflussen von Energien und ihrem Fluss. Alle Rituale und Zauber dienen endlich nur dem Zweck, die diversen Energien der Natur zu nutzen und auf ein bestimmtes Ziel hin zu lenken.

Magiearten[Bearbeiten]

Man kann drei große Arten von Magie unterscheiden:

  • Ritualmagie, die mit Ritualen arbeitet
  • Wortmagie, arbeitet besonders mit Zaubersprüchen usw.
  • Gedankenmagie, spielt sich ausschließlich in Gedanken ab (Meditation, Visualisierung usw.)

Diese Formen lassen sich auch kombinieren und werden es in der Regel auch, vorallem bei Anfängern. Fortgeschrittene entscheiden sich jedoch später oft, sich besonders auf eine Richtung zu konzentrieren.

Schwarze Magie, Weiße Magie[Bearbeiten]

Auch wenn es uns diverse Filme und Computerspiele immer wieder glauben machen wollen, es gibt keine "Schwarze" oder "Weiße" Magie. Genausowenig wie es gute oder böse Programmiersprachen gibt. Magie ansich ist ein neutrales Werkzeug und kann zum Guten oder Bösen genutzt werden. Ein und der selbe Zauber kann gleichzeitig gut oder böse sein, es kommt ganz auf die Situation an.

Hier ein Beispiel:

1. Ein Freund kann seinen ehemaligen Liebhaber nicht vergessen und bittet dich um Hilfe. Du führst ein Ritual durch, das ihm helfen soll diesen Menschen zu vergessen.

2. Dein bester Freund verliebt sich in deine Exfreundin, die du eigentlich gerne zurück hättest. Die beiden scheinen glücklich zu sein und du kochst vor Wut. Du benutzt das Ritual von 1. in der Hoffnung dein Freund werde deine Exfreundin vergessen.

Welcher Teil des Beispiels etwas Gutes und etwas Böses darstellt, ist eindeutig. Hier soll nur noch angemerkt sein, dass das Ritual in 2. ohnehin wirkungslos wäre. Die Liebe der beiden würde den Zauber mit Leichtigkeit brechen.

siehe auch:  Magie

Wie es weiter geht[Bearbeiten]

Im nächsten Abschnitt "Rituale", werden wir zunächst ein Ritual zur Selbstinitiation durchführen, dann geht es um die Rituale, die zu den Jahresfesten gehören, und schließlich geht es darum, wie man selbst Rituale erstellt (mit einigen Beispielen).

Magie für Anfänger Teil 1[Bearbeiten]

Rituale[Bearbeiten]

Was ist eigentlich ein Ritual? Allgemein ist ein Ritual ein immer mehr oder weniger gleich ablaufender Vorgang der durchgeführt wird, um einen bestimmten Zweck zu dienen. So ist z. B. das morgendliche Zähneputzen und Frisieren vor dem Spiegel ein Ritual. Eine ausführliche Beschriebung des Begriffs gibt der  Wikipedia-Artikel

Sehen wir uns den grundlegenden Aufbau eines Wicca-Rituals an:

  1. Ziehen des magischen Kreises
  2. Spezifische Handlungen
  3. Auflösen des magischen Kreises

1. und 3. sind immer gleich, 2. wird vom Zweck des Rituals bestimmt. Erfahrene Hexen lassen je nach Anlass und Komplexität des Rituals 1. und 3. auch weg. Doch für den Anfänger ist es mehr als empfehlenswert, diese Teile zunächst nicht weg zulassen.

Der Magische Kreis[Bearbeiten]

Der Magische Kreis dient dazu, der Hexe zu helfen, ihre Kräfte zu fokussieren und zu bündeln, und sie zu beschützen.

Den Kreis ziehen

Es gibt verschiedene Versionen, welche man verwendet hängt wieder vom persönlichen Geschmack ab.

Zeichne ein Pentagramm auf den Boden (mit Kreide, aus Steinen legen, oder auch einfach nur mit deinem Zauberstab, Finger oder Athame gedachte Linien ziehen.), und zwar so, dass der Altar im Zentrum steht. Die Gegenstände der fünf Elemente auf deinem Altar richtest du so gut wie möglich nach den Spitzen des Pentagrams aus. Wird das Pentagramm nur mit gedachten Linien gezeichnet, bietet es sich an, die Punkte der Spitzen mit den Elementargegenständen zu kennzeichnen. Dann zeichnet man um das Pentagramm im Uhrzeigersinn einen Kreis. Nun stellt man sich nach einander (wieder im Uhrzeigersinn) auf jede Spitze des Pentagrams um Mächte (Götter, Elemente, Winde, usw.) in den Kreis zu bitten und sie um ihre Mithilfe zu bitten. In diesem Beispiel verwenden wir Elementarwesen.

Auf einer der Spitzen stehend, verneige man sich tief und sage: "Ich bitte die Wesen [der Luft] in meinen Kreis. Ich bitte um eurer Wohlwollen, euren Schutz und eure Unterstützung."

Dann geht man zur nächsten Spitze und wiederholt das ganze, dabei setzt man an Stelle der eckigen Klammer immer ein anderes der fünf Elemente ein.

Zuletzt stellt man sich ins Zentrum des Pentagramms und sagt: "Ich bitte Göttin und Gott, mich zu erhören und mir ihren Schutz und ihr Wohlwollen anzugedeien."

Eine andere Art des Kreisziehens kennt kein Pentagramm, sondern beruht auf das bildliche Ziehen eines Kreises und die anschließende Herbeirufung der vier Himmelsrichtungen und die ihnen zugeordneten Elemente (z.B.: Osten : Luft, Süden : Feuer, Westen : Wasser, Norden : Erde. Nach einer anderen Leseart sind die Zuordnungen Osten und Süden vertauscht.). Generell steht hier der Altar im Norden oder auch im Osten und die Ritualisierenden in der Mitte.

Nun kann mit dem eigentlichen Ritual (2.) begonnen werden. Dafür später mehr in einigen Beispielen.

Den Kreis auflösen

Am Ende des Rituals muss der Kreis aufgelöst werden. Dabei werden die gerufenen Mächte dankbar entlassen. Hierzu dankt man im Zentrum des Pentagramms zuerst dem Gott und der Göttin:

"Gütige Göttin und Gott, ich danke euch für eurer Wohlwollen und eurem Schutz."

Danach geht man gegen den Uhrzeigersinn von einer Spitze zur anderen und entlässt die gerufenen Mächte. In unserem Beispiel also die Wesen der fünf Elemente. Man verneigt sich und sagt:

"Wesen [der Luft], ich danke für eure Hilfe und euer Wohlwollen, und entlasse euch aus meinem Kreis."

Bei jeder Spitze wird auch hier an Stelle der eckigen Klammern ein anderes Element eingesetzt.

Fuß fassen, Erden("grounden")

Nach einem Ritual ist es wichtig, "Fuß zu fassen", zu Erden, man spricht hier im Englischen vom "Grounden". Damit schließt man auch die im Verlauf des Rituals weitgeöffneten Chakren und bereitet Körper und Geist darauf vor, sich wieder in die "weltliche" Welt zu begeben. Am besten tut man das, indem man zunächst eine leichte Mahlzeit zu sich nimmt, und dann einfache, nicht anstrengende Dinge macht (ein Bad nehmen, etwas lesen, usw.).

Ein Ritual erstellen[Bearbeiten]

Nach dem Ziehen des Kreises ist es Zeit für das eigentliche Ritual. Aber das muss erstmal erstellt werden. Wir wollen das an einem Beispiel erläutern. Angenommen du bist seit einiger Zeit sehr ruhelos, irgend etwas macht dich unruhig und du weißt einfach nicht was. Nimm etwas zum Schreiben und mache dir Notizen. Werde dir über folgendes klar:

  1. Das Ziel des Rituals
  2. Wodurch soll das Ziel erreicht werden

Der erste Punkt ist der wichtigste, und sollte genau bedacht werden. Für unser Beispiel setzen wir als Ziel das wir wieder zur Ruhe kommen möchten, um heraus finden zu können was uns so sehr beschäftigt.

Als zweites musst du dir überlegen wie du dein Ziel erreichen möchtest. Das heißt, welche Mächte, Götter usw. möchtest du anrufen damit sie dir helfen? Welche Dinge möchtest du für das Ritual verwenden?

Passende Symbole auswählen[Bearbeiten]

In unseren Ritualen arbeiten wir, wie du schon beim "Kreisziehen" gesehen hast, mit Symbolen. Für jedes Ritual braucht es, je nach Aufgabenstellung, einen oder mehrere Symbolgegenstände. Jeder "Aspekt" des "Problems" sollte bestmöglich durch einen passenden Symbolgegenstand vertreten sein.

Zurück zu unserem Beispiel:

Das "Zur Ruhe kommen" könnte man auch als "inneren Frieden finden" bezeichnen. Also beginnt man in diesem Fall am besten indem etwas ausgewählt wird, das für Frieden steht. Zum Beispiel eine weiße Kerze. Gibt es noch andere Teilaspekte des Problems? In diesem einfachen Beispiel nicht. Bei komplizierteren "Aufgaben" wirst du mehr Gegenstände brauchen, um alle Aspekte des Problems zu symbolisieren.

Mächte, Götter, Kräfte wählen[Bearbeiten]

Als nächstes wähle welche Mächte, Götter usw. du um Unterstützung bitten willst. (eine Übersicht findet sich in einem späteren Kapitel). Für unser Beispiel nehmen wir das Universum, als universelle Kraft die alles durchdringt.


Den Ritualspruch schreiben[Bearbeiten]

Nun müssen wir nur noch formulieren was wir eigentlich wollen. Einige tun dies in Reimform, andere wiederum verweigern sich dem. Manchen mag die Reimform am Anfang schwer fallen, doch mit der Zeit gewöhnt man sich daran. Es macht nichts wenn der Reim etwas holprig ist, es genügt einfach sein bestes zu geben. Zu unserem Beispiel würde passen:

Ich rufe die Kräfte des Universums,

die vielfältige Macht die alles durchdringt,

ich bitte euch um euer Wohlwollen,

das meiner Seele sodann den Frieden bringt.

Damit wäre die Vorbereitung abgeschlossen. Nun müsst ihr das Ritual nur noch durchführen. Hier noch einmal zur Erinnerung die richtige Reihenfolge:

  1. den Kreis ziehen
  2. Ritualhandlung (in unserem Beispiel die Kerze anzünden)
  3. Ritualspruch sprechen
  4. den Kreis auflösen
  5. Fußfassen


Das wichtigste Ritual wenn Du keinem Coven angehörts ist das Bekenntnis-Ritual

  • Bereite eine weisse Kerze vor, ein Stück Papier, einen schwarzen Stift, einen schwarzen Faden
  • Geh zu Deinem Altar wo Du nicht gestört wirst
  • Schreibe auf das Papier deine Beweggründe auf. Willst Du eine Hexe werden? Willst Du nur Dein Wissen erweitern? Wenn Du willst rufe die Göttin und den Gott an, wenn dir das nicht behagt ersetze diese durch welche spirituelle Kraft auch immer (Gott, die Mächte des Universums, Tao, etc)

Ich (Name) bitte im Namen der Kräfte des Universums um Hilfe in meinen Studien der Hexenkunst. Ich beabsichtige diese Arbeit erfolgreich innerhalb eines Jahres und eines Tages abzuschließen und eine Hexe zu werden. Gebt mir die Offenheit für alle Erfahrungen und das Verständnis für die Lektionen, die ich erhalte. So sei es.

  • Nimm nun die weisse Kerze in die Hand, konzentriere dich auf Deine Spiritualität, konzentriere dich auf die Mächte die Du angerufen hast und lade sie in Dein Leben ein. Entzünde die Kerze.
  • Nimm Dir Zeit über das bisher gelesene und erfahrene sowie Deine Ziele nachzudenken.
  • Lies die Beweggründe, die Du Dir aufgeschrieben hast laut. Dann rolle das Papier zusammen und versiegle es mit dem Faden. Hebe es gut auf (eventuell auf oder in der Nähe eines Altars). Bei der Selbstinitiation in einem Jahr und einem Tag wirst Du es wieder benötigen.

In weiteren Kapiteln werden wir uns noch einige andere Rituale ansehen.

Selbstinitiation / Weihe[Bearbeiten]

Wird im Traditionellen Wicca abgelehnt und nicht anerkannt. Die Initation ist eine der Wurzeln der Wicca Tradition. Traditionelles Wicca ist ein Mysterienkult, der auf Initation beruht.

Diverse neue Zweige des Wicca (z. B. Seax-Wica) sind durchaus für die umstrittene Selbstweihe und lehnen sogar die sonst übliche Geheimhaltung des Wissens und der Mysterien ab.

Rituale zu den Jahresfesten[Bearbeiten]

Es gibt zahlreiche Internetseiten und Bücher, die Rituale zu Jahresfesten und auch "Standard"-Rituale, die eigentlich immer verwendet werden, beschreiben. Halte Dir stets vor Augen, dass es nichts bringt, eines dieser Rituale zu "kopieren"! Erstens variieren die Rituale von Coven zu Coven und von Tradition zu Tradition (Gardnerian, Alexandrisch, Dianisch oder Mischformen) und zweitens: Beim Ritual kommt es auf Dich und Deine Energien an. Kopierst Du einfach ein Ritual, ist es nicht deines und wird somit auch nicht sonderlich effektiv sein. Ritualbeschreibungen können Dir bestenfalls einen Anstoß geben, wie Dein ganz persönliches Ritual aussehen kann.

Hierzu brauchst du nicht einmal unbedingt ein Buch mit Beschreibungen, oft reicht es, wenn Du dich eingehend mit den Aspekten der Jahresfeste auseinandersetzt. Was macht dieses Jahresfest, das ich feiern will, besonders? Welche Göttin / welcher Gott ist damit verbunden und welche speziellen Eigenschaften haben sie? Was gehört zu diesem Fest oder dieser Jahreszeit?

Wenn jetzt dein erster Gedanke war: "Da muss ich ja ewig viel nachlesen!", dann überlege nochmal, ob Wicca wirklich etwas für dich ist. Wie Anfangs erwähnt, gehört viel Lernen und persönliches Engagement zu einem Wicca. Die Rituale machen einen besonderen Teil davon aus. Hier lebst du dich nicht nur aus, hier entwickelst du dich auch weiter! Es wird dir nämlich nicht genügen, jedes Jahr das Ritual vom letzten zu wiederholen. Nein, man will mehr! Die meisten Wicca entwickeln einen richtigen Ehrgeiz, jedes Jahr die Rituale vom Vorjahr noch zu toppen.

Reflektion[Bearbeiten]

Jetzt hast Du schon so einiges gelernt. Du solltest jetzt dein Buch der Schatten anlegen und versuchen folgende Fragen zu beantworten:

  1. Was ist eine Hexe?
  2. Was ist Magie?
  3. Wie erstellt man ein Ritual?
  4. Wie führt man ein Ritual richtig durch?

Sollte Dir die Antwort auf eine der Fragen noch schwerfallen, ließ dir das entsprechende Kapitel noch einmal durch und mach dir Notizen in deinem Buch der Schatten. Schreibe auf einer extra Seite deine Gedanken nieder.


Danach ließ weiter bei: "Im Einklang mit sich selbst"

Anhang zu 3.5 "Magie für Anfänger Teil 1"[Bearbeiten]

Im Einklang mit sich selbst[Bearbeiten]

Im Einklang mit der Natur[Bearbeiten]

Magie für Anfänger Teil 2[Bearbeiten]

Wicca und Naturwissenschaft[Bearbeiten]

Ähnlich wie im New Age stößt man bei der Beschäftigung mit Wicca recht häufig auf Hinweise auf die so-genannte "Neue Physik", die als Unterstützung oder gar Grundlage für das magische Weltbild verstanden wird. Dabei werden insbesondere folgende Autoren immer wieder zitiert: John Bell ("Speakable and Unspeakable in Quantum Mechanics"), David Bohm ("Die implizite Ordnung. Grundlagen eines dynamischen Holismus"), Fritjof Capra ("Das Tao der Physik"), Amit Goswami ("Das bewusste Universum"), Ervin Laszlo ("Zu Hause im Universum"), James Lovelock ("Gaia: Die Erde ist ein Lebewesen") und Lynn Margulis, Rupert Sheldrake ("Das schöpferische Universum"), Michael Talbot ("Das Holographische Universum"), Alfred North Whitehead ("Prozess und Realität"), Ken Wilber (Hrsg) ("Das holographische Weltbild") und Gary Zukav ("Die tanzenden Wu Li Meister").

Folgende wissenschaftliche Theorien spielen dabei eine besondere Rolle:

  • Chaos-Theorie: Die Ergebnisse der Chaos-Theorie lehren uns, dass geringfügigste Ursachen unter Umständen enorme Wirkungen haben können, und dass die Welt ein komplexes System aus Ursachen und Wirkungen ist, wobei alles von allem beeinflusst werden kann.
  • Gaia-Hypothese: Laut der Gaia-Hypothese von Lovelock & Margulis ist der Planet Erde ein komplexes System, dass sich wie ein Organismus selbst erhält. Dies ist in guter Übereinstimmung mit der Verehrung der "Mutter Erde" im Wicca-Glauben und in vielen Naturreligionen.
  • Holographisches Universum (Implizite/Explizite Ordnung): Diese Interpretation der Quantenphysik nach David Bohm bestätigt die Wicca-Anschauungen, dass wir alle Teil eines riesigen Ozeans von schöpferischer Energie sind, dass es keinen grundlegenden Unterschied zwischen toter Materie und Bewusstsein gibt, das alles mit allem verbunden ist und somit jedes Teilchen im Universum über alles was im Universum geschieht "informiert" ist.
  • Morphische Felder und Morphische Resonanz: Rupert Sheldrakes (umstrittene) Hypothese der morphischen Felder begründet eine Art Gedächtnis der Natur (vergl. auch Ervin Laszlos A-Feld), welches "Naturgesetze" eher als "Gewohnheiten der Natur" erklärt. Die Annahme von Gedächtnisfeldern in der Natur könnte unter Umständen zahlreiche Phänomene von außersinnlicher Wahrnehmung und Wahrsagerei erklären.
  • Multiversum bzw. Paralleluniversen: Die zunehmende Akzeptanz der Existenz paralleler Welten in der modernen Physik, könnte ähnliche Ansichten von "parallelen Seinsebenen" im Wicca und New Age bestätigen.
  • Quanten-Nichtlokalität: Durch die Komprimierung des ganzen Universums in einem Punkt beim Urknall, sind alle Teilchen in nichtlokaler Weise miteinander verschränkt. Diese in Raum und Zeit nichtlokale Verbindung von allem mit allem, kann als Erklärung für zahlreiche esoterische Phänomene herangezogen werden.
  • Quantenpotential und Quantenvakuum (Vakuumenergie): Das Quantenpotential und die Energie des Quantenvakuums sind laut Ken Wilber die physikalische Grundlage für die subtile Energie Prana oder Qi, aus der alles Immanente hervorgeht, indem sich ständig eine unbegrenzte Potentialität in eine eindeutige Realität wandelt.
  • Relativitätstheorie: Die aus der speziellen Relativität Albert Einsteins resultierende Sichtweise der Blockzeit kann als mögliche Erklärung für das Phänomen der Wahrsagerei gesehen werden, da Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft in gewisser Hinsicht parallel existieren. Andererseits widerspricht aber die substatialistische Interpretation der Einstein'schen Raumzeit als vierdimensionales, statisches Blockuniversum der neopaganen Anschauung eines lebendigen Kosmos, in dem die Zukunft offen ist.
  • Stringtheorie: Die Superstring- und M-Theorien könnten die esoterische Ansicht bestätigen, dass alles aus der gleichen grundlegenden Substanz aufgebaut ist und sich nur in der Energiesignatur bzw. Schwingungsfrequenz unterscheidet.
  • Prozessphilosophie: Die naturalistische, aber anti-materialistische, Prozessphilosophie des englischen Mathematikers Alfred North Whitehead stützt zahlreiche Auffassungen des neopaganen Weltbildes (z.B. ein "lebendiges" Universum, in dem alles fließt und alles mit allem verbunden ist, sowie alles auf "Pulsen von Erfahrung" basiert anstatt auf atomistischer Materie). Die Prozessphilosophie erlaubt zudem eine Interpretation von Relativitätstheorie und Quantenmechanik, die den Fluss der Zeit als grundlegend akzeptiert und somit nicht ein statisches Blockuniversum (vierdimensionale Raumzeit) annehmen muss.

Im Gegensatz zu manchen anderen Religionen ist Wicca nicht wissenschaftsfeindlich, sondern sieht sich im Einklang mit den Erkenntnissen der modernen Naturwissenschaften, einschließlich der modernen Physik (Relativitätstheorie und Quantenmechanik). Die Weltanschauung der Wicca-Religion akzeptiert völlig die kosmologischen Hypothesen zur Entstehung des Universums im Laufe von Jahrmilliarden und akzeptiert die Darwinsche Evolutionstheorie als den Mechanismus für die Entstehung der Vielfalt des Lebens und dessen Wandel im Laufe von vielen Jahrmillionen der Erdgeschichte. Im Wicca-Glauben gibt es folglich keine Tendenzen zur Förderung eines kreationistischen Weltbildes. Dessen ungeachtet glauben viele Wiccas daran, dass Teleologie (Zielgerichtetheit) in der Evolution und göttlicher Einfluss auf die Evolution, zusätzlich zu den neodarwinistischen Faktoren, eine wichtige Rolle spielen könnte.

Magie wird von Wicca nicht als übernatürliches Wunder verstanden (deshalb führte Aleister Crowley die englische Schreibweise "magick" ein, in Abgrenzung zu "magic"), sondern als völlig natürliche Wechselwirkung von Geist und Materie in einer ganzheitlichen und dynamischen Welt, in der alles mit allem in nichtlokaler Weise über Raum und Zeit miteinander verbunden ist. In der Regel glauben Wiccas nicht daran, dass mit Magie die Naturgesetze außer Kraft gesetzt werden können.


Referenzen[Bearbeiten]

  1. vgl. Butler, W.E. :" Die hohe Schule der Magie. Über die Kunst, willentlich Bewußtsein zu verändern.", Freiburg i. Br.: Verlag Hermann Bauer KG, 1994, S.19 ISBN 3-7626-0669-2