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Computerhardware: Netzwerk: Power-LAN

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PowerLAN, auch dLan oder Powerline Communication (PLC) genannt, benutzt die 230V Stromversorgungsleitungen für die Datenübertragung. Zusätzlich zum 50 Hz Starkstrom überträgt die Leitung eine Datenfrequenz im Megahertzbereich. Beim Empfänger wird das Datensignal mit einem Frequenzfilter abgegriffen.

In manchen Gebieten ist DSL über Telefonleitung nicht verfügbar. PLC sollte ursprünglich als Alternative dienen. Einige Stadtwerke bieten einen Internetzugang über Stromleitungen an. Während bei DSL bei jedem Kunden eine eigene Leitung ins Haus führt, müssen sich alle Internet-Kunden der Stadtwerke die Leitung teilen. Was an Datenrate übrig bleibt, ist lächerlich.

Inhouse-Powerline ist eine Vernetzung innerhalb der Wohnung. Man steckt einfach Adapter in jede Schukosteckdose, wo ein Netzwerkgerät angeschlossen werden soll.

Da die Stromleitungen nicht abgeschirmt sind, fangen sie wie eine Empfangsantenne eine Menge Störstrahlung (z.B. Rundfunk) auf. Deshalb muss das Datensignal mit großer Amplitude (mit viel „Power“) eingespeist werden, damit es stärker als die Störquellen ist. Außerdem wird ein Großteil des Signals in Glühlampen und anderen Verbrauchern in Wärme verwandelt. Leider wirken die nicht abgeschirmten Leitungen auch als Sendeantenne. Mit Richtantennen können Ihre Daten in bis zu 100 Meter Entfernung empfangen werden. Der „Elektrosmog“ ist größer als von WLAN und erreicht jedes Zimmer, in dem sich eine Steckdose oder eine Lampe befindet. Außerdem kann die Abstrahlung Ihrer Leitungen zu Störungen im Frequenzbereich von etwa 3 bis 20 MHz führen. Das betrifft den Funkverkehr von Feuerwehr, Polizei, Sicherheitsbehörden, Taxi- und Amateurfunk, Kurzwellenrundfunk, den Seefunkdienst, Wetterfunk, Flugfunk und militärische Funkdienste. Wie stark diese Störungen sind und ob sie jemand bemerkt, hängt von Lage und Bau Ihres Hauses ab und lässt sich nicht vorhersagen. Auch wenn es nur selten vorkommt: Wenn sich einer dieser Funkdienste (oder auch nur der Funkamateur im Nebenhaus) gestört fühlt, kann er sich in Deutschland an die Bundesnetzagentur wenden. Die schickt einen Funkmesswagen, legt Ihr Equipment still und schickt Ihnen eine Rechnung für den Einsatz der Funkmesstruppe.

In einem Artikel[1] bei Heise.de wird ausgeführt:

  • RWE und andere Stromkonzerne haben Powerline-Access inzwischen aufgegeben
  • Polizei und Rettungsdienste haben teilweise keinen Funkempfang mehr
  • Das japanische Parlament hat Powerline mit 109 zu 2 Stimmen verboten.

Funkamateure laufen Sturm gegen die Störungen des Kurzwellenempfangs.

Die meisten Haushalte werden mit 3-Phasen-Strom (Drehstrom) versorgt. Üblicherweise sind die Schukodosen auf die drei Phasen verteilt. Damit die hochfrequenten Datensignale von einer Phase zur anderen wechseln können, brauchen Sie einen Phasenkoppler, der die Phasen (nur für das Trägerfrequenzsignal) miteinander verbindet. Möglicherweise ist es billiger, vom Elektriker einige Steckdosen umklemmen zu lassen, damit alle für die Vernetzung benötigten Dosen an einer Phase hängen.

Das Hochfrequenzsignal wird durch Spulen, wie sie z. B. in jedem Stromzähler stecken, stark gedämpft. Vielleicht kommen ein paar Signalreste bis zur Haussicherung. Bis in die Wohnung Ihres Nachbarn kommt das Signal nicht, denn dorthin müsste das Signal einen weiteren Zähler überwinden. Die direkte Abstrahlung erreicht jedoch die Nachbarschaft. Vielleicht ist es ratsam, über eine Verschlüsselung wie bei WLAN nachzudenken.

Die Bemühungen des IEEE um einen Standard für PowerLAN sind gescheitert. Weltweit konkurrieren drei zueinander inkompatible Konzepte; das von DS2, das von Panasonic und HomePlug von Intellon. Wenn Sie sich für einen Hersteller entschieden haben, müssen Sie bei dessen Modellreihe bleiben.

Eine Schlagbohrmaschine und einen langen Steinbohrer auszuleihen und Kabel zu verlegen dürfte die bessere (und wohl auch billigere) Möglichkeit sein.


Quellen
  1. Heise über PowerLAN http://www.heise.de/tp/r4/artikel/16/16435/1.html