Computerhardware: Notebook: Reparaturen

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Ersatzteile[Bearbeiten]

Notebooks sind sehr empfindlich. Je nach Auftraggeber der Untersuchung und den Kriterien der statistischen Auswertung benötigen 10% bis 25% aller Notebooks eine Garantiereparatur[1]. Dazu kommen noch Sturzschäden oder Cola auf der Tastatur, wofür kein Anspruch auf eine Garantieleistung besteht.

Während der Garantiezeit brauchen Sie kaum Sorgen zu haben. Wie hoch steigt wohl die Ausfallrate im dritten und nachfolgenden Jahren, wenn die Garantie abgelaufen ist? Ersatzteile sind dann schwieriger erhältlich bzw. kaum noch zu bekommen.

Generell sind Reparaturen teuer. Die Anbieter tauschen auch bei kleinen Defekten lieber teure Teile aus, statt sie zu reparieren. Der statistisch häufigste Schaden ist ein Defekt der Hauptplatine. Stiftung Warentest hat ermittelt, dass ein Austausch zwischen 250 bis 400 Euro kostet[2]. Am zweithäufigsten geht der Bildschirm kaputt, ein neues Display kostet etwa 200 Euro. Den dritte Platz in der Häufigkeit belegen Festplattenausfälle. Wobei man eine neue Festplatte für weniger als hundert Euro erhalten kann, aber wie schlimm würde Sie der Verlust Ihrer Daten treffen?

Eine defekte Festplatte zu ersetzen ist unproblematisch. Darüber hinaus gibt es in einem Notebook kaum standardisierte Teile. Disketten- und DVD-Laufwerke gibt es in zahlreichen Bauformen und Abmessungen. Ersatz für eine defekte Tastatur zu bekommen ist nervenaufreibend und fast immer unmöglich. Wenn das Notebook ständig wegen Überhitzung abstürzt, weil der CPU-Lüfter verschlissen ist, wird Ersatz kaum aufzutreiben sein.

Reparaturdauer[Bearbeiten]

Der Wechsel der Modellreihen geht schnell vor sich. Das Nachfolgemodell ist mitunter nicht kompatibel zum Vorgänger. Unter diesen Bedingungen wäre es wirtschaftlich ruinös, wenn ein Verkäufer von Notebooks sich einen Ersatzteilvorrat zulegen würde. Folglich müssen defekte Notebooks immer zur Reparatur an den Hersteller oder eine zentrale Vertragswerkstatt eingeschickt werden.

Um die Versandkosten zu senken, werden in vielen Elektronikgroßmärkten die defekten Geräte (nicht nur Notebooks) gesammelt, bis eine genügende Anzahl zusammen ist. Die anschließende Reparatur dauert mitunter ein paar Wochen. Anschließend sammelt die Werkstatt die reparierten Geräte, bis sich der Rückversand lohnt.

Stiftung Warentest ermittelte eine durchschnittliche Reparaturdauer von 5 Tagen bei Apple und HP bis vier Wochen bei Samsung und Medion[3]. Dell schickte innerhalb einer Woche einen Servicetechniker ins Haus. Das kostete 175 Euro + Ersatzteile.

Bei einigen hochwertigen Notebooks kann man gegen Aufpreis eine Versicherung abschließen und bekommt während der Reparaturzeit ein Ersatzgerät. Die Daten vom defekten Gerät auf das Ersatzgerät zu kopieren (und später wieder zurück), gehört üblicherweise nicht zu den Versicherungsleistungen.

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Tipp: Beachten Sie bitte, dass bei vielen Herstellern (nicht nur von Notebooks) im Kleingedruckten steht: Bei zur Reparatur abgegebenen Geräten wird grundsätzlich die Festplatte gelöscht!.

Wie rettet man die Daten, wenn das Notebook nicht mehr funktioniert? Nehmen Sie die Festplatte raus! Es gibt Adapter, mit denen man die ausgebaute Notebook-Festplatte an den USB- oder IDE-Anschluss eines stationären PC anschließen kann. Suchen Sie an der Unterseite nach einer etwa 9 × 13 cm großen Abdeckung oder an einer Seite nach einem 9 × 2 cm großen Einschub. Mehr als zwei bis vier Schrauben brauchen Sie nicht zu lösen. Achten Sie darauf, dass das Notebook während des Aus- und Einbaus der Festplatte stromlos ist (Akku herausnehmen).

Besonders robuste Geräte[Bearbeiten]

Stöße uns Stürze sind eine häufige Schadensursache. Die Notebooktasche ist von der Schulter gerutscht oder an einen Türrahmen angeschlagen, ein Stolpern über das Kabel hat das Notebook auf den Fußboden befördert oder Sie sind im Sessel eingeschlafen und das Gerät ist heruntergefallen ... Es gibt Geräte, die so etwas locker überstehen. Eine der härtesten Prüfungen für Notebooks ist der „U.S. Militär Falltest-Standard“ (MIL-STD-810F)[4]. Für das Militär bestimmte Notebooks müssen bei Temperaturen von -20°C bis 55°C arbeiten können, 15 Minuten Regen überstehen, Vibrationen und harte Stöße aushalten. Unter anderem müssen sie im ausgeschalteten Zustand und mit geschlossenem Display 26 Stürze aus einer Höhe von bis zu 90 cm auf eine 2 Zoll dicke Sperrholzplatte überstehen.

Googeln Sie nach „MIL-STD-810F Notebook“, wenn Sie ein robustes Gerät suchen. Rechnen Sie mit Preisen von ein- bis fünftausend Euro. Es gibt auch Geräte, die etwas weniger robust und nicht ganz so teuer sind. Ein Notebook, welches tagtäglich unterwegs benutzt wird, sollte ein Gehäuse aus Aluminium oder Magnesium haben. Toshiba hat eine vergleichsweise geringe Ausfallrate und kann es sich ­deshalb leisten, einige Business-Modelle mit sogenannter „Doppelgarantie“ zu verkaufen: Sollte das Gerät ­ausfallen, bekommen Sie es natürlich repariert. Zusätzlich bekommen Sie als Entschädigung für die erlittenen Unannehmlichkeiten den vollen Kaufpreis erstattet[5].

Reparaturen vermeiden[Bearbeiten]

Zu den häufigsten Schäden zählen Schäden am Display (Kuli beim schwungvollen Zuklappen eingeklemmt), defekte Tastaturen (Krümel, Cola, Bier) und Stürze. Bei allzu schwungvollem Auf-/Zuklappen des Notebooks können auf dem Bildschirm Pixelfehler auftreten. Die Scharniere des Deckels bzw. die zum Bildschirm hindurchführenden Kabel gehen so oft kaputt, dass man fast von einer „Sollbruchstelle“ sprechen kann. Wenn Sie das Gerät zu Hause benutzen, sollten Sie darauf verzichten, nach jeder Benutzung den Deckel zuzuklappen, um die Deckelscharniere zu schonen.

Behandeln Sie ihr Notebook nicht zu grob. Legen Sie sich eine hochwertige Tasche zu. Wenn man mehrere Gepäckstücke herumtragen muss, steigt die Gefahr, eins davon zu vergessen. Empfehlenswert sind Notebook-Taschen, die genug Platz für Akten und Kleinkram bieten. Es gibt auch gut gepolsterte Notebook-Rucksäcke.

Legen Sie ein Notebook keinesfalls ungesichert auf den Beifahrersitz, egal ob eingeschaltet oder nicht, denn bei einer scharfen Bremsung fliegt es unaufhaltsam in den Fußraum. Wenn es gar noch aufgeklappt ist (und nicht dem USA-Militärstandard entspricht) ...

Falls Sie Flüssigkeit auf die Tastatur geschüttet haben, schalten Sie das Notebook sofort aus (auf die Einschalttaste drücken, bis das Gerät aus ist). Bewegen Sie das Gerät ruckfrei zur Tischkante und nehmen Sie den Akku heraus, wenn das ohne Anheben des Notebooks möglich ist! Bei manchen Notebooks liegt die Tastatur in einer kleinen „Wanne“, die ein wenig Flüssigkeit auffängt. Wenn Sie das Gerät kippen würden, läuft die Flüssigkeit auf die Hauptplatine. Heben Sie das Notebook nicht hoch (etwa eine Woche lang), bis die Flüssigkeit getrocknet ist! Danach erst können Sie sich um die Reinigung und eventuell um eine neue Tastatur kümmern.

Erweiterungen und Aufrüstung[Bearbeiten]

Eine Speicheraufrüstung ist fast immer möglich und meistens empfehlenswert. Die RAM-Module sind mitunter herstellerspezifisch und deshalb teuer. Bestellen Sie den zusätzlichen RAM in einem Fachgeschäft und lassen Sie ihn auch dort einsetzen. Dann trägt der Händler das Risiko, wenn der RAM-Baustein nicht funktioniert oder Ihr Notebook Schaden nimmt.

Wenn Sie die Festplatte austauschen wollen, beachten Sie die vielen Bauformen. Bestimmen Sie die Höhe Ihrer alten Festplatte genau. Ermitteln Sie die Leistungsaufnahme der ursprünglich eingebauten Festplatte. Bauen Sie nur solch eine Festplatte ein, die ebenso viel oder weniger Strom benötigt. Festplatten, die einen höheren Strom als 500 mA benötigen, werden möglicherweise nicht starten. Insbesondere bei älteren Notebooks sind sparsame 500 mA Leistungsaufnahme keine Seltenheit. Solche Festplatten zu bekommen ist heute relativ schwierig geworden. Meistens erhalten Sie Festplatten, die 700 mA benötigen oder gar 1 A. Andererseits können Sie die Akku-Laufzeit erhöhen, indem sie eine sparsamere Festplatte verwenden.

Wenn es etwas teurer sein darf: Wenn Sie sich eine SSD-Festplatte zulegen, verlängern Sie deutlich die Akkulaufzeit. Außerdem gewinnen sie deutlich an Geschwindigkeit.

Das Umkopieren der Festplatte erfolgt am Besten mit einem Image-Programm. Das klappt aber nicht immer: Wenn sich Teile vom BIOS oder undokumentierte Partitionen auf der Festplatte befinden, kann der Austausch problematisch sein.

Die CPU kann man nur selten auswechseln: In der Regel ist sie eingelötet. Selbst wenn nicht: Die Hauptplatine ist meist nicht für wesentlich schnellere CPUs vorbereitet. Auch die Grafikkarte ist in 95% aller Fälle fest verlötet und kann nicht ausgetauscht werden.


Quellen
  1. Ausfallhäufigkeit bei Notebooks 1997 http://www.heise.de/mobil/artikel/Notebooks-fuer-den-rauen-Alltagseinsatz-223587.html
  2. Austausch Hauptplatine bei Notebooks ist teuer http://www.focus.de/digital/computer/stiftung-warentest-notebook-reparaturen-sind-zu-teuer_aid_523090.html
  3. Stiftung Warentest über Notebookreparaturen http://www.test.de/themen/computer-telefon/test/Notebookreparaturen-Nur-HP-und-Apple-reparieren-gut-4108181-4108183/
  4. U.S. Militär Falltest-Standard http://www.hp.com/sbso/solutions/pc_expertise/professional_innovations/hp-military-grade-specifications.pdf
  5. Doppelgarantie: Reparatur plus Kaufpreis zurück http://www.toshiba.de/doppelgarantie