Die Rennmaus/ Die mongolische Rennmaus

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Inhaltsverzeichnis:

► Haltung

Systematik[Bearbeiten]

Falsche Bezeichnungen[Bearbeiten]

Es haben sich leider einige falsche Bezeichnungen für die Mongolische Rennmaus herausgebildet. Sogar im Zoofachhandel werden diese irrtümlicherweise verwendet. Die wenigsten wissen, dass viele gängige Namen nicht korrekt sind und in manchen Fällen wird aufgrund dessen ein falscher Schluss bezüglich der Haltung und Pflege der kleinen Nager daraus gezogen. Folgende Bezeichnungen sind nicht stimmig und sollten daher nicht verwendet werden:

  • Wüstenrennmaus: Die mongolische Rennmaus ist kein Wüstenbewohner. Sie lebt in den Steppen Vorderasiens, die von den Bedingungen her keinerlei Ähnlichkeit mit einer wirklichen Wüste hat. Folglich ist die Bezeichnung Wüstenrennmaus falsch.

Verhalten[Bearbeiten]

Sinnesleistungen[Bearbeiten]

Rennmäuse sind Fluchttiere. Daher sind ihre Sinne ausgesprochen gut ausgebildet, so dass sie jederzeit in der Lage sind, mögliche Feinde früh zu wittern und sich rechtzeitig in Sicherheit zu bringen. Hier eine Übersicht der Sinnesleistungen der mongolischen Rennmaus:

Hören: Das Gehör der Rennmäuse ist stark ausgeprägt und sehr fein. Die Ohren sind unabhängig voneinander beweglich, um Geräusche aus allen Richtungen wahrnehmen zu können. Sie hören Töne, die für das menschliche Gehör viel zu hoch sind. Untereinander kommunizieren die kleinen Nager vorwiegend im Ultraschallbereich.

Sehen: Wie alle Fluchttiere haben auch Rennmäuse seitlich am Kopf liegende Augen. Diese Position ermöglicht ihn einen guten Rundumblick, der ihnen hilft, eventuelle Feinde besser sehen zu können. Bewegungen nehmen sie gut wahr und sie sehen in Farbe. Jedoch sind Rennmäuse rotblind. Da sie sowohl am Tag als aber auch in der Nacht aktiv sind, ist es für sie kein Problem, sich in Dunkelheit zurecht zu finden, da ihre Augen, ebenso wie die von Katzen, selbst geringste Lichtquellen reflektieren.

Riechen: Der Geruchssinn der Rennmaus ist ausgesprochen gut entwickelt. Ihre Umwelt nehmen sie über viele stark differenzierte Gerüche wahr und orientieren sich extrem an gelegten Duftspuren, mit denen sie ihr Revier markieren und an denen sie die Mitglieder ihrer Gruppe erkennen. Der Geruch spielt folglich eine sehr große Rolle im Leben der Rennmaus.

Fühlen: Rennmäuse besitzen eine Reihe von Tasthaaren (Vibrissen), die, wie bei den Katzen, links und rechts neben der Schnauze wachsen. Diese Haare sind fest und lang. Mit ihnen tasten sie ihre Umgebung ab und finden sich so auch hervorragend in absoluter Dunkelheit zurecht. Einer blinden Rennmaus ersetzen die Tasthaare die Augen. Die Tasthaare dürfen daher niemals geschnitten werden!

Gleichgewicht: Das hoch differenzierte Gleichgewichtsorgan der Rennmaus, welches im Innenohr liegt, ermöglicht es der Rennmaus, problemlos auf schmalen Kanten oder Seilen zu balancieren.

Geschlechterbestimmung[Bearbeiten]

Leider kann es vorkommen, dass beim Verkauf nicht ausreichend geschulte Verkaufskräfte in Zoohandlungen das Geschlecht von Rennmäusen falsch bestimmen. Viele Rennmaushalter bekommen dadurch ungewollten Nachwuchs, wenn anstatt eines gleichgeschlechtlichen Paares ein Männchen und ein Weibchen gekauft wurden. Um einen Fehlkauf und die damit verbundenen Folgen zu vermeiden sind hier einige wichtige Erkennungsmerkmale für Männchen bzw. Weibchen aufgelistet:

Das auffälligste Geschlechtsmerkmal eines männlichen Tieres ist der Hoden. Er liegt zwischen der Schwanzwurzel und den Hinterbeinen. Dadurch ist der Abstand zwischen dem Zapfen und dem After größer als der beim Weibchen. Auch haben die männlichen Tiere eine deutlich ausgeprägte Duftdrüse, welche an der Unterseite des Bauches liegt.

Weibliche Tiere besitzen 8 Zitzen. Die Verteilung ist in Paaren kurz vor sowie kurz hinter den Vorderbeinen und über den Hinterbeinen. Sie haben eine weniger ausgeprägte Duftdrüse und einen geringen Abstand zwischen Zäpfchen und After.

Die Geschlechterbestimmung bei Jungtieren fällt oft auch erfahrenen Züchtern schwer. Wenn die Jungtiere noch kaum Fell haben, kann man bei ihnen gut die Zitzen erkennen. Allerdings sollte man die Jungtiere deshalb nicht aus dem Nest reißen, da die Mutter durch dieses Verhalten eine unmittelbare Bedrohung für das Leben ihrer Jungtiere darstellen könnte, da frühzeitiges Anfassen der Tiere häufig Kannibalismus zur Folge hat. Im Interesse der Jungtiere sollte man daher sechs bis acht Wochen warten, bis sich die Hoden der männlichen Tiere herausbilden und man einen wachsenden Abstand zwischen Zäpfchen und After erkennen kann. Jedoch kann es auch vorkommen, dass sich bei den männlichen Jungtieren die Hoden erst später herausbilden. Deshalb sollten sie darauf achten, dass der Abstand zwischen Zäpfen und After nicht zu groß ist.