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GIMP/ Grundlegende Bildbearbeitung/ Der Werkzeugkasten

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Überblick[Bearbeiten]

Werkzeugkasten mit den 34 Werkzeug-Symbolen

Das Dock Werkzeugkasten ist eine Zentrale von GIMP. Es ist in vielen Fällen der Ausgangspunkt der Bildbearbeitung. Standardmässig erscheint das Dock Werkzeugkasten mit dem Dock Werkzeugeinstellungen zu einem Doppeldock verbunden. Obwohl das möglich ist, ist Einsteigern zu empfehlen diese zwei auch sachlich eng zusammengehörenden Docks nicht zu entkoppeln. Wenn die Programmoberfläche nicht verändert wurde, befindet sich das Doppeldock Werkzeugkasten - Werkzeugeinstellungen links vom Bildfenster.

Das ganze Doppeldock besteht aus drei Bereichen: Zuoberst befindet sich der eigentliche Werkzeugkasten, der per Default 34 verschiedene Werkzeuge enthält. Die Standardanordnung und -reihenfolge der Werkzeuge ist nicht zufällig; im Gegenteil folgen sich inhaltlich zusammengehörige Werkzeuge nacheinander. Diese faktische Gruppierung der Werkzeuge ist grafisch nicht wiedergegeben bzw. die "Gruppen" sind nicht voneinander abgegrenzt. Da die GIMP-Programmoberfläche eher den Ruf hat überladen zu sein, ist dies aber kein Vorwurf. In der Praxis werden die Werkzeuge immer einzeln gebraucht.

In einer Art Zwischenbereich, der technisch noch zum Dock Werkzeugkasten gehört, befindet sich eine Schaltfläche, mit der die Farbe von Vordergrund und Hintergrund geändert werden kann. Diese auf den ersten Blick nicht ganz intuitive Funktionalität hat eine grosse Bedeutung in GIMP, da so die Farbverwendung für zahlreiche Werkzeuge und Szenarien beeinflusst werden kann.

Der untere Bereich des Doppeldocks entspricht dem Dock Werkzeugeinstellungen. Hier sind für das jeweils gerade angewählte Werkzeug Optionen einstellbar. Wird ein anderes Werkzeug angewählt (es ist in GIMP immer genau ein Werkzeug angewählt, auch dann, wenn überhaupt nicht mit dem Werkzeugkasten gearbeitet wird), dann erscheinen automatisch die zugehörigen Optionen. Dieser Zusammenhang zwischen dem Dock Werkzeugkasten und dem Dock Werkzeugeinstellungen macht natürlich die Koppelung der beiden Docks zu einem Doppeldock besonders sinnvoll.

Die Hauptgruppen von Werkzeugen[Bearbeiten]

Wie schon erwähnt ist die Reihenfolge der Werkzeuge im Werkzeugkasten nicht zufällig, sondern "ähnliche" Werkzeuge folgen aufeinander. Im Prinzip lassen sich die Werkzeuge in vier inhaltliche Gruppen einteilen: Auswahlwerkzeuge, Messwerkzeuge, Transformationswerkzeuge und Malwerkzeuge. Die beiden Werkzeuge Pfade und Text lassen sich nur recht gewaltsam in eine dieser vier Gruppen zwängen (am ehesten noch würde Pfade zu den Auswahlwerkzeugen und Text zu den Malwerkzeugen gehören). Ebenfalls ausserhalb einer solchen Gruppierung steht die Schaltfläche zum Wechseln der Vordergrund- und der Hintergrundfarben; diese Funktionalität wird in der Regel nicht als Werkzeug im engeren Sinne gezählt, obwohl sie technisch ein Teil des Werkzeugkastens ist. Da es sich bei der Gruppierung letztlich nur um ein didaktisches Konstrukt handelt, dem auf der technischen Ebene von GIMP nichts entspricht, lohnt es sich nicht um diese Gruppierungsfrage allzu viel Aufhebens zu machen.

Eine vollständige und gleich gewichtete Beschreibung aller 34 Werkzeuge gehört in ein Handbuch, nicht in ein Lehrbuch. Obwohl dieses Kapitel alle Werkzeuge nennt und ihren Sinn zumindest in Kürzestform erklärt, sind die Werkzeuge hier ansonsten bewusst nicht gleich gewichtet erklärt: Werkzeuge, die zu einem verhältnismässig abgeschlossenen eigenen Kapitel gehören (etwa alle Auswahlwerkzeuge zum Kapitel Auswahl), sind grundsätzlich erst dort detailliert, und das heisst: bezüglich ihrer konkreten Verwendung, erklärt. Da das Kapitel hier nun aber ganz am Anfang des Buches steht, und die chronologisch vorgehende Leserschaft ohne Vorkenntnisse bisher ja noch gar kein Bild irgendwie bearbeitet hat, sind dennoch für einige Werkzeuge erste kleine Anwendungsbeispiele gegeben. Das lohnt sich beim Fehlen jeglicher Kenntnisse der Bildbearbeitung am besten für die Malwerkzeuge, obwohl ja eigentlich das Malen mit GIMP nicht das Hauptthema des Buches ist. Es handelt sich dabei aber nur scheinbar um einen Widerspruch. Man kann nämlich natürlich in GIMP sehr wohl in bestehende Bilder "hineinmalen", und wegen dem Fokus des Buches auf der Bildbearbeitung sind die ersten, bewusst sehr einfachen Anwendungsfälle so konzipiert. Es geht dabei noch nicht unbedingt um ein maximal sinnhaftes Tun im Sinne der klassischen Bildbearbeitung. Das Ausprobieren der Malwerkzeuge hat für den Einsteiger den sehr grossen Motivationsvorteil, dass sofort klare Ergebnisse wortwörtlich sichtbar sind, und dadurch ein erster Einblick ins Universum der Bildbearbeitung möglich wird.