Klettern/ Klettergurte

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Outdoor-Aktivitäten Klettern

Gurtarten[Bearbeiten]

Beim Klettern und im Bergsport werden heutzutage drei verschiedene Gurtarten eingesetzt: Der Hüftgurt (von manchen Herstellern auch als "Sitzgurt" bezeichnet), der Brustgurt (immer zusammen mit einem Hüftgurt und nie alleine) und der Kombigurt.

Hüftgurt[Bearbeiten]

Der Hüftgurt und seine Bestandteile

Ein Hüftgurt ist wie folgt aufgebaut:

  1. Anseilschlaufe
  2. Hüftschlaufe
  3. Größenverstellung der Hüftschlaufe
  4. Beinschlaufen
  5. Größenverstellung der Beinschlaufen
  6. Materialschlaufen
  7. Halteband für Beinschlaufen
  8. Beinschlaufenverbindung
  9. Mittenfixierung der Beinschlaufenverbindung

Anseilschlaufe[Bearbeiten]

Die Anseilschlaufe dient zum Einbinden ins Kletterseil. Üblicherweise besteht sie aus einem genähten und besonders verstärkten Bandring, der die Hüftschlaufe und die Beinschlaufen verbindet.

Besonders bei leichteren Klettergurten wird zum Teil auf diesen Bandring verzichtet und stattdessen die Beinschlaufenverbindung so an die Hüftschlaufe angenäht, dass sich oberhalb der Hüftschlaufe eine Anseilschlaufe bildet.

Für Rettungszwecke und Situationen, in denen es auf jedes Gramm ankommt, gibt es auch Hüftgurte ohne Anseilschlaufe. Bei diesen wird der Einbindeknoten dort um Beinschlaufenverbindung und Hüftschlaufe entlang geführt, wo die Anseilschlaufe verliefe, wenn sie vorhanden wäre.

Querverweise: Siehe auch Seiltechnik (Einbinden in das Sicherungsseil)


Hüftschlaufe[Bearbeiten]

Die Hüftschlaufe (manchmal auch Hüftband, Hüftgurt, Hüftgürtel genannt) verläuft oberhalb des Beckenknochens um die Hüfte.

Die Hüftschlaufe ist in der Weite verstellbar. Beim Sitzen im Gurt nimmt sie nur einen kleinen Teil des Körpergewichts auf, das Hauptgewicht wird von den Beinschlaufen getragen. Bei vielen Gurtmodellen sind an der Hüftschlaufe zwei oder mehr Materialschlaufen angebracht.

Bei den meisten Gurten verbindet die Anseilschlaufe die Hüftschlaufe mit der Beinschlaufenverbindung.

Beinschlaufen[Bearbeiten]

Die Beinschlaufen nehmen beim Sitzen im Klettergurt den größten Teil des Körpergewichtes auf. Es gibt verstellbare und nicht verstellbare Beinschlaufen.

Beinschlaufen, die sich in der Weite nicht verstellen lassen, sind leichter (das Gewicht der Schnallen entfällt) und sicherer (man kann keine Fehler beim Verstellen der Schnallen machen). Die fehlende Verstellmöglichkeit kann aber ein Nachteil sein, wenn man den Gurt auch im Winter (über dicker Kleidung) tragen will, oder wenn er von verschiedenen Personen verwendet wird (z.B. als Leihgurt).

Gurte mit verstellbaren Beinschlaufen können leichter von verschiedenen Personen oder mal mit dicker und mal mit dünner Kleidung getragen werden. Es gibt unterschiedliche Schnallensysteme, deshalb immer die Anleitung zum Gurt lesen.

Materialschlaufen[Bearbeiten]

Materialschlaufen dienen zur Befestigung von Klettermaterial. Starre Materialschlaufen aus Kunststoff (siehe Foto Petzlgurt) erlauben einen leichteren Zugriff zum Klettermaterial, da das angehängte Material durch die besondere Form nach vorne rutscht. Solche starren vorgeformten Materialschlaufen sind üblicherweise etwas abstehend. Das erleichtert die Handhabung des angehängten Klettermaterials.

Materialschlaufen aus Bandmaterial sind angenehmer, wenn über dem Klettergurt noch ein Rucksackhüftgurt getragen wird (zum Beispiel bei Hochtouren). Zum Teil werden solche Materialschlaufen "verkehrt herum" am Hüftband angenäht, damit sie wie Materialschlaufen aus festem Kunststoff vom Hüftband abstehen.

Einige Klettergurte verfügen über zwei Materialschlaufen aus festem Kunststoff vorne und zwei Materialschlaufen aus Bandmaterial hinten. Zusätzlich zu den normalen Materialschlaufen haben manche Hüftgurte am Rücken noch eine spezielle Materialschlaufe zur Befestigung des Magnesiabeutels.

Materialschlaufen dürfen nur für Material verwendet werden. Sie sind nicht ausreichend stabil, um einen Kletterer beim Sturz zu halten. Deshalb nie in die Materialschlaufen einbinden! (Vgl. [Sch01], S. 94f.)

Halteband für Beinschlaufen[Bearbeiten]

Die Beinschlaufen und die Hüftschlaufe sind auf der Rückseite durch Gummibänder verbunden, die verhindern, dass die Beinschlaufen zu weit nach unten rutschen. Bei manchen Modellen sind diese Bänder mit einer Schnalle am Hüftband befestigt. Dadurch lassen sie sich leichter aushängen, wenn man in die Verlegenheit kommt, angeseilt die Hosen runterlassen zu müssen.

Die Schnalle kann sich unter Umständen beim Laufen mit Rucksack lösen; man merkt das daran, dass die Beinschlaufen nach unten rutschen. Das ist ärgerlich, stellt aber kein Sicherheitsrisiko dar.

Einstellen des Hüftgurtes[Bearbeiten]

Bei korrekt angelegtem Gurt ist in den beiden Beinschlaufen und der Hüftschlaufe gerade noch soviel Platz, dass die flache Hand zwischen Körper und Gurt passt.

Die korrekt geschlossene Hüftschlaufe muss über der Taille so dicht sitzen, dass sie nicht nach unten über die Hüfte rutschen kann.

Material[Bearbeiten]

Leichte Hüftgurtmodelle bestehen aus Bandmaterial, das kaum aufträgt und relativ leicht ist. Bequeme Modelle haben breitere und dickere gepolsterte Schlaufen. Die Art des Materials hängt vom Verwendungszweck ab: Bei Gletschertouren nimmt man einen leichteren Gurt, bei Bigwalls einen dicken und bequemen Gurt, weil man stundenlang drinsitzt.

Nähte[Bearbeiten]

Tragende Nähte von modernen Klettergurten sind in Kontrastfarbe. Dadurch lassen sich Abnutzungen leichter erkennen.

Heißt es Hüftgurt oder Sitzgurt?[Bearbeiten]

Sitzgurt und Hüftgurt werden heute synomym gebraucht. Historisch gesehen gibt es aber einen Unterschied: Der erste Sitzgurt hatte nur zwei Beinschlingen und noch keine Hüftschlaufe (kann also noch nicht als Hüftgurt bezeichnet werden). Später wurde dann eine Hüftschlaufe hinzugefügt, damit man bequemer darin sitzen konnte. Sitzgurte ohne Hüftschlaufe sind heute nicht mehr im Handel, mit Sitzgurt wird heute ein normaler Hüftgurt bezeichnet (Vgl. auch [Sch01], S. 85 ("Der erste Sitzgurt")).

[Sch00]enthält auf S. 6 Zeichungen eines Sitzgurts und eines Hüftgurts. Der Sitzgurt hat zwar ein Hüftband, aber die Lastübertragung auf den Anseilpunkt erfolgt über zwei Bänder, die an der Außenseite des Hüftbands (rechs und links an der Hüfte) befestigt sind. Das Sitzen im Sitzgurt dürfte damit unangenehmer als im Hüftgurt sein.

Im vorliegenden Kapitel wird durchgängig die Bezeichnung "Hüftgurt" für den heute üblichen Gurttyp verwendet.

Brustgurt[Bearbeiten]

Brustgurt in klassischer Hosenträgerform

Brustgurte gibt es in zwei Formen: die klassische Hosenträgerform (ein Band oder parallele Seilstränge unterhalb der Arme um den Brustkorb und zwei Bänder oder Reepschnurschlingen von hinten nach vorne - ähnlich wie Hosenträger) und die Achterform (Schmetterlingsform). Manche Brustgurte haben auch Materialschlaufen. Brustgurte werden immer zusammen mit einem Hüftgurt und nie alleine verwendet. Längeres Hängen in einem Brustgurt führt zum Erstickungstod.

Aufbau[Bearbeiten]

Beim abgebildeten Brustgurt in Hosenträgerform sieht man

  1. die über die Schultern verlaufenden größenverstellbaren Reepschnurschlingen und
  2. die zusätzlichen Materialschlaufen.

In der Detaildarstellung sind die Anseilstellen des Brustgurtes zu sehen. Die Anseilpunkte eines Brustgurtes werden immer vorne in der Mitte der Brust getragen.

Verstellbarer Brustgurt in Achterform mit Bandstück zum Einbinden.

Einstellen des Brustgurts[Bearbeiten]

Brustgurte und Kombigurte sollen Platz zum Atmen lassen, aber so eng am Körper sitzen, dass kein starkes Verrutschen des Gurtes (über Körpergelenke hinweg) möglich ist.

Einbinden mit Hüftgurt und Brustgurt[Bearbeiten]

Zum Einbinden mit Brustgurt und Hüftgurt dient ein Stück Bandmaterial von etwa 1,5 m Länge. Es wird durch die Anseilschlaufe des Hüftgurts geführt und mit einem Sackstich verknotet. Der Knoten sollte sich etwas unterhalb des Brustbeins befinden. Die beiden Enden werden dann durch die Einbindeschlaufen des Brustgurts geführt und mit einem Bandschlingenknoten oder Sackstich verbunden. Der Knoten lässt sich leichter binden, wenn man dabei einen Buckel macht.

Anschließend wird das Sicherungsseil durch die obere und untere Öffnung der durch das Band gebildeten Acht eingebunden.

Improvisierter Brustgurt[Bearbeiten]

Ein Brustgurt in Achterform (8) lässt sich auch leicht aus einer Bandschlinge (80 oder 120 cm) improvisieren. Dabei wird die Bandschlinge einmal zu einer Acht gekreuzt und dieses Kreuz zwischen den Schulterblättern getragen. Die Schlaufen der Acht werden über die Schultern nach vorne zu Brust um die Arme herum getragen. Larcher/Zak empfehlen in "Seiltechnik" (S. 25), die Bandschlinge im Rücken zweimal zu kreuzen, da dies bequemer sei.

Orthostatischer Schock[Bearbeiten]

Der Brustgurt ist nur in Verbindung mit einem Hüftgurt zu verwenden, nie alleine! Das Hängen im Brustgurt (ohne Hüftgurt) führt bereits nach wenigen Sekunden zu starken Schmerzen und dann zum so genannten orthostatischen Schock („Hängetrauma“). Bereits nach kurzer Zeit kommt es zu ernsten Kreislaufschäden und schließlich zum Tod.

([Sch01], S. 83)

Zum anderen Band der Outdoor-Aktivitäten: Erste Hilfe im Gelände (Hängetrauma)


Kombigurt[Bearbeiten]

Aufbau des Kombigurtes

Der Kombigurt (Komplettgurt) wird in kleineren Ausführungen manchmal auch als Kindergurt bezeichnet. Beim abgebildeten Modell sind der "Brustgurt" und der "Hüftgurt" farblich unterschieden. Der obere blaue Teil wird wie ein Brustgurt getragen, der untere gelb-schwarze Teil wird wie ein Hüftgurt getragen. Der Kombigurt verhält sich dadurch ähnlich wie eine Kombination aus Brustgurt und Hüftgurt.

Kombigurte sind wie folgt aufgebaut:

  1. Beinschlaufen (Säße jemand im Gurt, wäre sein Po hinten und die Füße würden nach vorne zeigen.)
  2. Rückenverbindung der Beinschlaufen (verläuft beim angelegten Gurt im Bereich der Lendenwirbelsäule)
  3. Anseilringe (Diese verbinden den blauen Brustgurt mit dem gelb-schwarzen Beinschlaufen. Die Anseilringe entsprechen der Anseilschlaufe beim Hüftgurt. Beim angelegten Gurt liegen sie vor dem Körper zwischen Bauch und Brust. Immer beide Anseilringe verwenden!)
  4. Materialschlaufen (Die Materialschlaufen werden unter den Armen vorne Richtung Brust getragen. Nicht zum Einbinden verwenden!)
  5. Rückenkreuz des Brustgurts (Sollte hinten am Rücken zwischen den Schulterblättern sitzen.)
  6. Größenverstellung Brustgurt
  7. Größenverstellung Beinschlaufen

Dem Kombigurt wird ein schlechter Hängekomfort nachgesagt. Der Anseilpunkt beim Kombigurt ist höher als beim Sitzgurt, deshalb hängt man im Kombigurt aufrechter. (Vgl. [Sch01], S.83). Ich

Verschlussarten/Schnallen[Bearbeiten]

Idealerweise sollte eine Schnalle so konstruiert sein, dass sie entweder vollständig offen oder richtig geschlossen ist.

Je weniger Schnallen ein Gurt hat, desto geringer ist die Gefahr, den Gurt falsch anzulegen. Es gibt Hüftgurte mit festen Beinschlaufen, die in ihrer Größe nicht variabel sind. Dabei muss man natürlich beim Kauf auf die richtige Größe achten.

Schnallen zum Rückschlaufen[Bearbeiten]

Verstellen einer Schnalle mit Zurückschlaufen

Bei dieser Art von Schnalle lassen sich die Gurtbänder komplett aus der Schnalle entfernen. Diese Schnallen müssen immer zurückgeschlauft werden.

Die Aufschrift Danger (Englisch für Gefahr) weist auf die Gefahr durch ein falsch eingeschlauftes Gurtband hin. Nur wenn das Band korrekt zurückgeschlauft wurde, wird die Aufschrift verdeckt: Bild 6.

Sobald der Gurt korrekt geschlossen ist, sollte überstehendes Bandmaterial am Gurt verstaut werden. Einige Gurte haben dafür spezielle Vorrichtungen. Man kann die Gurtenden aber auch einfach unter die Hüftschlaufe stecken. Das überstehende Bandmaterial sollte mindestens 10 cm aus der geschlossenen Schnalle herausschauen. Ist dies nicht der Fall, ist der Gurt zu klein.

Schnallen ohne Rückschlaufen[Bearbeiten]

Die verstellbare Doubleback-Schnalle lässt sich nicht vollständig öffnen.

Z.B. bei Petzl-Gurten. Der Gurt lässt sich mit der Schnalle enger und weiter stellen, aber er lässt sich nicht komplett aus der Schnalle entfernen. Das kann beim Anziehen u.U. etwas umständlicher sein. Die Handhabung ist aber einfacher und damit sicherer.

Schnallen zum Öffnen aus zwei Teilen[Bearbeiten]

Klickverschluss von Mammut: links offen, rechts geschlossen.

Z.B. Mammut Everest.

Die Beinschlaufen lassen sich komplett öffnen, was das Anziehen z.B. mit Ski erleichtert.

Es ist darauf zu achten, dass das lose Gurtende nach außen zu liegen kommt. Ansonsten hält die Schnalle nicht und es ist ihr nicht sofort anzusehen.


Metallschnallen von Petzl[Bearbeiten]

Von Petzl gibt es Metallschnallen, die zusammengeklickt werden.

Klettverschluss[Bearbeiten]

Es gibt auch Gurte mit reinen Klettverschlusssystemen. Durch die Bauform bedingt wird bei Zug auf die Anbindeschlaufe keine Belastung auf den Klettverschluss ausgeübt, so dass dieser sich nicht unbeabsichtigt öffnen kann (z.B. Boreal Aero Light, Bild???). Da auf Metallschnallen hier komplett verzichtet werden kann, ist dadurch ein sehr leichter Gurt herstellbar.

Nichttragende Schnallen[Bearbeiten]

Manche Klettergurte haben Klettverschlüsse oder Kunststoffschnallen, die das Anlegen erleichtern sollen. Damit kann man den Gurt provisorisch anlegen, bevor man die Schnallen schließt. Der Gurt kann dann nicht mehr herunterrutschen und die tragenden Schnallen lassen sich leichter schließen. Ein solcher Klettverschluss ist alleine natürlich nicht ausreichend. Die Schnallen müssen unbedingt auch geschlossen werden. Diese Art von Klettverschluss öffnet sich leicht bei der ersten Belastung. Das damit verbundene Geräusch kann einen erschrecken, ist aber nicht gefährlich, solange die tragenden Schnallen richtig geschlossen sind.

Brustgurt - ja oder nein?[Bearbeiten]

Die Frage, ob mit oder ohne Brustgurt angeseilt werden soll, ist zur Zeit unter Fachleuten umstritten.

Grundsätzlich gibt es zwei mögliche Anseilpunkte: Anseilen am Hüftgurt (Anseilpunkt in Hüfthöhe) oder Anseilen mit Hüft- und Brustgurt (Anseilpunkt zwischen Nabel und Brustbein). Beide Anseilmethoden haben Vor- und Nachteile:

Nur Hüftgurt:

  • Bequemer zu tragen
  • Aufrechtes Sitzen nach einem Sturz erfordert Muskelanspannung
  • Gefahr einer Lendenwirbelsäulenverletzung durch den Fangstoß (Klappmessereffekt)
  • Gefahr einer Kopfverletzung, wenn der Kopf beim Sturz nach hinten fällt und an die Wand schlägt
  • Kinder können beim Sturz aus dem Gurt fallen

Hüft- und Brustgurt:

  • Auch bei Bewusslosigkeit hängt man nach einem Sturz aufrecht
  • Geringere Belastung der Lendenwirbelsäule durch den Fangstoß
  • Höhere mögliche Belastung der Halswirbelsäule beim Fangstoß
  • Unbequemer zu tragen
  • Gefahr von Gesichtsverletzungen durch Anschlagen an die Wand
  • Leichteres Abseilen mit schwerem Rucksack

Die Bedeutung dieser Vor- und Nachteile wird von Fachleuten unterschiedlich beurteilt. Insbesondere besteht keine Einigkeit darüber, ob grundsätzlich mit Hüft- und Brustgurt anzuseilen ist und man den Brustgurt in bestimmten Fällen weglassen kann, oder ob Anseilen nur mit dem Hüftgurt die Regel ist, und der Brustgurt nur in bestimmten Situationen erforderlich ist. Es herrscht aber weitgehend Einigkeit über folgenden Punkte:

Hüftgurt und Brustgurt sollen in folgenden Fällen zusammen getragen werden:

  • geneigtes Gelände, in dem Felsberührung während eines Sturzes unvermeidbar ist und zum unkrontrollierten Sturz führt;
  • alpines Gelände (wenige und unsichere Sicherungspunkte);
  • kein ausreichendes Sturztraining;
  • Personen, die aus dem Hüftgurt rutschen können: Kinder, bei denen die Hüfte noch nicht stark genug ausgeprägt ist.
  • Beim Klettern mit erhöhtem Schwerpunkt: Schwerer Rucksack, Kinder und Kleinkinder, bei denen der größere Kopf im Verhältnis zum noch nicht ausgeprägten Körper zu einem höher liegenden Körperschwerpunkt führt

Der Hüftgurt allein ist in folgenden Fällen ausreichend:

  • Sportklettern in sturzfreundlichem Gelände (überhängender Fels mit zuverlässigen Sicherungspunkten, Kletterhalle)
  • Keine allzu großen Hakenabstände.
  • Ausreichendes Sturztraining.

Brustgurt bei Kindern[Bearbeiten]

Bei Kindern liegt der Körperschwerpunkt höher als bei Erwachsenen. Durch die Verwendung eines Brustgurtes oder Kombigurtes kann bei ihnen ein Überkippen des Oberkörpers beim Sturz verhindert werden.

Kinder haben eine weniger stark ausgeprägte Hüfte als Erwachsene, bei einem Sturz ist die Gefahr höher, dass sie aus einem Hüftgurt rutschen. Auch das lässt sich durch die Verwendung eines Brustgurtes oder Kombigurtes verhindern.

Expertenmeinungen[Bearbeiten]

  • "Sicherheit in Fels und Eis",von Pit Schubert, Band 1, S. 85 - 93
  • "Ist der Brustgurt passé?" von Michael Larcher, Berg & Steigen, Ausgabe 2/00, S. 29-31 (mit Informationen von Petzl)
  • DEAD LINK...[1] - Protokoll einer Expertendiskussion zur Verwendung von Brustgurten, veranstaltet vom Österreichischen Kuratorium für alpine Sicherheit

Geschichte des Klettergurts[Bearbeiten]

([Sch01], S. 82-85)

  • Bis in die dreißiger Jahre direktes Einbinden mit Seil um den Bauch
  • Bis in die sechziger Jahre direktes Einbinden um den Brustkorb (lebensgefährlich bei längerem Hängen im Seil: orthostatischer Schock)
  • Erste Gurte aus Gurtzeug von Fallschirmspringern improvisiert, Ende der sechziger Jahre erster Sitzgurt mit zwei Beinschlaufen und zwei Anseilschlaufen
  • Später wurde noch ein Bauchgurt hinzugefügt, die heutige Form ist entstanden