Mehr wilde Natur durch Gartenrenaturierung/ Grundwissen

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Der Boden[Bearbeiten]

Beschaffenheit und Bewohner des Bodens sind eine ungeheuer komplexe Angelegenheit. Man muß verstehen, daß es für den natürlichen Kreislauf der Natur elementar wichtig ist, das...

a. alles gewachsene, tierische und pflanzliche Leben irgendwann abstirbt und in der Regel neben Fäkalien auf die Erdoberfläche fällt. Auf dem Boden und in den ersten 30 cm Bodentiefe, der Humusschicht, spielen sich wichtige Prozesse ab. Je tiefer, desto kleiner werden Käfer, Schnecken, Würmer, Krebstiere (Springschwänze), bis hinunter zu kleinsten Mikroorganismen (Bakterien), die alle organischen Stoffe zerlegen und zersetzen, hin zu den einzelnen Elementen (bzw. Oxyden), aus denen sie einst bestanden. Der Prozess, um Holz zu zerlegen, besorgen Pilze, die einzig in der Lage sind, den zur Verholzung stabilisierenden Stoff Lignin zu zersetzen. Erst dann machen sich die anderen Tierchen und Mikroorganismen über den Rest der Zellstruktur her.

b. 90 % aller Pflanzen eine Symbiose mit dem Myzel von Pilzen (Mykorrhiza) eingehen. Feinste Pilzfäden umschließen und dringen in die Wurzeln der Pflanzen ein. Da der Pilz eine Art Mischwesen ist, kann er im Gegensatz zu Pflanzen keine Photosynthese betreiben und benötigt daher zwingend den Zucker, den die Pflanzen produzieren und in ihren Wurzeln einlagern. Der Pilz gilt demnach als dominant, und die Pflanze dient als Wirt. Neueste Forschungen deuten jedoch darauf hin, daß der Pilz in umgekehrter Richtung die Pflanzen mit Wasser und mit gewissen anderen Elementen, die sie zum Wachstum brauchen, versorgt. (Mineralien bzw. Elemente wie z. B. Phosphor, Stickstoff oder Eisen.)

c. mehrjährige Pflanzen den Zucker gemäß der jahreszeitlichen Temperaturwechsel in ihren Wurzeln und anderen, mannigfaltigen Gefäßen speichern, um z. B. im Frühling wieder das Wachstum von Blattwerk, Blüten, Holz etc. anzutreiben. Der Wasserbedarf der Bäume treibt sein Wurzelwerk weitaus tiefer (bis 40 m) in den Boden, als daß sie an der Oberfläche in die Höhe wachsen. Es ist bis heute nicht gänzlich erforscht, wie sie mit dem Kapillareffekt das Wasser bis ca. 1 Meter im Stamm über der Oberfläche drücken, bzw. durch den Verdunstungseffekt der Blätter bis in die Krone hochziehen, um es an die Atmosphäre wieder abzugeben.

d. Regenwürmer über 1 Meter tiefe Röhren und Gänge in die Erde treiben. So sorgen sie für die Durchlüftung des Bodens mit Sauerstoff und helfen, daß neben Bakterien das Regenwasser in die Tiefe dringen kann – bis eine wasserdichte Schicht es aufhält. Außerdem ziehen sie gerne verrottende Blätter in ihre Röhren, um sie zu fressen. Das Verdaute der Würmer ist allerbester Bestandteil von gutem Humus. (siehe auch Regenwurm)

Der größte Teil aller Böden in Deutschland ist durch Nutzung von schwerem Gerät, Fahrzeugen und anderen Versiegelungsarten verpresst worden. So tief wie ein Pflug reicht, liegt darunter eine nahezu wasserdichte Schicht, die nach starken Regenfällen auffällig wird, denn das Wasser versickert wochenlang nicht in der Erde. Alle Tiefwurzler haben darunter zu leiden – es ist leider unumkehrbar. Ein schweres Erbe.

Düngen & Humus[Bearbeiten]

Auf einem Komposthaufen vergehen alle rein organischen Stoffe zu Humus (außer Fleisch oder Knochen!). Schnecken, Würmer, Asseln, Käfer, Pilze und Bakterien sorgen für den Zersetzungsprozess (Wärme) zu nährstoffreicher Erde.

Er soll grundsätzlich zweiteilig und mit seitlichen Brettern bzw. Unterbrechungen für Luftzufuhr umfriedet sein. Meint: links kompostieren, rechts bereits kompostierte Erde bereitstellen. Links werden je drei Schichten mit Grünabfällen, Blättern/dünnen Ästen und fertigen Humus von rechts aufgetragen bzw. geimpft. Überschreitet der Komposthaufen die Höhe seiner Umfriedung, einfach Rasenschnitt ca. 15 cm abdeckend darauf legen und ein paar Monate bis zum Frühling sich selbst überlassen. Man nutzt also ungefähr 1/3 Komposterde aus der rechten Kammer zum Schichten in der linken Kammer. Dann wird im Folgejahr gebenenfalls gewechselt. Wird der Humus durch die Aktivitäten der Bakterien nicht gärend warm, kann man schichtweise mit Hilfe sog. Branntkalks nachhelfen (auch gebrannter Kalk oder Ätzkalk – trocken lagern!) durch dessen Reaktionsfähigkeit mit Feuchtigkeit bzw. Wasser.

Humus auf den Beeten jährlich und nicht ganz deckend aufstreuen. Nicht untermischen! (3 Liter Humus – Eimermaß – auf 1 Quadratmeter.)

Mulchen, also Rasenschnitt, gehäckseltes Holz oder Stroh auf dem Gemüsebeet um die Gemüsepflanze legen, wird dankbar angenommen. Es bedeckt, düngt und verhindert konkurrierende Kräuter in naher Umgebung.


Phacelia tanacetifolia

Phacelia (Amerika, geduldeter Neophyt) gilt als gute Humuspflanze (auch Gründüngungspflanze). Mit dem Absterben reichert sie den Boden von ganz alleine an und ist im Frühling und Sommer eine sehr attraktive, nektarreiche Blühpflanze. Den metallischen Glanz der Blüte kann ein digitales Foto leider nicht einfangen, nur das eigene Auge kann den richtig wahrnehmen.

Die flüssige Jauche der Brennnessel gilt ebenfalls als gutes Düngemittel, da die Pflanze in sich jede Menge Stickstoff anreichert – zu sehen als kleine, weiße Kügelchen am Fuß der Pflanze. Um den Boden etwas aufzuwerten, kann man auch Holzkohle mit hineinbröseln. Holzkohle (Kohlenstoff) speichert Feuchtigkeit. Je dunkler die Erde, desto besser.

Gründüngungspflanzen: Phacelia, Ringelblume, Buchweizen, heimische Lupine, Luzerne (winterhart).

Hornspäne als Langzeitdünger sind sehr zu empfehlen. Zweimal pro Jahr ein paar Handvoll Hornspäne auf dem Gemüsebeet ausbringen wirkt Wunder.

Fazit: Selbst produzierter Humus mit Hornspänen – das Beste, was man dem Gemüsebeet verabreichen kann. Gegenüber der Verwendung von künstlichem Dünger besteht der Vorteil von selbst gemachtem Dünger darin, daß der Boden niemals überdüngt wird und daß er es den Pflanzen ermöglicht, sich nur die Nährstoffe herauszuholen, die sie auch wirklich brauchen. Überdüngung sehen Sie an den Feldrändern auf dem Agrarland: Stickstoffliebende Pflanzen wie Brennessel und Quecken (Gras) verdrängen nahezu alle anderen Pflanzen auf solchen Streifen.

Sie sind ein gesunder Mensch – meint: Nichtraucher und nehmen keine Medikamente ein? Da können sie getrost in ihren Garten pinkeln oder auf den Komposthaufen. Im menschlichen Urin finden sich Stickstoff, Kalium, Magnesium und pro Tag 1,6 - 1,7 Gramm Phosphor. Allein damit könnte ein erwachsener Mensch komplett eine Fläche von 400 Quadratmetern düngen.


Einen bequemeren Weg der Düngung im Gemüsebeet stellen neuartige, biologische Klee-Pellets dar.

Wer sich die Mühe machen möchte, kann auch Terra Preta versuchen: eine jahrtausendealte, nahezu vergessene Humuskultur aus Südamerika.


Vermeiden Sie unbedingt Kuhdung oder Pferdeäpfel. Was früher einst gut gemeint und nützlich war ist heute manchmal nicht gut: Dort finden sich spezielle Gifte aus Unkrautvernichtungsmitteln (Herbizide), die von Warmblütern nicht aufgenommen und wieder ausgeschieden werden. In der Weidewirtschaft wird das Herbizid Simplex® mit dem Wirkstoff Aminopyralid unter anderem gegen giftige Arten von Kreuzkräutern benutzt. Tomatenflanzen, Möhren, Kartoffeln und Salat zum Beispiel reagieren besonders stark auf derlei Gifte, zeigen Entwicklungsstörungen und Sie kontaminieren ihren Boden!

Zu Unterlassen ist unbedingt der Kauf von Komposterde. Die ist leider stark durchsetzt mit geschredderten Plastikresten, da vom Bürger in der sogenannten Biotonne nicht nur organische Reste gesammelt werden. In gewisser Weise zu verstehen, weil es bei warmen Temperaturen schnell gärt und stinkt und die Tonnen nur im 4-Wochen-Rhythmus geleert werden. Kunststoffe kontaminieren Ihre Erde über Jahrhunderte und Mikroplastik gelangt z. B. durch Regenwürmer in die Tiefe.

Der Versuch ist gut, das Verhalten der Tonnennutzer zumeist nicht. Jede Menge Plastik wird dort unbedacht und gedankenlos mit hineingeworfen. In einigen Städten bzw. Bundesländern werden bereits mit Plastik angereicherte Füllungen der Biotonne nicht mehr abgefahren und gar mit Bußgeldern belegt. Die Humusproduktion über die Biotonne der Abfallwirtschaft ist leider gescheitert.

Allein die Komposterde von extra abgefahrenen Grünabfällen hat den Ruf, sauber zu sein.


Apfelbäume: Mineralstoffmangel im Boden kann das Aufplatzen ganz junger, grüner Äpfel bewirken! Über 2 Jahre halbjährlich mit ein paar Handvoll Mineralien düngen. (Kalium, Schwefel, Magnesium-Mix aus dem gängigen Landhandel) und sofort eine natürliche Düngung durch eine sog. Permakultur mit Totholz einleiten.

Permakulturen[Bearbeiten]

Zunächst besorgen wir uns, als Starter sozusagen, richtig verrottendes Totholz in kleinen, umliegenden Wäldchen und legen sie unter Obstbäumen und beerentragenden Büschen ab. Das bringt alle nötigen Organismen als Impfung mit: Schneckchen, Algen, Pilze, Käfer und Kleinstlebewesen. Dann bilden wir darauf kleine Häufchen mit Holz. Die Wirkung der natürlichen Düngestoffe setzt sofort ein und und braucht lediglich jährlichen Nachschub an Zweigen und dünnen Ästen, die in unserem Garten produziert werden. Hier so eine Maßnahme:


Auf diese Weise schafft man sich sogenannte Permakulturen[1] an. Zusätzlich unter Obstgehölz angepflanzte, heimische Lupine und Luzerne sind sehr stickstoffhaltig und gut für Bäume. Künstliche Düngemittel sind hier somit überflüssig. Der ganze Prozess vollzieht sich auf ganz natürlichem Weg: Einmalig impfen mit Totholz aus dem Wald – dann nur noch jährlich Holz nachlegen.

Saatgut[Bearbeiten]

Pflanzen sind...

  • einjährig (gelegentlich auch sommer- bzw. winterannuell[2]),
  • zweijährig (blühen erst im 2. Jahr) beziehungsweise
  • mehrjährig (3 - x Jahre, also Staude, Busch oder Baum).

Pflanzen überwintern in Gefäßen wie Wurzeln, Knollen, Rhizomen oder als kleine Zwiebel, z. B. Krokus.

Beschäftigen sie sich mit den Keimauslösungen des Saatguts, denn es gibt grob...

  • Licht- (Samen auf die Erde, maximal nur andrücken, feucht halten),
  • Dunkel- (Samen unter die Erde, grobe Richtlinie / Beispiel: Saatkorn 1 cm dick → 3 cm tief) und eine zusätzliche Eigenschaft mancher Pflanzen, die eine oder gar zwei Kalt- oder Frostphasen benötigen, sogenannte...
  • Kaltkeimer.

Licht- und Dunkelkeimer unterscheiden sich grob nach Masse bzw. Gewicht, meint: je kleiner, schlanker und leichter = Lichtkeimer im Millimeter-Bereich. Dick und schwer = Dunkelkeimer, denn letztere brauchen viel mehr Energie um an die Erdoberfläche durchzustoßen. Die Grenze ist schwammig. Es ist eine grobe Leitlinie. Beispiel: Klatschmohn: 1 mm = Lichtkeimer (Lk). Erbse: 1 cm = Dunkelkeimer (Dk).

Faktoren wie Erdfeuchte, Temperatur, Sauerstoff, Licht und Dunkelheit spielen hier eine Rolle. Achten Sie auf die günstigen Monate zur Aussaat im Freiland.

Es gibt sogar Samen, die zunächst durch einen sauren Vogelmagen müssen oder gar seltene Feuerkeimer, deren Keimauslösung nur nach einem 150 °C heißen Feuer geweckt werden.


Samen erhält man nur aus sicherer Quelle oder Institutionen, die freies Saatgut nachhaltig pflegen. Alte und regional angepasste Sorten sollen es sein, samenfest und biologisch. Seien es Wildpflanzen oder alte Gemüsesorten: Im Supermarkt oder Gärtnereien erhalten Sie diese nicht. Auf das Kleingedruckte ist unbedingt zu achten. Lässt man z. B. eine sogenannte Hybridpflanze auswachsen und ausblühen, werden daraus keine keimfähigen Samen hervorgebracht.

Darüber hinaus begeben Sie sich auf unsicheres Terrain. Seit 1989 steht Ihnen das Saatgutverkehrsgesetz und die nachgestellte Saatgutverordnung im Wege. Demnach ist es verboten, ohne anerkannte Lizenz für eine Sorte deren Samen weiterzureichen oder zu verkaufen. Diese Bevormundung der Bürger – was sie essen dürfen oder was nicht – und die Ausmerzung alter Sorten im Sinne industrieller Saatguthersteller, ist mehr als nur ein Anlass zu großer Sorge. Denn sie treiben Menschen in die Illegalität, die diese alten Sorten sorgsam erhalten, pflegen und weiterreichen.


Liste Hersteller von Bio-Saagut, sichere Bezugsquellen:

Vergesellschaftungen[Bearbeiten]

Beginnende Vergesellschaftung mit Weißer Taubnessel
Totale Vergesellschaftung mit Brennnessel

Im Laufe der Zeit kann es zu Vergesellschaftungen von Pflanzen kommen. Bei günstigen Bedingungen wie Lichtmenge oder Bodenbeschaffenheit z. B. beginnen Sie, über Wurzelausläufer oder oberirdische Ausläufer Klone zu bilden, und sind recht erfolgreich darin, alle anderen Pflanzenarten in diesem Bereich vollständig zu verdrängen.

Disteln und Knoblauchsrauke z. B.: sie tauchen im Laufe des Jahres auf und verschwinden nach der Ausbildung von Sämlingen wieder (einjährig). Brennnesseln, Farnkraut, Taubnessel oder Bärlauch (Wald) ziehen sich in ein weitreichendes Wurzelgeflecht zurück, so haben sie die Möglichkeit, sich nicht nur per Samen, sondern auch durch Wurzelausläufer auszubreiten. (Planzen-Liste: ges.)

Sogenannte Bodendecker sind im gärtnerischen Sinn dauerhafte, immergrüne Pflanzen wie Beinwell oder Balkan-Storchschnabel.

Ist in der Natur aus verschiedenen Gründen nackter Boden entstanden, nach Überschwemmungen, Erdrutschen oder Brand beispielsweise, machen sich recht schnell sogenannte Pionierpflanzen darüber her, z. B. die Vogelmiere. Auch sie ist einjährig und erscheint teppichbildend auf frisch bearbeiteten Böden jedes Jahr neu, solange sich nicht andere, lichtraubende Pflanzen eingestellt haben. Dann ist sie wieder fort.

Auf kargen, harten, trockenen Böden und Schutthalden siedeln sogenannte Ruderalpflanzen: Wegrauke, Sophienrauke, Weißer Gänsefuß, Feld-Ehrenpreis, Acker-Siefmütterchen.

Auch Pflanzen-Gemeinschaften können sich bilden: Sympathisierender Klatschmohn und Kornblume im Getreide war bis 1970 noch recht weit verbreitet (Kulturfolger des Menschen im Getreideanbau).

Vorziehen[Bearbeiten]

Die Notwendigkeit, Gemüse oder andere Pflanzen in Töpfchen oder Schalen etc. vorzuziehen, basiert schlicht auf der Tatsache, daß gewisse Pflanzen aufgrund unserer geologischen Lage gar nicht die Zeit haben auszuwachsen, geschweige denn reife Früchte zu tragen. Oder es sind lästige Feinschmecker scharf auf sehr zartes Grün: Ein geschützter Ort oder eine Abdeckung kann das verhindern. Dunkelkeimer vorziehen mit schwarzen Abdeckungen geben mehr Wärme ab.

Die Wärme und Licht liebende Freilandtomate z. B. ist hier Mitte Juni noch keine 10 cm hoch. Gelegentlich reicht es noch für grüne Früchte kurz vor dem Herbst. Schon einstellige Temperaturen oder gar leichter Bodenfrost geben der Pflanze schnell den Rest. Manche zarte Pflanze kann auch über Nacht von diversen Hungernden komplett aufgefressen werden, von Schnecken, Raupen, Käfern, Hasen oder Mäusen.

Heil dem, der ein kleines Gewächshaus sein Eigen nennt. Sonst bleibt eben nur Gemüse vorziehen im Haus oder in einem warmen Vorraum mit viel Sonnenlicht. Sie können die Erde vom Komposthaufen nutzen, sollten ihre Aufzucht aber aufmerksam kontrollieren. Denn falls sich ein Schneckchen oder Ähnliches in der Erde verborgen hält, kann das sehr schnell zu Verdruß führen. Sogenannte stickstoffarme Anzuchterde ist absolut nicht nötig. Kostet in der Regel unnötig Geld und beinhaltet Mikroplastik.

Tip: Hülsenfrüchte wie Erbsen z. B. können in einem Glas Wasser maximal 24 Stunden vorgequellt werden. An der Oberfläche schwimmende Erbsen aussortieren, denn sie keimen nicht.

Bestäubung[Bearbeiten]

Es gibt verschiedene Arten der Bestäubung in der Natur: Wind, Insekten und seltener andere Tiere wie Vögel z. B., in China sogar Menschen (Obstgehölze).

Löcherbiene auf Wiesen-Flockenblume

Es kann über eine Woche dauern, bis sich z. B. unter den Bienen herumgesprochen hat, daß in einem bestimmten Bereich des Gartens erste frische Blüten aufgegangenen sind. Manche Pflanzen stellen auch mit einer ersten Blüte noch gar keinen Nektar zur Verfügung. Also keine Sorge, wenn ganz frisch Erblühtes nicht sofort angeflogen wird. Das betrifft den Beobachtungungen nach jede Pflanze, die ein Insekt als Bestäuber braucht. Die klassische, von Menschen gezüchtete Honigbiene hat bei der Bestäubung in der Pflanzenwelt nur eine marginale Bedeutung und ist unter der breiten Öffentlichkeit völlig überbewertet. Hummel und Solitärbiene spielen hier die entscheidende Rolle.


Der Begriff Sortenreinheit bedeutet: Wenn sich z. B. windbestäubende Möhren der Sorte A mit den eigenen bzw. selben Pollen seiner Sorte bestäuben, ist das erzeugte Saatgut sortenrein. Meint: es wächst die selbe Möhre A aus so einem Saatkorn.

Steht aber eine andere Sorte Möhre B in der Nähe und bestäubt mit ihren Pollen die Blüten der Möhre A, entsteht aus dem Saatkorn der Möhre A ein Zwitter: eine Möhre AB. Die Sortenreinheit ist also durchbrochen, nicht mehr gewährleistet.

In diesem Fall können Sie nur sortenreines Saatgut erstellen, indem Sie die Blüte der Möhre A von der Umwelt komplett isolieren, z. B. eine Plastiktüte darüberstülpen, so daß nur der eigene Pollen die Blüte bestäubt.

Arbeiten im Garten[Bearbeiten]

Dunkle, am besten schwarze Arbeitsklamotten, vom Gummistiefel, Stulpen-Lederhandschuh (15-cm-Stulpen), gefühlsnahem Gartenhandschuh bis zu einem breitkrempigen Hut, sind zu empfehlen. Die UV-Strahlung der Sonne ist sehr hart, Hautkrebs ist die Folge: Schwarze Kleidung schützt am besten. Helle Kleidung dagegen hält lästige Mücken fern, und Zecken kann man darauf rechtzeitig erkennen.

Vernünftiges Arbeitsgerät gehört auch dazu. Auch Gebrauchtes aus Haushaltsauflösungen z. B. tut es. Eine Grundausstattung:

  1. Spaten
  2. Schippe (klein)
  3. Mistgabel (vierzackig)
  4. Sauzahn
  5. Jäter
  6. Rechen (vierzehnzackig)
  7. Baumsäge
  8. Astschere
  9. Schiebkarre

Achten Sie bei Neukauf unbedingt auf unnötig lackierte Arbeitsflächen ihres Arbeitsgeräts, denn diese schädlichen Substanzen landen über kurz oder lang durch Abnutzung oder Korrosion in der Erde. Reines Metall, Stiel aus Holz und naturbelassene Holzgriffe sind schlicht am besten.

Für die Pflege eines Wasserbiotops sind sogenannte Watstiefel mit hohem Schaft oder eine Anglerhose sinnvoll. Ein scharfes, unsinkbar gemachtes Messer mit kurzer Klinge hilft, dichtes Wurzelgeflecht zu teilen.

Anmerkungen[Bearbeiten]

  1. Der Begriff Permakultur ist auch für ein gewölbtes, in Nord-Süd-Achse liegendes Hügelbeet mit Mischkulturen von Gemüse aufgetaucht. Die Sichelform erhöht leicht die Anbaufläche und somit den Ertrag. Gemischte Tief- und Flachwurzler halten dabei Bodenstruktur und Erdfeuchtigkeit sehr gut zusammen.
  2. botanisch: Pflanzen, deren Samen bereits im Sommer oder Herbst keimen und als Jungpflanze überwintern


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