Die medizinische Dissertation: Ein Thema finden

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Mögliche Quellen[Bearbeiten]

Die erste Hürde auf dem Weg zum Titel ist, überhaupt an eine Doktorarbeit zu kommen und einen Doktorvater zu finden. Es gibt hier verschiedene Möglichkeiten:

  • Hörensagen: Kommilitonen fragen
  • Direkter Kontakt zu möglichen Doktorvätern: mündliche oder schriftliche Anfragen, evtl. mit Themenvorschlägen
  • Sekretärinnen und Pförtner fragen

Es dürfte jedoch keineswegs unmöglich sein, einen geeigneten Doktorvater zu finden. Schließlich haben Professoren selbst Interesse an Doktoranden, denn diese bieten nicht zuletzt die Aussicht auf Publikationen und damit auf Karrieresprünge oder (vermeintlichen) Ruhm. Es ist sinnvoll, Erkundigungen über den Doktorvater einzuholen: Was sagen andere (ehemalige) Doktoranden über ihn? Wie gut ist er ansprechbar, wenn es Probleme gibt? Ist er nur pro forma Betreuer, oder wird man primär mit anderen aus der Arbeitsgruppe zusammen arbeiten? Wie hat sich seine wissenschaftliche Laufbahn gestaltet? Wieviele Doktoranden hat er erfolgreich betreut? Wie sind seine Publikationen zu beurteilen (Anzahl, Sprache (english oder deutsch) und Impactfaktoren)? Welchen Wert legt er auf Erstautorschaft? Am besten leiht man sich Dissertationen aus, die von dem in Frage kommenden Doktorvater betreut worden sind, um einen Eindruck davon zu erhalten, was er von seinen Doktoranden fordert und welche Qualitätsansprüche er hat. Man kann dann zum Beispiel abschätzen wie lange es dauerte von der letzten Datenerhebung bis zur Promotion.

Das erste Gespräch mit dem Doktorvater[Bearbeiten]

Beim ersten Gespräch mit dem Doktorvater gilt es, unter anderem Folgendes zu erörtern:

  • Zu inhaltlichen Aspekten:
    • Was ist die genaue Fragestellung des Projekts/der Studie?
    • Wie steht die Studie im Forschungszusammenhang?
  • Zu Aspekten des Prozesses:
    • Was sind die Erwartungen des Doktorvaters? Was erwarte ich als Doktorand?
    • Wie und woher erhalte ich als Doktorand Unterstützung?

Die Antworten und Vereinbarungen sollte man schriftlich festhalten, auch um den Doktorvater später evtl. darauf anbinden zu können (manche Doktorväter „vergessen“ gerne Vereinbarungen und verlangen dem Doktoranden immer mehr ab). Das erste Gespräch ist ein wichtiger Meilenstein auf dem Weg zum Titel. Man sollte nach dem Gespräch die eigene Motivation für die Dissertation und das Interesse am Thema nochmals eingehend prüfen und auf realistische Weise einschätzen, ob – und wenn ja: mit welchem Zeitaufwand – die Arbeit machbar ist (um sie nicht später nach langer und harter Arbeit doch noch hinzuwerfen). Der Doktorvater hat die Aufgabe, die Arbeit des Doktoranden (also des „Auszubildenden in wissenschaftlichem Arbeiten“) kontinuierlich zu begleiten und ihm unterstützend und mit fundiertem Rat zur Seite zu stehen. Besprechungen sollten in angemessenen (und keinesfalls zu großen) Zeitabständen erfolgen.

Offene Fragen in der Medizin[Bearbeiten]

Wenn man als Medizinstudent in das große Feld der biomedizinischen Forschung blickt, dann meint man vielleicht, alles sei schon weitgehend bekannt. Das ist keineswegs der Fall. Selbst so etwas Banales wie eine Erkältung ist kaum erforscht, zumindest was eine wirksame Behandlung betrifft.

Es gibt also eine Unzahl von Themen für Doktorarbeiten. Man muss nur ein Thema finden, welches einen wirklich interessiert, das überschaubar zu bearbeiten ist, und einen Doktorvater, der einem dabei hilft. Beispiele sind in einem anderen Wikibook aufgeführt: Natur

Weitere Ideen für Doktorarbeiten[Bearbeiten]

Blinde zuhören, abhören und tasten lassen[Bearbeiten]

In einer Reihe von Gynäkologischen Praxen werden Blinde eingesetzt, um die Brust von Patientinnen genau zu untersuchen. Siehe http://www.zeit.de/2012/12/Tumor-Tastbefund-Blinde Die Effektivität dieser Umstellung sollte man im Rahmen von Doktorarbeiten untersuchen.

Außerdem kann man die Tätigkeit von Blinden in der Medizin noch deutlich ausweiten:

  • Man kann sie nach entsprechender Schulung die Lunge und das Herz abhören lassen
  • Man kann sie auch die Anamnese bei Patienten erheben lassen

Auch dazu könnte man entsprechende Doktorarbeiten initieren.

Akustische Untersuchung des Bauches[Bearbeiten]

Durch die Anbringung mehrerer nach außen abgeschirmter Mikrofone könnte man die Darmtätigkeit besser erfassen und zb den Meteorismus, der viele Patienten stört, sauber definieren. Die Wirksamkeit von entblähenden Medikamenten könnte damit gut erfasst und überprüft werden. Dimeticon bringt zb bei dieser Indikation gar nichts.

Spülung des Darmes als Einlauf statt Spüllösung trinken[Bearbeiten]

Die Darmspiegelung ist eine wichtige Untersuchung zur Darmkrebsvorsorge. War es anfangs vielleicht noch die Angst vor einer Darmverletzung oder vor einer mangelnden Sedierung, so ist heute einer der wesentlichen Gründe, die einen von der Coloskopie abhalten, die aufwendige Vorbereitung. Man muß über eine längere Zeit eine große Menge Flüssigkeit zu sich nehmen und verbringt Stunden auf der Toilette, oft auch nachts, bis der Darm sauber ist. Es wäre ein großer Fortschritt, wenn man diese Darmvorbereitung dem Patienten ersparen könnte. Wer einmal erlebt hat, wie ein erfahrener Intensivpfleger einen beatmeten Intensivpatienten zur Darmspiegelung vorbereitet, der weiß es geht auch ohne Patientenmitarbeit. Es wird ein blockbares Darmrohr eingeführt. Über einen geschlossenen 2 Literbeutel wird warmes Wasser in den Darm gespült. Nach ein paar Minuten lässt man das jetzt stuhlverschmutzte Wasser wieder in den Beutel zurücklaufen, klemmt den Beutel ab und entsorgt ihn. Die Prozedur wiederholt man so oft, bis klares Wasser zurückfliesst. Die Frage ist nun, ob so eine Spülung ca 30 Minuten vor der CSK bei wachem oder leicht sediertem, seitlich liegendem Patienten durchgeführt in der Endoskopie von geschultem Pflegepersonal

  • eine ausreichende Darmreinigung ermöglicht,
  • von den Kosten und vom Zeitaufwand her erträglich ist,
  • von den Patienten angenommen wird.

Dazu müsste man ca 20 oder 30 Patienten entsprechend vorbereiten und dann die Methode bewerten.

Absaugung des iatrogenen Pneumothorax mittels ZVK und Perfusorspritze, statt aufwendiger Drainage und Anschluß an eine Absaugpumpe[Bearbeiten]

Siehe dazu Innere Medizin kk: Pneu