Gitarre: Einführung in das 3-Finger-Picking

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Schon in der Einführung in das Zupfen wurde ein wenig über verschiedene Gitarren-Begleittechniken gesprochen. Im Folgenden wollen wir uns dem Drei-Finger-Picking zuwenden. Genauer gesagt wollen wir uns dem Folkpicking zuwenden, bei dem nur 3 Finger benötigt werden.

Die nachfolgende kleine Einführung fußt auf dem ersten Band "Folk Picking für Fingerstyle Guitar" von Siegfried Schwab (HARTH MUSIK VERLAG), stellt aber nur ein Bruchstück der Begleitmöglichkeiten dar, die im Heft selbst vorgestellt werden.

Das 3-Finger-Picking ist eigentlich eine recht neue Technik. In den 40er Jahren wurde diese Zupftechnik vom Banjo und Bluegrass-Spieler Earl Scruggs wesentlich mitbegründet bzw. populär gemacht. Er spielte zwischen 1945 und 1948 bei den "Bill Monroe And His Blue Grass Boys". Erweiterte man anfänglich nur die Begleitung durch kleinere Phrasen, so spielte man immer mehr auch kleinere Melodien. Durch eine Erweiterung der Techniken des 3-Finger-Pickings war es möglich eine recht anspruchsvolle Melodie samt Begleitung auf dem Banjo zu spielen.

Es dauerte nicht lange, bis diese Technik auch auf die Gitarre übertragen wurde. Der Daumen spielt weitestgehend einen gleichbleibenden Wechselbass, der gelegentlich durch ein kleines Hammering oder einen Basslauf ergänzt werden kann. Solch eine Begleitung erinnert an eine einfache Klavierbegleitung eines Volksliedes, oder an den typischen Wechselbass einer Tuba bei einem Blechbläser-Orchester. Bei der Gitarre können sich Zeige- und Mittelfinger mit an dem Begleit-Pattern beteiligen (und sie werden es auch in den nächsten paar Übungen), aber sie können auch eine eigenständige Melodie spielen. Nicht selten dämpft man die Bassbegleitung ein wenig mit dem Handballen ab, damit die Melodie um so klarer hervor klingt.

Der Fingerpicking-Gitarrenstil wurde im Musikstil des "Hillbilly", "Old-Time-Country", Blues, Ragtime und frühem Jazz eingesetzt. Durch diese Technik wurde die Gitarre, die in Bands meist nur als reines Rhythmusinstrument angesehen wurde, zu einem Melodie-Instrument aufgewertet. Sam McGee, Merle Travis, Chet Atkins und Scotty Moore sind einige wichtige Gitarrenspieler, die diesen Stil ab den 40er-Jahren vorangebracht haben. Immer mehr Musikstücke wurden extra in diesen Stil arrangiert. Dabei wagte man sich sowohl an Ragtime, Folksongs und auch an einfache Klassik heran.

In den 70er Jahren machte vor allem Werner Lämmerhirt (oft als Begleitung für den Liedermacher Hannes Wader) und auch Peter Finger und der schon erwähnte Siegfried Schwab das Fingerpicking in Deutschland bekannt. Ein Gitarrenstück von Klaus Weilands ist für viele erwachsene Fernsehzuschauer ein Ohrwurm. Der NDR setzte dieses Gitarrenstück als Pausenmusik ein. Obwohl kaum jemand weiß, dass dieses Stück „Das Loch in der Banane“ heißt, ist es vermutlich das bekannteste Fingerstyle-Stück in Deutschland.

Nachdem man das 3-Finger-Picking gut beherrscht, kann man diese Technik auch wieder mit anderen Zupftechniken kombinieren. Ein imposantes Beispiel ist der Klassiker "Classical Gas von Mason Williams" und die Interpretationen von Eric Clapton und Tommy Emmanuel.

Während es jedoch noch einiges an Übung dauern wird, um eine solche Meisterschaft auf dem Instrument zu erreichen, rücken mit dem 3-Finger-Picking die Begleitungen von Reinhard Mey-Liedern (z.B. Über den Wolken) oder schöne Intros wie beispielsweise "Dust in the Wind" von Kansas in erreichbare Nähe.

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To-Do:

Die 3-Finger-Picking-Lektionen müssen noch ausgebaut werden.
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