Gitarre: Folkdiplom - Mini-Basslauf

Aus Wikibooks


Von C nach Am[Bearbeiten]

Wenn man von C-Dur nach Am wechseln möchte, und man hat genügend Zeit, dann kann man ein C/H dazwischen schieben. Das ist ein C-Dur-Akkord mit einem H im Bass. Der erste Buchstabe vor dem Bruchstrich (engl. Slash) gibt den Akkord an, der Buchstabe nach dem Slash gibt den Basston an. Bitte wundert euch nicht darüber, dass die Engländer diesen Akkord als "C/B" bezeichnen. Sie kennen keine Note mit dem Namen "H" (die A-Moll-Tonleiter auf englisch geht A B C D E F G A).

- -

Akkorde mit einem Bruchstrich werden Slash-Akkorde genannt (weil der Bruchstrich auf der englischen Tastatur 'Slash' heißt).

Einfacher Basslauf (Taktweise)[Bearbeiten]

Man kann auch für jeden Basston einen Takt reservieren. Meist spielt man beim ersten Schlag nur die einzelne Bass-Saite, aber ein Basslauf funktioniert auch beim Anschlag mehrerer Saiten, solange die tiefste die entsprechende Bass-Saite ist.

      C C/H Am



Basslauf mit dem Westernschlag-Schlag[Bearbeiten]

Möchte man innerhalb eines Taktes wechseln, dann ist es oftmals günstiger kurzfristig auf den Westernschlag zu wechseln. Diesmal von Am über C/H nach C.

      Am C/H C



Auf der ersten Takthälfte spielt man das Am, auf der zweiten das C/H und im nächsten Takt macht man mit dem C im Lagerfeuerschlag weiter.

Basslauf mit Einzeltönen[Bearbeiten]

Du weißt inzwischen, dass C/H ein C-Dur-Akkord mit einem H im Bass ist. Obwohl es kein richtiger Standard ist, kann man einen einzelnen Basston auch dadurch anzeigen, dass man den Dur-Akkord, der vor dem Slash (/) steht einfach weglässt. /H bedeutet also nur den Ton H im Bass. Der Basston des Zielakkord (Am) muss nicht noch einmal extra angegeben werden, denn er ergibt sich automatisch.

      C /C /H Am




Der C-Dur-Akkord wird im Gegensatz zum vorhergehenden Beispiel einfach einen Tick länger ausgehalten, denn der Basston C auf der "3" gehört ja noch zum C-Dur-Akkord. Erst auf der "4" greift man den C/H. (Man greift praktisch den C/H, schlägt aber nur den Basston an. Wird im nächsten Beispiel vielleicht deutlicher.)

Basslauf mit Einzeltönen incl. Zwischenschlag[Bearbeiten]

Wer mag setzt noch einen Schlag zwischen die einzelnen Basstöne.

      Am /A /H C




Abkürzungen für Slash-Akkorde[Bearbeiten]

Eigentlich spielt man keine einzelnen Basstöne (/A bzw. /H) sondern man spielt durch den Zwischenschlag wieder richtige Slash-Akkorde. (Am/A bzw. Am/H). Man kann jedoch die einzelnen Basstöne (/A bzw. /H) auch als eine Kurzform für einen Slash-Akkord ansehen. Der Akkord, der vor den Slash gehört, wird einfach weggelassen. Will man ihn ergänzen, so nimmt man einfach den vorangegangenen Akkord.

C /H Am kann also eine Kurzform für C C/H Am sein.

In den Liederbüchern werden nur selten Bassläufe mit angegeben. Der Spieler muss selbst entscheiden, ob er einen Basslauf einbauen möchte oder nicht.

Beispiel: (erster Vers aus "Blowin' In The Wind") Übliche Akkordnotation bei Liedblättern

[C]How many[F]roads must a[C]man walk[Am]down.

Der Gitarrenspieler kann nun selbstständig einen kleinen Basslauf einbauen. Beispielsweise mit dem Westernschlag.

[C]How many[F]roads must a[C]man[C/H]walk[Am]down.

Will man sich eine Notiz in sein Liedblatt hineinschreiben, so genügt allein schon aus Platzgründen die Abkürzung.

[C]How many[F]roads must a[C]man[/H]walk[Am]down.

Es macht jetzt auch gar nichts aus, wenn man jetzt die Abkürzung des Slash-Akkords mit einem einzelnen Basston verwechselt. Denn meist funktioniert dieses genau so

[C]How many[F]roads must a[C]man[/C]wa-[/H]lk[Am]down.

Jedesmal wenn man den Akkordwechsel von C nach Am oder umgekehrt hat, kann man sich überlegen, ob man einen Basslauf einbauen möchte, und wie man diesen dann tatsächlich umsetzt. Die ersten paar Lieder wirst du vermutlich noch etwas überlegen, wie man dieses am besten anstellt, aber nach einiger Zeit machst du einen Basslauf einfach aus dem Bauch heraus.

Bei den Zupfmustern aus dem Folkdiplom wirst du sehen, dass es noch weitere Möglichkeiten gibt, einen Basslauf effektvoll einzusetzen.

Basslauf von G nach Em[Bearbeiten]

Du kannst alle oben genannten Schlagmuster- und Zupfvarianten auch mit der Akkordkombination G G/F# Em oder der Akkordkombination Em Em/F# G üben.[1]

- - -

Den F# im Bass greift man günstigerweise mit dem Zeigefinger.

      G /G /F# Em




Es gibt auch die Variante 'G /F Em'. Die Wahl, ob man ein /F# oder /F für den Basslauf verwendet, hängt (meist) davon ab, welcher Ton zur gerade verwendeten Tonart gehört. Ein /F wird in unserem Beispiel bei der Tonart C-Dur bzw. Am verwendet. In G-Dur und D-Dur kommt /F# zum Einsatz.

Beispiel

Basslauf von Em nach C[Bearbeiten]

Um einen kleinen Basslauf von Em nach C hinzubekommen dürfen wir nicht den tiefen Bass vom Em-Akkord nehmen, sondern wir müssen mit dem mittlere E auf der D-Saite im 2. Bund beginnen.

- -
      Em /E /D C




Theorie[Bearbeiten]

Mit den Bassläufen lernst du gleichzeitig Mini-Ausschnitte aus einer Tonleiter.

Die G-Dur-Tonleiter besteht beispielsweise aus den Tönen

G A H C D E F# G

Du wirst sicher gemerkt haben, dass wir hier bei den Bassläufen die Tonleiter abwärts gelaufen sind.

G F# E D C H A G

Bei den ersten Beispielen sind wir mit den Basstönen einen kurzen Ausschnitt der Tonleiter von C nach A zurück gewandert.

C H A

Beim letzten Beispiel sind wir mit den Basstönen von G nach E zurück gewandert.

G F# E

Meist wandert man die Tonleiter entweder rauf oder runter. Wie du siehst, lohnt es sich so langsam, sich einmal näher mit der Tonleiter zu befassen.


Mal hast du für einen Akkordwechsel mit Basslauf drei Töne zur Verfügung, mal nur zwei. Wenn du dir nicht sicher bist, musst du die einzelnen Töne halt vorher mal abzählen.

Bei den vorhergehenden Beispielen ist der Startton immer zwei Stufen vom Zielton entfernt. Wenn du den Startton noch einmal wiederholst, gelangst du mit zwei Schritten zum Zielton. (C /C /H Am) Wenn du den aber nicht wiederholst, und gleich mit dem Zwischenton anfängst, gelangst du mit nur einem Schritt zum Zielton. (C /H Am) Der Zielton liegt dabei meist auf der 1 des nächsten Taktes.

Übrigens

Ist der nächste Ton nur eine Stufe[2] entfernt (z.B. von F nach G), lohnt sich kein Basslauf. Es gibt zwar auch da noch Möglichkeiten (z. B. auf einen anderen Akkordton ausweichen, oder ein chromatischer Zwischenton), aber das würde im Moment zu weit führen. Einfacher ist da der Wechselbass.

Übungen[Bearbeiten]

(info)

Walzer mit Basslauf[Bearbeiten]

Diese Akkordfolge kann beliebig abgewandelt werden. Wieder sollte man darauf achten, dass das Stück mit dem Akkord C beginnt, und auch mit C endet. Ansonsten kann man jede beliebige Akkordfolge mit und ohne Basslauf dazwischen spielen. Beim Basslauf, so wie er hier verwendet wird, wandert man von einem Grundton eines Start-Akkordes die Tonleiter rauf oder runter bis zum Grundton des Ziel-Akkordes. Da zwischen F und G kein weiterer Ton mehr liegt, kann man zwischen diesen Akkorden keinen direkten Basslauf spielen[3].

Auf folgendes solltest du unbedingt Achten. Der Basslauf sind nur drei Töne, auch wenn einem das Ohr sagt, dass es doch insgesamt vier Töne sind. Aber der letzte Ton dieser Vierer-Kette ist nicht der letzte Ton des Basslaufes, sondern es ist der erste Ton bzw. Schlag des Zupf- bzw. des Schlagmusters. Es ist ganz wichtig, dass man die Töne die zum Schlagmuster bzw. zum Zupfmuster gehören von den Tönen auseinander hält, die zum Basslauf gehören. Letztlich geht es aber nur darum, dass man nicht aus dem Takt kommt und irgendwo noch einen Ton bzw. Schlag hineinfrimelt oder einen unterschlägt. Da hilft nur: Zählen - Zählen - Zählen"

Übung

Benenne (sobald du die C-Dur-Tonleiter gelernt hast) beim Spielen jeden einzelnen Basston.

G-A-H | C-Dur-und | C-D-E | F-Dur-und | F-E-D | C-Dur-und | C-H-A | G-Dur-und usw.

Basslauf als Auftakt[Bearbeiten]

Einen Basslauf kann man auch gut als Anfang einer Strophe oder eines Refrains gebrauchen. Er beginnt mit dem Grundton der Dominante (hier G) und endet beim Grundton der aktuellen Tonart. Die drei vorangehenden Töne des Auftakts haben die gleiche Funktion wie das Einzählen "Und 1 2 3 4". Beachte dass der letzte Ton "C" des Basslaufs gleichzeitig die "1" des nächsten Taktes ist. Und der letzte Schlag hier beim Schlagmuster gehört eigentlich schon zu der "1" des folgenden Taktes.


\version "2.20.0"
\header {
  title="Auftaktübung"
  encoder="mjchael"
}
%Diskant- bzw. Melodiesaiten
Diskant = {
  r4\mark "Auftakt"  g,4 a, b,
 c4\mark "C"  <e g c' e'>8  <e g c' e'>4  <e g c' e'>8  <e g c' e'>4
  <c e g c' e'>4  c b, a, 
  g,4\mark "G"  <b, d g b g'>8  <b, d g b g'>4  <b, d g b g'>8  <b, d g b g'>4 
  <g, b, d g b g'> g,4 a, b,
  c4\mark "C"  <e g c' e'>8  <e g c' e'>4  <e g c' e'>8  <e g c' e'>4
 <c e g c' e'> c4 d e
 f4\mark "F" <a c' f'>8 <a c' f'>4 <a c' f'>8 <a c' f'>4
 <f a c' f'>4 f4 e d
  c4\mark "C"  <e g c' e'>8  <e g c' e'>4  <e g c' e'>8  <e g c' e'>4
  <c e g c' e'>4  c b, a, 
  g,4\mark "G"  <b, d g b g'>8  <b, d g b g'>4  <b, d g b g'>8  <b, d g b g'>4 
  <g, b, d g b g'> g,4 a, b,
  <c e g c' e'>1\mark "C"
  \mark "4x" 
}

text = \lyricmode {
	"2" "3" "4"
    "1" "2" "+" "+" "4"
    "'1'" "2" "3" "4"
    "1" "2" "+" "+" "4"
    "'1'" "2" "3" "4"
    "1" "2" "+" "+" "4"
    "'1'" "2" "3" "4"
    "1" "2" "+" "+" "4"
    "'1'" "2" "3" "4"
    "1" "2" "+" "+" "4"
    "'1'" "2" "3" "4"
    "1" "2" "+" "+" "4"
    "'1'" "2" "3" "4"
    "'1'"
}

% Layout- bzw. Bildausgabe
\score {
  <<
    {
      %Noten
      \new Staff  <<
        \tempo 4 = 120
        %Tempo ausblenden
        \set Score.tempoHideNote = ##t
        \time 4/4
        \key c \major
        \set Staff.midiInstrument = #"acoustic guitar (nylon)"
        \clef "G_8" \repeat volta 4
        \new Voice = "Lied" { \Diskant}
        \new Lyrics \lyricsto "Lied" { \text }
      >>
    }
    % Tabulatur
    \new TabStaff {
      \tabFullNotation \repeat volta 4
        \Diskant
    }
  >>
  \layout {}
}
% Midiausgabe mit Wiederholungen, ohne Akkorde
\score {
  <<
    \unfoldRepeats {
      \new Staff  <<
        \tempo 4 = 120
        \time 4/4
        \key c \major
        \set Staff.midiInstrument = #"acoustic guitar (nylon)"
        \clef "G_8" \repeat volta 4
        \Diskant
      >>
    }
  >>
  \midi {}
}
% unterdrückt im raw="!"-Modus das DinA4-Format.
\paper {
  indent=0\mm
  % DinA4 0 210mm - 10mm Rand - 20mm Lochrand = 180mm
  line-width=180\mm
  oddFooterMarkup=##f
  oddHeaderMarkup=##f
  % bookTitleMarkup=##f
  scoreTitleMarkup=##f
}

Versuche das mal bei "Blowing in the Wind"

[/G /A / B] [C]How many[F]roads must a[C]man[/C]wa-[/H]lk[Am]down,
be-[C]fore you [F]call him a [G]man?
[/G /A / B] [C]How many ...


Beispiele: Mini-Basslauf[Bearbeiten]



  1. Die Basstöne der Slash-Akkorde sind blau eingefärbt. Dieses soll anzeigen, dass der Basston hier keine direkte harmonische Funktion hat, sondern nur für den Basslauf dient (quasi nur zur Verzierung).
  2. Eine Stufe bezeichnet in einer Tonleiter den Abstand von einem Ton zum nächsten.
  3. Wenn man zwischen F und G trotzdem einen Basslauf spielen will, dann könnte man auch versuchen noch ein paar Nachbartöne mit einzubinden. z.B. F E F | G oder einfach einen Wechselbass darüberlegen. Das heben wir uns aber für irgendwann später einmal auf.