Gitarre: Lagerfeueranhang 4

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Dieses ist eine Zusammenstellung einzelner Beiträge aus Gitarrenforen[1] und stellt keinerlei Anspruch auf Vollständigkeit.

Fingerübungen für Gitarre[Bearbeiten]

Einzelne Übungen, die man auch ohne Gitarre ausüben kann

Viele Anfänger haben Probleme, weil man es nicht richtig schafft, die Fingerkuppen aufzusetzen und mit ihnen den richtigen Druck auf die Saiten auszuüben.

Da könnte man ein wenig "Krafttraining" machen.

Übungsgeräte

Daumen und die einzelnen Finger.

Laus zerquetschen[Bearbeiten]

Mit Daumen und nacheinander Zeige-, Mittel- etc ...Finger eine imaginäre Laus zerquetschen. Hilfreich könnte auch Kirschkerne schnippen sein, ist aber kein Muss.

Variante zur Lauszerquetschung

Pinzettengriff mit Daumen und irgendeinem Finger, Daumen dabei so weit wegbewegen, bis sich der Finger fast streckt und nur das oberste Gelenk im 90° Winkel steht.

Ziel

Die Hämmerchenstellung des Fingers verhindert Abwürgen der Nachbarsaiten.

Fingerhakeln[Bearbeiten]

Jeweils ein Finger der rechten Hand und ein Finger der linken Hand haken sich ein, wobei sie sich nur an den Fingerkuppen berühren dürfen. (Erinnert ein wenig an Fassadenklettern. Es sollte also nicht so geübt werden wie das originale Fingerhakeln in Bayern.) In der Gruppe auch mal gegeneinander.

Ziel

Die eigentliche Kraft zum Greifen der Akkorde kommt aus dem Zug durch den Unterarm und nicht aus dem Gegendruck des Daumens. Die ungewohnte Haltung der Finger (insbesondere des kleinen Fingers) kann so ein wenig ohne Gitarre trainiert werden.

Finger anheben[Bearbeiten]

Hand flach auflegen und nacheinander die einzelnen Finger heben.

Variante

Alle Finger auf den Zeigefinger der anderen Hand auflegen und dann einzeln jeweils einen Finger zum nächst höheren Mittelfinger (später Ring- und kleinen Finger) bewegen / heben.

Finger dehnen[Bearbeiten]

Man streckt beide Hände, und spreizt ganz leicht die Finger. Dann führt man beide Hände zusammen, berührt sich aber nur mit den Fingerkuppen (sieht fast wie "die betenden Hände" aus.

1

Man drückt beide Hände gegeneinander, so dass die Finger dadurch gespreizt werden.

2

Man führt jeweils die beiden kleinen Finger (später die beiden Ringfinger u.s.w.) so weit wie möglich nach unten, während die anderen Finger gestreckt bleiben. Dabei werden die Finger an ihren Fingergrundgelenken gedehnt.

3

Man kann die Übung dadurch steigern, dass man jeweils zwei Finger nach unten bewegt, während die anderen gestreckt bleiben. (K+R; K+M; K+Z, K+D; R+M, R+Z...)

Kinderspiel[Bearbeiten]

"Lirum larum Löffelstiel, wer das nicht kann, der kann nicht viel..."

Linken Zeigefinger auf den rechten Daumen legen und solange zusammenhalten, bis man den rechten Zeigefinger auf den linken Daumen gelegt hat. Wenn man beide über Kreuz gegriffen hat, werden die unteren beiden Finger nach oben gebracht.

"Lieber Gott, ich bin nicht dumm, ich kann das Ganze auch andersrum"

... die oberen beiden nach unten bringen

Die Hosennaht[Bearbeiten]

Die Hosennaht einer Jeans kann als Ersatz für Gitarrensaiten dienen. So kann man auch an den unmöglichsten Orten (Bus, Schule bei einem langweiligen Fach, vor dem Fernseher...) Zupf-, Picking- und Schlagmuster üben.

Chinesische Qigongkugeln[Bearbeiten]

Qi Gong-Kugeln

Das einzige Übungsgerät, das meiner Erfahrung nach wirklich etwas für die Koordination der Finger bringt, sind die chinesischen Qi-Gong-Kugeln. Eine für die Übung gleichwertige Alternative sind zwei riesige Murmeln aus dem Spielwarengeschäft für insgesamt ca. 2,50 Euro, welche als Nebeneffekt auch nicht "bimmeln".

Beide Kugeln in der Handfläche gegeneinander kreisen lassen, ohne dass sich die zwei Kugeln berühren. Das bringt einiges für die Beweglichkeit, Koordination und auch die nötige Kraft...


GyroTwister[Bearbeiten]

Gyrotwister in der klassischen Farbkombination. Der schwarze Gummiring um den „Äquator“, der die Griffigkeit erhöht, fehlt.

Der GyroTwister ist ein ziemlich kleines Trainingsgerät. Zwar wird hier ein regelrechtes Krafttraining ausgeführt, aber gleichzeitig muss man die Bewegungen so koordiniert, dass die Übung mit minimalem Kraftaufwand ausgeübt wird. So wird ein einseitiges Anstrengung, das letztlich der Beweglichkeit schadet, vermieden.

Erste (Selbst-)Hilfe bei Schulter-Nacken-Verspannung[Bearbeiten]

Nicht unbedingt eine Fingerübung, aber aus Fragen in Gitarrenforen wie das Acoustic Guitar Forum oder dem Gitarre-spielen-lernen.de-Forum kann man sehen, dass man diese Übungen dennoch ganz brauchbar findet. [2]

Üblicherweise muss man mit keinerlei Verspannungen beim Gitarrespielen rechnen. Aber es kann bei Anfängern immer mal vorkommen, dass man es doch ein wenig übertreibt, oder dass man durch eine ungünstige Kopfhaltung (weil man immer auf das Griffbrett schaut) doch mal eine Verspannung insbesondere im Nacken-Schulterbereich bekommt. Des weiteren kann es auch einfach sein, dass man noch eine Altlast aus dem Berufsalltag mit in die Übungsstunde nimmt. Für solche Gelegenheiten sind diese Übung gedacht.

Schultermuskel passiv dehnen (Übung 1)[Bearbeiten]

  • Du stellst dich gerade hin, und lässt die Arme so wie die Schultern hängen.
  • Du neigst den Kopf auf die "gesunde" Seite.
    • schmerzt es rechts, neigst du den Kopf auf die linke Seite
    • schmerzt es links, neigst du den Kopf auf die rechte Seite
  • Die Hand der "gesunden Seite" greift hinter dem Rücken den Unterarm der anderen Seite.
  • Der Arm der an der "verspannten" Schulter/Nachenmuskulatur hängt wird gestreckt wie er ist ein wenig nach unten gezogen, und ein wenig auf die andere Seite gezogen.
  • Du hast Erfolg mit deinen Bemühungen, wenn du ein deutliches Ziehen an deinem verspannten Nacken spürst. Dann werden nämlich die verspannten Muskeln passiv gedehnt.

Schultermuskel passiv dehnen (Übung 2)[Bearbeiten]

Deltamuskel dehnen bzw. massieren

*Du legst die Hand der "verspannten" Seite auf die "gesunde Schulter" und greifst mit der anderen Hand deinen Ellenbogen.

  • Drücke den Ellenbogen nun sanft weiter in die Richtung, bis du ein leichtes Ziehen in der verspannten Schulter spürst.

Schultermuskel kneten[Bearbeiten]

  • Du machst die gleiche Übung auf der "gesunden" Seite, aber jetzt greifst du mit den Fingern unterhalb des Schmerzpunktes beim Deltamuskel (wenn du dran kommst) und hältst den verspannten Deltamuskel unter sanftem Druck fest. Nun lässt du den Muskel ganz langsam unter den Fingern herausgleiten.

Schlussbemerkungen[Bearbeiten]

  • Üblicherweise macht man natürlich die Übungen beidseitig.
  • Man bleibt immer unterhalb der Schmerzgrenze.
  • Noch besser hat es natürlich der oder diejenige, welche einen anderen findet, der gut den Nacken und die Schulter massieren kann. Aber den findet man selten, wenn man gerade am Gitarrespielen ist.
  • Diese "Erste Hilfe" sind für normale Verspannungen gedacht. Der Form halber sei hier noch einmal erwähnt: Sollte sich das Befinden nicht bessern oder sogar verschlimmern, oder die Beschwerden langfristig anhalten, oder stetig wiederkehren, so ist ein Arzt zu Rate zu ziehen.



  1. Die Beiträge sind unter anderem aus www.Gitarrenboard.de, www.gitarre-spielen-lernen.de u.a.
  2. Original-Forums-Artikel sind: "Nacken Probleme" beim www.fingerpicker.de/forum und fast der selbe Text mit weiteren Memberreaktionen auf www.gitarre-spielen-lernen.de
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