Klassengröße – gestern und heute/ Zusammenfassung BRD

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Zusammenfassung[Bearbeiten]

Dieses Kapitel beschäftigte sich mit verschiedenen politischen, rechtli­chen und statistischen Aspekten des Problemkreises Klassengröße in der Bundesrepublik Deutschland.


Die Institutionen der Bildungsberatung (Deutscher Ausschuss, Bildungs­rat) haben sich in ihren diversen Gutachten und Stellungnahmen kaum mit der Klassengröße beschäftigt. Der einzige Bereich, über den unter diesem Aspekt nachgedacht wurde, ist das Sonderschulwesen. Diese Tatsache ist ein weiteres Indiz dafür, wie gering der Stellenwert der Klassengröße ist (vgl. Kapitel 1).

Der juristische Aspekt wurde unter zwei Gesichtspunkten diskutiert: Zum einen wurden die Empfehlungen und Beschlüsse der KMK im Hinblick auf Klassengröße durchgesehen, zum anderen wurden die Messzahlen um 1950 und heute zusammengestellt.

Die KMK hat sich mit Klassengröße nicht beschäftigt. Selbst in zentralen Abkommen spielt sie keine Rolle. Dabei stellt sich allerdings berechtigt die Frage, ob gerade Klassengröße das zentrale Qualitätsmerkmal von Schule ist. Man muss der KMK zugestehen, dass Faktoren des Schulsystems in erster Linie nicht auf Klassenebene angesiedelt sind. Dennoch oder gerade deshalb sind die Beschlüsse der KMK auch ein Indiz für den Stellenwert der Klas­sengröße als bildungspolitische Komponente. Vielleicht liegt aber auch an der falschen Ebene angesetzt worden: Klassengröße wird wohl eher ein Kri­terium der Umsetzung der Beschlüsse der KMK auf Landesebene sein.

Deshalb wurden die Messzahlen der Bundesländer verglichen, weil auf Landesebene die Klassengröße als Planungsfaktor sehr wohl eine Rolle spielt. Die Regelungen zur Klassenbildung, welche auch die Klassenmess­zahlen einschließen, sind in der einzelnen Bundesländern in Umfang und Detailgrad sehr unterschiedlich und sind deshalb schwer direkt zu verglei­chen.

Nach dieser Beschäftigung mit kultusadministrativer Planung wurden die Stellungnahmen der politischen Organisationen zur Klassengröße näher betrachtet. Parteien, Gewerkschaften und Kirchen fordern kleinere Klassen. Dieses Ergebnis muss allerdings noch durch intensive Archivarbeit unter­mauert werden.

Der nächste Aspekt war die tatsächliche Entwicklung der Klassengrö­ßen seit dem Zweiten Weltkrieg. Die Klassengrößen sanken seit Ende des 2. Weltkrieges und der Nachkriegsphase kontinuierlich. Dieser Trend ist der­zeit nicht nur gestoppt, die Schülerzahlen steigen wieder, was sich aus jüng­sten (in den Graphiken noch nicht berücksichtigten) Zahlen zum Grund­schulbereich zeigt. Und da es eine enorme Verschiebung des Anteils der Schüler, der weiterführende Schulen besuchte, gab, kommt wieder verstärk­ter Handlungsbedarf für alle Schularten auf die Bildungsplaner zu.

Der letzte diskutierte Aspekt war die Rolle der Klassengröße in der Fi­nanzplanung. Der entscheidende Kostenfaktor ist die Relation zwischen Lehrern und Schülern. Die Klassengröße ist aber für diesen Faktor nicht al­leine verantwortlich, sondern es kommen hinzu: Lehrerwochenstunden und Schülerwochenstunden. Diese Erkenntnis ist wichtig, um zu verstehen, dass die Formel: je kleiner, desto teuerer, so nicht stimmt.


Soweit zu den historischen und rechtlichen Bedingungen um die Klas­sengröße. Obwohl sich einerseits die Klassengrößen generell verringert ha­ben und andererseits Klassengröße nicht der alleinige Kostenverursacher ist, sind die Argumente pro und contra verhärtet geblieben.



Das Lied von der kleinen Klasse (erste Strophe).


Frühaufstehn, das ist nicht immer schön und dann auch noch

in die Schule gehn.

Manchmal hat man da doch ziemlich Angst, vor so vielem,
was passieren kann.

Morgen schreiben wir Diktat, was ich gar nicht gerne mag,
und ich denk auch gleich daran, daß ich rechnen noch nicht kann.

Denn der Lehrer kümmert sich nur um wenige, nicht um mich.


Refrain:

Mensch, da braucht man doch ne kleine Klasse,
wo man auch mal was sagen kann
und wo der Lehrer nicht so laut zu schreien braucht,
und einer hilft dem anderen dann.


Geschrieben von der Aktion kleine Klasse.


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