MathemaTriX ⋅ Theorie. Geometrische Konstruktionen
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Dreieckskonstruktionen[Bearbeiten]Dreieckskonstruktionen Einführung[Bearbeiten]Ein Dreieck ist eine geschlossene ebene Figur mit drei Strecken als Seiten. Die Dreieckkonstruktion ist von selber aus eine Herausforderung und ein Weg, einige Fertigkeiten zu üben. Sie gilt als Vorbereitung und Einführung allgemein für die Geometrie. Ziel ist ein Dreieck mit drei vorgegebenen Größen nur mit Hilfe eines Zirkels und eines Lineals zu konstruieren. Solche Konstruktionen waren sehr beliebt schon in der Antike. Wichtig ist zu wissen, dass die Summe aller Winkel genau 180° und jeder Winkel kleiner als 180° ist und dass keine Seite größer als die Summe der anderen zwei sein darf. Es gibt vier verschiedenen Aufgabensorten, je nachdem, was gegeben ist. Wenn drei Seiten gegeben sind, dann spricht man von der SSS (Seite-Seite-Seite) Konstruktion. Wenn zwei Seiten und der dazwischen liegender Winkel gegeben sind, spricht man von der SWS (Seite-Winkel-Seite) Konstruktion. Wenn zwei Seiten und ein Winkel, der nicht zwischen den Seiten liegt, gegeben sind, dann spricht man von der SSW Konstruktion (Seite-Seite-Winkel). Wenn zwei Winkel und eine Seite gegeben sind, dann spricht man von der WSW Konstruktion (Winkel-Seite-Winkel). Konventionen Die Seiten jedes Dreiecks werden klein geschrieben (mit a, b und c). Die gegenüber liegenden Eckpunkte werden entsprechend groß geschrieben mit (A, B und C). Für die entsprechenden Winkel werden die griechischen klein Buchstaben α, β und γ benutzt (Alpha, Beta und Gamma). Also, wenn A der Eckpunkt ist, ist der Winkel an diesem Punkt α und die gegenüberliegende Seite a. Man zeichnet die Seiten nacheinander im Gegenuhrzeigersinn. Unten zeichnet man i.d.R. die Seite a[1].
SSS Konstruktion[Bearbeiten]Wenn drei Seiten gegeben sind, geht man wie in den folgenden Bildern vor. Die Schritte sieht man am Rand jedes Bildes. Die ganzen Schritten kann man in der folgenden Animation sehen: SWS Konstruktion[Bearbeiten]Wenn zwei Seiten und der Winkel dazwischen gegeben sind, geht man wie in den folgenden Bildern vor. Die Schritte sieht man am Rand jedes Bildes. Die ganzen Schritten kann man in der folgenden Animation sehen: SSW Konstruktion[Bearbeiten]Wenn zwei Seiten und ein Winkel, der nicht zwischen diesen Seiten steht, gegeben sind, geht man wie in den folgenden Bildern vor. Die Schritte sieht man am Rand jedes Bildes. Die ganzen Schritten kann man in der folgenden Animation sehen: WSW Konstruktion[Bearbeiten]Wenn zwei Winkel und eine Seite gegeben sind, gibt es zwei Möglichkeiten. Wenn die zwei Winkel am Rand der gegebenen Seite stehen, dann geht man wie in den folgenden Bildern vor. Wenn einer der gegebenen Winkel, der Winkel gegenüber der gegebenen Seite ist, dann berechnet man erst den dritten Winkel (180°− die anderen beiden Winkel) und geht dann vor, wie in den folgenden Bildern. Die Schritte sieht man am Rand jedes Bildes. Die ganzen Schritten kann man in der folgenden Animation sehen:
Die Klassischen Probleme der antiken Mathematik[Bearbeiten]Als Die drei antiken Probleme oder Klassische Probleme der antiken Mathematik werden bezeichnet:
Sie sind erwiesenermaßen als sogenannte Konstruktion mit Zirkel und Lineal nicht (exakt) lösbar. Lässt man jedoch ein weiteres Hilfsmittel zu, sind exakte Lösungen machbar. Im Folgenden werden Konstruktionen mit Hilfsmitteln, wie z. B. ein Lineal mit Markierung des relevanten Wertes, die Verwendung von Kurven sowie Näherungskonstruktionen (Approximationen) beschrieben. Die Quadratur des Kreises[Bearbeiten]Die Quadratur des Kreises ist eines der bekanntesten Probleme aus der Geometrie der Antike. Viele Mathematiker und Laien versuchten vergeblich eine exakte Lösung allein mit Zirkel und Lineal (die euklidischen Werkzeuge) zu finden. Ferdinand von Lindemann bewies 1882 die Unmöglichkeit einer solchen Konstruktion. Sie ist äquivalent mit der Rektifikation des Kreises, bei der man versucht konstruktiv den Kreisumfang als gerade Strecke darzustellen. In vielen Ländern ist Quadratur des Kreises der Begriff für eine unlösbare Aufgabe. Die Aufgabe[Bearbeiten]Die Aufgabe besteht darin, in endlich vielen Konstruktionsschritten ein Quadrat zu konstruieren, dessen Flächeninhalt gleich dem Flächeninhalt eines vorgegebenen Kreises ist. Die Länge der Seite des gesuchten Quadrates ist gleich ; darin ist der Radius des vorgegebenen Kreises. Konstruktion mithilfe der Quadratrix des Hippias[Bearbeiten]Für die Rektifikation des Kreises fand der griechische Sophist Hippias von Elis (um 350 v. Chr.) die nach ihm benannte Kurve Quadratrix des Hippias als zusätzliches Konstruktionsmittel. Darstellbar ist diese Kurve z. B. mit einer Software für Dynamische Geometrie (wie die nebenstehende Zeichnung), als Ausdruck der Kurve auf Papier oder als eine maschinell angefertigte Schablone. Im kartesischen Koordinatensystem wird die Quadratrix () beschrieben durch die Gleichung: Konstruktionsschritte
Näherungskonstruktion[Bearbeiten]Mit mehr oder weniger Konstruktionsaufwand kann jede gewünschte Genauigkeit (geringer Fehler bezogen auf den Sollwert ) erreicht werden. Die nun folgende weniger bekannte Näherung hat eine Genauigkeit die geringfügig besser ist als die, die mit dem Zu Chongzhi-Bruch (5. Jahrhundert) zu erreichen ist. Konstruktionsschritte
Fehlerbetrachtung bei einem Kreis mit Radius r = 1 [LE]: Konstruierte Seite des Quadrates a = 1,772453865554221... [LE] Soll-Seite des Quadrates as = = 1,772453850905516... [LE] Absoluter Fehler = a - as = 0,000000014648705... = 1,4648...E-8 [LE] Fläche des konstruierten Quadrates A = a2 = 3,141592705518100... [FE] Soll-Fläche des Quadrates As = = 3,141592653589793... [FE] Absoluter Fehler = A - As = 0,000000051928307... = 5,1928...E-8 [FE] Fazit: Sieben Nachkommastellen sind gleich denen von bzw. sechs Nachkommastellen sind gleich denen von .
Weblinks[Bearbeiten]Konstruktion mit Zirkel und Lineal Software für Dynamische Geometrie Konstruktion von Jacob de Gelder Die Dreiteilung des Winkels[Bearbeiten]Die Dreiteilung des Winkels ist ein klassisches Problem, für das bereits die alten Griechen (5. Jahrhundert v. Chr.) versuchten eine Lösung zu finden. Spezielle Winkel (siehe nebenstehendes Bild) können jedoch mit den euklidischen Werkzeugen gedrittelt werden, z. B. Winkel die ein ganzzahliges Vielfaches von 9° sind. Die Aufgabe[Bearbeiten]Die Aufgabe besteht darin, in endlich vielen Konstruktionsschritten einen beliebigen Winkel allein mit Zirkel und unskaliertem Lineal in drei gleich große Winkel zu teilen. Erst 1837 gelang Pierre-Laurent Wantzel der Beweis, dass dies unmöglich ist. Konstruktion mithilfe eines rechtwinkligen dreieckigen Lineals[Bearbeiten]Ludwig Bieberbach fand 1932 eine bemerkenswerte einfache Lösung. Hierfür benutze er einen – wie er ihn nannte – Rechtwinkelhaken als zusätzliches Konstruktionsmittel. Konstruktionsschritte (Die Animation hat am Ende 60 s Pause.)
Näherungskonstruktion[Bearbeiten]Im Jahr 2011 sandte Chris Alberts eine außerordentlich gute Näherung einer Winkeldreiteilung an Rouben Rostamian (University of Maryland, Baltimore County). Die hier beschriebene Näherungskonstruktion ist eine starke Vereinfachung des Originals mit der folgendes erreicht wird:
Konstruktionsschritte
Fehlerbetrachtung Eine Fehleranalyse, ähnlich Chris Alberts' Konstruktion, ist nicht vorhanden. Die dargestellte Konstruktion wurde mit der Dynamische-Geometrie-Software (DGS) GeoGebra angefertigt; darin werden in diesem Fall die Winkelgrade meist mit signifikanten dreizehn Nachkommastellen angezeigt. Die sehr kleinen Fehler des Winkels bzw. , sprich, die Differenzwerte aus bzw. werden von GeoGebra stets mit angezeigt. Betrachtet man die Grafik in GeoGebra, in sehr kleinen Schritten, die zu- oder abnehmenden Winkelweiten des Winkels bzw. mithilfe des Schiebereglers oder der Animation, ist vereinzelt eine max. Abweichung vom SOLL-Wert bzw. ablesbar. Fazit Der in GeoGebra ablesbare Differenzwert von max. entspricht einem absoluten Fehler der – nicht eingezeichneten – Sehne bzw. der sich wie folgt ergibt: Hätten die Winkelschenkel die Länge gleich 1 Milliarde km (das Licht bräuchte für diese Strecke ≈ 56 Minuten, das ist etwas weniger als 7-mal die Entfernung Erde – Sonne), wäre der absolute Fehler der beiden – nicht eingezeichneten – Sehnen bzw. ≈ 1,7 mm. Weblinks[Bearbeiten]Die Würfelverdoppelung[Bearbeiten]Das Problem der Würfelverdoppelung auch Delisches Problem genannt, ist seit dem 5. Jahrhundert v. Chr. bekannt. Nach div. Autoren aus der Antike geht die Aufgabe aus einer Episode zurück. Nachdem auf der griechischen Insel Delos eine schwere Seuche ausbrach, befragten die Einwohner ein Orakel, was für eine Besserung zu tun sei. Das Orakel verlangte hierfür den würfelförmigen Altar im Apollontempel der Insel in seinem Volumen zu verdoppeln. Im späten 5. Jahrhundert v. Chr. war Hippokrates von Chios der Erste, der den mathematischen Ansatz zur theoretischen Lösung fand. Das Problem gleicht dem der Bestimmung von zwei mittleren Proportionalen zweier Größen. Sprich, ist für eine Strecke der Länge nach zwei Strecken der Längen und gesucht, gilt folgender Zusammenhang:
Daraus folgt . Da die Kubikwurzel aus als Länge einer Strecke nicht in endlich vielen Konstruktionsschritten darstellbar ist, gibt es keine konstruktive Lösung allein mit Zirkel und unmarkierten Lineal. Den Beweis hierzu fand Pierre Wantzel im Jahr 1837. Die Aufgabe[Bearbeiten]Die Aufgabe besteht darin, zu einem gegebenen Würfel einen zweiten Würfel in endlich vielen Konstruktionsschritten zu konstruieren, der (exakt) das doppelte Volumen vom Ausgangswürfel hat. Konstruktion mithilfe eines markierten Lineals[Bearbeiten]Nimmt man jedoch als zusätzliches Hilfsmittel ein Lineal mit der Markierung der Kantenlänge des Ausgangswürfels, ist eine exakte Lösung, wie z. B. die folgende von Isaac Newton, möglich. Die nebenstehende Darstellung und folgende sinnmäßig übersetzte Beschreibung, sind nach Isaac Newton.
Das Bild zeigt eine sogenannte Neusis-Konstruktion, darin sind und die mittleren Proportionalen von und , wobei die Kante des Ausgangswürfels und die Kante des verdoppelten Würfels ist. Näherungskonstruktion[Bearbeiten]Die folgende Näherungskonstruktion hat eine außergewöhnliche Genauigkeit. Darin ist die Kantenlänge des Ausgangswürfels und die des verdoppelten Würfels. Konstruktionsschritte (Die Animation hat am Ende 10 s Pause)
Fehlerbetrachtung bei einem Kreis mit Radius [LE]: In GeoGebra werden max. 15 Nachkommastellen angezeigt. Fazit
Weblinks[Bearbeiten]Würfelverdoppelung, Delisches Problem Neusis-Konstruktion nach Isaac Newton Konstruktionen von regelmäßigen Vielecken[Bearbeiten]Das Regelmäßige Fünfeck und der goldene Schnitt[Bearbeiten] |




























