Musiklehre: Die Tonleiter

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Die Tonleiter[Bearbeiten]

Eine Tonleiter oder Skala ist in der Musik eine definierte Folge von Tönen mit wachsender Tonhöhe, die das Hauptmaterial einer Komposition bilden. Im Allgemeinen hat eine Tonleiter stets den Umfang einer Oktave und wiederholt sich dann wieder. Die Tonleiter kann aus beliebigen Tönen zusammengesetzt werden und muss nicht dem in der Westlichen Musik üblichen chromatischen Grundmaterial entstammen.

In der heutigen Westlichen Musik fängt eine Tonleiter mit dem niedrigsten Ton an, den man Grundton nennt. Dieser Grundton ist auch der Grundton der Komposition, auf die sich die Tonleiter bezieht.

Die Westliche Musik ist überwiegend aufgebaut mit Dur- und Molltonleitern, die aus 5 größeren Schritten (sogenannte Ganztonschritte) und 2 kleineren Schritten (sogenannte Halbtonschritte) bestehen, und sich nur darin unterscheiden, wie die Halbtonschritte innerhalb der Tonleiter verteilt sind.

Dur[Bearbeiten]

Durleitern haben den ersten Halbtonschritt zwischen der 3. und der 4. Stufe. Der zweite Halbtonschritt ist zwischen der 7. und 8. Stufe (Beispiel C-Dur: Halbtonschritt zwischen E und F sowie H und C). Die anderen Stufen beinhalten immer zwei Halbtonschritte. Die Stufen gehen von der 1. bis 8. Stufe, wobei die 8. Stufe = Oktave auch gleichzeitig wieder den Tonnamen der 1. trägt.

C-Dur-Tonleiter.png


Moll[Bearbeiten]

Molltonleitern haben den ersten Halbtonschritt zwischen der 2. und der 3. Stufe. Der zweite Halbtonschritt ist je nach Art der Molltonleiter unterschiedlich angesetzt. Hier gibt es drei verschiedene Tonleitern.

1. Natürliches Moll[Bearbeiten]

Amoll.png

Sie hat die Halbtonschritte zwischen der 2. und 3. Stufe und zwischen der 5. und 6. Stufe. Die natürliche Molltonleiter liegt eine kleine Terz unter der mit gleichen Vorzeichen versehenen Durtonleiter. Z.B. C-Dur und a-moll, oder D-Dur und h-moll.

2. Harmonisch Moll[Bearbeiten]

Amoll.harm.png

Da bei natürlichem Moll der Leitton fehlt (da der Ton unter dem Grundton einen ganzen Tonschritt entfernt ist und nicht einen halben), man diesen Charakter aber für viele Schlüsse benötigt, hat man den 7. Ton dieser Tonleiter im Vergleich zum natürlichen Moll um einen halben Ton erhöht, so dass der gewünschte Leitton entsteht. Diese Tonleiter hat die Halbtonschritte zwischen den folgenden Stufen: 2 und 3, 5 und 6, 7 und 8. Durch diese Veränderung erhält man ein kleines Problem, nämlich wird der Abstand vom 6. zum 7. Ton durch die Erhöhung des 7. Tones auf 1,5 Tonschritte erweitert, dies klingt für unsere (westlich geprägten) Ohren sehr ungewohnt (in der Tat findet man diesen Tonschritt häufig in der orientalischen Musik umspielt), deshalb suchten klassische Komponisten diesen Tonschritt zu vermeiden, der 7. Ton wurde häufig nur in Verbindung mit dem 8. als Schlussfloskel erhöht, es gibt aber auch andere Möglichkeiten (z.B. nach einem musikalischen Komma) an denen dieser erhöhte Halbton sogar zusammen mit dem 6. Ton Gebrauch findet, ohne zu stören. Um diesen „störenden“ Eineinhalbtonschritt zwischen dem 6. und 7. Ton gänzlich auszuschalten, hat man die Melodische Moll-Tonleiter konstruiert.

3. Melodisch Moll[Bearbeiten]

Amoll.melod.png

Hier wird zusätzlich zu dem bereits in Harmonisch Moll erhöhten 7. Ton der 6. ebenfalls erhöht, so entledigt man sich des unangenehmen Eineinhalbtonschrittes und erhält stattdessen zwischen 5. und 6. und 6. und 7. Ton jeweils einen Ganztonschritt. Die Halbtonschritte liegen also wie folgt: zwischen 2. und 3. Ton und zwischen 7. und 8. Ton. Aber auch diese Tonleiter hat ein Problem, der obere Teil der Tonleiter gleicht einer Durtonleiter von der Konstruktion, so kann es passieren, dass der Hörer vergisst, dass ein Stück in Moll geschrieben ist, also eigentlich einen gedämpften (traurigen, weichen) Charakter haben soll, daher spielt man diese Tonleiter nur aufwärts, abwärts benutzt man wieder natürlich Moll.

Die chromatische Tonleiter[Bearbeiten]

Chromatic scale full octave ascending and descending on C.PNG

Die ersten sieben Buchstaben des Alphabets bilden die Stammtonreihe. Dabei wurde B im Mittelalter im deutschen Sprachraum durch ein H ersetzt (im Lateinischen gab es zwei Bs, ein B rotundum {b} und ein B quadratum {h}, also ein rundes und ein eckiges). Im englischen Sprachraum wird unser deutsches h als B bezeichnet, unser b aber als Bb (sprich B flat). Die Abstände zwischen den Tönen sind nicht alle gleich groß. Zwischen E und F und zwischen H und C liegt ein Halbtonschritt, zwischen den restlichen Tönen ein Ganztonschritt. Die Töne der Stammtonreihe können durch ein Versetzungzeichen erhöht bzw. erniedrigt werden. Ein # erhöht einen Ton um einen Halbtonschritt und ein b erniedrigt ihn um einen Halbtonschritt. Dabei werden an den ursprünglichen Tonnamen ein "is" für ein Erhöhung und ein "es" für eine Erniedrigung angehängt. Ausnahmen sind Es (statt Ees), As (statt Aes) und B (statt Hes). Eine chromatische Tonleiter ist nun eine, die nur aus Halbtonschritten besteht. Spielt man auf einem Klavier 12 aufeinanderfolgende Tasten (weiße und schwarze), dann hört man eine chromatische Tonleiter. Der Begriff chromatisch leitet sich vom griechischen Wort für Farbe, Chroma, ab, mit der Bedeutung, dass mehrere Farben, d.h. Erhöhung und Erniedrigung, der Stammtöne benutzt werden.


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