Sexualität/ andere Methoden

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Sexualität

"Verhütung" bezeichnet Methoden beim Geschlechtsverkehr um eine Schwangerschaft zu vermeiden.

Als Empfängnisverhütung oder Kontrazeption werden Methoden bezeichnet, die die Wahrscheinlichkeit einer ungewollten Schwangerschaft verringern.

Natürliche Methoden[Bearbeiten]

Methode Beschreibung Pearl-Index
Hormon-Messung Messung der am Zyklus beteiligten Hormone mittels Teststreifen im morgendlichen Urin der Frau zur Bestimmung des Eisprungs 5 – 6 [1]
Temperatur-Methode Beobachtung der morgendlichen Basaltemperatur zwecks Bestimmung der Ovulation 0,8 bis 3 [2]
Billings-Methode Beobachtung der Beschaffenheit des Zervikalschleims zwecks Bestimmung der Ovulation 5 - 15 [2]
Symptothermale Methode Kombination von Temperatur- und Billings-Methode 0,3 [2]
Knaus-Ogino Kalendermethode, die die typischerweise fruchtbaren Tage aus dem Zyklus abschätzt (gehört nach WHO-Definition nicht zur natürlichen Familienplanung, da sehr unsicher) 9 - 40 [2]
Coitus interruptus Der Samenerguß des Mannes erfolgt außerhalb der Scheide. Die Methode ist extrem unsicher, da bereits vor dem Erguss Spermien austreten. 4 - 18 [2]
LAM (Stillinfertilität) Die Lactational Amenorrhea Method (LAM) nutzt die Unfruchtbarkeit während der Stillzeit (1 bis 6 Monate nach der Geburt) 2 [3][4]

Mechanische Methoden[Bearbeiten]

Die mechanischen Methoden der Empfängnisverhütung haben zum Ziel, den Kontakt von männlichem Sperma und weiblicher Eizelle unabhängig von fruchtbaren oder unfruchtbaren Tagen zu verhindern.

Methode Beschreibung Pearl-Index
Für den Mann:
Kondom Hülle aus Latex, die über den erigierten Penis gestülpt wird 2 - 12 [2]
7 - 14 [5]
Für die Frau:
Femidom "Kondom für die Frau" 5 - 25 (Quelle?)
Pessar
(Diaphragma)
Schutz sehr erfahrungsabhängig 1 - 20 [2]
Portiokappe Barriere aus Latex oder Silikon direkt am Muttermund, höhere Sicherheit in Kombination mit Spermiziden 6 [2]
LEA contraceptivum Kombination aus Barriere und Spermizid (Sicherheit wird durch Hersteller als wesentlich besser angegeben als durch FDA) 2 - 3 lt. Hersteller [1]
>15 lt. FDA [6]

Kondom und Femidom sind derzeit die einzigen Verhütungsmittel, die auch vor sexuell übertragbaren Krankheiten wie zum Beispiel AIDS (durch das HI-Virus) oder Syphilis schützen und sollten deshalb unabhängig von anderen mechanischen, hormonellen oder chemischen Verhütungsmittel zusätzlich verwendet werden, wenn ein Schutzbedürfnis besteht.


Ein hormonelles Verhütungsmittel für den Mann, die sogenannte "Pille für den Mann", gibt es heute noch nicht, und es ist fraglich, ob dies überhaupt in absehbarer Zeit möglich sein wird (Stand 2008).

Chemische Verhütungsmethoden[Bearbeiten]

Spermizide

in Form von Salben, Gelen, Zäpfchen, Schaum oder Sprays angewandt in der Vagina der Frau

Intrauterinpessare[Bearbeiten]

Intrauterinpessare (IUP) sind Objekte, die in die Gebärmutter der Frau eingelegt werden und durch Absonderung kleinster Mengen Kupfer Spermien abtöten oder deaktivieren und effektiv die Nidation von befruchteten Eizellen verhindern. IUP gelten als sehr sichere und langfristige Verhütungsmethoden.

Methode Beschreibung Pearl-Index
Kupferspirale Kunststoffobjekte mit Kupfer in der Gebärmutter, nidationshemmend 0,9 bis 3 [2]
Kupferkette
(GyneFix)
Moderne Alternative zur Kupferspirale. GyneFix besteht aus an einem Faden aufgereihten Kupferzylindern und wird an der Gebärmutterwand fixiert, so dass ein Verrutschen oder Ausstoßen wesentlich unwahrscheinlicher wird. 0,3 bis 0,8

Chirurgische Methoden[Bearbeiten]

Methode Beschreibung Pearl-Index
Sterilisation des Mannes (Vasektomie) Chirurgischer Eingriff, bei dem die Samenleiter in den Hoden des Mannes durchtrennt werden. Versagen 1 / 400[2]
Sterilisation der Frau Chirurgischer Eingriff, bei dem die Eileiter abgebunden oder durchtrennt werden. Versagen 1 / 1000 - 1 / 10.000[2]


Übersicht[Bearbeiten]

Eine Übersicht über den Pearl-Index verschiedener Verhütungsmethoden findet sich im Wikipedia-Artikel Empfängnisverhütung.

Barrieremethoden[Bearbeiten]

Diaphragma[Bearbeiten]

Hormonelle Methoden[Bearbeiten]

Die Nebenwirkungen der hormonellen Verhütungsmethoden sind ähnlich. Daher siehe Sexualität/ Pille.

Pflaster

3-Monatsspritze[Bearbeiten]

Hormonimplantate / Depots[Bearbeiten]

Hormon-Spirale[Bearbeiten]

Vaginalring[Bearbeiten]

Beim Vaginalring oder auch Verhütungsring handelt es sich um einen Ring aus medizinischem Kunststoff, der in die Vagina eingeführt und nach drei Wochen wieder entfernt wird. Darauf folgen sieben Tage ohne Ring, in denen eine menstruationsähnliche Blutung einsetzt. Der momentan einzige Vaginalring in Deutschland ist der NuvaRing, der Etonogestrel und Ethinylestradiol enthält.

Die vom Ring kontinuierlich abgegebenen Hormone gehören wie bei der Antibabypille zu den Estrogenen und Gestagenen. Sie werden lokal von der Vaginalschleimhaut aufgenommen, so dass die Hormone niedriger dosiert werden können. Da keine orale Einnahme notwendig ist, entfallen viele Anwendungsfehler. Die Wirksamkeit bleibt auch bei Durchfall oder Erbrechen erhalten, solange diese nicht auf eine Störung der Darmflora zurückzuführen sind, wie z. B. bei Einnahme von Antibiotika. In diesem Fall kann die Wirksamkeit der freigesetzten Hormone verringert sein, ein Empfängnisschutz ist möglicherweise nicht mehr gegeben. Der Vaginalring ist mit einem Pearl-Index von 0,25 bis 1,18 fast so sicher wie die Pille oder die Symptothermale Methode. Er ist in Deutschland rezeptpflichtig.

Natürliche Methoden[Bearbeiten]

Bei den natürlichen Methoden der Empfängnisverhütung, auch natürliche Familienplanung genannt, werden die fruchtbaren Tage im Menstruationszyklus der Frau bestimmt, um so ungeschützten Geschlechtsverkehr während der unfruchtbaren Tage ausüben zu können. Während der fruchtbaren Tage wird Enthaltsamkeit (Abstinenz) geübt oder die natürliche Verhütungsmethode durch andere Methoden ersetzt, deren Sicherheit dann separat zu betrachten ist.

Die natürlichen Methoden müssen durch die Frau angewendet werden, da ein gesunder, zeugungsfähiger Mann prinzipiell immer fruchtbar ist.

Hier sei nochmal darauf hingewiesen, dass es wichtig ist während der fruchtbar Zeit anderweitig zu verhüten. Denn die Frau ist darauf ausgelegt, sich möglichst zu vermehren, hat also einen entsprechend stärkeren Libido während der fruchtbaren Zeit.

Laut Stiftung Warentest ist die Symptothermale Methode mit Papier und Bleistift sicherer als jeder Computer. Nachzulesen ist des in dem Test vom 27.07.2000.

Bei den natürlichen Methoden der Empfängnisverhütung, auch natürliche Familienplanung genannt, werden die fruchtbaren Tage im Menstruationszyklus der Frau bestimmt, um so ungeschützten Geschlechtsverkehr während der unfruchtbaren Tage ausüben zu können. Während der fruchtbaren Tage wird Enthaltsamkeit (Abstinenz) geübt oder die natürliche Verhütungsmethode durch andere Methoden ersetzt, deren Sicherheit dann separat zu betrachten ist.

Die natürlichen Methoden müssen durch die Frau angewendet werden, da ein gesunder, zeugungsfähiger Mann prinzipiell immer fruchtbar ist. Die einzige natürliche Methode, die durch den Mann angewandt werden kann, ist der Coitus interruptus, der jedoch als extrem unsicher gilt.

Die Hormon-Messung, Temperaturmethode, Billings-Methode und die kombinierte symptothermale Methode können durch Verhütungscomputer in ihrer Anwendung und Interpretation der Ergebnisse unterstützt werden. Es existieren auch kostenlose Softwareprojekte, die die zuverlässige Erfassung und Interpretation der Messwerte erlauben.[7]

Persona[Bearbeiten]

Persona ist ein Verhütungscomputer der die Hormonkonzentration im Morgenurin misst. Oft wird als Vorteil angegeben, dass er durch einfache Symbole anzeigt, ob sicherer Sex ohne zusätzliche Verhütung möglich ist.

Sicherheit

Diese Methode ist mit einem Pearl-Index von bis zu 10 zu unsicher um zu Verhüten. Sie kann aber genutzt werden, um die fruchtbare Zeit bei Kinderwusch zu bestimmen.

Alternativen

Die Messung des Luteinisierenden Hormons kann auch mit einfachen Teststäbchen geschehen. Diese sind preiswert in Apoteken erhältlich. Diese Teststäbchen funktionieren ähnlich einem Schwangerschaftstest.

Nachteile
  • Diese Methode ist unsicher mit einem Pearl Index von 10 (sehr unsicher)
  • Das Gerät ist teuer
  • Persona eignet sich nicht für Zyklen länger als 36 Tage

Symptothermale Methode[Bearbeiten]

Chemische Verhütungsmethoden[Bearbeiten]

Spermizide gibt es in Form von Salben, Gelen, Zäpfchen, Schaum oder Sprays. Die meisten Präparate basieren auf dem Wirkstoff Nonoxynol-9, seltener aber auch auf Milchsäure-, Borsäure- oder Salicylsäure. Spermizide werden vor dem Geschlechtsverkehr in die Scheide eingeführt und wirken, indem sie Spermien abtöten oder ihre Beweglichkeit stark verringern, so dass sie nicht mehr in der Lage sind, eine Eizelle zu befruchten.

Die ausschließliche Verwendung von Spermiziden ist vergleichsweise unsicher (Pearl-Index von 5 - 21), aber in Kombination mit mechanischen Verhütungsmitteln wie Kondomen, Pessaren oder Portiokappen steigen sie deren Wirksamkeit beträchtlich.

Unangenehme Schleimhautreizungen können eine Nebenwirkung von spermiziden Präparaten sein.


Verhütung[Bearbeiten]

Zu den vaginalen Verhütungsmethoden zählt die Kombination aus einem Diaphragma und der Einführung einer chemischen Nährsubstanz für die Samen (als Gel oder Zäpfchen erhältlich). In den USA werden auch statt des Diaphragmas sogenannte „Verhütungsschwämme“ aus Polyurethan eingesetzt. Der Konzeptionsschutz (gemessen am Pearl-Index) ist jedoch geringer als bei hormonellen Methoden.

Als weitere neuere Variante der vaginalen Verhütung gibt es das „Femidom“. Dabei handelt es sich um ein Kondom für die Frau, einen Polyuretan-Schlauch, der, von zwei Ringen gehalten, die Scheidenwände auskleidet, und so eine kondomähnliche Funktion erfüllt. In Deutschland und vielen anderen europäischen Ländern hat sich das Femidom allerdings bisher nicht durchgesetzt, da die Handhabung schwieriger und die Sicherheit geringer als beim herkömmlichen Kondom ist.

Als hormonelle vaginale Verhütungsmethode ist seit einigen Jahren der NuvaRing verfügbar. Dieser weiche durchsichtige flexible Ring wird tief in die Vagina eingeführt und verbleibt dort 21 Tage lang. Er gibt kontinuierlich Ethinylestradiol und Etonorgestrel ab und verhindert so wie eine Pille den Eisprung. Da durch die lokale Abgabe der Hormone die Dosis niedriger angesetzt werden kann und eine systemische Wirkung schwächer ausfällt, sei die Nebenwirkungsrate des NuvaRings im Vergleich zu anderen hormonellen Verhütungsmethoden geringer. Die Verhütungssicherheit liegt bei Pearl 1 - 2 und damit auf dem Niveau der Pille. Da der NuvaRing keine Barrieremethode darstellt, ist seine Lage in der Vagina nicht ausschlaggebend für die Funktion, andererseits schützt er nicht vor sexuell übertragbaren Krankheiten wie das Kondom und das Femidom.

  1. 1,0 1,1 pro familia: Pearl Index
  2. 2,00 2,01 2,02 2,03 2,04 2,05 2,06 2,07 2,08 2,09 2,10 Leitlinien der Deutschen Gesellschaft für Gynäkologie und Geburtshilfe (DGGG), 2004, bei AWMF online
  3. Labbock et al., 1997
  4. G. Freundl, P. Frank-Herrmann, U. Sottong, Frauenarzt (1994) 35:1198-1204
  5. Pfleidere/Breckwoldt/Martius, Gynäkologie und Geburtshilfe, 3. Aufl. 2001
  6. http://www.fda.gov/cdrh/pdf/P010043b.pdf S. 16
  7. http://www.mynfp.net Software zur symptothermalen Methode