Mathematik: Analysis: Reelle Zahlen
Einleitung
| A: Grundlagen | B: Reelle Zahlen | C: Folgen und Reihen | D: Stetigkeit | E: Differentialrechnung | F: Integralrechnung | G: Differentialgleichungen |
| Analysis | Reelle Zahlen | Eigenschaften reeller Zahlen – Ungleichungen (Eigenschaften) – Wichtige Ungleichungen – Metrik – Topologie – Sätze v. Bolzano-Weierstraß u. Heine-Borel |
Folgen und Reihen |
Reelle Zahlen [Bearbeiten]
Einleitung [Bearbeiten]
Im letzten Kapitel wurden die rationalen Zahlen definiert. Auf diese lassen sich bereits die vier Grundrechenarten anwenden.
Leider bleiben viele mathematische Wünsche offen. So lässt sich beispielsweise die simple Gleichung
in
nicht lösen.
Dies kann man durch einen "indirekten" Beweis leicht zeigen:
- Beweis
- Angenommen, es existieren
so dass
anders formuliert: Nach Annahme soll zu
eine Lösung
existieren. (Dann wäre auch
eine weitere Lösung wegen
. Man darf sich also auf die Frage nach der Existenz einer positiven Lösung beschränken.) Weiter darf man annehmen, dass p und q nicht beide zugleich gerade Zahlen sind, da man anderenfalls den gemeinsamen Faktor 2 herauskürzen könnte.
- Wegen x2 = 2 folgt: p2 = 2 q2
- Also ist p2 eine gerade Zahl. Dann ist aber auch p eine gerade Zahl (Auch die Behauptung:
lässt sich leicht "indirekt" beweisen.) Es gibt also ein p1 ∈
mit p = 2 p1. Weiter folgt:
- (2 p1)2 = 2 q2
- 2(p1)2= q2.
- Dies bedeutet aber gerade, dass auch q eine gerade Zahl ist und widerspricht der eingangs gemachten Annahme, dass p und q nicht beide gerade Zahlen sind. Also muss die Annahme, dass es in
eine Lösung für
gibt, falsch sein.
Der vorstehende Beweis zeigt, dass x2 = 2 keine Lösung in
hat. Bezeichnet man - unabhängig von der Frage der Existenz - eine Lösung von
mit
(eine weitere Lösung wäre dann
), so weiß man bis jetzt nur, dass jedenfalls
gilt.
Ein weiteres, in
nicht lösbares Problem sind Berechnung von Umfang und Flächeninhalt eines Kreises. Hierzu ist die irrationale Zahl π (Pi) erforderlich. Es wird sich bei der Untersuchung der reellen Zahlen zeigen, dass diese Zahl π von ganz anderer "Qualität" als
ist. Dabei stellt sich heraus, dass die Menge der reellen Zahlen "fast nur" aus Elementen dieser Qualität besteht und durch diese Elemente überabzählbar wird.
Formal lassen sich die reellen Zahlen beispielsweise über Cauchy-Folgen oder dedekindsche Schnitte definieren. Die Definition über Cauchy-Folgen soll später in diesem Buch gezeigt werden. Sie gehört eigentlich in dieses Kapitel über reelle Zahlen, wird aber auf später verschoben, da die notwendigen "Werkzeuge" für Folgen noch fehlen. Dabei ist aufzupassen, dass keine "Zirkelschlüsse" entstehen. An kritischen Stellen wird darauf hingewiesen.
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so dass
anders formuliert: Nach Annahme soll zu
existieren. (Dann wäre auch
eine weitere Lösung wegen
. Man darf sich also auf die Frage nach der Existenz einer positiven Lösung beschränken.) Weiter darf man annehmen, dass p und q nicht beide zugleich gerade Zahlen sind, da man anderenfalls den gemeinsamen Faktor 2 herauskürzen könnte.
lässt sich leicht "indirekt" beweisen.) Es gibt also ein p1 ∈
mit p = 2 p1. Weiter folgt: