Gitarre: der Vier-Viertel-Schlag

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Einführung Schlagmuster[Bearbeiten]

Einstieg in die Rhythmik[Bearbeiten]

Gitarrengriffe sind wichtig. Um die Akkorde kümmert sich die linke Hand. Genau so wichtig ist der Rhythmus. Um den Rhythmus kümmert sich die rechte Hand.

Ein Musiker muss genauso aufmerksam auf die Rhythmik achten wie auf die Harmonie[1]. Du wirst hier im Lagerfeuerdiplom eine Hand voll Schlagmuster kennen lernen. Diese sollst du am Anfang genau so spielen, wie sie notiert sind. Sobald du einige Rhythmen richtig beherrschst, wirst du im Folkdiplom lernen, die Rhythmen ein wenig zu variieren.

Um einen ersten Einblick in die Grundlagen eines Rhythmus zu erhalten, empfehle ich an dieser Stelle einen Abstecher in das Kapitel Rhythmik des Buches Musiklehre zu machen,

Den Themenbereich Rhythmik vertiefen...


Das einfachste Schlagmuster[Bearbeiten]

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Der einfachste Schlag sind vier Abschläge. Die meisten Lieder, die du in den handelsüblichen Liederbüchern findest, sind im 4/4-Takt geschrieben. Daher muss dir das "Zählen bis 4" durch ständiges Üben in Fleisch und Blut übergehen.

Betone die 1

Wichtig ist es, ein Gefühl dafür zu entwickeln, wo der Beginn eines Taktes - also die "1" - ist. Du darfst die "1" ruhig ein klein wenig lauter anschlagen, als die übrigen Schläge, oder du zählst sie ein wenig lauter. Oft geht die "1" mit dem Wortanfang eines Satzes einher, doch leider nicht immer. Höre dir die Musikbeispiele an, und versuche die "1" bei einem Takt herauszuhören. Oft hilft dir ein Schlagzeug im Hintergrund. Auch die Taktstriche in einem Notensystem, wie bei den ersten Liedbeispielen, können eine Hilfe sein - selbst wenn man noch keine Noten lesen kann. Ebenso folgt ein Akkordwechsel meist auf der "1".

Beim Rhythmus-Lernen spielen viele Sachen zusammen. Zählen - bei Musik bewusst auf den Takt achten - praktisch ein Schlagmuster ausführen - sich bei den Noten an den Taktstrichen orientieren - die Schlagmusterbilder - alles wirkt zusammen. Alle Elemente helfen dir dabei, die ersten Schritte zu erleichtern, damit du ein Gefühl für den Rhythmus bekommst. Takt ist keine reine Kopfsache, sondern das Hören, und die Bewegung deines Körpers (hier genauer: Das Schlagmuster das du ausführst) gehören mit dazu. Übe die Schlagmuster am besten mit Liedern, die du dir gleichzeitig anhörst. Wenn du eine Midi-Datei zu dem Stück hast, dann kannst du mit einigen Programmen das Tempo so weit drosseln, dass du keine Schwierigkeiten mehr hast, mitzuspielen.

Beachte

Obwohl die Pfeile in einigen Büchern auch andersherum gezeichnet werden, sind in dieser Grafik "oben" und "unten" nicht vertauscht! Die Saiten werden wie die Akkorde-Diagramme immer aus der Sicht des Spielers gezeigt! So, wie er von oben auf die Saiten schaut. Bei den Akkordbildern hast du es schon gesehen, und wenn du später dann eine Tabulatur kennen lernst, wirst du sehen, dass "auf dem Kopf stehende" Angaben der allgemeine Standard sind.

Bei jeder Zahl schlägst du mit den Fingernägeln deiner rechten Hand (2-3 Finger oder - wenn es etwas leiser sein soll - nur der Zeigefinger) von oben nach unten. Deine Fingernägel sind parallel zu den Saiten. Es schadet nicht wenn die Fingernägel einen halben Millimeter oder etwas mehr überstehen. Du verwendest die gleiche natürliche Bewegung, als wollest du ein paar Kuchenkrümel vom Hosenbein entfernen.

Daumen und Zeigefinger dürfen sich ruhig ein wenig berühren, sollten aber beweglich bleiben (fast als hätte man ein Knetkügelchen oder ähnliches zwischen den Fingern).

Down stroke 1.jpg Spacer.gifDown stroke 2.jpg

Alternativ dazu kannst du für den Anfang auch ein weiches Plektrum benutzen. Allerdings würde ich es nur dann empfehlen, wenn man Probleme mit den Fingernägeln haben sollte. Mit den Fingern bekommt man ein besseres Gefühl für das Instrument, während Plektren besser für lautes Spielen einzusetzen sind. Aber zum Üben musst du ja nicht unbedingt laut singen. Aber letztlich ist es reine Geschmacksache, ob man mit oder ohne Plektrum spielt. Man sollte jedoch zu beidem in der Lage sein. Probiere also beides aus, mit und ohne.


Die Schläge werden gleichmäßig ausgeführt, wie das Ticken einer Uhr. Diese Bewegung ist vollkommen unabhängig von der Melodie, die du gerade singst. Du fängst ja auch nicht an schneller oder langsamer zu gehen, wenn du dich bei einem Spaziergang mit jemandem unterhältst und dabei mal schneller und mal langsamer sprichst.

Aus dem Ellenbogen[Bearbeiten]

Bei den einfachen Schlägen kommt die Bewegung nicht aus einer Drehung des Unterarms. Der Schlag kommt auch nicht aus dem Handgelenk (obwohl beides möglich ist). Später, wenn man einmal mit einem Plektrum (kleines Plastikplättchen) einzelne schnelle Melodiefolgen spielt, ist die Bewegung aus dem Handgelenk sinnvoll. Aber jetzt bei den ersten Akkorden verleitet dies nur zu einem unsauberen Takt. Die Bewegung für den Schlag kommt aus dem Ellenbogengelenk. Also hat der Oberarmmuskel relativ viel zu tun. Es ist zwar nicht möglich, extrem schnelle Schläge mit dieser Bewegung zu machen, aber dafür sind die Schläge viel gleichmäßiger. Und in den ersten Stunden ist ein gleichmäßiger Rhythmus das Wichtigste, was es (neben den ersten Akkorden) zu lernen gibt.

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Anmerkung
Es ist durchaus möglich, dass verschiedene Gitarrenlehrer da anderer Meinung sind.
Aber keine Angst. Das Lernen einer zusätzlichen schnelleren Anschlagart wird hinterher,
wenn man einen sicheren Rhythmus hat, keine nennenswerten Probleme bereiten.


Der 4/4 Schlag[Bearbeiten]

Tab spacer.svgTab 1.svgTab 0.svgTab 2.svgTab 0.svgTab 3.svgTab 0.svgTab 4.svgTab 0.svgTab spacer.svg
Tab start.svgTact ead.svgTact0 u.svgTact gbe.svgTact0 u.svgTact ead.svgTact0 u.svgTact gbe.svgTact0 u.svgTab end.svg
Noch besser klingt das Schlagmuster, wenn es leicht versetzt gespielt wird. Man versucht, bei der "1" und bei der "3" die oberen drei Bass-Saiten, bei der "2" und bei der "4" die unteren drei Melodie- bzw. Diskant-Saiten zu treffen. (Wenn Du mal vier statt drei Saiten triffst, wird das niemanden stören. Die gleichmäßige Auf- und Abwärtsbewegung ist hier viel wichtiger. ) Stoppe nicht irgendwo in der Mitte der Saiten, sondern bewege deinen Arm gleichmäßig auf und ab. Hole ruhig ein wenig weiter aus, so dass der Arm sich fast so weit auf und ab bewegt, wie die Gitarre breit ist.
Hörbeispiel mit dem D-Dur-Akkord (info)

Beim D-Dur-Akkord die E-Saite freilassen[Bearbeiten]

01.01.D A1.png Beim D-Dur-Akkord, also dem ersten Akkord, den du hier lernst, gibt es eine Kleinigkeit zu beachten. Die oberste dicke E-Saite darf nicht mitklingen. Du erkennst dieses am (X) im Akkord-Diagramm. Der Grund: Der Ton "E" passt nicht zum D-Dur-Akkord. Wie die übrigen Töne heißen, braucht uns im Moment noch nicht zu interessieren.

Wir merken uns nur, dass die obere dicke E-Saite nicht zum D-Dur-Akkord passt. Dafür schlagen wir die nächsten beiden oder die nächsten drei Saiten an (wie oben schon gesagt, es kommt nicht so genau drauf an...) [2]

Wir schlagen immer "oberhalb", "unterhalb", "oberhalb", "unterhalb". 1,2,3,4.

Liedvorschläge[Bearbeiten]

D-Dur-Akkord und 4/4-Schlag[Bearbeiten]



  1. Wenn mehr als ein Ton gleichzeitig erklingt (wie bei einem Akkord), spricht man von Harmonie. Folgen die Töne nur nacheinander, dann spricht man von Melodie.
  2. Entgegen einiger falscher Behauptungen ist es beim D-Dur-Akkord nicht verboten, die 2. Saite von oben mit anzuschlagen. Der Ton A (das ist die zweite Saite von oben) gehört mit zum D-Dur-Akkord. Es mag ja sein, dass sich einige Stücke besser anhören, wenn man den Basston D (die dritte Saite von oben) als tiefsten Ton hat und die A-Saite meidet, doch es ist generell nicht verkehrt, wenn das A (versehentlich oder absichtlich) doch mal mitklingt. Und bei der einfachen Liedbegleitung in der Tonart D-Dur fällt es so gut wie keinem Zuhörer auf, dass der Ton A im Bass liegt und nicht, wie es meist bei Zupfmustern angestrebt ist, der Ton D. Beim Folkdiplom werden wir mit den Zupfmustern viel mehr auf die Basstöne eingehen, und dann stellt sich automatisch ein besseres Gefühl für den Basston ein. Ein D-Dur-Akkord mit einem A im Bass kennen Klavierspieler als eine Umkehrung der Grundstellung. In der Tonart G-Dur (die wir ab der 3. Lektion lernen) stört eine solche Umkehrung überhaupt nicht. Bei Zupfmustern mit einem Wechselbass wird meist der Basston D zuerst angeschlagen. Doch der tiefere Basston A wird oftmal beim zweiten Mal als Wechselbass angeschlagen. A als Basston beim D-Dur-Akkord zu meiden ist völlig unnötig und letztlich hinderlich für das Üben der Anschläge.
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