Gitarre: Die Dur-Kadenz - Das große Dreigestirn

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Die erste Dur-Kadenz oder "Das große Dreigestirn"[Bearbeiten]

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Tonart D-Dur
im Quintenzirkel

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Einleitung: ein wenig Harmonielehre[Bearbeiten]

Du hast jetzt drei Akkorde gelernt: D-Dur, A-Dur und G-Dur. Und ob du es glaubst oder nicht, mit nur diesen drei Akkorden kann man schon hunderte Lieder begleiten.

Viele Lieder werden mit nur drei Dur-Akkorden gespielt. Die Reihenfolge der Akkorde kann recht unterschiedlich sein, aber innerhalb einer Tonart sind es immer dieselben drei Akkorde, die man zusammen antrifft. Andere Dur-Akkorde kommen in der Tonart D-Dur nur sehr selten vor.

Typische Akkordfolge (Kadenz in D-Dur)[Bearbeiten]

Spiele mal die Akkordfolge D G A D genau in dieser Reihenfolge! Diese Akkordfolge wird D-Dur-Kadenz genannt. Eine Kadenz ist so etwas wie eine Standard-Akkordfolge. Die D-Dur-Kadenz wird entweder für Beschreibungen in der Harmonielehre und auch für reine "Trockenübungen" verwendet. Sie wird häufig zum Üben der D-Dur-Tonart gebraucht. Sie ist aber auch so etwas wie eine Formel. Sie steht stellvertretend für alle Lieder in D-Dur, die nur mit den drei Akkorden D G und A begleitet werden.

D - G - A(7) - D

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    d2 g a d d1 g a d
}}

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  <a d' fis'> \downbow 
  <a, d a> \downbow
  <a d' fis'> \downbow 
}

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  <e, a, e>4 \downbow
  <a cis' e'> \downbow 
  <e, a, e> \downbow
  <a cis' e'> \downbow 
}

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  <g, b, d>4 \downbow
  <g b g'> \downbow 
  <g, b, d> \downbow
  <g b g'> \downbow 
}

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  \repeat volta 2 { 
    <a, d a d' fis'>2 \downbow
    <g, b, d g b g'> \downbow
    <e, a, e a cis' e'> \downbow
    <a, d a d' fis'> \downbow
    \mark "2x"
  }
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  \AA_D \AA_G \AA_A \AA_D \downbow
  \mark "4x"
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    \myRhythm
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    \myRhythm
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    \tempo 4 = 90
    \time 4/4
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    \set Staff.midiInstrument = #"acoustic guitar (nylon)"
    \myRhythm 
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  • D-Dur ist der Start. (Tonika)
  • G-Dur verbindet den Vorgänger mit dem Nachfolger. (Subdominante)
  • A(7) baut die Spannung auf (Dominante), die sich aber wieder nach ...
  • ... D-Dur als Schluss-Akkord auflösen möchte. (Tonika)

Attention green.svg

Merke
Tonika = Ruhe
Subdominante = Weiterleitung
Dominante = Spannung


Wenn du mehrere Lieder kennen lernst, dann wirst du wahrscheinlich selbst irgendwann feststellen, welche Dur-Akkorde meist zusammen auftauchen und welche Dur-Akkorde nur selten oder sogar fast nie zusammen anzutreffen sind. Im Quintenzirkel, den du früher oder später noch genauer kennenlernen wirst, sind die Dur-Akkorde, die man häufig zusammen antrifft, schön nebeneinander als Nachbarn angeordnet (wie oben im Diagramm gezeigt). [1]

Selbst wenn später noch ein paar Mollakkorde dazukommen, bleibt das Dreigestirn der Dur-Kadenz meist erhalten.

Natürlich gibt es auch ein paar Ausnahmen, trotzdem halten sich die meisten Lieder, die wir hier in Westeuropa kennen, an diese einfache 3er-Teilung.

Die drei Funktionen der Dur-Akkorde[Bearbeiten]

Die ruhige Tonika[Bearbeiten]

auch Grundakkord genannt, gibt gleichzeitig auch die Tonart des ganzen Musikstückes an. Leider kann man sich nicht 100%ig darauf verlassen, aber meist beginnt und endet ein Stück mit diesem Grundakkord. Merke dir als Eselsbrücke: "Die Tonika gibt den Ton (genauer die Tonart) an."

Als Faustformel kann man sich merken, dass ein Lied zumindest ganz am Schluss mit der Tonika enden sollte.

Hier zu diesem Zeitpunkt und mit den drei Akkorden, die du bis jetzt gelernt hast, ist die Tonika immer D-Dur. Beginne und beende deine "Trockenübungen" also immer mit D-Dur.

Der Grundakkord ist immer eine Art Ruhepol im Musikstück. Wie du zwischendrin wechselst, ist eigentlich egal. Hauptsache, du kommst wieder auf den Grundakkord D-Dur zurück.

Die drei Akkorde D, A und G gehören zu der D-Dur-Tonleiter.

Töne der D-Dur-Tonleiter
D=1; E=2; F#=3; G=4; A=5; H=6; C#=7; D=8=1

D ist die erste Note in der D-Dur-Tonleiter, und daher sagt man, dass der D-Dur-Akkord genau wie die Note D auf der ersten Stufe der Tonleiter steht.

Vorzeichen D-Dur

Keine Angst, du musst hier noch keine Noten lesen können. Aber schon geringe Kenntnisse der Noten können für dich ganz hilfreich sein. Wenn du ein Liederbuch mit Noten wie beispielsweise 'Die Mundorgel' vor dir hast, kannst du dir mal alle Lieder heraussuchen, deren Notensystem zwei Kreuze haben. Dann schaue dir die Akkorde über den Noten an. Wenn ein E-Moll dabei ist (Em oder e) dann musst du noch zwei Lektionen warten. Wenn ein H-Moll (Hm, h in englischen Liedern auch Bm oder b) oder ein Fis-Moll (F#m, f#) dann sind die Lieder noch nichts für dich. Die Akkorde heben wir uns bis zum Rockdiplom auf. Aber viele Lieder werden nur mit den drei Dur-Akkorden D G und A (A7) begleitet. Diese kannst du, wenn du sie kennst, versuchen zu spielen. Nur auf Notensystem mit zwei Kreuzen (und der nächsten Lektion auch die mit einem Kreuz) zu achten, vereinfacht die Suche nach Liedern, die du möglicherweise schon spielen kannst.

Die spannungsreiche Dominante[Bearbeiten]

Ganz typisch bei einer Kadenz (formelhafte Akkordfolge) ist, dass einer der drei Akkorde für die Spannung zuständig ist. Hier in der D-Dur-Tonart ist es der A-Dur-Akkord.

Wenn du mal beim Singen darauf achtest, dann merkst du, dass der Melodieverlauf bei der Dominante häufig etwas spannungsreicher ist als bei den anderen beiden Akkorden. Das hilft dir vielleicht dabei, wenn du deine Lieder auswendig lernen möchtest. Die Spannung der Dominante kann noch gesteigert werden, wenn er als 7er-Akkord gespielt wird. Also als A7.

Zwar ist der A7 recht einfach zu greifen (du brauchst nur den Mittelfinger anzuheben), aber bis wir den A7 lernen und anwenden, merke dir Folgendes:

Attention green.svg

Merke
Ziffern bei Akkorden können meist ohne Probleme weggelassen werden!

Wenn also in deinem Liederbuch ein A7 vorkommt, dann suche nicht lange in einer Grifftabelle herum, sondern spiele einfach ein A-Dur. Ob sich das Stück mit A7 besser anhören würde, sei mal dahingestellt. Fürs Erste reicht es, die Zahlen einfach wegzulassen (dadurch findest du auf Anhieb einige Lieder mehr in deinem Liederbuch). Aber keine Angst, die 7er-Akkorde wirst du noch alle kennen lernen. Sie werden nur etwas nach hinten verschoben.

Eine Dominante oder ein Dominant-Sept-Akkord (7er-Akkord) löst einen spannungsreichen Höreindruck aus, von dem wir gewohnt sind, dass er sich wieder zum Grundakkord, also zur Tonika hin auflöst.

A ist die fünfte Note in der D-Dur-Tonleiter (D E Fis G A), und daher sagt man, dass der A-Dur-Akkord genau wie die Note A auf der fünften Stufe der D-Dur-Tonleiter steht.

Die weiterleitende Subdominante[Bearbeiten]

G-Dur ist bei unserer kleinen Akkordfolge der Dritte im Bunde. Als Subdominante verbindet er den ruhigen Grundakkord (Tonika) mit der spannungsgeladenen Dominante. Dabei ist es egal, ob G-Dur von D-Dur nach A-Dur weiterleitet, oder ob G von A zurück zu D leitet (vergleiche die Hörbeispiele!). Die Subdominante (G-Dur) ist nicht so spannungsreich wie die Dominante (A-Dur), aber auch nicht ganz so ruhig wie die Tonika (D-Dur). Sie will normalerweise nicht aufgelöst werden, sondern nur weiterleiten. Dieser Akkord hat etwas schwebendes, vorantreibendes an sich.

G ist die vierte Note in der D-Dur-Tonleiter (D E Fis G), und daher sagt man, dass der G-Dur-Akkord genau wie die Note G auf der vierten Stufe der D-Dur-Tonleiter steht.

Hörbeispiele[Bearbeiten]

Die reinen Vokabeln schrecken oftmals sogar erfahrene langjährige Gitarristen ab. Dabei sind diese Vokabeln auch nicht viel schwerer, als bei der Mathematik die Vokabeln "Addition, Subtraktion, Division, Multiplikation" oder in der Grammatik "Nomen, Verb, Adjektiv". Es steckt eigentlich gar nicht so viel dahinter. Man muss nur dafür sorgen, dass es keine trockenen Vokabeln bleiben, sondern dass man mit den Vokabeln gleichzeitig einen Höreindruck verbindet. Und dazu musst du unbedingt mal die folgenden erklärenden Beispiele nachspielen. Dann hörst du einfach, wovon hier nur geredet wird. (pro Akkord ein Takt)

Die Subdominante leitet weiter[Bearbeiten]

Wenn in der Tonart D-Dur der Akkord G-Dur (Subdominante) erklingt, dann kann man auch problemlos wieder zurück zum Grundakkord D-Dur (Tonika) wandern. Der Subdominante ist es eigentlich egal, ob es zurück geht, oder doch weiter zu A-Dur. Vielleicht kannst du dir als Eselsbrücke merken, dass sich die Subdominante den anderen beiden Akkorden "unter"-ordnet. "Sub" bedeutet "unterhalb" - hier die "untere Dominante", weil sie eine Stufe unter der Dominante ist.

D=1, E=2, Fis=3, G=4, A=5...

Oder auch weil sie im Quintenzirkel (den du später genauer kennenlernen wirst) vor und nicht nach der Tonika kommt.

G D A ... (Geh du alter Esel...)

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    d1 g d s
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  <a d' fis'> \downbow 
  <a, d a> \downbow
  <a d' fis'> \downbow 
}

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  <e, a, e>4 \downbow
  <a cis' e'> \downbow 
  <e, a, e> \downbow
  <a cis' e'> \downbow 
}

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  <g, b, d>4 \downbow
  <g b g'> \downbow 
  <g, b, d> \downbow
  <g b g'> \downbow 
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  \AA_D \AA_G \AA_D <a d a d' fis'>1 \downbow
  \mark "4x"
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Du musst noch keine Tabulatur lesen können. Das kommt etwas später beim Zupfen dran. Dieses ist nichts anderes als die Akkordfolge D-Dur, G-Dur und wieder D-Dur, wobei jeder Akkord genau einen Takt mit dem 4/4-Schlag begleitet wird. Es entspricht also genau dem folgenden Schlagmuster.

Tab spacer.svgTab 1.svgTab 0.svgTab 2.svgTab 0.svgTab 3.svgTab 0.svgTab 4.svgTab 0.svgTab spacer.svg
Tab start.svgTact ead.svgTact0 u.svgTact gbe.svgTact0 u.svgTact ead.svgTact0 u.svgTact gbe.svgTact0 u.svgTab end.svg

Wenn es dich aber jetzt schon interessiert, wie man eine Tabulatur liest, dann schaue dir noch einmal das Kapitel Lesen von Diagrammen, Tabulaturen und Noten in der Einleitung genauer an. Da wird es beschrieben.

Die beiden Akkorde könnten auch eine Weile hintereinander gespielt werden...


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    d1 g
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  <a d' fis'> \downbow 
  <a, d a> \downbow
  <a d' fis'> \downbow 
}

AA_A = {
  <e, a, e>4 \downbow
  <a cis' e'> \downbow 
  <e, a, e> \downbow
  <a cis' e'> \downbow 
}

AA_G = {
  <g, b, d>4 \downbow
  <g b g'> \downbow 
  <g, b, d> \downbow
  <g b g'> \downbow 
}

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  \AA_D \AA_G 
  \mark "8x"
}}

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    \consists "Pitch_squash_engraver"
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    \improvisationOn
    \override NoteHead.X-offset = 0
    \myRhythm
    <a d a d' fis'>1 \downbow
  }
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    \myRhythm
    <a d a d' fis'>1 \downbow
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    <a d a d' fis'>1 \downbow
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Die Dominante drängt zur Tonika[Bearbeiten]

Lieder, die ausschließlich mit der Tonika D und der Dominante A begleitet werden, haben wir in der ersten Lektion kennengelernt.

Sobald A-Dur als Dominante auftaucht, hat man den Eindruck, jetzt muss ein Schluss kommen (oder wenigstens ein Zwischenstopp). Vielleicht kannst du dir als Eselsbrücke merken, dass die Dominante das Geschehen dominiert. Die Dominante sagt: "Jetzt ist aber Schluss!"

D - G - D - G - A - D


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    d1 g d g a d 
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  <a d' fis'> \downbow 
  <a, d a> \downbow
  <a d' fis'> \downbow 
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AA_A = {
  <e, a, e>4 \downbow
  <a cis' e'> \downbow 
  <e, a, e> \downbow
  <a cis' e'> \downbow 
}

AA_G = {
  <g, b, d>4 \downbow
  <g b g'> \downbow 
  <g, b, d> \downbow
  <g b g'> \downbow 
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  \AA_D \AA_G \AA_D \AA_G \AA_A <a d a d' fis'>1 \downbow
  \mark "4x"
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Sobald A-Dur (die Dominante) erklingt, erwartet man den Schluss. Dabei ist es egal, ob noch ein G-Dur dazwischengeschaltet ist. G-Dur (die Subdominante) kann diesen Schluss zwar noch etwas herauszögern, aber da man vorher einmal die Dominante A-Dur gehört hat, will man unbedingt wieder zum Grundakkord.

D - G - D - G - A - G - D


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  <a, d a> \downbow
  <a d' fis'> \downbow 
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  <e, a, e> \downbow
  <a cis' e'> \downbow 
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Man ist dann doch endlich froh, wieder bei D-Dur angelangt zu sein.

Die Dominante als Zwischenstopp[Bearbeiten]

Es kommt öfter vor, dass ein Vers mit der spannungsgeladenen Dominante (A-Dur) aufhört.

Der Schluss wird vorenthalten, obwohl wir ihn erwarten.

Der Abschnitt endet zwar, doch man hat den Höreindruck, dass es noch irgendwie weitergehen muss.

So ein unvollständiger Teil klingt dann vergleichsweise wie ein "Ja, aber" -

D - G - D - G - A - A (unvollständig)
D - G - D - G - A - D (Schluss)

Der nächste Vers, die nächste Strophe oder der Refrain wird mit der Dominante als unvollständigem Schluss schon vorbereitet. Die Auflösung der Dominante (A-Dur) geschieht also mit dem ersten Takt (Tonika D-Dur) der nächsten Strophe.

Der eigentliche Schluss kommt dann etwas später. Entweder schon in dem nächsten Vers oder aber, wenn man Pech hat, kommt der eigentliche Schluss-Akkord erst ganz am Ende des Liedes.


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AA_A = {
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  <a cis' e'> \downbow 
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  <g, b, d> \downbow
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  \AA_D \AA_G \AA_D \AA_G \AA_A
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  \AA_D \AA_G \AA_D \AA_G \AA_A
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Die Kadenz als Lernhilfe[Bearbeiten]

Viele Verse und Strophen eines Liedes werden durch die Dreiteilung Tonika-Subdominante-Dominante in überschaubare Sinnabschnitte eingeteilt. Auch wenn du es nicht gleich von Anfang an hören solltest, empfiehlt es sich auf diese "Funktionen" der Akkorde zu achten. Der Melodieverlauf wird spannungsgeladener: aha, eine Dominante kommt. Der Melodieverlauf ist fortlaufend, schwebend: aha, die Subdominante. Wir sind beim Melodieverlauf an einem Start oder Landepunkt angekommen (und machen kurz Rast): aha, die Tonika.

Übung[Bearbeiten]

  • Versuche darauf zu achten, wo der Grundakkord so einen richtigen Halt macht.
  • Horche mal, ob bei A-Dur die Melodieführung ein wenig spannungsgeladener ist als bei den übrigen Akkorden.
  • Schaffst du es, eine Schlusswendung A-D herauszuhören?
  • Klingt die Melodie bei G-Dur tatsächlich ein wenig weicher als bei A-Dur?

Man vertut sich besonders am Anfang sehr oft damit, das ist ganz normal. Aber bei den einfachen Liedern mit 3 Akkorden gibt es eigentlich immer nur 2 Möglichkeiten wie es weitergehen kann. Man probiert einfach mal einen Akkord aus, und wenn er nicht passt, dann nimmt man halt den anderen.

Du wirst bald merken, dass du dich immer weniger vertust. Und nach mehr oder weniger Zeit hört man dann einfach, was kommen muss (zumindest bei den einfachen Liedern mit 3 Akkorden).

Auch wenn es nicht immer auf Anhieb klappt, ist es trotzdem erstaunlich, dass Gitarrenschüler mit 10 bis 13 Jahren das oft schon nach der vierten oder fünften Unterrichtsstunde konnten. Sie hörten bei einfachen Liedern, was für ein Akkord folgen muss. Zugegeben, die Trefferquote lag eher zwischen 80% bis 90%. Aber bei einer 50/50-Chance ist das immerhin schon ein gutes Ergebnis! Damit übertrumpfen die Schüler sogar einige Gitarrenspieler mit mehrjähriger Spielerfahrung, die aber noch nie etwas von den "Funktionen" der Akkorde gehört haben. Man muss eben nur wissen, worauf man achten muss.

Oder wie meine Lehrerin zu sagen pflegte: Man sieht (bzw. hört) nur das, was man kennt.


  1. Die Kreise hier im Quintenzirkel entsprechen je einem Ton. Es wird ein langfristiges Ziel sein, zu jedem Ton des Quintenzirkels je einen Dur-, einen Moll- und einen 7er-Akkord spielen zu können.
    Ein mittelfristiges Ziel (Lagerfeuer- und Folkdiplom) ist es, zu jedem Ton entweder einen Dur-Akkord oder zumindest einen Dur7-Akkord greifen zu können, soweit dazu keine Barré-Akkorde nötig sind. Da Töne mit Vorzeichen fast ausnahmslos Barré-Akkorde ergeben, müssen diese zu einem späteren Zeitpunkt (ab Rockdiplom) gelernt werden. Damit das mittelfristige Ziel besser vor Augen ist, sind die "Barré-Akkorde" vorerst durchgestrichen.
    Es gibt nur drei Moll-Akkorde, die man ohne Barré über fünf oder sechs Saiten greifen kann, und werden daher zügig nebenbei abgehandelt.


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