Gitarre: Der Griffwechsel von D-Dur nach G-Dur

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Lektion 2a
Der Griffwechsel zwischen D-Dur und G-Dur
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von D-Dur nach G-Dur[Bearbeiten]

02.01.G.gif MR Durstellung.gif 02.01.D.gif
Wenn du dir den D-Dur-Akkord und den G-Dur-Akkord anschaust, entdeckst du eine Fingerstellung wieder, auf die schon in Lektion 1.3 aufmerksam gemacht wurdest. Wie du siehst, ist die Stellung zwischen Mittelfinger und Ringfinger in beiden Griffen gleich, nur dass sie ein paar Saiten höher bzw. tiefer ist. Also wäre es doch das Beste, diese Stellung bliebe auch den gesamten Wechsel über in derselben Position.
Chord D.jpg Chord D to boddy.jpg Chord D to neck.jpg
02.01.D.gif Wieder derselbe Akkord, den wir schon hatten.

Dieses Mal achte besonders auf die Stellung von Ring- und Mittelfinger.

02.01.DG1.gif zuerst: Zeigefinger weg!
02.01.DG2.gif Mittel- und Ringfinger werden gleichzeitig nach oben verschoben. Der Mittelfinger bleibt im zweiten Bund und der Ringfinger im dritten. Die Stellung zueinander wird beim Verschieben nicht verändert. Konzentriere dich auf den Ringfinger! Der kommt ganz nach oben.

Wechsle die beiden Finger gleichzeitig!

Ich wiederhole noch einmal: Die Finger werden nicht nacheinander sondern gleichzeitig verschoben und aufgesetzt! (Fast so, als ob sie festgeklebt seien.)
02.01.DG3.gif Der kleine Finger "rollt" sich jetzt auf seinen Platz. Ungewohnt ist es vielleicht, die runde Saite mit der Fingerspitze runterzudrücken, aber er wird genauso aufgesetzt wie die anderen Finger. Er wird auf keinen Fall abgeknickt. Erinnere dich an die "Hämmerchen-Stellung".

Das ist am Anfang ein bisschen gewöhnungsbedürftig. Wenn die untere Saite sich etwas dumpf anhört oder schnarrt, weil man noch nicht den richtigen Dreh raus hat, dann darf man das ruhig mal überhören. So nach dem zwanzigsten bis zweihundertsten Mal gewöhnt man sich daran, gerade genug Druck mit dem kleinen Finger auszuüben, dass der Ton richtig klingt.

02.01.G.gif Fertig ist der Griffwechsel.
Auch hier dient das eingezeichnete "G” (auf dem Kopf) als Merkhilfe.
Eine weitere kleine Merkhilfe:

G (-Dur): Ganz oben (Ringfinger) Ganz unten (kleiner Finger)

Chord G.jpg Chord G to boddy.jpg Chord G to neck.jpg

Hörbeispiel:

Stützfinger[Bearbeiten]

Attention green.svg

Anmerkung

Später einmal kann man den kleinen Finger auch etwas früher aufsetzen und ihn als Stützfinger zur Orientierung benutzen. Doch gerade am Anfang ist es nicht zu empfehlen. Der kleine Finger lernt es irgendwann, seinen Platz zu finden. Ring- und Mittelfinger müssen aber unbedingt zusammenbleiben. Wenn man sie trennt, verschwendet man wertvolle Zeit, die man braucht, um die Finger nacheinander aufzusetzen und dabei den Platz zu suchen. Solange man den G-Dur-Akkord noch nicht richtig in den Fingern hat, ist es erfahrungsgemäß wirklich einfacher, zuerst Ring- und Mittelfinger in der richtigen Position aufzusetzen und den kleinen Finger einzurollen. Wenn das sicher klappt, dann darf man den kleinen Finger als Stützfinger etwas früher aufsetzen. Ich habe meinen Schülern öfter mal angedroht, die beiden Finger mit einem Gummiband zusammenzubinden, so dass man sie gleichzeitig wechseln muss. Doch es ist immer nur bei einer Drohung geblieben.


Von G-Dur nach D-Dur[Bearbeiten]

Jetzt geht das ganze wieder rückwärts:

02.01.G.gif Der Akkord G-Dur
Zuerst:
Der kleine Finger kommt weg.
02.01.DG2.gif Jetzt wechsle die beiden Finger wieder von oben nach unten.
Und ich wiederhole mich noch einmal:
Die Finger wechseln gleichzeitig, ohne dabei die Stellung zueinander zu wechseln.
Konzentriere dich hier auf den Mittelfinger! Der kommt ganz nach unten.
02.01.DG1.gif Der Zeigefinger kam beim Wechsel von A-Dur nach D-Dur zuerst auf seinen Platz. Hier jedoch kommt er zum Schluss auf seinen Platz.
02.01.D.gif Fertig ist der Griffwechsel.

Hörbeispiel:

Auch hier sei nochmal gesagt:

Attention green.svg

Merke
Übe keine Griffe, sondern übe Griffwechsel.

Der D-Dur-Akkord baut sich von A nach D anders auf als von G nach D.


02.01.G Schluessel.png Wenn du später immer noch große Schwierigkeiten mit dem kleinen Finger hast, dann ist es vielleicht eine Hilfe sich vorzustellen, man würde mit diesem etwas festhalten (wie hier den Schlüsselbund). Der kleine Finger muss sich erst einmal daran gewöhnen, dass er sich vollwertig, wie die anderen Finger bewegen kann. Und dieses kostet bei Leuten, die das nicht gewohnt sind, einiges an Übung und Gewohnheit. Vor dem gleichen Problem steht man übrigens auch, wenn man versucht, das 10-Finger-Blind-System für Schreibmaschine zu erlernen. Zum einen muss sich der kleine Finger an den Bewegungsablauf gewöhnen, und dann muss er sich noch an den Druck mit der Fingerkuppe gewöhnen, was er vorher vielleicht noch gar nicht in dem Maße getan hat.
Gib nicht gleich auf, wenn es nicht auf Anhieb gelingt. Es ist tatsächlich nur Gewöhnungssache, und kann manchmal etwas Zeit brauchen (ein bis zwei Wochen sind gar nicht mal ungewöhnlich). Wenn die unterste Saite bei G-Dur mal nicht so voll klingt, darf man das fürs Erste ruhig mal überhören. Das gibt sich! Wirklich!
Es ist schwierig. Für die einen mehr für die anderen weniger. Es liegt daran, dass sich der kleine Finger und der Ringfinger nicht völlig unabhängig voneinander bewegen können. Aber sie können es doch in so weit, dass man tatsächlich sowohl die obere als auch die untere E-Saite erreicht. Der Handteller sollte das Griffbrett möglichst nicht berühren, damit die Finger genügend Luft haben. Auch die Leute, denen es noch sehr schwer fällt, lernen es. Es dauert vielleicht ein wenig länger. Da helfen dann Fingergymnastik und Dehnungsübungen (unter Zuhilfenahme der Zupfhand). Der Griff mit dem kleinen Finger bringt tatsächlich viele Vorteile mit sich, so dass sich die Mühe lohnt. (siehe:G ohne kl. Finger)
Tipp:

Info bulb.png

(nicht nur) für den Gitarrenlehrer

Zu Anfang übt man am besten nur Lieder mit den gelernten Griffwechseln.

D-G-D und D-A-D

Der Sprung von G-Dur nach A-Dur sollte erst etwas später drankommen.

Tipp:

Info bulb.png

DGA animiert.gif

Es kann eine gute Hilfe sein, sich Mittel- und Ringfinger als den "Schwerpunkt" des Akkordes vorzustellen. Dann kann man sich die Position der Akkorde räumlich vorstellen. Man braucht dann als Gitarrenlehrer einen Akkord nicht mehr anzusagen, sondern kann ihn anzeigen, während man gleichzeitig z.B. das dazugehörige Lied singt.

Man nutzt dann die räumliche Vorstellungskraft für die Akkorde bzw. für eine Akkordfolge. Oft zeichnet man mit solch einer Bewegungsfolge eine kleine Figur, die viel einfacher zu merken ist als eine Buchstabenfolge. Die rein semantische Fähigkeit, Buchstaben zu lesen und zuzuordnen, hebt man sich dann für den Liedtext auf.


Mit welchem Kniff bzw. mit welcher Lernhilfe man letztendlich am besten zurecht kommt, hängt natürlich von jedem Einzelnen ab. Doch es lohnt sich, alle zu Gebote stehenden Hilfsmittel zu nutzen, die geeignet sind, sich eine Akkordfolge einzuprägen oder anderen zu vermitteln. Dabei nutzt man das lernpsychologische Phänomen: je mehr Sinne angesprochen werden, desto einfacher wird das Lernen.

Liedvorschläge[Bearbeiten]

Achte auf den Auftakt[Bearbeiten]

Achte auch hier darauf, welches Wort als erstes etwas stärker betont wird. Da erst beginnt der eigentliche Takt (also die "1" des Schlagmusters).

Ja wenn der D Herr einst wiederkommt...
Jeder D Eseltreiber hat ein Kugelschreiber...
We D come on the sloop John B. ...
Da hat das D Hottepferd sich einfach...

Griffwechsel D-G und Western-Schlag[Bearbeiten]

Siehe auch: Durkadenz

Der Griffwechsel G-A bzw. A-G kann evtl. noch ein wenig warten (bis Lektion 7).


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