Zum Inhalt springen

Musiklehre: Molltonarten

Aus Wikibooks

Moll leitet sich vom lateinischen Wort "mollis" ab und bedeutet soviel wie „weich“. Dabei kann es sich um eine Tonart, eine Tonleiter oder einen Akkord handeln.

Es werden drei Arten von Molltonarten unterschieden
  1. natürliches Moll
  2. harmonisches Moll
  3. melodisches Moll

Das natürliche Moll

[Bearbeiten]

Zu jeder natürlichen Molltonart gibt es genau eine Dur-Tonart, die den gleichen Tonvorrat (also die gleichen Notennamen, mit den gleichen Vorzeichen) hat.

Beispiel

Die Töne der C-Dur-Tonleiter sind

C D E F G A H C

Es befinden sich markante Halbtonschritte zwischen den Tönen E-F und H-C.


X:2
T:C-Dur-Tonleiter
M:4/4
L:1/4
Q:1/4=120
K:C
|C D E F | G A B c |]
w:C D E F G A H C

Die parallele A-Moll-Tonleiter beginnt eine kleine Terz (3 Halbtöne) vor dem Grundton der parallelen C-Dur-Tonleiter. Die Töne der natürlichen A-Moll-Tonleiter sind

A H C D E F G A

Die Halbtonschritte bleiben in der natürlichen Molltonleiter zwischen den Tönen H-C und E-F erhalten.


X:2
T:A-Moll-Tonleiter (natürlich)
M:4/4
L:1/4
Q:1/4=120
K:Am
|A, B, C D | E F G A|]
w:A H C D E F G A

Musikstücke in Dur müssen aber nicht zwangsläufig mit dem Grundton der Dur-Tonleiter beginnen oder enden (hier das C). Demnach müssen Musikstücke in Moll ebenfalls nicht zwangsläufig mit dem Grundton der Moll-Tonleiter enden. Daher ist es oftmals einfacher, sich an den Akkorden zu orientieren, mit denen man die Musikstücke begleitet.

Ist das tonale Zentrum eines Musikstückes ein Dur-Akkord, so handelt es sich um eine Dur-Tonleiter.

Ist das tonale Zentrum eines Musikstückes ein Moll-Akkord, so handelt es sich um eine Moll-Tonleiter.

Das harmonische Moll

[Bearbeiten]

Im Gegensatz zu einer Dur-Tonleiter hat eine Molltonleiter einen kleinen Nachteil. In der Durtonleiter hat der Halbtonschritt vor dem Grundton (H-C in der C-Dur-Tonleiter) einen auflösenden Effekt. Dem Ganztonschritt in der Molltonleiter (G-A in der A-Molltonleiter) fehlt diese Eigenschaft. Daher gibt es in der natürlichen Molltonleiter nicht die Schlusswirkung, die eine Dur-Tonleiter hat. Die Dominante Em in der A-Moll-Tonart kann mit ihrem Akkordton G nicht die gleiche Spannung aufbauen, um sich zum Grundakkord Am aufzulösen, wie es die Dominante G-Dur mit ihrem Akkordton H in der C-Dur-Tonleiter kann. Nun hatte man aber den Wunsch, dass auch die Moll-Tonleiter einen Leitton hat, der eine Spannung aufbauen kann, die sich dann zum Grundton hin auflöst. Also erhöht man in der Moll-Tonleiter künstlich den siebten Ton um einen Halbtonschritt. In der Am-Tonleiter wird der natürliche Ton G künstlich zu einem G# erhöht. Dadurch erhält man einen Halbtonschritt zwischen dem so entstandenen Leitton G# und dem Grundton der Moll-Tonleiter A.

A H C D E F G# A

X:1
T:A-Moll-Tonleiter (harmonisch)
M:4/4
L:1/4
Q:1/4=120
K:Am
|A, B, C D | E F ^G A |]
w:A H C D E F Gis A

Das melodische Moll

[Bearbeiten]

Die harmonische Molltonleiter hat leider einen Nachteil. Zwar besitzt sie durch die Erhöhung des siebten Tones nun einen Leiton, doch der Abstand zwischen dem sechsten Ton (F in der Am-Tonleiter) zum siebten Ton (G# in der harmonischen Am-Tonleiter) beträgt nun drei Halbtonschritte (F-F#-G-G#) also einer übermäßigen Sekunde. Dieser Tonabstand zwischen F und G# ist für viele ungewohnt und damit schwer zu singen, die nur Tonabstände mit einem oder zwei Halbtonschritten gewohnt sind. Damit die Melodieführung leichter zu singen ist, erhöht man auch die sechste Tonstufe um einen Halbtonschritt, um so die unsingbare harmonische Molltonleiter zu glätten. Die Erhöhung wird nur benötigt, um einen Leitton zu erzeugen, wenn man die Tonleiter aufwärts singt. Sobald die Tonleiter abwärts läuft, wird der Leitton nicht mehr benötigt, so dass man in der Abwärtsbewegung wieder auf die natürliche Moll-Tonleiter ohne künstlich erhöhte Töne zurückkommt.

A H C D E F# G# A G F E D C H A

X:2
T:A-Moll-Tonleiter (melodisch)
M:4/4
L:1/4
Q:1/4=120
K:Am
|A, B, C D | E ^F ^G A| A G F E| D C B, A,|]
w:A H C D E Fis Gis A~~ ~~A G F E D C H A

Parallele Dur - und Moll-Tonarten

[Bearbeiten]

Jeweils eine Dur- und eine Moll-Tonart haben den gleichen Tonvorrat (und damit auch die gleichen Vorzeichen). Sie bilden ein Paar. Man nennt sie parallele Tonarten. Die Tonarten unterscheiden sich in erster Linie durch ihren Grundton. In zweiter Linie unterscheiden sie sich durch die Akkorde, mit denen man die Dur- oder die Moll-Tonart begleitet.

Merke
Die Moll-Tonart steht immer eine kleine Terz tiefer als die parallele Dur - Tonart!

Parallele Tonart sind beispielsweise:

  • F-Dur und D- Moll
  • C-Dur und A- Moll
  • G-Dur und E- Moll
  • D-Dur und H- Moll