Musiklehre: Der Quintenzirkel

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Der Quintenzirkel[Bearbeiten]

Wikipedia hat einen Artikel zum Thema:

Der Quintenzirkel ist ein Werkzeug aus der Harmonielehre, das einem das Ausrechnen bzw. Abzählen von Ganz- und Halbtonschritten ersparen kann. Akkorde, welche üblicherweise in einer Tonart anzutreffen sind, stehen nebeneinander nach Dur und Moll aufgeteilt. Die Vorzeichen, die zu beachten sind, stehen ebenso fein sortiert in einer Reihe.

Natürlich gibt es auch Ausnahmen von der Regel, aber man hat schon mal die Töne und Akkorde beisammen, die man meist zusammen antrifft. Abweichende Töne und Akkorde sind unwahrscheinlicher. Sucht man passende Akkorde für ein Musikstück, dann hat man mit dem Quintenzirkel am ehesten Erfolg.

Alle Noten bzw. Akkorde, die vom Quintenzirkel abweichen machen sich durch zusätzliche Vor- oder Auflösungszeichen innerhalb des Notensystems bemerkbar, und meist auch durch einen besonderen Klang, den man mit einiger Erfahrung auch heraushören kann.

Lernhilfe[Bearbeiten]

Bevor du dich mit dem Quintenzirkel beschäftigst, solltest du zwei oder drei Merksprüche auswendig lernen. Damit hättest du schon den größten Teil der Arbeit erledigt, um dir den alltäglichen Umgang mit der Musiktheorie erheblich zu erleichtern.

Für die Kreuztonarten (im Uhrzeigersinn)

Geh Du Alter Esel Hole Fische

Für die B-Tonarten (gegen den Uhrzeigersinn)

Frische Brötchen Essen Asse Des Gesangsvereins
Weitere Merksprüche

Mit diesen Merksprüchen lassen sich sehr leicht die Töne einer Dur-Tonart bestimmen. Jedoch ist es etwas umständlicher, alle anderen Informationen, die du hier noch kennenlernen wirst, aus dem Quintenzirkel herauszulesen. Daher empfehle ich dir, noch einen weiteren Merkspruch zu lernen.

Für Gitarristen
"Fähige clevere Gitarristen denken an ein Barré;"
Für andere Musiker evtl,
"Fähige clevere Geiger denken an einen Bogen;"

Daraus ergibt sich die Buchstabenfolge

F C G D A E B

Der Einfachheit halber verwenden wir hier die englische Bezeichnung "B" für unser deutsches "H".

Schreibe diese Buchstabenfolge drei mal hintereinander auf einen Notizzettel

F C G D A E B | F C G D A E B | F C G D A E B

Füge den ersten 7 Tönen ein "b" an, und den letzten 7 ein "#"

Fb Cb Gb Db Ab Eb Bb F C G D A E B F# C# G# D# A# E# B#

Das ist der aufgerollte Quintenzirkel. Man erhält so drei mal hintereinander die gleiche Tonfolge:

Einmal mit "b", einmal ohne Vorzeichen, und einmal mit "#".

In dieser Form aufgeschrieben ist es leichter, einzelne Informationen abzulesen.

Damit hast du den größten Teil der Arbeit erledigt. Jetzt musst du nur noch wissen, was du damit alles anfangen kannst. Doch zuerst einmal etwas Theorie:

Bildung des Quintenzirkels[Bearbeiten]

Zu erst einmal fragen wir uns, wie der Quintenzirkel überhaupt gebildet wird.

KlaviaturoktaveKlaviaturoktave

An den Tasten eines Klaviers lässt sich dieses sehr einfach veranschaulichen.

Beginne am besten mit der Tonart C-Dur, und bestimme zuerst die Töne ohne Vorzeichen.

Tipp: beginne mit dem Ton F. Zähle vom Ton F aus jeweils fünf Töne weiter. Du musst den ersten Ton immer als "1" mitzählen. Die schwarzen Tasten musst du vorerst nicht beachten.

man zählt
  1. F G A B C und erhält als zweiten Ton das C
  2. C D E F G und erhält das G
  3. G A B C D
  4. D E F G A
  5. A B C D E
  6. E F G A B

Man erhält die Tonfolge F C G D A E B, die du dir oben schon mit dem Merkspruch "Fähige clevere Geiger denken an einen Bogen" eingeprägt hast. In dieser Reihenfolge ist jeder nachfolgende Ton eine Quinte, also fünf Töne weit voneinander entfernt. Wenn man mit dem Ton F anfängt, hat man schon einmal alle Töne der C-Dur-Tonleiter im Quintenzirkel angeordnet. Dass im deutschsprachigen Raum aus dem viel einfacheren und viel logischeren "B" ein "H" wurde, ist ein Umstand, mit dem Musiker leider leben müssen.

Spacer.gif KreisF.svg KreisC.svg KreisG.svg Spacer.gif
Kreisxx.svg Tonleiter
in C-Dur
im Q.-Zirkel
KreisD.svg
Kreisxx.svg KreisA.svg
Kreisxx.svg KreisE.svg
Spacer.gif Kreisxx.svg Kreisxx.svg KreisB.svg Spacer.gif

Würde man jetzt wieder vom Ton B (dem deutschen H) aus fünf Töne weiter zählen, dann käme man wieder zum F. Allerdings muss man ab jetzt die Halbtonschritte beachten. Bei den vorher genannten Tönen war dieses noch nicht nötig, denn alle Töne die bis jetzt betrachtet wurden, haben die gleiche Anzahl von Tasten gehabt. Es waren immer insgesamt fünf weiße und drei schwarze Tasten mit beteiligt. Daher brauchte man für die ersten 7 Töne des Quintenzirkels die schwarzen Tasten nicht unbedingt zu beachten. Für die nächsten Töne ab dem B muss man jetzt aber alle Tasten beachten.

Von F nach C sind es 7 Halbtonschritte.

F - F# - G - G# - A - A# - B - C
Beachte
Bei den Halbtonschritten zählt man den ersten Ton nicht als "1" mit. Man geht nur 7 "Schritte" bis zum C. Auch bei den anderen bisher ermittelten Tönen hat man jeweils 7 Halbtonschritte.

Wenn man beim B die Halbtonschritte mit berücksichtigt, so landet man nicht mehr auf dem Ton F, sondern auf dem Ton F#.

B - C - C# - D - D# - E - F - F#

Um den Quintenzirkel zu bilden, muss man also von jedem einzelnen Ton den Nachbar suchen, welcher 7 Halbtonschritte entfernt ist.

Nach dem B folgen:

B - F# - C# - G# - D# - A#

vor dem Ton F folgen (rückwärts gerechnet)

Gb - Db - Ab - Eb - Bb[1] - F

Zusammen erhält man die komplette Tonfolge:

(Fb - Cb) - Gb - Db - Ab - Eb - Bb - F - C - G - D - A - E - B - F# - C# - G# - D# - A# - (E# - B#)

Vorteile des Quintenzirkels[Bearbeiten]

Bei vielen harmonischen Zusammenhängen muss man Halbtonschritte beachten. Dieses ist leider mit zeitaufwändiger Rechnerei verbunden. Natürlich sollte man lernen, wie man die einzelnen Töne ausrechnet, damit man die Zusammenhänge besser versteht. Damit man aber im Musikalltag nicht jeden Ton einzeln abzählen muss, lernt man ein für allemal den Quintenzirkel auswendig. Dort lassen sich Töne einfach, und vor allem ohne Rechnerei, ablesen.

Darstellung des Quintenzirkel als Uhr[Bearbeiten]

Zunächst einmal muss man wissen, dass es insgesamt innerhalb einer Oktave 12 verschiedene Töne in unserer abendländischen Tonskala gibt. Deshalb wird auch der Quintenzirkel über 12 Felder eingeteilt. Sehr oft fügt man noch einen inneren Kreis ein, in dem den Dur-Akkorden noch die Parallelen Moll-Akkorde gegenübergestellt werden. Dabei sind die Felder mit den Dur-Tonarten im Außenkreis anzuordnen und die Moll-Tonarten im Innenkreis.

Ein Feld kann man jetzt bereits ohne Nachdenken ausfüllen, nämlich das oben in der Mitte mit C-Dur. Als nächstes wollen wir den richtigen Akkord in das Feld rechts daneben eintragen. Dazu muss man auf der Klaviertastatur einfach 7 Halbtonschritte nach rechts zählen und dort befindet sich der Ton G. Weil wir gerade die Reihe für Dur ausfüllen ist in das Feld natürlich G-Dur einzutragen. Zählt man von G aus wieder 7 Halbtonschritte nach oben, landet man beim D (wenn das Ende der Tastatur erreicht ist fängt man einfach wieder am Anfang der Tastatur an). Wenn man sich an diese Regel hält, dann kann man ohne groß nachzudenken den ganzen Zirkel für Dur bilden.

Anschließend müssen die Felder für die Moll-Tonarten im Innenkreis erörtert werden. Dazu muss man wissen, dass die C-Dur Tonleiter aus den gleichen Tönen besteht wie die A-Moll Tonleiter (mehr dazu im entsprechenden Kapitel). Damit ist A-Moll die Paralleltonart von C-Dur, was wir an dieser Stelle einfach mal als gegeben hinnehmen. Deshalb tragen wir zuerst den Akkord A-Moll direkt unter dem schon dort stehenden Akkord C-Dur ein. Die Regeln für Moll sind dieselben wie bei Dur - 7 Halbtonschritte nach oben ergibt den nächsten Akkord. Aufgrund dieser Tatsache brauchen wir uns jetzt nicht mehr weiter mit zählen belasten und können einfach vom Dur-Zirkel abschreiben, denn was in Dur neben A steht, steht auch in Moll neben A.

Den Feinschliff bekommt der Quintenzirkel jetzt noch, indem man in den Fällen, wo zwei Namen für einen Akkord möglich sind (z.B. Gis / As), die Möglichkeit wählt, bei der die gleichnamige Tonart mit den wenigsten Versetzungszeichen (#/b) auskommt (also z.B. As-dur und gis-moll).

Anwendung[Bearbeiten]

Wir haben zuletzt gelernt, dass C-Dur und A-Moll aufgrund des identischen Tonumfangs Paralleltonarten sind. Dasselbe gilt im Quintenzirkel für alle Dur- und Moll-Akkorde, die untereinander stehen!

Quintenzirkel

Suche dir einen Grundakkord einer Dur-Tonart heraus. Jetzt nimm dir noch die beiden Nachbarn mit dazu, und du hast die 3 Dur-Akkorde, die üblicherweise in einem Lied zusammengehören beisammen. Du hast die Tonika (der mittlere), Dominante (der rechte Nachbar) und Subdominante (der linke Nachbar) einer Dur-Tonart gefunden. So einfach geht das. Die Namen sind lediglich Bezeichnungen, die das Verhältnis der verschiedenen Akkorde zueinander betiteln. Tonika = der Grundakkord, Subdominante = der Vermittelnde Akkord, Dominante = der spannungserzeugende Akkord, der gerne als Dur7 auftritt.

  • Tonika - So benennt man den Akkord, auf dem ein Lied basiert. Jedes Stück ist in einer bestimmten Tonart geschrieben, z.B. C-Dur. Damit ist der C-Dur-Akkord die Tonika. Sehr häufig (aber nicht immer) beginnt und endet ein Stück mit der Tonika, und nicht selten ist die Tonika auch der häufigste bzw. am längsten gespielte Akkord in dem entsprechenden Stück.
  • Dominante - Dieser Akkord wird benötigt, um zur Tonika zurückzuführen. Er erzeugt die größte Spannung in einer Akkordkombination, welche meist durch die darauf folgende Tonika wieder abgebaut wird. In C-Dur übernimmt der G-Dur-Akkord diese Funktion. Man erkennt diesen Akkord oft daran, das er eine 7 hat. z.B. G7. Sehr häufig wird nämlich die Spannung des Akkordes durch einen weiteren Ton (der Septime) verstärkt. Von der Tonika ausgehend ist die Dominante im Quintenzirkel der nächste Akkord im Uhrzeigersinn.
  • Die Subdominante ist weniger spannungsreich als die Dominante, jedoch nicht der Ruhepol, den die Tonika darstellt. Er dient sehr gut als Übergang von der Tonika zur Dominante und umgekehrt. Wenn man sich in der Tonart C-Dur befindet, ist das der Akkord F-Dur. Von der Tonika ausgehend ist die Subdominante im Quintenzirkel der nächste Akkord gegen den Uhrzeigersinn.

Aufgabe:

  • Suche dir einige Lieder heraus, die mit nur drei Dur-Akkorden begleitet werden. Du wirst feststellen, das (bis auf ganz wenige Ausnahmen) diese drei Dur-Akkorde im Quintenzirkel direkt nebeneinander stehen. Der Akkord, der gleichzeitig die Tonart angibt, steht in dieser Dreiergruppe immer in der Mitte.
  • Suche dir Lieder, wo auch Moll-Akkorde mit vorkommen. Du wirst feststellen, dass auch hier das oben gesagte meist zutrifft. Es gibt eine Ausnahme die mit Tonarten in Moll zusammenhängt. Dazu weiter unten mehr.

Oft fügt man zum Quintenzirkel noch einen Innenkreis mit Moll-Akkorden hinzu. Jedem Dur-Akkord wird ein Moll-Akkord zugeordnet. Man spricht hier von Moll-Parallele. Die Begriffe Tonika, Dominante und Subdominante gelten gleichermaßen auch für Moll-Akkorde.

Beispiel[Bearbeiten]

Zu einem Lied sollen die passenden Akkorde gefunden werden. [2]

Die folgenden Fragen sind nach der Wichtigkeit für einen Musiker sortiert

Erste Frage - Welche Tonart[Bearbeiten]

Nehmen wir an in dem Notensystem der Melodie stehen zwei Kreuze. Wir nehmen uns den Merksatz der Kreuztonarten vor, (Geh du alter Esel hole Fische). Das zweite Wort des Merksatzes beginnt mit einem D, also ist unsere gesuchte Tonart D-Dur. Im Quintenzirkel sehen wir, dass ein Lied mit zwei Kreuzen der Tonart D-Dur entspricht. Im inneren Kreis sehen wir, dass die parallele Moll-Tonart Hm entspricht. Moll-Tonarten leitet man am besten von der parallelen Dur-Tonart ab. Die Tonart ist also entweder D-Dur oder H-Moll. Welcher der beiden Akkorde vorherrscht, gibt die tatsächliche Tonart an.

Spacer.gif b   # Spacer.gif
bb

Q-Zirkel.svg

## (!)
bbb ###
bbbb ####
Spacer.gif bbbbb
bbbbbb
######
##### Spacer.gif

Zweite Frage - Welche Dur-Akkorde sind zu erwarten[Bearbeiten]

Wir erwarten als Tonika (Grundakkord) D-Dur. Die Subdominante ist der nächste Akkord gegen den Uhrzeigersinn, also G-Dur. Die Dominante (welche oft als Dominantseptakkord bzw. Dur7 erscheint) ist nach D der nächste Akkord im Uhrzeigersinn, also ein A-Dur oder ein A7. Die drei Dur-Akkorde wären also "G D A(7)". Wie man sieht, braucht man nichts zu rechnen. Es ist D-Dur und seine beiden Nachbarn. Wenn man ein wenig Erfahrung mit der Begleitung nach Akkorden hat, merkt man schnell, dass sich diese Regel mit der Spielerfahrung deckt.

Spacer.gif Kreisxx.svg Kreisxx.svg KreisG.svg Spacer.gif
Kreisxx.svg D-Dur
im Quintenzirkel
KreisD.svg
Kreisxx.svg Kreis A7.svg
Kreisxx.svg Kreisxx.svg
Spacer.gif Kreisxx.svg Kreisxx.svg Kreisxx.svg Spacer.gif
Spacer.gif Kreisxx.svg Kreisxx.svg KreisDur.svg Spacer.gif
Kreisxx.svg Q-Zirkel.svg KreisDur.svg
Kreisxx.svg KreisDur.svg
Kreisxx.svg Kreisxx.svg
Spacer.gif Kreisxx.svg Kreisxx.svg Kreisxx.svg Spacer.gif

Dritte Frage - Welche Moll-Akkorde sind zu erwarten[Bearbeiten]

In vielen Quintenzirkeln findet man die Moll-Akkorde im inneren Kreis (siehe oben), genau den entsprechenden Dur-Akkorden gegenüber. Diese drei Akkorde findet man nicht nur im inneren Kreis, sondern es sind auch die nächsten drei Akkorde, die in dem äußeren Ring im Uhrzeigersinn folgen. Die Tonika-Parallele zu D-Dur ist dementsprechend H-Moll (engl. Bm), Die Subdominanten-Parallele von G-Dur ist E-Moll und die Dominanten-Parallele von A-Dur ist Fis-Moll. Em-Hm-F#m.

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Kreisxx.svg

Q-Zirkel.svg

Kreisxx.svg
Kreisxx.svg Kreisxx.svg
Kreisxx.svg KreisMoll.svg
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Vierte Frage - Mögliche Moll-Dominante[Bearbeiten]

Eine Besonderheit gibt es bei der Dominante einer Molltonart zu beachten (hier F#m). Wenn die Tonart nicht D-Dur sein sollte, sondern die Mollparallele von D-Dur, also H-Moll (welche auch im Notensystem zwei Kreuze hätte), dann kommt es sehr oft vor, dass die Dominantenparallele nicht als Moll-Akkord ist (also nicht F#m) sondern als Dur-Akkord bzw. Dominantsept-Akkord gespielt wird. Also könnte aus dem Fis-Moll auch ein Fis-Dur bzw. Fis7 werden. (Eine typische Besonderheit bei Moll-Tonarten.) Also könnten die nächsten drei "Moll"-Akkorde auch Em-Hm-F#(7) sein. [3]

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Kreisxx.svg

Q-Zirkel.svg

Kreisxx.svg
Kreisxx.svg Kreisxx.svg
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Trotzdem prägt man sich besser nur "drei Dur- und danach drei Mollakkorde" ein, und behällt die Besonderheit der Moll-Dominante im Hinterkopf. (vgl.: melodischen und harmonisches Moll)

Fünfte Frage - die siebte Akkordstufe[Bearbeiten]

Zu einer Dur- oder Molltonleiter gehören 7 Stammtöne. Auch wenn man die 7. Akkordstufe eher selten antrifft, sollte man doch wissen, das dieses ein verminderter Akkord ergibt. Die Akkordendung lautet -dim oder m5b, wird auch mal mit einer hochgestellten 0 abgekürzt (H° = Hdim). Jedoch wird dieser Akkord fast regelmäßig durch die Septime erweitert, so dass man sich besser die Endung -m7b5 einprägt (Hm7b5). Diese Frage ist aber eher für Jazzer interessant. Es kann durchaus sein, dass du diesen Akkord in einfachen Liederbüchern gar nicht antreffen wirst.

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Kreisxx.svg

Q-Zirkel.svg

KreisDur.svg
Kreisxx.svg KreisDur.svg
Kreisxx.svg KreisMoll.svg
Spacer.gif Kreism7b5.svg KreisMoll.svg KreisMoll.svg Spacer.gif
Also
Dur Dur Dur - Moll Moll Moll - Moll7b5
Beispiel

Die typischen Akkorde der Tonart C-Dur bzw. Am sind:

F C G(7) - Dm Am Em (E7) - Hm7b5

Die typischen Akkorde der Tonart A-Dur bzw. F#m sind:

D A E(7) - Hm F#m C#m (C#7) - G#m7b5

Sechste Frage - Töne einer Tonleiter[Bearbeiten]

Um die Töne der D-Dur-Tonleiter zu ermitteln, reicht es, die oben ermittelten 7 Akkordnamen ohne deren Endungen (7 m m7b5) aufzuschreiben. Anders ausgedrückt: von der gesuchten Dur-Tonleiter nimmt man im Quintenzirkel einen Ton gegen den Uhrzeigersinn und 5 Töne im Uhrzeigersinn (macht mit dem Grundton zusammen die 7 Stammtöne der gesuchten Tonleiter).

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Q-Zirkel.svg

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Q-Zirkel.svg

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Spacer.gif Kreis7.svg Kreis3.svg Kreis6.svg Spacer.gif

Die Reihenfolge entspricht natürlich nicht der Reihenfolge die man üblich bei einer Tonleiter erwartet, Aber es sollte ein Leichtes sein, die Töne richtig zu sortieren.
Aus der Reihenfolge im Quintenzirkel...

G D A E H F# C#

...wird richtig sortiert ...

D E F# G A H C# D

...für die D-Dur-Tonleiter und...

H C# D E F# G A H

...für die natürliche H-Moll-Tonleiter. (Molltonleitern leitet man sich am besten durch ihre parallelen Dur-Tonleiter ab.)

Siebte Frage - Töne einer Pentatonik[Bearbeiten]

Lässt man von einer Dur-Tonleiter oder einer Moll-Tonleiter die beiden äußeren Töne des Quintenzirkels weg, dann hat man die entsprechenden Töne der Pentatonik, die für die Improvisation gebraucht werden.

Spacer.gif Kreisxx.svg Kreisxx.svg KreisX2.svg Spacer.gif
Kreisxx.svg

Q-Zirkel.svg

Kreis1.svg
Kreisxx.svg Kreis5.svg
Kreisxx.svg Kreis2.svg
Spacer.gif KreisX2.svg Kreis3.svg Kreis6.svg Spacer.gif

Die Töne einer Pentatonik liegen im Quintenzirkel alle nebeneinander.

D A E H F#

Diese ergeben richtig sortiert ...

D E F# A H D

...für die D-Dur-Pentatonik und...

H D E F# A H

...für die H-Moll-Pentatonik.

Man muss also nicht lange mühselig herumrechnen, welche Töne zu einer Tonleiter oder zu einer Pentatonik gehören, sondern man kann sie ganz einfach in dem Quintenzirkel ablesen.

Beachte
Eine Ausnahme bildet die Blues-Pentatonik. Beim Blues improvisiert man gerne mal über alle Akkorde (also auch über die Dur-Akkorde) mit einer gleichnamigen Moll-Pentatonik. Die Blues- und Jazz-Harmonik gehen etwas über den Quintenzirkel hinaus. Der Quintenzirkel beschäftigt sich schwerpunktmäßig mit Musikstücke die mit einer einfachen Dur- oder Moll-Tonleiter begleitet werden.

Übertragen auf andere Tonarten[Bearbeiten]

Dazu muss man sich einfach vorstellen, dass der äußerste Ring mit der Beschriftung "Tonika" frei verdrehbar ist. Dreht man die Tonika z.B. auf E-Dur, so erhält man folgendes Bild:

  • Subdominante - A-Dur,
  • Tonika - E-Dur,
  • Dominante - B-Dur.

Die Mollparallelen dazu sind dann folglich:

  • Subdominante in Moll - F#-Moll,
  • Tonika in Moll - C#-Moll,
  • Dominate in Moll - G#-Moll (oder auch G#7)

Die Siebte Akkordstufe

  • Verminderter Septakkord - D#m7b5

Auf diesem Wege kann man auch leicht Transponieren, d.h. Lieder von einer in andere Tonarten übertragen. Man muss dazu nur die vorhandenen Akkorde als Tonika, Dominante und Subdominante bezeichnen und dann auf dem Quintenzirkel einen anderen Akkord als Tonika festlegen, um so die restlichen Akkorde in die gewünschte Tonart übertragen zu können!

Beispiel für E-Dur
Spacer.gif Kreisxx.svg Kreisxx.svg Kreisxx.svg Spacer.gif
Kreisxx.svg

Q-Zirkel.svg

Kreisxx.svg
Kreism7b5.svg KreisDur.svg
KreisMoll.svg KreisDur.svg
Spacer.gif KreisMoll.svg KreisMoll.svg KreisDur.svg Spacer.gif

Für diesen Quintenzirkel muss man noch wissen, dass Db = C#, Ab = G# und D# = Eb

also sind die zu erwartenden Akkorde: A-Dur, E-Dur, H-Dur - F#m, C#m, G#m - D#m7b5

Bestimmen der Tonart mit Tönen[Bearbeiten]

Solltest du nur eine handvoll Töne haben, oder nur die Akkorde eines Liedes, und du möchtest die Tonart bestimmen, so hilft es meist, die Töne bzw. Akkorde in die Reihenfolge des Quintenzirkels zu bringen, die fehlenden Lücken aufzufüllen, und dann per Ausschlussverfahren die Tonarten einzugrenzen.

Siehe auch[Bearbeiten]

Wer tiefer in die Materie einsteigen will, um beispielsweise jazzige Stücke zu spielen:

Schlussbemerkung[Bearbeiten]

Der Quintenzirkel hilft dir bei den häufigsten Phänomenen im Musikalltag weiter. Es gibt sehr viele Musikstücke, die sich genau an den Quintenzirkel halten. Allerdings solltest du dir bewusst sein, dass es noch Sachen gibt, die über den Quintenzirkel hinaus gehen. (Beispielsweise Zwischendominanten, Blues- und Jazz-Harmonik etc.). Jedoch wenn du dich genauer mit der Materie auskennst, wirst du feststellen, dass dir der Quintenzirkel auch bei den meisten Ausnahmen ein gutes Stück weiter hilft.


  1. Um eine Verwechslung zwischen dem englischen "B" und dem deutschen "B" zu vermeiden, verwendet man gerne die so genannte "semi-deutsche Notation". Mit H ist immer das deutsche H gemeint, mit Bb ist immer das englische B gemeint. Damit sind Verwechslungen praktisch ausgeschlossen.
  2. Wir setzen voraus, das dieses Lied mit einfachen Akkorden (Keine Jazz-Harmonik, Keine Blues-Harmonik) begleitet werden soll.
  3. Man vergleiche einmal die zwei Akkordfolgen in A-Moll. Am-Dm-Em-Am; und Am-Dm-E(7)-Am. Dann hört man am ehesten den Grund, warum der dritte Mollakkord zu einem Dur-Akkord wird. Es hört sich oft einfach besser an.