Natur: Evolution

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Übersicht Inhaltsverzeichnis Am Anfang:   Vorwort | Einleitung | 10 Sätze zum naturwissenschaftlichen Weltbild

Die Grundlagen:   Was ist die Natur? | Materie, Energie und Information | Atome, Moleküle, Elementarteilchen, Photonen | Die vier Kräfte | Raum und Zeit |

Die Geschichte der Natur   Die Geschichte der unbelebten Natur | Was ist das Leben? | Die Entwicklung des Lebens | Die Entwicklung des Menschen |

Der menschliche Geist und seine Leistungen   Wie erkennen wir die Welt? | Geist, Seele, Bewusstsein, freier Wille | Gut und Böse in der Natur, das Gewissen | Grundlagen einer Naturethik | Leistungen des Menschen, Transzendenz der Natur |

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Die Zukunft   Wie schaut die Zukunft aus? 

Anhang:   Allgemeine Literatur zum Thema | Literatur zu den einzelnen Kapiteln | Links zum Thema | Abstellraum

Der Urvogel

Einleitung[Bearbeiten]

Früheren Generationen von Menschen fiel es sehr schwer zu verstehen, wie etwas so kompliziertes und gleichzeitig wohlgeordnetes wie ein Lebewesen funktionieren und entstehen kann. Sowohl die Entwicklung jedes einzelnen Lebewesens, als auch die Entstehung und Weiterentwicklung des Lebens insgesamt waren sehr verwunderlich. Es dauerte sehr lange bis sich hier eine allgemein akzeptierte naturwissenschaftliche Meinung durchsetzte. Mittlerweile sind die größeren Rätsel dieser Entwicklung zumindest in Teilen gelöst. Über viele Details wird noch heftig diskutiert und sie sind Thema anhaltender Forschung.

Wie lautet die naturwissenschaftliche Sicht der Lebensentstehung ?[Bearbeiten]

Die belebte Natur hat sich auf der Erde aus einfachen sich selbst kopierenden Molekülen ohne äußere Mithilfe eines wie auch immer gearteten Baumeisters gebildet.

Von welchen chemischen Strukturen das Leben seinen Ausgang nahm, ist noch nicht bewiesen. War es eine wässrige Ursuppe in der sich Aminosäuren, Nukleinsäuren und Fettkugeln als Vorläufer der Zellmembranen anhäuften, waren es langstreckige Lehmmoleküle, waren es andere mineralische Katalysatoren wie das Eisen oder kamen vermehrungsfähige Moleküle aus dem Weltraum. Oder entstand das Leben in der Tiefe des Ozeans an den Austrittspunkten von Wasserstoff und Methangas aus dem Erdinneren. All dies ist Gegenstand einer lebhaften und spannenden Diskussion.

Durch Mutation, Variation, Anpassung und Auslese hat sich das Leben zu seiner heutigen Form entwickelt. Dieser Prozeß geht nach unserem Zeitmaßstab sehr langsam voran, er läuft aber immer noch weiter. Er wird biologische Evolution genannt.

Widerspricht die spontane Lebensentstehung auf der Erde dem 2.Hauptsatz der Thermodynamik ?[Bearbeiten]

Die chemische und biologische Evolution widersprechen scheinbar dem 2. Hauptsatz der Thermodynamik, nach dem alles zu mehr Unordnung, nach Strukturlosigkeit und Ausgleich strebt. Da die Erde aber ein offenes System mit einem ständigen Energiezustrom von der Sonne ist, kann die Natur auf der Erde hochkomplizierte Strukturen wie das Leben aufbauen, ohne den 2.Hauptsatz zu verletzen.

Jede anorganische Kristallisation widerspricht in diesem Sinne scheinbar dem 2. Hauptsatz der Thermodynamik, weil sich ja in dem Kristall die Entropie reduziert. Dieser Widerspruch klärt sich durch eine Entropiezunahme der Umgebung des Kristalles auf, die in der Summe größer ist als die Entropieminderung im Kristall.

Erdgeschichte[Bearbeiten]

Äon Ära/Zeitalter Periode Beginn vor
Mio.Jahren
Phanerozoikum
Känozoikum
Erdneuzeit
Dauer: 65,5 MioJahre
Neogen 23
Paläogen 65
Mesozoikum
Erdmittelalter
Dauer: 185,5 MioJahre
Kreide 145
Jura 200
Trias 251
Paläozoikum
Erdaltertum
Dauer: 291 MioJahre
Perm 299
Karbon 359
Devon 416
Silur 444
Ordovizium 488
Kambrium 542
Proterozoikum
Neoproterozoikum
Neues
Proterozoikum
Dauer: 458 Mio. Jahre
Ediacarium 630
Cryogenium 850
Tonium 1.000
Mesoproterozoikum
Mittleres
Proterozoikum
Dauer: 600 Mio.Jahre
Stenium 1.200
Ectasium 1.400
Calymmium 1.600
Paläoproterozoikum
Frühes
Proterozoikum
Dauer: 900 Mio.Jahre
Statherium 1.800
Orosirium 2.050
Rhyacium 2.300
Siderium 2.500
Archaikum Neoarchaikum
Dauer: 300 Mio.Jahre
2.800
Mesoarchaikum
Dauer: 400 Mio.Jahre
3.200
Paläoarchaikum
Dauer: 400 Mio.Jahre
3.600
Eoarchaikum
Dauer: n. def.
3.800
Hadaikum
Dauer: n. def.
4.700

Die Geschichte unseres Heimatplaneten Erde ist nach heutigen Schätzungen 4 bis 5 Milliarden Jahre alt. Nach menschlichem Ermessen ist das ein unvorstellbar langer Zeitraum. Wie unsere Erde am Anfang aussah kann man sich nur vage vorstellen. Sie war eine zeitlang unbelebt und einem Bombardement von Asteroiden und Meteoriten ausgesetzt.

Die Erde ist bisher der einzige Planet, auf dem Leben nachweisbar ist. Nach dem gegenwärtigen Stand der Forschung begann das Leben auf der Erde möglicherweise bereits vor circa 3 Milliarden Jahren. Nach dieser Zeit hat sich eine stabile Erdkruste ausgebildet und soweit abgekühlt, dass sich Wasser auf ihr sammeln konnte. Die Herkunft des vielen Wassers auf der Erde ist dabei noch unklar.

Auch die Temperaturverhältnisse auf der frühen Erde sind noch ziemlich unklar. Anfangs herrschten lebensfeindliche Temperaturen über 100 Grad Celsius. Diese Temperaturen gingen zunehmend zurück und bereits vor circa 2,3 Milliarden Jahren kam es zur ersten Eiszeit. Wahrscheinlich durch das Treibhausgas Methan stieg die Temperatur wieder. Woher das Methan stammte und ob es der Hauptfaktor für die Erwärmung war ist immer noch Gegenstand der Forschung. Man nimmt heute an, daß das Methan ein Stoffwechselendprodukt methanbildender Bakterien war. Verwandte dieser sogenannten Archaebakterien findet man heute noch als anaerobe Methanbildner in ökologischen Nischen ohne Sauerstoff.

Es herrschte anfangs also eine reduzierende Atmosphäre ohne Sauerstoff. Die ersten Lebewesen mußten ganz andere Stoffwechselwege nutzen als die meisten heutigen Tiere und Pflanzen.

Später wurde die Erdatmosphäre durch die Tätigkeit von Blaualgen mit molekularem Sauerstoff angereichert und bekam ihren oxidierenden Charakter. Zudem wurde die Albedo und damit die Energiebilanz durch die Pflanzendecke merklich verändert.

Die ältesten direkten, allerdings umstrittenen Hinweise auf Leben, die als versteinerte Cyanobakterien gedeutet werden, sind 3,5 Milliarden Jahre alt und wurden in Gesteinen der Warrawoona-Gruppe im Nordwesten Australiens gefunden. In 3,85 Milliarden Jahre altem Sedimentgestein aus der Isua-Region im Südwesten Grönlands wurden in den Verhältnissen von Kohlenstoffisotopen Anomalien entdeckt, die auf biologischen Stoffwechsel hindeuten könnten; bei dem Gestein kann es sich aber auch statt um Sedimente lediglich um ein stark verändertes Ergussgestein ohne derartige Bedeutung handeln. Die ältesten und eindeutigen Lebensspuren auf der Erde sind 1,9 Milliarden Jahre alte fossile Bakterien aus der Gunflint-Formation in Ontario.


Siehe dazu:

Chemische Evolution[Bearbeiten]

Stanley Miller und seine Versuchsapparatur

Als  chemische Evolution bezeichnet man die Entwicklung von Verbindungen die als Voraussetzungen für die Lebensentstehung vorhanden sein müssen.

Insbesondere Nukleinsäuren und Aminosäuren sind die wichtigsten Vorstufen des Lebens.

Wichtige Ideen zur chemischen Evolution lieferten :

Blausäure, Acetylen und Kohlendioxid[Bearbeiten]

In den Infrarotspektren des Staubes, der den Stern IRS 46 umkreist, konnten im Jahr 2005 Wissenschaftler die Substanzen Blausäure, Acetylen und Kohlendioxid nachweisen. Sie gelten als Vorstufen vieler organischer Verbindungen inklusive der Aminosäuren. Die Ergebnisse wurde von Fred Lahuis vom niederländischen Observatorium Leiden in der Zeitschrift Astrophysical Journal Letters veröffentlicht. Siehe http://www.spitzer.caltech.edu/Media/releases/ssc2005-26/release.shtml


Geoffrey Blake vom California Institute of Technology in Pasadena
„Wenn man Blausäure, Acetylen und Wasser in ein Reagenzglas gibt und ihnen eine geeignete Oberfläche anbietet, an der sie zusammenfinden und reagieren können, erhält man eine bunte Sammlung organischer Moleküle, einschließlich Aminosäuren und der DNA-Purinbase Adenin“
Quelle: Unbekannt

Biologische Evolution[Bearbeiten]

Die Evolution ist eine Kette von Fehlern. Charles Darwin
Mir ist, als hätte ich einen Mord begangen. Charles Darwin
Charles Darwin. Der Wegbereiter der Evolutionstheorie.

Die Evolution des Lebens auf der Erde und die Evolutionstheorie werden immer wieder in Frage gestellt. Dabei bietet die Evolutionstheorie die bisher beste Erklärung für viele Erscheinungen der belebten Natur auf der Erde. Ein entscheidender Baustein in der Argumentationskette der Evolutionstheorie war die Entdeckung der Erbsubstanz durch Watson und Crick und die weitere Entwicklung der Genetik, die auf der lange vergessenen Basisarbeit von Mendel aufbaute.

Evolution heißt auf deutsch Entwicklung. Der Hauptgedanke der biologischen Evolution lautet:


Die belebte Natur ist nicht unveränderlich, sondern das Produkt eines ständigen Entwicklungs- und Veränderungsprozesses.


Diese Evolution lief und verläuft nach Ansicht der Naturwissenschaften als ein eigenständiger Prozeß ohne äußeres Zutun eines wie auch immer gearteten Schöpfergottes ab. Die Evolution ist gemessen an der menschlichen Zeitvorstellung bei höheren Tieren sehr langsam.

Alle Organismen stammen durch einen zusammenhängenden Verzweigungsprozess von gemeinsamen Vorfahren ab.

Grundlage der Evolution sind Veränderungen im Erbgut der Lebewesen.

Es kommt in der Evolution zu Scheinsprüngen: Im Erbgut einer Art sammeln sich verschiedene Varianten an. Durch äußere Einflüsse (z.B. Inselpopulationen) oder Selektionsvorteile setzt sich dann unvermittelt eine Variante durch.

Die beobachteten Lücken sind Artefakte in der Geschichte, die durch Aussterben zu erklären sind.

Der zweite Hauptgedanke der Evolutionstheorie ist die Selektion. Selektion heißt auf Deutsch Auswahl. Die Selektionstheorie wird auch als natürliche Auslese, als Überleben der Geeignetsten und als Überleben der Bestangepaßten beschrieben.

Voraussetzungen der Evolution[Bearbeiten]

  1. Alle Arten besitzen eine derart große Fruchtbarkeit, daß ihre Zahlenstärke übermäßig wachsen würde, wenn sich alle Lebewesen einer Art, die geboren werden, wieder erfolgreich fortpflanzen würden.
  2. Abgesehen von kleineren jährlichen Schwankungen und gelegentlichen größeren Schwankungen ist aber die Zahl der Lebewesen innerhalb einer Art normalerweise stabil.
  3. Die natürlichen Lebensgrundlagen wie Nahrung, Wasser, Nistplätze etc sind begrenzt. In einer stabilen Umgebung bleiben sie relativ konstant.
  4. Da mehr Nachkommen erzeugt werden, als aufgrund der verfügbaren Nahrung und anderer Umweltfaktoren überleben können, die Zahlenstärke der Art aber stabil bleibt, bedeutet dies, daß die einzelnen Lebewesen einer Art in Konkurrenz stehen. Diese Konkurrenz hat Darwin den Kampf ums Dasein genannt, aus dem ein Teil, häufig ein sehr kleiner Teil, der Nachkommen jeder Generation als Überlebende hervorgehen.
  5. Niemals sind zwei Individuen genau gleich. Eine Ausnahme bilden eineiige Zwillinge, die zumindest vom Erbgut her gleich sind. Jede Art weist innerhalb gewisser Grenzen erhebliche Vielfalt im Erbmaterial und damit auch im Erscheinungsbild der einzelnen Individuen auf.
  6. Das Überleben im Kampf ums Dasein erfolgt nicht zufällig, sondern hängt zum großen Teil vom Erbgut der überlebenden Individuen ab. Das ungleiche Überleben stellt die Voraussetzung für einen natürlichen Ausleseprozeß dar.
  7. Durch zufällige Mutationen wird immer wieder Variation erzeugt, so dass diese trotz der Auslese erhalten bleibt.
  8. Im Verlauf von Generationen führt dieser natürliche Auslesevorgang zu einer fortwährenden allmählichen Abänderung der Arten, d.h. zu Evolution und zur Erzeugung neuer Arten.
  9. Bei der Artbildung ist die geografische Trennung von Nachkommen ein und derselben Art ein wichtiger Faktor.

Zuwenig wird beachtet, daß ein wichtiger Zufallsmechanismus der Evolution neben der Mutation auch die Rekombination ist. Die Mutation ist die Veränderung des Erbgutes z.B. durch radioaktive Strahlung oder durch chemische Stoffe. Die Rekombination ist das neue Mischen der Erbinformation bei der geschlechtlichen Vermehrung. Wie beim Kartenspiel werden die Karten immer neu verteilt und so neue nicht vorhersehbare Spielverläufe möglich.

Unter dem Begriff "Kampf ums Dasein" sollte man sich nicht (nur) den direkten Kampf der Individuen gegeneinander vorstellen. Die physische Kampfkraft ist nur eine von vielen Eigenschaften, die über das Überleben und den Fortpflanzungserfolg entscheiden. Andere Faktoren sind z.B. die Widerstandsfähigkeit gegen Krankheiten, oder die Fähigkeit, mit wenig Nahrung auszukommen. Entscheidend ist die Angepasstheit an die jeweiligen Lebensbedingungen.

Wettstreit[Bearbeiten]

Jedes Lebewesen steht also in einem stetigen Wettstreit:

  • Es kommt zu einer Konkurrenz unter den Individuen derselben Art.
  • Es kommt zu einer Konkurrenz von Individuen verschiedener Arten.
  • Es kommt zu einer Auseinandersetzung mit der unbelebten Umwelt.

Wer in diesem stetigen Kampf ums Dasein besteht, vermehrt sich und damit seine Erbinformation. Die Selektion setzt also vor allem am einzelnen Lebewesen an und im allgemeinen nicht so sehr an einer Gruppe von Lebewesen oder an einer ganzen Art.

Welche Begründungen gibt es für die Evolutionstheorie ?[Bearbeiten]

1. Embryologie:[Bearbeiten]

Embryos entwickeln im Mutterleib Dinge, die aus früheren Zeiten stammen, die sie gar nicht mehr brauchen und die sie später wieder zurückentwickeln: Warum sollen Embryos von Landwirbeltieren Kiemenbogen entwickeln ? Warum sollen junge Wale Zähne entwickeln ? Embryos weit entfernter Arten sind sich in gleichen Entwicklungsstufen ähnlicher als der Embryo mit dem erwachsenen Tier derselben Art.

2. Kleine Evolutionsschritte kann man im Experiment nachvollziehen oder in der Natur beobachten:[Bearbeiten]

Bei sich schnell vermehrenden Arten wie z.B. der Fruchtfliege Drosophila kann man durch räumliche Trennung von Nachkommen derselben Art und durch Veränderung äußerer Einflüsse ( Wärme, Kälte, Nahrungsangebot) die Artbildung untersuchen, die so weit gehen kann, daß die Individuen zweier getrennter Gruppen sich nicht mehr miteinander vermehren können. ( Stimmt das ?) Auch die Entwicklung von Antibiotika-Resistenzen bei Bakterien zeigt, dass Evolution stattfindet.

Ein versteinerter Fisch

3. Geologie:[Bearbeiten]

  • 3.1. Alle Versteinerungen, selbst die ausgestorbener Arten, wie z.B. die Ammoniten, passen in ein großes System.
  • 3.2. In der Regel weicht eine Form um so stärker von nachfolgenden Formen ab, je älter sie ist.
  • 3.3. Fossilien aus zwei aufeinanderfolgenden Gesteinsschichten sind weitaus enger miteinander verwandt als Fossilien aus zwei weit auseinanderliegenden Schichten.

4. Aussterben[Bearbeiten]

  • Das unaufhörliche Aussterben von Arten und ganzen höheren Klassen läßt sich nicht leugnen. Warum sollte Gott so viele nicht lebenstaugliche Arten erzeugt haben ? Warum muß er sie ersetzen ? Auf welche Weise läßt er die zahlreichen Arten entstehen, welche die leeren Stellen im Haushalt der Natur ausfüllen sollen ? Meist sind beim Aussterben der Arten die biologischen Gründe wichtiger als physikalische Faktoren ( Eiszeiten etc). Die verbesserten und abgeänderten Nachkommen einer Art werden daher gewöhnlich das Aussterben der Stammform herbeiführen.

5. Alles Leben auf der Erde besteht aus Zellen[Bearbeiten]

6. Der Genetische Code ist auf der Erde einheitlich ( universell).[Bearbeiten]

7. Stammbäume sind weitgehend deckungsgleich[Bearbeiten]

Man kann für die Evolution die verschiedensten Stammbäume aufstellen. Diese Stammbäume können sich an äußeren und inneren Formen orientieren, beispielsweise die Evolution des Auges. Außerdem kann man für das Erbgut und jedes komplizierte Eiweiß einen Stammbaum aufstellen. Diese Stammbäume, die mit den verschiedensten Methoden gewonnen wurden sind im wesentlichen deckungsgleich.

Warum fällt es schwer, die Evolutionstheorie zu begreifen ?[Bearbeiten]

Daniel Dennett
„Bei der Evolution geht es um die beunruhigendste Entdeckung der Wissenschaft überhaupt. Sie erschüttert die älteste Vorstellung, die wir Menschen haben, die vielleicht sogar älter ist als unsere Art. Ich spreche von dem Glauben, es müsse einen großen, schlauen Denker geben, um etwas von niedrigerem Rang herzustellen. Niemals sehen wir einen Topf, der nicht von einem Töpfer hergestellt wäre; nie ein Hufeisen ohne Schmied.“
Quelle: Unbekannt

Maus gebiert Maus[Bearbeiten]

Die Evolution widerspricht dem gesunden Menschenverstand: Aus einer Maus wird immer nur eine Maus geboren, jedenfalls in den Zeiträumen, die der Mensch übersieht.

Die normale Vermehrung eines Lebewesens beruht auf einer identischen Weitergabe des Erbgutes dieser Art.

In diesem Vererbungsprozeß treten selten Fehler auf: Mutationen. Diese führen meistens zu einer Verschlechterung der Überlebenschancen. Manchmal allerdings zu einer Verbesserung, die sich dann erfolgreicher vermehrt als die Träger der ursprünglichen Version des Erbgutes.

Kopie
Kopie 
Kopie
Kopie
Kopii  ( Mutation hat stattgefunden, die Frage ist ob sie sich durchsetzt)

Historischer Prozeß[Bearbeiten]

Die Evolutionstheorie kann nicht so einfach in einem naturwissenschaftlichen Experiment nachgewiesen werden, da sie eine Zeitspanne von Milliarden Jahren beschreibt, somit eine einmalige historische Abfolge enthält. Sie kann deswegen auch am besten mit den Mitteln der Geschichtsschreibung belegt werden, nämlich mit der Naturgeschichte, beispielsweise mit den kilometerdicken Sedimentschichten der Geologie, die eine historische Abfolge längst ausgestorbener Tiere und Pflanzen dokumentieren.

Zwei Schritte[Bearbeiten]

Die Evolutionstheorie beschreibt einen Prozeß in zwei Schritten:

  1. Der erste Schritt erfolgt rein zufällig : Die Veränderung der Erbgutes durch Mutationen oder Variationen.
  2. Der zweite Schritt erfolgt zwangsläufig, aber ohne vorhersagbares Ziel: Die Auswahl der bestangepaßten Formen durch den Kampf ums Dasein. (Selektion)

Dieser Mischprozeß aus Zufall und Notwendigkeit ist für den Menschen schwer verständlich.

Reine Ursache - Wirkungsketten oder reine Zufallsprozesse sind ihm verständlicher.

Drei grundlegende Ideen der Evolutionstheorie von Charles Darwin[Bearbeiten]

  • Struggle of life Kampf ums Überleben
    • Die Überproduktion an Nachkommen führt zur einer innerartlichen Konkurrenz.
  • Survival of the fittest
    • Nur die am besten angepassten im Wettbewerb um Nahrung, Lebensraum und Fortpflanzung, überleben.
  • Natural selection
    • Durch die natürliche Auslese oder Selektion entstehen über viele Generationen Veränderungen. So entstand und entsteht die Artenvielfalt.

Das Auge, der Flügel etc.[Bearbeiten]

Gut angepasste, kompliziert gebaute Organe wie das menschliche Auge können unmöglich rein zufällig entstanden sein. Diese Ansicht ist in mehrfacher Hinsicht falsch.

  • Zum einen ist das menschliche Auge kein perfektes optisches Organ:
    • Es läßt sich mit einem Mikroskop verbessern
    • Es läßt sich mit einem Fernrohr verbessern
    • Es hat Lücken im Farbsehen. Ultraviolettes Licht wird oft an Hand seines weißen Lichtanteiles beurteilt. Einige Tiere können UV Licht besser erkennen als der Mensch.
  • Das Auge ist nicht zufällig entstanden. In einer langen Kette von Mutationen und Variationen entwickelte sich das Auge als Selektion aus diesen Erbgutveränderungen. Es gibt eine Entwicklung von lichtsensitiven Zellen, zur Sehgrube und zum Linsenauge.
  • Es wurde eine ganze Reihe von verschiedener Arten von Augen im Rahmen der Evolution erfunden. Da die Information aus dem sichtbaren Licht für die meisten Lebewesen sehr wichtig sind, entwickelten sich Augen mit völlig verschiedenen Konstruktionsprinzipien.

Vererbung erworbener Eigenschaften[Bearbeiten]

Es gibt keine Vererbung von erworbenen Eigenschaften. Das Erbgut bestimmt die Weitergabe an die nächste Generation. da erworbene Eigenschaften sich nicht auf das Erbgut auswirken, fällt diese Art von Weitergabe weg. Selbst Darwin war sich in diesem Punkt unsicher und vertrat teilweise falsche Ansichten.

Computer-Simulation[Bearbeiten]

6. Es ist nicht so einfach die Evolution im Computer nachzuvollziehen. Dabei bereitet vor allem der zweite Teil der Evolution , die Selektion, die meisten Probleme, im Computer abgebildet zu werden. Bei den meisten Simulationen hat man den Eindruck, daß hier doch immer von außen in den Simulationsprozeß eingegriffen wird. Das Wechselspiel einer Art mit der Umwelt , die einerseits

  • zu einer Anpassung der Art an die Umwelt
  • andererseits auch zu einer Veränderung der Umwelt durch die Art führen

machen Simulationstechnische Schwierigkeiten.

Siehe auch Evolutions Simulation:

Kreationismus[Bearbeiten]

Die meisten Biologen und Naturwissenschaftler lehnen den Kreationismus und seinen modernen Ableger, das Intelligent Design, ab. Siehe  Kreationismus

Altersbestimmung[Bearbeiten]

Altersbestimmung in einem versteinerten Baum

Dendrologie[Bearbeiten]

Radiocarbonmethode[Bearbeiten]

Experimentierfelder der Evolution[Bearbeiten]

Schon Charles Darwin erkannte das Inseln Experimentierfelder der Artbildung sein können. Am Beispiel der Galapagos- oder  Darwinfinken stellte er dies eindrucksvoll dar. Auch in anderen abgetrennten Lebensräume geht die Evolution eigene Wege. Beispielsweise kann man in uralten Seen die Artbildung bei Fischen und Krebsen erforschen. Dabei ist erstaunlich wie schnell sich in solchen Inseln der Evolution eine einzigartige Fauna und Flora entwickeln, wenn sie keinen Kontakt mehr zu den Stammformen haben. Der Fachausdruck für diese Form der Artbildung heißt  Adaptive Radiation.

Die ersten Tiere[Bearbeiten]

Von den ersten Lebewesen auf der Erde kann es nur einen Nachweis geben, wenn sie Spuren hinterlassen haben. Wenn eine Lebensform nur aus Weichteilen bestand, dann ist die Wahrscheinlichkeit groß, daß von ihr nichts mehr übrig blieb.

Schwämme in Namibia[Bearbeiten]

Die bislang ältesten tierischen Lebewesen stammen aus einer Zeit von 700 - 500 Millionen vor unserer Zeit. Es waren schwammartige Lebewesen und wurden in Namibia gefunden.

Literatur[Bearbeiten]

Ediacara Fauna[Bearbeiten]

Einer der ersten Vielzeller, von dem sich Spuren nachweisen lassen gehört zur ungefähr 550 Millionen alten  Ediacara-Fauna. Die am besten erhaltenen Überreste finden sich im südchinesichen Dengying. Dort wurden die röhrenförmigen Lebewesen durch Kalzitkristalle konserviert. Ediacara lebte wahrscheinlich am Meeresboden und ist mit keiner anderen bekannten Art verwandt. Bereits im Kambrium ist Ediacara wieder ausgestorben.

Literatur[Bearbeiten]

Siehe auch http://de.wikipedia.org/wiki/Kategorie:Paläontologie

Offene Fragen[Bearbeiten]

  • Kam das Leben durch Meteoriten auf die Erde oder ist es auf der Erde selbst entstanden ?
  • Welchen Weg nahm die chemische Evolution genau ?
  • Was war zuerst da, die Nukleinsäuren oder die Aminosäuren ?
  • Sind die Zellorganellen wirklich durch den Zusammenschluß mehrerer Organismen entstanden ?
  • Wie kam es zur  kambrischen Explosion ?

Ernsthafte Kritik an der Evolutionstheorie[Bearbeiten]

Vielen Kreationisten oder Anhängern des Intelligent Designs ist die Evolutionstheorie verdächtig und erscheint ihnen als falsch, weil Gott als Schöpfer aus der Entwicklung des Lebens verdrängt wurde. In ihrer Kritik picken sie sich dann ein paar Punkte heraus und stellen diese als ungelöste Fragen der Evolutionstheorie dar. Eine wirklich ernsthafte eigene Auseinandersetzung mit dem Thema findet nicht statt. Die Naturwissenschaften können sich nur mit wirklich ernsthafter Kritik an der Evolutionstheorie beschäftigen.

Cees Dekker[Bearbeiten]

siehe  Cees Dekker Der niederländische Physiker ist mit seinen Arbeiten über Kohlenstoffnanoröhren berühmt geworden. Gleichzeitig kritisiert er in seinen Büchern ganz ernsthaft die Evolutionstheorie:Für 99 Prozent der biologischen Forschung spielt die Frage von Zufall oder Schöpfung nicht die geringste Rolle. Aber das eine Prozent, das übrig bleibt, ist doch hoch interessant.

Das Rätsel der Plattfische:[Bearbeiten]

Lange Zeit war es unklar , wie die Augen bei den Plattfischen auf eine Seite des Kopfes wandern konnten. 2008 hat man Fossilien gefunden, die Zwischenformen dokumentieren.

Siehe

  • http://www.zeit.de/2008/29/N-Fisch
    • Plattfische dienten lange als Argument gegen Darwins Theorie. Jetzt können Forscher die Evolution ihres asymmetrischen Körpers erklären

Wolf Ekkehard Lönnig[Bearbeiten]

Der Genetiker und Neokreationist (Intelligent Design-Anhänger, Zeuge Jehovas) Wolf Ekkehard Lönnig betreibt eine Homepage mit seinen Argumenten gegen die Evolutionstheorie. Siehe http://www.weloennig.de

 Michael J. Behe[Bearbeiten]

Michael J. Behe von der Lehigh-Universität in Pennsylvania ist Genetiker und Molekularbiologe. Er isr Vertreter des  Intelligent Design und steht der Evolutionstheorie teilweise kritisch gegenüber.

Weblinks[Bearbeiten]

95 Thesen[Bearbeiten]

Siehe http://www.0095.info/de/ Entsprechend den 95 Thesen Luthers werden hier 95 thesen gegen die ET veröffentlicht. Sehr fleissige Zusammenstellung aller möglichen Argumente gegen die ET

Die Autoren:

  • Dr. jur. Dieter Aebi,
  • Dr. med. Markus Bourquin,
  • Dir. und Prof. a.D.Dr.-Ing. Werner Gitt,
  • Dr. chem. Ruedi Hartmann,
  • Roland Schwab,
  • Dipl.-Ing. Hansruedi Stutz,
  • lic. theol. Marcel Wildi.