Natur: Irrtum

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Übersicht Inhaltsverzeichnis Am Anfang:   Vorwort | Einleitung | 10 Sätze zum naturwissenschaftlichen Weltbild

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Die 4-Elementen Lehre der Antike - ein Irrtum

Große Irrtümer der Naturwissenschaften

 Johann Wolfgang von Goethe
„Es irrt der Mensch, solang er strebt.“
Quelle: Faust
 Erich Kästner
„Irrtümer haben ihren Wert; jedoch nur hie und da. Nicht jeder, der nach Indien fährt, entdeckt Amerika.“
Quelle: Unbekannt
 Hegel
„daß diese Furcht zu irren schon der Irrtum selbst ist.“
Quelle: Inschrift an der Fassade des Stuttgarter Hauptbahnhofs

Inhaltsverzeichnis

Einleitung[Bearbeiten]

Die Geschichte der Naturwissenschaften ist geprägt von einer Vielzahl von Irrtümern und falschen Theorien. Es ist außerordentlich lehrreich sich an diese fehlerhaften Theorien zu erinnern. Man lernt eine Menge über die Methode der Naturwissenschaften und über den mühsamen Weg der Wahrheitssuche.

Man muß sich wünschen, daß auch andere Theoriegebäude, die Grundlage verschiedener menschlicher Weltbilder sind, so offen und kritisch mit den eigenen Irrtümern umgehen lernen.

Siehe auch  Kategorie:Überholte Theorie

Einige der hier aufgeführten Theorien werden immer noch ernsthaft vertreten, wenn auch die Mehrheit der Naturwissenschaftler sie nicht mehr für richtig hält.

Abzugrenzen sind diese ehemals anerkannten Theorien von den heutigen Parawissenschaften: Siehe  Kategorie:Parawissenschaft

Aristoteles

Die Irrtümer des Aristoteles[Bearbeiten]

Aristoteles war einer der größten Philosophen der Antike. Er gilt auch als Begründer der Naturwissenschaften. Da er sehr überzeugende und teilweise bahnbrechende Gedanken niederschrieb, galt er jahrhundertelang als nicht kritisierbare Autorität. Deswegen dauerte es auch sehr lange bis die fehlerhaften Ansichten, die er hinterließ, korrigiert wurden.

Einige dieser Fehler sind im folgenden aufgelistet:

  • Schwere Körper fallen schneller als leichte.
    • Diese Ansicht ist wegen des Luftwiderstandes teilweise richtig. Im Vakuum ist sie falsch. Galilei war der erste, der sich gegen die Theorie des Aristoteles wandte und damit die Experimente mit der Verminderung des Luftdrucks durch seinen Schüler Torricelli anregte.
  • Leichte Körper steigen auf.
    • Wenn sie leichter als die umgebende Luft sind und nicht festgehalten werden stimmt diese Aussage. Sonst ist sie falsch.
  • Ein bewegter Körper wird durch die Luft, die sich hinter wieder ihm zusammenschließt, vorwärts bewegt.
    • Das genaue Gegenteil ist der Fall: Ein bewegter Körper wird durch den Luftwiderstand abgebremst.
  • Er wollte mit seiner Logik die Minderwertigkeit der Frau beweisen.
    • Die Biologie und Psychologie zeigen heute, daß Mann und Frau in vielen Punkten verschieden sind. In einigen Punkten sind die Männer den Frauen eindeutig unterlegen. In anderen Punkten sind Frauen den Männern unterlegen. Diese Aussagen gelten aber immer nur in einer statistischen Betrachtung. Im Einzelfall gibt es große individuelle Unterschiede.
Aristoteles beharrte darauf, daß Frauen weniger Zähne hätten als Männer. 
Obwohl er zweimal verheiratet war, kam er nie auf den Gedanken, 
seine Behauptung anhand einer Untersuchung der Münder seiner Frauen zu überprüfen.
von Bertrand Russel, Mathematiker und Philosoph, 1872-1970 
  • die Oberfläche von Sternen und Planeten ist völlig glatt.
    • widerlegt von Galileo Galilei mit seiner Fernrohrbildern von den Mondkratern.
  • Zugvögel verschwinden, indem sie sich in den Sümpfen eingraben.
  • "Krummes läßt sich nicht geradlinig messen" - Obwohl Archimedes schon das Gegenteil gezeigt hatte, blieb seine Meinung lange unberücksichtigt.
  • Das Herz ist der Ursprung der Nerven und der Sitz der Seele.
 Galileo Galilei
„Ich befand mich eines Tages im Hause eines in Venedig sehr angesehenen Arztes, wohin öfters Leute kamen, teils aus Neugier, um eine Leichensektion von der Hand eines ebenso wahrhaft gelehrten, wie sorgfältigen und geschickten Anatomen ausführen zu sehen. Diesen Tag nun geschah es, dass man den Ausgangspunkt der Nerven aufsuchte, welches eine berühmte Streitfrage zwischen den Ärzten aus der Schule des Galen und den Peripatetikern ist. Als nun der Anatom zeigte, wie der Hauptstamm der Nerven, vom Gehirn ausgehend, den Nacken entlang zieht, sich durch das Rückgrad erstreckt und durch den ganzen Körper verzweigt, und wie nur ein ganz feiner Faden von Zwirnsdicke zum Herzen gelangt, wendete er sich an einen Edelmann, der Ihm als Peripatetiker bekannt war und um dessentwillen er mit außerordentlicher Sorgfalt alles bloßgelegt und hatte, mit der Frage, ob er nun zufrieden sei und sich überzeugt habe, dass die Nerven im Gehirn ihren Ursprung nehmen und nicht im Herzen. Worauf unser Philosoph, nachdem er ein Weilchen in Gedanken dagestanden, erwiderte: Ihr habt mir das alles so klar, so augenfällig gezeigt - stünde nicht der Text des Aristoteles entgegen, der deutlich besagt, der Nervenursprung liege im Herzen, man sähe sich zu dem Zugeständnis gezwungen, dass Ihr Recht habt.“
Quelle: "Dialog über die beiden hauptsächlichen Weltsysteme". Darmstadt 1982
  • Wasser, Wolken und Wasserdampf sind wesensverschieden.
    • Zur Zeit von Aristoteles glaubte man, Wasser und Wasserdampf bestehen aus verschiedenen Stoffen. Ob auch Aristoteles selbst diesem Irrtum aufsaß , ist nicht sicher. Heute weiß man , daß sie aus ein und demselben Stoff bestehen.

Physik und Astronomie[Bearbeiten]

Geozentrisches Weltbild ( Die Erde ist der Mittelpunkt der Welt)[Bearbeiten]

Die Erde im Mittelpunkt der Welt. Leider falsch.

Im geozentrischen Weltbild steht die kugelförmige Erde im Zentrum des Universums. Geos heißt im griechischen Erde und Zentrum ist die Mitte. Alle weiteren Himmelskörper (Mond, Sonne, Planeten) umkreisen die Erde in verschiedenen von innen nach außen konzentrisch angeordneten Sphären (durchsichtigen Hohlkugeln). Die äußerste Sphäre wird von den Fixsternen besetzt.

Das geozentrische Weltbild wurde im klassischen Altertum in Griechenland eingeführt und setzte sich gegenüber frühen Meinungen, nicht die Erde, sondern die Sonne stehe im Mittelpunkt des Kosmos durch. Bis zum Ende des Mittelalters war es in Europa allgemein verbreitet; daneben wurde es auch im alten China gelehrt. Ob es bereits vor den Griechen in Mesopotamien gelehrt wurde, ist nicht sicher. Neben anderen altgriechischen Gelehrten wie Hipparchos von Nikaia oder Aristoteles war  Ptolemäus der wichtigste und ein einflussreicher Verfechter des geozentrischen Weltbilds. Oft wird daher auch vom Ptolemäischen Weltbild gesprochen.

Das geozentrische Weltbild basiert auf der insbesondere in der Antike formulierten Ansicht, dass die Erde (und implizit die Menschen) im Zentrum des Universums sei, und dass alle Bewegungen auf Kreisbahnen abliefen (und somit perfekt seien). Die wichtigste Begründung für die Annahme des geozentrischen Weltbildes war die Beobachtung der Schwerkraft, die sich damit erklären ließ, dass alles Schwere seinem natürlichen Ort, dem Mittelpunkt der Welt, zustrebe. Von der Sonne und den Planeten nahm man dagegen an, sie bestünden aus einem überirdischen "fünften Element" (lateinisch Quintessenz), dessen natürliche Bewegung die Kreisbahn sei.

Nikolaus Kopernikus

Eine Herausforderung an das geozentrische Weltbild war die plötzliche scheinbar rückwärtige Bewegung der äußeren Planeten (etwa Jupiter) gegen den Sternhintergrund. Dieses auch als "retrograde Bewegung" bezeichnete Phänomen wird hier innerhalb der so genannten  Epizykeltheorie durch Epizykel modelliert; danach bewegen sich die äußeren Planeten in einer Kreisbahn um einen (gedachten) Punkt, der wiederum die Erde umkreist. Ptolemäus konstruierte zur noch genaueren Planetenbahnvorhersage ein erweitertes System, in dem die Planetenbahnen auf Epizykel in Epizykel verliefen; Berechnungen innerhalb dieses Modells waren sehr kompliziert. Im heliozentrischen Weltbild sind Epizykel überflüssig.

Die christlichen Kirchen übernahmen und verteidigten dieses Weltbild entschieden.

Erst durch die Arbeiten von  Nikolaus Kopernikus (De Revolutionibus Orbium Coelestium, 1543),  Tycho Brahe und  Johannes Kepler erwies sich das geozentrische Weltbild als überholt und wurde durch das letztendlich einfachere und leichter benutzbare heliozentrische Weltbild ersetzt, das sich mit  Isaac Newtons Gravitationstheorie hervorragend erklären ließ.

Die Erde kreist mit den anderen Planeten um die Sonne

Newton postulierte, daß die Anziehungskraft F die zwischen 2 Massen M1 und M2 herrscht, direkt verknüpft ist mit der Größe dieser Massen. Je größer die Massen sind desto mehr ziehen sie sich an. Je größer die Entfernung zwischen den Massen ist desto kleiner ist die Anziehungskraft. Die Kraft F nimmt mit dem Quadrat des Abstandes r zwischen den Massen ab. G ist eine fundamentale Naturkonstante, die  Gravitationskonstante.

Die Unterscheidung zwischen irdischer und himmlischer Materie konnte somit fallengelassen werden.

Nach der Entdeckung des Aufbaus und der Rotation der Milchstraße konnte auch die Sonne nicht mehr als Mittelpunkt des Universums gelten. Der modernen Kosmologie und der Einsteinschen Relativitätstheorie zufolge lässt sich mit naturwissenschaftlichen Methoden ein absolutes Zentrum des Universums gar nicht ermitteln.

Immanuel Kant entwarf das erste brauchbare Modell zur Planetenentstehung.

Die Planeten aus der Zigarre[Bearbeiten]

Wann und wie die Planeten unseres Sonnensystems entstanden sind, blieb lange Zeit ein Rätsel. Die erste brauchbare Hypothese über die Planetenentstehung stammte von  Immanuel Kant. Er hatte Newtons Schriften über die Gravitation gelesen und postulierte deswegen die Schwerkraft als wesentliches Prinzip, welche aus einer zufälligen Materieanhäufung im Weltraum ein Sonnensystem inklusive Planeten und Monden formte. Dies schrieb er 1755 in seinem Buch die  Allgemeine Naturgeschichte und Theorie des Himmels nieder.

Um das Jahr 1900 war dann die Zigarrenhypothese modern. Beim Vorbeiflug eines anderen Sterns an der Sonne sollte dieser ihr eine zigarrenförmige Ansammlung aus Materie entrissen haben. Aus dieser Zigarre hätte sich dann die Planeten mit ihren Monden bilden sollen. Diese Hypothese wurde in der Zwischenzeit wieder verworfen.

Astrologie[Bearbeiten]

Die  Astrologie meint , daß es einen Einfluß der Sterne auf das individuelle Verhalten der Menschen gibt. Diese Ansicht hat sich als falsch erwiesen.

Der Astrologische Jahreskreis

Relikte der Astrologie halten sich noch beim Einfluß des Mondes auf irdisches Geschehen. So wird mancher Baum nur bei Vollmond gefällt und manches Bier nach dem Mondstand gebraut.

Korrekt ist, daß es einen beherrschenden Einfluß der Sonne auf das Leben der Erde und einige weitere astronomische Einflüsse gibt, wie beispielsweise Ebbe und Flut oder die Möglichkeit von einem Meteorit getroffen zu werden.

Kalorische Theorie - Wärme als Flüssigkeit[Bearbeiten]

Verwechslung von Kraft und Energie[Bearbeiten]

Vor 1850 wurden die Begriffe Energie und Kraft oft verwechselt. Heute trennt man bei Begriffe voneinander ab.

siehe

Denkmal für Julius Robert Mayer in Heilbronn

Nach heutiger Vorstellung ist Energie die Möglichkeit mechanische Arbeit zu leisten, etwas zu erwärmen oder Strahlung zu erzeugen. Die Einheit der Energie ist eine Joule. Es gibt verschiedene Formen von Energie:

  • Mechanische Energie
  • Elektrische Energie
  • Chemische Energie
  • Atomenergie
  • Wärme

Kraft ist die Fähigkeit, Körper zu beschleunigen oder zu verformen. Die Einheit der Kraft ist ein Newton. Es gibt 4 verschiedene Grundkräfte in der Physik

  • Die Gravitation
  • Die Elektromagnetische Kraft
  • Die schwache und starke Atomare Wechselwirkung

Eine einfache Verbindung von Kraft und Energie findet sich in der Formel:

Raum und Zeit sind absolut vorgegeben[Bearbeiten]

Das Trampolin. Masse verformt seine Geometrie

Im sehr erfolgreichen  Newtonschen mechanischen Weltbild gab es folgende Grundbegriffe:

  • die Kraft
  • der materielle Punkt ( Schwerpunkt einer Masse)
  • Raum
  • Zeit

Einstein zeigte, daß Raum und Zeit nicht absolut vorgegeben sind, sondern erst durch die Masse und deren Gravitationskraft definiert werden. Raum und Zeit bilden kein kartesisches Koordinatensystem mit rechten Winkeln, sondern können auch gekrümmt sein.

Äthertheorie[Bearbeiten]

Chemischer Äther wurde früher zur Narkose benutzt.

Der physikalische Begriff des Äthers (griech. der (blaue) Himmel) bezeichnet eine Substanz, die im ausgehenden 17. Jahrhundert als Medium für den Transport von Licht postuliert wurde. Der Begriff wurde von Christiaan Huygens (1629-1695) eingeführt. Entkräftet wurde die Theorie des Äthers durch die genaue Messung der Lichtgeschwindigkeit, durch die spezielle Relativitätstheorie Albert Einsteins und die Quantenmechanik.

Siehe  Äther (Physik)

Der liebe Gott würfelt nicht (Ablehnung der Quantentheorie)[Bearbeiten]

Dieser Satz wurde Albert Einstein zugeschrieben. Wenn Einstein den lieben Gott zitierte, meinte er meistens die Natur oder die Naturgesetze damit. Er betrachtete Gott als Gesetzgeber der Natur. Er wollte damit ausdrücken, daß es in der Natur keinen reinen Zufall gibt. Insbesondere die Begründung der Quantentheorie auf Wahrscheinlichkeitsaussagen war ihm sehr suspekt. Um seiner Unzufriedenheit Nachdruck zu verleihen, hat Einstein den Quantenmechanikern ein paar harte Nüsse zum Knacken gegeben, die die anfängliche Vorstellung der Quantenmechanik von Bohr und Heisenberg erweiterten. Den Zufall in der Physik konnte er jedoch nicht mehr abschaffen.

Heute haben die meisten Naturwissenschaftler ihren Frieden mit dem Zufall gemacht. Auch die Quantentheorie ist, wenn auch auf dem Boden von Einsteins Kritik erweitert, in ihren meisten Folgerungen als richtig anerkannt.



Zitat[Bearbeiten]

  • Die Theorie ist sehr Achtung gebietend. Aber eine innere Stimme sagt mir, dass das doch nicht der wahre Jakob ist. Die Theorie liefert viel, aber dem Geheimnis des Alten bringt sie uns kaum näher. Jedenfalls bin ich überzeugt, dass der nicht würfelt. Brief von Einstein an Max Born 1926
  • Teilchen haben scharfe Eigenschaften, und wenn die Quantenmechanik darüber nur statistische Aussagen machen kann, dann nur deshalb, weil sie unvollständig ist Einstein 1926

Links[Bearbeiten]

Kalte Fusionsenergie[Bearbeiten]

Chemie[Bearbeiten]

Die 4 Elemente (Wasser, Luft, Erde und Feuer)[Bearbeiten]

Siehe  Vier-Elemente-Lehre

Die 5 Elemente der Chinesen (Holz, Feuer, Erde, Metall, Wasser)[Bearbeiten]

Siehe  Fünf-Elemente-Lehre

Alchemie[Bearbeiten]

Phlogistontheorie[Bearbeiten]

Siehe  Phlogiston

Polywasser[Bearbeiten]

reines Fluor kommt doch in der Natur vor[Bearbeiten]

Seit circa 200 Jahren wurde in der Chemie die Ansicht vertreten, daß reines  Fluor wegen seiner ausgeprägten Reaktionsfreudigkeit nicht in der Natur vorkommt. Diese Ansicht wurde jetzt widerlegt. Im sogenannten  Stinkspat, einer Fluoritverbindung, wurden erstmals kleine Mengen des Elementes entdeckt. Das Fluorgas entsteht durch winzige Uraneinschlüsse, deren Strahlung das Fluorit-Mineral zersetzt. Dies erklärt dann auch, warum der Stinkspat so unangenehm riecht, wenn man ihn zerbricht. Das Fluorgas entweicht aus dem Stoff und ist für den Geruch verantwortlich.

Siehe http://www.spiegel.de/wissenschaft/natur/chemie-element-fluor-erstmals-elementar-nachgewiesen-a-842807.html

Biologie und Medizin[Bearbeiten]

Die Viersäfte Lehre des Hippokrates[Bearbeiten]

In der Medizin des Altertums glaubte man an die Viersäfte Lehre des  Hippokrates. In der Renaissance wurde diese sogenannte  Humoralpathologie durch viele neue medizinische Entdeckungen zunehmend verlassen. Beispielsweise wurde von Harvey der  Blutkreislauf entdeckt.

Die Natur ist statisch[Bearbeiten]

Zitat : Die Veränderungen in der Natur, so unendlich mannigfach sie sind, zeigen nur einen Kreislauf, der sich immer wiederholt; in der Natur geschieht nichts Neues unter der Sonne, und insofern führt das vielförmige Spiel ihrer Gestaltungen eine Langeweile mit sich. Nur in den Veränderungen, die auf dem geistigen Boden vorgehen, kommt Neues hervor. Quelle:  Hegel Vorlesungen über die Philosophie der Geschichte

Nicht nur Hegel glaubte an eine statische unbelebte und belebte Natur. Diese Auffassung ist falsch. Die Natur hat eine Geschichte und ändert sich ständig. Der einzelne Mensch merkt das nur nicht so schnell.

Miasmatheorie Verbreitung von Krankheiten durch üble Gerüche[Bearbeiten]

Noch im 19. Jahrhundert glaubten Mediziner, dass Seuchen wie die Cholera durch üble Gerüche, also Miasmen verbreitet würden, was sich als Irrweg der Medizin herausstellte.

Das Miasma kommt aus der griechische Sprache und bedeutet soviel wie übler Dunst, Verunreinigung, Befleckung oder sich angesteckt haben mit .... Dabei ist der Bedeutungsumfang dieses Begriffs nicht rein auf den biologisch-medizinischen Effekt der „Krankheitsübertragung“ beschränkt, sondern kann auch im übertragenen Sinne auf die geistig-emotionale Ebene angewandt werden.

 Hippokrates von Kos der von 460 bis 375 v. Chr. lebte, gilt als Begründer der Lehre von den Miasmen, den giftigen Ausdünstungen des Bodens, die mit der Luft fortgetragen werden und so zur Weiterverbreitung von Krankheiten beitragen sollten.

Das die Miasmatheorie nicht stimmen konnte, erkannte man Mitte des 19.Jahrhunderts in London. Unter der Führung von  Edwin Chadwick wurde 1832 als Reaktion auf erste Cholerafälle angeordnet, Abwässer und Verschlammungen aus den stinkenden Londoner Abwasserkanälen in die Themse zu spülen. Da die Firmen, die London mit Trinkwasser versorgten, dieses der Themse entnahmen, führte die Maßnahme zur Vergiftung des Trinkwassers und einer Choleraepidemie mit 14.000 Toten. 1849 legten Dr.  John Snow und Dr. William Budd eine Abhandlung vor, in der sie die richtige Auffassung vertraten, dass Cholera von lebenden Organismen im Trinkwasser hervorgerufen würde. Sie belegten die Theorie mit einem Vergleich der Todesraten in zwei Londoner Bezirken, deren Wasser von zwei verschiedenen Firmen geliefert wurde. 1854 konnte Snow anhand des Choleraausbruchs in Soho nachweisen, dass das Wasser einer einzigen öffentlichen Pumpe für fast alle Erkrankungen verantwortlich war. Die Pumpe wurde geschlossen, der Ausbruch war eingedämmt.[1]

Trotz dieser Erkenntnis war die Miasmentheorie noch bis circa 1860 weit verbreitet. Es wurde auch die Entdeckung des Cholera-Bakteriums im Jahr 1854 durch den Italiener  Filippo Pacini noch lange von der Medizinwelt ignoriert.

Literatur[Bearbeiten]

  • Osterrieder N et.al., Marek's disease virus: from miasma to model, in Nature Reviews Microbiology, 4/2006, S.283–94.
  • Halliday S, Death and miasma in Victorian London: an obstinate belief., in BMJ, 323/2001, S.1469–71. PMID 11751359
  • Curtis VA, Dirt, disgust and disease: a natural history of hygiene., in Journal of epidemiology and community health, 61/2007, S.660–4. PMID 17630362

Weblinks[Bearbeiten]

Anmerkungen[Bearbeiten]

  1. Stephen Inwood: A History Of London. Macmillan, London 2000, ISBN 0-333-67154-6. S. 430–31.

Die Sepsis kommt aus der Luft[Bearbeiten]

  • Der Leydener Arzt Herrmann Boerhave (1668-1738) meinte, dass die Sepsis durch schädliche Substanzen aus der Luft verursacht würde.
  • Der Chemiker Justus meinte! der Kontakt von Sauerstoff mit einer Wunde sei für die Entwicklung einer Sepsis verantwortlich.


Lebenskraft im Zellplasma[Bearbeiten]

Siehe  Neovitalismus

Die Schwalben entstehen auf dem Grund der Seen[Bearbeiten]

Das Landhaus von Carl Linne

Der große schwedische Biologe  Carl von Linné konnte offensichtlich nicht glauben, daß es Zugvögel gibt. Er meinte stattdessen die Schwalben entstehen jedes Jahr neu auf dem Grund von Seen und Weihern.

Urzeugung[Bearbeiten]

Um 1860 widerlegen  Louis Pasteur und andere die Theorie, dass Zellen spontan aus toter organischer Materie (generatio spontanea) entstehen können.

Schöpfungstheorie[Bearbeiten]

Gott erschafft Adam, Michelangelo, Sixtinische Kapelle

Lange Zeit ging man in der Biologie davon aus, daß so etwas Kompliziertes wie ein Lebewesen nicht von alleine entstanden sein kann. Man meinte, es muß für die Erschaffung der Lebewesen und insbesondere des Menschen einen Schöpfer gegeben haben. Diese Schöpfungstheorie ist in der allgemeinen Bevölkerung immer noch nicht überwunden, wie die Diskussion um den  Kreationismus zeigt.

Wissenschaftlich muß man zwischen der Entstehung des Lebens aus unbelebten chemischen Vorstufen ( Chemische Evolution) und der Entwicklung höherer Lebewesen wie des Menschen im Rahmen der  Evolution unterscheiden.

Lamarckismus[Bearbeiten]

Der Glaube dass nachkommende Generationen die Fähigkeiten erben, die ein Individuum im Laufe seines Lebens erlernt hat. Eine frühe Theorie der Evolution.

Vererbung erworbener Eigenschaften[Bearbeiten]

Warum haben Giraffen so lange Hälse ?

Zwar können durch  epigenetische Prozesse eine unterschiedliche Lebensweise zu unterschiedlichen Ausprägungen von Genen kommen, jedoch nicht gezielt. So fanden Forscher einen Zusammenhang zwischen der Lebensweise eines Mannes vor seiner Pubertät und der Gesundheit seiner Nachkommen: Frühes Rauchen beeinflusste das Gewicht der Söhne und frühes Hungern die Lebensspanne der Enkel. Sonst gibt es keine Vererbung von erworbenen Eigenschaften. Das Erbgut bestimmt die Weitergabe an die nächste Generation. da erworbene Eigenschaften sich nicht auf das Erbgut auswirken, fällt diese Art von Weitergabe weg. Selbst Darwin war sich in diesem Punkt unsicher und vertrat teilweise falsche Ansichten.

Das Dogma der  Molekularbiologie[Bearbeiten]

Das Dogma wurde von  James Watson aufgestellt. Es beschreibt die Einbahnstraße der Eiweißsynthese DNS > RNS > Protein. Mittlerweile ist das Dogma durch die Existenz von Retroviren widerlegt.

Siehe auch Naturwissenschaftliche Basisaussagen

Viren enthalten entweder DNS oder RNS, aber niemals beides[Bearbeiten]

Der Satz wurde 1957 vom französischen Nobelpreisträger  Andre Lwoff aufgestellt und war lange Zeit eine virologische Basisaussage. Die Existenz des  Mimivirus beweist aber das Gegenteil.

Das Schnabeltier, ein schlechter Scherz[Bearbeiten]

Als die ersten ausgestopften Exemplare des  Schnabeltieres nach Europa gebracht wurden, vermuteten einige Biologen zuerst, es handele sich um einen schlechten Scherz. Sie konnten sich nicht vorstellen, das es so ein Tier wirklich geben könne. Es sieht aus wie eine Mischung aus Ente und Biber. Es hat einen Schnabel und Schwimmflossen, aber auch ein Fell und einen kräftigen, platten Schwanz.

Es gibt keinen Zweifel daran, 
dass es eines der einzigartigsten Tiere ist, 
die ich jemals untersucht habe"
Ewan Birney, Leiter der Genomanalyse, European Bioinformatics Institute in Cambridge 

Phrenologie[Bearbeiten]

Phrenologie-Darstellung

Die  Phrenologie war eine zu Beginn des 19. Jahrhunderts von dem Arzt  Franz Josef Gall begründete Lehre, die versuchte, geistige Eigenschaften und Zustände bestimmten, klar abgegrenzten Hirnarealen zuzuordnen. Dabei wurde ein Zusammenhang zwischen Schädel- und Gehirnform einerseits und dem Charakter und Geistesgaben andererseits unterstellt. Die Größe und Form der einzelnen Organe war demnach ein Maß für die Ausprägung der jeweiligen Charaktereigenschaft, die charakterliche Gesamtveranlagung einer Person war in den Proportionen der Organe zueinander vorbestimmt. Anhaltspunkte für die Ausprägung der Organe ließen sich am lebenden Menschen aus der äußeren Form des Schädels gewinnen. Gall selbst zeigte daneben auch Interesse an der Überschreibung der sterblichen Überreste auf geistigem Gebiet aktiver Zeitgenossen und versprach sich von der Untersuchung der Schädel von Haustieren deren vormalige Eigenheiten ihm mitgeteilt werden sollten neue Erkenntnisse.

Das Nervensystem besteht nicht aus Zellen sondern einem Netz[Bearbeiten]

Die Nervenzellen der Hirnrinde

Noch lange Zeit nach der Formulierung der Zelltheorie, daß alles Leben aus Zellen besteht, nahm man für das Gehirn an, daß sich hier die Zellen zu einem größeren Netz ohne Zellgrenzen zusammengeschlossen haben. Ein Vertreter dieser Netztheorie war  Camillo Golgi. Paradoxerweise erhielt er im Jahr 1906 gemeinsam mit dem herausragenden spanischen Neuroanatomen  Santiago_Ramón_y_Cajal den Nobelpreis, obwohl Cajal bereits viele Bausteine gegen diese Netztheorie zusammengetragen hatte und die Zellstruktur auch des Gehirns postulierte, die sich letztendlich auch durchsetzte.

Nervenzellen im erwachsenen Gehirn können nicht neu gebildet werden[Bearbeiten]

Diese Idee war lange Zeit ein fest gefügtes Dogma in der Medizin und Neurobiologie. Durch Arbeiten von  Hannah Monyer konnte zumindest was die Interneuronen betrifft, das Gegenteil bewiesen werden.

Hepatitis durch einen Schleimpropf in den Gallenwegen[Bearbeiten]

Bis zum Ende des 2.Weltkrieges war es gängige Meinung der medizinischen Mainstreamwissenschaftler, das eine  Hepatitis durch einen Schleimpropf im Gallengang und nicht durch Viren ausgelöst werden.

Mathematik[Bearbeiten]

Zahlenmystik[Bearbeiten]

Große Anhänger der Zahlenmystik waren beispielsweise Johannes Kepler und Isaak Newton. Sie hat sich als Irrtum erwiesen. Siehe  Zahlenmystik

Widerspruchsfreiheit[Bearbeiten]

 Gödel zeigte, daß die Widerspruchsfreiheit komplizierter mathematischer Systeme nicht bewiesen werden kann. Vorher war man in diesem Punkt noch deutlich optimistischer gewesen. In seiner Arbeit, die den Titel Über formal unentscheidbare Sätze der Principia mathematica und verwandter Systeme trägt, bewies Gödel den  Unvollständigkeitssatz.

Beispiel eine Satzes, der sich selbst widerspricht:

Glaubt nichts und niemandem , vor allem nicht diesen Satz.

Psychologie[Bearbeiten]

Die Sprache ein Geschenk Gottes ?[Bearbeiten]

Über Jahrtausende herrschte im Kulturkreis der Buchreligionen (Judentum, Christentum und Islam) die Vorstellung, dass die Menschen die Sprache im Paradies von ihrem göttlichen Schöpfer erhielten und ihr Sinnverständnis durch den Genuß der verbotenen Frucht vom Baum der Erkenntnis geweckt wurde. Als Strafe für ihren babylonischen Hochmut verwirrte Gott die Menschen so, dass sie in verschiedenen Sprachen redeten und sich nicht mehr verständigen konnten.

Erst die Aufklärung brachte mit  Johann Gottfried Herder,  Wilhelm von Humboldt die Idee von der natürlichen Entwicklung der Sprache und der geistigen Fähigkeiten in die Diskussion. Erst seit dieser Zeit gibt es eine wissenschaftliche  Sprachforschung.

Alfred Wegener, Polarforscher und Begründer der Plattentektonik

Geologie[Bearbeiten]

siehe auch   Überholte Theorien in den Geowissenschaften

Wie kommen die Meeresfossilien ins Gebirge ?[Bearbeiten]

Die Erde ist nur einige Tausend Jahre alt[Bearbeiten]

Viele Jahrhunderte wurde versucht aus der Bibel das Alter der Erde zu berechnen. Man kam nach diesen Berechnungen auf eine Zahl von einigen Tausend Jahren.  5508 v. Chr. Dass die Erde viel älter ist wurde erst durch die Geologie und die Erforschung des Sedimentsgesteines beispielsweise durch  James Hutton korrigiert.

Ablehnung der Wegenerschen Plattentektonik[Bearbeiten]

Alfred Wegener: Die Entstehung der Kontinente und Ozeane (1929)

Siehe auch:

Gebirgsbildung als Schrumpfmodell[Bearbeiten]

Lange Zeit wurde angenommen, daß der wesentliche Grund der Gebirgsbildung eine Schrumpfung der Erdoberfläche ist ( Der Apfel wird schrumpelig. Die glatte Oberfläche bekommt Falten). Diese Theorie ist heute weitgehend ersetzt worden. Als Hauptfaktor der Gebirgsbildung sieht man heute die Verschiebung von Platten gegeneinander an. So schob sich die afrikanische Kontinentalplatte nach Norden und kollidierte mit der eurasischen Platte. Deswegen werden die  Alpen angehoben.

Alpenkette


Meteorologie[Bearbeiten]

Blasentheorie der Wolken[Bearbeiten]

Der Wirbelsturm Katharina, ein riesiges Wolkengebilde

Lange Zeit konnte man sich nicht erklären, wie Wasser in den Wolken vorkommen kann und nicht sofort wieder zur Erde fällt, da Wasser doch schwerer als Luft ist. Als Erklärung galt lange Zeit die Bläschentheorie der Wolken. Man nahm dazu an, das Wolken aus vielen kleinen Wasserbläschen bestünden. Die Bläschen bestünden aus einer Wasserhülle und in ihrem Zentrum sei Luft abgekapselt. Diese Luft sei dünner als die Umgebungsluft und könne demnach zusammen mit der Wasserhaut in der Luft schweben.