Natur: Kritik

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Übersicht Inhaltsverzeichnis Am Anfang:   Vorwort | Einleitung | 10 Sätze zum naturwissenschaftlichen Weltbild

Die Grundlagen:   Was ist die Natur? | Materie, Energie und Information | Atome, Moleküle, Elementarteilchen, Photonen | Die vier Kräfte | Raum und Zeit |

Die Geschichte der Natur   Die Geschichte der unbelebten Natur | Was ist das Leben? | Die Entwicklung des Lebens | Die Entwicklung des Menschen |

Der menschliche Geist und seine Leistungen   Wie erkennen wir die Welt? | Geist, Seele, Bewusstsein, freier Wille | Gut und Böse in der Natur, das Gewissen | Grundlagen einer Naturethik | Leistungen des Menschen, Transzendenz der Natur |

Die Naturwissenschaften   Was sind und wie arbeiten die Naturwissenschaften? | Was sind Naturgesetze? | Grenzen des naturwissenschaftlichen Weltbildes und Grenzen der Natur | Große Irrtümer der Naturwissenschaften | Offene Fragen der Naturwissenschaften | Naturwissenschaftliche Kritik an anderen Weltbildern | Kritik an den Naturwissenschaften und ihrem Weltbild |

Die Zukunft   Wie schaut die Zukunft aus? 

Anhang:   Allgemeine Literatur zum Thema | Literatur zu den einzelnen Kapiteln | Links zum Thema | Abstellraum


Naturwissenschaftliche Kritik an anderen Weltbildern

Unmerklich fängt man an die Tatsachen zu verdrehen, 
damit sie zur Theorie passen, 
anstatt die Theorie zu verdrehen 
damit sie wieder zu den Tatsachen passt.
Insensibly one begins to twist facts to suit theories 
instead of theories to suit facts.     Sherlock Holmes
Dennis Meadows, Autor von  Die Grenzen des Wachstums

Inhaltsverzeichnis

Einleitung[Bearbeiten]

Die Naturwissenschaften halten ein gutes Instrumentarium bereit, um Hypothesen auf ihre Stichhaltigkeit zu überprüfen. Dieses Instrumentarium kann man unter einigen Vorbehalten auch nutzen, um andere Wissenschaftsgebiete und Weltanschauungen auf ihre Richtigkeit zu überprüfen.

Außerdem zeigt uns die Geschichte der Naturwissenschaften einen langen Kampf um die richtige Vorstellung, um die richtige Erklärung und die richtige Anwendung von Begriffen und Theorien. Wie oft mußten die Naturwissenschaften hier Lehrgeld bezahlen und noch einmal von vorn anfangen.

Einige Stichworte dazu lauten: Abschaffung der Äthertheorie, Trennung der Vorstellung von Kraft und Energie, Abschaffung des Ptolemäischen Weltbildes. Siehe Natur:_Irrtum

Im folgenden werden einige der gängigen Weltanschauungen beschrieben und einer naturwissenschaftlichen Kritik unterzogen.

Kritik am Kapitalismus[Bearbeiten]

Zitate[Bearbeiten]

Was es alles gibt, das ich nicht brauche   Aristoteles 

Alle sind gleich gierig. So geht der Kapitalismus. Konkursverwalter der Lehmanns Bank
Der Kapitalismus basiert auf der merkwürdigen Überzeugung, 
Dass widerwärtige Menschen aus widerwärtigen Motiven 
irgendwie für das allgemeine Wohl sorgen werden. Keynes


Wachstum ist das Einmaleins des Kommunismus und des Kapitalismus, 
beide sind Zwillingskinder des Materialismus. 
Im Sozialismus wird die Wirtschaft vergesellschaftet, 
im Kapitalismus die Gesellschaft verwirtschaftet. 
In der Praxis läuft das aufs Gleiche hinaus.

 Norbert Blüm Die Zeit 15.3.2012 Seite 76

Arbeitgeberpräsident Dieter Hundt Ich habe zum Beispiel kein Verständnis für gewisse extreme Gehalts- beziehungsweise Abfindungsregelungen. Damit wird unser Ruf ruiniert. Normalerweise neiden Menschen einem Unternehmer, der tüchtig und erfolgreich ist und Arbeitsplätze sichert, seinen Wohlstand nicht. In meiner Unternehmensgruppe gehöre ich zu denjenigen, die ein schöneres Haus haben und ein größeres Auto fahren als andere. Das akzeptieren die Mitarbeiter.Aber es gibt Anstandsgrenzen. Die überschreiten einige Manager gerade in anderen Ländern bedauerlicherweise. Das nicht an der Realwirtschaft orientierte Bankgeschäft braucht klare Regeln, damit nicht mehr so leicht mit fremdem Geld gezockt werden kann und der Staat gegebenenfalls sogar das Risiko tragen muss und die Verantwortlichen auch noch mit horrenden Abfindungen belohnt werden.

  • "Stetiges Wachstum ist nicht bloss schädlich, sondern falsch." -  Andreas Weber: Biokapital. Die Versöhnung von Ökonomie, Natur und Menschlichkeit, Berlin Verlag, Berlin 2008, ISBN 3827007925, Seite 17

»Der Kapitalismus trägt den Krieg in sich wie die Wolke den Regen.« von dem 1914 ermordeten französischen Sozialistenführer Jean Jaurès:

Einleitung[Bearbeiten]

Der  Kapitalismus ist aus Sicht der Naturwissenschaften zu erfolgreich. Er hat eine Lebensart in Form der Massenproduktion und des Massenkonsums ermöglicht, die

  • für den Menschen teilweise ungesund ist,
  • zuviel fossile Energie verschwendet und Kohlendioxid produziert,
  • zuviel Rohstoffe verbraucht,
  • das ökologische Gleichgewicht der Erde zunehmend zerstört.

Hier muß sich der Kapitalismus an die Grenzen anpassen , die ihm die Natur und die Naturwissenschaften ziehen. Tut er das nicht, wird er auf immer größere Widerstände stoßen. Das kann man daran sehen, dass Wirtschaftswissenschaftler von theoretischen Modellen ausgehen, die nicht denselben physikalischen Beschränkungen unterliegen, die in der echten Welt existieren.

Siehe auch Die Grenzen des Wachstums

Es gibt auch noch andere Gründe den Kapitalismus zu kritisieren ( siehe  Kapitalismuskritik) doch sollte man das Kind nicht mit dem Bade ausschütten, denn kein anderes Wirtschaftssystem ist ähnlich effektiv.

Probleme des Kapitalismus[Bearbeiten]

Stichworte der notwendigen Verbesserung[Bearbeiten]

Fahrradtaxi in Amsterdam

Stichworte zu einem naturwissenschaftlich vernünftigen, ökologisch verträglichen Umbau des Kapitalismus sind:

Kritik an der Globalisierung[Bearbeiten]

Attac, die Globalisierungsgegner

Die  Globalisierung ist das Zauberwort für viele Wirtschaftsliberale. Gleichzeitig macht es vielen Arbeitnehmern Angst, da es Ihnen vielleicht den Arbeitsplatz kosten könnte. Aus naturwissenschaftlicher Sicht gibt es sehr fundierte Gründe gegen die Globalisierung.

Globale Infosysteme[Bearbeiten]

Aus physikalischer Sicht ist es relativ einfach, den globalen Informationsaustausch zu organisieren. Man braucht dazu Datenleitungen oder Funknetze. Sind diese einmal installiert, kann man den Informationsfluß mit relativ geringem Aufwand betreiben. Es gibt Hindernisse wie verschiedene Sprachen oder verschiedene technische Standards. Diese sind aber nicht physikalischer Art und sind deswegen kein prinzipielles Hindernis gegen die Globalisierung.

Globale Energiesysteme[Bearbeiten]

Weitaus aufwendiger ist dagegen der weltweite Transport von Energie. Zwar kann man Strom, Erdöl und Erdgas auch über große Strecken transportieren. Der Aufwand ist aber erheblich und erfordert relativ teure Leitungsnetze oder Pipelines. Immer kommt es zu einem gewissen Verlust je länger der Transportweg ist.

Globaler Warenaustausch[Bearbeiten]

Die größten Hindernisse der Globalisierung stellen sich dem globalen Warenaustausch entgegen. Der Transport von Waren rund um die Erde ist energetisch ein Verlustgeschäft und wird wieder zunehmend teurer werden, wenn die CO2-Emissionen stärker berücksichtigt werden müssen, bzw. wenn der Treibstoff aus Knappheitsgründen wieder deutlich teurer wird. Es ist aus physikalischer Sicht ziemlich unsinnig, Massenwaren oder Schwergut über längere Strecken zu transportieren, wenn sie auch vor Ort verfügbar gemacht werden können.

Kritik am Kommunismus[Bearbeiten]

Der  Kommunismus hat sich als praktisch nicht verwirklichbar erwiesen. Alle real existierenden Modelle waren Diktaturen oder autoritäre, bürokratische Überwachungsstaaten.

Insofern ist die Kritik am Kommunismus eigentlich nur noch von historischem Interesse.

Ein Kardinalfehler des Kommunismus war die Abschaffung des Eigentums. Jeder Wolf der sein Revier markiert, demonstriert damit seinen Eigentumsanspruch an einem Stück Land. Jede Weltanschauung, die diesen biologischen Eigentumsanspruch unterschätzt, wird scheitern. Sie kann nur dann erfolgreich sein, wenn sie den Eigentumsanspruch der Menschen bis zu einem gewissen Grade anerkennt und pflegt.

In einem weiteren Punkt verkennt der Kommunismus die Natur des Menschen. Der Mensch ist von Natur aus nicht nur gut und sozial, wie manche Kommunisten meinten. Der Mensch ist auch egoistisch und betrügerisch. Er steht immer in Konkurrenz zu den Mitgliedern seiner biologischen Sippe und seine Sippe steht in Konkurrenz zu anderen Gruppen. Diese Konkurrenz muß kanalisiert werden. Es muß zu einem Ausgleich bei Interessenkonflikten kommen. Gleichzeitig muß die Konkurrenz als Antrieb zur Fortentwicklung erhalten bleiben.

Der reale Kommunismus schaffte es außerdem nicht, echte demokratische Entscheidungen zu garantieren, denn er befürchtete immer, daß er selbst durch so eine Entscheidung abgeschafft werden könnte. Über naturwissenschaftliche Fakten kann man nicht demokratisch entscheiden, über gesellschaftliche Dinge sehr wohl. In gesellschaftlichen Dingen sind endgültige Wahrheiten immer kritisch zu betrachten. Einzig der langfristige Erfolg zählt, nicht der vermeintliche Wahrheitsanspruch.

Auch der Rechtsstaat und viele Freiheitsrechte waren im Kommunismus nicht gewährleistet. Karl Marx selbst sprach menschenverachtend von den untersten Schichten einer Gesellschaft als dem Lumpenproletariat , als Auswurf, Abfall, Abhub aller Klassen, als passive Verfaulung der untersten Schichten der alten Gesellschaft nutzlos für den  Klassenkampf.

Weitere Kritikpunkte finden sich im  Wikipediaartikel über den Kommunismus.

Lyssenkoismus als Beispiel für eine ideologische Beeinflußung der Naturwissenschaften[Bearbeiten]

Ein besonderes Kapitel der naturwissenschaftlich-kritischen Sicht des Kommunismus bietet der  Lyssenkoismus. In der Sowjetunion der Jahre 1930 - 1960 wurde versucht, die naturwissenschaftlichen Ergebnisse der Genetik und Biologie in passender ideologischer Richtung umzubiegen, was letztendlich kläglich scheiterte.

Zitate[Bearbeiten]

Das Seil war gerissen, aber darunter gab es eben noch ein Sicherheitsnetz, 
in dem ich nun eine sehr gemischte Gesellschaft vorfand - 
alte Partei-Akrobaten, die ihr dialektisches Gleichgewicht verloren hatten,  
Trotzkisten, Veteranen der Rechts- und Links-Opposition, 
abgehängte Mitläufer und andere mehr ... 
Dieser Schwebezustand dauerte für mich bis zu dem Tag, 
an dem zu Ehren Ribbentrops die Hakenkreuzfahne auf dem Moskauer Flugplatz 
gehißt wurde und die Kapelle der Roten Armee das Horst-Wessel-Lied anstimmte. 
Damit war es Schluß: von nun an war es mir wirklich egal, 
ob mich die neuen Verbündeten Hitlers einen Konterrevolutionär schimpften.

von  Arthur Koestler

Literatur[Bearbeiten]

  • Ein Gott der keiner war. Die Autoren schildern ihren Weg zum Kommunismus und ihre Abkehr
  • Kommunismus als Religion. Die Intellektuellen und die Oktoberrevolution
  • Der Mensch ohne Alternative, Von der Möglichkeit und Unmöglichkeit, Marxist zu sein,
    •  Leszek Kolakowski
      • München 1960
        • Zitat Sozialismus ist ein Staat, wo es mehr Bürokraten als Arbeiter gibt und wo Feiglinge besser leben als die Mutigen.
  • Wie man die Welt verändert: Über Marx und den Marxismus
    • Eric Hobsbawm (Autor), Thomas Atzert (Übersetzer), Andreas Wirthensohn (Übersetzer)
      • Verlag: Carl Hanser Verlag GmbH & CO. KG (27. August 2012)
        • sehr erfrischend unideologisch zu lesen


Die ewig Gestrigen

Kritik am Nationalismus und Rassismus[Bearbeiten]

Zitat Vaterlandsliebe kennt keine (fremden) Grenzen.
 Stanislaw Lec

Die Sprache als Grund für den Nationalismus[Bearbeiten]

Eine Hauptbegründung für den Nationalismus ist der Unterschied in den Sprachen verschiedener Völker. Meist sind nicht nur die Sprachen verschieden, sondern es bestehen auch andere kulturelle Unterschiede.

Insofern ist der Nationalismus quasi biologisch begründbar und damit nur schwer komplett zu überwinden. Er wird als Ideologie immer seine mehr oder minder überzeugten Vertreter finden.

Die Rasse als Grund für den Nationalismus[Bearbeiten]

Der Unterschied in der Hautfarbe ist zwischen den Hauptmenschenrassen so offensichtlich, daß die Hautfarbe als Grund für die Ablehnung rassischer Minderheiten auch bei Überwindung der Sprachbarriere erhalten bleibt. So bot und bietet die Integration der Schwarzen in den USA immer noch erhebliche Probleme.

Auch hier wird wieder eine biologische Begründung des Nationalismus versucht und ist damit nicht so leicht zu überwinden.

Überwindung des Nationalismus[Bearbeiten]

Da die Naturwissenschaften nicht an eine Sprache gebunden sind, sind sie eine Möglichkeit den Nationalismus zumindest teilweise zu überwinden. Jeder Versuch eine deutsche Physik oder eine russische Biologie oder ähnliches zu begründen, ist aus naturwissenschaftlicher Sicht lächerlich.

Eine ähnliche Möglichkeit der Überwindung des Nationalismus, die über den naturwissenschaftlichen Ansatz hinausreicht, bieten die internationalen Menschenrechte und ihre Durchsetzung über einen internationalen Gerichtshof.

Grenzen des Nationalismus zeigen auch weltweite Umweltprobleme und andere globale Probleme auf. Nur durch die Zusammenarbeit der Völker und durch Festlegung verbindlicher Regeln und Kontrollen können solche globalen Probleme überwunden werden.

Kritik an den Religionen[Bearbeiten]

siehe auch Religionskritik

Zitate:[Bearbeiten]

Bertolt Brecht
„Die Winkelsumme im Dreieck kann nicht nach den Bedürfnissen der Kurie abgeändert werden.“
Quelle: Das Leben des Galilei
Pabst Benedikt XVI, Karl Alois Ratzinger
„Das göttliche Licht der Vernunft ist als ein Kontrollorgan anzusehen, von dem her sich Religion immer wieder neu reinigen und ordnen lassen muss.“
Quelle: Presse Herbst 2006
Lisa Randall, Physikerin
„Der große Unterschied zwischen der Religion und den Wissenschaften ist folgender: Die Wissenschaftler kennen die Antworten nicht. sie müssen sie erst suchen.“
Quelle: Die Zeit Nr 19 , 3.Mai 2012 , Seite 58

Einleitung[Bearbeiten]

Galileo vor der römischen Inquisition

Die Kritik der Naturwissenschaften an den Religionen bringt die Naturwissenschaften in die Lage, fundamentale Wahrheiten zu hinterfragen und zu kritisieren, die nach Ansicht mancher gläubiger Menschen nicht mehr hinterfragbar sind. In ihrer langen Geschichte können sich die Naturwissenschaften dabei auf ihr ureigenstes Prinzip verlassen, nämlich allem zu mißtrauen, was nicht beleg- und beweisbar ist oder im Widerspruch mit den Fakten steht. Zunächst ist eine naturwissenschaftliche Kritik an den Religionen und der Philosophie vorwiegend eine Kritik an deren gesellschaftlicher Wirkung. Die Naturwissenschaft geht aber darüber hinaus und hinterfragt auch sogenannte letzte Wahrheiten und unterzieht sie einer rationalen Analyse.

Gott ist die Liebe ?[Bearbeiten]

Die Liebe in der Natur

Zur Erklärung soll ein einfaches Beispiel dienen. In manchen Religionen gibt es den schönen Satz: Gott ist die Liebe.

Die Naturwissenschaften wollen aber wissen, was Liebe wirklich ist. Die Biologen und Psychologen werden einwenden, daß es Liebe historisch betrachtet erst mit dem Auftreten von tierischen Lebewesen gibt. Das Weltall ist aber älter als das Leben und somit auch älter als die Liebe. Es gibt einen Planeten in unserem Sonnensystem, der nach der griechischen Göttin der Schönheit und Liebe genannt wurde: die Venus. Nur finden sich dort keine Lebewesen und damit auch keine Liebe. Liebe gibt es also nach naturwissenschaftlichem Verständnis derzeit nur auf der Erde, solange man keinen Nachweis von Leben auf anderen Planeten gefunden hat.

Bei der naturwissenschaftlichen Kritik an den Religionen sollte man vermeiden, dass die Wissenschaft selbst zum Dogma und zur Religion wird, sondern sich als gesellschaftlicher Aspekt unter vielen anderen betrachtet. Siehe dazu auch das Kapitel Kritik an den Naturwissenschaften.

Du sollst dir kein Bild von Gott machen[Bearbeiten]

Du sollst dir kein Symbol machen!

Dieser Satz aus den Zehn Geboten des Alten Testaments muß Widerspruch erwecken. So ein Satz kann im kritischen Denken keinen Platz finden. In den Naturwissenschaft muß man den Satz geradezu umkehren.

Du sollst dir ein möglichst genaues Bild von der Natur machen.

Dabei sollte man nicht verschweigen, daß auch die Naturwissenschaften Probleme mit ihren Grundkonzepten haben.

Was ist Materie ? Was sind Elementarteilchen ? Was sind Quarks ? Was sind Superstrings ?

Was ist Energie ?

Was ist Information ? Was ist Entropie ? Was ist eine Kraft ? Was ist Gravitation ?

Diese Fragen zu beantworten, fiel und fällt den Naturwissenschaften nicht leicht. Vielleicht hat auch ein naturwissenschaftlicher Lehrer seinen Schüler aufgefordert, er solle brav messen und nicht so viel über das Wesen der gemessenen Größe nachdenken.

Trotzdem gab es in den Naturwissenschaft nie ein Denkverbot über die Grundkonzepte, denn gerade aus den Basisfragen kamen entscheidende Fortschritte zustande.

Das Gebot, sich kein Bild von Gott zu machen, ist also völlig abzulehnen. Gerade von einer Sache an die man fest glaubt, sie für wahr und wichtig hält, muß man ein genaues Bild haben. Alles andere endet im Nichts.

Du sollst dir kein Bild von Gott machen !
Du sollst nicht seinen Namen nennen !
Du sollst nicht von ihm reden .
Du sollst nicht an ihn denken.

Das ist die Abschaffung Gottes in Kurzform.

Gibt es Gott ?[Bearbeiten]

Albert Einstein
„Je weiter die spirituelle Evolution der Menschheit fortschreitet, desto sicherer scheint mir, daß der Weg zu wahrer Religion nicht in der Angst vor dem Leben, in der Angst vor dem Tod oder in blindem Vertrauen liegt, sondern in Streben nach rationalem Wissen.“
Quelle: Unbekannt
Jesus-Figur über Rio

Das naturwissenschaftliche Denken klammert alles Überirdische aus. Deswegen fällt es Naturwissenschaftlern schwer, zur Frage nach der Existenz Gottes Stellung zu beziehen. Es fällt ihnen umso schwerer, wenn sie nicht nur ihre persönliche Meinung kundtun sollen, sondern diese Meinung nach guter alter naturwissenschaftlicher Tradition am besten mit wiederholbaren Beobachtungen oder experimentell untersuchen sollen. Im Sinne einer naturwissenschaftlichen Betrachtung ist es dafür notwendig, dem Begriff 'Gott' Meß- oder Beobachtungsgrößen zuzuordnen, eine solche Entität also meßbar zu machen. Begriffe ohne solche Zuordnung sind nicht beobachtbar und damit auch nicht untersuchbar, somit lassen sich damit verbundene Vorstellungen auch nicht experimentell oder allgmeiner naturwissenschaftlich widerlegen. Eine solche Möglichkeit insbesondere der Widerlegbarkeit ist aber Grundvoraussetzung einer naturwissenschaftlichen Betrachtung, sonst ist solch ein Begriff ohne Belang für ein naturwissenschaftliches Weltbild.

Es gibt eine ungeklärte Frage in den Naturwissenschaften, die man als neutrale Basisfrage heranziehen kann. Je nach dem, wie man sie beantwortet, ist eine Gottesvorstellung möglich oder abzulehnen.

Gibt es Information ohne Informationsträger ?

Ein geistiges Wesen, so wie sich die meisten religiösen Menschen Gott vorstellen, kann nur existieren, wenn man obige Frage mit Ja beantwortet.

Beantwortet man diese Frage mit Nein, dann wird man auch die Existenz übernatürlicher, geistiger Wesen ablehnen.

Die Beantwortung dieser Frage hat auch einen Einfluß auf unsere Vorstellung vom Weiterleben nach dem Tode.

Die religiöse Vorstellung eines Weiterlebens der Seele oder des Geistes nach dem Tode kann nur richtig sein, wenn man diese Frage bejaht.

Wenn man die Frage bejaht, so kann allerdings aus naturwissenschaftlicher Sicht gleich folgende Frage folgen:

Ist solch eine Information ohne Informationsträger beobachtbar?

Bejaht man dies, muß man Meßgrößen angeben, mit denen dies Phänomen beobachtbar wäre und das Phänomen wird naturwissenschaftlich untersuchbar. Dabei kann sich schnell herausstellen, daß man Modelle formulieren kann, bei denen man doch einen Informationsträger einführen kann und das Phänomen wird 'normaler' Bestandteil des naturwissenschaftlichen Weltbildes, unabhängig davon, mit welchem Namen man den Informationsträger bezeichnet.

Verneint man die Frage, so stellt sich bei der naturwissenschaftlichen Betrachtung schnell die Frage, welche Relevanz solch eine Information für uns in der Praxis hätte, wenn sie nicht beobachtbar ist. Denn dann kann sie auch keinen Einfluß auf uns und unsere Umwelt haben. Es wäre dann also völlig unerheblich, ob es die Information gibt oder nicht. Die Meinung darüber kann einfach zur Privatsache erklärt werden, die außerhalb einer naturwissenschaftlichen Betrachtung angeeignet und genannt werden kann oder aber auch nicht.

Naturwissenschaftliche Argumente für die Existenz Gottes[Bearbeiten]

Sieht man Gott als eine abstrakte höhere Ordnung der Welt an, dann gibt es vier Argumente für die Existenz dieser höheren Ordnung.

Urknall[Bearbeiten]

Das schwächste Argument ist dabei der Hinweis, daß es ohne Ursache keinen Urknall gegeben haben kann. Gott sei der Urknaller gewesen. Die Auswirkungen des Urknalls sind beobachtbar und die Modelle dazu funktionieren unabhängig davon, wodurch der Urknall ausgelöst wurde. Die Beobachtungsgrößen sind also nicht hinreichend, um die Hypothese zu stützen, eine Entität müßte diesen ausgelöst haben.

Das Argument ist akzeptierbar, aber man weiß einfach zu wenig über den Urknall, ob es ihn wirklich gab, wie er ausgelöst wurde und was davor kam, um daraus sinnvolle Schlüsse zu ziehen. Jede Ursache hat wieder eine Ursache davor, so daß vor dem Urknaller, wieder eine neue Ursache zu fordern wäre.

Die Mathematik hat eine innere Ordnung[Bearbeiten]

Betrachtet man die Mathematik, dann erkennt man eine erstaunliche innere Ordnung. Völlig losgelöst von der Realität gibt es mathematische Sätze der Logik und des Denkens, die sich einer inneren Ordnung fügen. Wenn es Gott gibt, dann muß er also eine Vorliebe für die Mathematik gehabt haben.

Beispiel einer "göttlichen" Formel.

e^(i*Pi)+1 = 0

Eulers berühmte mathematische Formel. Sie enthält 5 wichtige Zahlen der Mathematik:

  • 0, 1, i, e und Pi.

Und sie enthält 4 wichtige mathematische Operationen:

  • addieren +
  • multiplizieren *
  • potenzieren ^
  • gleichsetzen =

Die mathematische Ordnung hat allerdings Grenzen, denn es gibt die bisher unberechenbare Existenz der Primzahlen und andere Widersprüche.

Die Mathematik wiederum gehört nicht selbst zu den Naturwissenschaften, sie dient zur Modellbildung. Formal beruht sie auf logischen Überlegungen. Da die Beschreibung der Welt mit naturwissenschaftlichen Modellen recht gut funktioniert, scheint unsere Welt eine logische zu sein. Es gibt natürliche viele mathematisch-logische Modelle, die nichts mit den beobachteten Phänomenen zu tun haben. Es ist sogar großer Aufwand notwendig, um passende Modelle zu selektieren oder zu formulieren, um sie dann mit Experimenten prüfen und gegebenenfalls widerlegen zu können - und bislang kann man sich fast sicher sein, daß man mit hinreichend genauen Experimenten die derzeitig gängigen Modelle auch irgendwie widerlegen kann, beziehungsweise zeigen kann, auf welche Genauigkeitsanforderungen man sich beschränken muß, um sie noch als in der Praxis brauchbar durchgehen lassen zu können.

Wäre unsere Welt keine logische, gäbe es darin sicher niemanden, der sie beobachten könnte - oder Beobachtung und Argumentation wäre zumindest bedeutungslos. Die Beobachtung wiederum, daß ausgewählte mathematische Modelle in der Praxis ganz gut funktionieren, ist kein hinreichender Beleg dafür, daß irgendeine Entität dafür verantwortlich ist.

Die Welt folgt in ihrem Ablauf den Naturgesetzen[Bearbeiten]

Die uns umgebende belebte und unbelebte Natur folgt sehr genau bestimmten Regeln. Diese Regeln sind nicht immer einfach zu verstehen. Diese Regeln wurden von den Naturwissenschaftlern immer genauer formuliert, immer wieder überprüft, so daß man für einige der Naturgesetze eine universelle Gültigkeit annehmen kann. Auch hier haben wir also ein starkes Argument für eine höhere Ordnung.

Der Physiker und Philosoph Ludwig Boltzmann fragte, fasziniert von der Einfachheit der Maxwellschen Gleichungen zur Beschreibung elektromagnetischer Felder: War es ein Gott, der diese Zeichen schrieb?

Aber man muß auch sagen, daß diese Gleichungen auch deshalb so einfach sind, weil sie letztlich nur Näherungen im Rahmen noch genauerer Beschreibungen und Modelle sind, die weniger einfach sind. Die Einfachheit ist also doch eher Menschenwerk oder aber vielleicht auch ein Zeichen dafür, daß der beschränkte menschliche Verstand vereinfachen muß, um solche Modelle in der Praxis auch wirklich wenigstens im Rahmen ihres Gültigkeitsbereiches einsetzen zu können.

Die Feinabstimmung[Bearbeiten]

Es ist erstaunlich, daß alle bekannten Naturkonstanten eine Größe haben, die eine günstige Umgebung über eine ausreichend lange Zeit für die chemische und biologische Evolution ermöglichten. Man nennt diese Tatsache die Feinabstimmung der Physik. Auch hier finden wir wieder ein Argument für eine lebensfreundliche Ordnung in der Natur. Als Gegenargument kann man anführen, daß andere Welten mit anderen Werten vielleicht auch existieren . Sie kamen wegen der unpassenden Voraussetzungen aber nie dazu Leben zu produzieren, geschweige denn Menschen, die diese Naturkonstanten dann messen konnten. Es gibt ja auch keinen Beleg dafür, daß manch anderer Feinabstimmung nicht auch eine Welt möglich wäre, aus der sich ebenfalls komplexe Strukturen wie Lebewesen entwickeln könnten - oder vielleicht noch etwas viel komplexeres, von dem wir keine Vorstellung haben. Zudem können sich einige Parameter gegenseitig beeinflussen, so daß es trotz einer Variation doch noch zu ähnlichen Strukturen kommen kann.

Bis jetzt bietet die Physik keine Antwort auf die fundamentale Frage: Warum ist die Welt gerade so beschaffen, wie wir sie vorfinden? Oder, in den Worten Einsteins: Hätte Gott die Welt auch anders erschaffen können?

Hinsichtlich der Feinabstimmung der Welt hat einmal der Schriftsteller und Philosoph Stanislaw Lem ganz plausibel dargelegt, daß es beliebig unwahrscheinlich ist, daß es genau ihn gibt, allein schon weil es in seiner Familiengeschichte nur so von Ereignissen wimmelt, die, wenn sie auch nur geringfügig anders eingetreten wären, dazu geführt hätten, daß es ihn nie gegeben hätte. Auf ähnlichen Überlegungen basieren zahlreiche unterhaltsame Geschichten über Zeitreisen, wo anschaulich gemacht wird, welch fatale Auswirkungen es haben kann, wenn man in die Zeit zurückreisen könnte und versehentlich dieses oder jenes Tier umbringt oder es aber vor einem vorzeitigen Tode bewahrt oder aber auch einfach nur irgendwo unplanmäßig einen Sack Reis umwirft. All diese Überlegungen führen aber letztlich zum selben Ergebnis - wenn etwas anders gelaufen wäre, würde es uns in der Tat nicht so geben, wie wir heute sind. Gleichwohl hätte es dann aber jemand oder etwas anderes gegeben, was sich - hinreichende Intelligenz vorausgesetzt - ebenso über die Unwahrscheinlichkeit der eigenen Existenz hätte wundern mögen. Dies Phänomen kann auch subjektive Sichtweise genannt werden. Eine solche schließt nicht aus, daß auch andere eine subjektive Sichtweise haben können, wie wir auch anderen Menschen gewöhnlich eine eigene Identität zubilligen und nicht davon ausgehen, es sei dieselbe wie unsere eigene.

An diese Überlegungen knüpft auch die Hypothese eines Multiversums an - darin sind all diese Alternativen nicht nur vorstellbar, sondern es gibt sie, haben aber mit unseren 'Strang' der Realtität nichts zu tun, wie wir nicht mit einem anderen.

Naturwissenschaftliche Argumente gegen die Existenz Gottes[Bearbeiten]

In einigen Punkten widerspricht das naturwissenschaftliche Denken ganz klar dem religiösen Denken.

Wunderglaube[Bearbeiten]

Der Helmbasilisk (im englischen Jesus Christus Echse) kann wirklich übers Wasser laufen

Alle postulierten Wunder, ob sie nun von der Religion oder sonst jemanden postuliert werden, werden von der Naturwissenschaft sehr kritisch hinterfragt. Seien es nun Wunderheilungen in der Medizin, seien es unglaubliche Naturereignisse oder seien es Berichte aus religiösen Schriften, bei denen Gott oder die Götter Dinge vollbrachten haben, die jeder Physik, Chemie oder Biologie widersprechen.

Es gibt ungewöhnliche, seltene und unerklärliche Ereignisse. Die Naturgesetze haben sich aber als so feste Regeln bewährt, daß jedes solche Ereignis kritisch hinterfragt werden kann. Es gibt Sinnestäuschungen, Trickbetrügereien und ungewöhnliche Naturereignisse als reale Erklärungen, die im Zweifelsfall gültig sind, bevor ein Naturwissenschaftler anfängt, an Wunder zu glauben.

Der Wunderglaube widerspricht auch direkt dem starken Argument für eine höhere, wenn man so will göttliche Ordnung, nämlich der universellen Gültigkeit der Naturgesetze. Deswegen muß jede Religion ihre Überlieferungen kritisch überprüfen. Sie muß sich fragen, was ihr lieber ist, ein bleibendes starkes Argument oder das Festhalten an einem naiven Wunderglauben. Beides zusammen kann man nicht akzeptieren, denn es widerspricht sich völlig.

Luther 1545
„Vnd da sie jn sahen auff dem Meer wandeln / meineten sie / es were ein Gespenst / vnd schrien /“
Quelle: Unbekannt

Eine lustige Karikatur dazu findet sich hier:

Direktes Eingreifen Gottes ins Weltgeschehen[Bearbeiten]

Wie oben schon für den Wunderglauben beschrieben, ist Gott nach naturwissenschaftlicher Ansicht an die Existenz der Naturgesetze gebunden. Hat Gott sie in Kraft gesetzt, dann mußte er sich ab diesem Zeitpunkt auch daran halten. Ein bißchen schmunzeln muß der naturwissenschaftlich denkende Mensch über die Vorstellung, Gott könnte ja dort ins Weltgeschehen eingreifen, wo sein Eingreifen Naturgesetze nicht außer Kraft setzt. Er könnte bei Zufallsereignissen, dem Zufall beispielsweise eine positive Richtung geben. Das ist wirklich naiv gedacht. Gerade Zufallsereignisse lassen sich naturwissenschaftlich gut überprüfen, wenn man sie öfter beobachten oder wiederholen kann.

Siehe Zufall

Der teleologische Gottesbeweis gilt nicht mehr[Bearbeiten]

Wer war der Uhrmacher ?

Eines der überzeugendsten Argumente für die Existenz Gottes war der  teleologische Gottesbeweis. Am besten formuliert wurde dieser Beweis von dem Priester William Paley in Form der Uhrmacheranalogie. Paley meinte, wenn ein vernünftiges Wesen eine Uhr findet, so würde er aus dessen kompliziertem und gleichzeitig technisch funktionierendem Aufbau auf einen Erzeuger schließen, auch wenn der Finder nicht wüßte, wozu eine Uhr gut sei. Er müsse erkennen, dass die Uhr von irgendjemandem geschaffen worden sein muss; dass zu irgendeinem Zeitpunkt an irgendeinem Ort ein oder mehrere Erschaffer existiert haben müssen, die sie zu jenem Zweck schufen, dem sie sie unseres Wissen auch tatsächlich dient; der begriff, wie sie aufgebaut sein muss, und sie zu diesem Zweck entwarf. Dieses Argument bezog Paley auf den hochkomplizierten, gleichzeitig erstaunlich gut funktionierenden Körperbau der Lebewesen auf der Erde. Nie konnten solch komplizierte Strukturen von alleine und nur durch Zufall entstanden sein.

Seine Landsleute Darwin und Wallace lieferten mit ihrer Evolutionstheorie den entscheidenden Erklärungsansatz, um die Entwicklung des Lebens auf der Erde auch ohne das Eingreifen eines Schöpfers zu verstehen. Viele Biologen und Wissenschaftler anderer Disziplinen nach ihnen verfeinerten die Theorie. Als dann die Bausteine des Erbgutes von Watson und Crick gefunden wurden, die genetischen Mechanismen des Kopierens der Erbinformation bei jeder Zellteilung und die Mutationen als seltene Fehler des Kopierprozesses erkannt wurden und man die Evolution praktisch im Reagenzglas und in Züchtungsversuchen nachvollziehen konnte, waren die Argumente des teleologischen Gottesbeweises hinfällig geworden.

Ungelöst blieb aber lange Zeit die Frage, wie es überhaupt dazu kommen konnte, daß es sich reproduzierende Lebewesen gibt. Mittlerweile zeigen allerdings physikalische Untersuchungen von Systemen, die nicht im Gleichgewicht sind, daß es in Umgebungen mit Temperaturunterschieden oder Materialunterschieden mit der Möglichkeit zur Diffusion durchaus plausible Konstellationen gibt, wo immer komplexere Moleküle entstehen können, so daß es auch möglich erscheint, daß unter günstigen Nichtgleichgewichtsbedingungen auch komplexe genetische Makromoleküle wie RNA und DNA aus einer ursprünglich unbelebten Suppe entstehen können. Wie bei von Menschen gemachten Maschinen können solche Systeme die Dynamik des Nichtgleichgewichtes nutzen, um zu arbeiten, also komplexere Systeme zu schaffen, ohne etwa gegen die üblichen Entropiebeobachtungen zu verstoßen. Erstaunlicherweise könnte solch ein System bereits ein poröses Gestein in der Nähe eines Unterwasservulkans sein, es gibt aber auch noch zahlreiche andere Möglichkeiten.

Gott hat angeblich den Menschen geschaffen[Bearbeiten]

Nach Ansicht vieler Religionen ist der Mensch von Gott geschaffen worden. Dem widerspricht die Naturwissenschaft. Der Mensch ist ein Produkt der biologischen Evolution. Die Argumente dafür und dagegen sind vielfältig. Dabei kommen auf der Seite der Naturwissenschaften durch gentechnische Untersuchungen immer neue Argumente dazu, so daß die naturwissenschaftliche Position immer besser abgesichert wird.

Siehe Die Entwicklung des Menschen

Wie kommt das Böse in die Welt ?[Bearbeiten]

Die Naturwissenschaften bieten eine weitaus bessere Erklärung für die Existenz des Bösen in der Welt als der Gottesglaube. Erst seitdem es Lebewesen und Konkurrenz der Lebewesen untereinander gibt, gibt es auch Aggression zwischen den Lebewesen. Siehe Natur:_Boese.

Ein Teil des Menschen lebt nach dem Tode weiter ?[Bearbeiten]

Die Taube, für manche ein Symbol für das Weiterleben der Seele nach dem Tod

Leben ist ein zentraler Begriff der Biologie. Ewiges Leben ist - biologisch gesehen - ein Widerspruch in sich selbst. Nur wenn man die obige Aussage: Es gibt Geist als geordnete Information auch unabhängig von einem materiellen Träger, gelten läßt, dann kann man sich ein Weiterleben nach dem Tode vorstellen. Zu beantworten wäre dabei die Frage, wie sich die ursprünglich beobachtbare Information, also unsere Identität, wie wir sie durch das Funktionieren unseres Gehirns empfinden, in eine Information ohne nachweisbaren Träger umkodieren soll - und dies ohne nachweisbare Wirkung auf die verbleibende Materie.

Ein für alle verstehbares Weiterleben des Menschen nach dem Tode findet folgendermaßen statt:

  • In der Erinnerung anderer Menschen
  • In den eigenen Leistungen:
    • in geschriebenen Büchern
    • in Filmen
    • in Musik
    • in Bauwerken
    • in wissenschaftlichen und sozialen Leistungen
    • im Internet

Nur solange es Menschen gibt, gibt es also in diesem Sinne ein Weiterleben nach dem Tode.

Der Gott der Naturwissenschaftler[Bearbeiten]

Die naturwissenschaftliche Gottesvorstellung ist also eher die Idee einer abstrakten höheren Ordnung, die keinen direkten Einfluß auf das Menschengeschehen hat. Etwas überspitzt kann man formulieren: Der naturwissenschaftliche Gott war der Urknaller, er war mathematisch interessiert, er liebte das Würfelspiel und er war faul, denn nach einem ersten Anschub, der Festlegung der Anfangsbedingungen und der Regeln, ließ er alles laufen wie es lief.

  • Siehe dazu auch Peter W. Atkins, Schöpfung ohne Schöpfer. Was war vor dem Urknall?, Rowohlt 1984.
A.Einstein
„Das Wissen um die Existenz des für uns Undurchdringlichen, der Manifestationen tiefster Vernunft und leuchtender Schönheit, die unserer Vernunft nur in ihren primitivsten Formen zugänglich sind, dies Wissen und Fühlen macht wahre Religiosität aus; in diesem Sinne und nur in diesem gehöre ich zu den tief religiösen Menschen. Einen Gott, der die Objekte seines Schaffens belohnt und bestraft, der überhaupt einen Willen hat nach Art desjenigen, den wir an uns selbst erleben, kann ich mir nicht einbilden. Auch ein Individuum, das seinen körperlichen Tod überdauert, mag und kann ich mir nicht denken; mögen schwache Seelen aus Angst oder lächerlichem Egoismus solche Gedanken nähren.“
Quelle: Mein Weltbild, Wie ich die Welt sehe, um 1930 entstanden

Nahtoderfahrungen[Bearbeiten]

Aus naturwissenschaftlicher Hinsicht sind die Nahtoderfahrungen, die von manchen als ein Hinweis auf das Weiterleben nach dem Tod gesehen werden, nichts anderes als Halluzinationen eines sterbenden, mit Blut, Sauerstoff und Zucker mangelversorgten Gehirn.

Wer im medizinischen Bereich mit kranken und alten Menschen am Rande des Todes zu tun hat, wundert sich über solche Halluzinationen gar nicht. Sie sind sehr häufig.

Sie können teilweise auch ganz anderes Ausfallen als die meistens geschilderten Lichterlebnisse. Menschen, deren Herz aus völlig normaler Funktion heraus plötzlich stehen bleibt, berichten beispielsweise über ein Schwarzwerden vor den Augen und ein starkes Hitzegefühl im Körper.

Links[Bearbeiten]

Reinkarnation[Bearbeiten]

Die Wiedergeburt unserer Seele oder unseres Geistes in anderen Lebewesen kommt wieder in Mode. Die Naturwissenschaften lehnen dies ab. Warum ?

Gegenargumente zur Reinkarnation[Bearbeiten]

  • Kein Geist ohne Gehirn
  • Keine Information ohne Informationsträger.
  • Keine Software ohne Hardware.
    • Das Problem der psychophysischen Abhängigkeit
  • Wie kommt die komplette Information von einem Gehirn ins andere Gehirn ?
  • Wieso erinnern wir uns gewöhnlich nicht an unsere Vorexistenzen?
  • Warum nehmen wir nichts mit?
  • Wann kamen die Wiedergeburten in Gang?
    • Das Problem des Ursprungs
  • Wo kommen plötzlich all die vielen Seelen her?
    • Das Problem der Bevölkerungsexplosion
  • Wie kann ich er sein?
    • Das Problem der personalen Identität
  • Hauptgrund warum man mit dem diesseitigen einmaligen Leben nicht zufrieden ist, ist die Ungerechtigkeit der Welt
    • Diese Ungerechtigkeit soll im Jenseits oder im neuen Leben ausgeglichen werden.
    • Aus naturwissenschaftlicher Sicht ist dies menschliches Wunschdenken.
  • Vieles liegt in unseren Genen
    • Das Problem der Vererbung

Zitat http://www.jungewelt.de/2000/07-21/015.shtml[Bearbeiten]

Die Form, wie du dich im jetzigen Leben präsentierst, ergibt sich daraus, wie du dich im letzten Leben verhalten hast«, so heißt das im Klartext: Wer ausgebeutet wird, krank ist, Opfer von Vergewaltigung, Folter oder Krieg wird, ist letztlich an seinem Schicksal selbst schuld. Eine Analyse oder gar Bekämpfung der Ursachen ist demnach weder notwendig noch möglich. Das angeblich selbstverschuldete Elend hat seine Berechtigung und im übrigen bleibt ja immer die Hoffnung auf ein besseres Schicksal in der nächsten Reinkarnation.


Kritik

Diese pauschale Aussage ist meiner Meinung nach verkehrt. Der Glaube an Reinkarnation entbindet keineswegs davon ein eigenes individuelles Leben zu leben. Genauso ist der Begriff Schuld völlig fehl am Platz. In meinen Augen erklärt der Glaube an Reinkarnation höchstens einen (möglicherweise schlimmen) Ausgangszustand und erlöst uns von der Frage "womit hab ich das verdient?". Außerdem lenkt er den Blick auf eine Wirkung des Handelns über den eigenen Tod hinaus und verhindert dadurch eine schädliche materialistische Lebenseinstellung.

Links[Bearbeiten]

Christliche Argumente gegen die Reinkarnation[Bearbeiten]

Naturwissenschaftliche Gedanken zum Thema Reinkarnation:[Bearbeiten]

  • Die Atome und Moleküle eines Lebewesens können nach dessen Tod wieder in andere Lebewesen eingebaut werden.
  • Die Gene eines Lebewesens stammen als mehr oder minder gute Kopien von einer langen Ahnenreihe von Vorfahren ab.
  • Jeder kann einen Teil seines Geistes an andere weitergeben, wenn er seine Gedanken aufschreibt und andere diese Gedanken übernehmen.

Ansonsten ist das Weiterleben oder die Wiedergeburt des Geistes oder der Seele nach dem Tod unglaubhaft, denn es gibt keine Information ohne Informationsträger. Wenn der Informationsträger Gehirn stirbt , dann stirbt auch der dazugehörige Geist. Das ist die Ansicht der meisten Naturwissenschaftler.

Zitate Religion <> Naturwissenschaften[Bearbeiten]

  • Spiegel: Wenn wir Ihnen ein Wunderkästchen mitgebracht hätten, mit zehn Formeln darin, würden Sie die eine Weltformel darunter erkennen?
  • Weinberg: Ich denke schon. Im übrigen glaube ich gar nicht, daß es eine Formel wäre, es wäre ein physikalisches Prinzip.
  • Spiegel: Und das würden Sie als das fundamentalste aller Prinzipien erkennen, einfach nur, indem Sie es vor sich sähen?
  • Weinberg: Ganz so einfach wäre es nicht. Zunächst einmal würde ich mir eine Theorie ansehen und fragen: "Ist dies die Art von Theorie, nach der wir gesucht haben?" Wenn es ein großes Formelwerk aus Hunderten von Gleichungen wäre, dann würde ich nur sagen: "Komm wieder, wenn du etwas Besseres hast." Aber wenn diese Theorie die nötige Schönheit hätte, das heißt, wenn sie nicht bloße Beschreibung, sondern echte Erklärung wäre, dann würde ich ausrechnen, was diese Theorie vorhersagt. Ob sie die Masse und die Ladung des Elektrons und all die anderen Naturkonstanten richtig vorhersagt. Wenn diese Werte nicht mit der Wirklichkeit übereinstimmen, wüßte ich: Die Theorie ist falsch.
  • Spiegel: Sie würden also letztlich doch auf Beobachtungen zurückgreifen. Es wäre nicht die einzig logisch mögliche Theorie?
  • Weinberg: Der Test, ob sie mit unserer Welt übereinstimmt, ist so restriktiv, daß ich denke, nur eine einzige Theorie würde ihn bestehen. Aber ob andere Theorien andere Welten beschreiben, ist eine der Fragen, die uns zur Zeit beunruhigen. Wir wissen, daß wir uns in einem Urknall befinden, in einer sich ausdehnenden Materiewolke. Aber wir wissen nicht, ob das, was wir beobachten, alles ist oder ob das Universum in Wirklichkeit viel größer ist. In anderen Universen könnte das, was wir die Naturkonstanten oder sogar die Naturgesetze nennen, völlig anders aussehen. Bisher wissen wir nicht einmal, wie wir diese Frage beantworten sollten. Denn alles, was wir sehen, ist unser Urknall.
  • Spiegel: Einsteins berühmte Frage: "Hatte Gott eine Wahl, als er die Welt erschuf?" wird also unbeantwortet bleiben?
  • Weinberg: Im Grunde kennen wir die Antwort, und sie lautet: "Ja, er hatte eine Wahl." Unsere Welt ist keineswegs logisch notwendig, denn wir kennen Gegenbeispiele. Nehmen sie z.B. eine Welt, in der es nur Quarks (Anmerkung: kleinste Bausteine der Materie; jedes Proton oder Neutron besteht aus drei Quarks) gibt, die untereinander wechselwirken: Soweit wir wissen, wäre das logisch möglich. Allerdings gäbe es in dieser Welt nichts als Atomkerne - keine Atome, keine Sterne und Galaxien. Und es gäbe kein Leben und folglich auch keine Wissenschaftler, die diese Welt beobachten können.
  • Spiegel: Wenn die Weltformel denn gefunden würde, was würde das für die Religion bedeuten? Würde sie Gott ersetzen?
  • Weinberg: Nein. Wir ersetzen Gott nicht. Wir sparen ihn nur aus. Die Weltformel wäre der letzte Schritt auf einem Weg, den Newton und Kopernikus als erste beschritten haben: ein Bild der Welt zu entwickeln, das ohne Gott auskommt. Ein Gott würde auch durch eine Weltformel nicht unmöglich gemacht, aber es wäre ein sehr anderer Gott als der alte, der mit Blitzen um sich schleudert ...
  • Spiegel: ... ein Physiker, der die schönste aller Formeln ersonnen hat?
  • Weinberg: Ich persönlich habe nicht viel übrig für Religion. Für mich ist eine der großen Errungenschaften der Wissenschaft, daß sie es intelligenten Menschen zwar nicht unmöglich gemacht hat, religiös zu sein. Aber sie macht es ihnen möglich, nicht religiös zu sein. Und darauf bin ich stolz.
  • Spiegel: Würde die Weltformel den Sinn der Welt klären können? Die Frage, warum es uns gibt?
  • Weinberg: Die Frage, warum es uns gibt, hat Darwin beantwortet - allerdings nur als Folge von Ursache und Wirkung. Welchen Sinn unsere Existenz hat, konnte er nicht sagen. Wahrscheinlich ist diese Frage ihrerseits sinnlos, weil es keinen Sinn gibt. Die Weltformel wird mit uns Menschen nichts zu tun haben. Sie wird uns die Welt kalt und unpersönlich erscheinen lassen. Wir können uns selbst einen Sinn geben - in der Natur werden wir ihn nicht finden. Der Spiegel 30/1999 Seite 191ff , Steven Weinberg

Links Religion <> Naturwissenschaften[Bearbeiten]

Lebensentstehung und Evolutionstheorie[Bearbeiten]

Wunderglaube[Bearbeiten]

Von naturwissenschaftlich denkenden Menschen meist abgelehnte Themen[Bearbeiten]

Häufig fehlen überzeugende Beweise. Deshalb sollten diese Überlegungen und Theorien eher kritisch gesehen werden. Die Themen werden immer wieder einmal neu präsentiert. Die Beschäftigung damit erweist sich in der Regel als Zeitverschwendung. Wenn man Interesse an dem ein oder anderen Thema hat, kann man natürlich auch versuchen, eine fundierte naturwissenschaftliche Kritik zu formulieren.

Siehe auch http://de.wikipedia.org/wiki/Kategorie:Parawissenschaft

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Eine Liste moderner Mythen[Bearbeiten]

Siehe  Kategorie:Moderne_Sage