Wikijunior Sprachen/ Esperanto

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Welche Schrift verwendet diese Sprache?[Bearbeiten]

Esperanta alfabeto
Aa Bb Cc Ĉĉ Dd Ee Ff
Gg Ĝĝ Hh Ĥĥ Ii Jj Ĵĵ
Kk Ll Mm Nn Oo Pp Rr
Ss Ŝŝ Tt Uu Ŭŭ Vv Zz

Esperanto benutzt das lateinische Alphabet, jedoch ohne die Buchstaben q, w, x und y. Auch die deutschen Sonderbuchstaben ä, ö, ü und ß werden nicht benutzt. Dafür hat Esperanto 6 Spezialbuchstaben: ĉ (tsch), ĝ (dsch), ĥ (ch in „lachen“, nicht wie in „Licht“!), ĵ (französisch ausgesprochenes j, wie in „Journal“), ŝ (sch) und ŭ (kurzes u). Nun gibt es ein Problem: Diese Zeichen gibt es nicht auf normalen Tastaturen! Esperanto-Sprecher lösen dieses Problem oft, indem sie ein x hinter diese Buchstaben schreiben, z. B. bedeutet cx das Gleiche wie ĉ. Dabei besteht keine Gefahr, das Wort falsch zu lesen, da das x in Esperanto normalerweise nicht benutzt wird.

Wie viele Menschen sprechen Esperanto und wo spricht man diese Sprache?[Bearbeiten]

Hier überall (alle Farben) wird Esperanto gesprochen, ungeachtet der Länder-, Religions- & Sprachgrenzen

Die Antwort ist: Keiner weiß es genau. Es gibt keine exakten Zahlen. Es ist wahrscheinlich, dass es zwischen fünfzigtausend und einer halben Million Esperanto-Sprecher gibt. Die meisten von ihnen haben es als Zweitsprache gelernt, nur ungefähr eintausend Leute sprechen Esperanto als ihre Muttersprache.

Esperanto wird von Menschen auf der ganzen Welt gesprochen. Aber nirgendwo wird diese Sprache von einer Mehrheit der Leute gesprochen. Natürlich wird Esperanto auch auf den Treffen der Esperanto-Sprecher gesprochen.


Was wissen wir über die Geschichte dieser Sprache?[Bearbeiten]

Im Gegensatz zu den meisten anderen Sprachen wissen wir sehr genau, wann und wo Esperanto geboren wurde. Esperanto wurde vom Warschauer Arzt Ludwig Zamenhof begründet. Das bedeutet, dass er die Grundlage der Sprache alleine erschuf, und andere dann die Sprache lernten. Er veröffentlichte das erste Buch über Esperanto im Jahr 1887. Ursprünglich hatte die Sprache keinen Namen, sie wurde einfach nur „internationale Sprache“ genannt. Am Anfang wollte Zamenhof nicht mit seinem eigenen Namen in die Öffentlichkeit, darum nannte er sich „Doktoro Esperanto“. Das ist Esperanto und heißt soviel wie „Hoffender Doktor“. Eigentlich nannte er sein Sprachprojekt nicht Esperanto, sondern „Lingvo internacia“, was soviel heißt wie „internationale Sprache“. Doch die Sprache wurde schon bald – geprägt durch seinen Übernamen – „Esperanto“ genannt.

Schon als Kind sah sich Ludwig Zamenhof mit mehreren Sprachen konfrontiert: Der Vater sprach am liebsten Russisch, die Mutter Jiddisch und auf der Straße sprach man Polnisch. Er konnte auch beobachten, wie die Leute in seinem Geburtsort getrennt durch Sprache und Religion lebten und sich so im Wege standen. Unter anderem auch deshalb wollte er eine Sprache schaffen, die als Brücke zwischen Volksgruppen funktioniert. Schon bald nach der Veröffentlichung seines Sprachprojektes haben sich vor allem Leute in Russland für die neue Sprache interessiert. Erst ab 1900 begannen sich auch die Mittel- und Westeuropäer mit Esperanto zu beschäftigen und die Sprache zu lernen. So wuchs eine neue Sprachgemeinschaft heran, die keine Grenzen auf der Landkarte hatte, bis jedoch der 1. Weltkrieg und dann auch vor allem der 2. Weltkrieg die Sprache unterdrückte. Von da an hat es konstant Esperanto-Sprecher und -Anhänger gegeben. Doch ihre Anzahl blieb immer verhältnismäßig gering. Seitdem das Internet eine so große Bedeutung hat, hat es die Sprache Esperanto jedoch um einiges leichter, Sprecher zu finden. So gibt es heute viele Möglichkeiten, sich die Sprache im Internet selbst beizubringen. So ist die Sprache nicht vom Aussterben bedroht, obwohl sie von vergleichsweise wenig Leuten gesprochen wird.

Wofür kann man denn heute diese erfundene Sprache brauchen?[Bearbeiten]

Die Leute, die Esperanto gelernt haben, brauchen diese Sprache vor allem, um mit ihren Freunden, die oft über den ganzen Globus verteilt sind, Briefe, Telefonate und E-Mails auszutauschen. Wenn ein Japaner und eine Griechin sich Briefe schreiben wollen, müssen sie eine gemeinsame Sprache haben. Japanisch sowie Griechisch sind schwierige Sprachen zum Erlernen. Viele lernen Englisch, aber auch das ist nicht ganz einfach und hat viele Ausnahmen. Das Esperanto hingegen hat nur 16 Grundregeln, und hat keine einzige Ausnahme. Beide können Esperanto mit wenig Aufwand erlernen und sich bestens miteinander austauschen.

Das Erlernen dieser Sprache kann sich auch durchaus nützlich erweisen, wenn man später andere europäische Sprachen lernt. Denn bei der Erfindung dieser Sprache sind die meisten Wörter gar nicht wirklich erfunden, sondern abgeleitet worden. So gibt es in Esperanto viele Wörter, die jeder Deutschsprachige sofort erkennen würde (z. B. ist „hundo“ der Hund). Dasselbe gilt für das Französische, Italienische, Englische, Polnische und weitere Sprachen! L. L. Zamenhof und auch andere Leute haben versucht, bei einer sogenannten neu aufgenommenen Wortwurzel darauf zu achten, dass es dem Wort mit der gleichen Bedeutung in möglichst vielen Sprachen ähnlich ist. Wer viel Esperanto gelernt hat, dem fällt es viel leichter, weitere Fremdsprachen zu lernen, weil er/sie viele Wörter in ihrer Bedeutung wiedererkennen kann.

Wer gehört zu den berühmten Autoren und Dichtern, die in dieser Sprache schrieben?[Bearbeiten]

Der erste Autor, der in Esperanto schrieb, war Zamenhof selbst.

Andere bekannte Esperanto-Autoren sind William Auld, Julio Baghy, Kálmán Kalocsay und Mauro Nervi.

Wichtig für Esperanto sind auch die zahlreichen Übersetzungen bekannter Literatur von anderen Sprachen. Auch der kleine Prinz wurde z. B. aus dem Französischen übersetzt.

Welche Redewendungen könnten in dieser Sprache nützlich sein?[Bearbeiten]

facilaj salutoj - einfache Grüße:

  • Saluton! - Hallo!
  • Ĝis revido! - Auf Wiedersehen!
  • Bonan tagon! - Guten Tag!

facilaj vortoj - einfache Wörter:

  • jes - ja
  • ne - nein
  • Dankon! - Danke!
  • Nedankinde! - Nichts zu danken!/Gern geschehen!
  • Bonvolu! - Bitte!
  • patro/patrino - Vater/Mutter
  • frato/fratino - Bruder/Schwester
  • hundo/hundino - Hund/Hündin
  • kato/katino - Kater/Katze
  • koko/kokino - Hahn/Huhn
  • domo - Haus
  • besto - Tier
  • dombesto - Haustier

utilaj frazoj - nützliche Sätze

  • Mia nomo estas ... - Ich heiße ...
  • Mia gepatra lingvo estas la germanan. - Meine Muttersprache ist Deutsch.
  • Ĉu vi scipovas paroli esperanton? - Kannst du Esperanto sprechen?
  • Kiom da jaroj vi havas? - Wie alt bist du?
  • Mi havas ... jarojn - Ich bin ... Jahre alt.
  • Mia hejmlando estas Germanio/Aŭstrio/Svisio - Mein Heimatland ist Deutschland/Österreich/Schweiz.
  • Mi havas beston - Ich habe ein Haustier.
  • Mi havas bestojn - Ich habe Haustiere.
  • Mi ne havas beston - Ich habe kein Haustier.
  • Ĉu vi (ankaŭ) havas bestojn? - Hast du (auch) Haustiere?
  • Mi ŝatas mian hundon. - Ich mag meinen Hund.

Was ist ein einfaches Lied, das ich in dieser Sprache lernen kann?[Bearbeiten]

„La Espero“ („Die Hoffnung“) ist die Hymne des Esperanto, sie wird zum Beispiel jedes Jahr auf dem Esperanto-Weltkongress oder anderen esperantosprachigen Veranstaltungen gesungen. Der Text wurde von Zamenhof als Gedicht geschrieben und wurde später vertont. Das ist die erste Strophe:

La Espero[Bearbeiten]

Esperanto Deutsch

En la mondon venis nova sento,
tra la mondo iras forta voko;
per flugiloj de facila vento
nun de loko flugu ĝi al loko
Ne al glavo sangon soifanta
ĝi la homan tiras familion:
al la mond' eterne militanta
ĝi promesas sanktan harmonion.

In die Welt kam ein neues Gefühl,
durch die Welt ging ein starker Ruf;
Mit Flügeln des leichten Windes
fliege er nun von Ort zu Ort.
Nicht zum blutdürstenden Schwert
zieht er die menschliche Familie;
Der ewig kriegführenden Welt
verspricht er heilige Harmonie.


La Espero

Vielen herzlichen Dank an Alle, die sich an der Übersetzung dieser Seite beteiligt haben. Mitwirkende an dieser Übersetzung sind in der Seitenhistorie dieser Seite vermerkt. Falls Sie Spaß daran gefunden haben und weitere Seiten übersetzen wollen, finden Sie hier weitere.

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