Wikijunior Sprachen/ Hebräisch

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Welche Schrift verwendet diese Sprache?[Bearbeiten]

Hebräisch benutzt eine Konsonantenschrift, die von rechts nach links geschrieben wird. Das hebräische Alphabet besteht aus zweiundzwanzig Buchstaben. Fünf von ihnen haben eine eigene Form, wenn sie am Ende des Wortes vorkommen. Das hebräische leitet sich vom aramäischen Alphabet ab, welches wiederum vom phönizischen Alphabet herkommt, dem Ursprung der meisten heute bekannten Schriften. Im hebräischen Alphabet gibt es nur Konsonanten. Die Vokale, die nach den Konsonanten gesprochen werden, kann man durch kleine Zeichen über oder unter den Konsonanten bezeichnen. Das macht man aber oft nur, wenn nicht ohnehin klar ist, was gemeint ist. Zum Beispiel versteht man im Deutschen ganz gut, was mit „Mrgn, Kndr, wrds ws gbn“ gemeint ist; aber „'ch lb dch“ kann entweder „ich lobe dich“ oder „ich liebe dich“ heißen. Da ist es nur eindeutig, wenn man die Vokale bezeichnet.

So sehen die Buchstaben der hebräischen Schrift aus:

א ב ג ד ה ו ז ח ט י כ ל מ נ ס ע פ צ ק ר ש ת

Fünf Buchstaben haben am Ende des Wortes besondere Formen

ך für ם ,כ für ן ,מ für ף ,נ für פ und ץ für צ

Beispiele für Vokalzeichen (hier bei einem Beth) sind

בְּ בִּ בֵּ בָּ בֹּ בֻּ

Wie viele Menschen sprechen Hebräisch und wo spricht man diese Sprache?[Bearbeiten]

Wo Israel liegt

Ungefähr 7 Millionen Menschen sprechen Hebräisch.

In vielen Teilen der Welt gibt es Menschen, die Hebräisch sprechen. Das sind vor allem Menschen jüdischen Glaubens. Hauptsächlich wird Hebräisch in Israel gesprochen (siehe die Karte links). Dort sind die beiden Amtssprachen Hebräisch und Arabisch.

Was wissen wir über die Geschichte dieser Sprache?[Bearbeiten]

Hebräisch ist eine sehr alte Sprache. Es ist die Sprache, in der vor über zweitausend Jahren die Juden das Alte Testament der Bibel aufzeichneten. Es wurde im mittleren Osten hauptsächlich im damaligen Königreich Israel gesprochen, ungefähr da, wo heute der moderne Staat Israel liegt. Da das Gebiet, wo man Hebräisch sprach, von anderen Völkern erobert wurde und die Juden, die Hebräisch sprachen, sich über die ganze Welt verteilten, wurde die Sprache irgendwann nur noch im Zusammenhang mit der jüdischen Religion, zum Beispiel im Gottesdienst gesprochen, ähnlich wie in der katholischen Kirche überall das Lateinische bis heute verwendet wird. Zu Beginn des 20. Jahrhunderts begann Eliezer Ben Jehuda sich zu überlegen, wie man das Hebräische für den modernen Alltag verwenden könnte, weil er hoffte, dass die Juden von überall auf der Welt in Palästina einen jüdischen Staat gründen würden und wieder eine gemeinsame Sprache brauchen würden. So entwickelte er die moderne Form des Hebräischen, das Iwrit. Das Iwrit wurde nach der Gründung des Staates Israel dort tatsächlich eine der offiziellen Sprachen. Und Iwrit ist heute wieder eine Muttersprache, das heißt, die erste Sprache, die viele Kinder in Israel von ihren Eltern lernen.

Wer gehört zu den berühmten Autoren und Dichtern, die in dieser Sprache schrieben?[Bearbeiten]

Tora-Rolle

In Hebräisch ist das Heilige Buch der Juden geschrieben: der Tanach. Ein Teil des Tanach ist die Tora (Bild). Der größte Teil des Tanach ist identisch mit dem christlichen Alten Testament. 39 Bücher des Alten Testaments waren ursprünglich hebräisch geschrieben. Aber wer ist ihr Autor? Das wissen wir nicht. Viele religiöse Menschen glauben, dass diese heiligen Bücher direkt von Gott kommen. Jedenfalls sind Teile dieser hebräischen und aramäischen Texte seit über tausend Jahren von Generation zu Generation weitergegeben worden.

Auch große Teile des Talmud sowie die Bücher der Kabbala wurden auf Hebräisch geschrieben.

Viele Rabbiner haben hebräische Werke verfasst. Darin ging es um Religion und Recht. Im 8. bis 10. Jahrhundert schrieben große Werke: Jehudai, Simon Kajara, Sherira und Hai. Die große alte Zeit der Hebräischen Dichtung finden wir im islamischen Spanien des 11. und 12. Jahrhunderts. Diese Autoren haben arabisch klingende Namen wie Schmuel Ibn Nagrela oder Ibn Esra, ein berühmter Gelehrter, der europaweite Wirkung hatte.

Maimonides, idealisiert

Moses Maimonides (1135-1204). Nicht gerne ließen sich die in Spanien lebenden Juden das Christentum und den Islam Aufzwingen: Der große Philosoph Maimonides floh lieber nach Ägypten. Dort schrieb er die 14 Bände seiner Mischne Thora (Die Wiederholung des Gesetzes), ein Werk, das für das jüdische Recht und die jüdische Kultur eine große Bedeutung hat. Man kann Maimonides daher fast mit dem Moses der Bibel vergleichen.

In der europäischen Philosophie spielt Maimonides eine hervorragende Rolle, weil er Glauben und Vernunft in Einklang bringen wollte und weil er die großartige geistige Welt des Aristoteles in die europäische Philosophie und in den jüdischen Glauben einbrachte.

Wenn wir über die Verbreitung der hebräischen Sprache reden, müssen wir noch einen 'dritten Moses' nennen:

Moses Mendelssohn (1729-1786), der berühmte Philosoph der deutschen Aufklärung. Er setzte sich sehr dafür ein, dass Hebräisch neben der jeweiligen Landessprache wieder die einheitliche Sprache der in alle Welt vertriebenen Juden würde. Dafür gründete er die Zeitschrift Me'assef (der Sammler).

Es gibt sehr viele berühmten Dichter und Denker der jüdisch-hebräischen Kultur, die wir hier nicht nennen können, weil sie nicht Hebräisch, sondern in der Spache ihres Landes schrieben.

Seit es Israel gibt, ist Hebräisch über seine religiöse Tradition hinausgewachsen und wieder eine moderne, lebendige Sprache geworden, in der auch neue Autoren schreiben; zum Beispiel:

Shmuel Yosef Agnon (1888-1970) ist der erste hebräische schreibende Nobelpreisträger für Literatur (1966). Seine Gedichte und Romane handeln vom Untergang der jüdischen Gemeinden in Galizien (Osteuropa), wo er geboren wurde. Später setzte er sich mit den Unterschieden der alten jüdischen Tradition und der neuen in Israel auseinander. Er schrieb unter anderem Nur wie ein Gast zur Nacht (1939) und Schira (1971, nach seinem Tod veröffentlicht). In seiner zweiten und eigentlichen Heimat Israel schätzt man die Dichter: Als der Verkehrslärm in der Straße, in der er wohnte, zu groß wurde, sperrte man sie für den Verkehr und brachte ein Schild an: "Keine Durchfahrt für Kraftfahrzeuge. Arbeitender Schriftsteller!"

Amos Oz

Amos Oz (geboren 1939) schreibt in Büchern wie Michal Scheli (1968, dt. Mein Michael) und Menucha Nechona (1982, dt. Der perfekte Friede) über die Probleme seines Landes Israels und das Leben im Kibbuz.

Aharon Appelfeld (geboren 1932) hatte eine andere Kindheit als du, der du dies liest: Er schildert uns, wie er seine Kindheit in den Konzentrationslagern der Nazis verbrachte, wie er in die ukrainischen Wälder flüchtete und wie er schließlich alles überlebte. Seit 1947 lebt er in Israel. Viele seiner Bücher gibt es in deutscher Sprache. Einige Beispiele:

Welche Redewendungen könnten in dieser Sprache nützlich sein?[Bearbeiten]

einfache Grüße:

  • שלום - Schalom - Hallo!\Auf Wiedersehn! (wörtlich bedeutet es "Frieden", und wird eher für "Hallo" als für "Auf Wiedersehn" benutzt)
  • בוקר טוב - Boker Tov - Guten Morgen
  • ערב טוב - Erev Tov - Guten Abend
  • לילה טוב - Laila Tov - Gute Nacht
  • להתראות - Lehitraot - Bis bald (manchmal zu "להית' - "Lehit" verkürzt)
  • מה נשמע? - Ma nischma? - Wie geht es dir?
  • הכל בסדר - Hakol Beseder - Alles ist in Ordnung

einfache Wörter

  • כן - Ken - Ja
  • לא - Lo - Nein
  • אימא - Ima - Mutter
  • אבא - Aba - Vater
  • כלב - Kelev - Hund
  • חתול - Chatul - Katze
  • אהבה - Ahawa - Liebe

Höflichkeiten

  • תודה - Toda - Danke
  • סליחה - Slicha - Entschuldigung \ Es tut mir leid
  • בבקשה - Bevakascha - Bitte

Personalpronomen

  • אני - Ani - Ich (cg. sg.)
  • את - At - Du (w. sg.)
  • אתה - Ata - Du (m. sg.)
  • הוא - Hu - Er (m. sg.)
  • היא - Hi - Sie (f. sg.)
  • אנחנן - Anachnu - Wir (cg. pl.)
  • אתם - Atäm - Ihr (m. pl.)
  • אתן - Atän - Ihr (f. pl.)
  • הם - Häm - Sie (m. pl.)
  • הן - Hän - Sie (f. pl.)


Die Aussprache von 'ch' entspricht in etwa dem deutschem 'ch' in Buch.

Gibt es ein einfaches Lied oder Gedicht, das ich in dieser Sprache lernen könnte?[Bearbeiten]

Jonatan hakatan - Hänschenklein[Bearbeiten]

Hebräisch
יונתן הקטן
רץ בבוקר אל הגן
הוא טיפס על העץ
אפרוחים חיפש

אוי ואבוי לו לשובב
חור גדול במכנסיו
הוא טיפס על העץ
אפרוחים חיפש


Aussprache
Jonatan hakatan
Rats baboker el hagan
Hu tippes al ha'ets
Efrochim chipes

Oi vavoi lo laschovav
Chor gadol bemichnasav
Hu tippes al ha'ets
Efrochim chipes



Deutsch
Jonatan hakatan - Hänschenklein
rannte morgens in den Park,
kletterte auf einen Baum,
um die Vogeljungen zu sehen.

Oweh, der kleine Unglücksrabe
reisst sich die Hosen auf.
Tja, klettert den Baum hinauf,
um die Vogeljungen zu sehen!


Jonatan ist ein häufig vorkommender hebräischer Name, wie im Deutschen Hans. Jonatan hakatan ist unser Hänschenklein und kann auch auf dieselbe Melodie gesungen werden.

Wenn es regnet[Bearbeiten]

Hebräische Buchstaben Aussprache Deutsch

גשם, גשם משמיים
כל היום טיפות המים
טיף-טיף-טף
טיף-טיף-טף
מחאו כף אל כף

Geschem, geschem mischamaim
Kol hajom tipot hamaim
Tif-Tif-Taf
Tif-Tif-Taf
Machau kaf el kaf

Regen tropft und fällt vom Himmel.
Den ganzen Tag fällt der Regen.
Tip-Tip-Tap
Tip-Tip-Tap
Klatsch in die Hände.

"Tif-Tif-Taf" - so klingen Regentropfen in den Ohren Hebräisch sprechender Menschen. (Hast du schon mal bemerkt: In jedem Land hören die Menschen die Naturgeräusche etwas anders. Wir hören zum Beispiel "Kikeriki", wenn der Hahn kräht. Die Franzosen hören "Cocorico".)


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  • Die deutsche Version ist überarbeitet und erweitert.
  • Es wurde auf Infomationen aus der deutschen und aus der englischen Wikipedia zurückgegriffen.