Gitarre: Diatonischer Quintfall in Am mit Samba-Rhythmen
Diatonischer Quintfall bzw. Quintfallsequenz in Am mit Samba-Rhythmen
[Bearbeiten]Eine Quintfallsequenz ist eine gängige Standard-Akkordfolge, die Jazzer gerne als Übung nutzen.
Diatonisch bedeutet, dass alle Akkorde ausschließlich aus dem Tonmaterial einer Tonart gebildet werden – hier aus der A‑Moll-Tonleiter.
Im Quintfall folgt jeder Akkord im Abstand einer Quinte (5 Stufen) abwärts:
- A g f e D c h a G f e d C h a g F e d c H a g f E d c h A
Daraus ergibt sich die Tonfolge:
- A D G C F H E
Durch die begrenzung auf leitereigene Töne ergibt sich eine feste, begrenzte Auswahl möglicher Dreiklänge:
- Am Dm G C F Hmb5 Em
Im Jazz werden diese gerne mit leitereigenen Septimen ergänzt:
- Am7 Dm7 G7 Cj7 Fj7 Hm7/b5 Em7
Die Dominante der Molltonart erscheint dabei häufig als Dur(7)-Akkord.
- Am7 Dm7 G7 Cj7 Fj7 Hm7/b5 E7
Da sieben Akkorde nicht ideal in gängige 4- oder 8-taktige Phrasen passen, fügt man als Verzögerung ein weiteres Em, Esus4, oder E ein.
- Am7 Dm7 G7 Cj7 Fj7 Hm7/b5 Esus4 E7
Die Akkorde
[Bearbeiten]Die Akkorde sind nicht besonders wild.
Ab dem Rockballadendiplom kann man die Barrés um Septimen erweitern
Die ersten drei 7er-Barré-Akkorde werden ganz analog zu den einfachen 7er-Akkorden gebildet, wie du es möglicherweise schon im Balladendiplom gelernt hast. Dort wurde auch Aj7 gezeigt, von dem du dir den Cj7 ableiten kannst.
Der Fj7 wird wie das mittlere F gegriffen wobei die E-Saite für die große Septime (j7) freigelassen wird.
Der Hm7/b5 mag vielleicht für dich noch neu sein. Gegriffen wird er ganz ähnlich wie der Cj7. Nur ohne Barré, und der Basston rückt einen Bund weiter vor. Die Töne kann man sich auch ganz einfach herleiten: H F A D
Oder in einer besseren Reihenfolge: H D F A. Es sind also alles Töne der C-Dur-Tonleiter. Ein Hm7 würde aus den Tönen H D F# A bestehen. Die Quinte hat normalerweise bei jedem Akkord 7 Halbtonschritte, doch bimm Hm7/b5 hat dievQuinte von H nach F nur 6 Halbtonschritte (der magenta-farbige Ton). Der Abstand ist eine verminderte Quinte (5b). Daher nennt man den ganzen Akkord auch Verminderter Akkord. Verminderte Akkorde werden gerne bei jazzig klingenden Stücken in Moll eingesetzt.
Esus4 und E7 sind alte Bekannte.
- übrigens
Solltest du dich nur für den Rhythmus interessieren und nicht für die Barré-Akkorde, j7 oder m7b5-Akkorde, dann kannst du die ersten vier Griffe auch vereinfachen.
Der Hm7b5 kann zur Not durch ein H7 oder einen einfachen Dm ersetzt werden. Dm wäre ein Hm7b5 ohne Grundton. Aber so schwer ist der Akkord gar nicht und es klingt ein wenig authentischer nach Jazz.
Schlagmuster
[Bearbeiten]Wer nichts mit der Bezeichnung der Rhythmen anfangen kann, der soll sich noch einmal das Kapitel Schlagmuster erarbeiten aus dem Rockdiplom durcharbeiten.
Spiele jeden Akkord zwei Takte mit den folgenden zweitaktigen Samba-Rhythmen. Achte beim Spielen auf die Abschnitte, wo die Abschläge betont werden (On Beat) und die, wo der Aufschlag betont wird (Off Beat).
Das Einhalten der Pattern erfordert etwas mehr Konzentration. Trainiere in der Übungsphase auch, diese Rhythmen korrekt auszuzählen, damit du später mal einem Bandmitglied, einem Chor, oder dem Sänger, den du begleitest, den Rhythmus vorzuspielen.
Im Samba spielen verschiedene Instrumente unterschiedliche und oft gegenläufige Rhythmen. Jeder Spieler muss seinen Rhythmus exakt einhalten können, damit sich ein interesannter Gesamtklang entwickelt. Wenn zwei Gitarren gleichzeitig spielen, kann man versucht, zwei möglichst unterschiedliche Schlagmuster zu spielen. Spielt man mit einem Klavier zusammen, sorgen solch gegenläufige Rhythmen, dass die Gitarre im Klang nicht untergeht.
Wichtig ist, dass du beim zweiten Takt schon einen achtel Note früher wechselst; also auf der "und" vor der 1. Das Prinzip sollte dir vom "Schnellen Griffwechsel" her vertraut sein.
Rhythmus 895A (der Balladenschlag)
[Bearbeiten]Üben wir zuerst mit den schon bekannten "Balladenschlag". Der erste Schlag wird eine halbe Taktzeit ausgehalten (es folgen also drei Luftschläge. Die "Drei" wird insgesamt drei Schläge ausgehalten. Als Notenwert verwendet man dazu meist eine punktierte Viertel. (Eine Note, die eine viertel Takt und noch einmal einen achtel Takt ausgehalten wird.) Wer das mit den punktierten Noten noch nicht raus hat, der sollte diese Wissenslücke noch einmal in der Harmonielehre schließen. Es folgen drei "und" wobei die letzte "und" oft als Auftakt für die beiden Abschläge empfunden wird.
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Rhythmus A95A
[Bearbeiten]Mit dem zusätzlichen Schlag bei der 2 ist er wohlmöglich leichter zu lernen.
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Rhythmus A95F und Rhythmus A95E
[Bearbeiten]Hier sind zwei sehr ähnliche Schlagmuster. Sie unterscheiden sich nur darin, ob am Taktende noch ein Aufschlag erfolgt oder nicht. Durch den zusätzlichen letzten Aufschlag werden die beiden Schlagmuster eher miteinander verbunden. Ohne diesen letzten Aufschlag, also mit dem letzten Abschlag auf der 4, wird die aktuelle Musikphrase eher unterbrochen bzw. beendet. Wann man aber A95F und wann A95E verwendet hängt eher vom Liedtext ab, als von einer bestimmten Reihenfolge.
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Rhythmus AB57 und Rhythmus AB56
[Bearbeiten]In der ersten Hälfte kommt noch ein Schlag (die "4") mit hinzu. Achte darauf, die letzte "und" nach der "4" zu betonen. Der zweite Takt beginnt (wie du vielleicht schon mitbekommen hast) vom Gefühl her schon einen Achtel Takt früher. Besser hörst du es beim schnelleren Akkordwechsel in der Midi. Man nennt dieses Phänomen einen vorgezogenen Taktwechsel.
Die beiden zweitaktigen Muster unterscheiden sich nur, ob er mit einem zusätzlichen Aufschlag abgeschlossen wird oder nicht. Mit Auftakt möchte das Muster unbedingt weitergeführt werden. Ohne den letzten Aufschlag hat man den Eindruck, dass der Takt jetzt an einen Schluss angekommen ist.
Setze den letzten Aufschlag gezielt dazu ein, einen Satz zu beenden, oder den gesungenen Text weiterzuführen. Wenn der Satz eindeutig endet, nimm den AB56, und wenn der Bogen zum nächsten Vers gespannt wird, nimm den AB57.
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Rhythmus AF56
[Bearbeiten]Ganz typisch: Eins - zwei - Tscha-Tscha-Tscha. Der nächste Aufschlag ist ein vorgezogener Schlag, den man schon als die zweite Takthälfte empfindet. Es sind fast nur Off-Beats (Aufschläge) die mit der 4 Abgeschlossen werden.
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Rhythmus AF5F
[Bearbeiten]Obwohl die jeweils zweiten Takthälften identisch scheinen (F) ist der erste Abschlag-betont (Onbeat) und der zweite Aufschlagbetont (Offbeat).
Der Groove der vorhergehenden Schlagmuster bleibt weitestgehend erhalten.
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Rhythmus A55A
[Bearbeiten]- Rhythmus A55A in Am
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- Herleitung des Em7b5 • Fj7 • Bj7
Eigentlich musst du lediglich die Quinte vom Em7 einen Bund zurückschieben und die kleine Septime vom F7 und Bb7 einen Bund vor. Allerdings musst du dazu den gewohnten Fingersatz verändern.
Was die Farben betrifft so sind die Grundtöne (1) schwarz, Terz (3b, 3) und Quinte (5) grau.
- Em7
- bei Moll-Akkorden sagt die kleine Septime (7) nichts über die Funktion aus. Sie kommt sowohl bei der Tonika-, Dominanten- und Subdominanteparalkele vor. Die kleine Septime ist also bei Moll-Akkorden ungefährlich und daher die Ampelfarbe grün.
- Das Blau bei der Quinte soll hier weiter nichts als dein Augenmerk darauf richten.
- Em7b5
- die Quinte wird einen Halbtonschritt herabgesetzt und klingt vermindert (5b). Den markanten Ton nennt man Tritonus und wird hier auffällig magenta gefärbt.
- F7 und B7
- Die kleine Septime (7) bestimmt bei Dur-Akkorden die Funktion. Sie kommt bei der Dominante (oder bei der Zwischendominante) vor, und ist orange[1]
- Fj7 und Bj7
- Die große Septime (j7) schließt die Dominante aus, lässt aber offen, ob es die Tonika oder Subdominante ist. Weil du bei der Improvisation aufpassen musst, ob du die einfache Dur-Tonleiter verwenden darfst, oder die lydische Skala für die Subdominante nehmen mußt, wird hier die Ampelfarbe gelb verwendet.
Rhythmus B55A
[Bearbeiten]- Rhythmus B55A in Am
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Rhythmus F55A
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Rhythmus F777
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Rhythmus BB7B
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Rhythmus DDDD
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Rhythmus FA56
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Rhythmus AD6C
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Liedbeispiele
[Bearbeiten]- Yesterday When I Was Young (Shirley Bassey)
- I will survive (Gloria Gaynor)
- (Love) Supreme (Robbie Williams) für den Refrain: Am7 Dm7 E4 E7 (Original in Dm)
- Fußnoten
- ↑ Orange soll an die Warnwesten von Straßenrbeiter und Funktionspersonal erinnern.
