Gitarre: Effekte

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To-Do:

E-Gitarren-Profis müssen diese Seite fachlich ergänzen, überprüfen
natürlich auch: Fehler berichtigen, Stil verbessern...

Oft werden zwischen Gitarre und Amp noch Effektgeräte geschaltet. Diese modulieren das Signal durch eine spezielle elektronische Schaltung. Die bekanntesten Effekte sind Verzerrung (Overdrive oder Distortion), Hall, Echo und Verzögerung (Delay).

Effektgeräte[Bearbeiten]

Es gibt zahlreiche Geräte, hier ein kleiner Überblick. Flanger, Delay, Chorus, Phaser, Tremolo, Reverb(Hall), Distortion, Overdrive, Kompressor, Synthesizer, WahWah, Sustain

Einzelne Effektpedale[Bearbeiten]

MXR Distortion Pedal

Effektpedale (Bodentreter, Tretminen) spielen trotz der Flut an digitalen Multieffektgeräten immer noch eine große Rolle bei den Gitarristen. Zum einen ist diese Spezies Musiker in Bezug auf Equipment immer noch sehr konservativ, zum anderen kann man mit Einzeleffekten immer wieder neue Sounds ausprobieren, immer wieder an kleinen Stellschrauben drehen um noch ein wenig besser zu klingen und immer wieder seine Zusammenstellung ändern, wie man es gerade für richtig hält.

Vorteil der Einzeleffekte ist auf jeden Fall die Austauschbarkeit eines einzelnen Pedals. Wenn einem der Sound des Halls in einem Multieffektgerät nicht so richtig gefallen mag, kann man den nicht so einfach austauschen, sondern muss ein Hallgerät in einen eventuell vorhandenen Effektweg einschleifen.

Außerdem kann man die Einzeleffekte viel besser bedienen. Man muss sich nicht durch vielschichtige Menüs klicken um an den zu ändernden Parameter zu gelangen. Man dreht am Knopf, fertig. Das Finden von sogenannten „Sweetpoints“ also Einstellungen eines Reglers, an dem der ganze Effekt am besten klingt, ist viel einfacher.

Preisklassen[Bearbeiten]

Die Preise der kleinen Geräte sind höchst unterschiedlich. Da kann man einen Verzerrer für unter 20, -- Euro erwerben, es gibt aber auch Verzerrer, die um die 500, -- Euro liegen. Oder gar gebrauchte Geräte, die auf dem Markt schwindelerregende Summer erzielen.

Bei den gebrauchten Geräten handelt es sich um Originale, die einen unvergleichlichen Klang erzielen sollen. Ein Beispiel ist ein Klon „Centaur“ der Original-Serie, der auf dem Gebrauchtmarkt um die 10 000, -- Euro erzielt. Der Hersteller hat aus diesem Grund sogar auf ein Nachfolgemodell geschrieben: „Kindly remember: the ridiculous hype that offends so many is not of my making“ also etwa: „Bitte denken Sie daran: Der lächerliche Hype, der so viele beleidigt, ist nicht mein Werk“.

Woher kommen aber die Preisunterschiede bei den neuen Effektpedalen. Da spielt als erstes das Produktionsland eine Rolle. In China verdienen die Leute eben sehr viel weniger als in Deutschland und arbeiten dort auch nicht immer unter Arbeitsbedingungen, die man „human“ nennen würde. Das drückt natürlich den Preis. Oftmals spart man zudem dann noch an der Endkontrolle. Das hat zur Folge, dass eine höhere Anzahl an „Montagsgeräten“ auf den Marktkommen, was aber in Kauf genommen wird.

Auch die Effektpedale, die von den großen Musikinstrumenten Kaufhäusern als Hausmarke angeboten werden, sind solche „Rebrands“. Diese können noch einmal günstiger angeboten werden, weil der Vertrieb ohne Zwischenhändler auskommt.

Die Bauteile können sehr unterschiedliche Qualitäten haben. Billige Schalter und Potis halten oft nicht besonders lange, drücken aber den Verkaufspreis. Auch beim Gehäuse kann gespart werden. Ein Plastikgehäuse ist natürlich lange nicht so stabil, wie ein Metallgehäuse.

Entwicklungskosten. Die günstigen Pedale sind in der Regel sogenannte „Clons“ von deutlich teureren Geräten. In der Beschreibung kann man dann Sätze lesen wie: „Inspiriert vom Gerät XY“. Das spart natürlich bei der Entwicklung der Pedale. Viele Pedale kommen auch unter einer neuen Marke noch einmal auf den Markt (rebranding). Ein Pedal der Marke X für 50,-- Euro kommt nach zwei Jahren als Pedal der Marke Y in einem neuen Design noch einmal auf den Markt und kostet dann nur noch 40,-- Euro.

Zum guten Schluss spielt auch die Art der Fertigung und die Anzahl der zu fertigenden Pedale eine Rolle. Teure Pedale werden von Hand in kleinen Stückzahlen gefertigt, billige dagegen industriell und natürlich in großen Mengen.

Daraus ergeben sich drei Klassen von Pedalen, wobei die Übergänge natürlich fließend sind. Budget Pedale werden zumeist in China in großen Stückzahlen Gefertigt. Es handelt sich dabei in der Regel um „Clone“ bekannter Pedale. Beispiele Hierfür sind Joyo, Mooer, Behringer, Caline, Tone City, etc.

Die Mittelklasse setzt auch auf industrielle Fertigung und höhere Stückzahlen, die Fertigung erfolgt allerdings in den USA oder Japan. Man setzt bei den Geräten auf Road-Tauglichkeit und entsprechend hohe Qualität der Bauteile. Bekannt sind BOSS, Electro Harmonics, MXR oder die Serie 3 von JHS Pedals.

Boutique-Pedal Hersteller setzen auf Qualität und Individualität. Kleine Stückzahlen, handgearbeitet, ausgesuchte Bauteile und eine eigene Entwicklung zeichnen die Pedale aus. Die Firma WeeBoo aus Hannover zum Beispiel ist ein Ein-Mann-Betrieb. Die Pedale werden nebenberuflich entwickelt und gefertigt. Von diesen Boutique-Pedal Herstellern gibt es eine ganze Menge. Rodenberg aus Deutschland, Beetronics, Amptweaker, Jackson Audio, JHS Pedals, Strymon, Wren & Cuff, Wampler, Fulltone, Vertex oder Z.Vex aus den USA, Mad Professor aus Finnland und viele andere mehr. Dazu kommen die Boutique Pedale, die von Amp-Herstellern angeboten werden. Diezel, Bogner, Suhr, Fortin und Friedman sollen als Beispiele dienen.

Natürlich gibt es keine festen Grenzen zwischen den Klassen. Die Übergänge sind fließend. So nutzen einige Herstelle die günstige Produktion in China, die Entwicklung findet aber in anderen Ländern statt. So entwickelt zum Beispiel Blackstar in in Großbritannien, die Produktion ist aber in China, oder Carl Martin entwickelt in Dänemark, die Produktion findet ebenfalls in China statt. Dabei bekommen die chinesischen Firmen genaue Vorgaben, wie die Produktion auszusehen hat.

Effektpedale aussuchen[Bearbeiten]

Am besten, man geht in das Musikgeschäft seiner Wahl, quatscht mit dem Verkäufer, der hoffentlich Ahnung hat (was leider nicht immer der Fall ist) und probiert dann möglichst viele Pedale aus und vergleicht sie miteinander in der Praxis. Am besten noch mit einer Gitarre, die der eigenen möglichst ähnlich ist an einem Verstärker, dessen Sound man kennt. Antesten nennt man das in Musikerkreisen. Davon sollte man soviel Gebrauch machen, wie man kann. Auch das Equipment der Band-Kollegen oder der anderen Musiker, die man so kennt sollte man mal antesten, wenn der Besitzer es zulässt.

Leider hat man nicht immer diese Möglichkeiten. Mittleiweile gibt es bei YouTube massenweise Videos, in denen Effektpedale vorgestellt werden. Manche sogar ohne dass dazwischen gequatscht wird und nur das Pedal mit seinen Soundmöglichkeiten zu sehen und vor allem zu hören ist. Damit kommt man oftmals auch schon weiter, auch wenn der Anbieter des Videos vom Hersteller des Effektes möglicherweise bezahlt wird. Die Aufnahmen für das Video werden dann natürlich unter Studio-Bedingungen gemacht. Im Proberaum wird das Ganze sicherlich dann doch noch etwas anders klingen. Aber die Richtung, in die es geht wird einem klar.

Kommt man an der Bestellung im Internet nicht vorbei, bieten viele Händler die Möglichkeit an, eine Rezension zu veröffentlichen. Auch die kann man bei der Beurteilung zur Rate ziehen. Zumindest auf den Seiten der großen Musikalienhändler sind die Rezensionen noch nicht so unglaubwürdig, wie bei den großen Online-Kaufhäusern. Thomann bietet dazu noch den Stompenberg FX an. Hier kann man Effektpedale virtuell ausprobieren. Das geht recht einfach und man kann sich zumindest ungefähr vorstellen, wie der Effekt klingt, auch wenn das ganze recht steril klingt.

Netzteile[Bearbeiten]

Die meisten Effekt-Pedale lassen sich mit Batterien oder mit einem Netzteil betreiben. Nun sind ja Batterien überhaupt nicht mehr zeitgemäß, aber auch aus rein praktischen Gründen nicht zu empfehlen. Sie sind nämlich immer genau dann leer, wenn man sie am wichtigsten braucht. Frei nach Murphy’s Gesetz: „Alles was schiefgehen kann, geht auch schief!“

Ist die Batterie oder der Akku leer, so muss man sich dann auch erst einmal auf Fehlersuche begeben, was nicht immer so einfach ist. Dann benötigt man auch auf jeden Fall Ersatz und die Frage ist dann, ist denn der Ersatz auch voll? Und auch aus Kostengründen kann man nur zu einem Netzteil raten. Die Effektpedale sind nämlich nicht zu unterschätzenden Stromfresser. Viele verbrauchen auch Strom, solange ein Kabel im Input steckt und der Effekt nur auf Stand-by läuft. Bei der Probe vergessen, den Stecker aus dem Input herauszuziehen, bei der nächsten Probe ist die Batterie oder der Akku leer.

Plant man mehrere Effekte einzusetzen, sollte man sich gleich damit beschäftigen ein Mehrfachnetzteil zu erwerben. Einzelne Effekte kann man noch mit einem einzelnen, handelsüblichen Netzteil betreiben, hat man mehrere Effekte zu versorgen, ist es deutlich angenehmer, auf eine zentrale Stromversorgung zurückgreifen zu können.

Was muss ich nun beim Kauf eines Netzteiles beachten? Das hängt davon ab, was für Pedale ich betreiben möchte. Moderne, digitale Pedale mit reichlich Funktionen verbrauchen durch die hohe Rechenleistung, die benötigt wird, auch viel Strom. Das Netzteil sollte dafür als ausreichend Strom zur Verfügung stellen. Neben den üblichen 9 Volt 500 mA Ausgängen ist es möglich, dass ich für bestimmte Overdrive, Distortion oder Fuzz Effekte auch mit 12 oder 18 Volt betreiben kann, wodurch sie mehr Headroom, also mehr Gain und damit mehr Verzerrung bekommen. Habe ich solche Effekte, benötige ich auch Ausgänge mit entsprechender Volt Zahl. Mache Netzteile bieten hierfür sogar schaltbare Ausgänge. Damit ist man dann noch flexibler.

Sind die Ausgänge eines Mehrfachnetzteils nicht gut genug getrennt, kann es in Verbindung mit anfälligen Effekten zu Brummen kommen. Da hilft nur Probieren oder der Austausch des Netzteils, bzw. des Effektes, wenn man den Übeltäter ermittelt hat.

Es gibt Effekte, die sensibel auf Netzteile reagieren. Sie verändern durch die Art des Netzteils sogar den Sound und müssen dann mit dem zugehörigen und in diesem Fall wahrscheinlich mitgelieferten Netzteil betrieben werden.

Schön ist, wenn man das Netzteil unter dem Pedalboard verbauen kann. Da nimmt es dann auf dem Pedalboard keinen Platz mehr weg. Dazu sollte man vorher gucken, wie hoch das Netzteil ist.

Für kleine und mittlere Pedalboards gibt es auch Netzteile, die gleichzeitig ein Stimmgerät beinhalten. Das kann für das eine oder andere Pedalboard genau das richtige Feature sein.

Patchkabel[Bearbeiten]

Hat man mehrere Effektpedale im Einsatz muss man sie mit entsprechenden Kabeln verbinden um das Signal zum Verstärker zu bekommen. Diese kurzen Kabel nennt man „Patchkabel“. Sie sind entweder mit geraden oder mit Winkelsteckern ausgestattet. Zum Verbinden von zwei Pedalen, die die Input- und Output Anschlüsse an der Seite haben, wie es bei den meisten Geräten der Fall ist, eignen sich Winkelstecker am besten. Haben die Pedale die Anschlüsse an der Hinterseite, was sehr praktisch und platzsparend sein kann, dann sind oftmals gerade Stecker besser, wenn sich nicht eine weitere Reihe Effekte dahinter befindet und Platz haben muss.

Für den Einsteiger gibt es bunte Patchkabel bei dem Musikalienhändler der Wahl Mehrfachpack schon für wenige Euro. Für den Anfang sind diese völlig ausreichend. Die Verschweißten Stecker dieser Kabel haben aber den Nachteil, dass man sie nicht reparieren kann und sie doch recht schnell kaputtgehen. Bei größeren Effektboards kann da die Fehlersuche schon mal zur Geduldsprobe werden, wenn man ein defektes Kabel hat.

Deswegen sollte man sein Pedalboard so früh wie möglich auf bessere Kabel umstellen. Dabei bieten viele Kabelhersteller Bausätze an, mit denen man exakt die richtige Länge mit den geeigneten Steckern selber kombinieren kann. Das sorgt für Ordnung auf dem Pedalboard und kurze Kabel.

Es gibt auch Verbindungen, die nur aus den Steckern bestehen. Das sind mehr oder weniger nur zwei Stecker, die zu einem Teil verarbeitet worden sind. Das ist auf den ersten Blick eine gute Lösung, problematisch ist die Höher der beiden Buchsen, die verbunden werden sollen. Ist die zu unterschiedlich, kann der Stecker das nicht mehr ausgleichen. Manche benötigen sogar exakt die gleiche Höhe. Dann muss man auch auf Qualität achten. Es gibt Modelle dabei, die doch sehr schnell kaputt gehen. Und für meinen persönlichen Geschmack liegen die Fußschalter der benachbarten Pedale manchmal zu dicht beieinander, dass eine Fehlbedienung nicht ausgeschlossen ist.,

Profis geben ein Vermögen für Kabel aus. Das liegt daran, das durch schlechte Kabel auch immer Sound verloren geht. Das lohnt sich aber nur bei ebenso hochwertigen Effekt-Pedalen, sonst kann das Patchkabel auch mal mehr kosten, als der angeschlossene Effekt.

Pedalboard[Bearbeiten]

Pedalboard

Diese kleinen bunten Kisten können, wenn man erst einmal auf den Geschmack gekommen ist, schnell zu einer Sucht werden. Schnell sammeln sich immer mehr im Besitz des Gitarristen an. Man muss Ordnung in das Chaos bekommen.

Mittlerweile gibt es eine ganze Reihe verschiedener Pedalboards zu kaufen. Die Pedale werden dabei auf einem Pedalboard befestigt und fest verdrahtet. Dazu gibt es dann eine passende Tasche oder sogar einen Koffer. Ein paar luxuriösere Boards haben sogar schon ein Netzteil und Kabel für die Stromversorgung der Pedale an Board, was die Sache dann schon vereinfacht. Dabei werden diese Boards von sehr kompakt bis ziemlich riesig angeboten. Jeder sollte seine passende Größe finden.

Gängigste Art der Befestigung der Pedale auf dem Board sind Klettbänder. Die Oberfläche der Boards sind dabei schon mit Klett vollständig beklebt, man muss unter das Pedal nur einen Streifen des selbstklebenden Klettbandes kleben und man kann es auf dem Board ziemlich frei platzieren. Manche Pedalhersteller liefern zum Effekt auch gleichen einen passenden Klettaufkleber für die Unterseite des Pedals mit, was das ganze deutlich stabiler macht.

Die Klettbefestigung hat den Vorteil, dass man sein Pedalboard recht schnell umbauen kann, wenn man sich zum Beispiel ein neues Pedal gekauft hat, das man in seine Effektkette integrieren möchte. Oder man braucht für einen Song einen neuen Sound. Schnell ist das entsprechende Pedal auf dem Board montiert.

Der Nachteil am Klett ist, dass die Befestigung nicht besonders stabil ist. Kommst man zu stark an ein Pedal, löst es sich vom Board und im schlimmsten Fall zieht man damit auch gleich die Stromversorgung oder das Anschlusskabel mit ab. Das hat dann den Totalausfall der Gitarrenanlage zur Folge.

Die stabilere Variante ist die Befestigung der Pedale mit sogenannten Mounties, das sind kleine Metallteile, die an die Unterseite der Pedale mittels der Schrauben, die die Bodenplatte fixieren, befestigt werden. Damit kann man sie auf dafür ausgelegt Pedalboards schrauben. Diese Pedalboards sind aus Metall und haben unzählige Löcher, die die Befestigung der Pedal ermöglichen. So ist das Board stabiler aufgebaut. Dafür ist der Umbau schon etwas stressiger.

Schalter[Bearbeiten]

Mittels Schalter lassen sich mehrere Wege, die ein Gitarrensignal durch eine Effektkette nehmen soll realisieren. Die einfachste Möglichkeit sind dabei die ABY-Boxen. Das Signal, dass am Eingang ankommt geht entweder an den Ausgang A, B oder sogar an beide Ausgänge (Y). Mit dem Schalter kann man also zwei verschiedene Verstärker betreiben. Entweder einzeln oder beide zusammen. Vor die Amps kann man dann auch noch Effekte legen. Es gibt auch Schalter, die noch mehr Ausgänge haben. Man kann also noch mehr Verstärker abwechselnd ansteuern.

Für komplexere Anwendungen gibt es Looper. Gemeint sind aber nicht die kleinen Geräte, die ein paar Takte Musik aufnehmen und dann in Endlosschleife wiedergeben können, sondern Geräte an die man seine Effekte anschließt und man sie innerhalt des Gerätes zusammenstellen und per Fußschalter aktivieren kann.

Hört sich kompliziert an, ist es aber nicht. Ein Looper ist mit zum Beispiel mit 8 Loops ausgestattet. Man kann also acht Einzeleffekte anschließen. Im Looper kann man jedem Fußschalter alle Effekte zuordnen, die man für seinen Sound haben möchte. So braucht man für das ändern eines Sounds nur einen Klick auf den Fußschalter, alles ist wie es soll. Zudem kann man meist auch den Kanalwechselschalter seines Amps in den Looper integrieren. Vom Clean in den Lead Sound ist es wieder nur ein Fußklick und der Looper schaltet neben den Effekten auch den Amp in den Leadkanal.

Das Ganze funktioniert entweder rein analog, sprich die Wege des Signals werden über rein analoge Schalter geregelt. Es gibt aber auch Router, die digital arbeiten. Da funktioniert zwar der Signalfluß analog, die Schaltwege werden aber digital verarbeitet, was zu einer ganzen Reihe weiterer Möglichkeiten führt. Man kann so auch Midi fähige Effektgeräte in das Setup übernehmen und per Midi Befehl ansteuern.

Wer schon einmal auf den Bühnen der Profi-Gitarristen unterwegs war, kennt die ausgeschlafenen Schaltsysteme, die da benutzt werden. Ein riesiger Aufwand wird da betrieben. Alle Effekte sind in geschlossenen Kisten verbaut, dass die Regler nicht verstellt werden können, alles ist fest verkabelt und wird auf der Bühne von einem reinen Schaltboard gesteuert. Nur so ist gewährleistet, dass man ohne Probleme bei jeder Show auf die gleichen Sounds zurückgreifen kann.

Flexibel oder einfach?[Bearbeiten]

In dem mittlerweile doch recht hart umkämpften Markt der Effektpedale gibt es immer mehr Pedale, die unglaublich viele Einstellmöglichkeiten haben. Das macht sie zu vielseitig einsetzbaren Werkzeugen zur Sounderstellung. Macht man für sich alleine zu Hause Musik, ist das eine wunderbare Sache. Man kann sich super mit dem gerät beschäftigen und das letzte aus ihm herauskitzeln.

Im Probenraum und erst recht auf der Bühne nutzen die vielen Features oftmals ziemlich wenig, denn während einer Probe an irgendwelchen Reglern zu drehen, dass nervt nicht nur die Bandkollegen, sondern führt auch oft dazu, dass man einen Sound nicht mehr reproduzieren kann. Und auf der Bühne sollte man sich davor hüten, während der Show zwischen den Stücken irgendwelche Regler drehen zu müssen. Eine Fehlbedienung ist da schon fast vorprogrammiert.

Buffer[Bearbeiten]

Ein großes Thema bei Gitarristen ist immer noch die Verwendung von Effekten mit True-Bypass bzw. Buffered-Bypass. Bypass ist der ausgeschaltete Zustand des Effektgerätes, in dem das Eingangssignal an den Ausgang durchgeleitet wird. Wenn das Signal innerhalb des Effektgerätes nicht bearbeitet wird, hat man den True-Bypass. Verwendet man insgesamt mittlere Kabelwege und nur wenige Effekte, ist das auch die beste Lösung.

Habe ich lange Kabelwege und/oder viele Effekte kann es dazu kommen, dass das Signal an Höhen verliert. Durch einen Buffered-Bypass kann man diesen Höhenverlust kompensieren. Es ist also gut, wenn man im Signalweg auch ein Effekt-Pedal mit Buffered-Bypass hat. Hat man dieses Effektgerät nicht, kann man sich auch einen extra Buffer zulegen, der den Höhenverlust ausgleicht. Man muss aber erst darauf achten, wenn man tatsächlich viele Effekte und sehr lange Kabel verwendet.

Multi-Effektgeräte[Bearbeiten]

BOSS GT-3

Multieffektgeräte beherbergen mehrere verschiedene Effekte, die nicht der gleichen Familie angehören. Ein Gerät, das Hall und Echo bereitstellt, würde man also nicht als Multieffektgerät bezeichnen. Ebenso ein Pedal mit Booster und Overdrive oder verschiedenen Modulationseffekten. Erst wenn mehrere Aspekte des Gitarrensounds bearbeitet werden können, spricht man von einem Multieffektgerät.

Die einfachen Multieffekte arbeiten meist zum Teil analog für Overdrive und Distortion und digital für Modulationseffekte, Echo und Hall. Man nennt diese Geräte auch Effekt-Strips. Sie sind sehr kompakt und haben für jeden Effekt auch die dazugehörigen Regler an Bord. Sie lassen sich nicht programmieren, sondern man muss seinen Sound mittels der Regler einstellen. Die Bedienbarkeit ist also kein Problem. Benötigt man aber viele verschiedene Sounds, wird es schwierig.

Dann benötigt man ein digitales Multieffektgerät. Diese sind mit Klangprozessoren ausgestattet und beherbergen als einzelnes Gerät eine Vielzahl nützlicher Effekte, die durch Programmierung miteinander kombiniert werden können. Dadurch, dass diese Gattung der Effektgeräte mit wenig Technik viele Effekte ausgeben kann, klingen die Effekte meist nicht so gut wie die der einzelnen Effektgeräte.

Für wen sind Multi-Effektgeräte geeignet? Für Einsteiger und um sich eine Übersicht über die breite Palette der angebotenen Effekte zu verschaffen, sind diese Geräte sehr gut geeignet. Allerdings sind die Werks-Presets, also die Sounds, die dem Gerät vom Hersteller mitgegeben werden, fast immer sehr Effektüberladen. Man möchte nämlich, dass der zukünftige Käufer beim Antesten des Gerätes gleich mitbekommt, was die Kiste denn so alles draufhat. Im Bandkontext sind solche Sounds allerdings kaum zu gebrauchen. Auch zum alleine spielen klingen diese Sounds sicher toll, aber man hört bei vielen zugeschalteten oder extrem eingestellten Effekten seine Fehler nicht mehr.

Ebenso sind die Geräte zum Üben hervorragend, da einige Geräte auch Drum-Patterns und ein Metronom integriert haben. Man kann sich möglicherweise mit dem Looper (wenn vorhanden) schnell Jam-Track einspielen, zu den man fantastisch üben kann. Dazu funktionieren diese Geräte auch leise sehr gut, ein Soundverlust bei leisem Betrieb wie bei Röhrenverstärkern ist nicht gegeben. Zudem haben sie einen Kopfhörerausgang, was bei einem Röhrenverstärker unüblich ist, da man technisch einen hohen Aufwand treiben muss, um einen Kopfhörer-Ausgang zu ermöglichen.

Macht man zu Hause Aufnahmen mit einer DAW (Digital Audio Workstation, ein Computerprogramm, das als Aufnahmestudio fungiert) am Computer, kann man die meisten digitalen Multieffektgeräte als Interface einsetzten. Der Sound wird im Multieffektgerät digital produziert und als Daten an die DAW weitergegeben, die diese dann weiterbearbeiten und wiedergeben kann. Auch sogenanntes „Reamping“ ist möglich. Die Gitarre wird über ein Interface in den Computer direkt eingespielt. Beim Remix (abmischen, also fertigstellen des Songs) wird dieses Signal dann in das Multieffektgerät geleitet, hier kann es dann bearbeitet werden und geht dann wieder zurück in den Rechner und wird als bearbeitetes Signal abgespielt. Man kann so in der Praxis seinen Gitarrensound erst ganz am Ende des Aufnahmeprozesses einstellen und muss sich nicht schon bei der Aufnahme entscheiden, welche Effekte man zu welchem Sound nutzen möchte. Das ist allerdings eine Sache für Profis.

Viele greifen jedoch lieber zu Einzel-Pedalen, da so feinere Sounds möglich sind, als ein Multi-Effektgerät es hergibt. Es gibt natürlich Multi-Effekte in der "Oberklasse" die gute Sounds bei sämtlichen Effekten haben, welche aber für den Hobbymusiker kaum bezahlbar sind.

Vorteil eines Multi-Effektgeräts Ein Multi-Effektgerät birgt den Vorteil in sich, dass fertige Sounds abrufbereit sind. Wenn man zum Beispiel bei einem Song einen 80er-Jahre Hardrock-Sound mit dezentem Einsatz von Chorus spielt und der nächste Song einen cleanen Sound mit deftigem Einsatz von Chorus erfordert, werden bei einem Multi-Effektgerät einfach zwei Sounds erstellt, gesichert und anschließend abgerufen. Bei einzelnen Effektpedalen muss das Chorus-Pedal nachgestellt werden. Es muss eventuell der Amp neu eingestellt werden (Distortion-Kanal, Gain, EQ, Master Volume, etc...). Vielleicht soll noch ein Delay in bestimmter Weise dazu, dann muss auch dieses Pedal eingestellt werden, und und und...

Für die meisten Geräte haben sich im Internet Gruppen gebildet. Man kann sich hier aber nicht nur Tipp und Tricks abgucken, meist werden auch Sounds getauscht. Hier kann man sich aus einem bunten Blumenstraß an Sounds die Besten heraussuchen. Manchmal bietet der Hersteller auch auf seiner Seite eigene Sounds an, die man herunterladen kann. Ein netter Service. Allerdings sollte man seine Erwartungen an diese Sounds nicht zu hochschrauben, denn in den Foren werden nicht nur brauchbare Sound getauscht, da schwirrt auch massenweise Unsinn herum. So kann man für viele Geräte auch professionelle Sounds käuflich erwerben. Die sind gar nicht mal so teuer und ersparen einem viel Zeit, die man benötigt, um Sound zu programmieren.

Nachteile des Multi-Effektgerätes Die meisten Multieffektgeräte sind mit einer überschaubaren Anzahl an Bedienelementen ausgestattet. Das liegt daran, dass sich das Gerät mit der Anzahl von Knöpfen, Schaltern und Tasten auch verteuert und durch die wachsende Konkurrenz spielt möglichst niedrige Preis eine immer entscheidendere Rolle. Zudem kann man bei den Geräten eine mittlerweile unüberschaubare Anzahl von Parametern kontrollieren, dass es gar nicht mehr möglich ist, alle mit einem Bedienelement auszustatten. So haben die meisten Regler des Multieffektes viele Funktionen und die Bedienbarkeit am Gerät selber ist schwierig. Das gilt auch für Geräte, die über eine Touch-Screen verfügen. Da ist es zwar einfach, aber optimal ist sicher anders.

Man bedient diese Geräte dann am besten über eine Software. Diese Programme zeigen einfach auf, was zu bedienen ist und man stellt die Parameter mit der Maus ein. Wenn man in einer Band spielt, und das Effektgerät dort auch nutzt, sollte man zumindest den Feinschliff an den Sounds bei einer Probe vornehmen, damit er auch in den Bandkontext passt. Das ist gar nicht so einfach. Hat man keinen Computer im Probenraum, ist es gut, wenn man die Bedienung seines Gerätes auch beherrscht. Die anderen Bandmitglieder haben dazu nämlich gar keine Lust und es geht auch immer wertvolle Probenzeit verloren.

Man verliert sich beim Programmieren eines Sounds schnell in den Unendlichkeiten der Parameter. Hier kann man noch etwas drehen, da etwas verbessern, da etwas ausprobieren und da noch etwas Pepp. Und am Ende des Tages hat man zwar viel Zeit mit der Gitarre verbracht, aber nur wenig gespielt und viel programmiert. Vielleicht nicht der Sinn der Sache. Es gibt eine Menge Gitarristen, die genau aus diesem Grund wieder auf Einzeleffekte umgestiegen sind.

Anschluss des Multieffektgerätes Die oben beschriebenen Effekt-Strips sind dafür gebaut, einfach vor einem Verstärker eingesetzt zu werden. Die Gitarren in den Input, den Output mit dem Verstärker verbinden und loslegen. Das gleiche kann man auch mit den digitalen Geräten machen, das wäre die einfachste Anwendung, aber man hat weitere Möglichkeiten.

Viele verwenden die „Vier Kabel Methode“. Dazu benötigt man einen Verstärker und ein Multieffektgerät die über einen Effektloop verfügen. Die vier Kabel werden wie folgt angewendet. Das erste Kabel geht von der Gitarre in den Input des Multieffektes. Das zweite vom Effekt Send des Effektes in den Input des Gitarrenverstärkers. Das dritte vom Effekt send des Verstärkers in den Effekt Return des Effektes und das vierte schließlich vom Output des Effektes in den Effekt Return des Verstärkers.

Das Ganze funktioniert dann so: Das Gitarrensignal bekommt zunächst die Bearbeitung, die bei Einzelpedalen vor dem Verstärker geschaltet wären. Es durchläuft falls vorhanden etwa WahWah, Kompressor und Overdrive. Dann wird das Signal durch den Effekt-Send herausgeführt und passiert die Vorstufe des Verstärkers. Hier bekommt es Verzerrung vom Verstärker und wird durch den Equalizer bearbeitet. Dann wird es durch den Effekt Send wieder aus dem Verstärker durch den Effekt Return in das Effektgerät geleitet und wird nun mit Echo und Hall bearbeitet. Anschließend läuft es vom Output des Effektes über den Effekt Return des Verstärkers in die Endstufe. Oftmals muss man am Multieffektgerät den Effektweg in der Programmierung anschalten. Er kann sogar bei einigen Geräten per Fußschalter ein- und ausgeschaltet werden.

Die meisten Multieffektgeräte bringen heute auch eine Amp- und eine Boxensimulation mit. Viele Gitarristen nutzen diese Möglichkeit heute auch für ihren Bühnensound. Das hat nämlich den Vorteil, dass man gar keinen Verstärker mehr mitzunehmen braucht, sondern mit dem Output einfach ins Mischpult geht. Und schon ist der Aufbau fertig. Über die PA wird der Sound dann gesteuert. Und so ist es dann auch leicht, einen Stereo-Sound zu fahren, denn so gut wie alle Multieffektgeräte verfügen über einen Stereo-Ausgang. Damit es dann noch besser geschützt vor Störgeräuschen ist, haben einige Geräte auch XLR Buchsen eingebaut, die einen symmetrischen Anschluss an das Mischpult ermöglichen.

Es gibt auch extra für den Betrieb von Multieffektgeräten entwickelte Aktiv-Boxen, an die man sein Gerät anschließen kann. Einfach vom Output des Gerätes in den Input der Box gehen. Man verwendet im Multieffektgerät die Ampsimulation, kann aber in der Box auch auf verschiedene digital erzeugte Boxensimulationen aufrufen. Bei diesen Boxen handelt es sich nicht um Gitarrenboxen im eigentlichen Sinn, diese übertragen nur Frequenzen bis rund 9000 Hz, sondern um Full-Range Boxen, die für den gesamten Frequenzbereich ausgelegt sind, wie etwa normale PA-Boxen. Dadurch können sie etwa auch Signale von Westerngitarren etc. übertragen.

Auch gern genutzt wird das Multieffektgerät vor einer Gitarrenendstufe mit Gitarrenbox. Das hat den Vorteil, dass man trotz digitaler Klangerzeugung ein gutes Feeling für den Verstärker vermittelt bekommt. Auch wenn die digitalen Lösungen genau in diesem Bereich oft noch Schwächen haben.

In den Effektweg des Multieffektes lassen sich weitere Effekte einschleifen. Gefällt einem der Hall des Gerätes nicht oder hat man einen Effekt, der in dem Gerät gar nicht vorhanden ist und möchte ihn an einer bestimmten Stelle des virtuellen Signalweges nutzen, kann man sein Hallgerät oder diesen Effekt über den Effektweg nutzen. Effekt Send in den Input, den Output an den Effekt Return, den Effektweg einschalten, fertig. Bei vielen Multieffekten kann man die Position des Eingeschliffenen Effektes sogar einstellen. Man kann den Hall etwa am Ende der Effektkette platzieren.

Zur Bedienung auf der Bühne oder im Proberaum verfügt ein Multieffektgerät über eine Reihe von Fußschaltern und sehr oft auch über ein Pedal, manchmal sogar zwei Pedale, denen man Parameter zuweisen kann. So kann man die Lautstärke mit dem einen und das WahWah mit dem anderen Pedal bedienen.

Die meisten Fußschalter können programmiert werden. Bei jedem Sound könnten sie mit anderen Funktionen ausgestattet werden. Je mehr es sind, destoi besser ist es, weil man so Doppelbelegungen vermeidet. Man sollte mit dem Fuß die Sounds umschalten können. Diese sind oft in Bänken zusammengefasst. Ein Sound der A6 heißt liegt in der Bank A auf Platz 6. Man muss dann die Bänke und auch die Nummern schalten können, um möglichst schnell von einem zum anderen Sound zu kommen. Sind die Sounds einfach nur durchnummeriert, kann man sie sich so zusammenbasteln, dass man während eines Auftrittes immer nur einen Sound nach oben schalten muss um den nächsten Sound, der benötigt wird, zu erhalten.

Viele Multieffekte kann man aber auch so schalten, dass Man einem Sound verschiedene Effekte zuordnet. Man hat also einen Verstärker eingestellt und kann nun mit den Tasten von einem Kanal des Verstärkers zum anderen, verschiedene Verzerrer davor aktivieren, Chorus dazu schalten, Echos und Hall anwählen etc. Man hat also im Prinzip zu dem Verstärker ein Pedalboard direkt verfügbar.

Zusätzliche Taster (oder oft Doppelfunktionen/zwei Tasten gleichzeitig) schalten den Tuner ein und schalten den Rest des Gerätes stumm oder stellen

Weniger ist oft mehr: Dieses Prinzip gilt gerade bei den Multi-Effektgeräten. Natürlich ist dies auch bei allen anderen Effekten der Fall. Nur sind bei Multi-Effektgeräten viele Effekte gleichzeitig kombinierbar, was leicht zur Überladung des Sounds führen kann. Empfohlene Betrachtungsweise für die Effekte: Sie sind das Salz in der Suppe! Dezenter Einsatz ist gefragt, wenn nicht der Effekt etwas Besonderes erreichen soll (oft bei Tom Morello zu beobachten).

Bekannte Hersteller von Bodeneffektgeräten: Digitech, Zoom, Korg, Boss, Vox, Line6

Rack Effektgeräte[Bearbeiten]

Man kann sie in 19" Racks (weltweiter Standard) einbauen und muss zur Steuerung noch eine externe (Midi-)Schaltleiste anschließen, um sie zu bedienen. In den 80er Jahren war der Andrang groß, weil viele wie Ihre Idole klingen wollten. Der Haken war der sehr hohe Preis (manchmal über 50.000€ für ein Rack!). Ein berühmter Rackbauer und auch Pionier auf diesem Gebiet ist Bob Bradshaw, welcher für viele Gitarristen ein System zusammengestellt hatte. Die Qualität ist natürlich viel höher als bei den Boden-Multi-Effektgeräten. Teilweise wurden mehrere Verstärker und hiermit verbundene Effektgeräte mit nur einem Tritt auf einen Schalter gewechselt, die Vorteile liegen auf der Hand. In einem Rack waren jeweils Vorstufe, Verzerrer, mehrere Effekte, Equalizer und Endstufe zusammengefasst. Ein eingebauter Lüfter hinter und manchmal auch zwischen den Geräten sorgte für die benötigte Kühlung.

19" Rack : [1]

Verzerrer[Bearbeiten]

Verzerrer ist eine Art Oberbegriff für verschiedene Arten von Effekten, die entweder selber eine Verzerrung erzeugen oder durch ihren Einsatz den Verstärker dazu bewegen, selber in den Verzerrungsbereich zu gehen. Diese Verzerrer bekommt man als einzelnes Effekt-Pedal oder in einem Multieffektgerät implementiert. Sie können entweder analog oder auch digital arbeiten. Im digitalen Fall wird zunächst das Eingangssignal in ein digitales Signal umgewandelt, dieses Signal bearbeitet und am Ende der Effektkette wieder in ein analoges Signal zurückgewandelt.

Verzerrung entsteht, wenn man ein elektronisches Bauteil übersteuert. Der Eingangspegel ist also so hoch, dass das Bauteil diesen nicht mehr verarbeiten kann. Der Pegel wird also in seinen Spitzen abgeschnitten. Aus der gleichmäßigen Welle werden also die höchsten Ausschläge nicht mehr bearbeitet. Röhren setzen langsam mit dieser Begrenzung ein, was zur Folge hat, dass die Verzerrung sehr harmonisch ist und Obertöne zu der Welle hinzugefügt werden. Andere Bauteile, wie etwa Transistoren schneiden die Welle einfach ab, es kommt zu einer sehr „kaputt“ klingenden Verzerrung (was gewollt sein kann, siehe Fuzz-Pedale).

Zusätzlich zu der Verzerrung wird auch die Dynamik des Signales reduziert, da die Spitzen des Pegels reduziert werden. Das Signal wird komprimiert. Je mehr Verzerrung man hat, desto mehr wird das Signal auch komprimiert.

Geschichte[Bearbeiten]

Vielleicht etwas Geschichte vorweg. Gitarrenverstärker gibt es etwa seit den 1930 Jahren. Sie waren so konzipiert, dass sie eben nicht verzerren, sondern das Signal aus der Gitarre möglichst sauber wiedergaben. Sie sollten eben einfach lauter werden, um sich gegen andere Instrumente, wie etwa das Schlagzeug, durchsetzen zu können.

In der 1950er Jahren wurden die Bands lauter. Es entwickelte sich der Rock’n’Roll und seiner verwandten Genres. Dazu wurden die Verstärker immer weiter aufgedreht, bis sie schließlich bei immer höherer Laustärke begannen, harmonisch zu verzerren, weil Vor- und/oder Endstufe überlastet waren. Genau dieser Sound wurde dann auch von vielen Gitarristen gewünscht und genutzt. Das hatte allerdings den Nachteil, dass die Verstärker sehr sehr laut waren und die anderen Instrumente dagegenhalten mussten.

Mit der Entwicklung der Transistor-Technik kam man aber schnell auf die Idee, dass man Transistoren ja auch übersteuern kann. Heraus kamen die ersten Fuzz-Pedale, wie etwas das Maestro FZ-1 Fuzztone, allen bekannt von dem Song „I can get no Satisfaction“ von den Rolling Stones. Keith Richards soll den Sound dieses damals gerade erst erschienenen Effekts gar nicht gemocht haben, die anderen Bandmitglieder sollen sich aber durchgesetzt haben. Die Fuzz-Pedale erfreuten sich schnell großer Beliebtheit und verbreiteten sich rasch.

Da der Sound der Fuzz-Pedale sehr harsch ist, man nannte den Sound auch Kreissäge oder Rasierapparat, suchte man aber nach einer Verzerrung, die weicher und harmonischer klang. Eben wie eine weit aufgerissener Röhrenverstärker. So kamen die ersten Overdrive-Pedale in den späten 1970er Jahren auf den Markt, die diesen Sound simulieren sollten. Nur wenig später wurden dann auch die ersten Distortion-Pedale entwickelt, deren Verzerrung deutlich höher war, als die der Overdrive-Pedale und den Sound eines stark verzerrenden Röhren-Amps simulierten.

Booster[Bearbeiten]

Exotic Treble Booster

Booster erzeugen normalerweise selber gar keine Verzerrung, sondern verstärken (boosten) das Signal der Gitarre einfach. Das nennt man dann etwa Clean-Boost, Pure-Boost, Linear-Boost oder ähnlich. Der Sinn des Ganzen ist, den nachgeschalteten Verstärker zu übersteuern und in die Sättigung zu bringen. Vor einem Clean eigestellten Röhrenverstärker eingesetzt kann man per Fußtritt eine Pegelanhebung um 20 dB und mehr erreichen, dass der Amp nun einen verzerrten Sound (Crunch) hat. Man macht so aus einem einkanaligen Amp einen Zweikanäler.

Vor einem schon verzerrt eingestellten Amp hebt der Booster die Verzerrung noch einmal an, so dass man aus einem Crunch-Kanal einen Lead-Kanal machen kann.

Viele nutzen den Booster auch dafür, die Unterschiede zweier Gitarren im Output-Level anzugleichen. Eine Gitarre mit Single-Coil Tonabnehmern hat oft deutlich weniger Output, als eine mit Humbuckern. Ein Tritt auf den Booster gleicht diesen Unterschied aus.

Für die eben beschriebenen Funktionen reicht ein Regler aus, der mit Volume oder Gain beschriftet ist und die Stärke der Signalanhebung regelt. Viele Booster greifen aber auch aktiv in das Klanggeschehen ein. Treble-Booster gibt es schon viel Länger als Clean-Booster. Sie sollen die Höhen verstärken, um den Sound aggressiver zu machen. Brian May, Rory Gallagher, Toni Iommi, David Evens (The Edge) und Rickie Blackmore zum Beispiel nutzen für ihre Sounds Treble Booster (um nur einige zu nennen).

Moderne Booster sind aber nicht auf Treble- oder Mid-Boost beschränkt. Viele bieten einen Equalizer um den Sound in die richtige Richtung zu bringen. So kann man nicht nur einen Verstärker zu übersteuern bringen, sondern auch noch dessen Sound beeinflussen, dass man tatsächlich einen Kanal dazu gewinnt.

Manche Gitarristen lassen den Booster auch die ganze Zeit eingeschaltet, weil sie mit dem Booster und dessen Klangregelung aus ihrem Amp den besten Sound herauskitzeln.

Mit einem Booster lassen sich auch andere Verzerrerpedale „anblasen“. Leider geht das nicht mit allen Pedalen. Viele vertragen den Boost nicht so gut. Es lohnt sich allerdings, hier unterschiedliche Settings einmal auszuprobieren.

Overdrive[Bearbeiten]

Ibanez Tube Screamer

Overdrive-Pedale sollen vor dem Verstärker den Sound eines übersteuerten Röhren-Verstärkers erzeugen und so verzerrte Sounds auch bei geringeren Lautstärken möglich machen. Zudem wird auch der Gitarrensound in der Regel durch eine Klangregelung beeinflusst. Dabei gibt es aber Unterschiede, die zunächst beschrieben werden sollen.

Die klassischen Overdrive-Pedale lieferten zu dem verzerrten Sound auch einen Mid-Boost (auch gerne Mittennase genannt), also eine deutliche Verstärkung im Bereich der Mitten. Das war so auch tatsächlich von vielen Gitarristen so gewünscht, damit sich der Gitarrensound im Bandkontext gut durchsetzt. Dagegen gibt es aber auch sogenannte transparente Overdrives, die eben diesen Mittenboost nicht haben. Sie werden auch Natural-Overdrives genannt. Bestes Beispiel für ein Overdrive Pedal mit Mid-Boost ist der Tube-Screamer von Ibanez, der Klassiker unter den Overdrive-Pedalen. Dagegen ein gutes Beispiel für ein transparentes Overdive Pedal ist Nobels ODR-1, das sich schon seit langer Zeit großer Beliebtheit erfreut.

Ein wichtiges Qualitätsmerkmal bei einem Overdrive ist die Dynamik, das heißt, wie spricht er auf den Anschlag des Gitarristen an. Setzt er das Phrasing des Gitarristen auch um. Haben leise Passagen auch den gleichen Charakter wie die lauten und passt das Pedal die Verzerrung auch genau an. Bei leisem Spiel kann das Pedal den Ton auch unverzerrt wiedergeben. Wird man langsam lauter geht es langsam in die Verzerrung. Dabei ist der Anschlag verzerrt, klingt der Ton ab, hört auch die Verzerrung auf. Der Verzerrer sollte sich so verhalten, wie es auch ein Röhrenverstärker tun würde.

Ein Overdrive-Pedal sollte den Klang der Gitarre auch mit Verzerrung klar übernehmen und nicht durch seinen eigenen Sound überdecken. Es muss immer deutlich hörbar sein, welche Gitarre an den Verzerrer angeschlossen ist. Eine Telecaster sollte also mit Verzerrung auch weiter als Telecaster identifizierbar und von einer Les Paul eindeutig zu unterscheiden sein.

In der Regel sind Overdrive-Pedale mit einem Regler für Gain (oder Drive), einem für Volume und einer Klangregelung ausgestattet. Gain regelt dabei den Grad der Verzerrung und Volume den Ausgangspegel. Die Klangregelung begnügt sich ganz oft nur mit einem Tone-Regler. Der kann aber von Firma zu Firma ganz unterschiedlich auf den Sound einwirken. Manche sind nur High-Cut-Filter, mit denen man die Höhen beschneiden kann, damit die Verzerrung nicht zu aggressiv klingt. Besser ausgestattete Pedale haben einen Dreibändigen Equalizer, ähnlich dem am Verstärker, mit Regler für Höhen, Mitten und Bässe. Damit lässt sich der Sound dann schon sehr komfortabel anpassen. Zudem muss das Overdrive-Pedal auch mit Dem Volume-Regler der Gitarre interagieren. Auch hier kommt es darauf an, dass das Soundverhalten des Pedals genau wie das Soundverhalten eines übersteuerten Röhrenverstärkers ist.

Für ein Overdrive-Pedal gibt es mehrere Anwendungsmöglichkeiten. Zunächst kann man es auch als Booster einsetzen. Klassische Einstellung ist Gain auf Null und Volume auf 10. Dabei kann man natürlich mit der Einstellung experimentieren. John Petrucci von Dream Theatre hat vor seinem Mesa Boogie Rectifier (Verstärker) einen Ibanez Tube Screamer mit genau dieser Einstellung geschaltet. Der Tube Screamer bläst den Amp nochmal extra an, bringt ihn noch mehr in die Sättigung, und der Tube Screamer gibt dem Signal noch die typischen Mitten mit, was den Sound wärmer macht.

Die ursprüngliche und beliebteste Verwendung eines Overdrive-Pedals ist die Funktion als zweite Zerrstufe für den Amp. Das heißt, dass am Amp ein verzerrter Sound eingestellt ist und der Overdrive seine Verzerrung mit dem des Amps kombiniert. Dabei kann der Sound des Amps oder auch der Sound des Verzerrers dominierend sein. Durch viel testen und ausprobieren kommt man zu besonderen Ergebnissen. Aus dem Crunch-Sound des Amps kann mittels Overdrive zum Beispiel ein Lead-Sound werden, oder der Crunch Sound aus der Strophe wird im Refrain mit dem Overdrive mit reichlich Druck ausgestattet. Die Möglichkeiten sind sehr vielfältig. Es ist keine schlechte Idee, sich für die Soundbasteleien mit Amp und Pedal viel Zeit zu nehmen. Viele Pedale, etwa die meisten von der Firma Boss oder MXR sind auf eine solche Verwendung ausgelegt. Für sich alleine klingen sie oft recht stark nach Transistor. Dafür spielen sie ihre Stärken in Verbindung mit dem Amp voll aus.

Viele Gitarristen setzen ihre Overdrive-Pedale aus vor dem Clean eingestellten Verstärker ein. Sie erzeugen also die komplette Verzerrung mit Pedalen. Dazu suchen sie sich natürlich Pedale aus, die einen sehr natürlichen Sound haben. Es kommt bei dieser Verwendung also darauf an, die in Frage kommenden Geräte ausgiebig zu testen. So kommt man auf einfache Weise zu seinem Wunschsound.

Wichtige Overdrive Pedale:

  • Ibanez TS 1 Tube Screamer
  • BOSS OD 1 Overdrive
  • Nobels ODR 1
  • Fulltone OCD
  • BOSS BD 1 Blues Driver

Distortion[Bearbeiten]

Boss DS-1 Distortion

Distortion Pedale entstanden schon kurz nach der Einführung von Overdrive-Pedalen. Der Wunsch war noch mehr Verzerrung und ein aggressiver, dreckiger Sound. Dabei werden die Mitten nicht geboostet, wie man es vom Overdrive kennt. Die Regler sind die gleichen, wie beim Overdrive, Gain, Volume und Klangregelung und werden auch genauso verwendet.

Wichtigstes Qualitätsmerkmal des Distortion ist, dass der Sound nicht matschig klingen darf. Schlägt man einen Akkord an, so muss man den Akkord auch deutlich heraushören können. Ist dies nicht der Fall, kann es daran liegen, dass das Eingangssignal zu viel Bässe hat, denn die Bässe neigen als erstes zum matschen, oder das Pedal ist für den Grad der Verzerrung nicht mehr geeignet.

Noch heikler wird es für das Pedal, muss es Akkorde auflösen. Werden Akkordtöne kurz nacheinander gespielt und stehen gelassen, muss man sie im Ohr genau voneinander trennen können. Schafft das Pedal das nicht, hilft nur weniger Gain.

Da Distortion-Pedal bei hohen Verzerrungsgraden gerne viele Nebengeräusche produzieren, setzten viele Gitarristen nach dem Distortion Pedal ein Noise-Gate ein. Dieses wird dann so eingestellt, dass es genau bei dem Pegel, den das Pedal an Störgeräuschen erzeugt, den Signalfluss unterbindet. Das Noise-Gate setzt den Pegel dann also auf Null, so dass in den Spielpausen des Gitarristen der Amp stumm bleibt. Eine Distortion-Pedal haben genau deswegen schon ein solches Noisegate eingebaut.

Als Booster werden Distortion-Pedale selten eingesetzt, oft aber als Verzerrer vor einem Clean eingestellten Amp oder als zweite Zerrstufe, also beides Anwendungen, die wir schon vom Overdrive kennen. Auch hier lohnt es sich viel auszuprobieren und zu testen.

Eine bekannte Distortion Pedale:

  • Boss DS-1
  • ProCo Rat
  • Suhr Riot
  • MXR Distortion Plus

Metal-Distortion[Bearbeiten]

TC Electronic Metal Distortion

Metal-Pedale sind im Grunde nichts Anderes als Distortion-Pedale, die eine noch heftigere Verzerrung bieten. In der Regel haben sie auch eine umfangreichere Klangregelung, denn im Metal sind andere Sounds gefordert als im Rock, auch wenn man keine klare Grenze ziehen kann. Auch haben die verschiedenen Untergenres im Metal teils deutlich unterschiedliche Klangvorstellungen. Und diesen Klangvorstellungen werden die Metal-Pedale dann gerecht.

Metal-Pedale klingen im Vergleich zu Distortion-Pedalen oft synthetischer. Kreissäge, Rasierer oder ähnliches werden oft zum Vergleich angeführt. Die warmen Rocksounds sind nicht zu erwarten, so kommt es vielfach auf die Mitten an, denn die sind für den warmen Sound verantwortlich. So eine typische Trash-Metal Equalizer-Einstellung wäre Bässe rein, Mitten raus, Höhen rein. Für die Bässe wäre es dann noch gut, wenn der Equalizer hinter der Zerre liegt, um matschen zu vermeiden. Mid-Scoop-Sound nennt man das.

Eine Pedale bieten eben für die Bearbeitung der Mitten einen besonderen Regler an, der es ermöglicht, die Ansatzfrequenz der Mitten einzustellen, einen semi-parametrischen Equalizer für die Mid-Frequenzen. Ein Normaler Mitteregler setzt bei einer ganz bestimmten Frequenz an und erhöht oder senkt diese und die benachbarten Frequenzen je nach Einstellung. Diesen Ansatzpunkt kann man bei semi-parametrischen Equalizern nach in der Frequenz oben oder nach unten schieben, sodass man seinen Regelbereich, den es zu erhöhen oder zu senken gilt in einem gewissen Rahmen wählen kann. Man sucht also erst einmal die Stelle im Frequenzband, die am stärksten den Sound beeinflusst oder stört und hebt dann erst an oder senkt ab. Ein gutes Werkzeug für Metal-Gitarristen.

Es gibt Metal Distortion Pedale, die ganz prägend für bestimmte Stilrichtungen des Metal waren oder sind. Bekannt ist zum Beispiel das HM 2 von Boss, dass den Sound des schwedischen Death-Metal prägte. Entombed oder Dismember sind bekannte Beispiele für Bands, die mit diesem Pedal arbeiteten.

Möchte man seinem Sound doch ein wenig Leben einhauchen, dann setzt man das Metal-Pedal vor einem nur leicht verzerrten Amp ein. Wenn der Amp dann noch schön röhrig warm kling, dann bekommt man gute Ergebnisse.

Wichtige Metal-Distortion Pedale:

  • Boss HM 1 Heavy Metal
  • Boss MT 2 Metal Zone
  • MXR Fulbore Distortion
  • Blackstar LT-Metal
  • TC-Electronic Dark Matter

Fuzz[Bearbeiten]

Fuzz-Face und Big Muff π

Die älteste Möglichkeit, seinen Gitarrensound zu verzerren ist das Fuzz-Pedal oder die Fuzz-Box. Anfang der 60er Jahre kam die Transistortechnik auf und schon schnell merkte man, dass man Transistoren wie Röhren übersteuern kann. Heraus kam allerding kein schöner, warmer Sound, sondern alles klang, als wäre irgendetwas kaputt.

So klingt ein Fuzz noch heute, irgendwie kaputt, nicht warm wie ein Röhrenverstärker. Für die Musiker der 60er Jahre war das Fuzz in Verbindung mit dem verzerrten Amp die Möglichkeit, schöne verzerrte Sound herzustellen. Led Zeppelin, Jimi Hendrix, Pink Floyd um nur einige zu nennen, setzten Fuzz Pedale immer gerne ein.

Beschäftigt man sich mit Fuzz-Pedalen, landet man sehr schnell bei der Frage, die Gitarristen häufig und heftig diskutieren, nämlich ob man Silizium oder Germanium Transistoren in ein Fuzz-Pedal verbauen sollte. Wie so oft kann man die Frage ganz einfach beantworten, denn es ist einzig und allein Geschmacksache. Germanium-Transistoren klingen wärmer und nicht ganz so kaputt, Silizium-Transistoren erzeugen den deutlich aggressiveren Sound. Beide Arte von Transistoren sind seit langen im Einsatz und erzeugen auf sehr vielen Bühnen großartige Sounds.

Bei den Reglern finden wir auch bei den Fuzz-Pedalen nichts Neues. Gain, Volume und eine Klangregelung.

Wichtige Fuzz Pedale

  • Electro-Harmonix Big Muff π
  • Maestro FZ 1
  • Dunlop Fuzzface
  • British Pedal Company Tone Bender

Amp in a Box[Bearbeiten]

Die neueste Art des Overdrive-Effektes sind die sogenannten Amp-in-a-Box Effekte. Sie sollen den Sound eines bestimmten Amps simulieren und so den eigentlichen Amp ersetzen können. Dabei gibt es analoge Pedale, die zum Teil erstaunlich Nahe an diese Soundvorstellungen herankommen. Neu und im Trend sind digital simulierte Amps. Auch diese digitalen Effekte bekommt man mittlerweile in Pedalform, vom Mini-Pedal, das nur einen Amp simulieren kann, bis zu größeren Pedalen, die gleich ein ganzes Arsenal von Amps anbieten.

Amp in a Box Pedale kann man wie andere Verzerrerpedale einsetzen. Vor dem clean eingestellten Amp simulieren sie das Ampmodell für das sie gebaut worden sind. Das Signal wird allerdings durch den Vorverstärker des Amps natürlich auch gefärbt. Auch vor einem verzerrt eingestellten Amp kann man gute Ergebnisse erzielen, die dann natürlich nicht mehr so deutlich nach dem vorgeschalteten Amp klingen. Möchte man den Vorverstärker seines Amps nicht in der Signalkette haben, dann kann man den Amp in a Box einfach an den Effekt-Return des Amps anschließen und das Signal geht direkt in die Endstufe des Amps.

Noch einfacher kann man den Ausgang Amp in a Box auch mit einer Boxensimulation verbinden und dann direkt ins Mischpult gehen. Manche dieser Pedale bieten auch gleich Boxensimulationen mit ab, so dass auch das direkte Einspeisen des Signals in das Mischpult nötig ist. Eine solche Lösung kann auch ein Backup sein, also eine Reserve-Verstärker, wenn der Hauptverstärker bei einem Gig abraucht. Besser so als gar nicht.

Soundbeispiele[Bearbeiten]

  • Riff Clean
    Clean
  • Riff Overdrive
    Overdrive
  • Riff Distortion
    Distortion
  • Riff Metal Distortion
    Metal Distortion
  • Riff Fuzz (Big Muff)
    Fuzz (Big Muff)

Anschluss von Verzerrer-Pedalen[Bearbeiten]

Auf vielen Effektboards von Gitarristen findet man die Verzerrer von wenig nach viel Verzerrung angeordnet. Also zuerst der Booster, dann das Overdrive-Pedal und schließlich Distortion oder Fuzz. Der Sinn dahinter ist, dass man mit dem Booster auch das Overdrive oder Distortion Pedal anblasen kann. Gleiches Gilt für Overdrive und Distortion. Von der Technik ist es wie vor einem Amp. Man erhöht den Pegel des Signals (Booster) um aus dem Overdrive mehr Verzerrung herauszukitzeln. So kann man von Rhythmus-Sounds zu Lead-Sounds kommen.

Oft sieht man den Booster auch hinter den anderen Verzerrern. Man schaltet damit eine höhere Laustärke, wenn man beispielsweise ein Solo spielt. Auch ein Overdrive mit dem fest ganz heruntergeregeltem Gain-Regler macht hinter den anderen Verzerrern Sinn. Man kann seinem Sound am Ende noch mal einen schönen Mid-Boost geben, wenn man möchte. Man wird also noch einmal flexibler.

Vor Band in a Box Pedalen kann man auch die verschiedenen anderen Verzerrer schalten und sie so einsetzen, als würden sie vor einem ausgewachsenen Verstärker geschaltet werden.

Manche Verstärker vertragen sich leider nicht so gut mit Verzerrerpedalen. Manchmal sind es nur einzelne Pedale, die der Verstärker nicht mag, manchmal eher alle. Röhrenverstärker sind da meistens pflegeleichter. Der Anschluss der Pedale ist meist kein Problem, Transistorverstärker sind das schon empfindlicher, was den Anschluss von Verzerrern angeht und digital arbeitende Verstärker mögen oft gar keine vorgeschalteten Verzerrer. Das kann man durch ausprobieren leicht herausfinden. Bei clean eingestellten Verstärkern ist das Problem etwas seltener, will man ein Pedal mit dem verzerrten Amp interagieren lassen, kommt es häufiger vor, das sich Amp und Verzerrer nicht vertragen und mein keinen brauchbaren Sound einstellen kann. Wie gesagt, testen hilft.

Hall und Echo[Bearbeiten]

Digital Reverb

Die wohl wichtigsten Effekte neben dem Verzerrer sind Hall und Echo. Schon lange wird versucht, diese Effekte zu erzeugen, doch erst die digitale Technologie brachte den wirklichen Durchbruch zu den heute bekannten, vielfältigen Möglichkeiten, die diese Effekte bieten. Dabei beruhen sie beide auf dem gleichen akustischen Phänomen.

Wer schon einmal in den Bergen war, der kennt sicher auch eine Stelle, an der man den berühmten Satz „Wer ist der Bürgermeister von Wesel?“ rufen kann und scheinbar der Berg antwortet „Esel… Esel… Esel!“ Nicht sehr witzig, aber immer noch aktuell.

Was passiert, ist ganz einfach, die Schallwellen, die ja mit einer Geschwindigkeit von rund 1200 km/h unterwegs sind, werden an einem in der Nähe befindlichen Berg reflektiert und kommen wieder an ihrem Ausgangspunkt an. Dabei ist die Verzögerung so lang, dass man die Reflexion als separates Ereignis hören kann. Die Reflexion ist in der Tonhöhe unverändert, aber leiser als das Original-Signal. Je mehr Reflexionen, desto leiser auch das Signal.

Es ist dabei sehr von dem Ausgangsereignis abhängig, wie lange die Verzögerung sein muss, dass das Gehör die Reflektion als separates Ereignis wahrnimmt oder nicht. Kurze Ereignisse, etwa ein Klick auf den Snare-Rand, können schon nach 20 Millisekunden als separates Ereignis wahrgenommen werden, getragene Sounds, etwa Strings vom Keyboard in günstiger Konstellation benötigen Sekunden. Ist das Ereignis eben kein separates Schallereigniss mehr, so spricht man von Hall.

Hall (Reverb)[Bearbeiten]

Eine kleine Anekdote aus dem Jahr 1980 als Einleitung. In einem Studio meine Heimatstadt sollte eine verzerrte E-Gitarre aufgenommen werden. Doch mit dem Sound wollte es irgendwie nicht so richtig passen. Kurzerhand wurde der Marshall ins Treppenhaus gestellt, voll aufgedreht und aufgenommen. Als die Polizei erschien, war der Take, samt Hall aus dem Treppenhaus im Kasten und alle taten ganz unschuldig. Studioarbeit fand in dieser Zeit üblicherweise nachts statt.

Der natürliche Hall entsteht in Räumen. Ein Schallereignis wird von den Wänden und allen in dem Raum befindlichen Hindernissen reflektiert. Die Beschaffenheit der Oberfläche ist diese Reflexion unterschiedlich. Glatte Flächen wirken auf den Schall wie Spiegel auf das Licht, raue Oberflächen verteilen den Schall. So hört der Mensch in diesem Raum unzählige Reflexionen des Schallereignisses, die alle eine zeitlich unterschiedlich und auch unterschiedlich laut sind. Die Energie lässt schnell nach und der Raum ist wieder still.

Schon früh endeckten Musiker, dass der Hall für den Klang ihrer Musik förderlich sein kann. Konzertsäle wurde so gebaut, dass sie ein besonderes Hallerlebnis boten. Studios hatten Räume, die einen speziellen Hall hatten um die Aufnahmen zu verbessern. Man ging so weit, dass man die Musik in einem Raum mit dem gewünschten Hall abspielte und mit Mikrofonen wieder aufnahm. Dann konnte man das Original-Signal mit dem verhallten Signal mischen. Das Treppenahaus aus dem Beispiel oben ist auch so eine Möglichkeit, einen Hall-Sound zu erzeugen Kirchenmusik lebt zu einem großen Teil von dem Hallerlebnis, den man in einer Kirche hat. Sie vielen Stein und Glasflächen in Kirchen erzeugen einen lang anhaltenden diffusen Hall.

Hallplatten[Bearbeiten]

Plate Reverb

Die ersten Halleffektgeräte waren Hallplatten. Dabei wurde die Platte mit dem Audiosignal ähnlich wie ein Lautsprecher in Schwingungen versetzt und das Signal wieder aufgenommen. Da das Metall ein anderes Schwingungsverhalten hat, als Luft, kommt ein Signal zustande, das dem Hall sehr ähnlich ist. Diese Geräte waren noch sehr unkomfortabel, weil groß, schwer und teuer, haben in den 50er, 60er und 70er Jahren aber den Studiosound geprägt.

Federhall[Bearbeiten]

Spring Reverb

Nur wenig später wurde von Laurents Hammond (der Erfinder der Hammond-Orgel) der erste Federhall gebaut. Dabei sollte dieser eben in seinen Orgeln eingesetzt werden, da sie ja den Klang der Kirchenorgeln nachbilden sollten, ihnen aber der Hall der Kirchen fehlte. Er schaute sich das Prinzip bei der Erforschung von Rückkopplungen ab, bei der Federn genutzt wurden um lange Kabelwege zu simulieren.

Diese Federn werden beim Federhallauf der einen Seite durch einen sogenannten Transducer in Schwingungen versetzt. Dabei wird das Eingangssignal analog durch den Transducer umgewandelt. Auf der anderen Seite wird das Signal von einem Pickup wieder abgenommen. Da Metallfedern zum nachschwingen neigen, wird auf diese Weise ein dem Hall sehr ähnliches Signal erzeugt.

Man kennt den Federhall seit den 60er Jahren. Leo Fender baute diese Federn in seine Amps ein, und dieser Sound wurde schnell sehr begehrt. Die Surfmusik zum Beispiel nutzte diesen Sound ausgiebig.

Digital Hall[Bearbeiten]

Cathedral Reverb

Ende der 70er Jahre gelang es, das erste digitale Hallgerät auf den Markt zu bringen. Dieses machte eigentlich nichts anderes, als aus dem Eingangssignal unzählige Echos zu berechnen, wie es in einem natürlichen Raum auch geschieht. Und der Sound war zu diesem Zeitpunkt unübertroffen, da man auch verschiedene Parameter einstellen konnte. Der Lexicon Hall war Standard und wurde bald auch von Gitarristen genutzt, die sich dieses Gerät leisten konnten.

Mit den Prozessoren, die schnell immer leistungsfähiger, kleiner und billiger wurden, wurde auch die Technik der digitalen Hallgeräte immer besser und preiswerter. In den 90er Jahren hatte schon jedes kleine Studio ein solches Hallgerät und Gitarristen setzten in dieser Zeit gerne auf Racks, in die sie die Hallgeräte einbauten. Und schließlich passten die Geräte auch in die kleinen Fußpedale. Mittlerweile kann man einen Pedalhall fast in jeder Preisklasse erwerben und es gibt unzählige verschiedene Hallprogramme, die man mit diesen Geräten abrufen kann.

  • Hall, ein Hall, wie er in einem großen Raum (einer Halle) entsteht
  • Church, ein Hall, wie er in einer Kirche entsteht
  • Room, ein Hall, wie er in einem kleinen Raum entsteht
  • Spring, Federhall
  • Plate, Hallplatte
  • Gate, sehr kurzer Hall, die Hallfahne wird nach kurzer Zeit abgeschnitten.
  • Reverse, die Hallfahne geht rückwärts, das Signal des Halls wird umgedreht.
  • Shimmer, dem Hall werden weitere Effekte hinzugefügt. Delay, Pitch-Shifter oder ähnliches.

Zu diesen Möglichkeiten haben die verschiedenen Hersteller viele verschiedene Hall-Arten entwickelt, um Alleinstellungsmerkmale für ihr Pedal zu kreieren. Die Möglichkeiten sind enorm. Wer komplexe und experimentelle Sounds mag, der hat hier eine gute Möglichkeit, sich zu verwirklichen.

Auch bei den Reglern arbeiten die verschiedenen Hersteller mit unterschiedlichen Konzepten. Der Mix-Regler sollte aber auf jeden Fall vorhanden sein, denn mit ihm stellt man den Anteil des Hass zum Originalsignal ein. Auf Null gibt es keinen Hall, je mehr man ihn aufdreht, desto mehr Hall bekommt das Signal. Der Decay-Regler bestimmt, wie schnell der Hall ausklingt, wenig Decay, kurzer Hall, viel Decay, langer Hall. Der Decay-Regler wird auch oft als Reverb-Time-Regler bezeichnet. Der Regler Pre-Delay regelt, ab wann das Hall-Signal überhaupt einsetzt. In einem großen Raum dauert es ja zunächst einmal eine Zeit, bis die ersten Reflexionen wieder zurück an das Ohr gelangen. Diese Zeit wird als Pre-Delay bezeichnet. Will man also einen kleinen Raum simulieren, dreht man das Pre-Delay runter für große Räume entsprechend höher.

Viele Hallgeräte sind mit weiteren Reglern ausgestattet. Hier sind die Hersteller oft besonders kreativ. Meist werden aber zu den Einstellungsmöglichkeiten auch Presets angeboten, die man abrufen kann. Damit kann man auch als Einsteiger gut arbeiten.

Einsatz von Hall[Bearbeiten]

Puristen brauchen keinen Hall. Gitarre, Kabel, Verstärker, fertig. Alle anderen sollten wenigstens einmal testen, ob sie sich mit einem solchen Pedal anfreunden können. Ich kenne kaum einen Gitarristen, der heute noch ohne spielt. Selbst die Blues-Fraktion und die Jazzer nutzen heute Hall, weil es ihrem Sound zugutekommt und er sich besser durchsetzen kann.

Zum Üben ist ein guter Hall nicht verkehrt, denn die leise gespielte Gitarre vermittelt so mit dem Hall mehr das Gefühl, wie es in einer Live-Situation entsteht, wenn man in einer Halle spielt. Da braucht man auch gar nicht so vorsichtig mit der Einstellung zu sein. Zu viel ist allerdings dann auch wieder nicht so gut, da der Hall dann beginnt, die kleinen Fehlerchen, die man macht zu übertünchen, so dass man sie vielleicht überhört. Das sollte ja beim über nicht sein.

Im Probenraum wird ja in der Regel viel gemacht, dass der Raum möglichst neutral klingt, also möglichst wenig Hall entsteht. Oft ist der Raum auch gedämmt, dass die Wände möglichst viel Schall absorbieren. Auch hier kann man den fehlenden Hall gut mit einem Effektgerät ausgleichen, das der Bandsound insgesamt natürlicher wird.

Auf der Bühne hat man auf jeden Fall den Hall des Raumes, in dem man spielt. Mit Hall also erst einmal vorsichtig sein. Hat man einen Soundmann, dann kann der hören, wer Hall braucht und wer nicht, in der Regel macht der dann auch den Hall in der Mischung klar. Hat man den nicht, muss sich einer bereiterklären zu hören. Das erleichtert die Einstellung des Halls.

Im Studio sorgt man erst ganz zum Schluss für den richtigen Hall. Der Ton-Ing wird diesen erst beim Remix so hinzufügen, wie er denn auf dem fertigen Produkt klingen soll. Was er vorher an Hall dazu gibt, ist nur für den besseren Sound auf den Kopfhörern.

Unterschieden wird noch in Effekt-Hall und dem Hall, der den Raum klanglich nachbilden soll. Viele der Möglichkeiten, die uns heute von den Hall-Geräten bereitgestellt werden, klingen unnatürlich. Ein Shimmer-Hall würde in einem Raum nie entstehen. Oder das die E-Gitarre im Solo plötzlich in einer Kirche gespielt wird, hat mit einer Simulation eines Raumes nichts mehr zu tun. Der Effekt, der erzeugt wird steht dann im Vordergrund.

Wichtige Hall-Pedale

  • Strymon Blue Sky
  • TC Electronic: Hall of Fame
  • Electro Harmonix: Holy Grail
  • Boss RV-6
  • Danelectro DSR-1 Spring King (Spring Reverb)
  • Eventide Space

Echo (Delay)[Bearbeiten]

Genauso wie der Hall wollte man schon früh auch das Echo auch in der kreativen Arbeit bei der Aufnahme von Musik nutzen. Das funktionierte zunächst mit dafür geschaffenen Räumen. Wie auch beim Hall verfügten die Tonstudios über Räume, die so groß waren, dass sie ein Echo erzeugen konnten. Genauso wie bei Hall, wurde das Material in diesem abgespielt und dann konnte man das Echo aufnehmen. Natürlich hatte man kaum Möglichkeiten, auf das Echo einzuwirken und die Zeit der Echos war auch recht kurz.

Erste technische Lösungen für das Problem waren Bandechos. Tonbandgeräte dieser Zeit hatten einen Aufnahmekopf und einen Wiedergabekopf. Nahm man ein Signal auf und spielte man es gleich wieder ab, hatte man ein Echo, das eben dem Abstand von den beiden Tonköpfen entsprach. Aus dieser Idee wurden Geräte entwickelt, bei denen der Abstand zwischen den beiden Tonköpfen länger und zum Teil sogar variabel war, dass man die Länge des Echos variieren konnte. Und man konnte auch mehrere Tonköpfe für die Wiedergabe in das Gerät einbauen. Außerdem konnte man die Bandgeschwindigkeit in einem gewissen Rahmen variieren, sodass man auch auf diesem Weg auf die Länge des Echos Einfluss nehmen konnte. Nachteil dieser Geräte war, dass das Bandmaterial schnell abnutzte, dass die Geräte ein recht hohes Grundrauschen mitbrachten und dass Störungen, die sich das Band einmal eingefangen hatten, mit jedem Echo auch wiederholt wurden. Zudem wurde das Signal mit jeder Wiederholung schlechter. Die Höhen wurden deutlich beschnitten, dass das Signal mit jeder Wiederholung auch dumpfer wurde.

Trotz dieser Nachteile nutzte man diese Tapeechos sehr gern. Zum einen, weil man ja in kleinen Studios gar keine Alternative hatte, zum anderen hatte diese Art, Echos zu erzeugen auch Charakter. Noch heute sind diese Geräte im Einsatz und werden immer wieder gerne genommen, um eben diesen Charakter herzustellen. Dadurch sind diese Echos auf dem Gebrauchtmarkt selten und sehr teuer.

Mit der Entwicklung der sogenannten Eimerkettenspeicher Anfang der 70er Jahre kamen die ersten analogen Delays heraus. Eimerkettenspeicher reichen das Eingangssignal in Prinzip von einem Modul zum anderen weiter, was eine gewisse Zeit benötigt. Daher der Name, denn es funktioniert ähnlich einer Eimerkette vom Brunnen bis zum Feuer, bei der der Eimer von einer Hand zur nächsten weitergereicht wird.

Zwar wird das Signal vom analog-Delay auch insbesondere durch leichten Höhenverlust mit jeder Wiederholung verändert und auch das Grundrauschen der Geräte war noch nicht so toll, aber es machte die Echos einstellbarer und leichter zu handhaben. Und vor allem auch erschwinglich. Die ersten Effektpedale kamen auf den Markt.

Die ersten Digital-Delays kamen Anfang der 80er Jahre auf den Markt. Diese waren noch unerschwinglich und hatten überschaubare Echozeiten, ähnlich den Analog-Delays, aber sie konnten Echos erzeugen, die mit dem Sound des Eingangssignales identisch waren und von Rauschen gab es keine Spur. Diese Geräte wurden zunächst in den gut ausgestatteten Musikstudios verwendet, doch sehr schnell wurden sie preisgünstiger und fanden zunächst den Weg in die Racks der Gitarristen und schließlich auch auf die Pedalboards.

Neben der genauen Wiedergabe der Echos, konnte man auch die Zeit der Echos und die Anzahl der Wiederholungen genau einstellen, dass es kein Problem mehr war, genaue Echos zu erzeugen. Man konnte den Echos also quasi Notenwerte zuordnen und war in seiner Kreativität dabei nicht eingeschränkt.

Daneben kann man mit einem digital-Delay heute auch die ganzen analogen Echo-Geräte von früher simulieren. Man kann also ein Tape-Delay digital nachbauen oder auch ein analog-Delay. Kein Problem. Und man kann heute auch mehrere Echos ineinander verschachteln. David Evans (The Edge von U2) nutzte für seine verschachtelten Delays zwei hintereinandergeschaltete digital-Delays. Heute kann man den gleichen Effekt mit einem einzigen Gerät erzeugen.

Analog und digital-Delay haben drei Bedienungselemente gemeinsam. Die Delay Time (Verzögerungszeit), die bestimmt, wie viel Zeit vergeht, bis das Signal wiederholt wird, das Feedback (oder Repeat) das bestimmt, wie viele Wiederholungen es gibt und der Mix- (oder Level-) Regler, der das Verhältnis zwischen Original-Signal und Echo-Signal regelt. Digital-Delays haben dazu oft einen Mode-Schalter, der die verschiedenen Echo-Typen einstellt. Möchte man echtes Eco, analoges oder Tape Echo zum Beispiel. Dazu haben einige Hersteller eine Klangregelung mit eingebaut.

Die Einstellung der Delay-Time ist oft der Knackpunkt bei der Einstellung des Gerätes. So kann man bei neueren Geräten mittels eines Fußschalters die Delay-Time eintappen. Wann wippt mit dem Fuß im Takt mit und hat so die richtige Geschwindigkeit und kann sie auf das Gerät übertragen. Viele Digital-Delays unterteilen den Regel-Bereich des Delay-Time Reglers noch einmal, um eine präzisere Einstellung zu erreichen. Zum Beispiel in drei Stufen kurz – mittel – lang als grobe Voreinstellung und dazu der Delay-Time Regler als Fein-Einstellung.

Delay-Effekte[Bearbeiten]

Lick, erst ohne, dann mit Doubling-Delay

Doubling: Beim Doubling wird das Eingangssignal um eine sehr kurze Zeit (20 – 60 Millisekunden) verzögert und dem Eingangssignal wieder zu gleichen Teilen hinzugemischt, so dass der Eindruck entsteht, man hört zwei Gitarren gleichzeitig dasselbe spielen. Dazu verwendet man nur eine Wiederholung des Signals. Mit der Delay-Time muss man etwas aufpassen, da eine zu kurze Zeit sogenannte Kammfiltereffekte entstehen lässt (dazu kommen wir beim Flanger noch), die in diesem Zusammenhang nicht besonders gut klingen. Ist die Zeit zu lang, kann des Timing aus dem Ruder laufen.

Lick, erst ohne, dann mit Slapback-Belay

Slapback Delay: Das Slapback-Delay ist einer der ältesten Echo-Effekte. Schon in den 50er Jahren kam es in Mode. Die aufkommende Rock’n’Roll und Rockabilly Musiker nutzen es ausgiebig und auch im Rock kam es zum Einsatz. Noch heute hört man in der Country-Musik das Slapback-Delay bei den Gitarren. Dabei wird eine Delay-Time von 70 bis 140 ms eingestellt. Den Feedback-Regler dreht m,an so weit herunter, dass nur noch eine Wiederholung zu hören ist und mit dem Mix-Regler stellt man das Original-Signal und das Echo-Signal gleich laut ein.

Solo mit Delay

Solo-Delay Lead Gitarristen legen gern auf ihr Solo ein Delay. Das macht den Sound gleich eine ganze Ecke fetter und so setzt sich die Gitarre im Bandkontext viel besser durch. Das Einstellen ist erst einmal die Sache des Gehörs. Man wählt als Feedback nur ganz wenige Wiederholungen und stellte dann die Delay-Zeit so ein, dass es eben genau richtig fett klingt. In dem Beispiel ist die Delay-Zeit auf eine Achtel-Note eingestellt. Dadurch kommt dieser Harmonie Effekt zustande. Die Wiederholung der Note kommt genau auf die nächste Note. Den gleichen Effekt erzielt man mit Viertelnoten. Solche Soli bekommt man Live allerdings nur hin, wenn man das Tempo des Songs mittels eines Tasters eintippen kann und der Drummer auch schön im Tempo bleibt. Für solche Geschichte muss man schon mal die eine oder andere Probe nutzen. Auch bei der Bedienung des Effektes ist bei solchen Echos Routine gefragt. Wird man auf der Bühne später an dieser Stelle nervös, kann man schon mal das Solo versauen.

Ping Pong Delay: Der Name erklärt eigentlich schon alles. Dabei funktioniert das leider nur mit Stereo-Konfigurationen. Logisch, denn das erste Echo wird nach rechts, das zweite nach links und so weiter geschickt. Gibt in einer Halle beim Auftritt einen fantastischen Effekt, sollte man allerdings, wie alle Effekte, nicht überstrapazieren.

Getimetes Delay:Als getimtes Delay bezeichnet man Echos, die der Länge einer Note entsprechen. Sehr beliebt ist zum Beispiel die Zeit einer Viertelnote. Stellt man drei Wiederholungen ein, spielt man eine Viertel auf der Zählzeit Eins des (Vierviertel-) Taktes kommen drei Echos exakt auf den Zählzeiten 2 bis 4. Das Gitarrenintro von „Entre dos Tierras“ von Héros del Silencio ist ein Beispiel dafür oder „A Day without me“ von U2. Beide Songs erkennt man schon am ersten Takt. Der Wiedererkennungswert dieses Delay Effektes in Verbindung mit entsprechenden Tönen oder Akkorden ist also enorm.

Bei dem Beispiel für ein Delay ein Solo wurde schon ein harmonischer Effekt hörbar. Da war das Delay auf Achtel gestellt. Stellt man es auf Viertel und spielt Achtelnoten-Läufe, verstärkt sich der Effekt, da das Echo nicht die Sekunde, sondern die Terz spielt. Als es noch keine Harmonizer Effekte gab, wurde diese Delay Einstellung zur Herstellung harmonischer Effekte verwendet. Diesen Effekt kann man noch einmal verstärken, indem man statt einer Dur- oder Mollskala ein Arpeggio verwendet, denn so kommen interessante Quinten heraus. Man kann dann auch Achtel und Viertelnoten kombinieren. Aus Achteln werden dann Quinten und aus Viertel Terzen. Schon reine Soli nur mit Vierteln können durch die entstehenden Terzen super interessant klingen. Man muss hier etwas Kompositionszeit investieren und man bekommt hervorragende Ergebnisse. Man sollte aber immer darauf achten, dass nur ein Echo als Feedback eingestellt ist, sonst wird es schnell zu einem Durcheinander. Natürlich ist das experimentieren auch erlaubt.

Sehr effektvolle Töne kann man dem Digital Delay mit der Einstellung punktierte Achtel entlocken. Dabei ist es egal, ob man selber punktierte Achtel spielt und das Digital Delay auf Achtelnoten einstellt oder umgekehrt. Da eine punktierte Achtelnote die Dauer von drei Sechzehntelnoten hat, wird das Echo genau in der Pause zwischen zweit Achtelnoten wiedergegeben. Es entstehen also Figuren aus Sechzehnteln, die sich sehr komplex anhören. Spielt man seine eigenen Figuren normal, dann entsteht ein komplexer Sound, weil immer mehrere Noten gleichzeitig erklingen. Spielt am Palm-Mutes, also abgedämpfte Noten oder Staccato, dann erreicht man super schnelle und komplexe Läufe, die aber recht einfach zu spielen sind.

Muss man selber die punktierten Achtel spielen, wird das Ganze schwieriger. Man benötigt schon Routine und Disziplin, wenn man seine Noten zum Klingen bringt. Auch hier bietet es sich an, eher Staccato percussiv zu spielen, dann kommt der Effekt schön zur Geltung. Bei ausklingenden Tönen kommt es schon schnell zu einem Durcheinander.

Modulationseffekte[Bearbeiten]

Kaum ein Gitarrist hat nicht wenigstens einen Modulationseffekt auf seinem Effekt-Board. Lediglich die Puristen verzichten auf diese Bereicherung in der Soundauswahl. Man kann mit ihnen nämlich eine ganze Menge anstellen, seine Sound interessanter gestalten und auch für ein großes Maß an Wiedererkennungswert eines Songs sorgen. Der Chorus von Curt Cobain etwa bei „Come as you are“ ist ein solches Beispiel. Schon im ersten Takt erkennt man den Song, nicht nur durch die Melodie, auch durch diesen besonderen Sound, den eben von Curt Cobain bekannt gemacht wurde.

Herzstück eines Modulationseffektes ist der LFO, der Low Frequenzy Oszillator, der nämlich die namensgebende Modulation erzeugt. Oszillatoren erzeugen eine gleichbleibende, periodische Veränderung um ein Zentrum herum. Zum Beispiel eine Sinus-Schwingung. Diese Schwingungen kann man durch einen Lautsprecher hörbar machen. Dabei kann man zwei Parameter verändern: Den maximalen Abstand zum Zentrum (die Amplitude, das wäre bei einem Sinuston die Lautstärke) und der zeitliche Abstand, an dem sich die Schwingung wiederholt. Das wäre bei einem Ton die Tonhöhe. Neben der Sinus-Schwingung kann ein LFO auch eine Dreiecksschwingung, eine Rechtecks-Schwingung und eine Sägezahn-Schwingung erzeugen. Es gibt Effektgeräte, bei denen man diese Schwingungen auch einstellen kann.

Beim LFO ist die Frequenz ja gering, etwa bis maximal 20 Hertz. Würde man die Schwingung hörbar machen, könnten Personen, die sehr tiefe Töne hören können, sie gerade noch hören. Geht man mit der Frequenz noch weiter herunter, dann wird sie unhörbar. Und diese Niedrige Frequenz wird nun auf einen Parameter des Effektgerätes angewendet. Dieser Vorgang lässt sich am einfachsten beim…

Tremolo[Bearbeiten]

Lick mit Tremolo off / on
Einfaches Tremolo Pedal

… erklären. Der Tremolo Effekt ist das gleichmäßige Laut- und wieder Leiser werden eines Klanges. „Aber mein Tremolo an der Gitarre macht gar nicht laut und leiser?“ werden viele zurecht fragen. Leider hat Leo Fender bei der Bezeichnung des Jammerhakens an der Gitarre aus welchen Gründen auch immer den Begriff Tremolo gewählt, der leider falsch ist. Der Begriff hat sich bis heute aber durchgesetzt und gehalten. Tatsächlich müsste das System eigentlich Vibrato heißen, denn so nennt man den Effekt, wenn Töne um ein Zentrum herum höher oder tiefer gemacht werden. Und genau das ist es, was ein Tremolo tut.

Beim Tremolo Effekt wirkt die Schwingung des LFO auf die Lautstärke. Erst geht die Kurve nach oben, die Lautstärke steigt an, die Kurve erreicht ihren höchsten Punkt, die maximale Lautstärke ist erreicht, die Kurve geht wieder nach unten, es wird wieder leiser bis die Kurve den unteren Scheitelpunkt erreicht und es wird wieder lauter.

Man kann mindestens die Amplitude (Regler Beschriftung: Depth, Intensity) und die Frequenz regeln (Regler Beschriftung: Speed, Rate). Dazu können Regler für den Output-Level um die Lautstärke des Effektes anzupassen, ein Regler zum Einstellen verschiedener Wellenformen (Sägezahn, Dreieck, Viereck) und Regler zum Timing genauen anpassen des Tremolos an Notenwerte (Viertel, Halbe, etc.) kommen. Kann man Notenwerte einstellen, ist auch die Möglichkeit vorhanden, das Tempo des Songs festzulegen. In der Regel kann man es via Fußschalter eintappen.

Eine weitere Besonderheit ist das Harmonics Tremolo, das einige Hersteller in ihren Geräten anbieten. Auch das Harmonics Tremolo ist ein schon relativ alter Effekt, der zwischendurch ein wenig Vergessenheit geraten ist. Bekannt ist er aus alten Fender-Amps, wie etwa dem Brownface. Die Funktionsweise hört sich zunächst kompliziert an. Das Eingangssignal wird durch Highpass- und Lowpassfilter in hohe und tiefe Frequenzen aufgeteilt. Dann wirkt der LFO auf die Lautstärke der hohen Frequenzen und um 180° Grad gedreht auf die tiefen Frequenzen. Die Lautstärke moduliert dann gegeneinander. Ein wunderschönes, warmes Tremolo ist das Ergebnis.

Beispiel für die Anwendung ist der Song „Crimson and Clover“ von Tommy James and the Shondells, der auf dem Tremolo Effekt aufbaut. Auch gut zu hören ist der Effekt bei dem Song „Skin Deep“ on den Stranglers. Tremolo-Effekte klingen gerne sehr „vintage“, man wird diese Pedal also eher auf den Pedal Boards von Blues- oder Rock’n’Roll Gitarristen finden, als bei den Vertretern des modernen Rock.

Chorus und Flanger[Bearbeiten]

Ibanez CF7 Bodeneffektgerät Chorus/Flanger

Der Chorus ist ein Standard-Effekt, der bei vielen bekannten Gitarristen ein fester Bestandteil ihres Sounds ist. Chorus bedeutet, dass der Effekt den gespielten Ton mit zusätzlichen Tönen in einer leicht abweichenden Tonhöhe anreichert. Er lässt die Gitarre etwas fetter klingen, da der Zuhörer den Eindruck hat, dass mehrere Gitarren das Gleiche spielen (so wie bei einem Chor). Sehr oft wird der Chorus im Stereobetrieb benutzt, hierzu sind auch die meisten Pedale mit 2 Ausgängen versehen.

Ein Flanger erzeugt einen Sound, der meist mit dem eines vorbeifliegenden Flugzeugs verglichen wird, wenn die Modulationsgeschwindigkeit auf langsam eingestellt ist. Dabei wird eine Kopie des Signals zusätzlich zum Original mit einer Zeitverzögerung eingemischt, wobei der zeitliche Abstand von Originalsignal zu Kopie ständig variiert wird. Es handelt sich somit um eine Art Delay mit ständig wechselnder Länge. Die Verzögerung schwankt dabei meist zwischen ca. 1 bis 10 ms. Durch Einmischen des so modulierten Signals in das Originalsignal (Rückkopplung) kann der Effekt zusätzlich an Tiefe gewinnen.Mit dem Flanger wird auch oft ein Pseudo-Stereosignal erzeugt, in dem man die Zeitverzögerungen für den linken und rechten Kanal gegeneinander Phasenweise veschiebt.

Arpeggiator[Bearbeiten]

Hier handelt es sich um einen Effekt, der aus einzelnen Tönen Akkorde generiert. Damit dies überhaupt korrekt funktionieren kann, muss am Arpeggiator stets die Tonart eingestellt werden, in der man sich befindet. Zudem ist es unerlässlich, dass die Gitarre absolut akkurat gestimmt ist, sonst hört sich dieser Effekt nur wie "Katzengejammer" an!

Oktaver[Bearbeiten]

Der Oktaver erzeugt zusätzlich zum gespielten Ton einen zweiten Ton, der je nach Einstellung eine Oktave höher oder tiefer liegt. Oft ist es auch möglich, den gespielten Ton durch den erzeugten zu ersetzen, so dass eine Gitarre wie ein Bass klingen kann (wie zum Beispiel bei Seven Nation Army von den White Stripes). Die Einstellung mit einer Oktave höher wird als 12-saitiger Gitarren-Ersatz benutzt, wobei im Gegensatz zur echten 12-saitigen Gitarre die hohe E- und H-Saite auch eine Oktave erhöht werden.

Pitch-Shifter[Bearbeiten]

Mit Hilfe dieses Effekts lässt sich die Gitarre auf elektronischem Wege um ein beliebig viele Halbtöne (meistens +/-12) nach oben oder unten verstimmtes Signal erweitern, ähnlich wie bei dem Oktaver, aber jetzt in einzelnen Halbtonschritten (z.B. um eine Quinte oder Quarte erhöht). Sehr oft wird der Effekt verwendet, um zweistimmige Melodien zu spielen, wofür man sonst einen zusätzlichen Gitarristen bräuchte. Dieser Effekt wird eher selten auf der Bühne oder im Studio eingesetzt, da eine reelle 2te Gitarre einfach wesentlich besser klingt. Ausnahmen gibt es natürlich, z.B. Steve Vai benutzt den Effekt gerne. Eine weitere Benutzungsvariante ist der "Detune" (= verstimmt) Modus. Hierzu wird nur geringfügig vom 2ten Signal Gebrauch gemacht, und auch meistens nur 1 Halbton verstimmt.

WahWah[Bearbeiten]

WahWah-Pedal

Nach der Verzerrung ist der Wah-Wah-Effekt wohl zweifelsfrei der beliebteste und meistgespielte Effekt den es gibt.

Der WahWah Effekt wird meist vom Gitarristen selber über ein Fußpedal gesteuert. Moderne Multieffektgeräte bieten meist ein sog. Auto-WahWah an, das aber vom Klang als auch von den Möglichkeiten dem manuellen WahWah in Form eines Fußpedals weit unterlegen ist. Es gibt aber einige 19-Zoll-Multieffektgeräte, die den Anschluss eines Midi-Fußpedals erlauben, und somit auch eine größere Kontrolle über den Klang. Bei einigen 19-Zöllern ist der Klang so gut, dass er kaum von den herkömmlichen WahWahs zu unterscheiden ist.

Der Name WahWah ist dabei eigentlich selbsterklärend, es ist die phonetische Schreibweise des Klangs der durch einen WahWah-Effekt erreicht werden kann (im Deutschen 'uWahuWah')

Funktion von WahWah[Bearbeiten]

(Diese Erläuterung bezieht sich auf Fußpedale)

Anhand eines am Pedal angebrachten Druckschalters lässt sich der WahWah-Effekt ein- und ausschalten. Hierzu wird das Pedal lediglich einmal ganz durchgetreten um ein- oder auszuschalten. Mittlerweile sind aber auch Pedale mit sog. silent "auto-off" Funktionen erhältlich, bei denen der WahWah-Effekt allein durch Berühren bzw. Nicht-Berühren des Pedals ein und ausgeschaltet werden kann.

Im Pedal ist ein Verstärker verbaut, der je nach Stellung des Pedals bestimmte Frequenzen anhebt, also verstärkt, während andere wiederum abgesenkt werden.

Zum Beispiel werden bei flacher Pedalstellung die hohen Mitten und insbesondere Höhen verstärkt, während tiefe Mitten und Bässe abgesenkt werden. Je weiter nun das Pedal geneigt wird, desto mehr tiefe Frequenzen werden verstärkt, wobei gleichzeitig mehr und mehr Höhen und hohe Mitten abgesenkt werden.

Man könnte also von einem parametrischen Equalizer sprechen.

Neuere Effektpedale bieten die Möglichkeit, verschiedene Parameter wie beispielsweise die Breite des zu verstärkenden Frequenzbandes oder den Grad der Verstärkung zu manipulieren, und bieten somit ein ziemlich breites Spektrum an unterschiedlichen Gitarrensounds.

Einsatz von WahWah[Bearbeiten]

Egal ob für markante Soli Einlagen oder "easy Reggae-Grooves", der WahWah-Effekt ist für fast alle Musikrichtungen interessant. Durch die Möglichkeit ihn als "Quasi-Midboost" zu verwenden, wirkt der Einsatz eines WahWah-Effekts aber anscheinend proportional zur Lautstärke der gesamten Combo.

Aber auch als rein akustisches Hilfsmittel kann ein WahWah-Effekt zum Einsatz kommen. Beispielsweise als sog. offenes WahWah bei dem ein WahWah-Pedal in einer Stellung arretiert wird.

Dementsprechend breit ist das Spektrum berühmter Musiker, die auf den Einsatz von WahWah Pedalen setzten. Es reicht von Virtuosen wie Jimi Hendrix (wahnsinnig intuitiver Einsatz von WahWah-Effekten bei "Voodoo Chile") über Großmeister wie Eric Clapton bis hin zu Ausnahmekünstlern wie David Gilmour. Aber auch in der modernen Punk/Rock-Szene (Green Day, Die Ärzte o.ä.) ist sowohl live als auch im Studio immer wieder ein WahWah-Effekt zu hören.

Spielen mit WahWah[Bearbeiten]

Um selber in den Genuss eines WahWah-Effektes zu kommen, bedarf es in erster Linie Geld. Ein einfaches WahWah-Pedal kann gut und gerne 150 € (Stand Juli 2005) kosten. Bei Pedalen in dieser Preiskategorie sollte die Ausgabe allerdings schon eher als Investition auf Lebenszeit gesehen werden, denn WahWah-Pedale sind elektronisch gesehen sehr einfach gestrickt und gelten allgemein als robust und beinahe unverwüstlich.

Anfangs werden viele vom recht kurzen Pedalweg überrascht sein. Um ein WahWah-Pedal richtig zu bedienen, bedarf es ein wenig "Zehenspitzengefühl". Aber im Großen und Ganzen muss das Spielen mit einem WahWah-Pedal nicht lange erlernt werden sondern gelingt meist schon nach wenigen Minuten intuitiv.

E-Bow[Bearbeiten]

Wikipedia hat einen Artikel zum Thema:
E-Bow

Viele Gitarristen wissen heute gar nicht mehr, was ein E-Bow überhaupt ist! Es handelt sich dabei um ein Gerät, das die Saiten einer E-Gitarre durch Magnetismus zum Schwingen bringt. Damit lässt sich ein sehr geigenähnlicher Sound erzielen, welcher enorm weich klingt.

Man muss dieses batteriebetriebene Gerät einfach nur über eine Saite halten und schon beginnt sie zu schwingen. Damit ist das E-Bow für besonders softe Melodiepassagen bestens geeignet. Zum Beispiel beim Lied "Wonderwall" hört man im Hintergrund ein Cello brummen, aber in Wirklichkeit ist das ein E-Bow.

Schlussbemerkung[Bearbeiten]

Obwohl vom Klang als auch von der Technik wohl einer der eher schlichten Effekte, ist der WahWah-Effekt in seiner Art und in seinen Möglichkeiten so vielfältig wie kein Zweiter.

Kurzum, ein WahWah-Effekt gehört in jeden (E-)Gitarristen Haushalt.

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