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Klassenlogik – „Mathe für Nicht-Freaks“

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Was in unserer Logik-Sprache noch fehlt, sind Mengen (Klassen[1]). Im Kapitel Prädikatenlogik haben wir im Beispiel Arithmetik zwei 1-stellige Prädikate (... ist eine natürliche Zahl) und (... ist gerade) verwendet. In der Mathematik wird aber statt die Menge der natürlichen Zahlen verwendet und statt wird ( x ist ein Element von geschrieben. Das Prädikat wird durch die Definition der Menge der geraden Zahlen überflüssig.

Die Sprache der Klassenlogik

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Wir erweitern das Alphabet der Prädikatenlogik um das Elementzeichen und um den Klassenbildungsoperator :

Definition (Alphabet der Klassenlogik)

Die Sprache der Klassenlogik hat elf Arten von Zeichen:

  1. die Aussagenkonstanten , und ,
  2. die Junktoren , , , , und ,
  3. die Klammern und und das Komma ,
  4. die Konstanten ,
  5. die Operationssymbole ,
  6. die Prädikate ,
  7. das Gleichheitszeichen ,
  8. die Variable ,
  9. die Quantoren , und mit dem Doppelpunkt ,
  10. das Elementzeichen ,
  11. den Klassenbildungsoperator .

Jedem Prädikat und jedem Operationssymbol ist eine natürliche Zahl als Stellenzahl zugeordnet.

Definition (Terme der Klassenlogik)

Die Terme der Klassenlogik werden nach folgenden Regeln gebildet:

  1. Jede Konstante und jede Variable ist ein Term.
  2. Sind Terme und ist ein -stelliges Operationssymbol, so ist ein Term.
  3. Ist eine Variable und ist eine Formel, so ist ein Term.

Es gibt keine weiteren Terme.

Definition (Formeln der Klassenlogik)

Die Formeln der Klassenlogik werden nach folgenden Regeln gebildet:

  1. Jede Aussagenkonstante ist eine Formel, und sind Formeln.
  2. Ist eine Formel, so ist auch eine Formel.
  3. Sind und Formeln, so sind auch , , , und Formeln.
  4. Sind Terme und ist ein -stelliges Prädikat, so ist eine Formel.
  5. Sind und Terme, so ist eine Formel.
  6. Ist eine Variable und ist eine Formel, so sind   ,     und     Formeln.
  7. Sind und Terme, so ist eine Formel.

Es gibt keine weiteren Formeln.

Die Regeln 1. und 2. für Terme und die Regeln 1. bis 6. für Formeln entsprechen den Regeln für die Terme und Formeln der Prädikatenlogik. Deshalb gilt:

Satz

Alle Ausdrücke der Aussagenlogik und der Prädikatenlogik sind auch Ausdrücke der Klassenlogik.

Klassenlogik und Mengenlehre

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In der Sprache der Klassenlogik kann - und wird! - üblicherweise die Elementare Mengenlehre formuliert, vgl. Mengenlehre. Damit das funktioniert müssen für und die folgenden Prinzipien gelten. Zunächst 3 Definitionen.

Definition (Leere Menge)

Definition (Allklasse)

Definition (Klassen)

Elemente sind Individuen:

Der Zusammenhang zwischen der Klassenbildung und der Elementrelation wird Abstraktionsprinzip genannt:

Abstraktionsprinzip:

In Worten: ist ein Element der Klasse genau dann, wenn die Aussage gilt.

Und für die Gleichheit von Klassen gilt das Extensionalitätsprinzip: zwei Klassen und sind gleich wenn sie dieselben Elemente haben.

Extensionalitätsprinzip:

Satz (Der Klassenbildungsoperator liefert Klassen)

Beweis (Der Klassenbildungsoperator liefert Klassen)

Das Abstraktionsprinzip liefert . Daraus folgt mit dem Extensionalitätsprinzip und mit der Definition von also . ✔