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Supremum und Infimum: Eigenschaften – „Mathe für Nicht-Freaks“

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Dieser Abschnitt ist noch im Entstehen und noch nicht offizieller Bestandteil des Buchs. Gib den Autoren Zeit, den Inhalt anzupassen!

Da das Supremum auf Mengen angewandt wird, ist eine sehr naheliegende Frage: Was passiert mit dem Supremum, wenn wir die Menge verändern? Wenn wir sie mit einer anderen Menge beispielsweise schneiden oder vereinigen, wenn wir sie größer oder kleiner machen? Hier werden wir einige Regeln kennen lernen, die dir helfen werden, mit dem Supremum zu arbeiten.

Übersicht der Regeln zum Supremum und Infimum

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Wir definieren zuerst einige Kurzschreibweisen.

Definition

Für alle Mengen A,B und alle λ definieren wir:

  • A:={x:xA}
  • λA:={λx:xA}
  • A+B:={a+b:aA,bB}
  • AB:={ab:aA,bB}

Für das Supremum und Infimum gelten folgende Regeln. Dabei ist A,B,D und f,g:D sowie λ. Im Folgenden wird immer angenommen, dass das Supremum beziehungsweise das Infimum existiert.

Regeln für das Supremum

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  • supAinfA
  • ABsupAsupB
  • sup(AB)=max{supA,supB}
  • sup(AB)min{supA,supB}
  • sup(A)=sup({x:xA})=inf(A)
  • sup({x1:xA})=(inf(A))1, falls inf(A)>0 ist.
  • sup(λA)=sup({λx:xA})=λsup(A) für λ0
  • sup(A+B)=sup({x+y:xAyB})=sup(A)+sup(B)
  • sup(AB)=sup({xy:xAyB})=sup(A)sup(B), falls A und B nur nichtnegative Elemente enthalten.
  • sup(f+g)(D)supf(D)+supg(D)
  • Es gibt eine Folge (an)n aus A mit limnan=supA.

Frage: Warum gilt nicht supAsupBAB? Finde ein Gegenbeispiel!

Ein Gegenbeispiel hierfür ist A:={1},B:={2}.

Frage: Warum gilt nicht sup(AB)=min{supA,supB}? Finde ein Gegenbeispiel!

Sei A={1,2} und B={1,3}. Dann gilt AB={1} und also supAB=1, aber supA=2 und supB=3, also min{supA,supB}=2.

Das Supremum der Summe zweier Funktionen kann kleiner als die Summe ihrer Suprema sein.

Frage: Warum gilt nicht sup(f+g)(D)=supf(D)+supg(D)? Finde ein Gegenbeispiel!

Wir setzen D:=[0,1]. Als Funktionen wählen wir f:D,xx und g:D,x1x. Also ist (f+g):D,x1. Es gilt

sup(f+g)(D)=1<1+1=supf(D)+supg(D)

Regeln für das Infimum

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  • infAsupA
  • ABinfAinfB
  • inf(AB)=min{infA,infB}
  • inf(AB)max{infA,infB}
  • inf(A)=inf({x:xA})=sup(A)
  • inf(λA)=inf({λx:xA})=λinf(A) für λ0
  • inf(A+B)=inf({x+y:xAyB})=inf(A)+inf(B)
  • inf(AB)=inf({xy:xAyB})=inf(A)inf(B), falls A und B nur nichtnegative Elemente enthalten.
  • inf(f+g)(D)inff(D)+infg(D)
  • Es gibt eine Folge (an)n aus A mit limnan=infA.

Beweis der Regeln

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In den folgenden Abschnitten werde ich die obigen Eigenschaften nur für das Supremum beweisen.

Supremum ist größer gleich dem Infimum

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Satz

Sei A eine nicht leere, beschränkte Menge. Es ist dann supAinfA.

Wie kommt man auf den Beweis?

Die Aussage bedeutet anschaulich gesprochen, dass die kleinste obere Schranke einer Menge größer oder gleich als die größte untere Schranke ist. Dies ist sinnvoll, da eine obere Schranke einer Menge immer größer oder gleich als eine untere Schranke sein sollte. Die einzige Schwierigkeit besteht nun darin, dies formal zu beweisen. Hier hilft die Anschauung, dass eine nichtleere Menge mindestens ein Element hat, welches dann zwischen Supremum und Infimum "eingequetscht" ist. Auf dem Zahlenstrahl ist die Reihenfolge auch klar, nämlich drückt das Infimum von unten, während das Supremum oben aufsitzt. Wir nehmen also das garantierte Element und "quetschen" es in eine Ungleichungskette, starten links beim Infimum und enden rechts beim Supremum. Dann haben wir aber Supremum und Infimum so getrennt, wie es der Satz will.

Beweis

Als nicht leere Menge besitzt A mindestens ein Element x. Da supA eine obere Schranke ist, ist xsupA. Analog gilt infAx. Insgesamt ist infAxsupA und damit auch infAsupA.

Abschätzung des Supremums bei Teilmengen

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Satz

Ist AB, dann ist supAsupB.

Beweis

Nach der ersten Supremumsbedingung ist supB eine obere Schranke von B, also wegen AB insbesondere auch von A, d.h. für alle xA gilt xsupB. Das Supremum von A ist aber gerade charakterisiert als die kleinste obere Schranke von A, es muss also insbesondere kleiner oder gleich supB sein.


Supremum bei der Vereinigung

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Satz

Es ist

sup(AB)=max{supA,supB}

Beweis

Ist xAB, so ist xA oder xB. Nach der ersten Supremumsbedingung gilt somit xsupA oder xsupB. Also insbesondere xmax{supA,supB}. Damit ist max{supA,supB} eine obere Schranke von AB.

Den zweiten Teil erhalten wir wie folgt: Es gilt immer supAsupB oder supBsupA. Gehen wir vom ersten Fall aus (falls wir nicht im ersten Fall sind, benennen wir unsere Mengen einfach um): Dann gilt für alle xA wegen der ersten Supremumsbedingung xsupA, aber wegen supAsupB auch xsupB und supB ist eine obere Schranke von A und nach Definition auch von B, also von AB. Dass es auch die kleinste obere Schranke ist, folgt aus der zweiten Supremumsbedingung: Jede kleinere Zahl ist keine obere Schranke mehr von B, also auch nicht von AB.

Supremum beim Schnitt

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Satz

Es ist

sup(AB)min{supA,supB}

Beweis

Dieser Teil folgt direkt aus 1. und der Tatsache, dass ABA und ABB gilt: sup(AB)supA und sup(AB)supB, also supABmin{supA,supB}. Theoretisch sind wir damit mit dem Beweis fertig, aber es ist sicherlich illustrativ, so zu überlegen, warum hier im Allgemeinen eine Ungleichheit steht.


Supremum und Multiplikation mit 1

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Satz

Es ist

sup(A)=sup({x:xA})=inf(A)

Beweis

Für alle xA gilt inf(A)x. Multiplikation der Ungleichung mit 1 ergibt gerade xinf(A). Da aber alle Elemente von A von dieser Form sind, ist inf(A) eine obere Schranke für A. Da jedoch das Supremum von A die kleinste aller oberen Schranken ist, folgt sup(A)inf(A).

Sei nun ε>0 gegeben. Nach der Definition des Infimums ist inf(A)+ε dann keine untere Schranke von A. Das bedeutet, dass ein xA existiert, sodass x<inf(A)+ε. Multipliziert man diese Ungleichung mit 1 so erhält man x>inf(A)ε. Es ist aber x ein Element in A, also kann inf(A)ε keine obere Schranke von A sein. Da unser ε beliebig gewählt war, folgt die gewünschte Gleichheit sup(A)=inf(A).

Hinweis

Aus dieser Regel erhalten wir zwischen Supremum und Infimum die Zusammenhänge sup(A)=sup((A))=inf(A) und inf(A)=(inf(A))=sup(A).

Supremum und Multiplikation mit einem nicht negativen Skalar

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Satz

Für λ0 gilt

sup(λA)=sup({λx:xA})=λsup(A)

Beweis

Ist λ=0, so gibt es nicht viel zu zeigen, denn λA=0A={0} und sup({0})=0=0sup(A).

Wir können also im Weiteren λ>0 voraussetzen. Für alle xA gilt xsup(A). Multiplikation der Ungleichung mit λ ergibt gerade λxλsup(A). Da aber alle Elemente von λA von dieser Form sind, ist λsup(A) eine obere Schranke für λA. Da jedoch das Supremum von λA die kleinste aller oberen Schranken ist, folgt sup(λA)λsup(A).

Sei nun ε>0 gegeben und wir definieren ε:=ελ. Dies ist erlaubt, da wir λ>0 voraussetzen. Nach der Definition des Supremums ist sup(A)ε dann keine obere Schranke von A. Das bedeutet, dass ein xA existiert, sodass x>sup(A)ε. Multipliziert man diese Ungleichung mit λ so erhält man

λx>λsup(A)λε=λsup(A)λελ=λsup(A)ε

Es ist aber λx ein Element in λA, also kann λsup(A)ε keine obere Schranke von λA sein. Da unser ε beliebig gewählt war, folgt die gewünschte Gleichheit sup(λA)=λsup(A).

Supremum und Summen

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Satz

Es ist

sup(A+B)=sup({x+y:xAyB})=sup(A)+sup(B)

Beweis

Jedes Element zA+B besitzt die Form z=x+y für ein xA und ein yB. Nach der Definition des Supremums gilt xsup(A) und ysup(B). Addition der beiden Ungleichungen ergibt z=x+ysup(A)+sup(B). Also ist sup(A)+sup(B) eine obere Schranke für A+B. Da jedoch das Supremum von A+B die kleinste aller oberen Schranken ist, folgt sup(A+B)sup(A)+sup(B).

Sei nun ε>0 gegeben und wir definieren ε:=ε2. Nach der Definition des Supremums ist sup(A)ε dann keine obere Schranke von A und sup(B)ε keine obere Schranke von B. Das bedeutet, dass ein xA und ein yB existieren, sodass x>sup(A)ε und y>sup(B)ε. Durch Addition beider Ungleichungen erhält man

x+y>sup(A)+sup(B)2ε=sup(A)+sup(B)2ε2=sup(A)+sup(B)ε

Es ist aber x+y ein Element in A+B, also kann sup(A)+sup(B)ε keine obere Schranke von A+B sein. Da unser ε beliebig gewählt war, folgt die gewünschte Gleichheit sup(A+B)=sup(A)+sup(B).

Supremum und Produkte

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Satz

Falls A und B nur nicht negative Elemente enthalten, ist

sup(AB)=sup({xy:xAyB})=sup(A)sup(B)

Beweis

Jedes Element zAB besitzt die Form z=xy für ein xA und ein yB. Nach der Definition des Supremums gilt xsup(A) und ysup(B). Multiplikation der beiden Ungleichungen ergibt z=xysup(A)sup(B). Also ist sup(A)sup(B) eine obere Schranke für AB. Da jedoch das Supremum von AB die kleinste aller oberen Schranken ist, folgt sup(AB)sup(A)sup(B).

Ist sup(A)=0 oder sup(B)=0, so folgt A={0} oder B={0}, denn es wurden alle Elemente aus A und B als nicht negativ also größer oder gleich Null vorausgesetzt. Damit folgt sofort sup(AB)=0.

Im Folgenden kann man also sup(A)>0 und sup(B)>0 voraussetzen. Sei nun ε>0 gegeben. Dann können wir nach dem vorangehenden Satz ohne Probleme εA:=ε2sup(B) und εB:=ε2sup(A) definieren.

Nach der Definition des Supremums ist sup(A)εA dann keine obere Schranke von A und sup(B)εB keine obere Schranke von B. Das bedeutet, dass ein xA und ein yB existieren, sodass x>sup(A)εA und y>sup(B)εB. Durch Produktbildung beider Ungleichungen erhält man

xy>(sup(A)εA)(sup(B)εB)=sup(A)sup(B)ε2sup(B)sup(B)ε2sup(A)sup(A)+εAεB=sup(A)sup(B)ε2ε2+εAεB=sup(A)sup(B)ε+εAεB>sup(A)sup(B)ε

Man beachte das >-Zeichen im letzten Schritt. Hierbei wurde εAεB>0 verwendet. Nun ist xy ein Element in AB, also kann sup(A)sup(B)ε keine obere Schranke von AB sein. Da unser ε beliebig gewählt war, folgt die gewünschte Gleichheit sup(AB)=sup(A)sup(B).

Supremum der Summe zweier Funktionen kleiner gleich der Summe der Suprema dieser Funktionen

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Satz

Es gilt sup(f+g)(D)=sup({f(t)+g(t):tD})supf(D)+supg(D)

Beweis

Es gilt

sup(f+g)(D)= sup({f(t)+g(t):tD}) supAsupB für AB sup({f(t)+g(s):t,sD})= sup({a+b:af(D),bg(D)}) sup(A+B)=supA+supB= supf(D)+supg(D)


Existenz einer Folge (an)n in A mit limnan=supA

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Satz

Wenn supA existiert, dann gibt es eine Folge (an)n in A mit limnan=supA.

Beweis

Wir erinnern und an den zweiten Teil der Definition des Supremums, die Epsilon-Definition: Für alle ϵ>0 gibt es ein aA mit a+ϵ>supA.

Folglich gibt es für alle n ein anA mit an+1n>supA. Da alle an aus A sind, gilt auch ansupA. Damit ergibt sich für alle n:

1n>supAan0

Nach dem Sandwichtheorem gilt also limnan=supA.