Gitarre: Gadd4

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Harmonietechnische Tücken eines 4er-Akkordes wurden schon in der letzten Lektion angesprochen. Erfahrungsgemäß vergisst man die Musiktheorie gerne, so dass man sich einplanen sollte, die Lektion später noch einmal zu wiederholen. Dann wird das, wovon man jetzt nur eine grobe Vorstellung hat einige Aha-Erlebnisse auslösen. Von den einfachen 4er-Akkorden gibt es für die Gitarrenpraxis fünf Akkorde. Für die anderen Varianten verwendet man in der Regel einen Barré-Akkord.

Das heißt, es gibt noch einen einfachen 4er-Akkord.

Gsus4 bzw. Gadd4[Bearbeiten]

Uns interessiert im ersten Moment nicht, ob das nun als Sus4 oder Add4 zu interpretieren ist, sondern nur, welcher Ton die 4 ist. Auch wenn man mit einem Blick nach unten sehen könnte, wie man diesen greift, sollte man doch mal versuchen, diesen Akkord selbst zu ermitteln.

Zuerst zählt man ab, welcher Ton die Quarte (also der vierte Ton) von G aus ist.

G A H C – also ein C

Dann ermittelt man, wo sich auf der Gitarre überall das C befindet, indem man sich erinnert, wo die Grundtöne beim C-Dur-Akkord sind.

Crd C.svg

Es steht also das C unter dem Ringfinger oder unter dem Zeigefinger des C-Dur-Akkordes zur Verfügung.

Nachdem man den G-Dur-Akkord gegriffen hat, stellt sich nur eine Variante als praktikabel heraus.

Crd Gadd4 320010.svg

Gadd4 ist also ein G-Dur-Akkord mit noch zusätzlich einem C mit dem Zeigefinger gegriffen wird.

Man darf sich nicht wundern, wenn dieses G4 mit Gsus4 bezeichnet wird, obwohl die Dur-Terz eigentlich noch enthalten ist. (Der Ton H auf der A-Saite 2.Bund). Auf einem Klavier ist es leichter zwischen Sus- und Add-Akkorden zu unterscheiden. Auf der Gitarre lassen sich aber nicht alle Intervallstrukturen darstellen, die man auf einer Tastatur greifen kann. Man müsste rein theoretisch entweder einzelne Saiten (wie hier bei unserem Beispiel der Ton H auf der zweiten Saite von oben) abdämpfen oder (bei anderen Akkorden) mehrere Töne gleichzeitig auf einer einzigen Gitarrensaite spielen können. Da dieses aber nicht möglich ist, geht der Gitarrist Kompromisse ein, mit denen man jedoch im Musikalltag ganz gut leben kann. Wer aber aus klanglichen Gründen lieber einen Gsus4 anstelle eines Gadd4 haben möchte, der lege den Ringfinger gerade so weit um, dass die A-Saite leicht berührt, und damit gedämpft wird.

Wo setzt man Sus-Akkorde ein[Bearbeiten]

Pausenfüller[Bearbeiten]

Sus4 Akkorde (oder Add4) können eine einfache Verzierung für einen Pausenfüller sein.

Beispiel: Über den Wolken
G Wind Nord- G ost Startbahn 0- Am 3 Am (Pause) D - bis hier hin D hör ich die Mo- G toren (Pause) G4 (Pause)
G (Pause) Wie ein G Pfeil zieht sie vor- Am bei D und es dröhnt in meinen G Ohren G4


So einfach die Akkordfolge bei diesem Lied auch ist, die meisten haben am Anfang Schwierigkeiten, die Pausen richtig einzuhalten. Bei diesem Beispiel wurden die Akkorde für jeden einzelnen Takt angegeben. Wir sehen, dass jede Zeile des Liedes mit zwei G-Dur-Akkorden endet und die nächste Zeile wieder mit zwei G-Dur-Akkorden beginnt. Das macht insgesamt vier "G" die hintereinander gespielt werden. Da läuft man schnell mal in Gefahr, ein "G" unter den Tisch fallen zu lassen. Leider wird damit die schöne 8er-Einteilung der Takte unterbrochen.

Wenn man aus dem letzten G jeder Zeile ein Gsus4 macht, dann fällt es einem erfahrungsgemäß viel leichter das richtige Zeitmaß einzuhalten. Und ganz nebenbei hört sich das Lied gleich viel interessanter an.

Quartvorhalt[Bearbeiten]

Das ist eine häufig anzutreffende Schlusswendung bei Liedern. Man spielt einen Dominantsept-Akkord (Dur7-Akkord) um den Schluss eines Musikstückes anzukündigen. Doch man zögert den eigentlichen Schluss der Tonika (Grundakkord) heraus, indem man der Tonika noch die Quarte dazwischenschaltet.

Beispiel
Crd D7.svgCrd Gadd4 320010.svgCrd G.svg

Der D7-Akkord kündigt den Schluss einer Musikpassage an. Man erwartet die Tonika G-Dur. Der Ton C vom D7-Akkord bleibt jedoch noch etwas stehen, und formt mit den Tönen vom G-Dur-Akkord einen Gsus4. Dieser Akkord wirkt noch nicht ganz fertig, weil er sich durch die fehlende (Dur-)Terz nicht richtig entscheiden kann, ob er Dur oder Moll ist. Es hört sich förmlich so an, als würde einem der Schluss (mit der Dur-Terz) noch ein wenig vor-ent-halten. Optimalerweise klingt der Ton H im Bass nicht mit. Dann wäre es ein echter Sus4-Akkord. Allerdings wird er oftmals aus rein grifftechnischen Gründen einfach mitgegriffen, und man spielt einfach einen Gadd4, obwohl eigentlich ein Gsus4 angebrachter wäre.

Der D7 bremst das Musikstück aus. Durch den Quartvorhalt rollt die Melodie noch ein wenig aus, bevor das Lied dann endlich bei der Tonika zum stehen kommt.

Kurzschreibweise für eine Quartvorhalt[Bearbeiten]

In der letzten Lektion haben wir gelernt, dass die Quarte(4) die Terz(3) ersetzt. Bei einer Quartvorhalt wird die Terz nur vorübergehend ersetzt, dann aber "freigegeben".Man kann dieses in der Musik folgendermaßen abkürzen:

G4-3

Gemeint ist hier ein Gsus4-Akkord der sich zu einem einfachen G-Dur hin auflöst.

Stellvertreter der Subdominante[Bearbeiten]

In manchen Liedern gibt es die Möglichkeit von der Tonika zur Subdominante zu wechseln, es muss aber nicht unbedingt sein. Dann passt an dieser Stelle sehr oft ein Sus4-Akkord.

Bei dieser Schlusswendung D7 Gsus4 C kann man auch versuchen, den Quartvorhalt G7 durch die Subdominante C-Dur zu ersetzen.

Crd D7.svgCrd C.svgCrd G.svg

Umgekehrt klappt es oft, die Subdominante C beim so genannten "Kirchenschluss" (den man oft beim "Amen" eines Kirchenliedes wiederfindet) durch einen Quartvorhalt Gsus4 zu ersetzen.

Dabei hat der Quartvorhalt D7 Gsus4 G eine schwächere Schlusswirkung als der Kirchenschluss D7 C G. Man könnte beispielsweise den Quartvorhalt jeweils am Ende einer Strophe einsetzen und den Kirchenschluss am Ende des ganzen Liedes. Probiere es einfach mal aus.

Melodieverlauf nachzeichnen[Bearbeiten]

Manchmal wird mit der zusätzlichen Quarte auch einfach die Melodie nachgezeichnet.

Beispielsweise
//: D Bru- D2 der D Jakob :// - //: D Schläfst D4 du D noch? ://
//: D Hörst du nicht D4 die D Glocken? :// - //: D Ding Ding Dong ://
Weitere Beispiele
  • Schluss von "(C4) Yester- (C) day" (Beatles)
  • (D) Come now is the time to (D4)wor- (D) ship (Sacro-Pop)
  • Sloop Jon B. (siehe unten)

Damit sind noch nicht alle Einsatzmöglichkeiten eines 4er-Akkordes abgedeckt, aber der Überblick sollte ausreichen, um einen Sus4- oder Add4-Akkord klanglich einzuordnen.

Sus4 passt nicht immer[Bearbeiten]

Ein Sus-Akkord kann beim Grundakkord (Tonika) und auch bei der Dominante (Dur7-Akkord) vorkommen. Doch ein 4er-Akkord kommt in der Regel nicht bei der Subdominante (vierte Akkordstufe einer Dur-Tonleiter) vor.

Solltest du nicht mehr wissen, was Tonika, Dominante und Subdominante ist, lese es noch mal im Lagerfeuerdiplom bei der zweiten Lektion nach.

Warum das nicht funktioniert, will ich dir am G-Dur-Akkord erläutern. Beim Gsus4 kommt der Ton C als Quarte vor. G-Dur kann der Grundakkord (Tonika) der Tonart G-Dur sein. In der G-Dur-Tonleiter kommt ein C vor, also passt dort auch ein Gsus4. In der Tonart C-Dur ist der Akkord G die Dominante. Da brauchen wir noch nicht einmal nachzurechnen, ob die Quarte C beim Gsus4 mit in die Tonleiter passt. Wenn jedoch G-Dur die Subdominante der Tonart D-Dur ist, dann hört sich ein Gsus4 meist schräg an. In der D-Dur-Tonleiter kommt kein C vor, sondern ein C#. Also passt in der Regel kein Gsus4 in der Tonart D-Dur, weil der Ton C dort einfach stören würde.

Bei den Akkordbildern siehst du, dass die Quarte bei Sus4-Akkorden gelb dargestellt wird. Wie die Ampelfarbe soll dich das Gelb zur Vorsicht mahnen, da die Quarte nicht in jeder Tonart passt.

Liedervorschlag[Bearbeiten]

Einfache Sus4- bzw. Add4-Akkorde[Bearbeiten]



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To-Do:

weitere passende Beispiele müssen noch gesucht werden

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