Gitarre: C7

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Der C7-Akkord[Bearbeiten]

Crd C7 032310.svg

C7 ist die Dominante der F-Dur-Tonleiter. Wenn man noch nicht das Rockdiplom gemacht hat, dürfte die Tonart F-Dur mit ihren Barré-Akkorden noch zu schwer sein. Ohne Barré-Akkorde kann man in der Tonart F-Dur nur Lieder spielen, bei denen die Akkorde F Dm C Am und C7 vorkommen. Jedoch gibt es einige Lieder (vor allem Kinder- und Volkslieder), die nur mit dem Wechsel F und C7 auskommen.

Die Septime von C[Bearbeiten]

Stimmton H

Nun muss man noch feststellen, auf welchem Ton der kleine Finger zu liegen kommt. Er ist einen Bund vor dem Ton H, den wir noch vom Stimmen der Gitarre her kennen, und einen Bund nach dem Ton A (Ringfingerregel beim Am-Akkord). Im Deutschen heißt dieser Ton B, im Englischen bezeichnet man diesen Ton mit Bb bzw. Bb[1]. Unser deutsches H stammt noch aus einer Zeit, in der man noch nicht mit Versetzungszeichen gearbeitet hat. Und das B (englisch Bb) taucht bei uns in der Tonart F-Dur, also in der F-Dur-Tonleiter auf. Systematisch bringt uns das mit dem ganzen anderen System der Vorzeichen durcheinander, aber das ist ein Umstand, mit dem wir Deutschen leben müssen.

C7 als Zwischendominante[Bearbeiten]

Der C7-Akkord kann außerhalb der F-Dur-Tonleiter als Zwischendominante vorkommen. Es kommt zu einem Rollentausch. In der Tonart C-Dur kann der Grundakkord C (die Tonika) kurzfristig zu einer (Zwischen-)Dominante werden und das tonale Zentrum auf die Subdominante F-Dur verlagern; für einen Moment tut man mal so, als ob F-Dur die Tonika sei. Diese kurze Ausweichung wird in der Regel kurz darauf wieder aufgelöst. Durch die Septime des C7-Akkordes taucht auf einmal der Ton Bb[2] zumindest in der Begleitung auf, obwohl dieser normalerweise nicht in der Tonart C-Dur vorkommt.

Man kann den "Rollentausch" der Tonika und Subdominante recht schön am Blues-Schema vorführen.

C C C C7
F F C C
G F C G7

Die ersten drei C-Dur-Akkorde sind eindeutig die Tonika. Der vierte C-Akkord wechselt seine Rolle und wird zur (Zwischen-) Dominante für den Akkord F (der eigentlich die Subdominante von C-Dur ist.) F-Dur bildet für einen kleinen Moment das tonale Zentrum, gibt aber seine Führungsrolle gleich wieder an den darauffolgenden C-Dur-Akkord ab. Der Tonartenwechsel ist so kurzfristig, dass man in diesem Fall nicht von einer Modulation sprechen kann. Es handelt sich hierbei um eine kurze Ausweichung.

Die Quinte fällt unter den Tisch[Bearbeiten]

Der Ton Bb liegt auf der G-Saite und verdeckt somit den Ton G. Leider befindet sich auch auf keiner anderen Saite der Ton G, so dass die Quinte nun in diesem Akkord fehlt. Es gibt leider in dieser Position keine wirklich brauchbare Griffweise, um sowohl die Septime, als auch die Quinte von C7 darzustellen. Also lässt man einen Ton weg, auf den man am ehesten verzichten kann. Auf den Grundton verzichtet man nur in Ausnahmefällen. Die Terz gibt Auskunft darüber, ob es sich um einen Dur- oder Moll-Akkord handelt. Die 7 zeigt beim Dur-Akkord an, dass es sich um eine Dominante oder zumindest um eine Zwischendominante handelt, und sorgt für einen Spannungsaufbau. Demnach kann man am ehesten auf die Quinte verzichten, ohne dass es dem Zuhörer groß auffallen würde. Als Gitarrenspieler muss man eben manchmal grifftechnische Kompromisse eingehen.

Liederbeispiele[Bearbeiten]


  1. Bb wird im englischen "B-flat" (flaches B) ausgesprochen. Sollte sich einmal auch in Deutschland die internationale Bezeichnung durchsetzen, so müsste man diesen Ton - analog zu den übrigen erniedrigten Tönen - "Bes" aussprechen.
  2. Da es immer zu Verwechslungen zwischen dem englischen B und dem deutschen B kommen kann, hat sich eine gemischte Schreibweise eingebürgert. Bb bezeichnet immer den Halbtonschritt nach dem Ton A, und H bezeichnet immer den Halbtonschritt vor dem Ton C. Verwechslungen beim Buchstaben B sind damit praktisch ausgeschlossen.
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