Inkscape/ Frei gestaltbare Farbverläufe

Aus Wikibooks
Wechseln zu: Navigation, Suche


Navigation: Index —   Erste Grafik zeichnenMein erstes IconEin Tag am StrandKleine MonsterEin Button für die HomepageGlasränderGemeinsames Zeichnen



Inkscape als auch SVG stellen von sich aus nur zwei Arten von Farbverläufen (Gradienten) zur Verfügung. Dies sind der lineare Farbverlauf und der radiale Farbverlauf. In vielen Fällen sind diese bereits ausreichend. Bei realistischeren Zeichnungen, z. B. von Menschen, reichen diese aber nicht mehr aus, um die weich und unregelmäßig verlaufenden Schattierungen darzustellen. Daher soll hier eine einfache Technik vorgestellt werden, die es erlaubt nahezu jegliche Form von Farbverlauf mit recht einfachen Mitteln zu konstruieren.

Benötigte Vorkenntnisse[Bearbeiten]

Blurring
Die neueren Versionen von Inkscape beherrschen das Weichzeichnen (blurring) von Objekten und Objektgruppen. Meist wird diese Fähigkeit genutzt um weiche Schatten zu erzeugen.
Clipping
Mit Hilfe von Clipping (Ausschneidepfad) kann man den Zeichenbereich eines Objekts auf das innere eines Pfades begrenzen. So wird das Objekt außerhalb des Pfades nicht dargestellt.

Vorgehensweise[Bearbeiten]

  1. Als erstes erstellt man die Fläche die gefüllt werden soll. In diesem Beispiel ein krummes Viereck.
  2. Nun zeichnet man sich ein zusätzlichen geschlossenen Pfad, der teilweise innerhalb und außerhalb der Fläche liegt. Zur Vereinfachung ist dies hier ein Dreieck.
  3. Anschließend wählt man die Fläche und dupliziert (Strg+D) oder klont (Alt+D) sie. Sie sollte auf jedem Fall über dem "Dreieck" liegen. (Das Klonen hat den Vorteil, das man später ohne Probleme die Fläche in der Kontur verändern kann, da der Ausschneidepfad sich ebenfalls mit verändert)
  4. Man wählt beide Objekte aus und setzt das oben liegende als Ausschneidepfad. Dazu wählt man im Menu den Eintrag "Objekt-> Ausschneidepfad -> setzen".
  5. Nun wird das "Dreieck" nur noch innerhalb des Ausschneidepfades angezeigt. Diesem gibt man eine Füllung/Farbe, entfernt die Konturlinie und lässt es weichzeichnen. Dabei wird man bemerken, das es nicht über den Rand hinaus weichgezeichnet wird.
  6. An dieser Stelle eine Warnung. Das "Dreieck" sollte nur noch mit dem Node/Knoten-Tool bearbeitet werden. Andere Änderungen hätten zur Folge, dass sich der Ausschneidepfad verändert.
  7. Nun kann man den Farbgradienten mit dem Nodetool und dem Blur-Regler steuern.

Hinweis: Um weitere Schattierungen einzufügen ist es nicht nötig, den ganzen Vorgang zu wiederholen. Es reicht einfach das "Dreieck" zu duplizieren. Anschließend kann man diesem eine andere Farbe, Position und einen Blurwert geben.

Verwendungsmöglichkeiten und Defizite[Bearbeiten]

Weiche Schattierungen bei einer Anime-Figur

In nebenstehenden Bild wurde diese Technik intensiv angewendet. Dabei entsteht allerdings das Problem, das der Blur-Filter ziemlich langsam ist. Daher ist es ratsam mit verschiedenen Ebenen zu arbeiten, sodass zumindest beim Editieren, die Performance nicht zu sehr leidet, wenn man gerade nicht benötigte Teile ausblendet.