Definition der Matrix – Serlo „Mathe für Nicht-Freaks“

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Motivation und Einleitung[Bearbeiten]

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To-Do:

Sobald die Einordnung in das Buch fest steht schreiben.

Was sind denn nun Matrizen?[Bearbeiten]

Zunächst ist eine Matrix einfach ein rechteckiges Schema, in das Zahlen (oder andere mathematische Objekte) eingetragen werden. Das ist wie eine Tabelle, in der in jeder Zelle genau eine Zahl steht.

Beispiel

Ein Beispiel für eine Matrix ist .

Das gesamte Zahlenschema bezeichnen wir mit . Die Objekte, die in der Matrix stehen, nennen wir ihre Komponenten oder ihre Einträge.

Die jeweils nebeneinander stehenden Einträge bilden eine Zeile der Matrix, die jeweils untereinander stehenden Einträge bilden eine Spalte. Die obige Matrix besitzt 3 Zeilen und 2 Spalten. Wir bezeichnen sie als eine -Matrix, um ihre "Größe" anzugeben. Man sagt dazu auch Typ der Matrix.

Die Komponente, die in der -ten Zeile und in der -ten Spalte steht, wird mit bezeichnet. Für die Matrix ist daher etwa und .

Hinweis

Achtung, hierbei ist die Reihenfolge der Indizes wichtig! Merkregel: Zeile zuerst, Spalte später!

Nun können Matrizen aber nicht nur Zahlen enthalten. Möchte man allgemein eine Matrix vom Typ mit Einträgen aus der Menge angeben, so schreibt man . In diesem Fall heißt eine Matrix vom Typ über .

Gleichheit von Matrizen[Bearbeiten]

Es ist natürlich wichtig zu wissen, wie wir die Gleichheit von Matrizen definieren. Es muss klar sein, was wir meinen, wenn wir sagen, zwei Matrizen seien gleich. Die Definition dafür ist naheliegend:

Definition (Gleichheit von Matrizen)

Zwei Matrizen und sind genau dann gleich, wenn folgende beiden Eigenschaften erfüllt sind:

  1. die beiden Matrizen sind vom gleichen Typ, d.h. sie besitzen die gleiche Anzahl von Zeilen und Spalten.
  2. die beiden Matrizen stimmen in jedem ihrer Komponenten überein, d.h. es gilt

Hinweis

Matrizen von verschiedenem Typ können nicht gleich sein. So ist beispielsweise die Nullmatrix vom Typ nicht gleich der Nullmatrix vom Typ , auch wenn wir sie mit dem gleichen Namen bezeichnet haben.

Beispiele[Bearbeiten]

Beispiel (Matrizen über )

ist eine -Matrix.

Hier ist beispielsweise .

ist eine -Matrix.
ist eine -Matrix.
ist eine -Matrix.

Beispiel (Matrix über )


Transponierte Matrix[Bearbeiten]

Definition

Sei eine Matrix in . Dann definieren wir die transponierte Matrix als .

Beispiel

Sei und definiere

.

Dann ist ihre Transponierte Matrix gegben durch

.

Einige Spezialfälle[Bearbeiten]

Zeilenvektoren[Bearbeiten]

Matrizen vom Typ werden meist (Zeilen-)Vektoren genannt und mit nur einem Index geschrieben, also

.

Spaltenvektoren[Bearbeiten]

Matrizen vom Typ werden meist (Spalten-)Vektoren genannt und mit nur einem Index geschrieben, also

.

Nullmatrizen[Bearbeiten]

Eine Matrix, bei der jeder Eintrag ist, wird Nullmatrix genannt.

Hinweis

Achtung, es gibt nicht nur eine Nullmatrix, sondern zu jeder zu Grunde liegenden Menge und jedem Typ eine eigene Nullmatrix.

Beispiel (Verschiedene Nullmatrizen)

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To-Do:

Für Punkt 4: Was ist wenn die Menge gar keine "Null" hat?

Quadratische Matrizen[Bearbeiten]

Matrizen mit gleicher Zeilen- und Spaltenanzahl heißen quadratische Matrizen. Eine typische quadratische Matrix hat die Gestalt:

Aufgrund ihrer speziellen Gestalt können nun unter den quadratischen Matrizen einige weitere interessante Spezialfälle auftreten.

Diagonalmatrizen[Bearbeiten]

Bei Diagonalmatrizen handelt es sich um quadratische Matrizen, die höchstens auf der Diagonalen (von links oben nach rechts unten) von Null verschiedene Einträge besitzen, d.h. falls .

Die allgemeine Gestalt der Diagonalmatrix ist:

Beispiel (Diagonalmatrix)

Wie wir später sehen werden, sind Diagonalmatrizen besonders wichtig, wenn wir sie als lineare Abbildung auf einem endlich dimensionalen Vektorraum verstehen. Die Matrixmultiplikation und die Berechnung der Inversen sind bei einer Diagonalmatrix einfacher durchzuführen als bei einer voll besetzten Matrix.

Einheitsmatrizen [Bearbeiten]

Die Einheitsmatrix ist ein Spezialfall der Diagonalmatrizen. Sie ist nämlich diejenige Diagonalmatrix, bei der alle Einträge in der Diagonale gleich 1 sind, d.h.

und .

Die allgemeine Gestalt der Einheitsmatrix ist:

Definition (Kronecker-Symbol)

Wir definieren das Kronecker-Symbol für durch und .

D.h. das Kronecker-Symbol ist immer gleich 0, wenn es sich um zwei verschiedene Indizes handelt und gleich 1, bei gleichen Indizes. Dann lässt sich die Einheitsmatrix schreiben als .

Dreiecksmatrizen[Bearbeiten]

Unter einer Dreiecksmatrix wollen wir eine quadratische Matrix verstehen, die sich dadurch auszeichnet, dass alle Einträge unterhalb bzw. oberhalb der Hauptdiagonale null sind.

Sind die Einträge oberhalb der Hauptdiagonale gleich null, dann heißt die Matrix untere Dreiecksmatrix. Sind dagegen die Einträge unterhalb der Hauptdiagonale gleich null, dann heißt die Matrix obere Dreiecksmatrix.

Die allgemeine Gestalt der unteren Dreiecksmatrix ist:

Die allgemeine Gestalt der oberen Dreiecksmatrix ist:

Dreiecksmatrizen spielen unter anderem beim Lösen von Linearen Gleichungssystemen eine wichtige Rolle. Darauf gehen wir genauer in einem späteren Kapitel ein.

Symmetrische Matrizen[Bearbeiten]

Eine quadratische Matrix heißt symmetrisch, wenn sie gleich ihrer transponierten Matrix ist, d.h. wenn gilt: Dies gilt genau dann, wenn .

Beispiel (Symmetrische Matrix)

Anschaulich bedeutet , dass die Einträge der Matrix längs der Diagonalen gespiegelt werden.