Autofahren (Schweiz): Weg zum Führerschein

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Um in der Schweiz Autofahren zu können, brauchst du man einen Ausweis (Kategorie B); dieser ist gültig für PKWs bis 3,5 Tonnen.

Folgende Schritte musst du gehen:

  • Nothelferkurs

Der Nothelferkurs ist für alle obligatorisch, die noch keinen Ausweis (Kat. A1/B) besitzen; dieser nimmt 10 Stunden in Anspruch. Der Ausweis ist dann 6 Jahre gültig und muss spätestens bei Anmeldung zur Theorieprüfung beigelegt werden.

  • Lehrfahrausweis bestellen

Du musst das Formular "Gesuch um Erteilung eines Lernfahrausweises" bei deiner Wohnortsgemeinde besorgen oder auf der Homepage deiner Behörde downloaden, ausfüllen (inkl. Sehtest beim Optiker und farbigem Passfoto) und auf deiner Wohnortsgemeinde persönlich abgeben (Ausweis mitnehmen). Die Gemeinde bestätigt deine Personalien und schickt das Formular an die MFK. Dieser Vorgang ist kostenpflichtig.

  • Theorie lernen

Der Theorieunterricht, der von den meisten Fahrschulen angeboten wird, ist freiwillig und muss nicht gemacht werden. Er vermittelt aber Basiswissen, das nur durch üben der Fragen durch nachfolgende Programme, nicht vermittelt wird. Dabei ist es wichtig zu wissen warum etwas so ist. Man kann sich dieses Wissen selber aneignen oder man besucht einen Kurs bei einem Fahrlehrer. Dadurch können einige Fahrstunden eingespart werden, womit man die Kosten für den Kurs schnell wieder drin hat. Der einfachste und kostengünstigste Weg die Theorie zu lernen, ist im Internet. Es gibt viele Seiten, auf der mit guten Lernsystemen gelernt werden kann. Einige sind kostenlos, andere kosten.

Lernsystemvergleich:


  • Theorieprüfung

Du musst dich bei der Motorfahrzeugkontrolle (MFK) zusammen mit deinem Nothelferausweis anmelden. Die Prüfung umfasst 50 Fragen (150 Punkte möglich), davon darf man maximal 15 Fehler haben. (Sie gilt für alle, die noch keinen Ausweis in der Kategorie A1 besitzen.)

  • Lernfahrausweis (LFA)

Wenn die Theorieprüfung bestanden ist, wird der Lernfahrausweis ausgestellt. Dieser ist 2 Jahre für Kategorie B gültig. Damit bist du aber nicht berechtigt andere Fahrzeuge, z.B. Motorrad zu fahren. Im Ausland (z.B. Deutschland oder Frankreich) gibt es dieses System mit dem Lernfahrausweis gar nicht, dort wird nur mit dem Fahrlehrer oder mit Privatpersonen auf Speziellen Übungsplätzen gelernt. Darum ist der Lernfahrausweis im Ausland auch nicht gültig.

  • Verkehrskundekurs (VKU)

Der Verkehrskundekurs umfasst 4 mal 2 Stunden und ist obligatorisch für alle die noch keinen Ausweis (Kat. A1/B) besitzen. Die Kursbestätigung ist zwei Jahre gültig und muss der Anmeldung zur praktischen Prüfung beigelegt werden. Der Kurs wird von den Fahrschulen angeboten. Du musst diesen Kurs vor der Praktischen Prüfung absolvieren, doch ich empfehle dir, dich gleich nach bestandener Theorieprüfung an diesem Kurs anzumelden, da du dort viel über die richtige Blicktechnik, gefahren auf der Strasse, ökologisches Fahren usw. erfährst.

  • Fahrstunden
"L"-Schild

Fahrstunden bei einem Fahrlehrer sind zwar freiwillig, aber es ist kaum ohne möglich. Durchschnittlich werden 15 bis 20 Fahrstunden bei einem Fahrlehrer (mit privatem üben zwischendurch) benötigt, um die Praktische Führerprüfung zu bestehen. Dies nimmt ein halbes Jahr in Anspruch. Leute mit viel Talent brauchen ca. 10 bis 12 Fahrstunden (à 75min) beim Fahrlehrer. Dies kommt aber nur selten vor.

Die private Begleitperson muss mindestens 23 Jahre alt und 3 Jahre im Besitz eines unbefristeten Führerausweises Kat. B sein. Ich empfehle dir, dass du das Anfahren vorerst privat auf einem grossen Parkplatz übst. Gehe dann zum Fahrlehrer deiner Wahl und übe dann mit z.B. deinen Eltern genau das, was du in der letzten Fahrstunde gelernt hast. Mach dir dazu nach jeder Fahrstunde Notizen zu deiner Gedankenstütze oder lies die Automatismen in diesem Buch nochmal durch. Und denke daran, DU sagst deinem privaten Beifahrer wie die Übung funktioniert. Mit der Zeit gehen Abläufe vergessen oder man eignet sich eigene Abläufe an. Nur weil jemand 20 Jahre Unfallfrei gefahren ist, bedeutet das nicht das er fahren kann oder eine praktische Führerprüfung bestehen würde.
Während privaten Fahrstunden und auch Fahrstunden mit dem Fahrlehrer muss immer ein "L" gut ersichtlich am Heck des Fahrzeuges angebracht sein. Sobald aber jemand mit dem normalen Führerschein das Steuer übernimmt, musst du dieses wieder entfernen. Diese L-Schilder kannst du bei fast jeder Tankstelle erwerben, heutzutage sind diese magnetisch und du kannst sie ganz leicht an die Karosserie heften.

  • Praktische Führerprüfung

Du fährst mit Fahrschul- oder Privatauto und Experte die Prüfung. Die Prüfung dauert ca. 45 Minuten. Lass dich nicht von dem Experten einschüchtern, er ist auch nur ein Mensch. Eine genaue Beschreibung dazu findest du im Kapitel Die Führerprüfung. :)

  • Ausstellung des Führerausweises

Nach bestandener Führerprüfung stellt dir das Strassenverkehrsamt den neuen Ausweis im Kreditkartenformat innerhalb von 10 Tagen aus. Einige StVA's können den Ausweis auch direkt ausstellen. In der Zwischenzeit bist du mit dem abgestempelten Lernfahrausweis fahrberechtigt. Bis zum Erhalt des definitiven Ausweises wird von Auslandsfahrten abgeraten.

  • Zwei-Phasen-Ausbildung

Ab dem 01.12.2005 ist diese Ausbildung für alle obligatorisch, die noch keinen Ausweis haben. Du musst diese innerhalb der 3-jährigen Probezeit besuchen, ansonsten kannst du wieder von vorne anfangen.

Kosten in der Schweiz für den Autofahrausweis Kat. B: Online Kostenrechner mit den Preisen der Kantonalen Strassenverkehrsämtern sowie der Fahrschulkosten nach Kanton: https://www.fahrlehrer.ch/kostenrechner-preise-fuehrerausweis-auto-kat-b


Von dieser Seite gibt es schon eine Version für das Buch "Autofahren in Deutschland".