Fortran: Druckversion
Einleitung
[Bearbeiten]
Fortran ist eine Programmiersprache, die insbesondere für numerische Berechnungen eingesetzt wird. Der Name entstand aus FORmula TRANslation und wurde bis zur Version FORTRAN 77 mit Großbuchstaben geschrieben.
Geschichte
[Bearbeiten]
Fortran gilt als die erste jemals tatsächlich realisierte höhere Programmiersprache. Sie geht zurück auf einen Vorschlag, den John W. Backus, Programmierer bei IBM, 1953 seinen Vorgesetzten unterbreitete.
Dem Entwurf der Sprache folgte die Entwicklung eines Compilers durch ein IBM-Team unter Leitung von John W. Backus. Das Projekt begann 1954 und war ursprünglich auf sechs Monate ausgelegt. Tatsächlich konnte Harlan Herrick, der Erfinder der später heftig kritisierten Goto-Anweisung, am 20. September 1954 das erste Fortran-Programm ausführen. Doch erst 1957 wurde der Compiler für marktreif befunden und mit jedem IBM 704-System ausgeliefert. Backus hatte darauf bestanden, den Compiler von Anfang an mit der Fähigkeit zu Optimierungen auszustatten: er sah voraus, dass sich Fortran nur dann durchsetzen würde, wenn ähnliche Ausführungsgeschwindigkeiten wie mit bisherigen Assembler-Programmen erzielt würden.
Versionen
[Bearbeiten]
Fortran wurde mehrmals erweitert. Viele neue Sprachelemente wurden zunächst von einem einzelnen Hersteller eingeführt und später in den internationalen Standard übernommen. Als Versionen folgten aufeinander FORTRAN I, FORTRAN II, FORTRAN IV, FORTRAN 66, FORTRAN 77, Fortran 90, Fortran 95, Fortran 2003, Fortran 2008, Fortran 2018, Fortran 2023. Ab FORTRAN 66 ist Fortran von einer internationalen Organisation standardisiert. Die Fortschreibung der Standards ist ein komplizierter Prozess, der oft wesentlich länger dauert als zunächst angestrebt: Der Nachfolger des 1978 erschienenen Standards FORTRAN 77, der als Fortran 8x bezeichnet wurde, war ursprünglich für das Jahr 1982 geplant, später dann für das Jahr 1985, und wurde schließlich unter der Bezeichnung Fortran 90 erst am 11. April 1991 als neuer Standard und Nachfolger von FORTRAN 77 angenommen.[1]
Im Laufe dieser Erweiterungen wurden zahlreiche Sprachelemente aus neueren Programmiersprachen übernommen. Beruhte früher Fortran-Stil noch ganz auf Goto-Anweisungen, kann man seit FORTRAN 77 uneingeschränkt strukturiert programmieren. Mit Fortran 90 wurde das aus der Lochkartenzeit stammende Zeilenformat freigegeben. Ab Fortran 90 wurden interessante Elemente eingeführt, die auch z.B. in Ada vorhanden sind, beispielsweise optionale Parameter und die Möglichkeit, Prozedurparameter nicht nur über die Position in der Parameterliste zu identifizieren, sondern über ihren Namen.
Varianten
[Bearbeiten]Einige von Fortran abgeleitete Programmiersprachen bzw. Dialekte von Fortran sind beispielsweise Ratfor, F und HPF (High Performance Fortran). Auf Fortran aufgesetzt ist das Finite-Elemente-Programmpaket Nastran.
Eigenschaften
[Bearbeiten]Fortran war und ist für numerische Berechnungen vorgesehen und optimiert. Von Anfang an hatte Fortran den Potenz-Operator **. Dieser ist in vielen anderen Hochsprachen nicht vorhanden. Weiters kennt Fortran einen Datentyp für komplexe Zahlen. Mit Fortran 90 wurden Vektor- und Matrix-Operationen standardisiert. Insbesondere für wissenschaftliche und numerische Berechnungen gibt es in FORTRAN umfangreiche Bibliotheken, die immer noch weit verbreitet sind, auch wenn eine zunehmende Menge an Routinen inzwischen nach C und C++ portiert wurde.
Referenzen
[Bearbeiten]- ↑ Vorwort von Michael Metcalf in: W. H. Press, S. A. Teukolsky, W. T. Vetterling, B. P. Flannery: Numerical Recipes in Fortran 90. Cambridge University Press, 1999, ISBN 0-521-57439-0.
Was ist ein Compiler?
[Bearbeiten]
Ein Compiler (auch Kompilierer oder Übersetzer) ist ein Computerprogramm, das ein in einer Quellsprache geschriebenes Programm - genannt Quellprogramm - in ein semantisch äquivalentes Programm einer Zielsprache (Zielprogramm) umwandelt. Üblicherweise handelt es sich dabei um die Übersetzung eines von einem Programmierer in einer Programmiersprache geschriebenen Quelltextes in Assemblersprache, Bytecode oder Maschinensprache. Das Übersetzen eines Quellprogramms in ein Zielprogramm durch einen Compiler wird als Kompilierung oder auch als Übersetzung bezeichnet.
Die Bezeichnung Compiler (engl. to compile: zusammenstellen) ist eigentlich irreführend. Ursprünglich bezeichnete das Wort Compiler Programme, die Unterprogramme zusammenfügen (etwa mit heutigen Linkern vergleichbar). Dies geht an der heutigen Kernaufgabe eines Compilers vorbei.
Verwandt mit einem Compiler ist ein Interpreter, der ein Programm nicht in die Zielsprache übersetzt, sondern Schritt für Schritt direkt ausführt.
Aufbau eines Compilers
[Bearbeiten]Compiler werden in verschiedene Phasen gegliedert, die jeweils verschiedene Teilaufgaben des Compilers übernehmen. Sie werden sequentiell ausgeführt. Im Wesentlichen lassen sich zwei Phasen unterscheiden: das Frontend (auch Analysephase), das den Quelltext analysiert und daraus einen attributierten Syntaxbaum erzeugt, sowie das Backend (auch Synthesephase), das daraus das Zielprogramm erzeugt.
Frontend (auch „Analysephase“)
[Bearbeiten]Im Frontend wird der Code analysiert, strukturiert und auf Fehler geprüft. Es ist auch selbst wieder in Phasen gegliedert:
Lexikalische Analyse
[Bearbeiten]Die lexikalische Analyse zerteilt den eingelesenen Quelltext in zusammengehörende Token verschiedener Klassen, z. B. Schlüsselwörter, Bezeichner, Zahlen und Operatoren. Dieser Teil des Compilers heißt Scanner oder Lexer.
Ein Scanner benutzt gelegentlich einen separaten Screener, um Whitespace (also Leerzeichen, Tabulatorzeichen, Zeilenenden) und Kommentare zu überspringen.
Syntaktische Analyse
[Bearbeiten]Die syntaktische Analyse überprüft, ob der eingelesene Quellcode ein korrektes Programm der zu übersetzenden Quellsprache ist, d. h. der Syntax (Grammatik) der Quellsprache entspricht. Dabei wird die Eingabe in einen Syntaxbaum umgewandelt. Dieser Teil wird auch als Parser bezeichnet.
Semantische Analyse
[Bearbeiten]Die semantische Analyse überprüft die statische Semantik, also über die syntaktische Analyse hinausgehende Bedingungen an das Programm. Zum Beispiel muss eine Variable in der Regel deklariert worden sein, bevor sie verwendet wird, und Zuweisungen müssen mit kompatiblen (verträglichen) Datentypen erfolgen. Dies kann mit Hilfe von Attributgrammatiken realisiert werden. Dabei werden die Knoten des vom Parser generierten Syntaxbaums mit Attributen versehen, die Informationen enthalten. So kann zum Beispiel eine Liste aller deklarierten Variablen erstellt werden. Die Ausgabe der semantischen Analyse nennt man dann dekorierter oder attributierter Syntaxbaum.
Backend (auch „Synthesephase“)
[Bearbeiten]Das Backend erzeugt aus dem vom Frontend erstellten attributierten Syntaxbaum den Programmcode der Zielsprache.
Zwischencodeerzeugung
[Bearbeiten]Viele moderne Compiler erzeugen aus dem Syntaxbaum einen Zwischencode, der schon relativ maschinennah sein kann und führen auf diesem Zwischencode z. B. Programmoptimierungen durch. Das bietet sich besonders bei Compilern an, die mehrere Quellsprachen oder verschiedene Zielplattformen unterstützen. Hier kann der Zwischencode auch ein Austauschformat sein.
Programmoptimierung
[Bearbeiten]Der Zwischencode ist Basis vieler Programmoptimierungen.
Codegenerierung
[Bearbeiten]Bei der Codegenerierung wird der Programmcode der Zielsprache entweder direkt aus dem Syntaxbaum oder aus dem Zwischencode erzeugt. Falls die Zielsprache eine Maschinensprache ist, kann das Ergebnis direkt ein ausführbares Programm sein oder eine so genannte Objektdatei, die durch das Linken mit der Laufzeitbibliothek und evtl. weiteren Objektdateien zu einer Bibliothek oder einem ausführbaren Programm führt.
Geschichte
[Bearbeiten]Die Geschichte des Compilerbaus wurde von den jeweils aktuellen Programmiersprachen und Hardwarearchitekturen geprägt. Der erste Compiler (A-0) wurde 1952 von der Mathematikerin Grace Hopper entwickelt. Weitere frühe Meilensteine sind 1954 der erste FORTRAN-Compiler und 1960 der erste COBOL-Compiler. Viele Architekturmerkmale heutiger Compiler wurden aber erst in den 1960er Jahren entwickelt.
Gfortran
[Bearbeiten]Was ist gfortran?
[Bearbeiten]gfortran (oder GNU Fortran) ist ein Fortran-Compiler-Frontend für die GNU Compiler Collection (GCC).
Installation
[Bearbeiten]Vorcompilierte Pakete und Anleitungen zur Installation von gfortran finden sich gegliedert nach Betriebssystem und Prozessortyp auf: [1]
Starten des gfortran-Compilers
[Bearbeiten]MS Windows
[Bearbeiten]Nach erfolgter Installation befindet sich das gfortran-Softwarepaket beispielsweise im Verzeichnis C:\Programme\gfortran. Zwecks Funktionstest wird die Eingabeaufforderung von MS Windows gestartet und der gfortran-Compiler aufgerufen:
Das Fortran-Programm für einen ersten konkreten Compilertest könnte so aussehen
program test write (*,*) 'Hallo Welt!' end program test
Dieses Quellprogramm werde via Texteditor für dieses Beispiel unter dem Dateinamen test.f90 im Verzeichnis c:\tmp gespeichert. Nun wird das Programm compiliert und gebunden
und liegt dann unter dem Programmnamen a.exe als ausführbares Programm vor. Die Startanweisung für das Programm a.exe inklusive unmittelbar danach folgender Programmausgabe sieht so aus.
Alternativ kann a.exe natürlich auch konventionell mittels Windows-Explorer gestartet werden. In diesem speziellen Fall wäre aber bis auf ein kurzes Aufblinken des Eingabeaufforderungs-Fensters nicht viel zu sehen, da das Programm nach der Textausgabe beendet wird.
Linux
[Bearbeiten]Für die Linux-Variante des gfortran-Compilers gilt prinzipiell dieselbe Vorgehensweise wie für die Windows-Variante.
Compilieren des Beispielprogrammes:
Starten des ausführbaren Programms a.out und Anzeige der Programmausgabe:
Durch entsprechende Nutzung des Linux-PATH-Mechanismus (z.B. symbolischer Link in ein PATH-Verzeichnis oder Aufnahme des ./gfortran/bin/-Verzeichnisses in den PATH) kann die Angabe des gesamten Compilerpfades bei jedem gfortran-Compileraufruf entfallen.
Dateiendungen für Quelldateien
[Bearbeiten]Mit gfortran lassen sich Programme verschiedener Fortran-Sprachstandardversionen kompilieren. Der Fortran-Typ wird üblicherweise durch die Dateiendung der Quelldatei festgelegt.
| Dateiendung | Fortran-Version |
|---|---|
| .f | FORTRAN 77 (fixes Zeilenformat) |
| .f90 | Fortran 90 (freies Zeilenformat) |
| .f95 | Fortran 95 (freies Zeilenformat) |
| .f03 | Fortran 2003 (freies Zeilenformat) |
| .f08 | Fortran 2008 (freies Zeilenformat) |
| .F | FORTRAN 77 (fixes Zeilenformat) mit Preprocessing durch cpp |
| .F90 | Fortran 90 (freies Zeilenformat) mit Preprocessing durch cpp |
| .F95 | Fortran 95 (freies Zeilenformat) mit Preprocessing durch cpp |
| .F03 | Fortran 2003 (freies Zeilenformat) mit Preprocessing durch cpp |
| .F08 | Fortran 2008 (freies Zeilenformat) mit Preprocessing durch cpp |
Da andere Compiler (z.B. Intels ifx) die Endungen .f95 und höher nicht verstehen, kann es aus Kompatibilitätsgründen sinnvoll sein auch Fortran-Programme neueren Standards generell mit der Dateiendung .f90 zu versehen.
Anwendung
[Bearbeiten]In der Anwendung gleicht gfortran anderen GCC-Frontends (z. B. gcc, g++ oder g77).
- Übersetzung einer Quelldatei in die ausführbare Datei a.out (bzw. a.exe auf MS Windows-Systemen):
gfortran bsp.f90
- Übersetzung einer Quelldatei in eine Objektdatei bsp.o:
gfortran -c bsp.f90
- Übersetzung einer Quelldatei in die ausführbare Datei bsp:
gfortran -o bsp bsp.f90
- Statisches Linken:
gfortran -static -o bsp bsp.f90
- Mehrere Quelldateien kompilieren und zu einer ausführbaren Datei linken:
gfortran -c bsp1.f90
gfortran -c bsp2.f90
gfortran -o bsp bsp1.o bsp2.o
- Mehrere Quelldateien in einer Anweisung kompilieren und zu einer ausführbaren Datei linken:
gfortran -o bsp bsp1.f90 bsp2.f90
Prüfung des Quellcodes auf Standardkonformität
[Bearbeiten]Zur Sicherstellung einer strikten Standardkonformität kann die Option std mit folgenden Parametern verwendet werden (Stand: gfortran 14.2.0 von 2024):
| Parameter | Kommentar |
|---|---|
| f95 | Fortran 95 |
| f2003 | Fortran 2003 |
| f2008 | Fortran 2008 |
| f2018 | Fortran 2018 |
| f2023 | Fortran 2023 |
| gnu | Fortran mit GNU-Erweiterungen (letzter Fortran-Standard; wird nichts angegeben, so wird diese Option standardmäßig verwendet) |
| legacy |
- Beispiele:
gfortran -std=f95 bsp.f
gfortran -std=f95 -W -Wall -pedantic bsp.f
Historisches
[Bearbeiten]Mit g95 [2] stand dem Fortran-Programmierer ein weiterer freier (im Sinne von Freier Software) Kommandozeilen-Compiler zur Verfügung, der für eine Vielzahl von Plattformen erhältlich war. g95 und gfortran basierten auf dem selben Programmcode. Im Jahr 2003 gabelten sich die Entwicklungszweige. gfortran ist nun Teil der GCC. Die Entwicklung von g95 wurde vom ursprünglichen Programmautor Andrew Vaught unabhängig davon weitergeführt. Laut [3] wird g95 seit dem Jahr 2013 nicht mehr weiterentwickelt.
gfortran-Weblinks
[Bearbeiten]Der Intel Fortran Compiler
[Bearbeiten]Allgemeines
[Bearbeiten]Intel Fortran Essentials ist ein Fortran-Compiler-Paket, das dzt. kostenfrei verfügbar ist.
Installation
[Bearbeiten]- Der Download kann aktuell über die Seite [4] erfolgen (Continue as a Guest (download starts immediately)).
- Eigentliche Installation:
- MS Windows: Die Installation des Intel Fortran Compilers erfolgt, indem man das heruntergeladene komprimierte Software-Paket im Explorer doppelklickt.
- Unter OpenSUSE Leap 15.6 oder Tumbleweed: Die heruntergeladene sh-Datei z.B. in einer Konsole ausführen und den Anweisungen des Programms folgen. Erhält man später beim Compilieren einer Fortran-Datei eine Fehlermeldung, dass eine Bibliotheksdatei nicht gefunden wird, so muss man ggf. den Bibiothekspfad entsprechend hinzufügen, z.B. in der jeweiligen Konsole folgendes ausführen (oder dauerhaft in die .bashrc-Datei des Benutzers einfügen. Die vier Punkte stehen stellvertretend für den entsprechenden Pfad, der natürlich korrekt einzusetzen ist):
LD_LIBRARY_PATH="....:LD_LIBRARY_PATH" export LD_LIBRARY_PATH
Dateiendungen für Quelldateien
[Bearbeiten]Mit dem Intel Fortran Compiler lassen sich Programme verschiedener Fortran-Sprachstandardversionen kompilieren. Der Fortran-Typ wird üblicherweise durch die Dateiendung der Quelldatei festgelegt.
| Dateiendung | Fortran-Version |
|---|---|
| .f, .for, .ftn, .i | FORTRAN 77 (fixes Zeilenformat) |
| .f90, .i90 | Fortran 90/95 (freies Zeilenformat) |
| .F, .FOR, .FTN, .FPP, .fpp | FORTRAN 77 (fixes Zeilenformat) mit Preprocessing |
| .F90 | Fortran 90/95 (freies Zeilenformat) mit Preprocessing |
Anwendung
[Bearbeiten]In der Anwendung gleicht der Intel Fortran Compiler dem GNU Fortran Compiler. Die offensichtlichsten Unterschiede sind:
- Die Intel Fortran Compiler-Software wird mittels ifx gestartet
- Die Intel Fortran Compiler-Software kennt die Dateiendungen .f95 und .F95 (oder höher) nicht
- Übersetzung einer Quelldatei in die ausführbare Datei a.out:
- ifx bsp.f90
- Übersetzung einer Quelldatei in eine Objektdatei bsp.o:
- ifx -c bsp.f90
- Übersetzung einer Quelldatei in die ausführbare Datei bsp:
- ifx -o bsp bsp.f90
- Mehrere Quelldateien kompilieren und zu einer ausführbaren Datei linken:
- ifx -c bsp1.f90
- ifx -c bsp2.f90
- ifx -o bsp bsp1.o bsp2.o
- Mehrere Quelldateien in einer Anweisung kompilieren und zu einer ausführbaren Datei linken:
- ifx -o bsp bsp1.f90 bsp2.f90
Weblinks
[Bearbeiten]Der Silverfrost Compiler
[Bearbeiten]
Der Silverfrost FTN95-Compiler ist ein Fortran-Programmpaket für die Entwicklung von Fortran Programmen unter MS Windows. Es gibt eine "Personal Edition" für den Privatgebrauch und zu Evaluierungszwecke. Diese ist kostenlos erhältlich, hat aber Einschränkungen. Neben dem Compiler bietet Silverfrost auch eine IDE namens Plato und andere Gimmicks. Die uneingeschränkten Versionen (akademische bzw. kommerzielle Lizenz) kosten dann doch schon einen beträchtlichen Betrag (das geht in die Hunderte von Euros).
Gestartet werden kann der Compiler mittels Plato-IDE oder über den Befehl ftn95.exe im Silverfrost-Installationsverzeichnis ... \FTN95\ftn95.exe.
Weblinks
[Bearbeiten]
Der AMD Fortran Compiler
[Bearbeiten]Das AMD-Compiler-Paket (AOCC, AMD Optimizing C/C++ and Fortran Compilers) gibt es für verschiedene Linux-Distributionen. Es basiert auf LLVM. Für OpenSUSE Leap oder Tumbleweed ist z.B. das .rpm-Paket für die SUSE Linux Enterprise Server distribution geeignet. Installiert werden kann es z.B. mit dem üblichen sudo rpm -Uvh ... (die drei Punkte stehen für den Dateinamen des heruntergeladenen rpm-Pakets). Installiert wird es unter dem Verzeichnis /opt/AMD/aocc-compiler-... (auch hier muss man sich für die drei Punkte die entsprechende Version dazudenken). Gestartet wird der AMD-Fortran Compiler mittels flang.
Weblinks
[Bearbeiten]
Was ist eine Programmiersprache?
[Bearbeiten]
In Kurzform: Eine Programmiersprache ist eine Sprache zwecks Abfassung von Computerprogrammen.
Einordnung von Fortran
[Bearbeiten]Generell
[Bearbeiten]- Fortran ist eine höhere Programmiersprache (Higher Level Language, HLL, Programmiersprache der 3. Generation)
- Fortran ist eine prozedurale Programmiersprache ( Prozedurale Programmierung)
- Fortran ist eine imperative Programmiersprache ( Imperative_Programmierung)
- Fortran ist eine objektorientierte Programmiersprache (ab Fortran 2003, Objektorientierte Programmierung).
- Fortran verwendet das Konzept der starken Typisierung. Fortran kennt explizite und implizite Typisierung ( Typisierung (Informatik))
- Fortran ist eine sehr alte Programmiersprache, die aber laufend weiterentwickelt und somit den modernen Trends immer wieder angepasst wurde und wird.
Popularität
[Bearbeiten]Die Popularität einer Programmiersprache einigermaßen fundiert zu bestimmen ist nicht einfach. Dennoch gibt es Institutionen, die das versuchen, sei es über die Anzahl von Einträgen in Suchmaschinen, Zugriffstatistiken für Internetseiten, Nutzerbefragungen oder auch zeitliche Veränderungen bei Buchverkäufen. Hier werden zwei Statistiken angeführt:
- Lt. TIOBE lag Fortran im Juli 2021 hinsichtlich Popularität mit einem Rating von 1,12% an 14. Stelle von insgesamt 100 gelisteten Programmiersprachen (mit einer stark steigenden Tendenz im letzten Jahr). Das war zwar weit hinter dem führenden Dreigespann Python, C++ und Java. Dennoch rangierte Fortran in dieser Statistik vor anderen bekannten Programmiersprachen, wie z.B. Ruby, Perl, Lisp oder Haskell. Im Mai 2022 rutschte Fortran auf die 30. Stelle ab und erklomm im Oktober 2024 wieder die 9. Stelle. Im März 2026 lag Fortran an 13. Stelle. (TPCI - TIOBE Programming Community Index).
- Lt. GitHub lag Fortran im Q3/2025 auf dem 42. Rang von 50 gelisteten Programmiersprachen (GitHub Top 50 Programming Languages Globally).
Solche Statistiken sind natürlich mit Vorsicht zu geniessen, aber in Form eines groben Richtwerts "Daumen mal Pi" können sie schon einen ersten Eindruck von Verbreitung und Popularität einer Programmiersprache geben.
Im Bereich der numerische Datenverarbeitung, insbesondere auf Hochleistungsrechnern, ist Fortran gemeinsam mit C/C++ nach wie vor führend.
Ein Überblick über die historische Entwicklung von Fortran
[Bearbeiten]-
Simulation von Galaxien mittels Fortran-Programm
-
John W. Backus (1924-2007), US-amerikanischer Informatiker, Erfinder von Fortran
-
Fortran-Logo
| Jahr | Version | Anmerkungen |
|---|---|---|
| 1954 bis 1957 | FORTRAN, FORTRAN I | entwickelt von einem IBM-Team unter Leitung von John W. Backus, war dies die erste wirklich erfolgreiche höhere Programmiersprache |
| 1957/58 | FORTRAN II | Inline-Assembler, Kommentare, u.a. |
| 1958 | FORTRAN III | einige kleinere Änderungen, wurde aber nie offiziell freigegeben |
| 1961/62 | FORTRAN IV | eine verbesserte und erweiterte Version |
| 1966 | FORTRAN 66 | die erste standardisierte Fortran-Version und gleichzeitig überhaupt die erste standardisierte höhere Programmiersprache |
| 1978 | FORTRAN 77 | DO-Schleife, IF THEN-ELSE IF-ELSE-END IF, CHARACTER-Datentyp, u.a. |
| 1991 | Fortran 90 | free form style, Module, Zeiger, Datenverbund, u.v.m. |
| 1997 | Fortran 95 | kleinere Änderungen |
| 2003 | Fortran 2003 | OOP, C-Binding, u.a. |
| 2010 | Fortran 2008 | Co-Arrays, Submodules, diverse neue Funktionen und viele andere kleinere Änderungen |
| 2018 | Fortran 2018 | viele kleinere Änderungen (z.B. weitergehende Interoperabilität mit C, zusätzliche parallele Features, Konformität mit ISO/IEC/IEEE 60559:2011) |
| 2023 | Fortran 2023 | viele kleinere Änderungen |
| Fortran 202y |
Siehe auch:
- Fortran 202y
- Fortran 2023
- Programmiersprache Fortran 2018 veröffentlicht
- The historical development of Fortran
- A Brief History of FORTRAN/Fortran
- FORTRAN I
Programmaufbau
[Bearbeiten]Beispiel: Hallo Welt
[Bearbeiten]0 . | 1 . 2 . 3 . 4 . 5 . 6 . 7 | . 8 12345678901234567890123456789012345678901234567890123456789012345678901234567890 |
PROGRAM HALLO
C
C Das typische Hallo Welt-Programm
C
WRITE (*,*) 'Hallo Welt!'
END
|
12345678901234567890123456789012345678901234567890123456789012345678901234567890 0 . | 1 . 2 . 3 . 4 . 5 . 6 . 7 | . 8 |
Wie Sie an diesem Beispiel ersehen, weist FORTRAN-77-Code eine charakteristische Struktur auf. Etwas seltsam mutet an, dass die Programmanweisungen nicht am Zeilenanfang stehen, sondern mehrere Leerzeichen eingerückt sind. Das ist obligatorisch, ansonsten würde sich das Programm nicht kompilieren lassen. Die Nummerierungen oberhalb und unterhalb der Programmanweisungen (12345678901...) gehören übrigens nicht zum FORTRAN-Code, sondern sollen nur die Spaltenstruktur von FORTRAN-77-Programmen verdeutlichen und die Orientierung etwas erleichtern.
Weiter ist zu erkennen, dass das Beispiel sehr kurz und aussagekräftig ausfällt. Die Anweisung in der ersten Zeile kennzeichnet die Programmeinheit als Hauptprogramm und gibt ihr die Bezeichnung HALLO. Die nächsten drei Zeilen sind Kommentarzeilen, erkennbar am Buchstaben in der ersten Spalte der Zeile. Dann folgt die Anweisung, einen String auf die Standardausgabe zu schreiben. Und schließlich signalisiert die END-Anweisung das Programmende.
Das Zeilenformat
[Bearbeiten]Normalerweise gilt, dass jede FORTRAN-Anweisung in einer eigenen Zeile steht. Eine Spezialität von FORTRAN 77 ist die Spaltenorganisation eines Programmes: das fixe Zeilenformat. Es gibt fixe Spalten (Zeichenpositionen) in denen bestimmte Inhalte stehen müssen bzw. dürfen. Diese Art der Codeanordnung rührt von den Anforderungen der Lochkarte her. Bei den damaligen Großrechenanlagen war die Eingabe von Programmen häufig nur in Form von Lochkartenstapeln möglich. FORTRAN 77 nimmt auf diese Beschränkung Rücksicht.

Der generelle Aufbau des fixen Zeilenformates von FORTRAN 77 ist wie folgt:
In der nachstehenden Tabelle wird die Bedeutung der einzelnen Spalten detaillierter dargestellt.
| Spalte | Inhalt | Bedeutung |
|---|---|---|
| 1 | C oder * | Kennzeichnet eine Kommentarzeile |
| 1 bis 5 | Eine Zahl 1 bis 99999 | Anweisungsnummer (Marke) |
| 6 | Leerzeichen oder 0 (Null) | Beginn einer Anweisung (das ist der Normalfall) |
| 6 | sonstiges Zeichen | Fortsetzungszeile (standardmäßig sind bis zu 19 Fortsetzungszeilen erlaubt) |
| 7 bis 72 | FORTRAN-Befehl (Anweisung) | |
| 73 bis 80 | beliebige Zeichen | Kommentar (ursprünglich für Lochkarten-Sequenznummern) |
Beispiel:
0 . | 1 . 2 . 3 . 4 . 5 . 6 . 7 | . 8 12345678901234567890123456789012345678901234567890123456789012345678901234567890 |
PROGRAM BSP
* Leerzeilen werden übrigens wie Kommentarzeilen behandelt
* Eine 0 (Null) an der sechsten Position entspricht einem Leerzeichen,
* foerdert aber nicht gerade die Uebersichtlichkeit
0A = 5
B = 7
C = A +
* Und jetzt kommt eine Fortsetzungszeile
$B
WRITE (*,*) C
END
|
12345678901234567890123456789012345678901234567890123456789012345678901234567890 0 . | 1 . 2 . 3 . 4 . 5 . 6 . 7 | . 8 |
Besondere Vorsicht ist bei langen Anweisungen geboten. Alles nach der 72 Zeichenposition wird nicht mehr als Teil der Anweisung aufgefasst. Im günstigsten Fall wirft der Compiler in einem solchen Fall bei der Übersetzung einen Syntaxfehler aus.
Die Programmstruktur für das Hauptprogramm
[Bearbeiten]Ein Hauptprogramm weist immer folgende Struktur auf
PROGRAMprname- Vereinbarungsteil
- Aktionsteil
END
prname ist ein symbolischer Name für das Hauptprogramm und kann mehr oder minder willkürlich festgelegt werden. Das erste Zeichen muss immer ein Buchstabe sein. Im Vereinbarungsteil werden z. B. die Variablen deklariert. Im Aktionsteil wird dann der eigentliche Programmablauf festgelegt. END kennzeichnet das Programmende. Theoretisch könnte im Hauptprogramm die erste Zeile (PROGRAM prname) auch komplett entfallen. In älteren Programmcodes wurde das durchaus auch so gehandhabt. Allerdings leidet darunter die Übersichtlichkeit des Programmes. Die END-Anweisung muss auf jeden Fall angegeben werden.
Der FORTRAN-Zeichenvorrat
[Bearbeiten]FORTRAN-77-Programme bestehen standardmäßig nur aus folgenden Zeichen
- Großbuchstaben: A bis Z
- Ziffern: 0 bis 9
- 13 Sonderzeichen: + - * / = ( ) : , . ' $ und dem Leerzeichen
Viele FORTRAN-77-Compiler akzeptieren auch Kleinbuchstaben. Zeichenkettenliterale können natürlich alle ASCII-Zeichen beinhalten.
Symbolische Namen
[Bearbeiten]Standardmäßig dürfen symbolische Namen maximal sechs Zeichen lang sein. Als erstes Zeichen muss immer ein Buchstabe (A-Z) stehen, der Rest muss alphanumerisch sein (Buchstabe oder Ziffer). „Lustigerweise“ dürfen bei FORTRAN 77 Leerzeichen auch innerhalb eines symbolischen Namens auftreten.
Beispiel:
0 . | 1 . 2 . 3 . 4 . 5 . 6 . 7 | . 8 12345678901234567890123456789012345678901234567890123456789012345678901234567890 |
PR O GRA M BSP
*
* gfortran, ifx etc. kompilieren diesen Code und
* bei der Programmausfuehrung wird auch das richtige
* Ergebnis angezeigt.
*
ALPHA = 5
BETA = 7
GAMm a = A L PH A + B E TA
WRI TE (*,*) G A MM A
EN D
|
12345678901234567890123456789012345678901234567890123456789012345678901234567890 0 . | 1 . 2 . 3 . 4 . 5 . 6 . 7 | . 8 |
Besonders unangenehm kann dieses Verhalten werden, wenn in einer Zählschleife anstelle eines Kommas irrtümlicherweise ein Punkt gesetzt wird, wenn also z. B. anstelle
DO 10 I = 1, 3
fälschlicherweise
DO 10 I = 1. 3
steht. Letzteres entspricht nämlich der Zuweisung der Zahl 1.3 an die Variable DO10I.
Gleiches gilt, wenn ähnlich wie in den Programmiersprachen C, C++ oder Java versucht wird, einer Variablen gleich in einer Deklarationszeile einen Wert zuzuweisen, z. B.
REAL A = 10.5 WRITE(*,*) A
Hier wird irgendein Wert ausgegeben, aber mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit nicht 10.500000, denn die Wertzuweisung erfolgte an die Variable REALA und nicht an A.
Datentypen, Variablen, Wertzuweisungen, Konstanten
[Bearbeiten]Dieses Kapitel handelt von Datentypen, Variablen, Konstanten und der Wertzuweisung.
Datentypen
[Bearbeiten]Arithmetische Datentypen
[Bearbeiten]FORTRAN 77 unterscheidet standardmäßig zwischen vier arithmetischen Datentypen:
| Datentyp | Kommentar | Literale (Beispiele) |
|---|---|---|
INTEGER |
Ganzzahlen | 15, -6500, 200 000 000
|
REAL |
Reelle Zahlen einfacher Genauigkeit | 3.1415, -5.5, .7E3, 12.5E-5
|
DOUBLE PRECISION |
Reelle Zahlen doppelter Genauigkeit | 3.1415D0, -5.5D0, .7D3, 12.5D-5
|
COMPLEX |
Komplexe Zahlen (zwei REAL-Zahlen) | (3.1415, -5.5), (1.4, 7.1E4)
|
Logischer Datentyp
[Bearbeiten]| Datentyp | Kommentar | Literale (alle) |
|---|---|---|
LOGICAL |
Logischer Datentyp (wahr oder falsch) | .TRUE., .FALSE.
|
Manchmal sind in alten FORTRAN-Programmen auch folgende Schreibweisen zu finden, welche jedoch nicht standardkonform sind:
INTEGER*4,REAL*4,LOGICAL*4(Standardgrößen)INTEGER*1,LOGICAL*1INTEGER*2,LOGICAL*2REAL*8(entspricht DOUBLE PRECISION)COMPLEX*16(komplexe Zahlen mit zwei DOUBLE-PRECISION-Elementen)
Die Zahlen geben den Speicherplatzbedarf in Byte an.
Zeichenketten
[Bearbeiten]| Datentyp | Kommentar | Beispiel (Konstante) |
|---|---|---|
CHARACTER*n |
Zeichenkette (String) mit einer Länge von n Zeichen | 'Hallo, Welt!' |
CHARACTER |
Zeichenkette mit einer Länge von einem Zeichen (entspricht CHARACTER*1) |
'A' |
Beachte: Im Gegensatz zu vielen anderen Programmiersprachen werden Zeichenketten in FORTRAN 77 nicht in Anführungszeichen eingeschlossen, sondern in Apostrophe.
Tritt in einem String ein Apostroph auf, so muss dieses verdoppelt werden, z. B.
'Wie geht''s?'
Beispiel:
CHARACTER*5 STR STR = 'Hallo'
Alternative Schreibweise:
CHARACTER STR*5 STR = 'Hallo'
Variablen
[Bearbeiten]Eine Variable ist charakterisiert durch einen
- symbolischen Namen
- Datentyp
- Wert
- Speicherplatz
Beim Programmstart hat eine Variable keinen definierten Wert. Eine Variable kann ihren Datentyp auf zwei Arten erhalten, durch implizite oder explizite Typanweisung.
Implizite Typanweisung
[Bearbeiten]Bei der impliziten Typanweisung bestimmt der Anfangsbuchstabe des Variablenbezeichners den Datentyp.
| Anfangsbuchstabe der Variablen | Impliziter Datentyp |
|---|---|
| I, J, K, L, M oder N | INTEGER |
| alle restliche Buchstaben | REAL |
Beispiel:
0 . | 1 . 2 . 3 . 4 . 5 . 6 . 7 | . 8 12345678901234567890123456789012345678901234567890123456789012345678901234567890 |
PROGRAM BSP
B1 = 8.9
C1 = 3.
I1 = B1/C1
WRITE (*,*) I1
C Das Ergebnis ist 2, da I1 implizit als INTEGER definiert ist
END
|
12345678901234567890123456789012345678901234567890123456789012345678901234567890 0 . | 1 . 2 . 3 . 4 . 5 . 6 . 7 | . 8 |
Die Standardzuordnung der Anfangsbuchstaben kann durch das Schlüsselwort IMPLICIT auch geändert werden.
Es gibt noch ein weiteres Problem dieser impliziten Datentypzuordnung. Durch Tippfehler können unbeabsichtigt neue Variablen entstehen. Entschärft werden kann diese Tatsache durch folgende Festlegung im Vereinbarungsteil des Programms:
IMPLICIT LOGICAL (A-Z)
Dadurch werden alle Variablen mit implizit festgelegtem Datentyp automatisch zu Variablen mit logischem Datentyp. In vielen Fällen konnten so Tippfehler bei Variablennamen schnell eingegrenzt werden.
Beispiel:
0 . | 1 . 2 . 3 . 4 . 5 . 6 . 7 | . 8 12345678901234567890123456789012345678901234567890123456789012345678901234567890 |
PROGRAM BSP
IMPLICIT LOGICAL (A-Z)
REAL REE
REE = 5.8
C Tippfehler: REA anstatt REE
WRITE (*,*) REA + 2.1
END
|
12345678901234567890123456789012345678901234567890123456789012345678901234567890 0 . | 1 . 2 . 3 . 4 . 5 . 6 . 7 | . 8 |
Der Compilierungsversuch mit gfortran endet mit einer Fehlermeldung. Das sieht so aus
In file test.f:9
WRITE (*,*) REA + 2.1
1
Error: Operands of binary numeric operator '+' at (1) are LOGICAL(4)/REAL(4)
Doch Intels ifx und AMDs AOCC (flang) zeigen die Grenzen der Sinnhaftigkeit der IMPLICIT-Anweisung in der dargestellten Art und Weise beim heutigen Einsatz von FORTRAN-77-Code auf. Diese Compiler akzeptieren den Beispielcode warnhinweislos und liefern bei Programmausführung den Wert 2.1. Wirklich Abhilfe schafft also erst die IMPLICIT NONE-Anweisung. Diese legt eindeutig fest, dass ausschließlich die explizite Datentypfestlegung Verwendung finden soll. Allerdings ist IMPLICIT NONE erst ab Fortran-90/95 Standard.
Explizite Typanweisung
[Bearbeiten]Durch die Vorgabe von
| datentyp variablenbezeichner |
im Vereinbarungsteil des Programms wird der Datentyp einer Variablen explizit festgelegt. Die explizite Typanweisung hat gegenüber der impliziten Typanweisung Vorrang.
Beispiel:
0 . | 1 . 2 . 3 . 4 . 5 . 6 . 7 | . 8 12345678901234567890123456789012345678901234567890123456789012345678901234567890 |
PROGRAM BSP
IMPLICIT LOGICAL (A-Z)
REAL B
REAL C
REAL I
B = 8.9
C = 3.
I = B/C
WRITE (*,*) I
C Das Ergebnis ist 2.966666
END
|
12345678901234567890123456789012345678901234567890123456789012345678901234567890 0 . | 1 . 2 . 3 . 4 . 5 . 6 . 7 | . 8 |
Benannte Konstanten
[Bearbeiten]Benannte Konstanten können durch das PARAMETER-Schlüsselwort festgelegt werden.
CHARACTER*5 STR PARAMETER (PI=3.1415, PIFAK=PI/2., STR='Hallo')
Der zugewiesene Wert kann eine Konstante (Literal) oder eine schon definierte benannte Konstante sein. Der Datentyp muss vorher vereinbart werden oder ist implizit bekannt.
Für Zeichenketten ist im Zusammenwirken mit PARAMETER auch eine *-Schreibweise möglich. Dies erspart die explizite Angabe der Stringlänge.
Beispiel:
0 . | 1 . 2 . 3 . 4 . 5 . 6 . 7 | . 8 12345678901234567890123456789012345678901234567890123456789012345678901234567890 |
PROGRAM BSP
CHARACTER*(*) A
PARAMETER (A = 'Jetzt wird auch die Stringlaenge festgelegt')
WRITE (*,*) A
C Ausgabe: Jetzt wird auch die Stringlaenge festgelegt
END
|
12345678901234567890123456789012345678901234567890123456789012345678901234567890 0 . | 1 . 2 . 3 . 4 . 5 . 6 . 7 | . 8 |
Wertzuweisung
[Bearbeiten]Wertzuweisungen haben wir schon kennengelernt:
| variable = ausdruck |
Beispiel:
K = 1 K = K + 2
Die Wertzuweisung an eine Variable ist, wie am vorigen Beispiel und auch nachfolgend zu ersehen, nicht zu verwechseln mit einer mathematischen Gleichung. Der Ausdruck
K + 2 = 5
wäre zwar mathematisch korrekt. Als Wertzuweisung in einem FORTRAN-Programm ist dies aber keine gültige Formulierung. K + 2 ist kein zulässiger Ausdruck auf der linken Seite des Zuweisungsoperators (L-Wert).
Beachte: In FORTRAN 77 ist auch keine Kette von Wertzuweisungen möglich. Der folgende Ausdruck ist in FORTRAN 77 nicht erlaubt und liefert eine Fehlermeldung.
I = J = K = 1.5 C Fehler!
Felder
[Bearbeiten]Bei allem, was mehr oder weniger wie ein Vektor, eine Matrix oder eine sonstige Aneinanderreihung von gleichartigen Elementen aussieht, kann der Einsatz von Feldern (Arrays) sinnvoll sein.
Eindimensionale Felder
[Bearbeiten]Für die Deklaration von eindimensionalen Feldern gibt es mehrere Möglichkeiten. Die Feldgrenzen müssen konstante Werte sein. Die Varianten werden nun anhand von Beispielen gezeigt.
Variante 1: Einfach
[Bearbeiten]REAL ARR(10)
Beachte: Der Feldindex läuft hier von 1 bis 10 und nicht von 0 bis 9, wie es bei vielen modernen Hochsprachen der Fall ist.
Variante 2: Das DIMENSION-Schlüsselwort
[Bearbeiten]REAL ARR DIMENSION ARR(10)
Variante 3: Verwendung von benannten Konstanten
[Bearbeiten]INTEGER MAXIND PARAMETER (MAXIND=10) REAL ARR(MAXIND)
Hier erfolgt die Festlegung der Feldgröße über eine benannte Konstante.
Variante 4: Explizite Angabe der Indexgrenzen
[Bearbeiten]REAL ARR(0:9)
Hier wird Unter- und Obergrenze explizit angegeben. Der Index läuft nun von 0 bis 9. Auch negative Werte für die Indizes sind möglich, z. B.
REAL ARR(-4:5)
Beispiel
[Bearbeiten]0 . | 1 . 2 . 3 . 4 . 5 . 6 . 7 | . 8 12345678901234567890123456789012345678901234567890123456789012345678901234567890 |
PROGRAM BSP
INTEGER MAXIND
PARAMETER (MAXIND=10)
REAL ARR(MAXIND)
C ACHTUNG! Array startet mit dem Index 1
C ARR(0) waere ein Fehler!
ARR(1) = 1.5
ARR(2) = 2.5
ARR(10) = 10.5
WRITE (*,*) ARR(1)
C 1.5 wird ausgegeben
WRITE (*,*) ARR(10)
C 10.5 wird ausgegeben
END
|
12345678901234567890123456789012345678901234567890123456789012345678901234567890 0 . | 1 . 2 . 3 . 4 . 5 . 6 . 7 | . 8 |
Ein
WRITE (*,*) ARR
listet den gesamten Feldinhalt.
1.500000 2.500000 0.000000 3.9876625E-34 0.000000 3.9902670E-34 -2.7682916E-05 -2.7269103E-05 -2.9040850E-05 10.50000
Im Beispielsfall wurden die Feldelemente ARR(3) bis ARR(9) nicht explizit vorbelegt. Sie sind deshalb undefinierten Inhalts und können bei jedem Programmaufruf andere Werte annehmen.
Mehrdimensionale Felder
[Bearbeiten]Für mehrdimensionale Felder gelten die gleichen Varianten wie für eindimensionale Felder. Standardmäßig kann ein Feld bis zu sieben Dimensionen besitzen. Die Speicherreihenfolge ist spaltenorientiert. Das bedeutet, der erste Index variiert am schnellsten:
Beispiel: Ein 2-dimensionales Feld
[Bearbeiten]0 . | 1 . 2 . 3 . 4 . 5 . 6 . 7 | . 8 12345678901234567890123456789012345678901234567890123456789012345678901234567890 |
PROGRAM BSP
CHARACTER*10 ARR(0:9, 2:5)
ARR(0, 2) = 'Hallo'
ARR(1, 2) = 'Welt'
C ...
ARR(9, 5) = 'Universum'
WRITE (*,*) ARR(0, 2)
C Hallo
WRITE (*,*) ARR(9, 5)
C Universum
END
|
12345678901234567890123456789012345678901234567890123456789012345678901234567890 0 . | 1 . 2 . 3 . 4 . 5 . 6 . 7 | . 8 |
Beispiel: Spaltenorientierte Speicherreihenfolge
[Bearbeiten]Die 3×3-Matrix soll in ein Fortran-Programm eingelesen und wieder komplett ausgegeben werden. Zusätzlich soll auch der Wert des Feldelementes a23 (2. Zeile, 3.Spalte, Wert = -2) separat ausgegeben werden.
0 . | 1 . 2 . 3 . 4 . 5 . 6 . 7 | . 8 12345678901234567890123456789012345678901234567890123456789012345678901234567890 |
PROGRAM BSP
INTEGER ARR(3,3)
C Feldelemente einlesen
WRITE (*,*) 'Werte (spaltenorientierte Eingabe):'
READ (*,*) ARR
C Komplettes Feld ausgeben
WRITE (*,*) 'Gesamtfeld = ' , ARR
C a23 ausgeben
WRITE (*,*) 'a23 = ', ARR(2,3)
END
|
12345678901234567890123456789012345678901234567890123456789012345678901234567890 0 . | 1 . 2 . 3 . 4 . 5 . 6 . 7 | . 8 |
Ein-/Ausgabe:
Werte (spaltenorientierte Eingabe):
1
40
-1
-5
3
9
0
-2
65
Gesamtfeld = 1 40 -1 -5 3 9 0
-2 65
a23 = -2
Arithmetische Ausdrücke
[Bearbeiten]Arithmetische Operatoren
[Bearbeiten]FORTRAN 77 kennt folgende arithmetische Operatoren
| Operator | Kommentar | Mathematische Entsprechung |
|---|---|---|
A + B |
Addition | |
A - B |
Subtraktion | |
A * B |
Multiplikation | |
A / B |
Division | |
A ** B |
Exponentiation |
Mit dem Exponentiationsoperator (Potenzierung) war und ist FORTRAN 77 anderen Programmiersprachen einen Schritt voraus. Andererseits kennt FORTRAN 77 den aus vielen anderen Programmiersprachen bekannten Modulo-Operator nicht. Als Überkompensation gibt es für diesen Zweck die MOD()-Funktion sowohl für Ganzzahlen, wie auch für Fließkommazahlen.
Operatorenpriorität
[Bearbeiten]Die Prioriät der arithmetischen Operatoren entspricht den mathematischen Gesetzmäßigkeiten.
- Klammerung vor allem anderen, z. B.
(A+B)*CA*C+B*C - Exponentiation vor Punktrechnung, z. B.
A*B**CA*(B**C) - Punktrechnung vor Strichrechnung, z. B.
A+B*CA+(B*C)
Berechnungsfolge bei gleicher Priorität
[Bearbeiten]- Klammerung, Punktrechnung und Strichrechnung:
Beispiel:A*B/C*D((A*B)/C)*D - Exponentiation:
Beispiel:A**B**CA**(B**C)
Außerdem ist zu beachten, dass niemals zwei Operatoren direkt aufeinander folgen dürfen.
Beispiel: Der Ausdruck 1.5**-1 ist in FORTRAN 77 falsch und führt zu einer Fehlermeldung. Richtig ist 1.5**(-1)
Ergebnisdatentyp
[Bearbeiten]Operanden gleichen Datentyps
[Bearbeiten]Bei Operanden gleichen Datentyps erhält das Ergebnis den Datentyp der Operanden.
Beispiel:
0 . | 1 . 2 . 3 . 4 . 5 . 6 . 7 | . 8 12345678901234567890123456789012345678901234567890123456789012345678901234567890 |
PROGRAM BSP
REAL A
A = 3/2
C 3 ist ein INTEGER und 2 ist auch ein INTEGER,
C daher muss das Ergebnis auch ein INTEGER sein, also 1.
C Die Zuweisung an die REAL-Variable A stellt das
C Ergebnis nicht mehr richtig.
WRITE (*,*) A
C Ausgabe: 1.00000
END
|
12345678901234567890123456789012345678901234567890123456789012345678901234567890 0 . | 1 . 2 . 3 . 4 . 5 . 6 . 7 | . 8 |
Implizite Typumwandlung bei Operanden gemischten Datentyps
[Bearbeiten]Weisen die Operanden unterschiedliche Datentypen auf, so wird bei jeder Operation, falls nötig, das Ergebnis dem höherwertigen Datentyp angepasst.
| INTEGER REAL DOUBLE PRECISION COMPLEX |
Beispiel:
0 . | 1 . 2 . 3 . 4 . 5 . 6 . 7 | . 8 12345678901234567890123456789012345678901234567890123456789012345678901234567890 |
PROGRAM BSP
REAL A
A = 3/2.
C 2. ist ein REAL. Jetzt stimmt das Ergebnis.
WRITE (*,*) A
C Ausgabe: 1.500000
END
|
12345678901234567890123456789012345678901234567890123456789012345678901234567890 0 . | 1 . 2 . 3 . 4 . 5 . 6 . 7 | . 8 |
Explizite Typumwandlung
[Bearbeiten]FORTRAN 77 besitzt auch Funktionen zur expliziten Umwandlung des Datentyps. Diese werden im Kapitel Standardfunktionen näher beschrieben.
Beispiel:
0 . | 1 . 2 . 3 . 4 . 5 . 6 . 7 | . 8 12345678901234567890123456789012345678901234567890123456789012345678901234567890 |
PROGRAM BSP
REAL R
COMPLEX C
R = 2
C = CMPLX(R)
WRITE (*,*) C
C Ausgabe: ( 2.000000 , 0.000000 )
END
|
12345678901234567890123456789012345678901234567890123456789012345678901234567890 0 . | 1 . 2 . 3 . 4 . 5 . 6 . 7 | . 8 |
Logische Ausdrücke
[Bearbeiten]Logische Ausdrücke können zwei Zustände annehmen, wahr oder falsch. Diese werden in FORTRAN 77 durch die Literale .TRUE. oder .FALSE. dargestellt.
Logische Operatoren
[Bearbeiten]Folgende Tabelle enthält alle in FORTRAN 77 bekannte logische Operatoren. Sie sind in der Reihenfolge ihrer Prioritäten absteigend geordnet.
| Operator | Kommentar | Mathematische Entsprechung |
|---|---|---|
.NOT. A |
logisches NICHT | |
A .AND. B |
logisches UND | |
A .OR. B |
logisches ODER | |
A .EQV. B |
logische Äquivalenz (XNOR) | |
A .NEQV. B |
logische Antivalenz (XOR) |
Wahrheitstafel
[Bearbeiten]| A | B | .NOT. A | A .AND. B | A .OR. B | A .EQV. B | A .NEQV. B |
|---|---|---|---|---|---|---|
| .TRUE. | .TRUE. | .FALSE. | .TRUE. | .TRUE. | .TRUE. | .FALSE. |
| .TRUE. | .FALSE. | .FALSE. | .FALSE. | .TRUE. | .FALSE. | .TRUE. |
| .FALSE. | .TRUE. | .TRUE. | .FALSE. | .TRUE. | .FALSE. | .TRUE. |
| .FALSE. | .FALSE. | .TRUE. | .FALSE. | .FALSE. | .TRUE. | .FALSE. |
Beispiel:
0 . | 1 . 2 . 3 . 4 . 5 . 6 . 7 | . 8 12345678901234567890123456789012345678901234567890123456789012345678901234567890 |
PROGRAM BSP
LOGICAL L
L = .TRUE.
WRITE (*,*) .NOT. L
C Ausgabe: F
END
|
12345678901234567890123456789012345678901234567890123456789012345678901234567890 0 . | 1 . 2 . 3 . 4 . 5 . 6 . 7 | . 8 |
Beispiel:
0 . | 1 . 2 . 3 . 4 . 5 . 6 . 7 | . 8 12345678901234567890123456789012345678901234567890123456789012345678901234567890 |
PROGRAM BSP
LOGICAL A, B
A = .TRUE.
B = .FALSE.
WRITE (*,*) A .NEQV. B
C Ausgabe: T
END
|
12345678901234567890123456789012345678901234567890123456789012345678901234567890 0 . | 1 . 2 . 3 . 4 . 5 . 6 . 7 | . 8 |
Vergleichsausdrücke
[Bearbeiten]
Zum Vergleichen zweier arithmetischer Ausdrücke oder von Strings gibt es in FORTRAN 77 Vergleichsoperatoren. Das Ergebnis eines Vergleichs ist immer logischer Wert (.TRUE. oder .FALSE.).
Vergleichsoperatoren für arithmetische Typen
[Bearbeiten]| Operator | Kommentar | Mathematische Entsprechung |
|---|---|---|
A .LT. B |
less than (kleiner als) | |
A .LE. B |
less equal (kleiner gleich) | |
A .GT. B |
greater than (größer als) | |
A .GE. B |
greater equal (größer gleich) | |
A .EQ. B |
equal (gleich) | |
A .NE. B |
not equal (ungleich) |
Beispiel:
0 . | 1 . 2 . 3 . 4 . 5 . 6 . 7 | . 8 12345678901234567890123456789012345678901234567890123456789012345678901234567890 |
PROGRAM BSP
INTEGER A, B
A = 5
B = 6
WRITE (*,*) A .LT. B
C Ausgabe: T
END
|
12345678901234567890123456789012345678901234567890123456789012345678901234567890 0 . | 1 . 2 . 3 . 4 . 5 . 6 . 7 | . 8 |
Beispiel:
0 . | 1 . 2 . 3 . 4 . 5 . 6 . 7 | . 8 12345678901234567890123456789012345678901234567890123456789012345678901234567890 |
PROGRAM BSP
CHARACTER*5 A, B
A = 'Halli'
B = 'Hallo'
WRITE (*,*) A .LT. B
C Ausgabe: T
END
|
12345678901234567890123456789012345678901234567890123456789012345678901234567890 0 . | 1 . 2 . 3 . 4 . 5 . 6 . 7 | . 8 |
Beim Rechnen mit Fließkommazahlen (Datentypen: REAL, DOUBLE PRECISION, COMPLEX) sind die systemimmanenten Rechenungenauigkeiten zu beachten. Aus diesem Grund sollten Fließkommazahlen nicht auf strikte (Un)Gleichheit geprüft werden, sondern Vergleiche sollten einen kleinen Toleranzbereich aufweisen: .
Beispiel (hier mit und :
0 . | 1 . 2 . 3 . 4 . 5 . 6 . 7 | . 8 12345678901234567890123456789012345678901234567890123456789012345678901234567890 |
X = LOG(A)
C Statt...
IF (X .EQ. 2)
C besser
IF (ABS(X - 2) .LT. .00001)
|
12345678901234567890123456789012345678901234567890123456789012345678901234567890 0 . | 1 . 2 . 3 . 4 . 5 . 6 . 7 | . 8 |
Zeichenkettenvergleiche
[Bearbeiten]Das Ergebnis eines Vergleichs von Zeichenketten mittels Vergleichsoperatoren ist teilweise systemabhängig. Ausnahmen sind .EQ. und .NE.. Systemunabhängige Resultate sind durch Verwendung der entsprechenden lexikalischen Standardfunktionen erhältlich. Dort wird immer die Reihenfolge im ASCII-Zeichensatz verwendet.
Beispiel:
0 . | 1 . 2 . 3 . 4 . 5 . 6 . 7 | . 8 12345678901234567890123456789012345678901234567890123456789012345678901234567890 |
PROGRAM BSP
IMPLICIT LOGICAL(A-Z)
CHARACTER*15 A, B
A = 'Hallö'
B = 'hallo'
WRITE (*,*) 'A gleich B? ', A .EQ. B
WRITE (*,*) 'A kleiner als B (Operator)? ', A .LT. B
WRITE (*,*) 'A kleiner als B (Funktion)? ', LLT (A, B)
C Ausgabe:
C A gleich B? F
C A kleiner als B (Operator)? T
C A kleiner als B (Funktion)? T
END
|
12345678901234567890123456789012345678901234567890123456789012345678901234567890 0 . | 1 . 2 . 3 . 4 . 5 . 6 . 7 | . 8 |
Operatorenpriorität
[Bearbeiten]- Klammerung
- Arithmetische Operatoren
- Vergleichsoperatoren
- Logische Operatoren
- Zuweisungsoperator
Beispiel:
0 . | 1 . 2 . 3 . 4 . 5 . 6 . 7 | . 8 12345678901234567890123456789012345678901234567890123456789012345678901234567890 |
PROGRAM BSP
IMPLICIT LOGICAL(A-Z)
REAL A, B, C
LOGICAL X, RES
A = 5.5
B = -1.2
C = 8.6
X = .FALSE.
RES = X .AND. A - B .GT. C .OR. A .LE. C
C entspricht infolge Op.priorität:
C RES = ((X .AND. ((A-B) .GT. C)) .OR. (A .LE. C))
WRITE (*,*) RES
C Ausgabe: T
END
|
12345678901234567890123456789012345678901234567890123456789012345678901234567890 0 . | 1 . 2 . 3 . 4 . 5 . 6 . 7 | . 8 |
Vergleichsoperatoren und logische Operatoren finden in erster Linie bei Verzweigungen und Schleifenbedingungen Verwendung.
Stringoperationen
[Bearbeiten]FORTRAN 77 bietet vergleichsweise komfortable Operatoren zur Behandlung von Zeichenketten.
Verknüpfungsoperator
[Bearbeiten]| Operator | Kommentar |
|---|---|
A // B |
Operator zum Verknüpfen von Zeichenketten |
Beispiel:
0 . | 1 . 2 . 3 . 4 . 5 . 6 . 7 | . 8 12345678901234567890123456789012345678901234567890123456789012345678901234567890 |
PROGRAM BSP
CHARACTER*4 A, B*10
A='How '
B='do you do.'
WRITE (*,*) A // B
C Ausgabe: How do you do.
END
|
12345678901234567890123456789012345678901234567890123456789012345678901234567890 0 . | 1 . 2 . 3 . 4 . 5 . 6 . 7 | . 8 |
Teilketten
[Bearbeiten]Ein String ist ein CHARACTER-Feld. Auch Teilketten einer solchen Zeichenkette können adressiert werden.
| Prinzip | Beschreibung |
|---|---|
| stringname (anfang:ende) | von anfang bis ende |
| stringname (:ende) | vom ersten Zeichen bis ende |
| stringname (anfang:) | von anfang bis zum letzten Zeichen |
| stringname (index:index) | genau ein Zeichen an der Position index |
Dabei muss anfang stets größer oder gleich Eins sein. ende darf nicht größer als die Länge der Zeichenkette sein. index muss sich stets zwischen Eins und der Länge der Zeichenkette befinden.
Beispiel:
0 . | 1 . 2 . 3 . 4 . 5 . 6 . 7 | . 8 12345678901234567890123456789012345678901234567890123456789012345678901234567890 |
PROGRAM BSP
CHARACTER*10 A
A='Hallo Welt'
WRITE (*,*) A(2:4)
C Ausgabe: all
WRITE (*,*) A(5:)
C Ausgabe: o Welt
WRITE (*,*) A(:3)
C Ausgabe: Hal
END
|
12345678901234567890123456789012345678901234567890123456789012345678901234567890 0 . | 1 . 2 . 3 . 4 . 5 . 6 . 7 | . 8 |
Beispiel:
0 . | 1 . 2 . 3 . 4 . 5 . 6 . 7 | . 8 12345678901234567890123456789012345678901234567890123456789012345678901234567890 |
PROGRAM BSP
CHARACTER*10 A
A='Hallo Welt'
A(7:) = 'XYZ'
WRITE (*,*) A
C Ausgabe: Hallo XYZ
END
|
12345678901234567890123456789012345678901234567890123456789012345678901234567890 0 . | 1 . 2 . 3 . 4 . 5 . 6 . 7 | . 8 |
Neben diesen Möglichkeiten sind in FORTRAN 77 auch einige Standardfunktionen für das Hantieren mit Zeichenketten vorgesehen. Diese sind im Kapitel Standardfunktionen beschrieben.
Verzweigungen und Schleifen
[Bearbeiten]GOTO
[Bearbeiten]GOTO bewirkt einen Sprung zu einer bestimmten Anweisungsnummer.
Beispiel:
0 . | 1 . 2 . 3 . 4 . 5 . 6 . 7 | . 8 12345678901234567890123456789012345678901234567890123456789012345678901234567890 |
PROGRAM BSP
GOTO 100
WRITE (*,*) 'Hallo'
100 WRITE (*,*) 'Welt'
C Ausgabe: Welt
END
|
12345678901234567890123456789012345678901234567890123456789012345678901234567890 0 . | 1 . 2 . 3 . 4 . 5 . 6 . 7 | . 8 |
CONTINUE
[Bearbeiten]CONTINUE ermöglicht bei Anweisungsnummern eine „leere“ Anweisung.
Beispiel:
0 . | 1 . 2 . 3 . 4 . 5 . 6 . 7 | . 8 12345678901234567890123456789012345678901234567890123456789012345678901234567890 |
PROGRAM BSP
GOTO 100
WRITE (*,*) 'Hallo'
100 CONTINUE
C keine Ausgabe
END
|
12345678901234567890123456789012345678901234567890123456789012345678901234567890 0 . | 1 . 2 . 3 . 4 . 5 . 6 . 7 | . 8 |
Bedingtes GOTO
[Bearbeiten]Beim bedingten GOTO ist in Abhängigkeit von einer Integer-Variablen der Sprung zu einer bestimmten Anweisungsnummer möglich.
Beispiel: Eine „Switch“-Verzweigung
0 . | 1 . 2 . 3 . 4 . 5 . 6 . 7 | . 8 12345678901234567890123456789012345678901234567890123456789012345678901234567890 |
PROGRAM BSP
INTEGER I
I=2
GOTO (100, 200, 300), I
100 WRITE (*,*) 'Hallo 1'
GOTO 1000
200 WRITE (*,*) 'Hallo 2'
GOTO 1000
300 WRITE (*,*) 'Hallo 3'
1000 CONTINUE
C Ausgabe: Hallo 2
END
|
12345678901234567890123456789012345678901234567890123456789012345678901234567890 0 . | 1 . 2 . 3 . 4 . 5 . 6 . 7 | . 8 |
IF-Verzweigungen
[Bearbeiten]Der IF-Einzeiler
[Bearbeiten]IF (logischer ausdruck) anweisung |
Beispiel:
0 . | 1 . 2 . 3 . 4 . 5 . 6 . 7 | . 8 12345678901234567890123456789012345678901234567890123456789012345678901234567890 |
PROGRAM BSP
INTEGER I
I=2
IF (I .EQ. 2) WRITE (*,*) 'Hallo'
C Ausgabe: Hallo
END
|
12345678901234567890123456789012345678901234567890123456789012345678901234567890 0 . | 1 . 2 . 3 . 4 . 5 . 6 . 7 | . 8 |
IF-THEN
[Bearbeiten]IF (logischer ausdruck) THEN anweisungsblock END IF |
Beispiel:
0 . | 1 . 2 . 3 . 4 . 5 . 6 . 7 | . 8 12345678901234567890123456789012345678901234567890123456789012345678901234567890 |
PROGRAM BSP
INTEGER I
I=2
IF (I .EQ. 2) THEN
WRITE (*,*) 'Hallo'
END IF
C Ausgabe: Hallo
END
|
12345678901234567890123456789012345678901234567890123456789012345678901234567890 0 . | 1 . 2 . 3 . 4 . 5 . 6 . 7 | . 8 |
IF-THEN-ELSE
[Bearbeiten]IF (logischer ausdruck) THEN if-anweisungsblock ELSE else-anweisungsblock END IF |
Beispiel:
0 . | 1 . 2 . 3 . 4 . 5 . 6 . 7 | . 8 12345678901234567890123456789012345678901234567890123456789012345678901234567890 |
PROGRAM BSP
INTEGER I
I=333
IF (I .GE. 444) THEN
WRITE (*,*) 'Hallo'
ELSE
WRITE (*,*) 'Hola'
END IF
C Ausgabe: Hola
END
|
12345678901234567890123456789012345678901234567890123456789012345678901234567890 0 . | 1 . 2 . 3 . 4 . 5 . 6 . 7 | . 8 |
ELSE-IF
[Bearbeiten]IF (logischer ausdruck 1) THEN if-anweisungsblock 1 ELSE IF (logischerAusdruck 2) THEN if-anweisungsblock 2 ELSE IF (logischerAusdruck n) THEN if-anweisungsblock n ELSE else-anweisungsblock END IF |
0 . | 1 . 2 . 3 . 4 . 5 . 6 . 7 | . 8 12345678901234567890123456789012345678901234567890123456789012345678901234567890 |
PROGRAM BSP
INTEGER I
I = 2
IF (I .EQ. 1) THEN
WRITE (*,*) 'I ist eins'
ELSE IF (I .EQ. 2) THEN
WRITE (*,*) 'I ist zwei'
ELSE
WRITE (*,*) 'Ich weiß nicht was I ist'
END IF
C Ausgabe: I ist zwei
END
|
12345678901234567890123456789012345678901234567890123456789012345678901234567890 0 . | 1 . 2 . 3 . 4 . 5 . 6 . 7 | . 8 |
DO-Schleifen
[Bearbeiten]Die DO-Schleife (Zählschleife) ist die einzige Schleife die FORTRAN 77 standardmäßig kennt.
DO nr zählvariable = startwert, endwert [, schrittweite]
anweisungsblock
nr CONTINUE
|
Beispiel:
0 . | 1 . 2 . 3 . 4 . 5 . 6 . 7 | . 8 12345678901234567890123456789012345678901234567890123456789012345678901234567890 |
PROGRAM BSP
INTEGER I
DO 100 I = 1, 10
WRITE (*,*) I
100 CONTINUE
C Zeilenweise Ausgabe der Zahlen 1 bis 10
END
|
12345678901234567890123456789012345678901234567890123456789012345678901234567890 0 . | 1 . 2 . 3 . 4 . 5 . 6 . 7 | . 8 |
Weitere Schleifen
[Bearbeiten]Da FORTRAN 77 keine weiteren Schleifen kennt, müssen diese mit Hilfe einer IF-Verzweigung und einem GOTO-Befehl nachgebildet werden. Prominente Beispiele aus anderen Programmiersprachen sind die While-Schleife und die Do-While-Schleife.
While-Schleife (kopfgesteuerte Schleife)
[Bearbeiten]Beispiel:
0 . | 1 . 2 . 3 . 4 . 5 . 6 . 7 | . 8 12345678901234567890123456789012345678901234567890123456789012345678901234567890 |
PROGRAM BSP
INTEGER I
I=0
10 IF(I .LT. 5) THEN
WRITE (*,*) I
I = I + 1
GOTO 10
END IF
C Die Zahlen 0 bis 4 werden ausgegeben
END
|
12345678901234567890123456789012345678901234567890123456789012345678901234567890 0 . | 1 . 2 . 3 . 4 . 5 . 6 . 7 | . 8 |
Do-While-Schleife (fußgesteuerte Schleife)
[Bearbeiten]Beispiel:
0 . | 1 . 2 . 3 . 4 . 5 . 6 . 7 | . 8 12345678901234567890123456789012345678901234567890123456789012345678901234567890 |
PROGRAM BSP
INTEGER I
I=6
10 CONTINUE
WRITE (*,*) I
I = I + 1
IF (I .LT. 5) GOTO 10
C Die Zahl 6 wird ausgegeben
END
|
12345678901234567890123456789012345678901234567890123456789012345678901234567890 0 . | 1 . 2 . 3 . 4 . 5 . 6 . 7 | . 8 |
Implizite Schleife
[Bearbeiten]Bei Eingabe oder Ausgabe ist die Angabe einer impliziten Schleife möglich.
Beispiel:
0 . | 1 . 2 . 3 . 4 . 5 . 6 . 7 | . 8 12345678901234567890123456789012345678901234567890123456789012345678901234567890 |
PROGRAM BSP
INTEGER I
WRITE (*,*) ('Hallo', I = 1, 10)
C Ausgabe: HalloHalloHalloHalloHalloHalloHalloHalloHalloHallo
END
|
12345678901234567890123456789012345678901234567890123456789012345678901234567890 0 . | 1 . 2 . 3 . 4 . 5 . 6 . 7 | . 8 |
STOP
[Bearbeiten]Die STOP-Anweisung beendet das Programm.
Beispiel:
0 . | 1 . 2 . 3 . 4 . 5 . 6 . 7 | . 8 12345678901234567890123456789012345678901234567890123456789012345678901234567890 |
PROGRAM BSP
WRITE (*,*) 'Vor Stop-Statement'
STOP
WRITE (*,*) 'Nach Stop-Statement'
C Ausgabe: Vor Stop-Statement
END
|
12345678901234567890123456789012345678901234567890123456789012345678901234567890 0 . | 1 . 2 . 3 . 4 . 5 . 6 . 7 | . 8 |
Standardfunktionen
[Bearbeiten]In diesem Kapitel werden für die Funktionsargumente und Rückgabewerte nachfolgende Kürzel verwendet, die Aufschluss über die möglichen Datentypen geben.
| Kürzel | Datentypen |
|---|---|
| i | INTEGER
|
| r | REAL
|
| d | DOUBLE PRECISION
|
| x | COMPLEX
|
| c | CHARACTER*n
|
| l | LOGICAL
|
Datentypumwandlung
[Bearbeiten]Umwandlung in INTEGER
[Bearbeiten]- i = INT(i)
Abschneiden des Nachkommaanteils:
- i = INT(r)
- i = IFIX(r)
- i = IDINT(d)
- i = INT(x)
ASCII-Wert des Zeichens c:
- i = ICHAR(c)
Umwandlung in REAL
[Bearbeiten]- r = REAL(i)
- r = FLOAT(i)
- r = REAL(r)
- r = SNGL(d)
- r = REAL(x)
Umwandlung in DOUBLE
[Bearbeiten]- d = DBLE(i)
- d = DBLE(r)
- d = DBLE(d)
- d = DBLE(x)
Umwandlung in COMPLEX
[Bearbeiten]- x = CMPLX(i)
- x = CMPLX(r)
- x = CMPLX(d)
- x = CMPLX(x)
Umwandlung in CHARACTER
[Bearbeiten]Gibt das Zeichen zum ASCII-Wert i zurück.
- c = CHAR(i)
Mathematische Funktionen
[Bearbeiten]Abschneiden des Nachkommaanteils
[Bearbeiten]Ist das Argument größer Null, wird die nächstkleinere ganze Zahl zurückgegeben. Ist das Argument kleiner Null, wird die nächstgrößere ganze Zahl zurückgegeben.
- r = AINT(r)
- d = DINT(d)
Runden
[Bearbeiten]Ist das Argument größer oder gleich Null, ist der Rückgabewert INT(X+0.5). Ist das Argument kleiner Null, ist der Rückgabewert INT(X-0.5)
- r = ANINT(r)
- d = DNINT(d)
- i = NINT(r)
- i = IDNINT(d)
Absolutwert
[Bearbeiten]- i = IABS(i)
- r = ABS(r)
- d = DABS(d)
- r = CABS(x)
Double Precision-Produkt
[Bearbeiten]Rückgabewert ist r1 × r2 mit Datentyp DOUBLE PRECISION
- d = DPROD(r1, r2)
Modulo
[Bearbeiten]Rückgabewert ist zahl1 - INT(zahl1 /zahl2)*zahl2
- i = MOD(i1, i2)
- r = AMOD(r1, r2)
- d = DMOD(d1, d2)
Vorzeichentransfer
[Bearbeiten]Wenn die zahl2 >= 0 ist, dann wird |zahl1| zurückgegeben.
Wenn die zahl2 < 0 ist, dann wird -|zahl1| zurückgegeben.
- i = ISIGN(i1, i2)
- r = SIGN(r1, r2)
- d = DSIGN(d1, d2)
Positive Differenz
[Bearbeiten]Für zahl1 > zahl2 ist der Rückgabewert zahl1 - zahl2.
Für zahl1 <= zahl2 wird Null zurückgegeben.
- i = IDIM(i1, i2)
- r = DIM(r1, r2)
- d = DDIM(d1, d2)
Maximum
[Bearbeiten]Gibt den größten Argumentwert zurück.
- i = MAX0(i1, i2, ...)
- r = AMAX1(r1, r2, ...)
- d = DMAX1(d1, d2, ...)
- r = AMAX0(i1, i2, ...)
- i = MAX1(r1, r2, ...)
Minimum
[Bearbeiten]Gibt den kleinsten Argumentwert zurück.
- i = MIN0(i1, i2, ...)
- r = AMIN1(r1, r2, ...)
- d = DMIN1(d1, d2, ...)
- r = AMIN0(i1, i2, ...)
- i = MIN1(r1, r2, ...)
Komplexe Zahlen
[Bearbeiten]Gibt den Imaginärteil zurück:
- r = AIMAG(x)
Gibt die konjugiert komplexe Zahl zurück:
- x = CONJG(x)
Quadratwurzel
[Bearbeiten]Gibt die Quadratwurzel zurück:
- r = SQRT(r)
- d = DSQRT(d)
- x = CSQRT(x)
Exponentialfunktion
[Bearbeiten]Gibt natürliche Exponentialfunktion zurück:
- r = EXP(r)
- d = DEXP(d)
- x = CEXP(x)
Logarithmus naturalis
[Bearbeiten]Gibt den natürlichen Logarithmus zurück:
- r = ALOG(r)
- d = DLOG(d)
- x = CLOG(x)
Dekadischer Logarithmus
[Bearbeiten]Gibt den dekadischen Logarithmus zurück:
- r = ALOG10(r)
- d = DLOG10(d)
Winkelfunktionen
[Bearbeiten]- r = SIN(r)
- d = DSIN(d)
- x = CSIN(x)
- r = COS(r)
- d = DCOS(d)
- x = CCOS(x)
- r = TAN(r)
- d = DTAN(d)
Arkusfunktionen
[Bearbeiten]- r = ASIN(r)
- d = DASIN(d)
- r = ACOS(r)
- d = DACOS(d)
- r = ATAN(r)
- d = DATAN(d)
Gibt zurück:
- r = ATAN2(r1, r2)
- d = DATAN2(d1, d2)
Diese Funktionen sind für ähnliche Werte der beiden Argumente erheblich genauer.
Hyperbelfunktionen
[Bearbeiten]- r = SINH(r)
- d = DSINH(d)
- r = COSH(r)
- d = DCOSH(d)
- r = TANH(r)
- d = DTANH(d)
Zeichenketten-Funktionen
[Bearbeiten]Länge
[Bearbeiten]- i = LEN(c)
Index eines Teilstrings
[Bearbeiten]Gibt die erste Position des Auftretens eines Teilstrings c2 in c1 zurück. c2 muss eine (benannte) Konstante sein.
- i = INDEX(c1, c2)
Lexikalische Funktionen
[Bearbeiten]Hier wird unabhängig von der Plattform immer der ASCII-Zeichensatz als Grundlage verwendet.
Lexikalisch größer oder gleich (Rückgabewert ist .TRUE. wenn c1 >= c2):
- l = LGE(c1, c2)
Lexikalisch größer als (Rückgabewert ist .TRUE. wenn c1 > c2):
- l = LGT(c1, c2)
Lexikalisch kleiner oder gleich (Rückgabewert ist .TRUE. wenn c1 <= c2):
- l = LLE(c1, c2)
Lexikalisch kleiner als (Rückgabewert ist .TRUE. wenn c1 < c2):
- l = LLT(c1, c2)
Obige Funktionenauflistung basiert auf dem Fortran 77 Sprachstandard X3J3/90.4, Kap.15: Functions and Subroutines.
Unterprogramme
[Bearbeiten]Natürlich können in FORTRAN 77 auch eigene Unterprogramme erstellt werden.
Funktionsanweisung
[Bearbeiten]Eine Funktionsanweisung (auch Anweisungsfunktion genannt) stellt die einfachste Möglichkeit dar, ein Unterprogramm in FORTRAN 77 zu realisieren. Eine Funktionsanweisung kann nur einen Ausdruck umfassen und gilt nur in der Programmeinheit in der sie definiert wurde.
Definieren einer Funktionsanweisung:
funktionsname([formale parameter]) = ausdruck
|
Aufruf der Funktion:
[variable =] funktionsname([aktuelle parameter])
|
Beispiel:
0 . | 1 . 2 . 3 . 4 . 5 . 6 . 7 | . 8 12345678901234567890123456789012345678901234567890123456789012345678901234567890 |
PROGRAM BSP
FUNK() = 5
WRITE (*,*) FUNK ()
C Ausgabe: 5.000000
END
|
12345678901234567890123456789012345678901234567890123456789012345678901234567890 0 . | 1 . 2 . 3 . 4 . 5 . 6 . 7 | . 8 |
Beispiel:
0 . | 1 . 2 . 3 . 4 . 5 . 6 . 7 | . 8 12345678901234567890123456789012345678901234567890123456789012345678901234567890 |
PROGRAM BSP
REAL A, B, C
FUNK(A, B) = COS(A) * LOG(B)
C = FUNK(3.1415, 2.)
WRITE (*,*) C
C Ausgabe: -0.6931472
END
|
12345678901234567890123456789012345678901234567890123456789012345678901234567890 0 . | 1 . 2 . 3 . 4 . 5 . 6 . 7 | . 8 |
FUNCTION
[Bearbeiten]Soll eine Funktion mehrere Anweisungen umfassen, so genügt das Konzept der Funktionsanweisung nicht mehr. FORTRAN 77 kennt zu diesem Zweck das Schlüsselwort FUNCTION.
|
[datentyp] anweisungen
|
Aufgerufen wird eine derartige Funktion gleich wie eine Funktionsanweisung.
Beispiel:
Datei bsp.f:
0 . | 1 . 2 . 3 . 4 . 5 . 6 . 7 | . 8 12345678901234567890123456789012345678901234567890123456789012345678901234567890 |
PROGRAM BSP
C Funktionsaufruf
WRITE(*,*) FUNK()
C Ausgabe: 27.50000
END
|
12345678901234567890123456789012345678901234567890123456789012345678901234567890 0 . | 1 . 2 . 3 . 4 . 5 . 6 . 7 | . 8 |
Datei funk.f:
0 . | 1 . 2 . 3 . 4 . 5 . 6 . 7 | . 8 12345678901234567890123456789012345678901234567890123456789012345678901234567890 |
REAL FUNCTION FUNK()
REAL TMP
DO 10 I = 1,10
TMP = TMP + I*0.5
10 CONTINUE
FUNK = TMP
END
|
12345678901234567890123456789012345678901234567890123456789012345678901234567890 0 . | 1 . 2 . 3 . 4 . 5 . 6 . 7 | . 8 |
Übersetzung mit gfortran:
gfortran bsp.f funk.f
Eine Funktion muss einen Wert zurückgeben. Welcher Wert das ist, wird durch eine Zuweisung an den Funktionsnamen erreicht. Wird am Anfang des Funktionskopfes kein Datentyp explizit vorgegeben, so gelten die Regeln für die implizite Datentypvergabe.
Mit Hilfe des Schlüsselwortes RETURN kann eine Funktion auch vor dem Funktionsende verlassen werden.
Beispiel:
Datei bsp.f:
0 . | 1 . 2 . 3 . 4 . 5 . 6 . 7 | . 8 12345678901234567890123456789012345678901234567890123456789012345678901234567890 |
PROGRAM BSP
C Funktionsaufruf
WRITE(*,*) FUNK(3)
C Ausgabe: 1.500000
END
|
12345678901234567890123456789012345678901234567890123456789012345678901234567890 0 . | 1 . 2 . 3 . 4 . 5 . 6 . 7 | . 8 |
Datei funk.f:
0 . | 1 . 2 . 3 . 4 . 5 . 6 . 7 | . 8 12345678901234567890123456789012345678901234567890123456789012345678901234567890 |
FUNCTION FUNK(I1)
IF(I1 .LE. 5) THEN
FUNK = 1.5
RETURN
END IF
FUNK = SIN(I1*0.5)
END
|
12345678901234567890123456789012345678901234567890123456789012345678901234567890 0 . | 1 . 2 . 3 . 4 . 5 . 6 . 7 | . 8 |
SUBROUTINE
[Bearbeiten]Eine Subroutine besitzt im Gegensatz zu einer Funktion keinen Datentyp und gibt keinen Wert zurück.
|
anweisungen
|
Aufruf der Subroutine:
CALL subroutinenname([aktuelle parameter])
|
Beispiel:
Datei test.f
0 . | 1 . 2 . 3 . 4 . 5 . 6 . 7 | . 8 12345678901234567890123456789012345678901234567890123456789012345678901234567890 |
PROGRAM BSP
CALL SUB
END
|
12345678901234567890123456789012345678901234567890123456789012345678901234567890 0 . | 1 . 2 . 3 . 4 . 5 . 6 . 7 | . 8 |
Datei sub.f
0 . | 1 . 2 . 3 . 4 . 5 . 6 . 7 | . 8 12345678901234567890123456789012345678901234567890123456789012345678901234567890 |
SUBROUTINE SUB
WRITE (*,*) 'Hallo Welt!'
END
|
12345678901234567890123456789012345678901234567890123456789012345678901234567890 0 . | 1 . 2 . 3 . 4 . 5 . 6 . 7 | . 8 |
Übersetzung mittels gfortran:
gfortran -c sub.f gfortran -c test.f gfortran test.o sub.o
Anzeige auf der Standardausgabe:
Hallo Welt!
Auch eine Subroutine kann mittels RETURN vorzeitig verlassen werden.
Die aktuellen und formalen Parameter müssen hinsichtlich Datentyp, Anzahl, Reihenfolge übereinstimmen.
Alle Namen und Variablen in einer Programmeinheit (Subroutine, Funktion oder Hauptprogramm) sind grundsätzlich nur lokal in der jeweiligen Programmeinheit bekannt. Über die Unterprogrammparameter können aber sehr wohl Werte in der aufrufenden Programmeinheit geändert werden.
Beispiel:
Datei bsp.f:
0 . | 1 . 2 . 3 . 4 . 5 . 6 . 7 | . 8 12345678901234567890123456789012345678901234567890123456789012345678901234567890 |
PROGRAM BSP
REAL A = 2.0
CALL SUB(A)
WRITE(*,*) A
C Ausgabe: 10
END
|
12345678901234567890123456789012345678901234567890123456789012345678901234567890 0 . | 1 . 2 . 3 . 4 . 5 . 6 . 7 | . 8 |
Datei sub.f:
0 . | 1 . 2 . 3 . 4 . 5 . 6 . 7 | . 8 12345678901234567890123456789012345678901234567890123456789012345678901234567890 |
SUBROUTINE SUB(X)
REAL X
REAL A
C Unterprogrammparameter
X = 10
C lokale Variable
A = 500
END
|
12345678901234567890123456789012345678901234567890123456789012345678901234567890 0 . | 1 . 2 . 3 . 4 . 5 . 6 . 7 | . 8 |
Felder als Parameter
[Bearbeiten]Beispiel: Übergabe eines ganzen Feldes
Datei bsp.f:
0 . | 1 . 2 . 3 . 4 . 5 . 6 . 7 | . 8 12345678901234567890123456789012345678901234567890123456789012345678901234567890 |
PROGRAM BSP
INTEGER FELD(3,3)
INTEGER CNT
CNT = 1
DO 10 I = 1, 3
DO 20 J = 1, 3
FELD(J,I) = CNT
CNT = 1 + CNT
20 CONTINUE
10 CONTINUE
C Unterprogrammaufruf
CALL SUB(FELD)
C Ausgabe: 1 2 3 4 5 6 7 8 9
END
|
12345678901234567890123456789012345678901234567890123456789012345678901234567890 0 . | 1 . 2 . 3 . 4 . 5 . 6 . 7 | . 8 |
Datei sub.f
0 . | 1 . 2 . 3 . 4 . 5 . 6 . 7 | . 8 12345678901234567890123456789012345678901234567890123456789012345678901234567890 |
SUBROUTINE SUB(ARR)
INTEGER ARR(3, 3)
WRITE(*,*) ARR
END
|
12345678901234567890123456789012345678901234567890123456789012345678901234567890 0 . | 1 . 2 . 3 . 4 . 5 . 6 . 7 | . 8 |
Beispiel: Übergabe einer Feld-Teilkette
Datei bsp.f:
0 . | 1 . 2 . 3 . 4 . 5 . 6 . 7 | . 8 12345678901234567890123456789012345678901234567890123456789012345678901234567890 |
PROGRAM BSP
INTEGER FELD(3,3)
INTEGER CNT
CNT = 1
DO 10 I = 1, 3
DO 20 J = 1, 3
FELD(J,I) = CNT
CNT = 1 + CNT
20 CONTINUE
10 CONTINUE
C Unterprogrammaufruf
CALL SUB(FELD(1:2,2:3))
C Ausgabe: 4 5 7 8
END
|
12345678901234567890123456789012345678901234567890123456789012345678901234567890 0 . | 1 . 2 . 3 . 4 . 5 . 6 . 7 | . 8 |
Datei sub.f
0 . | 1 . 2 . 3 . 4 . 5 . 6 . 7 | . 8 12345678901234567890123456789012345678901234567890123456789012345678901234567890 |
SUBROUTINE SUB(ARR)
INTEGER ARR(0:1, 0:1)
WRITE(*,*) ARR
END
|
12345678901234567890123456789012345678901234567890123456789012345678901234567890 0 . | 1 . 2 . 3 . 4 . 5 . 6 . 7 | . 8 |
Beispiel: Übergabe eines Feld-Einzelelements
Datei bsp.f:
0 . | 1 . 2 . 3 . 4 . 5 . 6 . 7 | . 8 12345678901234567890123456789012345678901234567890123456789012345678901234567890 |
PROGRAM BSP
INTEGER FELD(3,3)
INTEGER CNT
CNT = 1
DO 10 I = 1, 3
DO 20 J = 1, 3
FELD(J,I) = CNT
CNT = 1 + CNT
20 CONTINUE
10 CONTINUE
C Unterprogrammaufruf
CALL SUB(FELD(1,2))
C Ausgabe: 4
END
|
12345678901234567890123456789012345678901234567890123456789012345678901234567890 0 . | 1 . 2 . 3 . 4 . 5 . 6 . 7 | . 8 |
Datei sub.f
0 . | 1 . 2 . 3 . 4 . 5 . 6 . 7 | . 8 12345678901234567890123456789012345678901234567890123456789012345678901234567890 |
SUBROUTINE SUB(ARR)
INTEGER ARR
WRITE(*,*) ARR
END
|
12345678901234567890123456789012345678901234567890123456789012345678901234567890 0 . | 1 . 2 . 3 . 4 . 5 . 6 . 7 | . 8 |
Prozeduren als Parameter
[Bearbeiten]Auch Prozeduren können als Parameter übergeben werden.
Standardfunktionen werden dazu folgendermaßen im Vereinbarungsteil gekennzeichnet:
Aufruf der Subroutine:
INTRINSIC namensliste
|
Eigene Funktionen oder Subroutinen mit:
EXTERNAL namensliste
|
Beispiel:
Datei bsp.f:
0 . | 1 . 2 . 3 . 4 . 5 . 6 . 7 | . 8 12345678901234567890123456789012345678901234567890123456789012345678901234567890 |
PROGRAM BSP
REAL PI
PARAMETER(PI=3.1415927)
C intrinsic functions
INTRINSIC SIN, COS
C Unterprogrammaufrufe
CALL SUB(SIN, PI)
C Ausgabe: 0.000000
CALL SUB(COS, PI)
C Ausgabe: -1.000000
END
|
12345678901234567890123456789012345678901234567890123456789012345678901234567890 0 . | 1 . 2 . 3 . 4 . 5 . 6 . 7 | . 8 |
Datei sub.f:
0 . | 1 . 2 . 3 . 4 . 5 . 6 . 7 | . 8 12345678901234567890123456789012345678901234567890123456789012345678901234567890 |
SUBROUTINE SUB(FUNK, X)
REAL FUNK, X
WRITE(*,*) NINT(FUNK(X)*1000)/1000.0
END
|
12345678901234567890123456789012345678901234567890123456789012345678901234567890 0 . | 1 . 2 . 3 . 4 . 5 . 6 . 7 | . 8 |
COMMON
[Bearbeiten]Mit COMMON läßt sich ein gemeinsamer Datenbereich für mehrere Programmeinheiten realisieren.
Unbenannter COMMON:
COMMON variablenliste
|
COMMON /name/ variablenliste
|
Beispiel:
Datei bsp.f:
0 . | 1 . 2 . 3 . 4 . 5 . 6 . 7 | . 8 12345678901234567890123456789012345678901234567890123456789012345678901234567890 |
PROGRAM BSP
REAL A, B, C, D
COMMON A, B, C
COMMON /C1/ D
A = 4.0
B = 5.0
C = 6.0
CALL SUB
WRITE (*,*) A, B, C, D
C Ausgabe: 3.330000 4.440000 6.000000 5.550000
END
|
12345678901234567890123456789012345678901234567890123456789012345678901234567890 0 . | 1 . 2 . 3 . 4 . 5 . 6 . 7 | . 8 |
Datei sub.f:
0 . | 1 . 2 . 3 . 4 . 5 . 6 . 7 | . 8 12345678901234567890123456789012345678901234567890123456789012345678901234567890 |
SUBROUTINE SUB
REAL X, Y, Z
COMMON X, Y
COMMON /C1/ Z
X = 3.33
Y = 4.44
Z = 5.55
END
|
12345678901234567890123456789012345678901234567890123456789012345678901234567890 0 . | 1 . 2 . 3 . 4 . 5 . 6 . 7 | . 8 |
ENTRY
[Bearbeiten]Mittels ENTRY kann gezielt in ein Unterprogamm gesprungen werden. Dieses Konstrukt widerspricht aber einer strukturierten Programmierung und sollte nicht verwendet werden.
ENTRY entryname[([formale parameter])]
|
Der Aufruf entspricht dem einer Subroutine:
CALL entryname[([aktuelle parameter])]
|
Beispiel:
Datei bsp.f
0 . | 1 . 2 . 3 . 4 . 5 . 6 . 7 | . 8 12345678901234567890123456789012345678901234567890123456789012345678901234567890 |
PROGRAM BSP
CALL SUB
C Ausgabe: Hallo
C Welt!
CALL E1
C Ausgabe: Welt!
END
|
12345678901234567890123456789012345678901234567890123456789012345678901234567890 0 . | 1 . 2 . 3 . 4 . 5 . 6 . 7 | . 8 |
Datei sub.f:
0 . | 1 . 2 . 3 . 4 . 5 . 6 . 7 | . 8 12345678901234567890123456789012345678901234567890123456789012345678901234567890 |
SUBROUTINE SUB
WRITE(*,*) 'Hallo'
ENTRY E1
WRITE (*,*) 'Welt!'
END
|
12345678901234567890123456789012345678901234567890123456789012345678901234567890 0 . | 1 . 2 . 3 . 4 . 5 . 6 . 7 | . 8 |
SAVE
[Bearbeiten]Durch ein SAVE-Statement in Unterprogrammen behalten die lokalen Variablen ihren jeweiligen Wert auch nach Verlassen des Unterprogrammes. Dieses Konstrukt ist meist nicht notwendig, da die meisten FORTRAN-Compiler dieses Verhalten ohnehin automatisch aufweisen (siehe auch Kapitel DATA zwecks Initialisierung von Variablen).
SAVE [variablenliste]
|
Beispiel:
Datei bsp.f:
0 . | 1 . 2 . 3 . 4 . 5 . 6 . 7 | . 8 12345678901234567890123456789012345678901234567890123456789012345678901234567890 |
PROGRAM BSP
CALL SUB
C Ausgabe: 1.000000
CALL SUB
C Ausgabe: 2.000000
CALL SUB
C Ausgabe: 3.000000
END
|
12345678901234567890123456789012345678901234567890123456789012345678901234567890 0 . | 1 . 2 . 3 . 4 . 5 . 6 . 7 | . 8 |
Datei sub.f:
0 . | 1 . 2 . 3 . 4 . 5 . 6 . 7 | . 8 12345678901234567890123456789012345678901234567890123456789012345678901234567890 |
SUBROUTINE SUB
REAL A
SAVE
A = A + 1
WRITE(*,*) A
END
|
12345678901234567890123456789012345678901234567890123456789012345678901234567890 0 . | 1 . 2 . 3 . 4 . 5 . 6 . 7 | . 8 |
DATA
[Bearbeiten]DATA dient zur Wertinitialisierung von Variablen vor der Programmeinheitausführung. Diese Anweisung ist also nicht gleichzusetzen mit einer Wertzuweisung.
Beispiel:
DATA [variablenliste] /variablenwerte/
|
Beispiel:
Datei bsp.f:
0 . | 1 . 2 . 3 . 4 . 5 . 6 . 7 | . 8 12345678901234567890123456789012345678901234567890123456789012345678901234567890 |
PROGRAM BSP
CALL SUB
C Ausgabe: 1.000000
CALL SUB
C Ausgabe: 2.000000
CALL SUB
C Ausgabe: 3.000000
END
|
12345678901234567890123456789012345678901234567890123456789012345678901234567890 0 . | 1 . 2 . 3 . 4 . 5 . 6 . 7 | . 8 |
Datei sub.f:
0 . | 1 . 2 . 3 . 4 . 5 . 6 . 7 | . 8 12345678901234567890123456789012345678901234567890123456789012345678901234567890 |
SUBROUTINE SUB
REAL A
DATA A /0.0/
A = A + 1
WRITE(*,*) A
END
|
12345678901234567890123456789012345678901234567890123456789012345678901234567890 0 . | 1 . 2 . 3 . 4 . 5 . 6 . 7 | . 8 |
Unterschied zwischen Wertinitialisierung und Wertzuweisung:
| Wertinitialisierung | Wertzuweisung | |
|---|---|---|
| Code |
PROGRAM BSP
CALL SUB
CALL SUB
CALL SUB
END
SUBROUTINE SUB
REAL A
DATA A /3.0/
A = A + 1
WRITE(*,*) A
END
|
PROGRAM BSP
CALL SUB
CALL SUB
CALL SUB
END
SUBROUTINE SUB
REAL A
A = 3.0
A = A + 1
WRITE(*,*) A
END
|
| Ausgabe |
4.000000 5.000000 6.000000 |
4.000000 4.000000 4.000000 |
Ein- und Ausgabe
[Bearbeiten]READ
[Bearbeiten]
Die READ-Anweisung dient dem Einlesen von Daten. Typisches Beispiel ist die Dateneingabe mittels Tastatur. Formal sieht eine READ-Anweisung so aus:
| READ([UNIT=]unit, [FMT=]fmt [, ERR=err] [, END=end] [, IOSTAT=iostat]) [eingabeliste] |
- unit ... Nummer der Eingabeeinheit (ist systemabhängig), Sternoperator oder auch die einer Datei mittels
OPEN-Anweisung zugeordnete Nummer. - fmt ... Anweisungsnummer zu einer
FORMAT-Anweisung oder Sternoperator - err ... Tritt während der Eingabe ein Fehler auf, so wird zu dieser Anweisungsnummer gesprungen
- end ... Nach dem Einlesen des letzten Datensatzes wird zu dieser Anweisungsnummer gesprungen
- iostat ... READ-Status
Listengesteuerte Eingabe auf der Standardeingabe (normalerweise die Tastatur):
READ (*,*) A, B, C
Alternativ kann das auch so geschrieben werden:
READ (UNIT=*, FMT=*) A, B, C
Beim Intel Fortran Compiler, gfortran und g95 ist auch UNIT = 5 als stdin (Tastatur) vorbelegt. Das Einlesen aus Dateien und die Einstellung des Formates werden später erläutert.
Beispiel:
0 . | 1 . 2 . 3 . 4 . 5 . 6 . 7 | . 8 12345678901234567890123456789012345678901234567890123456789012345678901234567890 |
PROGRAM BSP
INTEGER I(5)
C Einlesen in ein Feld (UNIT ... Standardeingabe, FMT ... listengesteuert)
READ (*,*) I
C ...
END
|
12345678901234567890123456789012345678901234567890123456789012345678901234567890 0 . | 1 . 2 . 3 . 4 . 5 . 6 . 7 | . 8 |
Kurze Erläuterung zu IOSTAT:
| Wert | Erläuterung |
|---|---|
| 0 | kein Fehler |
| positiver Wert (systemabhängig) | Fehler |
| negativer Wert (systemabhängig) | End Of File und kein Fehler |
Beispiel:
0 . | 1 . 2 . 3 . 4 . 5 . 6 . 7 | . 8 12345678901234567890123456789012345678901234567890123456789012345678901234567890 |
PROGRAM BSP
INTEGER I
INTEGER ST
C Einlesen eines Wertes
READ (*, *, IOSTAT=ST) I
C Ausgabe des IO-Status
WRITE (*,*) 'IO-Status:', ST
END
|
12345678901234567890123456789012345678901234567890123456789012345678901234567890 0 . | 1 . 2 . 3 . 4 . 5 . 6 . 7 | . 8 |
- Ausgabe:
- Für Eingabe: 5 → 0
- Für Eingabe: 5.3 → Positiver Wert = Fehler
WRITE
[Bearbeiten]
Die WRITE-Anweisung dient der Datenausgabe. Typisches Beispiel ist die Anzeige von Daten auf dem Bildschirm. Formal sieht eine WRITE-Anweisung so aus:
| WRITE([UNIT=]unit, [FMT=]fmt [, ERR=err] [, IOSTAT=iostat]) [ausgabeliste] |
- unit ... Nummer der Ausgabeeinheit (ist systemabhängig), Sternoperator oder auch die einer Datei mittels
OPEN-Anweisung zugeordnete Nummer. - fmt ... Anweisungsnummer zu einer
FORMAT-Anweisung oder Sternoperator - err ... Tritt während der Ausgabe ein Fehler auf, so wird zu dieser Anweisungsnummer gesprungen
- iostat ... WRITE-Status
Listengesteuerte Ausgabe auf der Standardausgabe (normalerweise der Bildschirm):
WRITE (*,*) A, B, C
Alternativ kann das auch so geschrieben werden:
WRITE (UNIT=*, FMT=*) A, B, C
Beim Intel Fortran Compiler, gfortran und g95 sind auch
unit=0alsstderr(Bildschirm) undunit=6alsstdout(Bildschirm)
vorbelegt. Bezüglich IOSTAT gilt auch hier der im vorigen Abschnitt kurz geschilderte Sachverhalt.
Die Ausgabe in Dateien und die Einstellung des Formates werden nachfolgend erläutert.
Beispiel:
0 . | 1 . 2 . 3 . 4 . 5 . 6 . 7 | . 8 12345678901234567890123456789012345678901234567890123456789012345678901234567890 |
PROGRAM BSP
INTEGER I(5)
C I(1) = ...
C ...
C Ausgabe der Feldwerte (UNIT ... Standardausgabe, FMT ... listengesteuert)
WRITE (*,*) I
C ...
END
|
12345678901234567890123456789012345678901234567890123456789012345678901234567890 0 . | 1 . 2 . 3 . 4 . 5 . 6 . 7 | . 8 |
Formatierung
[Bearbeiten]
Die Ein- und Ausgabeformatierung kann beeinflusst werden. Zu diesem Zweck gibt es die FORMAT-Anweisung.
... (..., FMT = marke, ...) ... marke FORMAT (formatliste) |
Alternativ dazu kann auch direkt bei der FMT-Option die Formatliste bekanntgemacht werden.
... (..., FMT = '(formatliste)', ...) ... |
Formatlistenelemente
[Bearbeiten]| Formatspezifizierer | Kommentar |
|---|---|
| Ix[.z] | Ganzzahl mit einer Feldlänge von x Zeichen. z gibt die Mindestanzahl der auszugebenden Zeichen an (Feld wird, wenn nötig, mit führenden Nullen aufgefüllt). |
| Fx.y | Fixkommazahl mit einer Gesamtfeldlänge von x Zeichen. y ist die Anzahl der Nachkommastellen (Vorzeichen und Dezimalpunkt müssen in der Gesamtfeldlänge berücksichtigt werden). |
| Ex.y | Gleitkommazahl mit einer Gesamtfeldlänge von x Zeichen. y ist die Anzahl der Nachkommastellen. (Vorzeichen, Dezimalpunkt und die Zeichen für den Exponenten müssen in der Gesamtfeldlänge berücksichtigt werden). |
| Dx.y | -"- |
| A | Ein Zeichenkette. |
| Ax | Eine Zeichenkette mit x Zeichen. |
| Lx | Ein logischer Wert, T bzw. F |
| xX | x Leerzeichen. |
Obige Tabelle der Formatlistenelemente ist nicht vollständig. Fortran kennt noch weitere Formatierungsmöglichkeiten. Die Ausgabe erfolgt normalerweise rechtsbündig. Reicht die Gesamtfeldlänge bei numerischen Werten nicht aus, so werden anstelle einer Zahl Sternchen angezeigt.
Beispiel:
0 . | 1 . 2 . 3 . 4 . 5 . 6 . 7 | . 8 12345678901234567890123456789012345678901234567890123456789012345678901234567890 |
PROGRAM BSP
INTEGER A
A = 999
WRITE (*, 3333) A
C Ausgabe: 999
A = -999
WRITE (*, 3333) A
C Ausgabe: ***
3333 FORMAT (I3)
END
|
12345678901234567890123456789012345678901234567890123456789012345678901234567890 0 . | 1 . 2 . 3 . 4 . 5 . 6 . 7 | . 8 |
Weitere Formatierungsbeispiele:
| Code | Ausgabe |
|---|---|
WRITE(*, 999) 1234
WRITE(*, 999) 1234567
WRITE(*, 999) 1234567890
999 FORMAT(I9.6)
|
001234 1234567 ********* |
WRITE(*, 999) 555.6666
WRITE(*, 999) +5.6
WRITE(*, 999) -55.666E7
WRITE(*, 999) -55555.666
999 FORMAT(F9.3)
|
555.667
5.600
*********
*********
|
WRITE(*, 999) 555.6666
WRITE(*, 999) +5.6
WRITE(*, 999) -55.666E7
WRITE(*, 999) -55555.666
999 FORMAT(E9.3)
|
0.556E+03 0.560E+01 -.557E+09 -.556E+05 |
WRITE(*, 999) 'Hallo'
WRITE(*, 999) 'ABCDEFGHIJKL'
WRITE(*, 888) 'ABCDEFGHIJKL'
888 FORMAT(A)
999 FORMAT(A10)
|
Hallo ABCDEFGHIJ ABCDEFGHIJKL |
WRITE(*, *) 'FORTRAN', '77'
WRITE(*, 999) 'FORTRAN', '77'
999 FORMAT(A, 1X, A)
|
FORTRAN77 FORTRAN 77 |
WRITE(*, 888) 'FORTRAN', '77'
WRITE(*, 999) 'FORTRAN', '77'
888 FORMAT(A, T3, A)
999 FORMAT(A, T20, A)
|
FO77RAN FORTRAN 77 |
WRITE(*, 999) 'FORTRAN', '77' 999 FORMAT(A, /, A) |
FORTRAN 77 |
WRITE(*, 999) 34.56
WRITE(*, *) 34.56
C SP ... Sign Plus (+)
999 FORMAT(SP, F12.3)
|
+34.560 34.56 |
Wiederholung von Formatteilen
[Bearbeiten]Beispiel:
WRITE (*, 100) 'abc', 10.3, 'xxx', 23.4 100 FORMAT (2(A3, F6.1))
WRITE etwas anders
[Bearbeiten]Beispiel:
WRITE (*, 100)
100 FORMAT ('Hallo', 1X, 'Welt!')
Dateien
[Bearbeiten]
Datensatz
[Bearbeiten]Datensätze können in folgender Form auftreten:
- Formatierter Datensatz: Textdatensatz
- Unformatierter Datensatz: Datensatz in einer maschineninternen Form.
- Dateiendesatz
Datei
[Bearbeiten]Für FORTRAN 77 ist alles eine Datei, das durch READ oder WRITE bearbeitbar ist.
Zugriffsmethoden:
- Sequentieller Zugriff: Lesen ab Beginn der Datei (file) und dann immer den nächsten Datensatz einlesen. Geschrieben wird jeweils ans Dateiende. Auf interne Dateien kann nur sequentiell zugegriffen werden.
- Direkter Zugriff: Bearbeiten in beliebiger Reihenfolge durch Angabe der Satznummer.
Dateitypen:
- Externe Datei: Eine konventionelle Datei
- Interne Datei: CHARACTER-Variable oder -Feld.
Dateien haben im Betriebssystem einen Dateinamen. In FORTRAN wird eine Datei über eine Dateinummer (unit) angesprochen. Die Zuordnung erfolgt mit dem Befehl OPEN.
OPEN
[Bearbeiten]Zum Öffnen einer externen Datei dient die OPEN -Anweisung.
| OPEN (liste) |
mit folgender liste
| Element | Kommentar |
|---|---|
| [UNIT =] x | x ist eine Dateinummer (0 bis 99) |
| FILE = x | x ist der externe Dateiname |
| IOSTAT = x | x ist 0 wenn OPEN fehlerfrei ausgeführt wurde, ansonsten eine systemabhängige Fehlernummer |
| ERR = x | Bei Fehler Sprung zur Anweisungsnummer x |
| STATUS = x | Dateistatus: 'OLD' ... Datei existiert bereits 'NEW' ... Datei wird neu erzeugt 'REPLACE' ... Wenn die Datei existiert, wird sie überschrieben, ansonsten neu erzeugt. 'SCRATCH' ... namenlose temporäre Datei 'UNKNOWN' ... System bestimmt Dateistatus selbst |
| ACCESS = x | Zugriffsmethode: 'SEQUENTIAL' ... Sequentielle Datei 'DIRECT' ... direkter Zugriff |
| FORM = x | Format: 'FORMATTED' oder 'UNFORMATTED' |
| RECL = x | Datensatzlänge (positive Zahl, ACCESS='DIRECT', in Bytes bzw. bei formatierten Dateien in Characters) |
| BLANK = x | 'NULL' (ignorieren von Leerzeichen bei numerischen Werten) oder 'ZERO' (Leerzeichen bei numerischen Werten als 0 interpretieren) |
Eingestellte Vorgabewerte sind:
- STATUS = 'UNKNOWN'
- ACCESS = 'SEQUENTIAL'
- FORM = 'FORMATTED'
- BLANK = 'NULL'
Wird ACCESS='DIRECT' gesetzt, so gilt FORM='UNFORMATTED' als Vorgabewert.
Beispiel:
0 . | 1 . 2 . 3 . 4 . 5 . 6 . 7 | . 8 12345678901234567890123456789012345678901234567890123456789012345678901234567890 |
PROGRAM BSP
OPEN (20, FILE='/tmp/testdatei.txt', STATUS='OLD', ERR=222)
WRITE (*,*) 'Voller Erfolg'
CLOSE(20)
GOTO 333
222 WRITE(*,*) 'Fehler beim Öffnen der Datei'
333 END
|
12345678901234567890123456789012345678901234567890123456789012345678901234567890 0 . | 1 . 2 . 3 . 4 . 5 . 6 . 7 | . 8 |
CLOSE
[Bearbeiten]Geschlossen wird die Verbindung zur externen Datei mit dem CLOSE-Befehl.
| CLOSE (liste) |
liste:
| Element | Kommentar |
|---|---|
| [UNIT =] x | wie bei OPEN |
| IOSTAT = x | wie bei OPEN |
| ERR = x | wie bei OPEN |
| STATUS = x | KEEP ... Datei erhalten DELETE ... Datei löschen |
Lesen und Schreiben
[Bearbeiten]Aus Dateien gelesen oder in Dateien geschrieben wird mit den bereits bekannten READ- und WRITE-Anweisungen.
| Element | Kommentar |
|---|---|
| [UNIT =] x | Unit 0 bis 99 bzw. CHARACTER-Variable oder Feld (interne Datei) |
| [FMT =] x | siehe Formatierung |
| REC = x | Datensatznummer bei Direktzugriff (siehe Abschnitt Direktzugriff) |
| IOSTAT = x | wie bei READ
|
| ERR = x | Bei Fehler Sprung zur Anweisungsnummer x |
| END = x | Bei Dateiende Sprung zur Anweisungsnummer x (nicht erlaubt bei Direktzugriff) |
Beispiel:
0 . | 1 . 2 . 3 . 4 . 5 . 6 . 7 | . 8 12345678901234567890123456789012345678901234567890123456789012345678901234567890 |
PROGRAM BSP
CHARACTER*80 A
OPEN (20, FILE='/tmp/testdatei.txt', STATUS='OLD', ERR=222)
10 CONTINUE
C Aus Datei lesen
READ (20, 888, END=20) A
C Auf Standardausgabe schreiben
WRITE (*,*) A
GOTO 10
20 CLOSE(20)
GOTO 333
222 WRITE(*,*) 'Fehler beim Öffnen der Datei'
888 FORMAT(A)
333 END
|
12345678901234567890123456789012345678901234567890123456789012345678901234567890 0 . | 1 . 2 . 3 . 4 . 5 . 6 . 7 | . 8 |
Direktzugriff
[Bearbeiten]OPEN:
| Element | Kommentar |
|---|---|
| ACCESS = x | x ... 'DIRECT' |
| RECL = x | x ... Datensatzlänge (positive Zahl, ACCESS='DIRECT', in Bytes bzw. bei formatierten Dateien in Characters) |
READ/WRITE:
| Element | Kommentar |
|---|---|
| REC = x | x ... Satznummer bei Direktzugriff |
Beispiel: Gegeben ist die Textdatei /tmp/testdatei.txt mit dem Inhalt
Die WRITE-Anweisung dient der Datenausgabe aus einem FORTRAN-Programm auf ein externes Gerät. Typisches Beispiel ist die Anzeige von Daten auf dem Bildschirm. Formal sieht eine WRITE-Anweisung so aus:
0 . | 1 . 2 . 3 . 4 . 5 . 6 . 7 | . 8 12345678901234567890123456789012345678901234567890123456789012345678901234567890 |
PROGRAM BSP
CHARACTER*10 C
OPEN (20, FILE='/tmp/testdatei.txt',
& STATUS='OLD',
& ACCESS='DIRECT',
& RECL=10,
& ERR=222)
READ (20, REC=4, ERR=333) C
WRITE (*,*) C
READ (20, REC=25, ERR=333) C
WRITE (*,*) C
CLOSE (20)
GOTO 444
222 WRITE (*,*) 'Fehler beim Öffnen der Datei'
333 WRITE (*,*) 'Fehler beim Lesen des Datensatzes'
444 CONTINUE
END
|
12345678901234567890123456789012345678901234567890123456789012345678901234567890 0 . | 1 . 2 . 3 . 4 . 5 . 6 . 7 | . 8 |
Ausgabe:
Datenausga Fehler beim Lesen des Datensatzes
Positionieren bei sequentiellen Dateien
[Bearbeiten]Datensatzzeiger um einen Datensatz zurücksetzen:
| BACKSPACE ([UNIT=]x [,IOSTAT=y] [,ERR=z]) |
Positionieren an den Dateibeginn:
| REWIND ([UNIT=]x [,IOSTAT=y] [,ERR=z]) |
Schreiben eines Dateiendsatzes:
| ENDFILE ([UNIT=]x [,IOSTAT=y] [,ERR=z]) |
Beispiel:
0 . | 1 . 2 . 3 . 4 . 5 . 6 . 7 | . 8 12345678901234567890123456789012345678901234567890123456789012345678901234567890 |
PROGRAM BSP
CHARACTER*100 C(3)
OPEN (20, FILE='/tmp/testx.txt',
& STATUS='NEW',
& ERR=222)
WRITE (20,*) 'Das ist eine Testdatei'
WRITE (20,*) 'Dies ist Zeile 2 der Testdatei'
WRITE (20,*) 'Jenes die Zeile 3 der Testdatei'
WRITE (20,*) 'Jetzt ist''s aber genug'
ENDFILE (20, ERR=444)
REWIND (20, ERR=444)
READ (20, FMT=555, ERR=333) C
WRITE (*, FMT=555) C
BACKSPACE (20, ERR=444)
READ (20, FMT=555, ERR=333) C(1)
WRITE (*, FMT=555) C(1)
GOTO 999
222 WRITE (*,*) 'Fehler beim Öffnen der Datei'
GOTO 999
333 WRITE (*,*) 'Fehler beim Lesen des Datensatzes'
GOTO 999
444 WRITE (*,*) 'Sonstiger Fehler'
GOTO 999
555 FORMAT (A)
999 CLOSE (20)
C Ausgabe:
C Das ist eine Testdatei
C Dies ist Zeile 2 der Testdatei
C Jenes die Zeile 3 der Testdatei
C Jenes die Zeile 3 der Testdatei
END
|
12345678901234567890123456789012345678901234567890123456789012345678901234567890 0 . | 1 . 2 . 3 . 4 . 5 . 6 . 7 | . 8 |
INQUIRE
[Bearbeiten]Die Anweisung INQUIRE dient der Abfrage einiger Eigenschaften von Dateien oder I/O-Units.
| INQUIRE (FILE = x, liste) |
mit x ... Dateiname (inkl. Pfad)
| INQUIRE ([UNIT =] x, liste) |
mit x ... Nummer der I/O-Unit.
liste:
| Element | Kommentar |
|---|---|
| ACCESS = x | x:
|
| BLANK = x | x:
|
| DIRECT = x | x:
|
| ERR = x | Bei Fehler Sprung zur Anweisungsnummer x |
| EXIST = x | x:
|
| FORM = x | x:
|
| FORMATTED = x |
|
| IOSTAT = x | x ist 0 wenn INQUIRE fehlerfrei ausgeführt wurde, ansonsten eine systemabhängige positive Fehlernummer
|
| NAME = x | Der Dateiname wird der Zeichenketten-Variablen x zugewiesen. Hat die Datei keinen Namen, dann ist das Ergebnis undefiniert. |
| NAMED = x | x:
|
| NEXTREC = x | x ... Nummer des nächsten Datensatzes |
| NUMBER = x | x ... Nummer der mit einer externen Datei verbundenen I/O-Unit. |
| OPENED = x | x:
|
| RECL = x | x ... Datensatzlänge bei Direktzugriff |
| SEQUENTIAL = x | x:
|
| UNFORMATTED = x |
|
Beispiel: Datei vorhanden?
0 . | 1 . 2 . 3 . 4 . 5 . 6 . 7 | . 8 12345678901234567890123456789012345678901234567890123456789012345678901234567890 |
PROGRAM BSP
LOGICAL L
INQUIRE (FILE='/tmp/testdatei.txt', EXIST=L, ERR=222)
WRITE (*,*) L
C Ausgabe:
C wenn Datei existiert: T
C wenn Datei nicht existiert: F
GOTO 999
222 WRITE (*,*) 'Fehler!'
999 CONTINUE
END
|
12345678901234567890123456789012345678901234567890123456789012345678901234567890 0 . | 1 . 2 . 3 . 4 . 5 . 6 . 7 | . 8 |
Beispiel: Infos zu einer geöffneten Datei
0 . | 1 . 2 . 3 . 4 . 5 . 6 . 7 | . 8 12345678901234567890123456789012345678901234567890123456789012345678901234567890 |
PROGRAM BSP
LOGICAL EX
CHARACTER*15, DI, FO, AC, SE
INTEGER NU
OPEN (25, FILE='/tmp/testdatei.txt', STATUS='OLD', ERR=222)
INQUIRE (25, EXIST = EX,
& DIRECT = DI,
& SEQUENTIAL = SE,
& FORMATTED = FO,
& ACCESS = AC,
& NUMBER = NU,
& ERR=222)
WRITE (*,*) 'EXIST? ', EX
WRITE (*,*) 'DIRECT? ', DI
WRITE (*,*) 'SEQUENTIAL? ', SE
WRITE (*,*) 'FORMATTED? ', FO
WRITE (*,*) 'ACCESS? ', AC
WRITE (*,*) 'NUMBER? ', NU
C Ausgabe, z.B.
C EXIST? T
C DIRECT? YES
C SEQUENTIAL? YES
C FORMATTED? YES
C ACCESS? SEQUENTIAL
C NUMBER? 25
GOTO 999
222 WRITE (*,*) 'Fehler!'
999 CLOSE (25)
END
|
12345678901234567890123456789012345678901234567890123456789012345678901234567890 0 . | 1 . 2 . 3 . 4 . 5 . 6 . 7 | . 8 |
Interne Dateien
[Bearbeiten]- Interne Dateien sind vom Datentyp CHARACTER (Zeichen oder Zeichenketten)
- Das Lesen aus bzw. das Schreiben in interne Dateien erfolgt immer sequentiell
Beispiel: Schreiben in eine interne Datei
0 . | 1 . 2 . 3 . 4 . 5 . 6 . 7 | . 8 12345678901234567890123456789012345678901234567890123456789012345678901234567890 |
PROGRAM BSP
CHARACTER*15 CH
REAL R
R = 12.5678
C Interne Datei "CH"
WRITE (CH, *) R
WRITE (*,*) 'R lexikalisch groesser als Buchstabe "A"? ',
& LGE(CH, 'A')
END
|
12345678901234567890123456789012345678901234567890123456789012345678901234567890 0 . | 1 . 2 . 3 . 4 . 5 . 6 . 7 | . 8 |
Beispiel: Lesen aus einer internen Datei
0 . | 1 . 2 . 3 . 4 . 5 . 6 . 7 | . 8 12345678901234567890123456789012345678901234567890123456789012345678901234567890 |
PROGRAM BSP
CHARACTER*15 CH
REAL R
CH = '12.5678'
C Interne Datei "CH"
READ (CH, '(F15.5)') R
WRITE (*,*) 'R = ', R
WRITE (*,*) 'R**2 = ', R**2
END
|
12345678901234567890123456789012345678901234567890123456789012345678901234567890 0 . | 1 . 2 . 3 . 4 . 5 . 6 . 7 | . 8 |
Anhang
[Bearbeiten]PAUSE
[Bearbeiten]Die PAUSE-Anweisung unterbricht die Programmausführung. Diese Anweisung wurde mit dem Fortran 90/95-Standard aus dem Fortran-Sprachumfang verbannt. Moderne Compiler geben deshalb teilweise bei Verwendung dieser Anweisung eine Warnmeldung (deleted feature o.ä.) aus. Das Verfahren zur normalen Fortsetzung des infolge PAUSE-Anweisung angehaltenen Programmes ist compilerabhängig, z. B.:
- gfortran:
goRETURN - Intels ifx 2025.2:
continueRETURN
Beispiel:
0 . | 1 . 2 . 3 . 4 . 5 . 6 . 7 | . 8 12345678901234567890123456789012345678901234567890123456789012345678901234567890 |
PROGRAM BSP
WRITE (*,*) 'Hallo '
PAUSE
WRITE (*,*) 'Welt!'
END
|
12345678901234567890123456789012345678901234567890123456789012345678901234567890 0 . | 1 . 2 . 3 . 4 . 5 . 6 . 7 | . 8 |
Ausgabe bei Compilierung mit gfortran:
Hallo PAUSE To resume execution, type go. Other input will terminate the job.
Ausgabe bei Compilierung mit ifx:
Hallo FORTRAN PAUSE PAUSE prompt>
INCLUDE
[Bearbeiten]INCLUDE ermöglicht das Einbinden einer Datei. INCLUDE ist nicht explizit im FORTRAN 77-Standard angeführt, sondern wurde 1978 als Erweiterung des FORTRAN-Standards vom US-amerikanischen DoD im MilStd 1753 festgelegt (siehe auch Abschnitt MilStd 1753).
Beispiel:
Datei bsp.f:
0 . | 1 . 2 . 3 . 4 . 5 . 6 . 7 | . 8 12345678901234567890123456789012345678901234567890123456789012345678901234567890 |
PROGRAM BSP
INCLUDE 'inc.f'
WRITE(*,*) 'Fläche ist', 10**2*PI, 'cm2'
C Ausgabe: Fläche ist 314.1593 cm2
END
|
12345678901234567890123456789012345678901234567890123456789012345678901234567890 0 . | 1 . 2 . 3 . 4 . 5 . 6 . 7 | . 8 |
Datei inc.f:
0 . | 1 . 2 . 3 . 4 . 5 . 6 . 7 | . 8 12345678901234567890123456789012345678901234567890123456789012345678901234567890 |
REAL PI
PARAMETER(PI=3.141593)
|
12345678901234567890123456789012345678901234567890123456789012345678901234567890 0 . | 1 . 2 . 3 . 4 . 5 . 6 . 7 | . 8 |
inc.f ist nicht explizit zu kompilieren! Es genügt z.B. Folgendes:
gfortran bsp.f
Das bindet inc.f automatisch ein.
Hollerith-Konstanten
[Bearbeiten]Eine veraltete Möglichkeit Zeichenketten anzugeben stellen die Hollerith[1]-Konstanten dar. Eine Hollerith-Konstante besteht aus
- Einer positiven Ganzzahl, welche die Zeichenkettenlänge angibt
- Dem Buchstaben H
- Der Zeichenkette
Beispiel:
0 . | 1 . 2 . 3 . 4 . 5 . 6 . 7 | . 8 12345678901234567890123456789012345678901234567890123456789012345678901234567890 |
PROGRAM BSP
CHARACTER*5 C
DATA C /5HUralt/
WRITE (*,*) C
C Ausgabe: Uralt
END
|
12345678901234567890123456789012345678901234567890123456789012345678901234567890 0 . | 1 . 2 . 3 . 4 . 5 . 6 . 7 | . 8 |
Arithmetisches IF
[Bearbeiten]Schon in grauer Vorzeit fanden Programmierer arithmetische IF-Anweisungen sehr unterhaltsam, weil damit der Programmcode interessanter gestaltet werden konnte (Quelle: Ed Post - Real Programmers Don't Use PASCAL). Diese Aussage ist begreiflicherweise auch heute noch uneingeschränkt gültig.
| IF(ausdruck) ziel1, ziel2, ziel3 |
mit
| ausdruck | springe zu |
|---|---|
| < 0 | ziel1 |
| = 0 | ziel2 |
| > 0 | ziel3 |
Beispiel:
0 . | 1 . 2 . 3 . 4 . 5 . 6 . 7 | . 8 12345678901234567890123456789012345678901234567890123456789012345678901234567890 |
PROGRAM BSP
INTEGER I
I = -55
IF(I) 100, 200, 300
GOTO 999
100 WRITE(*,*) "Negative Zahl"
C Ausgabe: Negative Zahl
GOTO 999
200 WRITE(*,*) "Null"
GOTO 999
300 WRITE(*,*) "Positive Zahl"
999 CONTINUE
END
|
12345678901234567890123456789012345678901234567890123456789012345678901234567890 0 . | 1 . 2 . 3 . 4 . 5 . 6 . 7 | . 8 |
ASSIGN und Assigned GOTO
[Bearbeiten]Noch wesentlich amüsanter als bei der unachtsamen Verwendung des arithmetischen IF können die Ergebnisse durch Verwendung von Assign-Anweisungen ausfallen.
ASSIGN weist eine Zielmarke einer INTEGER-Variablen zu:
| ASSIGN zielmarke TO variable |
Verwendung finden kann dies neben anderem beim Assigned GOTO:
| GOTO variable (liste) |
Beispiel:
0 . | 1 . 2 . 3 . 4 . 5 . 6 . 7 | . 8 12345678901234567890123456789012345678901234567890123456789012345678901234567890 |
PROGRAM BSP
INTEGER VAR
C ...
ASSIGN 200 TO VAR
C ...
C ...
C ...
GOTO VAR (100, 200, 300)
100 WRITE(*,*) "Negative Zahl"
GOTO 999
200 WRITE(*,*) "Null"
C Ausgabe: Null
GOTO 999
300 WRITE(*,*) "Positive Zahl"
999 CONTINUE
END
|
12345678901234567890123456789012345678901234567890123456789012345678901234567890 0 . | 1 . 2 . 3 . 4 . 5 . 6 . 7 | . 8 |
MilStd 1753, DoD Supplement To American National Standard X3.9-1978
[Bearbeiten]Nachfolgend stichwortartig die vom amerikanischen Department of Defense im Jahr 1978 ergänzend zu FORTRAN 77 geforderten Spracheigenschaften
- END DO (gelabelt, für DO-Schleifen)
- DO WHILE-Schleife
- INCLUDE
- IMPLICIT NONE
- Manipulation von Bitfeldern (IOR, IAND,ISHFT, ...)
- READ/WRITE-Verhalten nach EOF.
- ↑ Herman Hollerith (* 1860, † 1929), Erfinder des Hollerith-Lochkartenverfahrens, Herman Hollerith
Programmaufbau
[Bearbeiten]
Beispiel: Hallo Welt
[Bearbeiten]| Fortran 90/95-Code (free source form) |
program hallo ! Das typische "Hallo Welt"-Programm write( *, * ) 'Hallo Welt!' end program hallo |
Dieses Programm besteht aus den gleichen Anweisungen wie ein entsprechendes FORTRAN 77-Programm und wurde in der sogenannten "free source form" verfasst. Aus diesem Grund ist die erste Spalte nicht mehr dem Kommentarzeichen vorbehalten. Kommentare werden hier durch ein Rufzeichen eingeleitet. Alles rechts vom Rufzeichen wird als Kommentar behandelt. Ein Kommentar kann also auch nach einer Anweisung stehen. Im Gegensatz zu einem FORTRAN 77-Programm wird in Fortran 90/95 oft die Kleinschreibung bevorzugt. Dies ist aber nicht zwingend erforderlich, da die Fortran-Compiler case-insensitiv sind. D.h. sie unterscheiden nicht zwischen Groß- und Kleinschreibung. Eine Einrückung von Blöcken ist nicht zwingend erforderlich, fördert aber die Übersichtlichkeit des Programmcodes.
Die Anweisung in der ersten Zeile kennzeichnet die Programmeinheit als Hauptprogramm und gibt ihr die Bezeichnung hallo. Es folgt eine Kommentarzeile. Dann folgt die Anweisung, einen String auf die Standardausgabe zu schreiben. Und schließlich signalisiert die end-Anweisung das Programmende.
Das Zeilenformat
[Bearbeiten]Fortran 90/95 bietet zwei verschiedene Programmaufbaumöglichkeiten:
- free source form
- fixed source form
Die "free source form" ist neu in Fortran 90/95. Sie bietet die Möglichkeit Programme ohne fixe Spaltenzuordnung zu schreiben, wie dies auch in den meisten anderen gebräuchlichen Programmiersprachen üblich ist. Zusätzlich ist in Fortran 90/95 aus Kompatibilitätsgründen auch das alte FORTRAN 77-Zeilenformat (fixed source form) enthalten. Dieses sollte in neuen Programmen aber nicht mehr verwendet werden.
Normalerweise gilt, dass jede Fortran-Anweisung in einer eigenen Zeile steht. Bei Verwendung der "free source form" gelten folgende Bedingungen. Eine Zeile darf maximal 132 Zeichen lang sein. Als Zeilenumbruchzeichen dient das Kaufmanns-Und (&). Das Kaufmanns-Und steht in diesem Fall immer am Ende der fortzuführenden Zeile, optional auch zusätzlich am Beginn der Fortsetzungszeile. Standardmäßig sind maximal 40 Fortsetzungszeilen erlaubt.
Beispiel:
| Fortran 90/95-Code (free source form) |
program bsp ! Leerzeilen werden vom Compiler ignoriert ! Vereinbarungsteil implicit none ! implizite Datentypvereinbarung ausschalten integer :: a, b, c ! Variablendeklaration (Ganzzahlen) character(25) :: str ! Variablendeklaration (String mit einer Länge von 25 Zeichen) ! Aktionsteil a = 5 b = 7 c = a + & ! und jetzt kommt eine Fortsetzungszeile b write( *, * ) c ! auch Strings oder Schlüsselwörter können auf der nächsten Zeile fortgesetzt werden. ! Dabei ist unbedingt darauf zu achten, dass die Fortsetzungszeile auch mit einem ! Kaufmanns-Und eingeleitet wird, da ansonsten einige Compiler Fehlermeldungen liefern str = "Hal& &lo Welt!" wr& &ite( *, * ) str ! Ausgabe: ! 12 ! Hallo Welt! end program bsp |
Mehrere Anweisungen können in eine Zeile geschrieben werden, wenn eine Trennung durch jeweils ein Semikolon erfolgt.
Beispiel:
| Fortran 90/95-Code (free source form) |
program bsp implicit none integer :: a, b, c a = 5; b = 7; c = a + b write( *, * ) c ! Ausgabe: ! 12 end program bsp |
Die Programmstruktur für das Hauptprogramm
[Bearbeiten]Ein Hauptprogramm weist in einfachster Darstellung immer folgende Struktur auf:
programName- Vereinbarungsteil
- Aktionsteil
end[program[Name]]
Die in eckigen Klammern angegebenen Bestandteile sind optional. Sie sollten dennoch stets mit angegeben werden. Genau eine end-Anweisung (mit oder ohne optionale Bestandteile) ist obligatorisch. Bei Hauptprogramm und Unterprogrammen ist end eine ausführbare Anweisung. Ein Fortran-Programm darf genau ein Hauptprogramm enthalten, es ist der Startbereich für die Programmausführung.
Der Fortran-Zeichenvorrat
[Bearbeiten]Fortran 95-Programme bestehen standardmäßig aus folgenden Zeichen:
- Großbuchstaben: A bis Z
- Kleinbuchstaben: a bis z
- Ziffern: 0 bis 9
- Den 13 FORTRAN 77-Sonderzeichen: + - * / = ( ) : , . ' $ und dem Leerzeichen
- Unterstrich (Underscore): _
- Weitere Sonderzeichen: ! ? " & ; < >
Ein Fortran 90/95-Compiler ist case-insensitiv: er unterscheidet nicht zwischen Groß- und Kleinbuchstaben. Stringkonstanten können natürlich alle ASCII-Zeichen beinhalten.
Symbolische Namen
[Bearbeiten]Standardmäßig dürfen symbolische Namen maximal 31 Zeichen lang sein. Das erste Zeichen muss immer ein Buchstabe sein. Anschließend sind alphanumerische Zeichen (Buchstabe oder Ziffer) und Unterstriche erlaubt. Im Gegensatz zu FORTRAN 77 dürfen nun keine Leerzeichen innerhalb eines symbolischen Namens auftreten.
Reservierte Schlüsselwörter?
[Bearbeiten]Im Fortran 95-Standard ist zwar die Rede von Schlüsselwörtern (statement keywords), wie z.B. if, do, real, write. Allerdings wird eindeutig darauf hingewiesen, dass diese nicht reserviert sind. Das heißt, solche Schlüsselwörter können auch für eigene Bezeichner verwendet werden.
Beispiel:
Folgender Programmcode ist in Fortran 90/95 gültig, aber nicht empfehlenswert
| Fortran 90/95-Code (free source form) |
program bsp implicit none integer :: integer, write, if integer = 6 write = 5 if = 1 write( *, * ) integer + write + if end program bsp |
Details zur Anordnungsreihenfolge von Anweisungen
[Bearbeiten]Fortran schreibt eine gewisse Anordnungsstruktur der einzelnen Programmelemente vor. So ist das folgende Programm
| Fortran 90/95-Code (free source form) |
program hallo write( *, * ) "Hallo Welt" implicit none end program hallo |
nicht standardkonform, da die implicit none-Vereinbarung nicht nach einer ausführbaren Anweisung folgen darf. So müsste es richtig lauten
| Fortran 90/95-Code (free source form) |
program hallo implicit none write( *, * ) "Hallo Welt" end program hallo |
Im Fortran 90/95-Standard ist genau festgelegt wann bestimmte Programmelemente auftreten dürfen. Prinzipiell gilt, dass Vereinbarungs-Anweisungen (nichtausführbare Anweisungen) vor Aktions-Anweisungen (ausführbaren Anweisungen) stehen. Doch es gibt Ausnahmen, z.B. darf die nichtexekutierbare format-Anweisung auch zwischen oder nach ausführbaren Anweisungen stehen. Eindeutig ist Folgendes geregelt. Die Programmeinheit beginnt mit dem charakteristischen Schlüsselwort, z.B. function. Werden Module eingebunden (use ...), so erfolgt dies vor jeder anderen Vereinbarung oder ausführbaren Anweisung. Danach folgt ein "Mischbereich" (im Fortran-Standard wird das natürlich nicht "Mischbereich" genannt). Vor dem end-Statement darf ein contains-Abschnitt mit Unterprogrammen stehen.
| Fortran 90/95-Code (free source form) |
program (, function, subroutine, ...) ...
use ...
! Hier folgt nun der so genannte "Mischbereich"
contains
interne Unterprogramme oder Modul-Unterprogramme
end ...
|
Im "Mischbereich" ist die Anordnung einzelner Elemente zwar auch im Standard geregelt, jedoch gibt es Elemente die an jeder Stelle des Mischbereichs auftreten dürfen, bei anderen ist wiederum klar festgelegt , dass sie nur nach oder vor anderen Elementen auftreten dürfen. Hier soll deshalb nur eine vereinfachte Variante gezeigt werden. Für genauere Informationen wird auf den Fortran-Working-Draft verwiesen.
| Fortran 90/95-Code (free source form) |
program (, function, subroutine, ...) ...
use ...
! --------- Beginn "Mischbereich" (mögliche Anordnungsreihenfolge) ---------
implicit ...
! Definiton von Datenverbunden, Interface-Blöcke, benannte Konstanten, Variablendeklarationen
! ausführbare Anweisungen
... format ...
! --------- Ende "Mischbereich" --------------------------------------------
contains
Interne Unterprogramme bzw. Modul-Unterprogramme
end ...
|
Nicht jede Anweisung ist in jeder Programmeinheit erlaubt. So dürfen z.B. keine format-Anweisungen im Hauptteil eines Moduls (wohl aber in Modul-Unterprogrammen) verwendet werden.
Datentypen, Variablen, Wertzuweisungen, Konstanten
[Bearbeiten]
Dieses Kapitel handelt von Datentypen, Variablen, Konstanten und der Wertzuweisung.
Datentypen
[Bearbeiten]Arithmetische Datentypen
[Bearbeiten]| Datentyp | Kommentar | Beispiele (Konstanten) |
|---|---|---|
integer |
Ganzzahlen | 15, -6500, 200000000 |
real |
Gleitkommazahlen einfacher Genauigkeit | 3.1415, -5.5, .7e3, 12.5E-5 |
(double precision) |
Gleitkommazahlen doppelter Genauigkeit (aus FORTRAN 77) | 3.1415D0, -5.5D0, .7d3, 12.5D-5 |
complex |
Komplexe Zahlen (zwei real-Zahlen) |
(3.1415, -5.5), (1.4, 7.1E4) |
double precision ist in Fortran 95 nur noch aus historischen Gründen (FORTRAN 77) vorhanden. Fortran 95 bietet für Datentypen höherer Genauigkeit bzw. mit größerem Zahlenbereich andere Sprachmittel. Diese Thematik wird später erläutert (Datentypen höherer Genauigkeit).
Binär-, Oktal- oder Hexadezimalzahlen können als "boz literal constants" angegeben werden:
| Schreibweise 1 | Schreibweise 2 | Kommentar |
|---|---|---|
| B"zahl" | B'zahl' | Binäre Zahl |
| O"zahl" | O'zahl' | Oktalzahl |
| Z"zahl" | Z'zahl' | Hexadezimalzahl |
Beispiel:
| Fortran 90/95-Code (free source form) |
program bsp implicit none integer :: a, b, c data a /Z"AB1C"/ print *, a ! Ausgabe: 43804 data b /O"7134"/ print *, b ! Ausgabe: 3676 data c /B'101110110001'/ print *, c ! Ausgabe: 2993 end program bsp |
Logischer Datentyp
[Bearbeiten]| Datentyp | Kommentar | Mögliche Werte |
|---|---|---|
| logical | Logischer Datentyp (wahr oder falsch) | .TRUE., .FALSE. |
Zeichenketten
[Bearbeiten]| Datentyp | Kommentar | Beispiel (Konstante) |
|---|---|---|
| character(n) | Zeichenkette (String) mit einer Länge von n Zeichen | 'Hallo, Welt!', "Hallo, Welt!" |
| character(len=n) | -"- | |
| character*n | -"- (FORTRAN 77-Stil, sollte nicht mehr verwendet werden) | |
| character | Zeichenkette (String) mit einer Länge von einem Zeichen | 'H', "h" |
Beachte: Zeichenketten können in Fortran 95 in Apostrophe oder Anführungszeichen eingeschlossen werden.
Beispiel:
"Wie geht's?"
'Er sagte: "Hallo"'
Variablen
[Bearbeiten]Eine Variable ist charakterisiert durch einen
- symbolischen Namen
- Datentyp
- Wert
- Speicherplatz
Beim Programmstart hat eine Variable keinen definierten Wert. Eine Variable kann ihren Datentyp auf zwei Arten erhalten, durch implizite oder explizite Typanweisung.
Implizite Typanweisung
[Bearbeiten]Bei der impliziten Typanweisung bestimmt der Anfangsbuchstabe des Variablenbezeichners den Datentyp.
| Datentyp | Anfangsbuchstabe der Variablen |
|---|---|
| integer | Buchstaben I bis N (oder i bis n) |
| real | restliche Buchstaben |
Beispiel:
| Fortran 90/95-Code (free source form) |
program bsp b1 = 8.9 c1 = 3. i1 = B1/C1 write (*,*) i1 ! Das Ergebnis ist 2, da i1 implizit als integer definiert ist end program bsp |
Die Standardzuordnung der Anfangsbuchstaben kann durch das Schlüsselwort implicit auch geändert werden. Infolge der durch implizite Typanweisung entstehenden Fehlermöglichkeiten ist es sinnvoll, die implizite Typanweisung komplett auszuschalten. Dies wird durch die Anweisung
implicit none
gleich nach der program-Anweisung erreicht. Dann muss der Datentyp jeder Variablen explizit festgelegt werden.
Explizite Typanweisung
[Bearbeiten]Beispiel:
| Fortran 90/95-Code (free source form) |
program bsp implicit none real :: b real :: c real :: i ! alternativ auch als real :: b, c, i b = 8.9 c = 3. i = b/c write (*,*) i ! Das Ergebnis ist 2.966666 end program bsp |
Benannte Konstanten
[Bearbeiten]Benannte Konstanten werden in Fortran 95 folgendermaßen festgelegt:
| datentyp, parameter :: symname = wert |
Beispiele:
real, parameter:: PI = 3.1415, PIFAC = PI/2.0
character(5), parameter :: str = 'Hallo'
Der zugewiesene Wert kann eine Konstante (Literal) oder eine schon definierte benannte Konstante sein.
Für die Zeichenkettenlänge ist bei benannten Konstanten auch eine *-Schreibweise möglich. Dies erspart die explizite Angabe der Stringlänge.
Beispiel:
| Fortran 90/95-Code (free source form) |
program bsp implicit none character(*), parameter :: a = 'Jetzt wird auch die Stringlaenge festgelegt' write(*,*) a ! Ausgabe: Jetzt wird auch die Stringlaenge festgelegt end program bsp |
Wertzuweisung
[Bearbeiten]Wertzuweisungen haben wir schon kennengelernt:
| variable = ausdruck |
Beispiel:
k = 1 k = k + 2
Die Wertzuweisung an eine Variable ist, wie am vorigen und auch am nächsten Beispiel zu ersehen, nicht zu verwechseln mit einer mathematischen Gleichung. Der Ausdruck
k + 2 = 5
wäre zwar mathematisch korrekt. Als Wertzuweisung in einem Fortran-Programm ist dies aber keine mögliche Formulierung. k+2 ist kein zulässiger Ausdruck auf der linken Seite des Zuweisungsoperators (L-Wert).
In Fortran ist auch keine Kette von Wertzuweisungen möglich. Der folgende Ausdruck ist nicht erlaubt und liefert eine Fehlermeldung.
i = j = k = 1.5 ! Fehler
Felder
[Bearbeiten]Beispiel
[Bearbeiten]| Fortran 90/95-Code (free source form) |
program bsp implicit none real, dimension(10) :: arr ! ACHTUNG! Array startet mit dem Index 1 ! arr(0) waere ein Fehler! arr(1) = 1.5 arr(2) = 2.5 arr(10) = 10.5 write(*,*) arr(1) ! 1.500000 wird ausgegeben write(*,*) arr(10) ! 10.500000 wird ausgegeben end program bsp |
Eindimensionale Felder
[Bearbeiten]Statische Speicherallokation
[Bearbeiten]Variante 1: Die dimension-Anweisung
[Bearbeiten]real, dimension(10) :: arr
Der Feldindex läuft von 1 bis 10.
Variante 2: Einfach
[Bearbeiten]real :: var(10)
Variante 3: Verwendung von benannten Konstanten
[Bearbeiten]integer, parameter :: MAXIND = 10 real, dimension(MAXIND) :: arr
Hier erfolgt die Festlegung der Feldgröße über eine benannte Konstante.
Variante 4: Explizite Angabe der Feldgrenzen
[Bearbeiten]real, dimension(0:9) :: arr
Hier wird Unter- und Obergrenze explizit angegeben. Der Index läuft nun von 0 bis 9. Die Feldgrenzen können auch negativ sein.
Dynamische Speicherallokation
[Bearbeiten]Mit Fortran 90/95 kann der benötigte Speicherplatz für ein Feld dynamisch angefordert werden. Zu diesem Zweck gibt es das Schlüsselwort allocatable, welches unmittelbar bei der Felddeklaration die beabsichtigte dynamische Speicherallokation signalisiert.
| datentyp, dimension(:), allocatable :: variablenbezeichner |
Die intrinsische Funktion allocate dient dann der konkreten Speicherallokation im Aktionsteil des Programmes, also u.a. der Festlegung der konkreten Feldgröße. Der reservierte Speicherplatz kann mit der Funktion deallocate auch wieder freigegeben werden.
Beispiel:
| Fortran 90/95-Code (free source form) |
program bsp implicit none real, dimension(:), allocatable :: arr ! dynamisches eindimensionales Feld integer :: status ! Allokation allocate(arr(0:9), stat=status) ! Feld mit Werten belegen, ! .... ! .... ! Deallokation deallocate(arr, stat=status) end program bsp |
Die Statusvariable sollte nach Ausführung der Allokationsfunktionen jeweils den Wert 0 aufweisen. Andere Werte stehen für eine Fehlermeldung.
Die Funktion allocated() hilft bei der Überprüfung des Allokationsstatus eines Feldes. Ist für das abgefragte Feld bereits Speicherplatz allokiert, dann liefert die Funktion .TRUE., ansonsten .FALSE.
! ... if (.not. allocated(arr)) then allocate(arr(groesse), stat=s) end if ! ...
Weitere Funktionen bezüglich Feldern sind im Kapitel Standardfunktionen aufgelistet.
Mehrdimensionale Felder
[Bearbeiten]Für mehrdimensionale Felder gelten die gleichen Varianten wie für eindimensionale Felder. Die Speicherreihenfolge ist spaltenorientiert. Das bedeutet, der erste Index variiert am schnellsten:
Ein mehrdimensionales Feld kann auch in Fortran 90/95 maximal 7-dimensional gestaltet werden.
Beispiel: Ein 2-dimensionales Feld
[Bearbeiten]| Fortran 90/95-Code (free source form) |
program bsp implicit none character(10), dimension(0:9, 2:5) :: arr arr(0, 2) = 'Hallo' arr(1, 2) = 'Welt' ! ... arr(9, 5) = 'Universum' write (*,*) arr(0, 2) ! Ausgabe: Hallo write (*,*) arr(9, 5) ! Ausgabe: Universum end program bsp |
Beispiel: Spaltenorientierte Speicherreihenfolge
[Bearbeiten]Die 3x3-Matrix soll in ein Fortran-Programm eingelesen und wieder komplett ausgegeben werden. Zusätzlich soll auch der Wert des Feldelementes a23 (2. Zeile, 3.Spalte, Wert=-2) separat ausgegeben werden.
| Fortran 90/95-Code (free source form) |
program bsp implicit none integer, dimension(3,3) :: arr(3,3) ! Feldelemente einlesen write (*,*) 'Werte (spaltenorientierte Eingabe):' read (*,*) arr ! Komplettes Feld ausgeben write (*,*) 'Gesamtfeld = ' , arr ! a23 ausgeben write (*,*) 'a23 = ', ARR(2,3) end program bsp |
Ein-/Ausgabe:
Werte (spaltenorientierte Eingabe):
1
40
-1
-5
3
9
0
-2
65
Gesamtfeld = 1 40 -1 -5 3 9 0
-2 65
a23 = -2
Feldinitialisierung
[Bearbeiten]Felder lassen sich auch gleich bei der Deklaration mit Werten initialisieren.
Array constructor
[Bearbeiten]Bei eindimensionalen Feldern kann die Feldinitialisierung direkt mittels array constructor erfolgen.
Beispiel:
real, dimension(5) :: arr = (/1.1, 1.2, 1.3, 2.1, 2.4/)
Reshape
[Bearbeiten]Für mehrdimensionale Felder besteht die Möglichkeit der direkten Verwendung des array constructors nicht.
Stattdessen kann eine derartige Initialisierung über den Umweg der reshape-Funktion geschehen.
Beispiel: Die Matrix
7 8 9 7 8 9
soll in einem 2D-Feld gespeichert werden.
integer, dimension(2,3) :: arr = reshape( (/7, 7, 8, 8, 9, 9/), (/2, 3/) )
Teilfelder
[Bearbeiten]Ähnlich wie das schon in FORTRAN 77 bei Zeichenketten möglich war, können nun auch Teilfelder direkt angesprochen werden.
| Prinzip | Beschreibung |
|---|---|
| feldname (anfang:ende) | von anfang bis ende |
| feldname (:ende) | vom 1. Feldelement bis ende |
| feldname (anfang:) | von anfang bis zum letzten Feldelement |
| |
Beispiel: Eindimensionale Felder
| Fortran 90/95-Code (free source form) |
program bsp implicit none character(2), dimension(5) :: arr = (/'A1', 'A2', 'A3', 'A4', 'A5'/) integer, dimension(-3:1) :: i = (/-30, -20, -10, 0, 10/) write (*,*) arr(2:4) ! Ausgabe: A2A3A4 write (*,*) arr(2:) ! Ausgabe: A2A3A4A5 write (*,*) arr(:3) ! Ausgabe: A1A2A3 write (*,*) arr(1) ! Ausgabe: A1 write (*,*) arr ! Ausgabe: A1A2A3A4A5 write (*,*) i(-2:0) ! Ausgabe: -20 -10 0 end program bsp |
Arithmetische Ausdrücke
[Bearbeiten]
Arithmetische Operatoren
[Bearbeiten]Fortran 95 kennt wie FORTRAN 77 folgende arithmetische Operatoren
| Operator | Kommentar |
|---|---|
| + | Addition |
| - | Subtraktion |
| * | Multiplikation |
| / | Division |
| ** | Exponentiation |
Operatorenpriorität
[Bearbeiten]Die Prioriät der arithmetischen Operatoren entspricht den mathematischen Konventionen.
- Klammerung vor allem anderen, z.B.
(a+b)*ca*c+b*c - Exponentiation vor Punktrechnung, z.B.
a*b**ca*(b**c) - Punktrechnung vor Strichrechnung, z.B.
a+b*ca+(b*c)
Berechnungsfolge bei gleicher Priorität
[Bearbeiten]- Klammerung, Punktrechnung und Strichrechnung:
Beispiel:a*b/c*d((a*b)/c)*d - Exponentiation:
Beispiel:a**b**ca**(b**c)
Außerdem ist zu beachten, dass niemals zwei Operatoren direkt aufeinander folgen dürfen.
Beispiel: Der Ausdruck 1.5**-1 ist in Fortran 95 falsch und führt zu einer Fehlermeldung. Richtig ist 1.5**(-1)
Ergebnisdatentyp
[Bearbeiten]Operanden gleichen Datentyps
[Bearbeiten]Bei Operanden gleichen Datentyps erhält das Ergebnis den Datentyp der Operanden.
Beispiel:
| Fortran 90/95-Code (free source form) |
program bsp implicit none real :: a a = 3/2 ! 3 ist ein integer und 2 ist auch ein integer, ! daher muss das Ergebnis auch ein integer sein, also 1. ! Die Zuweisung an die real-Variable a stellt das ! Ergebnis nicht mehr richtig. write(*,*) a ! Ausgabe: 1.00000 end program bsp |
Implizite Typumwandlung bei Operanden gemischten Datentyps
[Bearbeiten]Weisen die Operanden unterschiedliche Datentypen auf, so wird bei jeder Operation, falls nötig, das Ergebnis dem höherwertigen Datentyp angepasst.
| integer real complex |
Beispiel:
| Fortran 90/95-Code (free source form) |
program bsp implicit none real :: a a = 3/2. ! 2. ist ein real. Jetzt stimmt das Ergebnis. write (*,*) a ! Ausgabe: 1.500000 end program bsp |
Explizite Typumwandlung
[Bearbeiten]Fortran 95 besitzt auch Funktionen zur expliziten Umwandlung des Datentyps. Diese werden im Kapitel Standardfunktionen näher beschrieben.
Beispiel:
| Fortran 90/95-Code (free source form) |
program bsp implicit none real :: r complex :: c r = 2. c = cmplx(r) write (*,*) c ! Ausgabe: ( 2.000000 , 0.000000 ) end program bsp |
Logische Ausdrücke
[Bearbeiten]
Logische Ausdrücke können zwei Zustände annehmen, .TRUE. oder .FALSE..
Logische Operatoren
[Bearbeiten]| Operator | Kommentar |
|---|---|
| .NOT. | logisches NICHT |
| .AND. | logisches UND |
| .OR. | logisches ODER |
| .EQV. | logische Äquivalenz |
| .NEQV. | logische Antivalenz |
Wahrheitstafel
[Bearbeiten]| a | b | .NOT. a | a .AND. b | a .OR. b | a .EQV. b | a .NEQV. b |
|---|---|---|---|---|---|---|
| .TRUE. | .TRUE. | .FALSE. | .TRUE. | .TRUE. | .TRUE. | .FALSE. |
| .TRUE. | .FALSE. | .FALSE. | .FALSE. | .TRUE. | .FALSE. | .TRUE. |
| .FALSE. | .TRUE. | .TRUE. | .FALSE. | .TRUE. | .FALSE. | .TRUE. |
| .FALSE. | .FALSE. | .TRUE. | .FALSE. | .FALSE. | .TRUE. | .FALSE. |
Beispiel:
| Fortran 90/95-Code (free source form) |
program bsp implicit none logical :: l l = .TRUE. write(*,*) .NOT. l ! Ausgabe: F end program bsp |
Beispiel:
| Fortran 90/95-Code (free source form) |
program bsp
implicit none
logical :: a, b
a = .TRUE.
b = .FALSE.
write (*,*) a .NEQV. b
! Ausgabe: T
end program bsp
|
Operatorenpriorität
[Bearbeiten]- Klammerung () bindet am stärksten
.NOT..AND..OR..EQV., bzw..NEQV.
Vergleichsausdrücke
[Bearbeiten]
Vergleichsoperatoren
[Bearbeiten]Zum Vergleichen zweier arithmetischer Ausdrücke oder von Strings gibt es Vergleichsoperatoren. Das Ergebnis eines Vergleichs ist ein logischer Wert (.TRUE. oder .FALSE.).
| Operator in Fortran 95 | Operator in FORTRAN 77 | Kommentar |
|---|---|---|
| < | .LT. | less than (kleiner als, <) |
| <= | .LE. | less equal (kleiner gleich, <=) |
| > | .GT. | greater than (größer als, >) |
| >= | .GE. | greater equal (größer gleich, >=) |
| == | .EQ. | equal (gleich, ==) |
| /= | .NE. | not equal (ungleich, !=) |
Beispiel:
| Fortran 90/95-Code (free source form) |
program bsp implicit none integer :: a, b a = 5 b = 6 write (*,*) A < B ! Ausgabe: T end program bsp |
Beispiel:
| Fortran 90/95-Code (free source form) |
program bsp implicit none character(len=5) :: a, b a = "Halli" b = "Hallo" write (*,*) a < b ! Ausgabe: T end program bsp |
Operatorenpriorität
[Bearbeiten]- Klammerung
- Arithmetische Operatoren
- Vergleichsoperatoren
- Logische Operatoren
Stringoperationen
[Bearbeiten]
Verknüpfungsoperator
[Bearbeiten]| Operator | Kommentar |
|---|---|
| // | Operator zum Verknüpfen von Strings |
Beispiel:
| Fortran 90/95-Code (free source form) |
program bsp
implicit none
character(len=4) :: a
character(len=10) :: b
a = 'How '
b = 'do you do.'
write(*,*) a // b
! Ausgabe: How do you do.
end program bsp
|
Teilketten
[Bearbeiten]Ein String ist ein character-Feld. Auf die Stringelemente kann wie in einem Feld zugegriffen werden.
Beispiel:
| Fortran 90/95-Code (free source form) |
program bsp
implicit none
character(10) :: a
a='Hallo Welt'
write(*,*) a(2:4)
! Ausgabe: all
write(*,*) a(5:)
! Ausgabe: o Welt
write (*,*) a(:3)
! Ausgabe: Hal
end program bsp
|
Beispiel:
| Fortran 90/95-Code (free source form) |
program bsp
implicit none
character(10) :: a
a='Hallo Welt'
a(7:) = 'XYZ'
write(*,*) a
! Ausgabe: Hallo XYZ
end program bsp
|
Verzweigungen und Schleifen
[Bearbeiten]
Einleitung
[Bearbeiten]Neben der sequentiellen Programmausführung bietet Fortran 90/95 andere grundlegende Kontrollstrukturen zur Steuerung des Programmablaufs.
| Verzweigungen |
Schleifen |
Terminierung |
|---|---|---|
|
|
|
Zwecks komfortabler Manipulation von Feldinhalten stehen zusätzliche Spezialkonstrukte zur Verfügung:
|
All diese Programmelemente werden in diesem Kapitel detailliert dargestellt. Neben den genannten Steuerkonstrukten sind in Fortran 90/95 auch noch das berüchtigte goto und einige als veraltet gekennzeichnete Sprunganweisungen möglich. Fortran 90 und Fortran 95 unterscheiden sich in Details bei Schleifen und Verzweigungen. Da Fortran 90 durch Fortran 95 bzw. beide durch den Fortran 2003-Standard abgelöst wurden, wird auf die Unterschiede nicht näher eingegangen.
if-Verzweigungen
[Bearbeiten]Der if-Einzeiler
[Bearbeiten]| Form | Strukturbild | |
|---|---|---|
|
Der if-Einzeiler oder das "if statement" ist die einfachste Form, um in Fortran-Programmen eine Verzweigung zu realisieren. Ist der angegebene logische Ausdruck wahr, dann wird die Anweisung ausgeführt, sonst nach dem if-Einzeiler mit der Programmausführung fortgesetzt. Dieses Konstrukt kann nur eine einzelne Anweisung verdauen!
Die gesamte if-Struktur inklusive Anweisung muss in einer Zeile angegeben werden. Eine konventionelle Zeilenfortsetzung mit dem &-Zeichen ist aber möglich. Einige Anweisungen sind nicht erlaubt. So kann die Anweisung nicht wieder ein "if statement" sein (geschachtelte if-Einzeiler). Ebenso darf der Anweisungsteil nicht aus end program, end function oder end subroutine bestehen.
Beispiel:
program bsp
implicit none
integer :: i
i = 2
! Der logische Ausdruck ist .true. , "Hallo" wird ausgegeben
if (i == 2) print *, 'Hallo'
! Das funktioniert nicht und ist deshalb auskommentiert
! if (i == 2)
! print *, 'Hallo'
! So geht's aber
if (i == 2) &
print *, 'Hallo'
! Folgendes wiederum wird nicht das ev. erhoffte Resultat zeigen (= keine
! Ausgabe, da der logische Ausdruck .false.) Die durch Strichpunkt
! abgetrennte write-Anweisung gehört nicht mehr zum "if statement",
! sondern ist schon eine eigenständige Anweisung ausserhalb des
! if-statements
if (i == 3) print *, 'Hallo 1'; print *, 'Hallo 2'
! Ausgabe:
! Hallo
! Hallo
! Hallo 2
end program
if-then
[Bearbeiten]| Kurzform | Langform | Strukturbild | ||
|---|---|---|---|---|
|
|
Das if-then-Konstrukt erlaubt eine konventionelle einseitige Verzweigung. Im Gegensatz zum if-Einzeiler ist hier ein Anweisungsblock mit beliebig vielen Anweisungen erlaubt. Einem if-then-Konstrukt, wie auch den meisten nachfolgenden Verzweigungs- und Schleifentypen, kann eine Bezeichnung mitgegeben werden.
Beispiel:
program bsp
implicit none
integer :: i
i = 2
if (i == 2) then
print *, 'Hallo1'
end if
CHECKIT: if (i /= 3) then
print *, 'Hallo2'
exit CHECKIT
print *, 'Hallo3' ! <- wird nicht mehr ausgefuehrt
end if CHECKIT
! Ausgabe:
! Hallo1
! Hallo2
end program
if-then-else
[Bearbeiten]Dies ist eine typische zweiseitige Verzweigung. Je nachdem, ob die Bedingung zu wahr oder falsch ausgewertet wird, wird der if- oder der else-Anweisungsblock ausgeführt, um nach dem Verzweigungsende wieder den gleichen Programmcode abzuarbeiten. Bei der Langform (benanntes if-then-else-Konstrukt) ist übrigens auch noch eine andere Variante möglich. So könnte der Bezeichner name nach else auch weggelassen werden. Nach dem end if ist er, sofern die benannte Form gewählt wurde, aber auf jeden Fall anzugeben.
Beispiel:
program bsp
implicit none
real :: t, tc, tr
character :: conv
print *, "Gib Temperatur in Kelvin ein:"
read (*,*) t
CHECKRANGE: if (t >= 0.0) then
print *, "Umrechnung (c -> in Celsius, anderes Zeichen -> in Rankine):"
read (*,*) conv
if (conv == "c") then
tc = t - 273.15
print *, tc
else
tr = 1.8 * t
print *, tr
end if
else CHECKRANGE
print *, "Fehler: t < 0.0 K"
end if CHECKRANGE
end program
else-if
[Bearbeiten]| Kurzform | Langform | ||
|---|---|---|---|
|
| ||
| Strukturbild | |||
Das ist die allgemeinste Form der if-Verzweigung und wird im Fortran-Standard als "if construct" bezeichnet. Die vorher beschriebenen Formen sind nur vereinfachte Spezialfälle dieses Verzweigungstyps.
Beispiel:
program bsp
implicit none
integer :: i
print *, "Gib eine natuerliche Zahl ein:"
read (*,*) i
! *** Langform ***
I999: if (i == 1) then
print *, "A"
else if ((i > 1) .and. (i <= 5)) then I999
print *, "BCDE"
else if ((i > 5) .and. (i <= 11)) then I999
print *, "FGHIJK"
else I999
print *, "L-Z"
end if I999
! *** Das Gleiche in Kurzform ***
if (i == 1) then
print *, "A"
else if ((i > 1) .and. (i <= 5)) then
print *, "BCDE"
else if ((i > 5) .and. (i <= 11)) then
print *, "FGHIJK"
else
print *, "L-Z"
end if
end program
Die select case-Verzweigung
[Bearbeiten]| Kurzform | Langform | Strukturbild | ||
|---|---|---|---|---|
|
|
Eine andere Möglichkeit zur Erstellung von Verzweigungen stellt die "select case"-Steueranweisung (das "case construct") bereit. Die variable kann vom Typ integer, logical oder character sein. Die Fälle werden durch Konstanten repräsentiert. Es muss nicht jeder Fall einzeln angeschrieben werden. Fälle, die zwar die gleichen Aktionen ausführen sollen, aber durch verschiedene Konstanten dargestellt werden, können zu einem Fall zusammengezogen werden. Optional kann auch noch ein "Default"-Fall angegeben werden.
Möglichkeiten um Fälle festzulegen:
| n | Einzelne Konstante | gleich n |
| n1, n2, n3 | Fallliste | n1 oder n2 oder n3 |
| n: | Bereich | von n bis ... |
| :m | Bereich | von ... bis m |
| n:m | Bereich | von n bis m |
Die in der Tabelle gelisteten Alternativen können natürlich auch kombiniert werden, z.B. eine Liste aus Einzelkonstanten und Bereichen. Bei logischem Datentyp ist die Angabe von Bereichen natürlich unsinnig.
Beispiel:
| Fortran 90/95-Code (free source form) |
program bsp
implicit none
integer :: i
read( *, * ) i
select case( i )
case( :111 )
write( *, * ) 'Fall 1'
case( 112:332, 334 )
write( *, * ) 'Fall 2'
case( 333 )
write( *, * ) 'Fall 3'
case default
write( *, * ) 'unspezifiziertes Ereignis'
end select
! Ausgabe (Eingabe: 222):
! Fall 2
! Ausgabe (Eingabe: -5):
! Fall 1
! Ausgabe (Eingabe: 333):
! Fall 3
! Ausgabe (Eingabe: 5000):
! unspezifiziertes Ereignis
end program bsp
|
do-Schleifen
[Bearbeiten]Fortran kennt nur einen allgemeinen Schleifentyp – die do-Schleife. Diese do-Schleife gibt es aber in verschiedenen Ausprägungen, so dass damit ziemlich alle denkbaren Einsatzfälle abgedeckt sind.
Im Prinzip haben alle do-Schleifen die Form
do [...] ... end do |
do-if-exit
[Bearbeiten]| Kurzform | Langform | Strukturbild | ||
|---|---|---|---|---|
|
|
Lässt man den anweisungsblock1 weg, dann erhält man eine kopfgesteuerte Schleife. Entfällt der anweisungsblock2, so ist die Schleife fußgesteuert. Ohne Abbruchbedingung ist dies eine Endlosschleife.
Beispiel:
| Fortran 90/95-Code (free source form) |
program bsp
implicit none
integer :: i = 1
do
write( *, * ) i
i = i + 1
if( i > 10 ) exit
end do
write( * , * ) "Die do-Schleife wurde beendet"
! Ausgabe
! 1
! 2
! ...
! 10
! Die do-Schleife wurde beendet
end program bsp
|
Die do-Zählschleife
[Bearbeiten]| Kurzform | Langform | ||
|---|---|---|---|
|
| ||
| Strukturbild | |||
Zählvariable, Startwert, Endwert und Schrittweite müssen vom Typ integer sein. Die Zählvariable darf in der Schleife nicht manipuliert werden. Wird die Schrittweite nicht explizit vorgegeben, so hat sie den Wert 1.
Beispiel:
| Fortran 90/95-Code (free source form) |
program bsp
implicit none
integer :: i
do i = 1, 10
write( *, * ) i
end do
! Zeilenweise Ausgabe der Zahlen 1 bis 10
end program bsp
|
do while
[Bearbeiten]| Kurzform | Langform | Strukturbild | ||
|---|---|---|---|---|
|
|
Beispiel:
| Fortran 90/95-Code (free source form) |
program bsp
implicit none
integer :: i
i = 0
do while( i < 5 )
write( *, * ) i
i = i + 1
end do
! Die Zahlen 0 bis 4 werden ausgegeben
end program bsp
|
Die implizite do-Liste
[Bearbeiten]Bei Eingabe oder Ausgabe ist die Angabe einer impliziten do-Liste möglich.
Beispiel:
| Fortran 90/95-Code (free source form) |
program bsp
implicit none
integer :: i
write( *, * ) ( 'Hallo', i = 1, 10 )
! Ausgabe: HalloHalloHalloHalloHalloHalloHalloHalloHalloHallo
end program bsp
|
Spezialkonstrukte für Felder
[Bearbeiten]where
[Bearbeiten]Sollen in Feldern Elemente manipuliert werden, so können die where-Anweisungen (das "masked array assignment") hilfreich sein. Dabei lassen sich Feldelementen in Abhängigkeit von vorgegebenen Bedingungen (Maske) neue Werte zuweisen.
Der where-Einzeiler
[Bearbeiten]| Form | |
|---|---|
|
Das "where statement" muss komplett in eine Zeile geschrieben werden, wobei Zeilenumbrüche mit dem &-Zeilenumbruchsmarker jedoch erlaubt sind. Für komplexere Probleme ist das im nächsten Abschnitt vorgestellte "where construct" (where-elsewhere) vorgesehen.
Beispiel:
| Fortran 90/95-Code (free source form) |
program bsp implicit none integer, dimension(5) :: arr = (/ 5, 1, -1, 1, 7 /) write( *, * ) arr ! Ausgabe: 5 1 -1 1 7 where( arr >= 3 ) arr = 99999 write(*,*) arr ! Ausgabe: 99999 1 -1 1 99999 end program bsp |
where-elsewhere
[Bearbeiten]| Kurzform | Langform | ||
|---|---|---|---|
|
|
Beispiel:
| Fortran 90/95-Code (free source form) |
program bsp
implicit none
integer, dimension(10) :: arr = (/ 5, 1, -1, 1, 7, -3, 7, 6, -9, 8 /)
where( arr <= 0 )
arr = 0
elsewhere( arr > 0 .and. arr <= 3 )
arr = 1
elsewhere
arr = 2
end where
write(*,*) arr
! Ausgabe: 2 1 0 1 2 0 2 2 0 2
end program bsp
|
forall
[Bearbeiten]Auch die forall-Schleife ist für den Einsatz bei Feldern gedacht. Im Gegensatz zum "where construct" werden hier die ausgewählten Feldelemente in erster Linie über die Indizes und erst in zweiter Linie über den Wert bestimmt. Mit Fortran 2018 ist forall als obsolescent feature gekennzeichnet und sollte nicht mehr verwendet werden.
Der forall-Einzeiler
[Bearbeiten]| Formen | |
|---|---|
| |
|
Die erste angegebene Form ist für eindimensionale Felder gedacht, die zweite für mehrdimensionale Felder. Über subscript kann der Indexbereich festgelegt werden. Das optionale stride gibt die Schrittweite vor. Wird dieser Wert nicht angegeben, so ist die Schrittweite = 1.
Beispiel:
| Fortran 90/95-Code (free source form) |
program bsp implicit none integer, dimension(5) :: a = (/ 1, 2, 3, 4, 5 /) integer, dimension(2, 2) :: b = reshape( (/ 0, 2, -1, 5 /), (/ 2, 2 /) ) integer :: i, j forall( i = 1:3 ) a(i) = 0 write( *, * ) a ! Ausgabe: 0 0 0 4 5 forall( i = 1:5:2 ) a(i) = -1 write( *, * ) a ! Ausgabe: -1 0 -1 4 -1 forall( i = 1:5 ) a(i) = max ( a(i), 3 ) write( *, * ) a ! Ausgabe: 3 3 3 4 3 forall( i = 1:2, j = 2:2 ) b(i, j) = -9 write( *, * ) b ! Ausgabe: 0 2 -9 -9 end program bsp |
Aber das ist nicht alles, was der forall-Einzeiler zustande bringt. Zusätzlich zur Feldelementbestimmung über Indexbereiche kann auch eine Maske vorgegeben werden. Die forall-Schleife ist also auch eine erweiterte where-Anweisung.
| Form | |
|---|---|
|
Beispiel:
| Fortran 90/95-Code (free source form) |
program bsp implicit none integer, dimension(5) :: a = (/ 1, 2, 3, 4, 5 /) integer :: i, j forall( i = 1:4, a(i) > 2 ) a(i) = 0 write( *, * ) a ! Ausgabe: 1 2 0 0 5 end program bsp |
Bei der Verwendung von forall-Anweisungen sind einige Prämissen zu beachten. So müssen nebst anderem in Masken oder im Anweisungsbereich verwendete Funktionen pure sein. Was das genau bedeutet wird später im Kapitel Unterprogramme erläutert
Beispiel:
| Fortran 90/95-Code (free source form) |
program bsp
implicit none
integer, dimension(5) :: a = (/ 1, 2, 3, 4, 5 /)
integer :: i
! Die Funktion berechne_1() darf nicht innerhalb einer forall-Anweisung
! aufgerufen werden, da sie nicht "pure" ist
! forall( i = 1:4, a(i) > 2 ) a(i) = berechne_1( a(i) ) ! FEHLERMELDUNG
! Die Funktion berechne_2 macht das Gleiche wie berechne_1(),
! ist aber als "pure" gekennzeichnet und darf in der forall-Anweisung
! aufgerufen werden
forall( i = 1:4, a(i) > 2 ) a(i) = berechne_2( a(i) ) ! OK
write( *, * ) a
! Ausgabe: 1 2 9 12 5
contains
integer function berechne_1( val )
integer, intent( in ) :: val
integer :: res
res = val * 3
berechne_1 = res
end function berechne_1
pure integer function berechne_2( val )
integer, intent( in ) :: val
integer :: res
res = val * 3
berechne_2 = res
end function berechne_2
end program bsp
|
Das "forall construct"
[Bearbeiten]| Kurzform |
| |
|---|---|---|
| Langform |
|
Es gilt im Prinzip das gleiche wie für den forall-Einzeiler. Es sind innerhalb der Schleife eben mehrere Anweisungen erlaubt. Es gelten auch die Formen für mehrdimensionale Felder und mit Vorgabe einer Maske. Diese sind in diesem Abschnitt aber nicht mehr explizit angeführt.
Terminierung
[Bearbeiten]stop
[Bearbeiten]Die stop-Anweisung beendet das Programm.
Beispiel:
| Fortran 90/95-Code (free source form) |
program bsp implicit none write( *, * ) 'Vor Stop-Statement' stop write( *, * ) 'Nach Stop-Statement' ! Ausgabe: ! Vor Stop-Statement end program bsp |
Der stop-Anweisung kann auch ein "stop-code" mitgegeben werden. Dieser "stop-code" kann eine Ganzzahl (maximal 5-stellig) oder eine Zeichenkette sein. Der "stop-code" wird bei der Programmtermination ausgegeben. Wo die Ausgabe erfolgt und wie sie aussieht ist aber betriebssystem- und compilerabhängig.
| Fortran 90/95-Code (free source form) |
program bsp
implicit none
integer :: i
read( *, * ) i
if( i == 1 ) then
stop 999
else
stop "Sonstiger Stop"
end if
! Ausgabe (bei Eingabe von 1):
! ifort (Linux):
! 999
! gfortran, g95 (Linux):
! STOP 999
! Sun f95 (Linux):
! STOP: 999
end program bsp
|
exit
[Bearbeiten]Mit der Anweisung exit kann eine do-Schleife verlassen werden. Wird eine do-Schleife mit einer Bezeichnung versehen, so kann bei der exit-Anweisung explizit auf die benannte Schleife Bezug genommen werden. Wird kein Schleifenname angegeben, so bezieht sich die exit-Anweisung immer auf die innerste Schleife, mit der sie im Zusammenhang steht.
Beispiel:
| Fortran 90/95-Code (free source form) |
program bsp
implicit none
integer :: i, j
outerloop: do i = 1, 5
write( *, * ) "Outer", i, "Beginn"
innerloop: do j = 1, 3
if( i == 1 ) exit
if( i == 2 ) exit innerloop
if( i == 4 ) exit outerloop
write( *, * ) "Inner", j
end do innerloop
write( *, * ) "Outer", i, "Ende"
end do outerloop
! Ausgabe:
! Outer 1 Beginn
! Outer 1 Ende
! Outer 2 Beginn
! Outer 2 Ende
! Outer 3 Beginn
! Inner 1
! Inner 2
! Inner 3
! Outer 3 Ende
! Outer 4 Beginn
end program bsp
|
cycle
[Bearbeiten]Mit cycle wird der aktuelle do-Schleifendurchlauf beendet und wieder zum Schleifenkopf gesprungen. Wird eine do-Schleife mit einer Bezeichnung versehen, so kann bei der cycle-Anweisung explizit auf die benannte Schleife Bezug genommen werden. Wird kein Schleifenname angegeben, so bezieht sich die cycle-Anweisung immer auf die innerste Schleife, mit der sie im Zusammenhang steht.
Beispiel:
| Fortran 90/95-Code (free source form) |
program bsp
implicit none
integer :: i, j
outerloop: do i = 1, 5
write( *, * ) "Outer", i, "Beginn"
innerloop: do j = 1, 3
if( i == 1 ) cycle outerloop
if( i == 4 ) cycle innerloop
if( i == 5 ) cycle
write( *, * ) "Inner", j
end do innerloop
write( *, * ) "Outer", i, "Ende"
end do outerloop
! Ausgabe:
! Outer 1 Beginn
! Outer 2 Beginn
! Inner 1
! Inner 2
! Inner 3
! Outer 2 Ende
! Outer 3 Beginn
! Inner 1
! Inner 2
! Inner 3
! Outer 3 Ende
! Outer 4 Beginn
! Outer 4 Ende
! Outer 5 Beginn
! Outer 5 Ende
end program bsp
|
Datentypen höherer Genauigkeit
[Bearbeiten]
Fortran 95 bietet für die Festlegung von Datentypen höherer Genauigkeit einen neuen Ansatz.
Einfache Variante
[Bearbeiten]Mittels kind (dt.: Art, Sorte, Gattung, Wesen) kann die Genauigkeit bzw. der Wertebereich eines Datentyps festgelegt werden. Die einfache Variante ist aber system- und compilerabhängig.
| datentyp (kind=wert) :: var |
Kurzform:
| datentyp (wert) :: var |
Für wert ist meist (aber nicht immer) die Anzahl der Bytes einzusetzen. Literale eines solchen Datentyps sind mit einem entsprechenden Anhängsel zu kennzeichnen, z.B.:
- 3.141592654_8
- -4.9e55_8
Beispiel:
| Fortran 90/95-Code (free source form) |
program bsp implicit none real(kind=8) :: variable ! variable ist nun vom Datentyp "double precision" variable = 1.55555555555_8 write(*,*) variable ! Ausgabe: 1.55555555555000 ! Hier wird nur eine gewöhnliche real-Zahl mit 7 Nachkommastellen ! zugewiesen variable = 1.55555555555 write(*,*) variable ! Ausgabe: 1.55555558204651 end program bsp |
System- und compilerunabhängige Variante
[Bearbeiten]Das kind-Attribut darf über eine Konstante oder eine benannte Konstante belegt werden. So kann statt
real(kind=8) :: var
auch
integer, parameter :: dp = 8 real(kind=dp) :: var
geschrieben werden. Der entsprechende kind-Wert ist auch per Funktion ermittelbar. Die Variable var
integer, parameter :: dp = kind(0.0d0) real(kind=dp) :: var
ist in diesem Beispiel somit vom Datentyp double precision. Das ist schon compilerunabhängig verwendbarer Fortran-Code.
Nachfolgend wird die selected_real_kind(p, r)-Funktion vorgestellt, die durch Vorgabe der gewünschten Nachkommastellen und/oder des Exponentenmaximalwertes einen potentiell geeigneten kind-Wert für Gleitkommazahlen ermittelt.
selected_real_kind
[Bearbeiten]| integer, parameter :: name = selected_real_kind(anzahl_nachkommastellen, max_exponentenwert) |
Die Funktion selected_real_kind gibt einen Wert zurück, der alle Gleitkommazahlen mit mindestens anzahl_nachkommastellen Dezimalstellen Genauigkeit und einem Exponentenbereich von max_exponentenwert berücksichtigt. Gibt es keinen solchen systemspezifischen Wert, so wird einer der folgenden Werte zurückgegeben:
- -1 ... die geforderte Anzahl an Dezimalstellen ist nicht verfügbar
- -2 ... der Exponentenbereich ist nicht verfügbar
- -3 ... nichts von beidem ist verfügbar
Wird eine solche Konstante mit negativem Wert nachfolgend als kind-Wert bei der Deklaration einer Variablen, Konstanten etc. verwendet, so führt dies in aller Regel zu einer Fehlermeldung bereits beim Kompiliervorgang.
Es ist auch möglich die selected_real_kind-Funktion mit nur einem Argument aufzurufen. Die Argumente sind mit p (für precision) bzw. r (für range) benannt.
Beispiele:
integer, parameter :: dp = selected_real_kind(r=60)
integer, parameter :: dp = selected_real_kind(p=15)
integer, parameter :: ultrap = selected_real_kind(1000, 5000) ! liefert höchstwahrscheinlich
! die negative Zahl -3
Variablendeklaration
[Bearbeiten]| real (kind=name) :: variable |
Kurzform:
| real (name) :: variable |
Beispiel:
integer, parameter :: dp = selected_real_kind(r=60) real(kind=dp) :: var
Konstanten
[Bearbeiten]| zahl_name |
Literale eines solchen Datentyps sind mit dem im Programmcode festgelegten charakteristischen Anhängsel zu kennzeichnen, z.B.:
- 3.141592654_dp
- -4.9e55_dp
Beispiel
[Bearbeiten]| Fortran 90/95-Code (free source form) |
program bsp implicit none integer, parameter :: dp = selected_real_kind(15, 300) real(kind=dp) :: variable variable = 1.5555555555_dp / 2_dp write(*,*) variable ! Ausgabe: 0.777777777750000 write(*,*) kind(variable) ! Ausgabe: 8 end program bsp |
Datenverbund
[Bearbeiten]
Einleitung
[Bearbeiten]Datenelemente lassen sich auch zu eigenen zusammengesetzten Datentypen verbinden. Der Datenverbund ist in anderen Programmiersprachen auch als Struktur (structure, struct) bekannt. Der Fortran 95-Standard spricht vom "derived type", also einem abgeleiteten Datentyp. Zulässig als Komponenten eines Datenverbundes sind Skalare, Felder, Zeiger oder auch andere Datenverbunde. Ein Datenverbund ist durch das Schlüsselwort type gekennzeichnet und kann in folgenden Formen auftreten
|
|
Die Elemente in eckigen Klammern sind optional. Die Angabe eines Zugriffsspezifizierers (public, private) ist nur bei Verwendung von Datenverbunden in Modulen erlaubt.
Einen Datenverbund anlegen
[Bearbeiten]type :: name [sequence] ! optional sequentielle Speicherplatzablage datentyp :: komponentenname_1 ! ... datentyp :: komponentenname_n end type [name] |
Beispiel (Programmausschnitt):
| Fortran 90/95-Code (free source form) |
! ...
type :: koord
integer :: id
real, dimension(3) :: x
end type koord
! ...
|
Eine Variable vom Typ "Datenverbund" anlegen
[Bearbeiten]Die Variablendeklaration erfolgt in der Form
type( name ) :: var |
Beispiel (Programmausschnitt):
| Fortran 90/95-Code (free source form) |
! ...
type :: koord
integer :: id
real, dimension(3) :: x
end type koord
type( koord ) :: k
! ...
|
Zugriff auf Einzelkomponenten eines Datenverbunds
[Bearbeiten]Eine Einzelkomponente in einem Datenverbund lässt sich als Kombination des Datenverbundvariablenbezeichners und des Komponentennamen ansprechen. Verknüpft werden diese beiden Bezeichner mit dem %-Zeichen.
var%komponentenname |
Beispiel (Programmausschnitt):
| Fortran 90/95-Code (free source form) |
! ...
type :: koord
integer :: id
real, dimension(3) :: x
end type koord
type( koord ) :: k
k%id = 999
k%x(1) = 0.0
k%x(2) = 20.5
k%x(3) = 10.0
write( *, * ) k%x(2)
! ...
|
Zugriff auf einen Datenverbund als Ganzes
[Bearbeiten]Ein Datenverbund kann in bestimmten Situation nicht nur komponentenweise angesprochen werden, sondern auch als Einheit, z.B. bei der Ein-/Ausgabe oder beim Zuweisen der Werte einer Datenverbundvariablen an eine andere.
Beispiel (Programmausschnitt):
| Fortran 90/95-Code (free source form) |
! ...
type :: koord
integer :: id
real, dimension(3) :: x
end type koord
type( koord ) :: k1, k2
read( *, * ) k1
k2 = k1
write( *, * ) k2
! ...
|
Elemente eines Datenverbunds initialisieren
[Bearbeiten]Default-Werte im Datenverbund setzen
[Bearbeiten]Innerhalb eines Datenverbundes lassen sich die einzelnen Variablen mit Vorgabewerten belegen, z.B.
integer :: i = 5 character, dimension( 2, 2 ) :: c = reshape( (/ "A", "B", "C", "D" /), (/ 2, 2 /) )
Beispiel:
| Fortran 90/95-Code (free source form) |
program bsp
implicit none
type :: koord
integer :: id = -999999
real, dimension( 3 ) :: x = 0.0
end type koord
type( koord ) :: k
write( *, * ) k
! Ausgabe:
! -999999 0.0 0.0 0.0
end program bsp
|
Der "structure constructor"
[Bearbeiten]Die Initialisierung der Datenverbundelemente bzw. eine spätere Wertzuweisung kann auch per "structure constructor" ("derived type value constructor") vorgenommen werden.
name( wertliste ) |
Beispiel:
| Fortran 90/95-Code (free source form) |
program bsp
implicit none
type :: koord
integer :: id
real, dimension( 3 ) :: x
end type koord
type( koord ) :: k = koord( 12, (/ 0.0, 1.5, 20.5 /) )
write( *, * ) k
k = koord( 13, (/ 5.5, 0.0, 0.5 /) )
write( *, * ) k
! Ausgabe:
! 12 0.0 1.5 20.5
! 13 5.5 0.0 0.5
end program bsp
|
Enthält ein Datenverbund bereits Variablen mit Vorgabewerten, so werden diese durch die Werte im "structure constructor" überschrieben.
Beispiel:
| Fortran 90/95-Code (free source form) |
program bsp
implicit none
type :: person
character(25) :: vorname = 'NN'
character(25) :: nachname = 'NN'
integer :: alter
end type person
type(person), dimension(5) :: p
p(1) = person('Harri', 'P.', 41)
p(5) = person('Creszenzia', 'T.', 18)
write(*, fmt=111) p
! Ausgabe:
! Harri P. 41
! NN NN 0
! NN NN 0
! NN NN 0
! Creszenzia T. 18
write(*,*) p(1)%vorname
! Ausgabe:
! Harri
p(2)%vorname = 'Holger'
write(*, '(A)') p%vorname
! Ausgabe:
! Harri
! Holger
! NN
! NN
! Creszenzia
111 format(2A, I3)
end program bsp
|
Beispiel: Verwendung eines Datenverbunds in einem anderen Datenverbund
| Fortran 90/95-Code (free source form) |
program bsp
implicit none
type :: tripel
real :: x, y, z
end type tripel
type :: koerper
integer :: id
type( tripel ) :: bezugskoordinate
type( tripel ) :: orientierung
end type koerper
type( koerper ) :: k
k = koerper( 1005, tripel( 10.5, 0.0, -6.5 ), tripel( 0.0, 0.0, -0.8 ) )
write( *, * ) k
! Ausgabe:
! 1005 10.50000 0.000000 -6.500000 0.000000
! 0.000000 -0.8000000
end program bsp
|
Das Attribut sequence
[Bearbeiten]Im Datenverbund kann zu Beginn auch das Attribut sequence angegeben werden. Dieses spezifiziert, dass die Werte eines Datenverbunds sequentiell gespeichert werden. Wird dieses Attribut weggelassen, so ist nicht gewährleistet, dass die Werte von Datenverbundvariablen in der selben Reihenfolge, wie sie im Datenverbund gereiht wurden im Speicher wiederzufinden sind, oder dass sie zusammenhängend gespeichert werden. Oft wird die Speicherreihenfolge keine wesentliche Rolle spielen. Ein Spezialfall, wo die Speicherreihenfolge jedoch essenziell ist, wird anschließend dargestellt.
Die Verwendung eines Datenverbunds in separaten Programmeinheiten
[Bearbeiten]Ein Datenverbund kann über ein Modul verschiedenen Programmeinheiten bekannt gemacht werden. Dazu aber später. Es ist nämlich auch so möglich in komplett getrennten Programmeinheiten auf ein und denselben Datenverbund-Datentyp zuzugreifen.
Beispiel: Ein ähnliches Beispiel findet sich auch im J3/97-007R2 Working Draft, Note 4.31
| Fortran 90/95-Code (free source form) |
program bsp
implicit none
type :: koord
sequence
integer :: id
real, dimension( 3 ) :: x
end type koord
type( koord ) :: k = koord( 555, (/ 3.0, 4.0, 5.5 /) )
call ausgabe( k )
! Ausgabe
! 555 3.0000000 4.0000000 5.5000000
end program bsp
subroutine ausgabe( coord )
type :: koord
sequence
integer :: id
real, dimension( 3 ) :: x
end type koord
type( koord ), intent( in ) :: coord
write( *, * ) coord
end subroutine ausgabe
|
In diesem speziellen Fall muss der Datenverbund lt. Standard mit dem Attribut sequence versehen werden. Des Weiteren muss der im Hauptprogramm deklarierte Datenverbund komplett identisch mit jenem im Unterprogramm sein (Datenverbundname, Variablenbezeichner, Reihenfolge, Datentypen). In der Praxis sehen das viele Compiler nicht so eng. Allerdings können bei Nichtbeachtung dieser Vorgaben spätestens beim Wechsel des Compilers oder auf andere Rechnerarchitekturen gröbere Probleme auftreten.
Standardfunktionen
[Bearbeiten]Allgemeine Hinweise
[Bearbeiten]Die in den nachfolgenden Abschnitten angeführten Tabellen und Listen geben die im Fortran 95-Working Draft gelisteten intrinsischen Funktionen in simplifizierter Form wieder. Einzelheiten stehen jeweils in Unterkapiteln.
Auch die Standard-Subroutinen wurden berücksichtigt. Die einzelnen Compiler kennen zum Teil wesentlich mehr Funktionen als im Standard vorgegeben. Bei Verwendung solcher Funktionen sind die Programme jedoch nicht mehr quellcodekompatibel. Auf die Wiedergabe solcher compilerspezifischen Funktionen wird hier deshalb verzichtet.
Tabellenlegende
[Bearbeiten]| Abkürzung | Beschreibung |
|---|---|
| i | Integer-Datentyp (integer) |
| r | Real-Datentyp (real) |
| x | Complex-Datentyp (complex) |
| d | Double-precision-Datentyp (real(z, kind(0.0D0))) |
| z | beliebiger numerischer Datentyp (integer, real, complex) |
| c | Zeichen (character) |
| l | Logical-Datentyp (logical) |
| any | beliebiger intrinsischer Datentyp |
| arr | Feld (Array) |
| aarr | dynamisches Feld |
| ptr | Zeiger (Pointer) |
Datentypfunktionen
[Bearbeiten]- Umwandlung in INTEGER
- Umwandlung in REAL
- Umwandlung in DOUBLE PRECISION
- Umwandlung in COMPLEX
- Umwandlung in CHARACTER
- kind-Parameter
Einzelheiten siehe Datentypfunktionen
Mathematische Funktionen
[Bearbeiten]- Rundung
- Absolutwert
- Modulo
- Vorzeichentransfer
- Positive Differenz
- Maximum
- Minimum
- Komplexe Zahlen
- Quadratwurzel
- Exponentialfunktion
- Logarithmen
- Winkelfunktionen
- Arkusfunktionen
- Hyperbelfunktionen
Einzelheiten siehe Mathematische Funktionen
Stringfunktionen
[Bearbeiten]- Lexikalische Funktionen
- Sonstige
Einzelheiten siehe Stringfunktionen
Feldfunktionen
[Bearbeiten]- Konstruktion und Umgestaltung von Feldern
- Abfragen von Feldstatus, Felddaten und Feldmetadaten
- Funktionen für Vektoren und Matrizen
- Sonstige
Einzelheiten siehe Feldfunktionen
Zeigerfunktionen
[Bearbeiten]Einzelheiten siehe Zeigerfunktionen
Bitfunktionen
[Bearbeiten]Einzelheiten siehe Bitfunktionen
Weitere Funktionen
[Bearbeiten]Einzelheiten siehe Weitere Funktionen
Intrinsische Subroutinen
[Bearbeiten]Einzelheiten siehe Intrinsische Subroutinen
Unterprogramme
[Bearbeiten]
Werden Programme umfangreicher und komplexer oder werden einzelne Programmabschnitte öfter verwendet, dann ist es sinnvoll Unterprogramme (Prozeduren) zu verwenden. Fortran 95 kennt zwei Typen von Unterprogrammen:
- Funktionen (
function) - Subroutinen (
subroutine)
Darüber hinaus existiert in Fortran die Möglichkeit Unterprogramme und Daten mittels Modulen in das Programm einzubeziehen.
Das function Unterprogramm
[Bearbeiten]Eine Funktion ist ein Unterprogramm, das genau einen Wert zurück gibt. Welcher Art von Datentyp der Wert ist, wird durch eine Zuweisung an den Funktionsnamen erreicht ( z. B. real).
Die allgemeine Funktionsdeklaration lautet:
datentyp function funktionsname ( [formale parameter] ) Vereinbarungsteil Anweisungsteil funktionsname = wert [return] end function funktionsname |
Wird der Datentyp bei der Funktionsdeklaration nicht angegeben, so muss der Datentyp der Funktion im Vereinbarungsteil festgelegt werden:
function funktionsname ( [formale parameter] ) Vereinbarungsteil datentyp :: funktionsname Anweisungsteil funktionsname = wert [return] end function funktionsname |
Mittels return kann zur aufrufenden Programmeinheit zurückgekehrt werden. Ein return unmittelbar vor der end-Anweisung ist nicht unbedingt erforderlich, da das Programm beim Erreichen der end-Anweisung zur aufrufenden Programmeinheit zurück springt. Deswegen sollte bei allen neueren Programmen darauf verzichtet werden. Wichtig ist die return-Anweisung für alternative Rücksprünge zur aufrufenden Programmeinheit.
Eine Funktion wird meist mittels folgender allgemeiner Anweisung von der ausführenden Programmeinheit aufgerufen:
| variable = funktionsname( aktuelle parameter ) |
Dabei orientiert sich diese Unterprogrammtechnik direkt an mathematischen Funktionen. Im folgenden Beispiel ruft das Programm test die Funktion funk auf, führt das Unterprogramm aus und gibt den entsprechenden Rückgabewert an das Programm test zurück:
Datei bsp.f95:
| Fortran 90/95-Code (free source form) |
program test ! implicit none real :: funk real :: x, y write(*,*) 'x -> ' read(*,*) x y = funk( x ) write(*,*) 'funk -> ', y end program test real function funk( a ) ! implicit none real :: a funk = a**2 end function funk |
Das Unterprogramm funk kann sich direkt unter der aufrufenden Programmeinheit in der selben Textdatei oder in einer separaten Datei befinden. Befindet sich das Unterprogramm in einer separaten Datei, so muss diese und die aufrufende Programmeinheit zusammen kompiliert werden:
Übersetzung mit gfortran im vorliegenden Fall:
gfortran -o bsp bsp.f95
Übersetzung mit gfortran bei separaten Dateien (bspw.):
gfortran -o bsp bsp.f95 funk.f95
Es ist aber auch möglich eine Funktion nur durch ihren Namen aufzurufen. Der Rückgabewert der Funktion wird dann direkt ausgegeben:
Datei bsp.f95:
| Fortran 90/95-Code (free source form) |
program test ! implicit none real :: funk real :: x write(*,*) 'x -> ' read(*,*) x write(*,*) 'funk -> ', funk( x ) end program test real function funk( a ) ! implicit none real :: a funk = a**2 end function funk |
Das subroutine Unterprogramm
[Bearbeiten]Eine subroutine ist ein Unterprogramm, das mehr als einen Wert zurückgeben kann. Eine Subroutine besitzt im Gegensatz zu einer Funktion keinen Datentyp und Rückgabewert.
Die allgemeine Deklaration einer Subroutine lautet:
subroutine subroutinenname ([formale parameter]) Vereinbarungsteil Anweisungsteil [return] end subroutine subroutinenname |
Mittels return kann zur aufrufenden Programmeinheit zurückgekehrt werden. Ein return unmittelbar vor der end-Anweisung ist nicht unbedingt erforderlich, da das Programm beim Erreichen der end zur aufrufendenen Programmeinheit zurück springt. Deswegen sollte bei allen neueren Programmen darauf verzichtet werden. Wichtig ist die return Anweisung für alternative Rücksprünge zur aufrufenden Programmeinheit.
Aufgerufen wird eine Subroutine aus der aufrufenden Programmeinheit mittels der call-Anweisung:
| call subroutinenname [([aktuelle parameter])] |
Im folgenden Beispiel wird die Subroutine sub aufgerufen. Diese gibt dann zwei Werte zurück:
Datei bsp.f95
| Fortran 90/95-Code (free source form) |
program bsp ! implicit none real :: x, y, z write( *, * ) 'x -> ' read( *, * ) x call sub( x, y, z ) write( *, * ) 'y -> ', y, 'z -> ', z end subroutine sub( a, b, c ) ! implicit none real :: a, b, c b = a**2 c = a**2 + b end subroutine sub |
Weitere Anweisungen für die Unterprogrammtechnik
[Bearbeiten]Das intent-Attribut
[Bearbeiten]Im Vereinbarungsteil der Funktion wird der Parameterdeklaration das Schlüsselwort intent mitgegeben.
datentyp, intent( in ) :: var
Mit intent( in ) wird angezeigt, dass der Parameter var in der Funktion nicht geändert wird und kein Rückfluss der Information in die aufrufende Programmeinheit stattfindet. Ein intent( out ) oder intent( inout ) wie bei Subroutinen wäre meist auch möglich, widerspricht aber dem Grundgedanken des Fortran-Funktionsbegriffs und der strukurierten Programmierung. Bei einer Funktion soll der Informationsrückfluss über den Rückgabewert stattfinden und nicht über Parameter.
Bei der Parameterübergabe bietet eine Subroutine folgende intent-Möglichkeiten:
- datentyp, intent(in) :: var ... Informationfluss von der aufrufenden Programmeinheit in die Funktion
- datentyp, intent(out) :: var ... Informationfluss von der Subroutine zur aufrufenden Programmeinheit
- datentyp, intent(inout) :: var ... beidseitiger Informationsfluss
Beispiel:
| Fortran 90/95-Code (free source form) |
program bsp implicit none real :: a, b, c a = 1.0 b = 2.0 c = 3.0 call sub(a, b, c) write (*,*) 'Hauptprogramm: ', a, b, c ! Ausgabe: 1.000000 22.20000 33.30000 end subroutine sub(x, y, z) implicit none real, intent(in) :: x real, intent(out) :: y real, intent(inout) :: z write (*,*) 'Unterprogramm: ', x, y, z ! Ausgabe: 1.000000 2.000000 3.000000 y = 22.2 z = 33.3 end subroutine sub |
Die aktuellen und formalen Parameter müssen hinsichtlich Datentyp, Anzahl, Reihenfolge übereinstimmen.
Die pure Anweisung
[Bearbeiten]Ein Unterprogramm welches keine Seiteneffekte hat ist ein bloßes bzw. reines (pure) Unterprogramm. Ein Unterprogramm erzeugt dann keine Seiteneffekte, wenn es weder seine Eingabedaten, noch die Daten verändert, die außerhalb des Unterprogrammes liegen, es sei denn, es wären seine Ausgabedaten. In einem reinen Unterprogramm haben die lokalen Variablen keine save Attribute, noch werden die lokalen Variablen in der Datendeklaration initialisiert.
Reine Unterprogramme sind für das forall-Konstrukt notwendig: das forall-Konstrukt wurde für das parallele Rechnen konzipiert, weshalb hier der Computer entscheidet, wie das Konstrukt abgearbeitet werden soll. Dazu ist es aber notwendig, das es egal ist in welcher Reihenfolge das Konstrukt abgearbeitet wird. Gilt dies nicht - hat das Unterprogramm also Seiteneffekte - so kann das forall-Konstrukt nicht verwendet werden.
Jedes Ein- und Ausgabeargument in einem reinen Unterprogramm muss mittels des intent-Attributs deklariert werden. Darüberhinaus muss jedes Unterprogramm, das von einem reinen Unterprogramm aufgerufen werden soll, ebenfalls ein reines Unterprogramm sein. Sonst ist das aufrufende Unterprogramm kein reines Unterprogramm mehr.
Die elemental Anweisung
[Bearbeiten]Ein Unterprogramm ist elementar, wenn es als Eingabewerte sowohl Skalare als auch Felder akzeptiert. Ist der Eingabewert ein Skalar, so liefert ein elementares Unterprogramm einen Skalar als Ausgabewert. Ist der Eingabewert ein Feld, so ist der Ausgabewert ebenfalls ein Feld.
Die return Anweisung
[Bearbeiten]Eine return-Anweisung darf nur im Gültigkeitsbereich von Unterprogrammen verwendet werden. Sie bewirkt einen Abbruch der Unterprogrammausführung und eine Rückkehr zum Aufrufpunkt, wo mit der nächsten Anweisung fortgesetzt wird.
Beispiel:
| Fortran 90/95-Code (free source form) |
program main
implicit none
call xyz( -2 )
write( *, * ) "UP-Ende"
stop
write( *, * ) "Programmende"
contains
subroutine xyz( n )
integer, intent( in ) :: n
integer :: k
do k = n, n+20
write( *, * ) k
if( k == 5 ) return
end do
write( *, * ) "k_max =", k
end subroutine xyz
! Ausgabe:
! -2
! -1
! 0
! 1
! 2
! 3
! 4
! 5
! UP-Ende
end program main
|
Einige Compiler erlauben zwecks Programmabbruch auch ein return anstelle des stop im Hauptprogramm. Das ist aber nicht standardkonform. Andere Compiler würden solchen Code mit einer Fehlermeldung abweisen, das Programm wäre somit nicht mehr uneingeschränkt portabel.
Ein exit in der Schleife anstelle der return-Anweisung würde nur den Schleifendurchlauf abbrechen und die Unterprogrammausführung würde nach der Schleife fortgesetzt.
Felder als Parameter
[Bearbeiten]Beispiel: Übergabe eines ganzen Feldes
Datei bsp.f95:
| Fortran 90/95-Code (free source form) |
program bsp
implicit none
integer, dimension(3,3) :: feld
integer :: cnt, i, j
cnt = 1
do i = 1, 3
do j = 1, 3
feld(j,i) = cnt
cnt = 1 + cnt
end do
end do
! Unterprogrammaufruf
call sub(feld)
! Ausgabe: 1 2 3 4 5 6 7 8 9
end program bsp
|
Datei sub.f95
| Fortran 90/95-Code (free source form) |
subroutine sub(arr)
implicit none
integer, dimension(3,3), intent(in) :: arr
write(*,*) arr
end subroutine sub
|
Beispiel: Übergabe einer Feld-Teilkette
Datei bsp.f95:
| Fortran 90/95-Code (free source form) |
program bsp
implicit none
integer,dimension(3,3) :: feld
integer :: cnt, i, j
cnt = 1
do i = 1, 3
do j = 1, 3
feld(j,i) = cnt
cnt = 1 + cnt
end do
end do
! Unterprogrammaufruf
call sub(feld(1:2,2:3))
! Ausgabe: 4 5 7 8
end program bsp
|
Datei sub.f95
| Fortran 90/95-Code (free source form) |
subroutine sub(arr)
implicit none
integer, dimension(0:1, 0:1), intent(in) :: arr
write(*,*) arr
end subroutine sub
|
Beispiel: Übergabe eines Feld-Einzelelements
Datei bsp.f95:
| Fortran 90/95-Code (free source form) |
program bsp
implicit none
integer, dimension(3,3) :: feld
integer cnt, i, j
cnt = 1
do i = 1, 3
do j = 1, 3
feld(j,i) = cnt
cnt = 1 + cnt
end do
end do
! Unterprogrammaufruf
call sub(feld(1,2))
! Ausgabe: 4
end program bsp
|
Datei sub.f95
| Fortran 90/95-Code (free source form) |
subroutine sub(arr) implicit none integer, intent(in) :: arr write(*,*) arr end subroutine sub |
Prozeduren als Parameter
[Bearbeiten]Auch Prozeduren können als Parameter übergeben werden.
Standardfunktionen (intrinsic functions) werden dazu folgendermaßen im Vereinbarungsteil gekennzeichnet:
| intrinsic namensliste |
oder
| datentyp, intrinsic :: namensliste |
Eigene Unterprogramme oder Unterprogramme aus Bibliotheken mit:
| external namensliste |
oder
| datentyp, external :: namensliste |
Beispiel:
| Fortran 90/95-Code (free source form) |
program bsp real, parameter :: PI=3.1415927 ! intrinsic functions intrinsic sin, cos ! Unterprogrammaufrufe call sub(sin, PI) ! Ausgabe: 0.000000 call sub(cos, PI) ! Ausgabe: -1.000000 end program bsp subroutine sub(funk, x) implicit none real :: funk, x write(*,*) nint(funk(x)*1000)/1000.0 end subroutine sub |
Optionale Parameter
[Bearbeiten]Ab Fortran 90 sind auch optionale Parameter für Unterprogramme erlaubt. Solche Parameter sind durch das Attribut optional zu kennzeichnen. Auch der aufrufenden Programmeinheit muss diese Parameter-Optionalität bekannt gegeben werden, z.B. über ein Interface. Das aktuelle Vorhandensein eines als optional markierten Parameters beim Unterprogrammaufruf kann im Unterprogramm selbst durch die Funktion present geprüft werden.
Beispiel:
| Fortran 90/95-Code (free source form) |
program bsp
implicit none
interface
subroutine ab(a, b)
integer, intent( in ) :: a
integer, intent( in ), optional :: b
end subroutine ab
end interface
call ab( 1 )
call ab( 8, 12 )
! Ausgabe:
! Nur a gegeben 1
! Beide Parameter gegeben 8 12
end program bsp
subroutine ab(a, b)
integer, intent( in ) :: a
integer, intent( in ), optional :: b
if( present( b ) ) then
write (*,*) "Beide Parameter gegeben", a, b
else
write (*,*) "Nur a gegeben", a
end if
end subroutine ab
|
Module
[Bearbeiten]Module ersetzen in Fortran 95 die FORTRAN 77-COMMON-Blöcke. In einem Modul können Variablen, Konstanten und auch Unterprogramme abgelegt werden. Diese können dann von verschiedenen Programmeinheiten angesprochen werden.
module modulname
[implicit none]
[save]
Deklaration von Variablen, Konstanten
[contains
Unterprogramme
]
end module modulname
|
Das Einbinden eines Moduls in eine Programmeinheit geschieht mittels der Anweisung
| use modulname [, only liste] |
only signalisiert, dass nur die in liste angegebenen Variablen oder Konstanten verwendet werden sollen.
Beispiel:
| Fortran 90/95-Code (free source form) |
module m1 implicit none save real, parameter :: PI=3.1415 real :: a end module m1 program bsp use m1 implicit none a = 1.5 write(*,*) 'Hauptprogramm 1: ', PI, a ! Ausgabe: Hauptprogramm 1: 3.141500 1.500000 call sub write(*,*) 'Hauptprogramm 2: ', PI, a ! Ausgabe: Hauptprogramm 2: 3.141500 2.500000 end program bsp subroutine sub use m1 implicit none write(*,*) 'Unterprogramm: ', PI, a ! Ausgabe: Unterprogramm: 3.141500 1.500000 a = 2.5 end subroutine sub |
Das save-Statement in Modulen stellt sicher, dass die aktuellen Werte von Modulvariablen beim Wechsel zwischen den verschiedenen Programmeinheiten sicher erhalten bleiben.
Rekursiver Unterprogrammaufruf
[Bearbeiten]In Fortran 95 können Unterprogramme (Funktionen, Subroutinen) auch rekursiv aufgerufen werden. Rekursion bedeutet, dass ein Unterprogramm sich selbst wieder aufruft (lat. recurrere oder en. recur ... wiederkehren, zurückkommen).
Beispiel: Berechnung von n! (vereinfacht)
| Fortran 90/95-Code (free source form) |
program bsp
implicit none
integer :: zahl, ergebnis, fac
write(*,*) "Gib eine Ganzzahl ein: "
read(*,*) zahl
ergebnis = fac(zahl)
write(*,*) "Ergebnis ist: ", ergebnis
end program bsp
recursive function fac(n) result(zerg)
implicit none
integer, intent(in) :: n
integer :: zerg
! Vereinfacht: Keine Überprüfung ob Überlauf, negative Zahl, etc.
zerg = n
if (n > 1) then
zerg = n * fac(n-1)
end if
return
end function fac
|
Der Funktionskopf ist bei diesem Beispiel etwas anders gestaltet als üblich. Während der Intel-Fortran-Compiler auch ein
recursive integer function fac(n)
oder ein
integer recursive function fac(n)
problemlos akzeptiert, wirft der gfortran-Compiler bei diesen Varianten einen Syntaxfehler.
Ein- und Ausgabe
[Bearbeiten]
read
[Bearbeiten]
Die read-Anweisung dient dem Einlesen von Daten. Typisches Beispiel ist die Dateneingabe mittels Tastatur. Formal sieht eine read-Anweisung so aus:
| read([unit=]unit, [fmt=]fmt [, iostat=iostat] [, advance=advance]) [eingabeliste] |
- unit ... Nummer der Eingabeeinheit (ist systemabhängig), Sternoperator oder auch die einer Datei mittels
open-Anweisung zugeordnete Nummer. - fmt ... Anweisungsnummer zu einer
format-Anweisung, Sternoperator oder Formatliste - iostat ... read-Status
- advance ... siehe write
Listengesteuerte Eingabe auf der Standardeingabe (normalerweise die Tastatur):
read (*,*) a, b, c
Alternativ kann das auch so geschrieben werden:
read (unit=*, fmt=*) a, b, c
Beim Intel Fortran Compiler, gfortran und g95 ist auch unit = 5 als stdin (Tastatur) vorbelegt. Das Einlesen aus Dateien und die Einstellung des Formates werden später erläutert.
Beispiel:
| Fortran 90/95-Code (free source form) |
program bsp
implicit none
integer :: i(5)
! Einlesen in ein Feld (unit ... Standardeingabe, fmt ... listengesteuert)
read (*,*) i
! ...
end program bsp
|
Kurze Erläuterung zu iostat:
| Wert | Erläuterung |
|---|---|
| 0 | kein Fehler |
| positiver Wert (systemabhängig) | Fehler |
| negativer Wert (systemabhängig) | End Of File und kein Fehler |
Beispiel:
| Fortran 90/95-Code (free source form) |
program bsp
implicit none
integer :: i, st
! Einlesen eines Wertes
read (*, *, iostat=st) i
! Ausgabe des IO-Status
write (*,*) 'IO-Status:', st
end program bsp
|
- Ausgabe:
- Für Eingabe: 5 → 0
- Für Eingabe: 5.3 → Positiver Wert = Fehler
Das Einlesen aus Dateien und die Einstellung des Formates werden später erläutert.
write
[Bearbeiten]
Die write-Anweisung dient der Datenausgabe. Typisches Beispiel ist die Anzeige von Daten auf dem Bildschirm. Formal sieht eine write-Anweisung so aus:
| write([unit=]unit, [fmt=]fmt [, iostat=iostat] [, advance=advance]) [ausgabeliste] |
- unit ... Nummer der Ausgabeeinheit (ist systemabhängig), Sternoperator oder auch die einer Datei mittels
open-Anweisung zugeordnete Nummer. - fmt ... Anweisungsnummer zu einer
format-Anweisung, Sternoperator oder Formatliste - iostat ... write-Status
- advance ... nur bei sequentieller formatierter I/O. Formatspezifizierer muss explizit gegeben sein.
'no'... kein Vorschub des file position pointers zum nächsten Datensatz (z.B. kein Zeilenvorschub).'yes'... mit Vorschub des file position pointers zum nächsten Datensatz (voreingestellt)
Listengesteuerte Ausgabe auf der Standardausgabe (normalerweise der Bildschirm):
write (*,*) a, b, c
Alternativ kann das auch so geschrieben werden:
write (unit=*, fmt=*) a, b, c
Beim Intel Fortran Compiler, gfortran und g95 sind auch
unit=0 als stderr (Bildschirm) undunit=6 als stdout (Bildschirm)
vorbelegt. Bezüglich iostat gilt auch hier der im vorigen Abschnitt kurz geschilderte Sachverhalt.
Beispiel:
| Fortran 90/95-Code (free source form) |
program bsp implicit none integer :: i(5) = (/ 5, 4, 1, -1, -7 /) ! ... ! Ausgabe der Feldwerte (unit ... Standardausgabe, fmt ... listengesteuert) write (*,*) i ! ... end program bsp |
Beispiel: advance
| Fortran 90/95-Code (free source form) |
program bsp implicit none character(10) :: ch integer :: st write(*, '(A)', advance='YES') "Hallo" write(*, '(A)', advance='YES') "Welt" write(*, *) "ABCDEFGHIJKLMN" end program bsp |
Ausgabe:
| advance='YES' | advance='NO' |
|---|---|
Hallo Welt ABCDEFGHIJKLMN |
HalloWelt ABCDEFGHIJKLMN |
Die Ausgabe in Dateien und die Einstellung des Formates werden etwas später erläutert.
Kürzer: print, read, write und Namenslisten
[Bearbeiten]Für die listengesteuerte Ein- und Ausgabe existieren auch vereinfachte Formen. Für Eingaben wird wieder der read-Befehl verwendet, für Ausgaben gibt es die print-Anweisung.
Beispiel:
| Fortran 90/95-Code (free source form) |
program bsp implicit none integer :: a, b real :: r complex :: z character( len = 10 ) :: str read *, a, b, r, z, str ! Eingabe per Tastatur: ! 10, 30, 55.5, (10.8,7.0), Hallo print *, str, a, b, r, z ! Ausgabe am Bildschirm: ! Hallo 10 30 55.5 (10.8,7.) end program bsp |
Bei mehrfachem Aufruf gleicher Ein- bzw. Ausgabeanweisungen kann durch Verwendung von Namenslisten der Programmcode kürzer gestaltet werden. Die Dateneingabe wird dadurch aber etwas komplizierter:
- eingeleitet wird die Eingabe durch ein &-Zeichen, unmittelbar gefolgt vom Namenslistenbezeichner
- danach folgen ein oder mehrere Leerzeichen
- es folgen die Zuweisungen von Werten zu den Variablennamen
- abgeschlossen wird die Eingabe durch einen Slash /
Beispiel:
| Fortran 90/95-Code (free source form) |
program bsp implicit none integer :: a, b real :: r complex :: z character( len = 10 ) :: str namelist / LISTEA / a, b, r, z, str namelist / LISTEB / str, r, z read( *, nml = LISTEA ) ! Eingabe per Tastatur: ! &LISTEA b = 30, a = 10, r = 55.5, z = (10.8,7.0), str = "Hallo" / write( *, nml = LISTEB ) ! Ausgabe auf dem Bildschirm (Intel 9.1): ! &LISTEB ! STR = Hallo , ! R = 55.50000 , ! Z = (10.80000,7.000000) ! / end program bsp |
Formatierung
[Bearbeiten]
Die Ein- und Ausgabeformatierung kann beeinflusst werden. Zu diesem Zweck gibt es die format-Anweisung.
... (..., fmt = marke, ...) ... marke format (formatliste) |
Alternativ kann die Formatliste auch direkt in die read- oder write-Anweisung eingebunden werden
... (..., fmt = '(formatliste)', ...) ... |
Formatlistenelemente
[Bearbeiten]| Formatspezifizierer | Kommentar |
|---|---|
| Ix[.z] | Ganzzahl mit einer Feldlänge von x Zeichen. z gibt die Mindestanzahl der auszugebenden Zeichen an (Feld wird, wenn nötig, mit führenden Nullen aufgefüllt). |
| Bx[.z] | Ganzzahl, Ausgabe als Binärzahl. |
| Ox[.z] | Ganzzahl, Ausgabe als Oktalzahl. |
| Zx[.z] | Ganzzahl, Ausgabe als Hexadezimalzahl. |
| Fx.y | Fixkommazahl mit einer Gesamtfeldlänge von x Zeichen. y ist die Anzahl der Nachkommastellen (Vorzeichen und Dezimalpunkt müssen in der Gesamtfeldlänge berücksichtigt werden). F0.y führt zu einer variablen Feldlänge in Abhängigkeit vom minimalen Platz der für die Vorkommastellen nötig ist. |
| Ex.y | Gleitkommazahl mit einer Gesamtfeldlänge von x Zeichen. y ist die Anzahl der Nachkommastellen. (Vorzeichen, Dezimalpunkt und die Zeichen für den Exponenten müssen in der Gesamtfeldlänge berücksichtigt werden). |
| Dx.y | Gleitkommazahl, doppelte Genauigkeit |
| A | Eine Zeichenkette. |
| Ax | Eine Zeichenkette mit x Zeichen. |
| Lx | Ein logischer Wert, T (wahr) bzw. F (falsch). |
| xX | x Leerzeichen. |
| / | Zeilenvorschub |
| Tx | Tabulator (an der Position x) |
Obige Tabelle der Formatlistenelemente ist nicht vollständig; es gibt z.B. noch »G« für ein »generelles« Ausgabeformat, das aber wenig gebräuchlich ist. Die Ausgabe erfolgt normalerweise rechtsbündig. Reicht die Gesamtfeldlänge bei numerischen Werten nicht aus, so werden anstelle einer Zahl Sternchen angezeigt.
Beispiel:
| Fortran 90/95-Code (free source form) |
program bsp implicit none integer :: a a = 999 write(*, 3333) a ! Ausgabe: 999 a = -999 write (*, 3333) a ! Ausgabe: *** 3333 FORMAT (I3, /, /) ! / ... nach jeder 3333-write-Anweisung werden zwei Leerzeilen eingefügt end program bsp |
Alternativ könnte die Formatliste auch so in die write-Anweisung eingebaut werden:
write(*, '(I3, /, /)') a
Oder mittels benannter Konstante auch so:
character(*), parameter :: fs = '(I3, /, /)' print fs, a
Hier wurde statt der write-Anweisung der print-Befehl verwendet. Der Effekt ist derselbe, es erfolgt eine formatierte Ausgabe.
Weitere Formatierungsbeispiele:
| Code | Ausgabe |
|---|---|
WRITE(*, 999) 1234
WRITE(*, 999) 1234567
WRITE(*, 999) 1234567890
999 FORMAT(I9.6)
|
001234 1234567 ********* |
WRITE(*, 999) 555.6666
WRITE(*, 999) +5.6
WRITE(*, 999) -55.666E7
WRITE(*, 999) -55555.666
999 FORMAT(F9.3)
|
555.667
5.600
*********
*********
|
WRITE(*, 999) 555.6666
WRITE(*, 999) +5.6
WRITE(*, 999) -55.666E7
WRITE(*, 999) -55555.666
999 FORMAT(E9.3)
|
0.556E+03 0.560E+01 -.557E+09 -.556E+05 |
WRITE(*, 999) 'Hallo'
WRITE(*, 999) 'ABCDEFGHIJKL'
WRITE(*, 888) 'ABCDEFGHIJKL'
888 FORMAT(A)
999 FORMAT(A10)
|
Hallo ABCDEFGHIJ ABCDEFGHIJKL |
WRITE(*, *) 'FORTRAN', '77'
WRITE(*, 999) 'FORTRAN', '77'
999 FORMAT(A, 1X, A)
|
FORTRAN77 FORTRAN 77 |
WRITE(*, 888) 'FORTRAN', '77'
WRITE(*, 999) 'FORTRAN', '77'
888 FORMAT(A, T3, A)
999 FORMAT(A, T20, A)
|
FO77RAN FORTRAN 77 |
WRITE(*, 999) 'FORTRAN', '77' 999 FORMAT(A, /, A) |
FORTRAN 77 |
WRITE(*, 999) 34.56
WRITE(*, *) 34.56
C SP ... Sign Plus (+)
999 FORMAT(SP, F12.3)
|
+34.560 34.56 |
Wiederholung von Formatteilen
[Bearbeiten]Beispiel:
write(*, 100) 'abc', 10.3, 'xxx', 23.4 100 format (2(A3, F6.1))
write etwas anders
[Bearbeiten]Beispiel:
write (*, 100)
100 format ('Hallo', X, 'Welt!')
Dynamische Mehrfachformatierung
[Bearbeiten]Formatierungsanweisungen können auch als String bearbeitet werden, indem man z.B. die Anzahl der auszugebenden Variablen per write-Befehl in die Formatierung schreibt.
Mehrfachformatierung - Beispiel:
character(5) :: formatierung integer, dimension(1:4) :: einsen = 1 integer :: anzahl anzahl = 4 formatierung = '( I1)' write(formatierung(2:2), '(I1)') anzahl write(*, formatierung) einsen
Dateien
[Bearbeiten]
Datensatz
[Bearbeiten]Datensätze können in folgender Form auftreten:
- Formatierter Datensatz: Textdatensatz
- Unformatierter Datensatz: Datensatz in einer maschineninternen Form.
- Dateiendesatz
Datei
[Bearbeiten]Für Fortran ist alles eine Datei, das durch read oder write bearbeitbar ist.
Zugriffsmethoden:
- Sequentieller Zugriff: Lesen ab Beginn der Datei (file) und dann immer den nächsten Datensatz einlesen. Geschrieben wird jeweils ans Dateiende. Auf interne Dateien kann nur sequentiell zugegriffen werden.
- Direkter Zugriff: Bearbeiten in beliebiger Reihenfolge durch Angabe der Satznummer.
- Binärer Zugriff: Bearbeiten von Dateien, die binäre Daten enthalten, z. B. Bilder von CCD-Kamera, Scilab/Matlab
save-Dateien
Dateitypen:
- Externe Datei: Eine konventionelle Datei
- Interne Datei: character-Variable oder -Feld.
Dateien haben im Betriebsystem einen Dateinamen. In Fortran wird eine Datei über eine Dateinummer (unit) angesprochen. Die Zuordnung erfolgt mit dem Befehl open.
open
[Bearbeiten]Zum Öffnen einer externen Datei dient die open -Anweisung.
| open (liste) |
mit folgender liste
| Element | Kommentar |
|---|---|
| [unit =] x | x ist eine Dateinummer (Ganzzahl, sollte über 10 liegen, da oft Nummern unter 10 fix zugeordnet sind, z.B. der Standardein-, ausgabe). |
| file = x | x ist der externe Dateiname |
| iostat = x | x ist 0 wenn open fehlerfrei ausgeführt wurde, ansonsten eine systemabhängige Fehlernummer |
| status = x | Dateistatus: 'old' ... Datei existiert bereits 'new' ... Datei wird neu erzeugt 'scratch' ... namenlose temporäre Datei 'unknown' ... System bestimmt Dateistatus selbst 'replace' ... der Inhalt einer bereits vorhandenen Datei wird gelöscht. |
| access = x | Zugriffsmethode: 'sequential' ... Sequentielle Datei 'direct' ... direkter Zugriff 'stream' ... binärer Zugriff |
| position = x | Den Dateisatzzeiger beim Öffnen der Datei an eine bestimmte Position setzen. ('asis', 'rewind', 'append') |
| form = x | Format: 'formatted' oder 'unformatted' |
| action = x | 'read' ... nur Lesezugriff 'write' ... nur Schreibzugriff 'readwrite' ... Lesen und Schreiben |
| recl = x | Datensatzlänge (positive Zahl, access='direct', in Bytes) |
| err = x | Im Fehlerfall Sprung zur Marke x |
| blank = x | 'null' oder 'zero' (nur für form='formatted') |
| delim = x | 'apostrophe' 'quote' 'none' |
| pad = x | 'yes' oder 'no' (nur für form='formatted') |
Eingestellte Vorgabewerte sind:
- status = 'unknown'
- position = 'asis'
- access = 'sequential'
- form = 'formatted'
Wird access='direct' gesetzt, so gilt form='unformatted' als Vorgabewert.
Beispiel:
| Fortran 90/95-Code (free source form) |
program bsp
implicit none
integer :: stat
character(80) :: str
open(20, file='/tmp/testdatei.txt', iostat=stat)
if(stat == 0) then
write(*,*) 'Das Öffnen der Datei war ein voller Erfolg'
do
read(20, '(A)', iostat=stat) str
! Bei EOF wird stat /= 0
if (stat /= 0) exit
write(*,*) str
end do
else
write(*,*) 'Datei konnte nicht geöffnet werden'
end if
close(20)
end program bsp
|
close
[Bearbeiten]Geschlossen wird die Verbindung zur externen Datei mit dem close-Befehl.
| close (liste) |
liste:
| Element | Kommentar |
|---|---|
| [unit =] x | wie bei open |
| iostat = x | wie bei open |
| err = x | wie bei open |
| status = x | 'keep' ... Datei erhalten (voreingestellt) 'delete' ... Datei löschen |
Lesen und Schreiben
[Bearbeiten]Gelesen oder geschrieben wird mit den bereits bekannten read- und write-Anweisungen.
| Element | Kommentar |
|---|---|
| [unit =] x | Dateinummer bzw. CHARACTER-Variable oder Feld (interne Datei) |
| [fmt =] x | siehe Formatierung |
| [nml] = x | x ... namelist-group-name |
| rec = x | Datensatznummer bei Direktzugriff (siehe Abschnitt Direktzugriff) |
| iostat = x | wie bei read
|
| err = x | Bei Fehler Sprung zur Anweisungsnummer x |
| end = x | Bei Dateiende Sprung zur Anweisungsnummer x (nicht erlaubt bei Direktzugriff, nicht bei write) |
| advance = x | 'yes' oder 'no' |
| eor = x | Bei End of Record Sprung zur Marke x (nicht bei write) |
| size = x | x ... Zeichenzähler (nicht bei write, advance='no') |
Es existiert eine Menge von Einschränkungen, wann welche Elemente erlaubt sind, bzw. welche nur kombiniert auftreten sollen, z.B.
- wenn der
rec-Spezifizierer Verwendung findet, dann darf keinend-Element angegeben werden - Bei Dateneingabe nur dann ein
size-Spezifizierer, wennadvance='no'gesetzt ist.
Beispiel:
| Fortran 90/95-Code (free source form) |
program bsp
implicit none
character (len = 80) :: a
integer :: st = 0
open (20, file='/tmp/testdatei.txt', status='OLD', iostat=st)
if (st /= 0) then
stop "open-Fehler!"
end if
! Aus Datei lesen
do
read (20, 888, iostat=st) a
! Auf Standardausgabe schreiben
if (st == 0) then
write (*, 888) a
else if (st > 0) then
write (*,*) "read-Fehler!"
exit
else if (st < 0) then
exit
end if
end do
close(20)
888 format(A)
end program bsp
|
Direktzugriff
[Bearbeiten]OPEN:
| Element | Kommentar |
|---|---|
| access = x | x ... 'DIRECT' |
| recl = x | x ... Datensatzlänge (positive Zahl, access='DIRECT', in Bytes bzw. bei formatierten Dateien in Characters) |
| fmt = x | x ... Formatangabe (wird eine Datei 'FORMATTED' geöffnet, dann muss auch eine konkrete Formatliste angegeben werden, ansonsten tut's auch der Sternoperator) |
READ/WRITE:
| Element | Kommentar |
|---|---|
| REC = x | x ... Satznummer bei Direktzugriff |
Beispiel: Gegeben ist die Textdatei /tmp/testdatei.txt mit dem Inhalt
Die WRITE-Anweisung dient der Datenausgabe aus einem FORTRAN-Programm auf ein externes Gerät. Typisches Beispiel ist die Anzeige von Daten auf dem Bildschirm. Formal sieht eine WRITE-Anweisung so aus:
| Fortran 90/95-Code (free source form) |
program bsp
implicit none
character (len = 10) :: c
integer :: st
open (20, file='/tmp/testdatei.txt', status='OLD', form='FORMATTED', &
access='DIRECT', recl=15, iostat=st)
if (st /= 0) then
stop "open-Fehler!"
end if
read (20, fmt='(A)', rec=4, iostat=st) c
if (st /= 0) then
write (*,*) "read-Error"
else
write (*,*) c
end if
close (20)
end program bsp
|
Ausgabe:
s einem FO
Positionieren bei sequentiellen Dateien
[Bearbeiten]Datensatzzeiger um einen Datensatz zurücksetzen:
| backspace ([unit=]x [,iostat=y] [,err=z]) |
Positionieren an den Dateibeginn:
| rewind ([unit=]x [,iostat=y] [,err=z]) |
Schreiben eines Dateiendsatzes:
| endfile ([unit=]x [,iostat=y] [,err=z]) |
Beispiel:
| Fortran 90/95-Code (free source form) |
program bsp
implicit none
character (len = 100), dimension(3) :: c
integer :: st = 0
open (20, file='/tmp/testx.txt', status='NEW', iostat=st)
call checkStatus(st, "open-")
write (20,*) 'Das ist eine Testdatei'
write (20,*) 'Dies ist Zeile 2 der Testdatei'
write (20,*) 'Jenes die Zeile 3 der Testdatei'
write (20,*) "Jetzt ist's aber genug"
endfile (20)
rewind (20, iostat=st)
call checkStatus(st, "rewind-")
read (20, fmt=555, iostat=st) c
call checkStatus(st, "read-")
write (*, fmt=555) c
backspace (20, iostat=st)
call checkStatus(st, "backspace-")
read (20, fmt=555, iostat=st) c(1)
call checkStatus(st, "read-")
write (*, fmt=555) c(1)
close (20)
555 format (A)
end program bsp
subroutine checkStatus(st, ch)
integer, intent (in) :: st
character (*), intent (in) :: ch
if (st /= 0) then
close(20)
write (*,*) ch // "Fehler!"
stop
end if
end subroutine checkStatus
|
Ausgabe:
Das ist eine Testdatei Dies ist Zeile 2 der Testdatei Jenes die Zeile 3 der Testdatei Jenes die Zeile 3 der Testdatei
inquire
[Bearbeiten]Die Anweisung inquire dient der Abfrage einiger Eigenschaften von Dateien oder I/O-Units.
| inquire (file = x, liste) |
mit x ... Dateiname (inkl. Pfad)
| inquire ([unit =] x, liste) |
mit x ... Nummer der I/O-Unit.
liste:
| Element | Kommentar |
|---|---|
| access = x | x:
|
| action = x | x:
|
| blank = x | x:
|
| delim = x | x:
|
| direct = x | x:
|
| err = x | Bei Fehler Sprung zur Anweisungsnummer x |
| exist = x | x:
|
| form = x | x:
|
| formatted = x | x:
|
| iostat = x | x ist 0 wenn OPEN fehlerfrei ausgeführt wurde, ansonsten eine systemabhängige positive Fehlernummer |
| name = x | Der Dateiname wird der Zeichenketten-Variablen x zugewiesen. Hat die Datei keinen Namen, dann ist das Ergebnis undefiniert. |
| named = x | x:
|
| nextrec = x | x ... Nummer des nächsten Datensatzes |
| number = x | x ... Nummer der mit einer externen Datei verbundenen I/O-Unit. |
| opened = x | x:
|
| pad = x | x:
|
| position = x | x:
|
| read = x | x:
|
| readwrite = x | x:
|
| recl = x | x ... Datensatzlänge bei Direktzugriff |
| sequential = x | x:
|
| unformatted = x | x:
|
| write = x | x:
|
Beispiel: Datei vorhanden?
| Fortran 90/95-Code (free source form) |
program bsp
implicit none
logical :: l
integer :: st
inquire (file='/tmp/testdatei.txt', exist=l, iostat=st)
if (st == 0) then
write (*,*) "Datei existiert?", l
else
write(*,*) "Fehler!"
end if
! wenn Datei existiert: Datei existiert? T
! wenn Datei nicht existiert: Datei existiert? F
! wenn aus irgendeinem ein inquire-Fehler auftrat: Fehler!
end program bsp
|
Beispiel: Infos zu einer geöffneten Datei
| Fortran 90/95-Code (free source form) |
program bsp
implicit none
logical :: ex
character (15) :: di, fo, ac, se
integer :: nu, st
open (25, file='/tmp/testdatei.txt', status='old', iostat=st)
if(st /= 0) stop "open-Fehler!"
inquire (25, exist = ex, direct = di, sequential = se, formatted = fo, &
access = ac, number = nu, iostat=st)
if(st == 0) then
write (*,*) 'EXIST? ', ex
write (*,*) 'DIRECT? ', di
write (*,*) 'SEQUENTIAL? ', se
write (*,*) 'FORMATTED? ', fo
write (*,*) 'ACCESS? ', ac
write (*,*) 'NUMBER? ', nu
else
write (*,*) "inquire-Fehler!"
end if
close(25)
! Ausgabe, z.B.
! EXIST? T
! DIRECT? YES
! SEQUENTIAL? YES
! FORMATTED? YES
! ACCESS? SEQUENTIAL
! NUMBER? 25
end program bsp
|
Interne Dateien
[Bearbeiten]- Interne Dateien sind vom Datentyp
character(Zeichen oder Zeichenketten) - Das Lesen aus bzw. das Schreiben in interne Dateien erfolgt immer sequentiell
Beispiel: Schreiben in eine interne Datei
| Fortran 90/95-Code (free source form) |
program bsp
character(15) :: ch
real :: r = 12.5678
! Interne Datei "ch"
write (ch, *) r
write (*,*) 'r lexikalisch groesser als Buchstabe "A"? ', lge(ch, 'A')
end program bsp
|
Beispiel: Lesen aus einer internen Datei
| Fortran 90/95-Code (free source form) |
program bsp
character(15) :: ch = '12.5678'
real :: r
! Interne Datei "ch"
read (ch, '(F15.5)') r
write (*,*) 'r = ', r
write (*,*) 'r**2 = ', r**2
end program bsp
|
Zeiger
[Bearbeiten]
Was sind Zeiger?
[Bearbeiten]Ein Zeiger (Pointer) ist eine Variable, die Adresse und (Daten-)Typ enthält – ähnlich wie bei einem Array, das rank und shape enthält. Der Zeiger (Pointer) charakterisiert Position, Länge und Organisation des Speicherabschnitts, an dem die Variable (Target) gehalten wird.
Zeiger in Fortran 95
[Bearbeiten]In Fortran 95 werden Zeiger durch Zufügen des Attributes pointer bei der Deklaration von Variablen erzeugt.
| datentyp, pointer :: variable |
Ein so deklarierter Zeiger kann auf andere Zeiger oder auf mittels target gekennzeichnete Variablen verweisen.
| datentyp, target :: variable |
Die Zeigerzuordnung erfolgt durch das Symbol
| => |
Beispiel:
| Fortran 90/95-Code (free source form) |
program bsp implicit none real, pointer :: ptr real, target :: trg trg = 5.5 ptr => trg write(*,*) ptr ! Ausgabe: 5.50000 ! Zeiger werden bei Bedarf automatisch dereferenziert end program bsp |
Assoziationsstatus
[Bearbeiten]Ein Zeiger kann einen der folgenden Assoziationzustände annehmen:
- undefiniert (dangling)
- nicht zugeordnet (disassociated, null)
- zugeordnet (associated)
Der Zuordnungsstatus eines Zeigers ist unmittelbar nach der Deklaration undefiniert. Mittels zeiger => null() oder nullify(zeiger) kann ein Zeiger auf einen nicht zugeordneten Status gesetzt werden. Verweist ein Zeiger auf einen anderen zugeordneten Zeiger oder ein Target, so ist sein Zustand zugeordnet.
Der Assoziationsstatus eines Zeigers lässt sich über die Funktion
associated (zeiger [, ziel])
abfragen. Sinnvoll ist eine derartige Abfrage nur dann, wenn der Zuordnungsstatus nicht undefiniert ist.
Beispiel:
| Fortran 90/95-Code (free source form) |
program bsp implicit none integer, pointer :: ptr1 => null() character(20), pointer :: ptr2 character(20), target :: str str = "Hallo, Welt!" ptr2 => str write(*,*) associated(ptr1) ! Ausgabe: F write(*,*) associated(ptr2) ! Ausgabe: T write(*,*) associated(ptr2, ptr1) ! Ausgabe: F write(*,*) associated(ptr2, str) ! Ausgabe: T end program bsp |
Speicherplatz dynamisch reservieren und freigeben
[Bearbeiten]Für normale Variablen läuft die Speicherplatzverwaltung automatisch ab. Bisher wurden Zeiger immer solchen normalen (Target)Variablen, für die bereits Speicherplatz reserviert war, zugeordnet. Aber auch für Zeiger selbst kann Speicherplatz reserviert werden. Bei der Zeigerdeklaration ist der Zeigerstatus undefiniert oder nicht zugeordnet. Eine Wertzuweisung an eine solche Zeigervariable würde zur Laufzeit einen Speicherzugriffsfehler ergeben. Die Funktion
allocate (zeiger1, [zeiger2, ...] [,stat=integervar])
reserviert in Abhängigkeit des Zeiger-Datentyps Speicherplatz für die einzelnen Zeiger. Die Funktion
deallocate (zeiger1, [zeiger2, ...] [,stat=integervar])
gibt diesen Speicherplatz wieder frei.
Beispiel:
| Fortran 90/95-Code (free source form) |
program bsp implicit none integer, pointer :: ptr1 => null(), ptr2 => null() integer :: status allocate(ptr1, stat = status) ptr1 = 2222 write (*,*) "Status = ", status ! Wenn status = 0, dann wurde erfolgreich Speicherplatz reserviert write (*,*) ptr1 ! Ausgabe: 2222 ptr2 => ptr1 ptr1 = 5555 write (*,*) ptr1, ptr2 ! Ausgabe: 5555 5555 deallocate(ptr1) end program bsp |
Zeiger und Felder
[Bearbeiten]Beispiel:
| Fortran 90/95-Code (free source form) |
program bsp implicit none integer, dimension(:), pointer :: ptr => null() integer, dimension(5:10), target :: arr = (/55, 66, 77, 88, 99, 111/) ptr => arr write(*,*) ptr ! Ausgabe: 55 66 77 88 99 111 ptr => arr(7:) write(*,*) ptr ! Ausgabe: 77 88 99 111 end program bsp |
Beispiel: "ragged array"
| Fortran 90/95-Code (free source form) |
program bsp
implicit none
type element
integer, dimension(:), pointer :: ptr
end type element
integer, dimension(5), target :: a = (/ 1, 2, 3, 4, 5 /)
integer, dimension(2), target :: b = (/ 99, 55 /)
integer, dimension(4), target :: c = (/ -11, -12, -13, -14 /)
integer :: i
type( element ), dimension(3) :: rarr
rarr(1)%ptr => a
rarr(2)%ptr => b
rarr(3)%ptr => c
do i = 1,3
write (*,*) "rarr(", i, "): ", rarr(i)%ptr
end do
! Ausgabe
! rarr( 1 ): 1 2 3 4 5
! rarr( 2 ): 99 55
! rarr( 3 ): -11 -12 -13 -14
end program bsp
|
Verkettete Listen
[Bearbeiten]In der Regel ist die Größe einer Liste vor ihrer Erstellung (zum Bsp. durch Einlesen einer Datei) nicht bekannt, was die Verwendung von Array erschwert. Dies lässt sich durch Pointer vereinfachen. Man unterscheidet dabei viele verschiedene Listentypen:
- linear und einfach verkettet: Diese Liste lässt sich nur in eine Richtung durchlaufen und das Ende hat keinen Bezug zum Anfang.
- zyklisch und einfachverkettet: Nur eine Durchlaufrichtung, aber das Ende ist mit dem Anfang verpointert. Nach dem vollständigen Durchlaufen beginnt man wieder am Anfang.
- linear und doppelt verkettet: Lineare Liste, in der jedes Element auf das nächste UND das vorherige zeigt. Der Durchlauf der Liste ist so in zwei Richtungen möglich. Der Anfang ist dabei nicht mit den Ende verpointert.
- zyklisch und doppelt verkettet: Zyklische Liste innerhalb derer zwei Durchlaufrichtungen zur Verfügung stehen.
Die Wahl des Listentyps richtet sich nach dem Verwendungszweck. Einfach verkettete Listen sind auch einfach in der Implementierung. Für den Zugriff entgegen der Durchlaufrichtung muss die Liste jedoch einmal vollständig durchlaufen werden, was den Rechenaufwand und vor allem die Rechenzeit erhöht. Sie eignen sich daher gut für einfache Aufgaben mit gerichteter Abarbeitung. Doppelt verkettete Listen lassen mehr Freiraum hinsichtlich ihr Durchlaufrichtung. Sie sind jedoch komplexer in Ihrer Implementierung und erhöhen den Speicheraufwand.
Anfügen von Listenelementen
[Bearbeiten]Beispiel: Lineare, einfach verkettete Liste (LIFO)
| Fortran 90/95-Code (free source form) |
module m1
implicit none
type node
integer :: id
character(5) :: value
type(node), pointer :: next => null()
end type
type(node), pointer :: first => null()
private ! Auf alle nachfolgenden Anweisungen kann von aussen nicht zugegriffen werden
public :: add_node, write_all, free_all ! Auf die Subroutinen add_node, write_all und free_all
! kann von aussen explizit zugegriffen werden,
! jedoch nicht auf innerhalb der Subroutinen
! deklarierte Datentypen
contains
subroutine add_node(id, str)
implicit none
integer, intent(in) :: id
character(5), intent(in) :: str
type(node), pointer :: new, tmp
! Speicher reservieren
allocate(new)
! Werte setzen
new%id = id
new%value = str
! Am Beginn der Liste einfügen
if (.not. associated(first)) then
first => new
else
tmp => first
first => new
first%next => tmp
end if
end subroutine add_node
subroutine write_all()
implicit none
type(node), pointer :: tmp
tmp => first
do
if (associated(tmp) .eqv. .FALSE.) exit
write(*,*)tmp%id, tmp%value
tmp => tmp%next
end do
end subroutine write_all
subroutine free_all()
implicit none
type(node), pointer :: tmp
do
tmp => first
if (associated(tmp) .eqv. .FALSE.) exit
first => first%next
deallocate(tmp)
end do
end subroutine free_all
end module m1
program bsp
use m1
implicit none
call add_node (1, "AAAAA")
call add_node (2, "BBBBB")
! ...
call add_node (150, "ZZZZZ")
call write_all
! Ausgabe:
! 150 ZZZZZ
! 2 BBBBB
! 1 AAAAA
call free_all ! Die verkettete Liste wird wieder freigegeben
end program bsp
|
Beispiel: Zyklische einfach verkettete Liste:
| Fortran 90/95-Code (free source form) |
module m1
implicit none
private
public: ...
type node
integer :: id
character(5) :: value
type(node), pointer :: next => null()
end type
type(node), pointer :: last => null() !externer Zeiger auf die zyklische Liste
... ! Vergleich oben, subroutine add_node(id, str)
subroutine add_node(id, str)
implicit none
integer, intent(in) :: id
character(5), intent(in) :: str
type(node), pointer :: new, tmp
! Speicher reservieren
allocate(new)
! Werte setzen
new%id = id
new%value = str
! Listen Elemente werden in Reihenfolge des Einlesen verpointert
if (.not. associated(last)) then
last => new
new%next => new ! das erste Element muss auf sich selbst zeigen für den zkylus
else
tmp => last
last => new
new%next => tmp%next
tmp%next => new
end if
end subroutine
...
|
Löschen von Listenelementen
[Bearbeiten]Für das Löschen eines Elementes aus einer Liste lässt sich eine kurze Subroutine schreiben, welche die Zeiger neu setzt und das Element löscht. Man kann dabei in einfach verketteten Listen nicht ohne größeren Aufwand das Element löschen, welches soeben in der Liste betrachtet wird, sondern nur das nachfolgende Element.
| Fortran 90/95-Code (free source form) |
SUBROUTINE del_next(pntr) TYPE(liste),POINTER :: pntr !Subroutine bekommt einen externen Pointer übergeben TYPE(liste),POINTER :: tmp => NULL() tmp => pntr ! pntr wird in tmp zwischengespeichert pntr => pntr%next ! pntr wird um zwei Positionen weitergesetzt pntr => pntr%next DEALLOCATE(tmp%next) ! tmp%next wird gelöscht tmp%next => pntr ! Verbindung wird neu gesetzt END SUBROUTINE |
Vektoren- und Matrizenrechnung
[Bearbeiten]
In Fortran95 können einige elementare Vektoren- und Matrizenoperationen sehr einfach ausgeführt werden.
Beispiel: Addition und Subtraktion von Vektoren (Matrizen)
| Fortran 90/95-Code (free source form) |
program bsp
implicit none
real, dimension(3) :: a = (/3, 2, -5/), b = (/1, -3, -1/)
write(*,*) "a+b: ", a+b
! Ausgabe: a+b: 4. -1. -6.
write(*,*) "a-b: ", a-b
! Ausgabe: a-b: 2. 5. -4.
end program bsp
|
Beispiel: Multiplikation eines Vektors (einer Matrix) mit einem Skalar
| Fortran 90/95-Code (free source form) |
program bsp
implicit none
real, dimension(3) :: a = (/3, 2, -5/)
write(*,*) "3.5*a: ", 3.5*a
! Ausgabe: 3.5*a: 10.5 7. -17.5
end program bsp
|
Beispiel: Skalarprodukt
| Fortran 90/95-Code (free source form) |
program bsp
implicit none
real, dimension(3) :: a = (/3, 2, -5/), b = (/1, -3, -1/)
real :: dot_product
write(*,*) "a.b: ", dot_product(a, b)
! Ausgabe: 2
end program bsp
|
Beispiel: Euklidische Norm eines Vektors
| Fortran 90/95-Code (free source form) |
program bsp
implicit none
real, dimension(3) :: x = (/3, 2, -5/)
real :: x_n
! Norm des Vektors x
x_n = sqrt(sum(x**2))
write(*,*) "Die Norm des Vektors (", x, ") beträgt: ", x_n
! Ausgabe: Die Norm des Vektors ( 3.0 2.0 -5.0 ) beträgt: 6.164414
end program bsp
|
Beispiel: Matrizenmultiplikation
| Fortran 90/95-Code (free source form) |
program bsp implicit none real, dimension(3,2) :: A = reshape( (/3., 2., 1., 1., 1., 2.5/), (/3, 2/) ) real, dimension(2,2) :: B = reshape( (/1., -3., -1., 5./), (/2, 2/) ) real, dimension(3,2) :: C C = matmul(A, B) write(*,*) "Matrix C =" write(*,*) C(1, :) write(*,*) C(2, :) write(*,*) C(3, :) ! Ausgabe: Matrix C = ! 0.000000 2.000000 ! -1.000000 3.000000 ! -6.500000 11.50000 end program bsp |
Beispiel: Transponierte Matrix
| Fortran 90/95-Code (free source form) |
program bsp implicit none real, dimension(2,2) :: A = reshape( (/3., 2., 1., -1.5/), (/2, 2/) ), AT AT = transpose(A) write(*,*) "A =" write(*,*) A(1, :) write(*,*) A(2, :) ! Ausgabe: A = ! 3.000000 1.000000 ! 2.000000 -1.500000 write(*,*) "AT =" write(*,*) AT(1, :) write(*,*) AT(2, :) ! Ausgabe: AT = ! 3.000000 2.000000 ! 1.000000 -1.500000 end program bsp |
Systemroutinen
[Bearbeiten]
Datum und Zeit
[Bearbeiten]Die Subroutine
date_and_time(datum,zeit)
liefert die Systemzeit in der Form YYYYMMTT und HHMMSS.SSS zurück. datum
und zeit sind Character von mindestens 8 bzw. 10 Zeichen Länge.
Die vom Programm verbrauchte Rechenzeit (Prozessorzeit) in Sekunden liefert die
Subroutine (zeit ist vom Typ Real)
cpu_time(zeit)
Zufallszahlen
[Bearbeiten]Die Subroutine
random_number(r)
schreibt gleichverteilte Zufallszahlen im Intervall [0,1) in eine Variable r vom Typ Real (Skalar oder Feld). Mit der Subroutine
random_seed()
kann der Zufallszahlengenerator (zufällig) initialisiert werden.
Kommandozeilenargumente
[Bearbeiten]Nicht unbedingt Standard, aber bei etlichen Fortran-Compilern doch als Standardfunktion implementiert, sind die Prozeduren iargc und getarg zum Erfragen der beim Programmstart mitgegebenen Kommandozeilenargumente.
Die Funktion
i = iargc()
liefert die Anzahl der Kommandozeilenargumente. Der Programmname selbst wird dabei nicht mitgezählt.
Die Subroutine
getarg(i, c)
liefert den Wert eines bestimmten Kommandozeilenargumentes. i gibt die Position vor (0 ...Programmname, 1 ... 1.Argument, etc.).
Der Parameter c ist vom Typ Character. Dort findet sich nach Abarbeitung der Subroutine der zu i gehörende Wert des Kommandozeilenargumentes.
Von der modularen zur objektorientierten Programmierung
[Bearbeiten]Module im Detail
[Bearbeiten]Die Bezeichnung des Schlüsselworts module weist schon darauf hin, dass Fortran 90/95 eine modulare Softwareentwicklung ermöglicht.
Modulare Programmierung
[Bearbeiten]Was ist modulare Programmierung? Modulare Programmierung
Das Modul-Konzept in Fortran 90/95 unterstützt diesen Ansatz vollständig. Das module-Konstrukt gliedert sich schematisch so
|
module ... |
|
|
|
end module ... |
Vor dem Datenbereich können noch einige Deklarationen (implicit none, save, etc.) eingefügt sein. Der Methodenbereich wird durch das Schlüsselwort contains angekündigt oder als Interface deklariert. Aber prinzipiell gilt, dass zusammengehörende Daten und die dazugehörenden Methoden (Unterprogramme) in einem Modul zusammengefasst werden.
Zugriffsteuerung
[Bearbeiten]Durch Angabe des Schlüsselworts private lässt sich die Sichtbarkeit von Datenelementen einschränken. Auf solcherart deklarierte Variablen läßt sich außerhalb des Moduls nicht zugreifen. public erlaubt den Zugriff auf entsprechend deklarierte Variablen auch von außerhalb. Zweiteres ist Standardverhalten und das Schlüsselwort public muss somit nicht explizit angegeben werden.
Beispiel:
| Fortran 90/95-Code (free source form) |
module mod_bsp
implicit none
save
! Datenbereich
real, private :: x = 1.2
real :: y = 9.8
contains
! Methodenbereich
real function addX (a)
real, intent (in) :: a
addX = x + a
end function addX
end module mod_bsp
program bsp
use mod_bsp
implicit none
write (*,*) "Ergebnis1 = ", addX (2.1)
write (*,*) "Ergebnis2 = ", y + 2.1
! Ausgabe:
! Ergebnis1 = 3.300000
! Ergebnis2 = 11.90000
! Folgendes geht nicht -> Fehlermeldung:
! write (*,*) "Ergebnis3 = ", x + 2.1
! 1) x ist private und somit außerhalb des Moduls nicht bekannt
! 2) auch im Hauptprogramm selbst ist kein x deklariert (implicit none,
! es wäre ohnehin nicht die gleiche Variable wie im Modul mod_bsp)
end program bsp
|
Rein formal läßt sich der Zugriff auf die Daten und/oder Methoden eines Moduls (module procedures) auch auf andere Arten einschränken, z.B.
module mod_bsp implicit none save private :: x ! , .... real :: x = 1.2, y = 9.8 ! ...
oder
module mod_bsp implicit none save private public :: y, addX ! , ... real :: x = 1.2, y = 9.8 ! ...
Datenkapselung, COMMONS-Ersatz: Module als Datenbereich
[Bearbeiten]
Module als reinen Datenbereich zu nutzen ist vor allem dann interessant, wenn aus mehreren Programmeinheiten auf die gleichen Daten zugegriffen werden muss, jedoch die zugreifenden Unterprogramme nicht wirklich modulspezifisch sind und dementsprechend nicht als Bestandteil des Moduls angelegt werden.
Beispiel:
| Fortran 90/95-Code (free source form) |
module konstanten real, parameter :: PI = 3.141593 real, parameter :: E = 2.718282 end module konstanten ! Hauptprogramm program bsp use konstanten implicit none real :: kreisflaeche write(*,*) 'PI = ', PI write(*,*) 'E = ', E write(*,*) 'Kreisflaeche fuer r=2.1 = ', kreisflaeche(2.1) call calcPiMalE end program bsp ! Unterprogramm 1 real function kreisflaeche(r) use konstanten implicit none real, intent (in) :: r kreisflaeche = r**2 * PI end function kreisflaeche ! Unterprogramm 2 subroutine calcPiMalE() use konstanten implicit none write (*,*) 'PI * E = ', PI * E end subroutine calcPiMalE ! Ausgabe: ! PI = 3.141593 ! E = 2.718282 ! Kreisflaeche fuer r=2.1 = 13.85442 ! PI * E = 8.539735 |
Datenabstraktion: Zusammenfassung von Daten und Methoden in einem Modul
[Bearbeiten]
Sind Daten und Unterprogramme als zusammengehörend zu betrachten, so ist es sinnvoll diese auch gemeinsam in einem Modul abzulegen. Ein Vorteil dabei ist, dass somit die Zugriffssteuerung gezielt eingesetzt werden kann. Moduldaten, die nicht von außerhalb des Moduls geändert werden dürfen, werden als private deklariert. Der Zugriff auf diese Daten kann dann nur noch mittels Methoden des Moduls erfolgen.
Beispiel:
| Fortran 90/95-Code (free source form) |
module kreis
implicit none
save
real, parameter :: PI = 3.141593
real, private :: r = 0.0
contains
subroutine setR(val)
real, intent(in) :: val
r = val
end subroutine setR
real function getR()
getR = r
end function getR
real function kreisflaeche()
kreisflaeche = r**2 * PI
end function kreisflaeche
end module kreis
! Hauptprogramm
program bsp
use kreis
implicit none
call setR(5.0)
write (*,*) "r = ", getR()
write (*,*) "Flaeche = ", kreisflaeche()
call sub1(5.0)
end program bsp
! Unterprogramm
subroutine sub1(val)
use kreis
implicit none
real, intent(in) :: val
call setR(val*2.56)
write (*,*) "r = ", getR()
write (*,*) "Flaeche = ", kreisflaeche()
end subroutine sub1
! Ausgabe:
! r = 5.
! Flaeche = 78.539825
! r = 12.799999
! Flaeche = 514.7185
|
Modul und Datenverbund
[Bearbeiten]
Das Schlüsselwort private darf in einem Datenverbund nur in Verbindung mit einem Modul Anwendung finden. Einerseits kann die Sichtbarkeit aller Variablen im Datenverbund eingeschränkt werden. Anderseits kann auch der Datenverbund selbst als private deklariert werden. Ein Zugriff auf derart deklarierte Datenelemente ist dann nur noch durch Unterprogramme des gleichen Moduls möglich. Standardmäßig sind sowohl Datenverbund als auch seine Einzelkomponenten, so wie alle anderen nicht zugriffsbeschränkten Datenelemente, in einem Modul öffentlich (public).
Beispiel: Öffentlicher Datenverbund
| Fortran 90/95-Code (free source form) |
module mod1
save
type :: tripel
real:: x, y, z
end type tripel
end module mod1
program bsp
use mod1
implicit none
type(tripel) :: tr = tripel(10.5, 0.0, -6.5)
write(*, *) tr
! Ausgabe:
! 10.5 0.0 -6.5
end program bsp
|
Beispiel: Öffentlicher Datenverbund mit privaten Datenelementen
| Fortran 90/95-Code (free source form) |
module mod1
save
type :: tripel
private
real:: x, y, z
end type tripel
contains
subroutine createTripel(this, valX, valY, valZ)
type(tripel) :: this
real, intent(in) :: valX, valY, valZ
this%x = valX
this%y = valY
this%z = valZ
end subroutine createTripel
subroutine writeTripel(this)
type(tripel) :: this
write(*,*) this
end subroutine writeTripel
end module mod1
program bsp
use mod1
implicit none
type(tripel) :: tr
call createTripel(tr, 10.5, 0.0, -6.5)
call writeTripel(tr)
! Ausgabe:
! 10.50000 0.000000 -6.500000
end program bsp
|
Beispiel: Privater Datenverbund
| Fortran 90/95-Code (free source form) |
module mod1
save
type, private :: tripel
real :: x = 0.0, y=0.0, z=0.0
end type tripel
type(tripel), private :: t
contains
subroutine changeTripel(valX, valY, valZ)
real, intent(in) :: valX, valY, valZ
t = tripel(valX, valY, valZ)
end subroutine changeTripel
subroutine writeTripel()
write (*,*) t
end subroutine writeTripel
end module mod1
program bsp
use mod1
implicit none
! Hier könnte z.B. keine Variable vom Typ "triple" angelegt werden, da in dieser PE nicht
! sichtbar (privater Datenverbund des Moduls mod1)
call writeTripel
! Ausgabe:
! 0.0 0.0 0.0
call changeTripel(10.5, -5.0, -3.5)
call writeTripel
! Ausgabe:
! 10.5 -5. -3.5
call unterprogramm
! Ausgabe:
! 10.5 -5. -3.5
end program bsp
subroutine unterprogramm
use mod1
call writeTripel
end subroutine unterprogramm
|
- Dieses Beispiel scheint auf den ersten Blick im Gegensatz zu den beiden vorherigen Varianten unnötige Einschränkungen aufzuweisen. Im Haupt- und Unterprogramm können keine Variablen des Typs
tripelangelegt werden. Im Modul wird immer auf die gleiche Variabletzugegriffen. Das gewählte Beispiel könnte somit als Singleton beschrieben werden. Es ist außerhalb des Moduls sichergestellt, dass immer nur ein Tripel existiert. Singletons werden auch in der objektorientierten Softwareentwicklung verwendet. Daneben sind auch andere Situationen vorstellbar, in denen sich das Konzept eines privaten Datenverbunds als nützlich erweisen kann.
Die Schnittstelle: Das Modul als Unterprogrammbibliothek
[Bearbeiten]
Ein Modul kann als Sammelstelle für Unterprogramme dienen - quasi eine Bibliothek für häufig und in verschiedenen Kontexten benötigte Prozeduren.
Vorteile:
- Ordnung
- Modul kann in eine eigenständige Datei ausgelagert werden.
- Parameter-Datentypüberprüfung.
Beispiel: Parameter-Datentypüberprüfung
| ohne Modul | mit Modul |
|---|---|
program bsp implicit none integer :: zahl = 5 call unterprogramm(zahl) end program bsp subroutine unterprogramm(a) implicit none real, intent(in) :: a write (*,*) a end subroutine unterprogramm |
module test
contains
subroutine unterprogramm(a)
implicit none
real, intent(in) :: a
write (*,*) a
end subroutine unterprogramm
end module test
program bsp
use test
implicit none
integer :: zahl = 5
call unterprogramm(zahl)
end program bsp
|
Die Datenausgabe zur Programmlaufzeit liefert jeweils einen fehlerhaften Wert. |
Bereits beim Compilieren tritt eine Fehlermeldung auf, z.B. bei g95: In file ....f90:20
call unterprogramm(zahl)
1
Error: Type mismatch in parameter 'a' at (1). Passing INTEGER(4) to REAL(4)
Das Programm lässt sich so nicht compilieren. |
Der Schnittstellenblock: interface
[Bearbeiten]Fortran 90/95 kennt das Sprachkonstrukt interface, welches sich in vielerlei Hinsicht nutzbringend verwenden läßt. Schnittstellenblöcke sind modulunabhängig verwendbar.
interface [name] [interface-Spezifikationsteil] end interface [name] |
Der interface-Spezifikationsteil beinhaltet nur diejenigen Informationen, die für die Deklaration der Schnittstelle relevant sind (z.B. Unterprogrammbezeichnung, Variablendeklaration). Die genaue Festlegung der Unterprogramme (inkl. Ausführungsteil) erfolgt dann außerhalb des Schnittstellenblocks. Ein wesentliches Merkmal des Schnittstellenblocks ist die penible Überprüfung der Unterprogrammparameterdatentypen, so wie das auch beim Einsatz von Modulen geschieht.
Beispiel: Parameter-Datentypüberprüfung
| ohne Schnittstellenblock | mit Schnittstellenblock |
|---|---|
program bsp implicit none integer :: zahl = 5 call unterprogramm(zahl) end program bsp subroutine unterprogramm(a) implicit none real, intent(in) :: a write (*,*) a end subroutine unterprogramm |
program bsp
implicit none
integer :: zahl = 5
interface
subroutine unterprogramm(a)
real, intent(in) :: a
end subroutine unterprogramm
end interface
call unterprogramm(zahl)
end program bsp
subroutine unterprogramm(a)
implicit none
real, intent(in) :: a
write (*,*) a
end subroutine unterprogramm
|
Die Datenausgabe zur Programmlaufzeit liefert jeweils einen fehlerhaften Wert. |
Bereits beim Compilieren tritt eine Fehlermeldung auf, z.B. bei gfortran: In file ....f90:15
call unterprogramm(zahl)
1
Error: Type/rank mismatch in argument 'a' at (1)
Das Programm lässt sich so nicht compilieren. |
Generische Unterprogrammschnittstelle
[Bearbeiten]Fortran 90/95 ermöglicht generische Methoden. Die im Schnittstellenblock deklarierten Unterprogramme können damit über den gleichen Unterprogrammnamen aufgerufen werden. Intern erfolgt dann der Aufruf des jeweils passenden Unterprogramms durch die Unterschiede der Datentypen der Unterprogrammparameter. Mittel zum Zweck ist der benannte Schnittstellenblock.
Beispiel:
| Fortran 90/95-Code (free source form) |
program bsp
implicit none
interface gensub
subroutine writeReal(val)
real, intent(in) ::val
end subroutine writeReal
subroutine writeInteger(val)
integer, intent(in) ::val
end subroutine writeInteger
subroutine writeCharacter(val)
character, intent(in) :: val
end subroutine writeCharacter
end interface gensub
call gensub(5.5)
call gensub(3)
call gensub("H")
call writeCharacter("X")
! Ausgabe:
! Real-Wert = 5.500000
! Integer-Wert = 3
! Zeichen = H
! Zeichen = X
end program bsp
subroutine writeReal(val)
real, intent(in) ::val
write (*,*) "Real-Wert = ", val
end subroutine writeReal
subroutine writeInteger(val)
integer, intent(in) ::val
write (*,*) "Integer-Wert = ", val
end subroutine writeInteger
subroutine writeCharacter(val)
character, intent(in) ::val
write (*,*) "Zeichen = ", val
end subroutine writeCharacter
|
Operatorüberladung
[Bearbeiten]Fortran 90/95 verwendet von Haus aus Operatorüberladung. So können z.B. Variablen arithmetischen Datentyps einfach miteinander addiert werden:
c = a + b
Dieser Ausdruck funktioniert unabhängig davon, ob die Variablen vom Typ Ganzzahl oder Gleitkommzahl sind. Und auch für Felder funktioniert diese einfache Form der Addition. Die einzelnen Feldkomponenten werden korrekt addiert. Das ist in anderen Programmiersprachen nicht selbstverständlich. Zusätzlich kann in Fortran 90/95 auch der Programmierer mit Hilfe von Schnittstellenblöcken sogenannte defined operations festlegen.
Beispiel:
| Fortran 90/95-Code (free source form) |
program bsp
implicit none
interface operator (.PLUS.)
function charAdd(c1, c2)
character, intent(in) :: c1, c2
character(len=2) :: charAdd
end function charAdd
end interface operator (.PLUS.)
! "Addition" mittels definiertem .PLUS.-Operator
write (*,*) "c1 .PLUS. c2 = ", "A" .PLUS. "B"
! oder auch mittels Funktion
write (*,*) "charAdd () = ", charAdd("A", "B")
! Ausgabe:
! c1 .PLUS. c2 = AB
! charAdd () = AB
end program bsp
function charAdd(c1, c2)
implicit none
character, intent(in) :: c1, c2
character(len=2) :: charAdd
charAdd = c1 // c2
end function charAdd
|
Beispiel: nur mit gfortran compilierbar, nicht mit g95 oder ifort
| Fortran 90/95-Code (free source form) |
module mod
type :: tripel
real x, y, z
end type
end module mod
program bsp
use mod
implicit none
interface operator (*)
function tripelMult(t1, t2)
type(tripel), intent(in) :: t1, t2
type(tripel) :: tripelMult
end function tripelMult
end interface operator (*)
! Multiplikation mittels überladenem *-Operator
write (*,*) "t1 * t2 =", tripel(2.0, 3.0, 4.0) * tripel(1.5, 0.5, 2.0)
! oder auch mittels Funktion
write (*,*) "tripelMult () =", tripelMult(tripel(2.0, 3.0, 4.0), tripel(1.5, 0.5, 2.0))
! Ausgabe:
! t1 * t2 = 3.000000 1.500000 8.000000
! tripelMult () = 3.000000 1.500000 8.000000
end program bsp
function tripelMult(t1, t2)
use mod
implicit none
type(tripel), intent(in) :: t1, t2
type(tripel) :: tripelMult
tripelMult = tripel(t1%x * t2%x, t1%y*t2%y, t1%z*t2%z)
end function tripelMult
|
Bei der Verwendung von defined operations sind jedoch einige Bedingungen zu beachten.
Neben den defined operations (interface operator) gibt es auch noch defined assignments (interface assignment) für die Überladung des Zuweisungsoperators.
Schnittstellenblock und Modul
[Bearbeiten]Beim vorigen Beispiel bestand das Problem, dass nur einer der getesteten Compiler eine ausführbare Datei zu Stande brachte. Abhilfe schaffen kann die Verlagerung des Schnittstellenblocks in das Modul unter Zuhilfenahme von module procedure.
Beispiel: Diesen Programmcode schlucken sowohl gfortran, g95 als auch ifort problemlos
| Fortran 90/95-Code (free source form) |
module mod
type :: tripel
real x, y, z
end type
interface operator (*)
module procedure tripelMult
end interface operator (*)
contains
function tripelMult(t1, t2)
implicit none
type(tripel), intent(in) :: t1, t2
type(tripel) :: tripelMult
tripelMult = tripel(t1%x * t2%x, t1%y*t2%y, t1%z*t2%z)
end function tripelMult
end module mod
program bsp
use mod
implicit none
! Multiplikation mittels überladenem *-Operator
write (*,*) "t1 * t2 =", tripel(2.0, 3.0, 4.0) * tripel(1.5, 0.5, 2.0)
! oder auch mittels Funktion
write (*,*) "tripelMult () =", tripelMult(tripel(2.0, 3.0, 4.0), tripel(1.5, 0.5, 2.0))
! Ausgabe:
! t1 * t2 = 3.000000 1.500000 8.000000
! tripelMult () = 3.000000 1.500000 8.000000
end program bsp
|
Unterprogramme: Die Übergabe optionaler und benannter Parameter
[Bearbeiten]Der Einsatz optionaler Parameter wurde bereits im Kapitel Unterprogramme abgehandelt. Zusätzlich unterstützt Fortran 90/95 auch die Verwendung von benannten Parametern (argument keywords). Dazu ist es erforderlich, dass das Unterprogramm ein explizites Interface aufweist, wie das z.B. bei Einbindung von Unterprogrammen in Module automatisch der Fall ist.
Beispiel:
| Fortran 90/95-Code (free source form) |
module m1
contains
subroutine abc( var1, var2 )
implicit none
integer, intent( in ) :: var1, var2
write( *, * ) var1, var2
end subroutine abc
end module m1
program bsp
use m1
implicit none
call abc( 12, 99 )
call abc( var2 = 99, var1 = 12 )
call abc( var2 = 12, var1 = 99 )
call abc( 12, var2 = 99 )
! call abc( var1 = 12, 99 ) ! so funktioniert das nicht
! Ausgabe:
! 12 99
! 12 99
! 99 12
! 12 99
end program bsp
|
Sonstiges
[Bearbeiten]use modulbezeichnung, only : modulelementeuse modulbezeichnung => bezeichnung
Objektorientierte Programmierung
[Bearbeiten]Modulares Programmieren reißt heutzutage niemanden mehr vom Hocker und selbst objektorientierte Konzepte sind seit spätestens Ende der 80-Jahre des vergangenen Jahrhunderts Stand der Technik. Im akademischen Bereich waren diese Dinge natürlich schon früher bekannt. Fortran hat in diesem Bereich also nie eine Vorreiterrolle inne gehabt. Nach jeweils kurzen Nachdenkphasen haben aber die Fortran-Leute unerschrocken auch in diesem Bereich nachgezogen.
Fortran bildet also aufgrund seiner langen Geschichte ein weites Spektrum der Programmierparadigmen ab: vom prozeduralen Programmieren (FORTRAN 77) über das modulare Programmieren (Fortran 90/95) hin zum objektorientierten Programmieren (Fortran 2003).
Fortran 90/95 ist keine typisch objektorientierte Sprache. Trotzdem lässt sich mit den modularen Spracheigenschaften von Fortran 90/95 bereits in weiten Bereichen Objektorientierung simulieren beziehungsweise nachbauen. Aber erst mit Fortran 2003 lässt sich wirklich komfortabel objektorientiert programmieren. Diese Fortran-Version wirbt dann auch „offiziell“ mit diesem Merkmal.
Welche Eigenschaften verbindet man typischerweise mit Objektorientierung? Da wären
- Klassen - Datenkapselung und Datenabstraktion
- Objekte
- Vererbung
- Statische Polymorphie: Überladen von Funktionen (und Operatoren)
- Run-Time-Polymorphie
Welche dieser Merkmale bietet Fortran 90/95 von Haus aus und was läßt sich relativ einfach nachbauen?
Klassen - Datenkapselung und Datenabstraktion
[Bearbeiten]Was ist eine Klasse?
Ein Fortran 90/95-Modul sieht sehr ähnlich aus wie eine Klasse in der objektorientierten Programmierung und ist dementsprechend auch Ausgangspunkt für den objektorientierten Ansatz in Fortran 90/95.
| Klasse | Fortran 90/95 | |||
|---|---|---|---|---|
|
module ... ! Datenbereich contains ! Methodenbereich end module ... |
Einen grundlegenden Mechanismus zum Schreiben objektorientierter Programme stellt Fortran 90/95 somit in Form der Module zur Verfügung. Jetzt stellt sich aber die Frage, wie diese Klasse instantiiert werden soll. Das wird im Abschnitt Objekte gezeigt.
Objekte
[Bearbeiten]Was sind Objekte? Objekt (Programmierung)
Ein einfaches Modul mit ein paar konventionellen Datenelementen und Prozeduren ist noch keine Klasse, aus der Objekte zu erzeugen wären. Dazu bedarf es noch eines Unterscheidungskriteriums zwischen den einzelnen Objekten. Dieses Unterscheidungskriterium kann, wie auch schon früher im Teilkapitel Modul und Datenverbund gezeigt, mittels Datenverbund hergestellt werden. Die Objekte werden somit nicht über den Modulnamen als Klasse angesprochen, sondern über die Datenverbund-Bezeichnung. Auch das ist keine neue Erkenntnis, sondern eine geschickte Ausnutzung eines Mechanismus, den Fortran 90/95 standardmäßig mit Modulen und Datenverbund zur Verfügung stellt.
Beispiel:

| Fortran 90/95-Code (free source form) |
module tripelClass
implicit none
save
type :: tripel
real:: x, y, z
end type tripel
contains
subroutine write(this)
type(tripel), intent(in) :: this
write(*, *) "********** Tripel **********"
write(*, *) this
end subroutine
end module tripelClass
program bsp
use tripelClass
implicit none
type(tripel) :: obj1 = tripel(1.5, 0.0, -6.5)
type(tripel) :: obj2 = tripel(2.5, 1.0, -4.5)
type(tripel) :: obj3 = tripel(3.5, 2.0, -2.5)
call write(obj1)
call write(obj2)
call write(obj3)
! Ausgabe:
! ********** Tripel **********
! 1.500000 0.000000 -6.500000
! ********** Tripel **********
! 2.500000 1.000000 -4.500000
! ********** Tripel **********
! 3.500000 2.000000 -2.500000
end program bsp
|
Weitere wichtige Elemente beim Erzeugen und Zerstören von Objekten sind in der OOP die sogenannten Konstruktoren und Destruktoren.
Was sind Konstruktoren und Destruktoren? Konstruktoren und Destruktoren
Konstruktoren und Destruktoren kennt Fortran 90/95 natürlich nicht. Im Bedarfsfall sind diese Elemente also mittels konventioneller Unterprogramme nachzubilden und dann jeweils explizit in den entsprechenden Programmabschnitten, nach Erzeugung beziehungsweise beim Abbau des jeweiligen Objektes, manuell aufzurufen.
Vererbung
[Bearbeiten]Was ist Vererbung? Vererbung (Programmierung)
Das OOP-Prinzip „Vererbung“ ist in Fortran 90/95 nur über Umwege realisierbar. Fortran 90/95 kennt konzeptionsbedingt für diesen Zweck keinen einfachen programmtechnischen Mechanismus. Nachfolgend wird anhand eines kleinen und überschaubaren Beispiels eine mögliche Lösung demonstriert.
Beispiel:

| Fortran 90/95-Code (free source form) |
module tripelClass
implicit none
save
type :: tripel
real:: x, y, z
end type tripel
contains
subroutine write(this)
type(tripel), intent(in) :: this
write(*, *) "********** Tripel **********"
write(*, *) this
end subroutine
end module tripelClass
module coordClass
use tripelClass
implicit none
save
type :: coord
type(tripel) :: tr
integer :: id
end type
contains
subroutine constructCoord(this, t, i)
implicit none
type(coord), intent(out) :: this
type(tripel), intent(in) :: t
integer :: i
this%tr = t
this%id = i
end subroutine constructCoord
subroutine writeCoord(this)
implicit none
type(coord), intent(in) :: this
write(*, "(A, I5, A)") "******************* KOORDINATE ", this%id, " *******************"
call write(this%tr)
end subroutine writeCoord
end module coordClass
program bsp
use coordClass
implicit none
type(coord) :: obj1 = coord(tripel(1.5, 0.0, -6.5), 1005)
type(coord) :: obj2 = coord(tripel(2.5, 1.0, -4.5), 1006)
type(coord) :: obj3 = coord(tripel(3.5, 2.0, -2.5), 1007)
call writeCoord(obj1)
call writeCoord(obj2)
call writeCoord(obj3)
! Ausgabe:
! ******************* KOORDINATE 1005 *******************
! ********** Tripel **********
! 1.500000 0.000000 -6.500000
! ******************* KOORDINATE 1006 *******************
! ********** Tripel **********
! 2.500000 1.000000 -4.500000
! ******************* KOORDINATE 1007 *******************
! ********** Tripel **********
! 3.500000 2.000000 -2.500000
end program bsp
|
Statische Polymorphie: Überladen von Funktionen (und Operatoren)
[Bearbeiten]Das Überladen von Funktionen und Operatoren unterstützt Fortran 90/95 wiederum standardmäßig. Diese Konzepte wurden schon in den Abschnitten
kurz erläutert.
Run-Time-Polymorphie
[Bearbeiten]Polymorphie zur Laufzeit eines Programmes ist mit den Mitteln von Fortran 90/95 nur einigermaßen aufwendig und kompliziert nachzubauen, jedoch prinzipiell möglich. Es sei zu diesem Thema auf die weiterführende Literatur verwiesen.
Ausblick
[Bearbeiten]Sind die Methoden zur Nachbildung objektorientierter Mechanismen auch in Fortan 2003 verwendbar? Prinzipiell schon, jedoch bietet Fortran 2003 bessere und erweiterte Möglichkeiten zur Behandlung dieses Themas. Dort wurde nämlich das Prinzip des Datenverbunds wesentlich erweitert. Ein type-Block kann dann neben den Datenelementen auch Unterprogramme beinhalten, das Schlüsselwort extends zwecks Vererbungmechanismus ist vorhanden, etc. Das in Fortran 90/95 als Datenbund/Struktur verwendbare type-Konstrukt wurde also in Fortran 2003 zu einer Klasse, ähnlich wie es in anderen Programmierspachen unter der Bezeichnung class bekannt ist, aufgerüstet.
Literatur
[Bearbeiten]Quellen
[Bearbeiten]Weiterführende Literatur
[Bearbeiten]- Decyk, Norton, Szymanski: Introduction to Object-Oriented Concepts Using Fortran90, 1996
- Decyk, Norton, Szymanski: How to Express C++ Concepts in Fortran90. 1997
- Decyk, Norton, Szymanski: How to Support Inheritance and Run-Time Polymorphism in Fortran90, 1998
- Decyk, Norton: A Simplified Method for Implementing Run-Time Polymorphism in Fortran95, 2004
- Decyk, Gardner: Object-Oriented Design Patterns in Fortran95, 2006
Offizielle Fortran 95-Erweiterungen
[Bearbeiten]
Hier sind jene ISO/IEC-Standards angeführt, die nicht Teil des Original-Fortran 95-Standards sind, sondern erst später als offizielle Fortran 95-Erweiterungen formuliert wurden. Etliche Fortran 95-Compiler bieten diese Features derzeit noch nicht oder nur teilweise.
Floating-point Exceptions
[Bearbeiten]Im Fortran 2003-Standard sind Module betreffend IEEE 754-Standard (IEEE Standard for Binary Floating-Point Arithmetic) enthalten. Näheres dazu wird im Fortran 2003-Kapitelabschnitt Die intrinsischen IEEE-Module beschrieben.
Allocatable Components
[Bearbeiten]Diese Erweiterung bezieht sich auf das Schlüsselwort allocatable. In Standard-Fortran 90/95 ist die dynamische Allokation von Speicherplatz für Felder mit dem Attribut allocatable eigentlich nur in einem lokalen Kontext möglich. Der Technical Report 15581 fordert, dass solche Felder darüber hinaus auch in den Anwendungsbereichen
- Rückgabewert von Funktionen
- Unterprogrammparameter
- Feldelemente in Datenverbunden
uneingeschränkt verwendbar sein sollen.
Die Enhanced Data Type Facilities werden bereits standardmäßig vom aktuellen gfortran- und ifx-Compiler unterstützt (Fortran 2003 und spätere, Stand: August 2025). Mit dem -std=f95-Compiler-Schalter funktionieren folgende Programme mit gfortran nicht.
Beispiel: Rückgabewert
| Fortran 90/95-Code (free source form) |
program bsp
implicit none
write ( *, * ) fun_all( 5 )
write ( *, * ) fun_all( 7 )
! Ausgabe:
! 1 2 3 4 5
! 1 2 3 4 5 6 7
contains
function fun_all( n )
implicit none
integer, dimension( : ), allocatable :: fun_all
integer, intent( in ) :: n
integer :: j, st
allocate( fun_all( n ), stat = st )
if( st == 0 ) then
forall( j = 1 : n )
fun_all(j) = j
end forall
else
write( *, * ) "Allocate-Fehler"
end if
end function fun_all
end program bsp
|
Beispiel: Unterprogrammparameter
| Fortran 90/95-Code (free source form) |
program bsp
implicit none
integer, dimension( : ), allocatable :: dynarr
integer :: j
allocate( dynarr( 3 ) )
forall( j = 1 : 3 )
dynarr( j ) = j * 2
end forall
call fun_all( dynarr )
write( *, * ) "Out: ", dynarr
deallocate( dynarr )
allocate( dynarr( 5 ) )
forall( j = 1 : 5 )
dynarr( j ) = j * 3
end forall
call fun_all( dynarr )
deallocate( dynarr )
! Ausgabe:
! Argument: 2 4 6
! (De)Allocate im UP: 88 99
! Out: 88 99
! Argument: 3 6 9 12 15
! (De)Allocate im UP: 88 99
contains
subroutine fun_all( a )
implicit none
integer, dimension( : ), allocatable, intent( inout ) :: a
write( *, * ) "Argument:", a
deallocate( a )
allocate( a (2) )
a(1) = 88
a(2) = 99
write( *, * ) "(De)Allocate im UP:", a
end subroutine fun_all
end program bsp
|
Mit Standard-Fortran 90/95 könnten sie zwar das allozierte Feld als Parameter aus dem Hauptprogramm an das Unterprogramm übergeben, dort wäre es aber nicht als allocatable kennzeichenbar und somit im Unterprogramm nicht in der gezeigten Art und Weise (de)allozierbar. Mittels Standardkonformitäts-Compileroptionen, z.B.
- Intel Fortran Compiler:
-stand - gfortran:
-std=f95
ist überprüfbar, welche Möglichkeiten Standard-Fortran bietet und welche Eigenschaften den Erweiterungen zuschreibbar sind.
Beispiel: allocatable array im Datenverbund
| Fortran 90/95-Code (free source form) |
program bsp
implicit none
type struktur
integer :: nr
integer, dimension( : ), allocatable :: arr
end type struktur
type( struktur ) :: a1, a2
allocate( a1%arr( 5 ) )
allocate( a2%arr( 2 ) )
a1%nr = 9453
a1%arr(1) = 1
a1%arr(5) = 5
a2%nr = 9454
a2%arr(1) = 11
a2%arr(2) = 22
write ( *, * ) "a1 =" , a1%nr, a1%arr
write ( *, * ) "a2 =", a2%nr, a2%arr
! Ausgabe:
! a1 = 9453 1 0 0 0 5
! a2 = 9454 11 22
end program bsp
|
Programmaufbau
[Bearbeiten]
Programmaufbau und Zeilenformat
[Bearbeiten]Der grundlegende Programmaufbau und das Zeilenformat von Fortran 90/95 wurden in Fortran 2003 beibehalten. Neben der free source form ist aus Kompatibilitätsgründen auch noch immer die alte, aus FORTRAN 77 bekannte, fixed source form gültig.
Eine Zeile darf auch in Fortran 2003 bei Verwendung der free source form standardmäßig maximal 132 Zeichen beinhalten. Ein symbolischer Name darf nun höchstens 63 Zeichen lang sein. Eine Anweisung darf sich maximal über 256 Zeilen erstrecken. Das Zeilenfortsetzungszeichen ist wie in Fortran 90/95 das Kaufmanns-Und: &. Mit Fortran 2023 wurden diese Beschränkungen deutlich aufgeweicht. Eine Zeile darf nun 10000 Zeichen enthalten. Eine Anweisung darf nun insgesamt aus 1 Mio. Zeichen bestehen.
Zeichenvorrat
[Bearbeiten]Der Fortran 2003-Zeichenvorrat wurde gegenüber Fortran 90/95 erweitert:
| Großbuchstaben: | A bis Z |
| Kleinbuchstaben: | a bis z |
| Ziffern: | 0 bis 9 |
| FORTRAN 77-Sonderzeichen: | + - * / = ( ) : , . ' $ und Leerzeichen |
| Fortran 90/95-Sonderzeichen: | _ ! ? " & ; < > |
| Fortran 2003-Sonderzeichen: | \ [ ] { } ~ ` ^ | # @ |
|
Anwendungsgebiet der neu hinzugekommenen Zeichen
[Bearbeiten]Von den in Fortran 2003 neu zugefügten Zeichen haben nur die eckigen Klammern einen konkreten Anwendungsbereich als Kennzeichnung von Feldkonstruktoren. Ein Feldkonstruktor darf neben der aus Fortran 95 bekannten Form
(/ werte /)
nun auch mit eckigen Klammern geschrieben werden
[ werte ]
Beispiel:
| Fortran 2003 (oder neuer)-Code |
! bsp.f03 program bsp implicit none integer, dimension( 3 ) :: a = [ 20, 33, 55 ] integer, dimension( 2 ) :: b = (/ 44, 55 /) write( *, *) a write( *, *) b ! Ausgabe: ! 20 33 55 ! 44 55 end program bsp |
Kompilieren, linken:
gfortran -o bsp bsp.f03
Der Block
[Bearbeiten]Das Block-Konstrukt kam mit Fortran 2008 hinzu.
Beispiel:
| Fortran 2003 (oder neuer)-Code |
program block
implicit none
real :: a
a = 3.1415
block
real :: a
a = 2.7182
print *, a
end block
print *, a
end program block
|
Ausgabe:
2.71819997 3.14150000
Datentypen
[Bearbeiten]
Intrinsische Datentypen
[Bearbeiten]Die aus Fortran 90/95 bekannten intrinsischen Datentypen sind weiterhin uneingeschränkt gültig.
| Datentyp | Kommentar |
|---|---|
| integer | Ganzzahlen |
| real | Reelle Zahlen einfacher Genauigkeit |
| (double precision) | Reelle Zahlen doppelter Genauigkeit |
| complex | Komplexe Zahlen |
| logical | Logischer Datentyp (.true., .false.) |
| character | Zeichen(kette) |
Im Umfeld des character-Datentyps gab es einige Ergänzungen:
- Unterstützung internationaler Zeichensätze in Rahmen der ISO 10646-Norm ( Universal Coded Character Set). Im Kapitel iso_fortran_env ist ein kleines Beispiel zu diesem Thema zu finden.
- Die Funktion
selected_char_kindist neu. Ihre Funktionsweise ist äquivalent zu den bereits aus Fortran 90/95 bekannten Funktionenselected_int_kindundselected_real_kind. - Zeichenkette (String) mit variabler Länge von Zeichen:
character(:), allocatable
Ein Beispiel mit einem String variabler Länge:
| Fortran 2003 (oder neuer)-Code |
program bsp implicit none character(:), allocatable :: str str = "Hallo" print *, str print *, "Laenge = ", len(str), " Zeichen" ! Ausgabe: ! Hallo ! Laenge = 5 Zeichen str = "Hallo, Welt" print *, str print *, "Laenge = ", len(str), " Zeichen" ! Ausgabe: ! Hallo, Welt ! Laenge = 11 Zeichen end program bsp |
Ab Fortran 2008 kann auf den Real- und Imaginärteil von komplexen Zahlen mittels %-Datenverbund-Zeichen zugegriffen werden:
| Fortran 2003 (oder neuer)-Code |
program bsp implicit none complex :: img img%re = 1.5 img%im = img%re + 2.5 print *, img ! Ausgabe ! (1.50000000,4.00000000) end program bsp |
Dies gilt uneingeschränkt für Intels ifx (2025.2), dem AOCC-Compiler (flang, 2024_09_24) und gfortran (14.2.0, 2024).
Enumeration
[Bearbeiten]Mit Fortran 2003 sind auch in dieser Programmiersprache Enumerationen (Aufzählungstypen) möglich. Die Werte in einer solchen Enumeration besitzen einen integer-Datentyp.
enum, bind( C ) enumerator :: wert(e) // ... end enum |
Die von C-Enumerationen bekannten Eigenschaften gelten gleichermaßen für Fortran-Enumerationen, z.B.:
- ohne explizite Zuweisung von Werten wird mit dem Wert 0 gestartet.
- ohne explizite Zuweisung von Werten wird in der Anordnungsreihenfolge der Elemente sukzessiv immer um 1 hochgezählt.
- Wurde dem Vorgängerelement eine Ganzzahl zugewiesen, dem Element jedoch nicht, so ist der Wert dieses Elementes die dem Vorgängerelement zugeordnete Ganzzahl + 1.
Beispiel:
| Fortran 2003 (oder neuer)-Code |
program bsp
implicit none
integer :: wert
enum, bind( C )
enumerator :: MON, DIE, MIT = 3, DON, FRE = 5, SAM = 66, SON = 77
end enum
write( *, * ) MON
write( *, * ) MIT
write( *, * ) SAM
wert = 4
if( wert == MIT + 1 ) then
write( *, * ) "Donnerstag"
endif
! Ausgabe:
! 0
! 3
! 66
! Donnerstag
end program bsp
|
Obwohl der Fortran 2003-Working Draft J3/04-007 durch das bind(c) eine zwingende Anbindung an einen Aufzählungstyp in der Programmiersprache C vorgaukelt, ist dies nicht der Fall. Fortran-Enumerationen funktionierten auch ohne entsprechendes C-Gegenstück. Sie werden im Fortran 2003-Working Draft auch nicht im Abschnitt Interoperability with C geführt, sondern direkt im Abschnitt über die Fortran-Datentypen.
Derived Type
[Bearbeiten]Der Derived Type wurde in Fortran 2003 wesentlich erweitert. Er ist nun kein reiner Datenverbund wie noch in Fortran 90/95, sondern eine richtige Klasse. Genauer beschrieben wird dieser Typ später im Kapitel zur OOP, hier zunächst nur einige einfache Erweiterungsmerkmale gegenüber Fortran 90/95.
Benannte Parameter
[Bearbeiten]Beispiel:
| Fortran 2003 (oder neuer)-Code |
program bsp
implicit none
type test
integer :: i
character( 20) :: str
end type
type( test ) :: t1 = test ( i = 1, str = "Wiesenfeld" )
write( *, *) t1
! Ausgabe:
! 1 Wiesenfeld
end program bsp
|
Die Verwendung von benannten Parametern bei der Konstruktion einer Derived Type-Variable kann vor allem in Verbindung mit Vorgabewerten sinnvoll sein.
Vorgabewerte
[Bearbeiten]Ab Fortran 2003 dürfen Variablen in einem Derived Type auch mit Vorgabewerten (default values) belegt werden.
Beispiel:
| Fortran 2003 (oder neuer)-Code |
program bsp
implicit none
type test
integer :: i = -1
character( 20) :: str = "NN"
end type
type( test ) :: t1 = test ()
type( test ) :: t2 = test ( str = "Wiesenfeld" )
type( test ) :: t3 = test ( str = "Walddorf", i = 1 )
write( *, *) t1
write( *, *) t2
write( *, *) t3
! Ausgabe:
! -1 NN
! -1 Wiesenfeld
! 1 Walddorf
end program bsp
|
Felder
[Bearbeiten]Ein mehrdimensionales Feld kann ab Fortran 2008 maximal 15-dimensional gestaltet werden.
Ein benanntes konstantes Feld kann wie folgt initialisiert werden. Die obere Feldgrenze wird durch den Stern (*) ersetzt. Durch den array constructor wird die Feldgröße automatisch festgelegt:
| Fortran 2003 (oder neuer)-Code |
program bsp implicit none integer, parameter, dimension(1:*) :: arr1 = [1, 2, 3, 4, 5] integer, parameter :: arr2(0:*) = [0, 1, 2] print *, arr1 print *, arr1(2) print *, arr2 print *, arr2(2) ! Ausgabe: ! 1 2 3 4 5 ! 2 ! 0 1 2 ! 2 end program bsp |
Zeiger
[Bearbeiten]
Prozedurenzeiger
[Bearbeiten]Einführung
[Bearbeiten]Mit dem 2003er-Standard unterstützt auch Fortran Zeiger auf Prozeduren (procedure pointer, Funktionszeiger). Diese spielen auch eine wichtige interne Rolle bei der Realisierung objektorientierter Mechanismen und beim C-Binding. Schematisch wird ein Prozedurenzeiger so deklariert:
| procedure( [name] ), pointer :: zeigername |
Die Angabe von name ist optional. Wird an dieser Stelle ein Name, z.B. ein Unterprogrammbezeichner angegeben, so bedeutet dies, dass der Prozedurenzeiger mit allen Unterprogrammen, die das gleiche Interface aufweisen, kompatibel ist. Prozedurenzeiger können wie normale Zeiger gehandhabt werden.
Beispiel:
| Fortran 2003 (oder neuer)-Code |
program bsp
implicit none
procedure(up), pointer :: pptr => null()
pptr => ooops
call pptr
! Ausgabe:
! ooops
contains
subroutine ooops()
write( *, * ) "ooops"
end subroutine ooops
subroutine up()
end subroutine up
end program bsp
|
Prozedurenzeiger mit implizitem Interface
[Bearbeiten]Bei der Deklaration eines Prozedurenzeigers muss keine explizite Schnittstelle angegeben werden. Im Folgenden wird dies am Beispiel eines mit pptr2 benannten Prozedurenzeigers demonstriert.
Beispiel:
| Fortran 2003 (oder neuer)-Code |
program bsp
implicit none
procedure( up ) , pointer :: pptr1 => null()
procedure( ) , pointer :: pptr2 => null()
procedure( add ), pointer :: pptr3 => null()
pptr1 => ooops
pptr2 => ooops
call pptr1
call pptr2
! Ausgabe:
! ooops
! ooops
pptr3 => add
write( *, * ) pptr3( 5 , 12 )
! Ausgabe:
! 17
! Folgende auskommentierte Zuordnung waere nicht erlaubt:
! pptr1 => add
contains
subroutine up()
end subroutine up
subroutine ooops()
write( *, * ) "ooops"
end subroutine ooops
function add( a, b )
integer :: add
integer, intent( in ) :: a, b
add = a + b
end function add
end program bsp
|
Abstraktes Interface
[Bearbeiten]Das bei der Deklaration eines Prozedurenzeigers als Schnittstelle genannte Unterprogramm muss nicht real implementiert sein. Es können statt dessen auch abstrakte Interfaces Verwendung finden. Diese sind gleich wie konventionelle Interface-Blöcke aufgebaut, mit dem Unterschied, dass sie als abstract interface gekennzeichnet sind. Ein mit einem abstrakten Interface deklarierter Prozedurzeiger passt dann für jedes Unterprogramm, welches mit identer Schnittstelle ausgestattet ist.
| Fortran 2003 (oder neuer)-Code |
program bsp
implicit none
abstract interface
function afunc( x, y )
integer :: afunc
integer, intent( in ) :: x, y
end function afunc
end interface
procedure( afunc ), pointer :: pptr1 => null()
procedure( add ) , pointer :: pptr2 => null()
pptr1 => add
write( *, * ) pptr1( 5 , 12 )
! Ausgabe: 17
pptr1 => mult
write( *, * ) pptr1( 3 , 2 )
! Ausgabe: 6
! Folgendes funktioniert uebrigens auch, da add() und mult() das gleiche Interface
! aufweisen:
pptr2 => mult
write( *, * ) pptr2( 5 , 5 )
! Ausgabe: 25
contains
function add( a, b )
integer :: add
integer, intent( in ) :: a, b
add = a + b
end function add
function mult( a, b )
integer :: mult
integer, intent( in ) :: a, b
mult = a * b
end function mult
end program bsp
|
Zeiger und das intent-Attribut
[Bearbeiten]Nun ist bei der Übergabe von Zeigern an Unterprogramme auch die Angabe eines intent-Attributs möglich. Das war mit Fortran 90/95 noch nicht erlaubt. Diese intent-Angaben beziehen sich aber nicht auf die Variablenwerte an sich, sondern beschränken nur die Möglichkeiten zur Zeigerzuordnung im Unterprogramm selbst.
Beispiel:
| Fortran 2003 (oder neuer)-Code |
program bsp
implicit none
integer, target :: x = 15
integer, pointer :: ptr1 => null(), ptr2 => null()
ptr1 => x
ptr2 => x
call mult( ptr1, ptr2)
write( *, *) "Zuordnungsstatus ptr1:", associated( ptr1 )
write( *, *) "Zuordnungsstatus ptr2:", associated( ptr2 )
write( *, *) "Wert ptr1:", ptr1
write( *, *) "Wert x:", x
! Ausgabe:
! Zuordnungsstatus ptr1: T
! Zuordnungsstatus ptr2: F
! Wert ptr1: 45
! Wert x: 45
contains
subroutine mult( a, b )
integer, pointer, intent( in ) :: a
integer, pointer, intent( inout ) :: b
integer, target :: val = 3
! Folgendes waere nun nicht erlaubt, da a nur intent( in )
! a => null()
! Das auch nicht:
! a => val
! Das allerdings ist erlaubt:
a = a * val
! b ist mit intent( inout ) spezifiziert, also ist hier eine Zeigerzuordnung
! erlaubt:
b => null()
end subroutine mult
end program bsp
|
Zeiger und Felder
[Bearbeiten]Auch im Zusammenspiel von Zeigern mit Feldern bringt der Fortran 2003-Standard einige Ergänzungen.
Ein- und Ausgabe
[Bearbeiten]
Streams
[Bearbeiten]Fortran 2003 bietet zusätzlich zum altbekannten datensatzbasierten I/O nun auch Dateieingabe und -ausgabe in Form von Streams, wie das z.B. in der Programmiersprache C seit jeher üblich ist.
Unterschied zum alten I/O-Konzept?
[Bearbeiten]- Streams ermöglichen das Lesen und Schreiben von Binärdateien, ohne sich mit den auf Datensätzen aufbauenden Strukturen der konventionellen Fortran-I/O herumschlagen zu müssen.
- Bei der Ein-/Ausgabe mit Streams wird die Datei als kontinuierliche Byte-Sequenz betrachtet.
- Stream-I/O ist logischerweise nicht für interne Dateien gedacht.
Anwendung
[Bearbeiten]Auch wenn Stream-I/O in Fortran 2003 ein neues Konzept ist, so sind die altbekannten open-, read-, write-und close-Befehle dafür zuständig.
- Öffnen eines Streams:
open( ..., access = "STREAM", ... ) |
- Lesen und Schreiben:
read( ... ) ... write( ... ) ... |
- Schließen eines Streams:
close( ... ) |
Unformatierte Stream-I/O
[Bearbeiten]Beispiel:
| Fortran 2003 (oder neuer)-Code |
program bsp
implicit none
real :: a = 55.678
real :: b
character( len = 3 ) :: str
open( 50, file = "test", access = "STREAM", status = "REPLACE")
write( 50 ) "Hallo Welt"
write( 50 ) "Hello World"
! Ausgabe in Datei: siehe Bild 1
write( 50, pos = 100 ) "Greetings"
! Ausgabe in Datei: siehe Bild 2
write( 50, pos = 60 ) a
! Ausgabe in Datei: siehe Bild 3
read( 50, pos = 60 ) b
write( *, * ) b
! Ausgabe:
! 55.678
read( 50, pos = 8 ) str
write( *, * ) str
! Ausgabe:
! elt
close( 50 )
end program bsp
|
Da es sich um eine unformatierte Ein-/Ausgabe handelt, darf natürlich kein Formatspezifizierer bei den read- und write-Anweisungen angegeben werden, auch kein *. Mittels pos-Spezifizierer kann an eine bestimmte Position in der Datei gesprungen werden.
| Bild 1 | |
|---|---|
| Bild 2 |
|
| Bild 3 |
|
Formatierte Stream-I/O
[Bearbeiten]Beispiel:
| Fortran 2003 (oder neuer)-Code |
program bsp implicit none real :: a = 55.678 real :: b = 13.9876 character( len = 20 ) :: str1, str2, str3 integer :: fposition open( 50, file = "test", access = "STREAM", form = "FORMATTED", status = "REPLACE") write( 50, "(2A20)" ) "Hallo Welt", "Hello World" inquire( 50, pos = fposition ) write( *, * ) fposition write( 50, * ) a, new_line( "x" ), b, " abcdef" read( 50, *, pos = fposition ) a write( *, * ) a read( 50, *, pos = 1 ) str1, str2, str3 write( *, * ) str1, str2, str3 read( 50, * ) str1, a write( *, * ) str1, a ! Ausgabe in Datei: ! Hallo Welt Hello World ! 55.678 ! 13.9876 abcdef ! Ausgabe auf Bildschirm: ! 42 ! 55.678 ! Hallo Welt Hello ! 55.678 13.9876 close( 50 ) end program bsp |
Asynchrone I/O
[Bearbeiten]Eine asynchrone I/O ermöglicht es einem Programm, Lese- oder Schreiboperationen durchzuführen und während dessen andere Anweisungen auszuführen, ohne auf den Abschluss der Ein-/Ausgabe zu warten.
Beispiel:
| Fortran 2003 (oder neuer)-Code |
program bsp
implicit none
integer :: X(500)
X = 10
print *, "Foo1"
open(1, asynchronous='yes', file="tmp.tmp")
write(1, asynchronous='yes', fmt="(i9)") X
print *, "Foo2"
wait(1)
close(1)
end program bsp
|
Rekursive I/O
[Bearbeiten]Innerhalb eines rekursiv aufgerufenen Unterprogramms kann eine Lese- oder Schreiboperation durchgeführt wird. Dies kann teilweise problematisch sein.
Beispiel:
| Fortran 2003 (oder neuer)-Code |
recursive subroutine baum(n, z)
integer, intent(in) :: n, z
integer :: i
if (n <= 0) return
do i = 1, z
write(*,'(A)', advance="no") " "
end do
print *, n
call baum(n - 1, z + 1)
end subroutine baum
program bsp
call baum(3, 0)
end program bsp
|
Ausgabe:
3
2
1
Sonstiges
[Bearbeiten]- flush
- iomsg
- round
- decimal
- sign
- ...
Siehe vorerst z.B. The New Features of Fortran 2003 (John Reid) (PDF)
Intrinsische Funktionen und Subroutinen
[Bearbeiten]
Die Fortran 90/95-Funktionen und -Subroutinen sind natürlich auch in Fortran 2003 uneingeschränkt gültig. Einige Unterprogramme wurden neu aufgenommen, andere in ihrer Funktionalität etwas erweitert. Mit Fortran 2008 wurde eine Reihe von Funktionen neu aufgenommen (z.B. für die Bit-Verarbeitung, Bessel-, Gamma- und Fehlerfunktion, euklidische Vektornormen). Neu in Fortran 2023 sind u.a. etliche Winkel- und Arkusfunktionen, sowie String-Unterprogramme.
Neu
[Bearbeiten]Datentypfunktionen
[Bearbeiten]| Funktion | Beschreibung |
|---|---|
| i = selected_char_kind ( c ) |
Gibt den kind-Wert des Parameters zurück. Der Rückgabewert ist von Datentyp Parameter:
Rückgabewert:
Beispiel: i = selected_char_kind( "ASCII" ) i => 1 |
Kommandozeile und Environment
[Bearbeiten]| Funktion | Beschreibung |
|---|---|
| i = command_argument_count ( ) | Anzahl der übergebenen Kommandozeilenargumente (der Programmname selbst wird nicht mitgezählt). Der Rückgabewert ist vom Typ integer.
Beispiel: Programmaufruf mit: ./a.out opt1 opt2 i = command_argument_count( ) i => 2 |
| Subroutine | Beschreibung |
|---|---|
| get_command ( [c, i, i] ) | Übergebene Kommandozeilenargumente (ohne Programmname)
Parameter:
Beispiel: Programmaufruf mit: ./a.out opt1 opt2 call get_command( str, len, st ) str => opt1 opt2 len => 9 st => 0 |
| get_command_argument ( i, [c, i, i] ) | Ein bestimmtes Kommandozeilenargument (inkl. Programmname)
Parameter:
Beispiel: Programmaufruf mit: ./a.out opt1 opt2 call get_command_argument( 1, str, len, st ) str => opt1 len => 4 st => 0 |
| get_environment_variable ( c1, [c2, i, i, l] ) | Wert einer bestimmten Umgebungsvariable.
Parameter:
Beispiel: call get_environment_variable( "PWD", str, len, st, .TRUE. ) str => /usr/bin len => 8 st => 0 |
Mathematische Funktionen
[Bearbeiten]Trigonometrische Funktionen
[Bearbeiten]| Funktion | Beschreibung |
|---|---|
| r = acosd ( r ) |
Ab Fortran 2023. Berechnet den Arkus-Cosinus. Gibt den berechneten Wert in Grad (und nicht in Radiant wie bei acos) zurück. |
| r = asind ( r ) |
Ab Fortran 2023. Berechnet den Arkus-Sinus. Gibt den berechneten Wert in Grad (und nicht in Radiant wie bei asin) zurück. |
| r = atand ( r ) |
Ab Fortran 2023. Berechnet den Arkus-Tangens. Gibt den berechneten Wert in Grad (und nicht in Radiant wie bei atan) zurück. |
| r = atan2d ( r1, r2 ) |
Ab Fortran 2023. Berechnet den Arkus-Tangens. Gibt den berechneten Wert in Grad (und nicht in Radiant wie bei atan) zurück. |
| r = atand ( r1, r2 ) |
Ab Fortran 2023. Berechnet den Arkus-Tangens. Gleich wie atan2d( r1, r2 ). |
| r = cosd ( r ) |
Ab Fortran 2023. Berechnet den Cosinus. Das Argument ist in der Einheit Grad anzugeben (und nicht in Radiant wie bei cos). |
| r = sind ( r ) |
Ab Fortran 2023. Berechnet den Sinus. Das Argument ist in der Einheit Grad anzugeben (und nicht in Radiant wie bei sin). |
| r = tand ( r ) |
Ab Fortran 2023. Berechnet den Tangens. Das Argument ist in der Einheit Grad anzugeben (und nicht in Radiant wie bei tan). |
Fehler- und Gamma-Funktion
[Bearbeiten]| Funktion | Beschreibung |
|---|---|
| r = erf ( r ) | Ab Fortran 2008. Berechnet die Fehler-Funktion |
| r = erfc ( r ) | Ab Fortran 2008. Berechnet |
| r = erfc_scaled ( r ) | Ab Fortran 2008. Berechnet |
| r = gamma ( r ) | Ab Fortran 2008. Berechnet die Gamma-Funktion für |
| r = log_gamma ( r ) | Ab Fortran 2008. Berechnet den natürlichen Logarithmus der Gamma-Funktion |
Besselsche Funktion
[Bearbeiten]Die Bessel-Funktion erster Art -ter Ordnung ist definiert als (Details siehe Bessel-Funktion)
| Funktion | Beschreibung |
|---|---|
| r = bessel_j0 ( r ) | Ab Fortran 2008. Berechnet die Bessel-Funktion 1 .Art und 0. Ordnung |
| r = bessel_j1 ( r ) | Ab Fortran 2008. Berechnet die Bessel-Funktion 1. Art und 1. Ordnung |
| r = bessel_jn ( i, r ) | Ab Fortran 2008. Berechnet die Bessel-Funktion 1. Art und i. Ordnung () |
Die Bessel-Funktion zweiter Art -ter Ordnung ist definiert als
| Funktion | Beschreibung |
|---|---|
| r = bessel_y0 ( r1 ) | Ab Fortran 2008. Berechnet die Bessel-Funktion 2. Art und 0. Ordnung () |
| r = bessel_y1 ( r1 ) | Ab Fortran 2008. Berechnet die Bessel-Funktion 2. Art und 1. Ordnung () |
| r = bessel_yn ( i, r1 ) | Ab Fortran 2008. Berechnet die Bessel-Funktion 2. Art und i. Ordnung (, ) |
Euklidische Vektornormen
[Bearbeiten]| Funktion | Beschreibung |
|---|---|
| r = norm2 ( ra ) | Ab Fortran 2008. Gibt die euklidische Vektornorm () zurück. ra sei ein Array mit reellen Elementen.
Bsp.: program main implicit none print *, norm2([2., 3., 1.]) end program main Ausgabe: 3.741657 |
| r = hypot ( r1, r2 ) | Ab Fortran 2008. Gibt die euklidische Vektornorm () zurück. r1 und r2 seien reelle Zahlen. hypot steht vermutlich als Abkürzung für "Hypotenuse"
|
Bit-Verarbeitung
[Bearbeiten]| Funktion | Beschreibung |
|---|---|
| l = bge ( i1, i2 ) | Ab Fortran 2008. Gibt den Wert true zurück, wenn i1 bitweise größer oder gleich i2 ist, z.B.
program main implicit none print *, bge( B'101110110001', B'11001' ) print *, bge( B'101', B'11001' ) print *, bge( 10, -1 ) end program main Ausgabe: T F F Warum ist -1 bitweise größer als 10? Antwort: -1 entspricht binär B'11111111111111111111111111111111' und 10 entspricht binär B'1010' (siehe auch Zweierkomplement) |
| l = bgt ( i1, i2 ) | Ab Fortran 2008. Gibt den Wert true zurück, wenn i1 bitweise größer i2 ist |
| l = ble ( i1, i2 ) | Ab Fortran 2008. Gibt den Wert true zurück, wenn i1 bitweise kleiner oder gleich i2 ist |
| l = blt ( i1, i2 ) | Ab Fortran 2008. Gibt den Wert true zurück, wenn i1 bitweise kleiner i2 ist |
| i = leadz ( i1 ) | Ab Fortran 2008. Gibt die Anzahl der führenden Null-Bits in i1 zurück. Bsp.:
program main implicit none print *, leadz( 20 ) end program main Ausgabe: 27 Die Dezimalzahl 20 entspricht der binären Zahl B'10100'. D.h. bei einer 32-bit-Zahl sind 27 führende Null-Bits vorhanden (27 + 5 = 32). |
| i = popcnt ( i1 ) | Ab Fortran 2008. Gibt die Anzahl der 1-Bits in i1 zurück . Bsp.:
program main implicit none print *, popcnt( 25 ) end program main Ausgabe: 3 |
Zeichenketten-Verarbeitung
[Bearbeiten]Folgende Subroutinen wurden mit Fortran 2023 neu eingeführt:
- split
- tokenize
Erweitert
[Bearbeiten]system_clock(i1, ir, i2)... Das zweite Argument (count_rate) darf nun vom Datentypintegeroderrealsein.max, maxloc, maxval, min, minloc, minval... Funktionieren nunmehr auch für Werte vom Datentypcharacter.atan2(r1, r2), log(rx), sqrt(rx)... Unterscheidung von positiven und negativen Nullen im Argument.
Intrinsische Module
[Bearbeiten]
Grundlegendes
[Bearbeiten]Module gab es bereits mit Fortran 90/95. Neu in Fortran 2003 sind die sogenannten "intrinsischen Module". Das sind jene Module, die bereits standardmäßig von Fortran-2003-Compilern bereitgestellt werden. Werden Datenelemente oder Funktionen aus solchen intrinsischen Modulen benötigt, so ist das entsprechende Modul mittels
| use, intrinsic :: modulname |
in die jeweilige Programmeinheit einzubinden.
Der Unterschied zu konventionellen (nonintrinsischen) Modulen ist das Wörtchen intrinsic, das dem Compiler mitteilt, dass er das Modul bereits mitbringt und nicht irgendwo extern danach suchen soll. Wird nach dem use-Schlüsselwort kein entsprechendes Attribut oder das non_intrinsic-Attribut angegeben, so zeigt dies an, dass ein nonintrinsisches Modul benutzt wird.
Das intrinsische Modul iso_fortran_env
[Bearbeiten]Das iso_fortran_env-Modul enthält einige Fortran-umgebungsspezifische Konstanten.
Beispiel:
| Fortran 2003 (oder neuer)-Code |
program bsp use, intrinsic :: iso_fortran_env implicit none write( *, * ) INPUT_UNIT write( *, * ) OUTPUT_UNIT write( *, * ) ERROR_UNIT write( *, * ) IOSTAT_END write( *, * ) IOSTAT_EOR write( *, * ) NUMERIC_STORAGE_SIZE write( *, * ) CHARACTER_STORAGE_SIZE write( *, * ) FILE_STORAGE_SIZE ! Ausgabe, z.B.: ! 5 ! 6 ! 0 ! -1 ! -2 ! 32 ! 8 ! 8 end program bsp |
Erläuterung:
| Konstante | Anmerkung |
|---|---|
| INPUT_UNIT | Standard-Eingabeeinheit (entspricht unit=* bei read)
|
| OUTPUT_UNIT | Standard-Ausgabeeinheit (entspricht unit=* bei write)
|
| ERROR_UNIT | Standard-Fehlerausgabeeinheit |
| IOSTAT_END | end-of-file (EOF) |
| IOSTAT_EOR | end-of-record (EOR) |
| NUMERIC_STORAGE_SIZE | Speicherplatzbedarf (in bits) |
| CHARACTER_STORAGE_SIZE | Speicherplatzbedarf (in bits) |
| FILE_STORAGE_SIZE | Speicherplatzbedarf (in bits) |
All diese Konstanten sind Skalare vom Datentyp integer.
Des Weiteren können mittels INTEGER_KINDS, REAL_KINDS, LOGICAL_KINDS und CHARACTER_KINDS die auf dem jeweiligen System verfügbaren kind-Parameter ermittelt werden.
Beispiel:
| Fortran 2003 (oder neuer)-Code |
program bsp use, intrinsic :: iso_fortran_env implicit none print *, "integer_kinds = ", INTEGER_KINDS print *, "real_kinds = ", REAL_KINDS print *, "logical_kinds = ", LOGICAL_KINDS print *, "character_kinds = ", CHARACTER_KINDS ! Ausgabe, z.B.: ! integer_kinds = 1 2 4 8 ! real_kinds = 4 8 10 16 ! logical_kinds = 1 2 4 8 ! character_kinds = 1 4 end program bsp |
Beispiel (Ausgabe eines Unicode-Zeichens, siehe auch Programming in Modern Fortran - Unicode):
| Fortran 2003 (oder neuer)-Code |
program bsp
use, intrinsic :: iso_fortran_env, only: output_unit
implicit none
integer, parameter :: iso_10646 = selected_char_kind('ISO_10646')
character(kind=iso_10646) :: c
! Das €-Zeichen
c = iso_10646_'\u20AC'
open (output_unit, encoding='UTF-8')
print *, c
! Ausgabe:
! €
end program bsp
|
Compiler-Aufruf:
gfortran.exe bsp.f08 -fbackslash
Die Compiler-Option -fbackslash übersetzt u.a. \xnn, \unnnn und \Unnnnnnnn (n sind hexadezimale Ziffern) in Unicode-Zeichen. Steht diese Option in einem Compiler nicht zur Verfügung, so gibt es auch noch andere Möglichkeiten Unicode-Zeichen zu verarbeiten. Details dazu siehe unter obenstehenden Link.
Ab Fortran 2008 können auch Compiler-Eigenschaften abgefragt werden:
| Fortran 2003 (oder neuer)-Code |
program comp use, intrinsic :: iso_fortran_env implicit none print *, compiler_version() print *, compiler_options() end program comp |
Ausgabe (Programm compiliert mit gfortran), z.B.:
GCC version 7.5.0 -mtune=generic -march=x86-64
Das intrinsische Modul iso_c_binding
[Bearbeiten]Das iso_c_binding-Modul liefert die Konstanten und Unterprogramme, die für die Einbindung von C-Bibliotheken in Fortran-Programme erforderlich sind. Näheres dazu findet sich im Kapitel Fortran 2003 und C.
Die intrinsischen IEEE-Module
[Bearbeiten]Die bereits aus dem dem TR 15580 : 1998 (floating-point exception handling) bekannten Module
ieee_exceptionsieee_arithmeticieee_features
wurden in Fortran 2003 in Form von intrinsischen Modulen aufgenommen. Diese Module decken den IEEE 754-1985-Standard (auch IEC 559:1989) ab.
Wovon handelt der IEEE 754-1985-Standard?
[Bearbeiten]Im Bereich der Gleitkommazahlen (real, float, ...) herrschte bis in die 1980er-Jahre Anarchie. Es gab keine verbindlichen Regeln wie Gleitkommazahlen repräsentiert werden, wie gerundet wird, wie Under- und Overflows gehandhabt werden, wie mit Unendlich und NaN verfahren wird, etc. Das führte dazu, dass das gleiche Computerprogramm auf unterschiedlichen Rechnerarchitekturen und mit verschiedenen Compilern unterschiedliche Resultate liefern konnte. Um diesem Manko zu begegnen wurde in den frühen 1980er-Jahren eine Standardisierung angestrebt. Resultat war die Verabschiedung des IEEE 754-1985-Standards (IEEE Standard for Binary Floating-Point Arithmetic for microprocessor systems).
Dieser Standard regelt im Wesentlichen
- die Repräsentation von Gleitkommazahlen:
Darstellung:
| s | ... | Vorzeichen |
| m | ... | Mantisse |
| b | ... | Basis (2 für normalisierte Zahlen) |
| e | ... | Exponent |
Zahlenformate:
| single | ... | 4 Bytes |
| double | ... | 8 Bytes |
| double-extended | ... | ≥10 Bytes, optional |
- die Darstellung normalisierter und denormalisierter Zahlen:
- Normalisierte Zahlen: Gleitkommazahlen#Normalisierung
- Denormalisierte Zahlen: Bereich zwischen der kleinsten darstellbaren normalisierten Zahl und Null (Exponent hat einen reservierten Wert, führende Bit der Mantisse ist 0)
- NaN (Not a Number), ,
- Rundungen (zur nächstgelegenen darstellbaren Zahl, in Richtung Null, in Richtung oder in Richtung )
- das Verhalten verschiedener Operationen (Grundrechenarten, Wurzelberechnung, Konvertierung Gleitkommazahl → Ganzzahl, Binär-Dezimal-Konvertierung, Vergleiche mit Nan und , etc.)
- Exception-Handling (Overflow, Underflow, Division by Zero, Inexact, Invalid)
Weiterführende Weblinks:
- IEEE 754
- Kahan, W.: Why do we need a floating-point arithmetic standard?, UC Berkeley, 1981, [5]
- Kahan, W.: Lecture Notes on the Status of IEEE Standard 754 for Binary Floating-Point Arithmetic, UC Berkeley, 1996, [6]
Implementierung in Fortran 2003
[Bearbeiten]Wie bereits erwähnt, besitzt Fortran 2003 intrinsische Module, mit denen der Zugriff auf bestimmte IEEE-Eigenschaften erfolgen kann. Dazu stehen eine Reihe von Funktionen, Subroutinen, Verbundtypen und Konstanten zur Verfügung. Merkmal ist, dass diese immer mit dem Präfix ieee beginnen.
ieee_arithmetic
[Bearbeiten]Das aus Programmiersicht umfangreichste Modul ist sicherlich ieee_arithmetic. Dieses enthält zahlreiche Funktionen, Subroutinen und Konstanten.
Abfragefunktionen für die Unterstützung bestimmter IEEE-Elemente, z.B.:
l = ieee_support_datatype( [x] ) |
Prüft ob die IEEE-Arithmetik für einen speziellen real-Datentyps, charakterisiert durch x (Zahl oder Feld), unterstützt wird. Wird kein Argument angegeben, so wird geprüft, ob die IEEE-Arithmetik für alle real-Datentypen unterstützt wird.
|
l = ieee_support_nan( [x] ) |
Prüft, ob NaN-Werte unterstützt werden |
l = ieee_support_rounding( round_value, [x] ) |
Prüft, ob ein bestimmter IEEE-Rundungsmodus unterstützt wird. Mögliche Rundungsmodi sind:
|
Elementare Funktionen, z.B.:
l = ieee_is_finite( x ) |
Prüft, ob der Wert x endlich ist
|
r = ieee_next_after( x, y ) |
Liefert die nächste darstellbare Zahl von x in Richtung y
|
r = ieee_rint( x ) |
Rundet gemäß eingestelltem Rundungsmodus zu einer Ganzzahl und liefert diese Zahl mit dem Datentyp von x zurück.
|
Die Kind-Funktion:
r = ieee_selected_real_kind( [p, r] ) |
Liefert einen kind-Wert |
Nichtelementare Subroutinen, z.B.:
ieee_get_underflow_mode( gradual ) |
Liefert den aktuellen Underflow-Modus |
ieee_set_rounding_mode( round_value ) |
Setzt den IEEE-Rundungsmodus, mögliche Werte für round_value
|
ieee_exceptions
[Bearbeiten]Das ieee_exceptions-Modul enthält zwei Funktionen, mit denen abgefragt werden kann, welche Exceptions unterstützt werden bzw. inwieweit IEEE-Halting unterstützt wird:
l = ieee_support_flag( flag, [x] ) l = ieee_support_halting( flag )
Mögliche Flags sind
ieee_invalidieee_overflowieee_divide_by_zeroieee_underflowieee_inexact
Des Weiteren sind in diesem Modul einige Subroutinen zum Setzen bzw. Abfragen diverser Flags enthalten:
ieee_get_status( status_value ) ieee_set_flag( flag, flag_value ) ieee_set_halting_mode( flag, halting ) ieee_set_status( status_value )
Bei Einbindung des ieee_arithmetic-Moduls ist auch automatisch Zugriff auf die public-Elemente des Moduls ieee_exceptions gegeben.
ieee_features
[Bearbeiten]Das ieee_features-Modul liefert einige benannte Konstanten, z.B. ieee_datatype, ieee_inf, ieee_sqrt.
Beispiel: Rundungsmodus
[Bearbeiten]IEEE-Subroutinen:
ieee_get_rounding_mode( val ) ieee_set_rounding_mode( flag )
Mögliche Wert für flag sind:
|
... | default, Rundung zur nächstgelegenen Zahl (wenn das nicht eindeutig möglich ist, dann Rundung zur nächstgelegenen geraden Zahl) |
|
... | Rundung in Richtung 0 |
|
... | Rundung Richtung |
|
... | Rundung Richtung |
| Fortran 2003 (oder neuer)-Code |
program bsp use, intrinsic :: ieee_arithmetic implicit none real, dimension(6) :: a = (/ -1.5, -0.5, 0.5, 1.5, 2.5, 3.5 /) ! Standard-Fortran-Rundungsfunktion write( *, * ) anint( a ) ! IEEE-Rundungsfunktion (default) write( *, * ) ieee_rint( a ) ! IEEE-Rundungsfunktion mit Flag ieee_round_type = ieee_nearest call ieee_set_rounding_mode( ieee_nearest ) write( *, * ) ieee_rint( a ) ! IEEE-Rundungsfunktion mit Flag ieee_round_type = ieee_to_zero call ieee_set_rounding_mode( ieee_to_zero ) write( *, * ) ieee_rint( a ) ! IEEE-Rundungsfunktion mit Flag ieee_round_type = ieee_down call ieee_set_rounding_mode( ieee_down ) write( *, * ) ieee_rint( a ) ! IEEE-Rundungsfunktion mit Flag ieee_round_type = ieee_up call ieee_set_rounding_mode( ieee_up ) write( *, * ) ieee_rint( a ) end program bsp |
Ausgabe:
| Standard-Fortran | IEEE-Default | ieee_nearest | ieee_to_zero | ieee_down | ieee_up |
|---|---|---|---|---|---|
-2.0 -1.0 1.0 2.0 3.0 4.0 |
-2.0 0.0 0.0 2.0 2.0 4.0 |
-2.0 0.0 0.0 2.0 2.0 4.0 |
-1.0 0.0 0.0 1.0 2.0 3.0 |
-2.0 -1.0 0.0 1.0 2.0 3.0 |
-1.0 0.0 1.0 2.0 3.0 4.0 |
Beispiel: Halting-Modus
[Bearbeiten]Dieser Modus bestimmt, ob nach einer Exception das Programm angehalten oder fortgesetzt wird. Die in diesem Beispiel eingesetzten IEEE-Unterprogramme sind:
ieee_support_halting( flag )... prüft, ob auf dem System das IEEE-Halting für das angegebenen Flag überhaupt unterstützt wird (Rückgabewert:.true.). Mögliche Flags:ieee_invalidieee_overflowieee_divide_by_zeroieee_underflowieee_inexact
ieee_set_halting_mode( flag, mode )... setzt den Halting-Modus für ein bestimmtes Flag.flag... wie beiieee_support_halting( flag )mode:.true.... anhalten.false.... Programm weiter ausführen
| Fortran 2003 (oder neuer)-Code |
program main
use, intrinsic :: ieee_arithmetic
implicit none
real :: a, b
if( ieee_support_halting( ieee_divide_by_zero ) ) then
call ieee_set_halting_mode( ieee_divide_by_zero, .false. )
print *, "Gib a und b ein:"
read( *, * ) a, b
write( *, * ) "Resultat: ", a / b
write( *, * ) "Programm wird fortgesetzt ..."
else
write( *, * ) "IEEE-Halting wird nicht unterstuetzt"
end if
end program main
|
Eingabe:
10.0 0.0
Ausgabe (bei Programmerstellung mit dem Intel ifx, 2025.2):
Resultat: Infinity Programm wird fortgesetzt ...
Wird
call ieee_set_halting_mode( ieee_divide_by_zero, .true. )
gesetzt, so ist die Ausgabe eine Fehlermeldung mit Programmabbruch
forrtl: error (73): floating divide by zero Image PC Routine Line Source libc.so.6 00007FC62B457900 Unknown Unknown Unknown a.out 000000000040461B Unknown Unknown Unknown ... Abgebrochen (Speicherabzug geschrieben)
Bei Programmerstellung mit gfortran (14.2.0, 2024) ist das Verhalten identisch.
Weitere Beispiele zum Thema "Exceptions and IEEE arithmetic" sind im Fortran 2003-Working Draft J3/04-007 ab Seite 386 enthalten.
Eine Programmbibliothek bezeichnet in der Programmierung eine Sammlung von Programmfunktionen für zusammengehörende Aufgaben. Bibliotheken sind im Unterschied zu Programmen keine eigenständig lauffähigen Einheiten, sondern Hilfsmodule, die Programmen zur Verfügung gestellt werden.
Quelltextbibliotheken
[Bearbeiten]Quelltextbibliotheken enthalten Sammlungen von Wertedefinitionen, Deklarationen, Funktionen, Klassen, generischen Bestandteilen, usw.
API
[Bearbeiten]Eine Programmierschnittstelle ist eine Schnittstelle die von einem Softwaresystem anderen Programmen zur Anbindung an das System zur Verfügung gestellt wird. Oft wird dafür die Abkürzung API (für engl. application programming interface, deutsch: Schnittstelle zur Anwendungsprogrammierung) verwendet. Im Gegensatz zu einer Binärschnittstelle (ABI) definiert ein API nur die Verwendung der Schnittstellen auf Quelltextebene.
Neben dem Zugriff auf Datenbanken, die Hardware wie Festplatte oder Grafikkarte kann ein API auch das Erstellen von Komponenten der grafischen Benutzeroberfläche ermöglichen oder vereinfachen.
Im weiteren Sinne wird die Schnittstelle jeder Bibliothek (Library) als API bezeichnet.
Statische Bibliotheken
[Bearbeiten]Statische Bibliotheken werden nach dem Kompiliervorgang durch einen so genannten Linker oder Binder in einem eigenen Schritt mit dem ausführbaren Programm verbunden.
Der Linker sucht aus den Bibliotheksdateien Unterprogramme heraus, für die es im Programm keine Implementierung gibt. Diese werden dann aus den Dateien extrahiert und an das Programm gebunden, d.h. der Unterprogrammcode wird an den Programmcode angefügt und die Aufrufverweise werden auf die Unterprogrammadressen gerichtet.
Dynamische Bibliotheken
[Bearbeiten]Dynamische Bibliotheken werden erst bei Bedarf in den Arbeitsspeicher geladen und durch den sogenannten Lader mit dem ausführbaren Programm verbunden. Dadurch muss eine Bibliothek, die von mehreren Programmen genutzt wird, nur einmal im Speicher gehalten werden.
Dies ist beispielsweise bei Multitasking-Systemen vorteilhaft, wenn die Bibliotheken insgesamt sehr groß sind und von vielen Prozessen gleichzeitig verwendet werden. Dort wird eine Bibliotheksdatei bei ihrer ersten Verwendung in den Speicher geladen. Trifft ein Programm auf den Verweis zu einem Unterprogramm, das noch nicht eingebunden wurde, dann wird ein Laufzeitbinder aktiviert. Dieser sucht das Unterprogramm in den im Speicher vorhandenen Bibliotheken, fügt die Adresse am Aufrufpunkt ein und führt das Unterprogramm erstmalig aus.
Bei jedem weiteren Aufruf des Unterprogramms ist dann die Adresse vorhanden, so dass das Unterprogramm direkt aufgerufen wird. Die Ausführungszeit, insbesondere die Startzeit eines Programms, ist hier geringfügig erhöht. Dies wird in Kauf genommen, da der Programmcode der Bibliotheksfunktionen von allen Prozessen geteilt wird. Der Speicherbedarf aller Programme zusammen ist daher in der Regel kleiner als beim statischen Linken.
Unterstützt das Betriebssystem virtuellen Speicher, so entfällt das Laden der gesamten Bibliothek bei der ersten Verwendung. Stattdessen wird die Bibliothek in den Speicherbereich jedes sie verwendenden Prozesses eingeblendet. Die virtuelle Speicherverwaltung lädt danach nur tatsächlich benötigte Teile der Bibliothek bei Bedarf von der Festplatte in den Arbeitsspeicher.
Bibliotheken in verschiedenen Programmiersprachen
[Bearbeiten]Bibliotheken in Programmiersprachen enthalten Leistungen, die nicht im Compiler implementiert sind, sondern in der Sprache selbst programmiert sind und mit dem Compiler zusammen oder völlig von ihm getrennt dem Programmierer zur Verfügung stehen. Im ersten Fall ist die Bibliothek meist in der Sprachbeschreibung festgelegt. Im zweiten Fall spricht man von einer externen Bibliothek.
Bibliotheken bei verschiedenen Betriebssystemen
[Bearbeiten]Windows
[Bearbeiten]Bei den Betriebssystemen Windows und auch bei OS/2 wird eine Bibliotheksdatei, die dynamisch bindet, als Dynamic Link Library (DLL) bezeichnet. Entsprechend haben diese Dateien meist die Dateiendung .dll. Ihr Dateiformat ist Portable Executable.
Problematisch ist bei Windows 95, Windows 98 und Windows Me, dass durch unzureichende Schutzmaßnahmen die DLLs nicht kontrolliert werden - jedes Programm darf sie austauschen und kann dem Betriebssystem damit möglicherweise Schaden zufügen. Windows 2000 und Windows XP hingegen verfügen über einen Systemschutz, der auch die DLLs einbezieht.
Vorteile
[Bearbeiten]- Außer Code können auch Daten (z. B. Dialog-Ressourcen) von mehreren Prozessen gemeinsam genutzt werden.
- DLLs werden häufig statisch gelinkt, können aber auch dynamisch (daher der Name) gelinkt werden. Dynamisch heißt hier, dass die DLL explizit vom Programm zur Laufzeit geladen wird und die Funktionen, die sich in der DLL befinden, „per Hand“ mit dem Programm verbunden werden. Dadurch wird es möglich, durch Austauschen der DLL die Funktionalität des Programms zur Laufzeit zu verändern.
- DLLs können unabhängig vom Hauptprogramm gewartet werden. D. h. Funktionen in der DLL können ohne Wissen des Programms verändert werden. Danach wird die DLL einfach ausgetauscht (die alte DLL-Datei wird überschrieben), ohne dass das Hauptprogramm verändert werden muss.
- Da die DLL als unabhängige Datei dem Hauptprogramm beiliegen muss, können Anbieter von Programmcode besser sicherstellen, dass Programmierer, die die Funktionen ihrer DLL nutzen, dafür auch bezahlen. Die Funktionalität der DLL verschwindet so nicht (wie bei einer Library) im Code des Programms. Dieser Vorteil wird von Befürwortern freier Software als Nachteil gesehen.
Nachteile
[Bearbeiten]Änderungen in DLLs ziehen oft auch Änderungen im Programm mit sich. Dadurch kommt es leicht zu Versionskonflikten, die oft nur sehr schwer aufzuspüren sind.
Eine der Grundideen der DLLs war, Programmcode zwischen mehreren Programmen zu teilen, um so kostbaren Speicher zu sparen. In der Praxis ist es jedoch dazu gekommen, dass viele Programme bei der Installation DLLs in das Windows-Systemverzeichnis schreiben, die außer diesem speziellen Programm kein anderes benutzen kann.
Außerdem ist die Entwicklung und insbesondere die Anbindung im Vergleich aufwändiger als zur statischen Bibliothek.
Quintessenz
[Bearbeiten]DLLs sollte man nur benutzen, wenn man ihre spezielle Funktionalität benötigt und man ausschließlich unter Windows arbeitet. Sind statische Bibliotheken für den Zweck ausreichend, sollte man diese vorziehen. In der Praxis ergeben sich keinerlei Einsparungen bei der Größe des Codes.
Unix-artige
[Bearbeiten]Auf Unix-artigen Betriebssystemen ist für dynamische Bibliotheken die Bezeichnung shared library (englisch shared, geteilt) gebräuchlich.
Für diese Dateien hat sich die Endung .so (shared object) eingebürgert. In der Regel folgt dem Bibliotheksnamen noch eine Versionsnummer.
Grafik und GUI
[Bearbeiten]DISLIN
[Bearbeiten]
Allgemeines
[Bearbeiten]Die DISLIN Scientific Plotting Software ist eine Bibliothek für die grafische Datendarstellung. Auch für die Gestaltung grafischer Benutzeroberflächen läßt sich DISLIN verwenden. DISLIN greift zu diesem Zwecke auf die Motif-Bibliothek zu. Die DISLIN-Bibliothek ist für mehrere Programmiersprachen konzipiert, so auch auch für die Programmiersprache Fortran.
Beispiele
[Bearbeiten]Beispiel 1: Strings und Zahlen
[Bearbeiten]| Fortran 90/95-Code (free source form) |
program dbsp1
implicit none
real, parameter :: PI = 3.1415926
! *** Initialisierung ***
call setpag ("DA4P") ! DIN-A4 Hochformat
call metafl ("CONS") ! Ausgabe auf Konsole (Bildschirm)
call disini ! DISLIN initialisieren
! *** Zeichnen ***
call messag ("Hallo, Welt!", 50,50) ! Message schreiben
call number (PI, 4, 50, 150) ! 3.1416 schreiben
! *** Aufräumen ***
call disfin ! DISLIN beenden
end program dbsp1
|
Programm erstellen:
- Variante 1:
gfortran -c dateiname.f95 dlink dateiname
- Variante 2:
gfortran -o dateiname dateiname.f95 -ldislin
Eine Auswahl von möglichen aktuellen Parametern für die Subroutine metafl:
- "CONS" ... Konsole (Bildschirm)
- "XWIN" ... X-Window (Bildschirm)
- "EPS" ... Encapsulated Postscript-Datei
- "PNG" ... PNG-Datei
- "SVG" ... SVG-Datei
- "PDF" ... PDF-Datei
Beispiel 2: Zeichnen von Kurven und Funktionen
[Bearbeiten]| Fortran 90/95-Code (free source form) |
program dbsp2
implicit none
real, dimension(0:99) :: x, y
integer :: i, setrgb
do i = 0, 99
x(i) = i / 20.0
y(i) = sin(x(i))
end do
! *** Initialisierung ***
call setpag ("DA4P") ! DIN-A4
call metafl ("PNG") ! Ausgabe in eine PNG-Datei
call disini ! DISLIN initialisieren
! *** Zeichnen ***
call pagfll (255) ! Hintergrundfarbe auf weiß setzen
call color (setrgb (0., 0., 0.)) ! Vordergrundfarbe auf schwarz setzen
call graf (0.0, 5.0, 0.0, 0.5, -1.0, 1.0, -1.0, 0.1) ! 2D-Koordinatensystem setzen
call curve (x, y, 100) ! Graphen zeichnen
! *** Aufräumen ***
call disfin ! DISLIN beenden
end program dbsp2
|
Beispiel 3: Ein Pie-Chart
[Bearbeiten]| Fortran 90/95-Code (free source form) |
program dbsp3
implicit none
real, dimension(3) :: part = (/5.5, 2.5, 1.0/)
integer, dimension(3) :: partcol1 = (/10, 100, 150/)
integer, dimension(3) :: partcol2 = (/10, 100, 150/)
integer :: setrgb
! *** Initialisierung ***
call setpag ("DA4P") ! DIN-A4
call metafl ("CONS") ! Console (Bildschirm)
call disini ! DISLIN initialisieren
! *** Zeichnen ***
call pagfll (255) ! Hintergrundfarbe auf weiß setzen
call color (setrgb (0., 0., 0.)) ! Vordergrundfarbe auf schwarz setzen
call shdpat (16) ! Shadingpattern (16 = voll)
call chnpie ("NONE") ! Farbe und Shadingpattern
call pieclr (partcol1, partcol2, 3) ! Teilfarben
call pietyp ("3D") ! 3D
call piegrf ("Hallo", 0 , part, 3) ! Pie-Chart zeichnen
! *** Aufräumen ***
call disfin ! DISLIN beenden
end program dbsp3
|
Beispiel 4: Ein Meldungsfenster
[Bearbeiten]| Fortran 90/95-Code (free source form) |
program dbsp4
implicit none
call disini
call dwgmsg ("Hallo, Welt")
call disfin
end program dbsp4
|
Weitere (auch komplexere) Beispiele finden sich im ausführlichen DISLIN-Manual. Dieses ist auf der unten genannten Webpräsenz abrufbar.
Weblinks
[Bearbeiten]f03gl
[Bearbeiten]
Allgemeines
[Bearbeiten]f03gl ist ein Fortran 2003-Interface für OpenGL, speziell für GLUT, freeglut und OpenGLUT. f03gl kann als der Nachfolger von f90gl betrachtet werden.
Beispiel
[Bearbeiten]| Fortran 2003 (oder neuer)-Code |
module bsp_ogl
contains
subroutine display()
use opengl_gl
use opengl_glut
implicit none
call glclear(GL_COLOR_BUFFER_BIT + GL_DEPTH_BUFFER_BIT)
call glColor3f( 0.2, 1.0, 0.3 )
call glutSolidTeapot( 50.0_gldouble )
call glutswapbuffers
end subroutine display
subroutine gfxinit
use opengl_gl
use opengl_glu
implicit none
real( glfloat ), dimension( 4 ) :: pos = (/ 100.0, 100.0, 200.0, 1.0 /)
call glenable( GL_LIGHTING )
call glenable( GL_LIGHT0 )
call glenable( GL_DEPTH_TEST )
call glenable( GL_COLOR_MATERIAL )
call glenable( GL_NORMALIZE )
call glenable( GL_POLYGON_SMOOTH )
call gllightfv( GL_LIGHT0, GL_POSITION, pos )
call glClearColor( 0.7, 0.7, 0.7, 0.0 )
call glmatrixmode( GL_PROJECTION )
call glOrtho( -100.0_gldouble, 100.0_gldouble, -100.0_gldouble, 100.0_gldouble, &
-100.0_gldouble, 100.0_gldouble );
call glmatrixmode( GL_MODELVIEW )
call glrotatef( 35.0, 1.0, 0.0, 0.0 )
call glrotatef( -25.0, 0.0, 1.0, 0.0 )
end subroutine gfxinit
end module bsp_ogl
program bsp
use opengl_glut
use bsp_ogl
use, intrinsic :: iso_c_binding
implicit none
integer :: i
call glutinit()
call glutinitdisplaymode( GLUT_DOUBLE + GLUT_RGB + GLUT_DEPTH )
i = glutcreatewindow( "Beispiel" // c_null_char )
call gfxinit
call glutdisplayfunc( display )
call glutmainloop
end program bsp
|
Um das Beispiel nutzen zu können, muss ein Software-Paket, z.B. von der Webseite f03gl, herunter geladen werden (Stand: März 2026). Dieses zip-Paket muss natürlich ausgepackt werden. Gebaut werden kann die f03gl-Software dann mit ( CMake):
mkdir build cd build cmake .. make make test sudo make install
Ggf. muss in der Datei CMakeCache.txt im build-Verzeichnis der Compilername von lfortran z.B. auf gfortran geändert werden.
Kompilieren und Linken des obigen Beispielprogrammes bsp.f90:
gfortran bsp.f90 -lGL -lGLU -lglut -lf03gl -I/usr/local/include/ -L/usr/local/lib/
Die GL-, GLU-Libraries usw. müssen natürlich auf dem Rechner installiert sein. Ansonsten hagelt es Fehlermeldungen.
Nach der Eingabe von:
./a.out
sollte als Ausgabe die Utah-Teekanne erscheinen:
Eventuell ist noch der LD_LIBRARY_PATH um das Verzeichnis /usr/local/lib (für die libf03gl-Bibliotheks-Datei) zu erweitern. Die beschriebene Vorgehensweise gilt für Linux (konkret OpenSUSE Leap 15.6 und Tumbleweed).
Besonderheiten
[Bearbeiten]Die Routinen für OpenGL und die GLUT sind in C geschrieben und auch die meisten Anwendungen von OpenGL und GLUT erfolgen in C. Daraus ergeben sich einige Besonderheiten für die Einbindung von OpenGL und GLUT unter Fortran.
In C lässt sich folgender Code erzeugen:
int main( int argc, char* argv[])
{
...
glutReshapeFunc(ChangeSize);
...
return 0;
}
void ChangeSize(GLsizei w, GLsizei h)
{
...
}
Dabei ist GLsizei ein von OpenGL spezifizierter Datentyp vom Typ integer.
In Fortran 2003 sieht das selbe Code-Fragement unter Verwendung der C-Interoperabilität von Fortran 2003 zum Beispiel folgenderweise aus:
| Fortran 2003 (oder neuer)-Code |
module simple_opengl_things
use opengl_gl
use opengl_glu
use opengl_glut
contains
...
subroutine ChangeSize(w, h) bind(c)
implicit none
integer( kind=GLsizei ), value :: w
integer( kind=GLsizei ), value :: h
...
end subroutine ChangeSize
...
end module simple_open_gl_things
program simple_opengl
use opengl_glut
use simple_opengl_things
...
call glutReshapeFunc( ChangeSize )
...
end program simple_opengl
|
Weblinks
[Bearbeiten]
gtk-fortran
[Bearbeiten]
Eine relativ neue Möglichkeit GUIs zu erstellen ist gtk-fortran. Dieses Paket stellt das C-Binding für die GTK-Bibliothek zur Verfügung. Es verwendet den Fortran 2008-Standard.
- Für die Homepage generell siehe [7].
- Eine Downloadmöglichkeit ist unter [8] gegeben.
- Für die Installationsanweisungen siehe [9]. Ggf. muss in der Datei CMakeCache.txt im build-Verzeichnis der Compilername von lfortran z.B. auf gfortran geändert werden.
- Für die Tutorials siehe [10].
Ein Beispiel wird nachfolgend aus dem gtk-fortran-Paket, gekürzt und geringfügig überarbeitet, zitiert. Der Code steht unter der GNU GPLv3, Copyright (C) 2020 The gtk-fortran team.
Der Originalcode findet sich im heruntergeladenen gtk-fortran-Paket unter dem Verzeichnis ..../gtk-fortran-gtk4/examples in der Datei gtkhello.f90.
| Fortran 2003 (oder neuer)-Code |
module handlers
use, intrinsic :: iso_c_binding, only: c_ptr, c_int, c_funloc, c_null_char
use gtk, only: FALSE, gtk_window_set_default_size, &
& gtk_window_set_title, gtk_window_destroy, &
& g_signal_connect, g_signal_connect_swapped, &
& gtk_widget_show, gtk_application_window_new, &
& gtk_box_new, gtk_box_append, gtk_window_set_child, &
& GTK_ORIENTATION_VERTICAL, GTK_ORIENTATION_HORIZONTAL, &
& gtk_button_new_with_label, gtk_button_new_with_mnemonic
implicit none
contains
subroutine activate(app, gdata) bind(c)
type(c_ptr), value, intent(in) :: app, gdata
type(c_ptr) :: window
type(c_ptr) :: box
type(c_ptr) :: button1, button2
window = gtk_application_window_new(app)
call gtk_window_set_title(window, "Hello GLib & GTK world!"//c_null_char)
box = gtk_box_new(GTK_ORIENTATION_HORIZONTAL, 10_c_int)
call gtk_window_set_child(window, box)
button1 = gtk_button_new_with_label("I say hello"//c_null_char)
call gtk_box_append(box, button1)
call g_signal_connect(button1, "clicked"//c_null_char, &
& c_funloc(button1clicked))
call g_signal_connect(button1, "clicked"//c_null_char, c_funloc(hello))
button2 = gtk_button_new_with_mnemonic("I don't know why you say _goodbye"&
&//c_null_char)
call gtk_box_append(box, button2)
call g_signal_connect_swapped(button2, "clicked"//c_null_char, &
& c_funloc(gtk_window_destroy), window)
call gtk_widget_show(window)
end subroutine activate
subroutine hello(widget, gdata) bind(c)
type(c_ptr), value, intent(in) :: widget, gdata
print *, "So I say Hello GTK World!"
end subroutine hello
subroutine button1clicked(widget, gdata) bind(c)
type(c_ptr), value, intent(in) :: widget, gdata
print *, "Button 1 clicked!"
end subroutine button1clicked
end module handlers
program bsp
use, intrinsic :: iso_c_binding, only: c_ptr, c_funloc, c_null_char, c_null_ptr
use gtk, only: gtk_application_new, G_APPLICATION_FLAGS_NONE
use g, only: g_application_run, g_object_unref
use handlers
implicit none
integer(c_int) :: status
type(c_ptr) :: app
app = gtk_application_new("gtk-fortran.examples.gtkhello"//c_null_char, &
& G_APPLICATION_FLAGS_NONE)
call g_signal_connect(app, "activate"//c_null_char, c_funloc(activate), &
& c_null_ptr)
status = g_application_run(app, 0_c_int, [c_null_ptr])
print *, "You have exited the GLib main loop, bye, bye..."
call g_object_unref(app)
end program bsp
|
Compiliert und gelinkt wird das Ganze so:
gfortran bsp.f90 $(pkg-config --cflags --libs gtk-4-fortran)
Nach dem Programmstart
./a.out
öffnet sich ein Fenster mit zwei Buttons. Der eine Button schreibt etwas in die Konsole, der andere schließt das Programm.
Getestet wurde das Ganze mit openSUSE Tumbleweed und gfortran 15.2.1 (Stand: März 2026).
Mathematik
[Bearbeiten]BLAS und ATLAS
[Bearbeiten]
Allgemeines
[Bearbeiten]Die Basic Linear Algebra Subprograms (BLAS) stellen eine Sammlung von Unterprogrammen für die Vektor- und Matrizenrechnung dar.
- Level 1: Skalar-Vektor-, Vektor-Vektor-Operationen
- Level 2: Matrix-Vektor-Operationen
- Level 3: Matrix-Matrix-Operationen
Die Automatically Tuned Linear Algebra Software (ATLAS) ist ein um einige LAPACK-Funktionen erweitetertes BLAS-Paket und bietet die Möglichkeit, automatisiert eine rechneroptimierte Algebra-Bibliothek zu erzeugen.
Installation von BLAS
[Bearbeiten]BLAS lässt sich unter OpenSUSE Leap 15.6 einfach mittels dem Paket-Management-System YaST installieren.
Beispiele
[Bearbeiten]Beispiel: Die Level 1-Funktionen sdot und dnrm2
[Bearbeiten]| Fortran 90/95-Code (free source form) |
program bsp implicit none real, dimension(3) :: a = (/2.,1.,-1./), b = (/5., -2., 1.5/) real :: c, sdot real(kind=8) :: d, dnrm2 ! *** Skalarprodukt *** ! sdot: s ... REAL, dot ... Skalarprodukt (inneres Produkt) ! 1. Argument ... Dimension des Vektors ! 2. und 4. A. ... die Vektoren ! 3. und 5. A. ... Inkrement (hier 1) c = sdot(3, a, 1, b, 1) write(*,*) c ! Ausgabe: 6.500000 ! *** Norm des Vektors *** ! dnrm2: d ... DOUBLE PRECISION, nrm2 ... (euklidische) Norm ! 1. Argument: Dimension des Vektors ! 2. A.: Vektor ! 3. A.: Inkrement (hier 1) d = dnrm2(3, dble(a), 1) write(*,*) d ! Ausgabe: 2.44948974278318 end program bsp |
Kompilieren und Linken:
gfortran bsp.f95 -lblas
Beispiel: Die Level 2-Subroutine sger
[Bearbeiten]sger steht für:
- s ... REAL
- ge ... general matrix
- r ... rank 1 operation
Mathematisch ist damit folgende Operation gemeint:
wobei A eine mxn-Matrix ist, x und y stellen Vektoren dar.
Das nachfolgende Beispiel führt konkret folgende Rechnung aus:
| Fortran 90/95-Code (free source form) |
program bsp implicit none real, dimension(2) :: x = (/2., 1./), y = (/1., 0./) real, dimension(2,2) :: a = reshape ( (/1., 2., -1., 7./), (/2, 2/) ) call sger (2, 2, 1., x, 1, y, 1, a, 2) write(*,*) a ! Ausgabe: 3.000000 3.000000 -1.000000 7.000000 end program bsp |
Weblinks
[Bearbeiten]FGSL
[Bearbeiten]
Allgemeines
[Bearbeiten]Bei der "GNU Scientific Library" (GSL) handelt es sich um eine in C geschriebene Bibliothek. Diese bietet Funktionen für ein weites Spektrum der Mathematik. Beispielhaft seien folgende Bereiche genannt:
- Komplexe Zahlen
- Lineare Algebra
- Polynome
- Statistik
- Fast Fourier Transformation (FFT)
- Numerische Differentiation
- Numerische Integration
- Gewöhnliche Differentialgleichungen
- IEEE Floating-Point-Arithmetik
FGSL ist ein Fortran-Interface für diese GSL-Bibliothek. FGSL selbst deckt nicht die komplette Funktionspalette von GSL ab, inzwischen sind aber auch lineare Algebra und die FFT-Funktionen Bestandteil von FGSL, auch wenn zu diesem Zweck der Einsatz der optimierten Bibliotheken LAPACK und FFTW empfohlen wird. Für einige Teilbereiche werden nicht alle in C implementierten Datentypen unterstützt.
FGSL wurde unter Verwendung einiger Fortran 2003-Sprachmerkmale erstellt. Die Einbindung von FGSL in eigene Programme setzt aus diesem Grunde einen entsprechenden Fortran-Compiler voraus.
Beispiele
[Bearbeiten]Beispiel: Datentypen, Potenzierung und mathematische Konstanten
[Bearbeiten]| C | Fortran |
|---|---|
#include <stdio.h>
#include <gsl/gsl_math.h>
int main (void)
{
double a;
double d = 5.0;
a = gsl_pow_2 (d) * M_PI_4;
printf ("Kreisflaeche = %f\n", a);
return 0;
}
|
program bsp use fgsl implicit none real( kind = fgsl_double ) :: a real( kind = fgsl_double ) :: d = 5.0_fgsl_double a = d ** 2 * m_pi_4 write( *, * ) "Kreisflaeche = ", a end program bsp |
| Kompilieren, Linken:
|
Kompilieren, Linken:
|
Der kind-Wert fgsl_double entspricht dem c_double aus dem iso_c_binding-Modul. FGSL kennt die speziellen pow-Funktionen aus GSL nicht, da Fortran ohnehin über einen eigenen Potenzierungsoperator verfügt. Neben der m_pi_4-Konstante ( = ) kennt FGSL noch eine ganze Reihe anderer mathematischer Konstanten, z.B.:
m_e |
... | e, Eulersche Zahl, 2,714... |
m_euler |
... | Eulersche Konstante, 0,577... |
m_pi |
... | |
m_pi_2 |
... | |
m_sqrt2 |
... |
Auch jede Menge physikalische Konstanten kennt FGSL, z.B.:
fgsl_const_mksa_speed_of_light |
... | Lichtgeschwindigkeit im Vakuum, 2.9979... x 108 m / s |
fgsl_const_mksa_molar_gas |
... | Allgemeine Gaskonstante, 8.314472 J / (K · mol) |
fgsl_const_mksa_inch |
... | 0.0254 m |
fgsl_const_mksa_torr |
... | 133.322... Pa |
fgsl_const_num_giga |
... | 109 |
Beispiel: Lösen einer quadratischen Gleichung
[Bearbeiten]Gesucht ist die Lösung der quadratischen Gleichung
| C | Fortran |
|---|---|
#include <stdio.h>
#include <gsl/gsl_complex.h>
#include <gsl/gsl_poly.h>
int main (void)
{
double a, b, c;
gsl_complex z1, z2;
int i;
a = 1.0;
b = 12.0;
c = 37.0;
i = gsl_poly_complex_solve_quadratic(a, b, c,
&z1, &z2);
if(i == 1)
{
/* nur eine Lsg.*/
printf("z = (%f, %f)\n", z1.dat[0],
z1.dat[1]);
}
else
{
/* 2 Lsg., reell oder komplex */
printf( "z1 = (%f, %f)\n", z1.dat[0],
z1.dat[1]);
printf( "z2 = (%f, %f)\n", z2.dat[0],
z2.dat[1]);
}
return 0;
/* Ausgabe:
z1 = (-6.000000, -1.000000)
z2 = (-6.000000, 1.000000)
*/
}
|
program bsp
use fgsl
implicit none
real( kind = fgsl_double ) :: a, b, c
complex( fgsl_double ), dimension( 2 ) :: z
integer( kind = fgsl_int ) :: i
a = 1.0_fgsl_double
b = 12.0_fgsl_double
c = 37.0_fgsl_double
i = fgsl_poly_complex_solve_quadratic( a, b, c, z(1), z(2) )
if( i == 1 ) then
! nur eine Lsg.
write( *, * ) " z =", z(1)
else
! 2 Lsg., reell oder komplex
write( *, * ) " z1,2 =", z
end if
! Ausgabe:
! z1,2 = (-6.,-1.) (-6.,1.)
end program bsp
|
Beispiel: Numerische Integration
[Bearbeiten]Gesucht ist die Lösung des Integrals
| C | Fortran |
|---|---|
#include <stdio.h>
#include <math.h>
#include <gsl/gsl_integration.h>
double f(double x, void *params)
{
return(sin(x) / x);
}
int main ()
{
double result, error;
size_t neval;
gsl_function func;
func.function = &f;
func.params = 0;
gsl_integration_qng (&func, 0.0, 1.0, 1e-9, 1e-9,
&result, &error, &neval);
printf ("Ergebnis = %f\n", result);
return 0;
/* Ausgabe:
Ergebnis = 0.946083
*/
}
|
module integral
implicit none
contains
function f( x, params ) bind(c)
use, intrinsic :: iso_c_binding
implicit none
real( kind = c_double ) :: f
real( kind = c_double ), value :: x
type( c_ptr ), value :: params
f = sin( x ) / x
end function f
end module integral
program bsp
use fgsl
use integral
use, intrinsic :: iso_c_binding
implicit none
real( kind = fgsl_double ) :: result, error
integer( kind = fgsl_size_t) :: neval
integer( kind = fgsl_int) :: i
type( fgsl_function ) :: func
func = fgsl_function_init( f, c_null_ptr )
i = fgsl_integration_qng ( func, &
0.0_fgsl_double, &
1.0_fgsl_double, &
1e-9_fgsl_double, &
1e-9_fgsl_double, &
result, error, neval )
write( *, * ) "Ergebnis =", result
! Ausgabe:
! Ergebnis = 0.946083070367183
end program bsp
|
(F)GSL stellt verschiedene Möglichkeiten der numerischen Integration zur Verfügung. Hier wurde die Funktion für den QNG-Algorithmus (non-adaptive Gauss-Kronrod) gewählt.
Beispiel: IEEE-Floating-Point-Arithmetik
[Bearbeiten]Darstellung einer Fließkommazahl nach IEEE 754-Standard:
Beispielsweise wird eine 32-bit-Fließkommazahl binär so aufgegliedert:
seeeeeeeefffffffffffffffffffffff
- s ... sign, 1 bit
- e, E ... exponent, 8 bit (28 = 256; Emin = -127; Emax = 128)
- f ... fraction, 23 bit
Näheres zum IEEE 754-Standard findet sich z.B. bei IEEE 754
FGSL bietet Subroutinen, um Fießkommazahlen anschaulich entsprechend dem IEEE 754-Standard auszugeben:
fgsl_ieee_printf( x )... Ausgabe der Zahl x im IEEE-Format aufstdoutfgsl_ieee_fprintf( str, x )... Ausgabe der Zahl x im IEEE-Format.strist ein C-Zeiger (C:FILE *, Fortran:type( c_ptr )).
| C | Fortran |
|---|---|
#include <gsl/gsl_ieee_utils.h>
int main()
{
float a = 1.5;
double b = -2.6666666666666666;
gsl_ieee_printf_float( &a );
gsl_ieee_printf_double( &b );
}
|
program bsp use fgsl implicit none real( kind = fgsl_float ) :: a = 1.5 real( kind = fgsl_double ) :: b = -2.6666666666666666d0 call fgsl_ieee_printf( a ) call fgsl_ieee_printf( b ) end program bsp |
|
Ausgabe: 1.10000000000000000000000*2^0 -1.0101010101010101010101010101010101010101010101010101*2^1 | |
Mit der Subroutine fgsl_ieee_env_setup() lassen sich über die Environment-Variable GSL_IEEE_MODE einige nützliche Attribute (Rundungsmodus etc.) festlegen.
| C | Fortran |
|---|---|
#include <stdio.h>
#include <gsl/gsl_ieee_utils.h>
int main()
{
float a = 1.5;
int i;
gsl_ieee_env_setup();
for(i = 0; i < 5; i++)
{
a /= 0.11;
printf("%f\n", a);
}
}
|
program bsp
use fgsl
implicit none
real :: a = 1.5
integer :: i
call fgsl_ieee_env_setup()
do i = 0, 4
a = a / 0.11
write( *, * ) a
end do
end program bsp
|
|
Programmaufruf: GSL_IEEE_MODE="round-to-nearest" ./a.out Ausgabe: GSL_IEEE_MODE="round-to-nearest,trap-common" 13.636364 123.966942 1126.972168 10245.201172 93138.195312 |
Programmaufruf: GSL_IEEE_MODE="round-to-nearest" ./a.out Ausgabe: GSL_IEEE_MODE="round-to-nearest,trap-common" 13.636364 123.96695 1126.9723 10245.203 93138.21 |
|
Programmaufruf: GSL_IEEE_MODE="round-up" ./a.out Ausgabe: GSL_IEEE_MODE="round-up,trap-common" 13.636364 123.966949 1126.972290 10245.203125 93138.210938 |
Programmaufruf: GSL_IEEE_MODE="round-up" ./a.out Ausgabe: GSL_IEEE_MODE="round-up,trap-common" 13.636364 123.96695 1126.9723 10245.203 93138.21 |
|
Programmaufruf: GSL_IEEE_MODE="round-down" ./a.out Ausgabe: GSL_IEEE_MODE="round-down,trap-common" 13.636363 123.966934 1126.972046 10245.200195 93138.179688 |
Programmaufruf: GSL_IEEE_MODE="round-down" ./a.out Ausgabe: GSL_IEEE_MODE="round-down,trap-common" 13.636363 123.966934 1126.972 10245.2 93138.18 |
Weblinks
[Bearbeiten]
LAPACK
[Bearbeiten]
Allgemeines
[Bearbeiten]LAPACK steht für "Linear Algebra Package". LAPACK ist eine Bibliothek zwecks Lösung von
- linearen Gleichungssystemen
- LLS-Aufgaben
- Eigenwertproblemen
- Singulärwertproblemen
LAPACK ist in FORTRAN 77 geschrieben und nutzt weitgehend Funktionen von BLAS Level 3. Falls keine für einen bestimmten Prozessor optimierte Version von BLAS, z.B. ATLAS, bereits installiert ist, kann LAPACK mit der eigenen BLAS-Implementierung kompiliert werden. Aus FORTRAN 77 resultierende Namensbeschränkung auf eine maximale Länge von 6 Zeichen führt zu sehr kryptischen Unterprogrammbezeichnungen, z.B.
| D | G | E | T | R | F | |
| Zeichenposition: | D1 | M1 | M2 | O1 | O2 | O3 |
Erläuterung der Zeichenpositionen:
| D1 | Datentyp:
| ||||||||||||
| M1, M2 | Matrixtyp, z.B.
| ||||||||||||
| O1, O2, (O3) | Operation, z.B.
|
Eine detailliertere und umfassendere Beschreibung des Funktionsumfanges und der Anwendungsmöglichkeiten der LAPACK-Bibliothek bietet der LAPACK Users' Guide. Die einzelnen Subroutinen inklusive Unterprogrammparameter sind zudem auch in den LAPACK-Sourcecode-Dateien ausführlich dokumentiert.
Beispiel: Lösen eines einfachen Gleichungssystems
[Bearbeiten]Gegeben ist folgendes Gleichungssystem:
bzw. in Matrixschreibweise:
Gesucht sind die Unbekannten x und y:
| Fortran 90/95-Code (free source form) |
program bsp
implicit none
integer :: info
real, dimension(2,2) :: a = reshape ( (/2.,3.,1.,1./), (/2,2/) )
real, dimension(2) :: b = (/5., 6./), ipiv
! SUBROUTINE SGESV(N, NRHS, A, LDA, IPIV, B, LDB, INFO)
! s ... real, ge ... general matrix type, sv ... solver
call sgesv(2, 1, a, 2, ipiv, b, 2, info)
write(*,*) "Lösung (x, y): ", b
if(info == 0) then
write(*,*) "Ergebnis OK"
else
write(*,*) "Ergebnis NOK"
end if
! Ausgabe: Lösung (x, y): 1.000000 3.000000
! Ausgabe: Ergebnis OK
end program bsp
|
Kompilieren, Linken:
gfortran bsp.f95 -llapack -lblas
Beispiel: Inverse Matrix
[Bearbeiten]Gegeben ist eine 3x3-Matrix
die invertiert werden soll. Die Zahlenwerte dieser Matrix A entsprechen einem Beispiel aus Bartsch: Mathematische Formeln, 21. Auflage, VEB Fachbuchverlag Leipzig, 1986, Seite 109, ebenfalls zum Thema "Inverse Matrix".
Verwendet werden hierzu die beiden LAPACK-Subroutinen:
- SGETRF
- S ... Datentyp: real
- GE ... Matrixtyp: general
- TRF ... Operation: LU-Faktorisierung (Dreiecksform)
- SGETRI
- S ... Datentyp: real
- GE ... Matrixtyp: general
- TRI ... Operation: Invertierung einer LU-faktorisierten Matrix
| Fortran 90/95-Code (free source form) |
program bsp
implicit none
real, dimension( 3, 3 ) :: A
integer, dimension( 3 ) :: ipiv
real, dimension( 3 ) :: work
integer :: m = 3, n = 3, lda = 3, lwork = 3, info
A = reshape( (/ 3.0, -3.0, 2.0, -2.0, 5.0, -1.0, 1.0, 0.0, 2.0 /), &
shape( A ) )
! LU-Faktorisierung (Dreieckszerlegung) der Matrix A
call sgetrf( m, n, A, lda, ipiv, info )
! Inverse der LU-faktorisierten Matrix A
call sgetri( n, A, lda, ipiv, work, lwork, info )
write( *, * ) "Inverse Matrix Ai =", A
write( *, * ) "Testweise wie im Bartsch-Beispiel, Ai = 1/11 * (", A * 11, ")"
if( info == 0 ) then
write( *, * ) "OK"
else
write( *, * ) "Nicht OK"
end if
! Ausgabe:
! Inverse Matrix Ai = 0.909091 0.54545456 -0.63636374 0.2727273
! 0.36363637 -0.090909116 -0.45454553 -0.2727273 0.81818193
! Testweise wie im Bartsch-Beispiel, Ai = 1/11 * ( 10.000001 6. -7.000001
! 3.0000005 4. -1.0000002 -5.000001 -3.0000005 9.000001 )
! OK
end program bsp
|
Weblinks
[Bearbeiten]- LAPACK - Linear Algebra Package
- LAPACK Search Engine
- LAPACK95 - Fortran95 interface to LAPACK
- Erstellen der LAPACK-Bibliothek mit gfortran
Parallele Programmierung
[Bearbeiten]OpenMP
[Bearbeiten]
Was ist OpenMP
[Bearbeiten]OpenMP ist die Abkürzung für "Open specifications for Multi Processing" und ist eine API für Fortran und C/C++, die zum Zwecke der parallelen Programmierung mittels Shared-Memory-Ansatz für Mehrprozessor-Systeme erschaffen wurde.
Durch Anwendung von Compiler-Direktiven und spezieller Unterprogramme wird die Abarbeitung von bestimmten Programmkonstrukten auf mehrere Threads aufgeteilt.
Der "Master Thread" mit der Nummer 0 ist in einem OpenMP-Programm standardmäßig immer aktiv. Der Programmierer bestimmt im Programmcode, wann eine Gabelung (fork) in mehrere Threads gefordert wird und wann das Ganze wieder in einen einzelnen Thread vereint werden soll (join).
OpenMP wird schon von vielen Fortran-Compilern unterstützt.
Ein einfaches Beispiel
[Bearbeiten]| Fortran 90/95-Code (free source form) |
program bsp
use omp_lib
implicit none
! fork
!$omp parallel num_threads(3)
! Das nur 1x ausgeben (beim Master Thread)
if( omp_get_thread_num() == 0 ) then
write( *, * ) 'Insgesamt gibt es ', omp_get_num_threads(), 'Thread(s)'
end if
! Das bei jedem Thread ausgeben
write( *, * ) 'Thread ', omp_get_thread_num(), 'ist aktiv'
! join
!$omp end parallel
! Ausgabe:
! Insgesamt gibt es 3 Thread(s)
! Thread 0 ist aktiv
! Thread 1 ist aktiv
! Thread 2 ist aktiv
end program bsp
|
Unter Umständen muss das Modul omp_lib eingebunden werden. Dieses Modul enthält die interface für die OpenMP-Routinen. Eine mögliche Form des OpenMP-Modus ist am Ende dieses Abschnittes angegeben.
Kompilieren und Linken des Beispielprogramms:
| gfortran: |
gfortran -fopenmp -o bsp bsp.f90 |
| Intel Fortran Compiler: |
ifx -qopenmp -o bsp bsp.f90 |
Erläuterung:
- OpenMP-Direktiven werden als Kommentare gekapselt. Bei Verwendung der "free source form" lautet der erste Direktiven-Abschnitt (en. sentinel, dt. Wächter) immer
!$omp. Groß-/Kleinschreibung spielt keine Rolle. Es folgt die Anweisung, dass sich nun das Programm gabeln soll (parallel). Die Anzahl der gewünschten Threads wird hier explizit mittels der Optionnum_threads()festgelegt. - Verwendete OpenMP-Funktionen:
omp_get_thread_num()... Aktuelle Thread-Nummeromp_get_num_threads()... Anzahl der Threads
- Beendet wird der parallele Programmteil mit
!$omp end parallel
Thread-Erzeugung: Die parallel-Direktive
[Bearbeiten]Wie im vorigen Beispiel bereits angedeutet, wird ein "fork" (die Threaderzeugung) immer mit der Direktive
!$omp parallel [optionen]
eingeleitet und mit
!$omp end parallel
beendet. Es kann hier auch eine Reihe von optionalen Steueranweisungen angegeben werden (siehe vorheriges Beispiel und nachfolgende Beispiele).
Thread-Anzahl bestimmen
[Bearbeiten]- Festlegung im Rahmen der OpenMP-Direktive
!$omp parallelüber die Optionnum_threads( nr ) - Mittels OpenMP-Subroutinenaufruf vor dem fork:
call omp_set_num_threads( nr ) - Festlegung in der Kommandozeile vor Ausführung des Programmes, z.B.:
export OMP_NUM_THREADS=nr - Default (normalerweise 1 Thread pro CPU)
- Dynamische Anpassung zur Programmlaufzeit per Run-Time-Environment:
call omp_set_dynamic( .true. )
Sichtbarkeit/Gültigkeit von Daten
[Bearbeiten]Aufgrund des Shared-Memory-Ansatzes werden Daten standardmäßig zwischen den Threads geteilt. Dieses Verhalten kann aber auch optional geändert werden. Mögliche Varianten für die parallel-Direktive:
shared... Solche Daten sind explizit in allen Threads sichtbar und gültig. Eine Änderung solcher Daten in einem Thread wirkt sich auf alle anderen Threads aus.private... Solche Daten sind nur im aktuellen Thread sichtbar und gültig, sie werden beim Eintritt in den parallelen Programmabschnitt nicht speziell initialisiert. Änderungen dieser Werte wirken sich nicht auf nachfolgende serielle Programmteile aus.firstprivate... Ähnlich wieprivate. Der Unterschied zuprivateist, dass solcherart markierte Daten mit dem letztgültigen Wert aus dem vorhergehenden seriellen Programmabschnitt initialisiert werden.
Beispiel:
| Fortran 90/95-Code (free source form) |
program bsp
use omp_lib
implicit none
integer :: a, b, c, tnr
a = 123
b = 123
c = 123
! Seriell
write( *, * ) 'Seriell:'
write( *, * ) 'a = ', a
write( *, * ) 'b = ', b
write( *, * ) 'c = ', c
write( *, * ) '-------------------------------'
call omp_set_num_threads( 3 )
!$omp parallel shared( a ) private( b ) firstprivate( c )
write( *, * ) 'Parallel:'
tnr = omp_get_thread_num() ! Aktuelle Threadnummer
if( tnr == 0 ) then
a = a + 5
b = b + 5
c = c + 5
end if
write( *, * ) 'a = ', a
write( *, * ) 'b = ', b
write( *, * ) 'c = ', c
write( *, * ) '-------------------------------'
!$omp end parallel
! Seriell
write( *, * ) 'Seriell:'
write( *, * ) 'a = ', a
write( *, * ) 'b = ', b
write( *, * ) 'c = ', c
end program bsp
|
Ausgabe:
Seriell: a = 123 b = 123 c = 123 ------------------------------- Parallel: 0 a = 128 b = 5 c = 128 ------------------------------- Parallel: 1 a = 128 b = 0 c = 123 ------------------------------- Parallel: 2 a = 128 b = 0 c = 123 ------------------------------- Seriell: a = 128 b = 123 c = 123
Für andere OpenMP-Direktiven sind auch noch andere Sichtbarkeits- und Gültigkeitsbereiche möglich (z.B. lastprivate).
Die do-Direktive
[Bearbeiten]Innerhalb eines parallel-Blocks können auch do-Schleifen parallelisiert werden. Die Schleifendurchläufe werden auf die einzelnen Threads bzw. CPUs aufgeteilt.
Beispiel:
| Fortran 90/95-Code (free source form) |
program bsp
use omp_lib
implicit none
integer :: i, tnr
call omp_set_num_threads( 3 )
!$omp parallel private( i )
!$omp do
do i = 1, 20
tnr = omp_get_thread_num() ! Aktuelle Threadnummer
write( *, * ) 'Thread', tnr, ':', i
end do
!$omp end do
!$omp end parallel
end program bsp
|
Ausgabe:
Thread 0 : 1 Thread 0 : 2 Thread 0 : 3 Thread 0 : 4 Thread 0 : 5 Thread 0 : 6 Thread 0 : 7 Thread 1 : 8 Thread 1 : 9 Thread 1 : 10 Thread 1 : 11 Thread 1 : 12 Thread 1 : 13 Thread 1 : 14 Thread 2 : 15 Thread 2 : 16 Thread 2 : 17 Thread 2 : 18 Thread 2 : 19 Thread 2 : 20
Die Zuweisung der Schleifendurchläufe an die Threads kann gesteuert werden. Dazu wird der do-Direktive eine schedule-Anweisung mit dem Argument Typ und ev. auch mit dem Argument Chunk-Größe beigefügt. Als Typen sind möglich
staticdynamicguidedruntime
Diese Bezeichnungen beziehen sich auf die Art der Thread-Erzeugung.
Beispiel:
| Fortran 90/95-Code (free source form) |
program bsp
use omp_lib
implicit none
integer :: i, tnr
call omp_set_num_threads( 3 )
!$omp parallel private( i )
!$omp do schedule(static, 3)
do i = 1, 20
tnr = omp_get_thread_num() ! Aktuelle Threadnummer
write( *, * ) 'Thread', tnr, ':', i
end do
!$omp end do
!$omp end parallel
end program bsp
|
Ausgabe:
Thread 0 : 1 Thread 0 : 2 Thread 0 : 3 Thread 0 : 10 Thread 0 : 11 Thread 0 : 12 Thread 0 : 19 Thread 0 : 20 Thread 1 : 4 Thread 1 : 5 Thread 1 : 6 Thread 1 : 13 Thread 1 : 14 Thread 1 : 15 Thread 2 : 7 Thread 2 : 8 Thread 2 : 9 Thread 2 : 16 Thread 2 : 17 Thread 2 : 18
Eine do while-Schleife kann nicht auf diese Art und Weise mittels OpenMP-Direktive parallel ausgeführt werden.
Die sections-Direktive
[Bearbeiten]Auch die Festlegung, dass bestimmte Programmabschnitte auf je einen Thread verteilt werden sollen, ist möglich. Dazu wird das Konstrukt
!$omp sections [optionen]
!$omp section
block
!$omp section
block
...
!$omp end sections
innerhalb eines parallel-Blocks eingesetzt.
Beispiel:
| Fortran 90/95-Code (free source form) |
program bsp
use omp_lib
implicit none
integer :: a, b
a = 20
b = 30
call omp_set_num_threads( 3 )
!$omp parallel shared( a, b )
!$omp sections
!$omp section
write( *, * ) omp_get_thread_num(), a
write( *, * ) omp_get_thread_num(), "---"
!$omp section
write( *, * ) omp_get_thread_num(), b
write( *, * ) omp_get_thread_num(), "----"
!$omp end sections
!$omp end parallel
! Ausgabe (ifort):
! 0 20
! 0 ---
! 1 30
! 1 ----
end program bsp
|
Weitere Direktiven
[Bearbeiten]worksharesingle
Kombinierte Direktiven
[Bearbeiten]Unmittelbar aufeinanderfolgende Einzeldirektiven können auch in einer einzigen Direktive zusammengefasst werden. Möglich sind
parallel doparallel sectionsparallel workshare
Beispiel:
| Fortran 90/95-Code (free source form) |
program bsp
use omp_lib
implicit none
integer :: i, tnr
call omp_set_num_threads( 3 )
!$omp parallel do private(i) schedule(static, 3)
do i = 1, 20
tnr = omp_get_thread_num() ! Aktuelle Threadnummer
write( *, * ) 'Thread', tnr, ':', i
end do
!$omp end parallel do
end program bsp
|
Eine zusammengehörende OpenMP-Direktive darf auch auf mehrere Zeilen verteilt werden.
Beispiel:
| Fortran 90/95-Code (free source form) |
program bsp
use omp_lib
implicit none
integer :: i, tnr
call omp_set_num_threads( 3 )
!$omp parallel do &
!$omp private(i) &
!$omp schedule(static, 3)
do i = 1, 20
tnr = omp_get_thread_num() ! Aktuelle Threadnummer
write( *, * ) 'Thread', tnr, ':', i
end do
!$omp end parallel do
end program bsp
|
Synchronisation
[Bearbeiten]Bei der parallelen Programmierung können Situationen auftreten, die bei einer seriellen Programmausführung nie passieren würden, z.B. race conditions. Damit es nicht soweit kommt, bietet OpenMP einige Direktiven zur Synchronisation der Threadausführung.
master-Direktive
[Bearbeiten]!$omp master ... !$omp end master
Der eingeschlossene Programmblock wird nur vom Master Thread ausgeführt und von den anderen Threads ignoriert.
critical-Direktive
[Bearbeiten]!$omp critical ... !$omp end critical
Dieser Programmteil wird zwar von allen Threads ausgeführt, allerdings ist sichergestellt, dass dies nicht gleichzeitig erfolgt.
atomic-Direktive
[Bearbeiten]!$omp atomic
Ähnlich zu critical. Allerding gilt dies Direktive nur für eine einzelne unmittelbar nachfolgende spezielle Programmanweisung.
barrier-Direktive
[Bearbeiten]!$omp barrier
Sobald ein Thread eine solche Barriere erreicht, wartet er bis alle andere Threads diese Barriere auch erreicht haben. Erst dann geht's weiter.
flush-Direktive
[Bearbeiten]!$omp flush
Erstellung eines konsistenten Speicherbildes.
ordered-Direktive
[Bearbeiten]!$omp do ordered
do ...
...
!$omp ordered
...
!$omp end ordered
...
end do
!$omp end do
"Geordnete Ausführung" von do-Schleifen in der gleichen Reihenfolge einer seriellen Abarbeitung.
Beispiel:
| Fortran 90/95-Code (free source form) |
program bsp
use omp_lib
implicit none
integer :: i, tnr
call omp_set_num_threads( 3 )
!$omp parallel private( i )
!$omp do ordered schedule(static, 3)
do i = 1, 20
!$omp ordered
tnr = omp_get_thread_num() ! Aktuelle Threadnummer
write( *, * ) 'Thread', tnr, ':', i
!$omp end ordered
end do
!$omp end do
!$omp end parallel
end program bsp
|
Ausgabe:
Thread 0 : 1 Thread 0 : 2 Thread 0 : 3 Thread 1 : 4 Thread 1 : 5 Thread 1 : 6 Thread 2 : 7 Thread 2 : 8 Thread 2 : 9 Thread 0 : 10 Thread 0 : 11 Thread 0 : 12 Thread 1 : 13 Thread 1 : 14 Thread 1 : 15 Thread 2 : 16 Thread 2 : 17 Thread 2 : 18 Thread 0 : 19 Thread 0 : 20
Das Modul omp_lib
[Bearbeiten]Das Modul omp_lib enthält die interface für die Routinen von OpenMP. Eine mögliche Form des Modules ist nachfolgend abgebildet. In dem Modul wird die import-Anweisung verwendet, die Teil des Standards Fortran 2003 ist.
| Fortran 90/95-Code (free source form) |
module omp_lib ! ! OpenMP Fortran API v2.5 ! implicit none integer, parameter, private :: sgl = kind( 0.0 ) integer, parameter, private :: dbl = kind( 0.0d0 ) integer, parameter, private :: omp_real_kind = dbl integer, parameter, private :: omp_integer_kind = sgl integer, parameter, private :: omp_logical_kind = sgl integer, parameter, private :: omp_lock_kind = dbl integer, parameter, private :: omp_nest_lock_kind = dbl interface subroutine omp_destroy_lock ( var ) import :: omp_lock_kind integer ( kind=omp_lock_kind ), intent(inout) :: var end subroutine omp_destroy_lock subroutine omp_destroy_nest_lock ( var ) import :: omp_nest_lock_kind integer ( kind=omp_nest_lock_kind ), intent(inout) :: var end subroutine omp_destroy_nest_lock function omp_get_dynamic () import :: omp_logical_kind logical ( kind=omp_logical_kind ) :: omp_get_dynamic end function omp_get_dynamic function omp_get_max_threads () import :: omp_integer_kind integer ( kind=omp_integer_kind ) :: omp_get_max_threads end function omp_get_max_threads function omp_get_nested () import :: omp_logical_kind logical ( kind=omp_logical_kind ) :: omp_get_nested end function omp_get_nested function omp_get_num_procs () import :: omp_integer_kind integer ( kind=omp_integer_kind ) :: omp_get_num_procs end function omp_get_num_procs function omp_get_num_threads () import :: omp_integer_kind integer ( kind=omp_integer_kind ) :: omp_get_num_threads end function omp_get_num_threads function omp_get_thread_num () import :: omp_integer_kind integer ( kind=omp_integer_kind ) :: omp_get_thread_num end function omp_get_thread_num function omp_get_wtick () import :: omp_real_kind real ( kind=omp_real_kind ) :: omp_get_wtick end function omp_get_wtick function omp_get_wtime () import :: omp_real_kind real ( kind=omp_real_kind ) :: omp_get_wtime end function omp_get_wtime subroutine omp_init_lock ( var ) import :: omp_lock_kind integer ( kind=omp_lock_kind ), intent(out) :: var end subroutine omp_init_lock subroutine omp_init_nest_lock ( var ) import :: omp_nest_lock_kind integer ( kind=omp_nest_lock_kind ), intent(out) :: var end subroutine omp_init_nest_lock function omp_in_parallel () import :: omp_logical_kind logical ( kind=omp_logical_kind ) :: omp_in_parallel end function omp_in_parallel subroutine omp_set_dynamic ( enable_expr ) import :: omp_logical_kind logical ( kind=omp_logical_kind ), intent(in) :: enable_expr end subroutine omp_set_dynamic subroutine omp_set_lock ( var ) import :: omp_lock_kind integer ( kind=omp_lock_kind ), intent(inout) :: var end subroutine omp_set_lock subroutine omp_set_nest_lock ( var ) import :: omp_nest_lock_kind integer ( kind=omp_nest_lock_kind ), intent(inout) :: var end subroutine omp_set_nest_lock subroutine omp_set_nested ( enable_expr ) import :: omp_logical_kind logical ( kind=omp_logical_kind ), intent(in) :: enable_expr end subroutine omp_set_nested subroutine omp_set_num_threads ( number_of_threads_expr ) import :: omp_integer_kind integer ( kind=omp_integer_kind ), intent(in) :: number_of_threads_expr end subroutine omp_set_num_threads function omp_test_lock ( var ) import :: omp_logical_kind, omp_lock_kind logical ( kind=omp_logical_kind ) :: omp_test_lock integer ( kind=omp_lock_kind ), intent(inout) :: var end function omp_test_lock function omp_test_nest_lock ( var ) import :: omp_integer_kind, omp_nest_lock_kind integer ( kind=omp_integer_kind ) :: omp_test_nest_lock integer ( kind=omp_nest_lock_kind ), intent(inout) :: var end function omp_test_nest_lock subroutine omp_unset_lock ( var ) import :: omp_lock_kind integer ( kind=omp_lock_kind ), intent(inout) :: var end subroutine omp_unset_lock subroutine omp_unset_nest_lock ( var ) import :: omp_nest_lock_kind integer ( kind=omp_nest_lock_kind ), intent(inout) :: var end subroutine omp_unset_nest_lock end interface end module omp_lib |
Literatur
[Bearbeiten]- Rohit Chandra, Leonardo Dagum, Dave Kohr, Dror Maydan, Jeff McDonald, Ramesh Menon, Parallel Programming in OpenMP, Morgan Kaufmann Publishers, 2001, ISBN-13: 978-1-55860-671-5, ISBN-10: 1-55860-671-8
Weblinks
[Bearbeiten]
Fortran und Tcl
[Bearbeiten]
Tcl/Tk kann im Zusammenhang mit Fortran zwecks Erstellung einer Tk-Benutzeroberfläche für Fortran-Programme interessant sein. Die zeitkritischen oder mathematisch orientierten Programmteile werden mittels Fortran-Code realisiert. Der Programmcode für die Benutzerschnittstelle wird mittels Tcl/Tk-Skript zur Verfügung gestellt.
Beispiel
[Bearbeiten]Prinzipskizze
[Bearbeiten]Tcl/Tk-Code
[Bearbeiten]#!/usr/bin/wish
wm title . Sinus ;# Fenstertitel
entry .e1 ;# Eingabefeld
button .b1 -text "Hier drücken" -command fcall ;# Schaltfläche
label .l1 -bg green ;# Textfeld
pack .e1 -padx 10 -pady 5 ;# Widgets packen
pack .b1 -padx 10 -pady 5
pack .l1 -padx 10 -pady 5
proc fcall { } { ;# Kommunikation mit Fortran, Ergebnis schreiben
set f [open "|./a.out" r+] ;# a.out ist das kompilierte und gelinkte Fortran-Programm
set val [.e1 get]
puts $f $val
flush $f
gets $f wert
close $f
.l1 config -text $wert
}
Fortran-Code
[Bearbeiten]| Fortran 90/95-Code (free source form) |
program bsp implicit none real :: val, sin read (*,*) val write(*,'(A12,F6.3)') "Ergebnis = ", sin(val) end |
Programmausführung
[Bearbeiten]Das Fortran-Programm muss selbstverständlich vorab einmal kompiliert und gelinkt werden. Im Beispielsfall muss die exekutierbare Ausgabedatei a.out heißen. Unter Linux wird das Tcl-Skript vor dem ersten Start als ausführbar (-> mittels chmod-Befehl) markiert. Der Programmaufruf erfolgt über das Tcl-Skript, das wie ein normales Programm durch Eingabe des Programmnamens gestartet wird.
Ergebnis
[Bearbeiten]Alternativen
[Bearbeiten]Tcl/Tk bietet eine Schnittstelle zur Programmiersprache C (tcl.h, tk.h, libtcl*.so, libtk*.so). Mit dem im nächsten Kapitel behandelten Fortran-C-Binding kann auf diese C-Funktionen zugegriffen werden. Die Ftcl-Bibliothek nutzt diesen Mechanismus.
Weblinks
[Bearbeiten]- Tcl/Tk-Homepage
- Programming:Tcl (englischsprachiges Wikibook)
- Ftcl: Using Tcl in Fortran programs and vice versa
Fortran und C
[Bearbeiten]Interface
[Bearbeiten]
Ein Interface ist die Schnittstellendefinition zu einem externen Unterprogramm. Das externe Unterprogramm kann, muss aber nicht in Fortran geschrieben sein.
interface Spezifikation der externen Unterprogramme end interface |
Beispiel:
interface
! subroutine x(a, b, c) sei ein externes Unterprogramm
subroutine x(a, b, c)
real, intent(in) :: a
integer :: b, c
end subroutine x
end interface
call x(2.5, 1, 3)
Fortran 90/95
[Bearbeiten]
In Fortran 90/95 ist der Zugriff auf C-Funktionen nicht standardisiert. Derartige Zugriffe sind compilerabhängig zu lösen. Es sind je nach verwendetem Fortran-Compiler verschiedene Compilerdirektiven zu setzen, Optionen beim Compileraufruf und ähnliches zu beachten. Fortran 2003 bietet eine standardisierte Schnittstelle für den Zugriff auf C-Funktionen.
gfortran und gcc
[Bearbeiten]Beispiel: "call by value" und "call by reference"
[Bearbeiten]Fortran übergibt die Argumente eines Unterprogrammes standardmäßig "call by reference". Im Zusammenspiel mit C besteht nun das Problem, dass in C Argumente "call by reference" via Pointer oder "call by value" übergeben werden . In gfortran ist die Funktion %val inkludiert, mit der auch in Fortran der "call by value"-Mechanismus nachgebildet werden kann.
Fortran-Code bsp.f90:
| Fortran 90/95-Code (free source form) |
program bsp
implicit none
interface
subroutine zahl(a, b)
integer :: a, b
end subroutine zahl
end interface
call zahl(%val(5), 7)
end program bsp
|
C-Code bsp.c:
| Programmcode |
#include <stdio.h>
void zahl(int a, int *b)
{
printf("%s%d\n", "Ergebnis = ", a * *b);
}
|
Compilieren und Linken:
gcc -c -o bsp1.o bsp.c gfortran -c -fno-underscoring -o bsp2.o bsp.f90 gfortran bsp1.o bsp2.o
Ausgabe:
Ergebnis = 35
Beispiel: Übergabe von Zeichenketten
[Bearbeiten]Fortran Code bsp.f90:
| Fortran 90/95-Code (free source form) |
program bsp
implicit none
interface
subroutine hallo(str)
character(*) :: str
end subroutine
end interface
call hallo("Hallo, Sonne" // char(0)) ! char(0) -> Nulltermination für C
call hallo("Hallo, Protuberanz" // char(0)) ! char(0) -> Nulltermination für C
call hallo("Hallo, Mond") ! keine Nulltermination
! Ausgabe:
! Hallo, Sonne
! Hallo, Protuberanz
! Hallo, Mond
end program bsp
|
C-Code bsp.c:
| Programmcode |
#include <stdio.h>
void hallo(char *str)
{
printf("%s\n", str);
}
|
Compilieren und Linken:
gcc -c -o bsp1.o bsp.c g9fortran -c -fno-underscoring -o bsp2.o bsp.f90 gfortran bsp1.o bsp2.o
Beispiel: Rückgabewert
[Bearbeiten]Die Rückgabe eines Wertes einfachen Datentyps aus einer C-Funktion nach Fortran stellt kein Problem dar. Es ist einzig zu beachten, dass der Datentyp in C und Fortran übereinstimmt.
Fortran-Code bsp.f90:
| Fortran 90/95-Code (free source form) |
program bsp
implicit none
interface
function zahl(x, y)
integer :: zahl
integer :: x, y
end function
end interface
integer :: res
res = zahl(%val(76), %val(32))
write(*,*) res
! Ausgabe: 108
end program bsp
|
C-Code bsp.c:
| Programmcode |
int zahl(int a, int b)
{
return (a+b);
}
|
ifx und gcc
[Bearbeiten]Beispiel: "call by value" und "call by reference"
[Bearbeiten]Fortran-Code bsp.f90:
| Fortran 90/95-Code (free source form) |
program bsp
implicit none
interface
subroutine zahl(a, b)
!dec$ attributes c :: zahl
!dec$ attributes reference :: b
integer :: a, b
end subroutine zahl
end interface
call zahl(5, 7)
end program bsp
|
C-Code bsp.c:
| Programmcode |
#include <stdio.h>
void zahl(int a, int *b)
{
printf("%s%d\n", "Ergebnis = ", a * *b);
}
|
Compilieren, Linken:
gcc -c -o bsp1.o bsp.c ifx -c -o bsp2.o bsp.f90 ifx bsp1.o bsp2.o
Ausgabe:
Ergebnis = 35
Beispiel: Übergabe von Zeichenketten
[Bearbeiten]Fortran-Code bsp.f90:
| Fortran 90/95-Code (free source form) |
program bsp
implicit none
interface
subroutine hallo(str)
!dec$ attributes c :: hallo
!dec$ attributes reference :: str
character(*) :: str
end subroutine
end interface
call hallo("Hallo, Sonne" // char(0)) ! char(0) -> Nulltermination
call hallo("Hallo, Protuberanz"C) ! C -> Nulltermination (bei Intel-Fortran-Compiler)
call hallo("Hallo, Mond") ! keine explizite Nullterminiation
! Ausgabe:
! Hallo, Sonne
! Hallo, Protuberanz
! Hallo, MondHallo, Sonne
end program bsp
|
C-Code bsp.c:
| Programmcode |
#include <stdio.h>
void hallo(char *str)
{
printf("%s\n", str);
}
|
Compilieren und Linken:
gcc -c -o bsp1.o bsp.c ifx -c -o bsp2.o bsp.f90 ifx bsp1.o bsp2.o
Beispiel: Rückgabewert
[Bearbeiten]Fortran-Code bsp.f90:
| Fortran 90/95-Code (free source form) |
program bsp
implicit none
interface
function zahl(x, y)
!dec$ attributes c :: zahl
integer :: zahl
integer :: x, y
end function
end interface
integer :: res
res = zahl(76, 32)
write(*,*) res
! Ausgabe: 108
end program bsp
|
C-Code bsp.c:
| Programmcode |
int zahl(int a, int b)
{
return (a+b);
}
|
Fortran 2003
[Bearbeiten]
Ab Fortran 2003 ist es viel einfacher auf C zu zugreifen, als in Fortran 95. Es wurde im Fortran 2003-Standard ein intrinsisches Modul namens iso_c_binding vorgesehen, das die zum Zugriff auf C-Programme nötigen Elemente enthält. Fortran 2018 und 2023 brachten einige Erweiterungen zu diesem Thema. Darauf wird aber vorerst hier nicht eingegangen.
Folgende Beispiele wurden unter dem Betriebssystem OpenSUSE Leap 15.6 gestestet. Zum Einsatz kamen der gfortran-Compiler (7.5.0, 2017) und Intels ifx (2025.2.0).
Ein einfaches Beispiel
[Bearbeiten]Fortran 2003-Code: bsp.f90
| Fortran 2003 (oder neuer)-Code |
program bsp
implicit none
interface
function addition( a, b ) bind( c )
use, intrinsic :: iso_c_binding
real( kind = c_float ), value :: a
real( kind = c_float ), value :: b
real( kind = c_float ) :: addition
end function addition
end interface
write (*,*) addition( 2.5, 3.3 )
! Ausgabe: 5.8
end program bsp
|
C-Code: bsp.c
| Programmcode |
float addition(float a, float b)
{
return (a + b);
}
|
Makefile:
| Programmcode |
FC = gfortran # oder ifx CC = gcc bsp: bsp_c.o bsp_f90.o $(FC) -o bsp bsp_c.o bsp_f90.o bsp_c.o: bsp.c $(CC) -c -o bsp_c.o bsp.c bsp_f90.o: bsp.f90 $(FC) -c -o bsp_f90.o bsp.f90 .PHONY: clean clean: rm *.o |
Was ist neu gegenüber Fortran 95?
|
... | bind-Attribut, stellt unter anderem die Interoperabilität mit C bezüglich Prozedurnamenskonventionen nach der Übersetzung sicher |
|
... | Einbindung des intrinsischen Moduls iso_c_binding
|
|
... | C-Datentyp float
|
|
... | call by value |
Datentyp-Zuordnung
[Bearbeiten]Das iso_c_binding-Modul stellt benannte Konstanten zur Verfügung, die bei Fortran-Datentypen als kind-Wert zu verwenden sind, um den jeweiligen C-Datentyp zu charakterisieren. Weist eine solche Konstante einen negativen Wert auf, dann ist keine Entsprechung von Fortran-Datentyp zu C-Datentyp vorhanden.
| Fortran-Datentyp | Benannte iso_c_binding-Konstante (kind-Wert)
|
C-Datentyp |
|---|---|---|
| integer | c_int | int |
| c_short | short int | |
| c_long | long int | |
| c_long_long | long long int | |
| c_signed_char | signed char, unsigned char | |
| c_size_t | size_t | |
| c_int8_t | int8_t | |
| c_int16_t | int16_t | |
| c_int32_t | int32_t | |
| c_int64_t | int64_t | |
| c_int_least8_t | int_least8_t | |
| c_int_least16_t | int_least16_t | |
| c_int_least32_t | int_least32_t | |
| c_int_least64_t | int_least64_t | |
| c_int_fast8_t | int_fast8_t | |
| c_int_fast16_t | int_fast16_t | |
| c_int_fast32_t | int_fast32_t | |
| c_int_fast64_t | int_fast64_t | |
| c_intmax_t | intmax_t | |
| c_intptr_t | intptr_t | |
| real | c_float | float |
| c_double | double | |
| c_long_double | long double | |
| complex | c_float_complex | float _Complex |
| c_double_complex | double _Complex | |
| c_long_double_complex | long double _Complex | |
| logical | c_bool | _Bool |
| character | c_char | char |
| Quelle: J3/04-007 Fortran 2003 Working Draft | ||
Das iso_c_binding-Modul stellt keine speziellen kind-Werte für unsigned-Integer-Datentypen zur Verfügung. Im Bedarfsfall sind die entsprechenden kind-Werte für die signed-Datentypen zu verwendet.
Nicht jeder Fortran-Compiler unterstützt alle genannten C-Datentypen und die unterstützten Datentypen können sich compilerspezifisch in der Byteanzahl unterscheiden.
„call by value“ vs. „call by reference“
[Bearbeiten]Im einführenden Beispiel wurden die Funktionsargumente „call by value“ übergeben. Das Variablenattribut value stellt dieses Verhalten sicher. Wird dieses Attribut nicht gesetzt, so gilt „call by reference“.
Beispiel:
Fortran-Code bsp.f90:
| Fortran 2003 (oder neuer)-Code |
program bsp
implicit none
interface
subroutine zahl( a, b ) bind( c )
use, intrinsic :: iso_c_binding
integer( kind=c_int ), value :: a
integer( kind=c_int ) :: b
end subroutine zahl
end interface
call zahl(5, 7)
! Ausgabe:
! Ergebnis = 35
end program bsp
|
C-Code bsp.c:
| Programmcode |
#include <stdio.h>
void zahl(int a, int *b)
{
printf("%s%d\n", "Ergebnis = ", a * *b);
}
|
Globale C-Variablen
[Bearbeiten]Muss in Fortran auf globale C-Variablen zugegriffen werden, so sind diese im Gültigkeitsbereich eines Fortran-Modul zu spezifizieren.
Felder
[Bearbeiten]Interoperabilität zwischen Fortran und C ist nur mit Feldern definierter Größe gegeben. Allozierbare Felder oder Zeigerfelder sind nicht erlaubt.
Beispiel:
| Fortran 2003 (oder neuer)-Code |
program bsp
implicit none
integer, dimension( 3 ) :: a = (/ 1, 2, 3 /)
interface
subroutine feld1( f ) bind( c )
use, intrinsic :: iso_c_binding
integer( c_int ), dimension(*) :: f
end subroutine feld1
end interface
write (*,*) "Feld a vorher: ", a
call feld1( a )
write (*,*) "Feld a nachher: ", a
! Ausgabe:
! Feld a vorher: 1 2 3
! Feld a nachher: 999 2 3
end program bsp
|
| Programmcode |
void feld1(int f[])
{
f[0] = 999;
}
|
Übergabe von Zeichenketten
[Bearbeiten]Beispiel:
Fortran-Code bsp.f90:
| Fortran 2003 (oder neuer)-Code |
program bsp
use, intrinsic :: iso_c_binding
implicit none
interface
subroutine string1( str_in ) bind( c )
use, intrinsic :: iso_c_binding
character( kind=c_char, len=1 ) :: str_in ! Ungültiges Fortran 2003 da nur len=1 erlaubt ist
end subroutine string1
end interface
call string1( c_char_"Greetings from Fortran" // c_null_char )
! Ausgabe:
! "Greetings from Fortran"
end program bsp
|
C-Code bsp.c:
| Programmcode |
#include <stdio.h>
void string1(char str_in[])
{
printf("%s \n", str_in);
}
|
Für len=1 funktioniert das Beispiel mit allen angeführten Compilern. Das len-Attribut kann im Übrigen auch weggelassen werden; einige unterstützen als compilerspezifische Erweitungen auch andere Längen. Im Fortran 2003-Working-Draft wird in „Note 15.23“ eine andere Möglichkeit für die Übergabe von Zeichenketten angeführt. Diese folgt im wesentlichen der Annahme:
- C-Zeichenketten sind
char-Felder mit einem terminierenden\0-Zeichen und können deshalb in Fortran als Felder vom Datentypcharactermit einem kind-Wertc_charangesprochen werden.
Daher wird im Interface der Dummy-Parameter in Form eines Feldes aus Zeichen des Typs c_char deklariert. Das entspräche auch genau der aufzurufenden C-Funktion. Allerdings ist solcherart verfasster Code dann nicht mit allen Compilern übersetzbar.
Beispiel:
Fortran-Code bsp.f90:
| Fortran 2003 (oder neuer)-Code |
program bsp
use, intrinsic :: iso_c_binding
implicit none
interface
subroutine string1( str_in ) bind( c )
use, intrinsic :: iso_c_binding
character( kind=c_char ), dimension(*) :: str_in
end subroutine string1
end interface
call string1( c_char_"Greetings from Fortran" // c_null_char )
! Ausgabe:
! "Greetings from Fortran"
end program bsp
|
Benannte iso_c_binding-Konstanten für Zeichen mit spezieller Bedeutung in C:
| Benannte Konstante | Wert |
|---|---|
| c_null_char | '\0' |
| c_alert | '\a' |
| c_backspace | '\b' |
| c_form_feed | '\f' |
| c_new_line | '\n' |
| c_carriage_return | '\r' |
| c_horizontal_tab | '\t' |
| c_vertical_tab | '\v' |
Enumerationen
[Bearbeiten]Mit Fortran 2003 sind auch in dieser Programmiersprache Enumerationen (Aufzählungstypen) möglich. Die Werte in einer solchen Enumeration besitzen einen integer-Datentyp. Der kind-Wert ist nicht festgelegt, wird jedoch so gewählt, dass im Rahmen der jeweiligen Möglichkeiten alle Enumeratoren erfasst sind.
Die von C-Enumerationen bekannten Eigenschaften gelten gleichermaßen für Fortran-Enumerationen, z.B.:
- ohne explizite Zuweisung von Werten wird mit dem Wert 0 gestartet.
- ohne explizite Zuweisung von Werten wird in der Anordnungsreihenfolge der Elemente sukzessiv immer um 1 hochgezählt.
- Wurde dem Vorgängerelement eine Ganzzahl zugewiesen, dem Element jedoch nicht, so ist der Wert dieses Elementes die dem Vorgängerelement zugeordnete Ganzzahl + 1.
Beispiel:
Fortran-Code bsp.f90:
| Fortran 2003 (oder neuer)-Code |
program bsp
implicit none
enum, bind(c)
enumerator :: MO=1, DI=2, MI=3, DO=4, FR=5, SA=6, SO=7
end enum
interface
subroutine tag( w ) bind( c )
use, intrinsic :: iso_c_binding
integer( c_int ), value :: w
end subroutine tag
end interface
call tag(MI);
! Ausgabe:
! Mittwoch
end program bsp
|
C-Code bsp.c:
| Programmcode |
#include <stdio.h>
typedef enum {
MO=1, DI=2, MI=3, DO=4, FR=5, SA=6, SO=7
} wochentag;
void tag(wochentag w)
{
switch(w)
{
case MO:
printf("Montag\n");
break;
case DI:
printf("Dienstag\n");
break;
case MI:
printf("Mittwoch\n");
break;
case DO:
printf("Donnerstag\n");
break;
case FR:
printf("Freitag\n");
break;
case SA:
printf("Samstag\n");
break;
case SO:
printf("Sonntag\n");
break;
default:
printf("Kein Tag\n");
}
}
|
Zeiger
[Bearbeiten]Für das C-Zeiger-Handling stellt Fortran 2003 im iso_c_binding-Modul den Datenverbund c_ptr und einige Unterprogramme bereit.
| UP | Beschreibung |
|---|---|
| l = c_associated ( c_ptr1 [, c_ptr2] ) | Prüft den Assoziationsstatus von c_ptr1. Diese Funktion ermittelt also, ob c_ptr1 überhaupt assoziert ist, oder ob c_ptr1 mit c_ptr2 assoziert ist. |
| c_ptr = c_loc ( x ) | Gibt die Adresse von x zurück. |
| c_f_pointer ( c_ptr, fptr [, shape] ) | Wandelt einen C-Zeiger c_ptr in einen Fortran-Zeiger fptr um. Die Vorgabe von shape ist nur dann erforderlich und möglich, wenn fptr ein Feld ist. fptr ist intent( inout ).
|
Beispiel:
Fortran-Code bsp.f90:
| Fortran 2003 (oder neuer)-Code |
module cglob
use, intrinsic :: iso_c_binding
type( c_ptr ), bind( c ) :: ptr1, ptr2, ptr3
real( kind=c_float ), target, bind( c ) :: a, b
end module cglob
program bsp
use cglob
implicit none
real, pointer :: p => null()
! *** Zuordnungsstatus ***
write (*,*) "Ist ptr1 assoziert? ", c_associated( ptr1 )
write (*,*) "Ist ptr2 assoziert? ", c_associated( ptr2 )
write (*,*) "Ist ptr2 mit ptr3 assoziert? ", c_associated( ptr2, ptr3 )
write (*,*) "Ist ptr2 mit &a assoziert? ", c_associated( ptr2, c_loc(a) )
! *** Wert von ptr2? ***
call c_f_pointer( ptr2, p )
write (*,*) "Wert von ptr2? ", p
! *** ptr1 neu setzen ***
ptr1 = c_loc( b )
! *** Wert von ptr1 ***
call c_f_pointer( ptr1, p )
write (*,*) "Wert von ptr1? ", p
! Ausgabe:
! Ist ptr1 assoziert? F
! Ist ptr2 assoziert? T
! Ist ptr2 mit ptr3 assoziert? F
! Ist ptr2 mit &a assoziert? T
! Wert von ptr2 (bzw. p)? 5555.66
! Wert von ptr1 (bzw. p)? -12.3
end program bsp
|
C-Code bsp.c:
| Programmcode |
float a = 5555.66; float b = -12.3; float *ptr1 = 0; float *ptr2 = &a; float *ptr3 = &b; |
Nun ist die Zeiger-Verwendung wie im obigen Beispiel skizziert, eher die Ausnahme als die Regel.
Wesentlich häufiger trifft man Zeiger in C-Bibliotheken im Zusammenhang mit Funktionen an. Dort dienen sie aus Anwendersicht als return-Werte oder der Parameterübergabe „call-by-reference“. Oft sind dabei auch Zeiger auf Strukuren im Spiel. Näheres dazu folgt im nächsten Abschnitt.
Für C-Zeiger auf den Wert NULL bietet das ISO-C-Binding-Modul die Konstante C_NULL_PTR.
Datenverbund
[Bearbeiten]Die einzelnen Datenelemente der Struktur / des Datenverbundes müssen in Fortran und C selbstverständlich äquivalenten Datentyp aufweisen. Die Bezeichnungen der jeweiligen Datenelemente müssen nicht beibehalten werden. Sehr wohl müssen aber die Positionen der Einzelelemente im Fortran-Datenverbund der nachzubildenden C-Struktur entsprechen.
Für die Gewährleistung der Interoperabilität darf ein an C gebundener Datenverbund in Fortran (struct) keine Zeiger mit dem pointer-Attribut oder allozierbaren Felder als Datenelemente enthalten. Sind in der C-Struktur Zeiger vorhanden, so sind diese im entsprechenden Fortran-Datenverbund mittels type( c_ptr ) zu beschreiben.
Für Bitfelder oder Unions gibt es in Fortran keine entsprechenden Gegenstücke.
Beispiel:
| Fortran 2003 (oder neuer)-Code |
module cglob
use, intrinsic :: iso_c_binding
type, bind( c ) :: verbund
integer( kind=c_int ) :: a
real( kind=c_float ) :: b
end type verbund
type(verbund), bind( c ) :: v
end module cglob
program bsp
use cglob
implicit none
interface
subroutine set_v( a_in, b_in) bind( c )
use, intrinsic :: iso_c_binding
integer( c_int ), value :: a_in
real( c_float ), value :: b_in
end subroutine set_v
subroutine print_v() bind( c )
end subroutine print_v
end interface
call set_v( 5, -10.9)
call print_v()
write (*,*) "Fortran-Ausgabe: ", v
v%a = 99
call print_v()
write (*,*) "Fortran-Ausgabe: ", v
! Ausgabe:
! C-Ausgabe: 5 -10.900000
! Fortran-Ausgabe: 5 -10.9
! C-Ausgabe: 99 -10.900000
! Fortran-Ausgabe: 99 -10.9
end program bsp
|
| Programmcode |
#include <stdio.h>
typedef struct {
int a;
float b;
} verbund;
verbund v;
void set_v(int a_in, float b_in)
{
v.a = a_in;
v.b = b_in;
}
void print_v()
{
printf("C-Ausgabe: %i %f\n", v.a, v.b);
}
|
Beispiel: Struktur als Rückgabewert und Argument einer Funktion - Teil 1
Bekannt seien zwei Funktionsprototypen in der Programmiersprache C:
Xyz *get_xyz();
und
void set_xyz(Xyz *x);
Xyz sei ein C-struct, dessen Inhalt hier nicht näher interessiert.
Die Schnittstelle, mit dem in Fortran die C-Anbindung der Funktionen realisiert wird, könnte so aussehen:
interface
function get_xyz() bind( c )
use, intrinsic :: iso_c_binding
type( c_ptr ) :: get_xyz
end function get_xyz
subroutine set_xyz( x ) bind( c )
use, intrinsic :: iso_c_binding
type( c_ptr ), value :: x
end subroutine set_xyz
end interface
Und schon können diese Funktionen auch in Fortranroutinen direkt Anwendung finden, z.B:
type( c_ptr ) :: x56 x56 = get_xyz() call set_xyz( x56 )
Wie man anhand dieses Beispiels erkennt, ist die interne Struktur von Xyz in diesem Fall vollkommen irrelevant. Es ist nicht nötig, in der API-Dokumentation oder in den C-Headerdateien nachzuforschen, wie der C-struct konkret aufgebaut ist. Für den Fortran-Programmierer ist dies immer ein type( c_ptr ) (natürlich nur, solange Zeiger auf Strukturen gefordert sind). Wird ein Zeiger des Typs c_ptr nur via Fortranprogramm zwischen verschiedenen C-Funktionen übergeben oder zurückgeliefert, so ist auch keine Umwandlung in einen Fortran-Zeiger erforderlich und wäre mangels genauer Kenntnis des Aufbaus von Xyz hier auch nicht möglich. Erst dann, wenn von Fortran aus auf einzelne Elemente eines C-struct zugegriffen werden soll oder mit Kopien der Struktur hantiert wird, muss diese Struktur in Fortran nachgebaut werden.
Beispiel: Struktur als Rückgabewert und Argument einer Funktion - Teil 2
| Fortran 2003 (oder neuer)-Code |
module test
use, intrinsic :: iso_c_binding
implicit none
type, bind( c ) :: A
! Das funktioniert nicht mit allen Kompilern; versuchen Sie ansonsten:
! type A
! sequence
integer( c_int ) :: xc, yc
type( c_ptr ) :: str
end type
interface
function get_a() bind( c )
use, intrinsic :: iso_c_binding
type( c_ptr ) :: get_a
end function get_a
subroutine print_a( x ) bind( c )
use, intrinsic :: iso_c_binding
type( c_ptr ), value :: x
end subroutine print_a
end interface
end module test
program main
use test
implicit none
type( c_ptr ) :: x
type( A ), pointer :: fptr
character( len=9 ), pointer :: strptr
x = get_a()
! C-Ausgabe
call print_a( x )
! Ausgabe:
! x = 5
! y = 997
! str = Irgendwas
! Fortran-Ausgabe
call c_f_pointer( x, fptr)
call c_f_pointer( fptr%str, strptr ) ! <--- Fehlerquelle bei gfortran
write(*,*) fptr%xc, fptr%yc, strptr
! Ausgabe
! 5 997 Irgendwas
end program main
|
| Programmcode |
#include <stdlib.h>
#include <stdio.h>
typedef struct
{
int x;
int y;
const char *str;
} A;
A *get_a()
{
A *a = ( A * )malloc( sizeof( A ) );
a->x = 5;
a->y = 997;
a->str = "Irgendwas";
return a;
}
void print_a( A *v )
{
printf("x = %d\n", v->x);
printf("y = %d\n", v->y);
printf("str = %s\n", v->str);
}
|
Bei der Umwandlung des C-String-Zeigers in einen Fortran-Zeiger ist die genaue Stringlänge erforderlich. Ist diese zu klein gewählt, so ist nur ein Teil des C-Strings über den Fortran-Zeiger sichtbar. Wird diese Stringlänge zu groß gewählt, dann wird diese Länge auch voll ausgenutzt und nach dem eigentlich gewünschten String folgen noch ein Menge x-beliebige Zeichen, da in Fortran der C-String-Begrenzer \0 nicht die Bedeutung wie in C besitzt.
Im obigen Beispiel wurde die Speicherplatzreservierung und Wertebelegung für eine Variable des Typs A in einer C-Funktion erledigt. Nun soll diese Aufgabe im Fortran-Programm wahrgenommen werden und dann diese in Fortran mit Werten belegte Variable an die print_a-Funktion übergeben werden. Kein Problem, möchte man im ersten Augenblick meinen. Doch der c_ptr-Typ im Datenverbund für den Zeiger auf eine Zeichenkette macht Probleme. Der g95-Compiler duldet bspw. in der c_loc-Funktion keine Zeichenketten mit einer Länge größer als 1. Der Compiler "castet" auch nicht von selbst im Datenverbundkonstruktor eine Zeichenkette in den Typ c_ptr. Eine Möglichkeit, diese Probleme zu umgehen, besteht darin, einfach einer C-Funktion einen String zu übergeben und die Adresse dieses Strings zurückgeben zu lassen. Diese Variante wird auch im folgenden Beispiel verwendet.
Beispiel: Struktur als Rückgabewert und Argument einer Funktion - Teil 3
| Fortran 2003 (oder neuer)-Code |
module test
use, intrinsic :: iso_c_binding
implicit none
type, bind( C ) :: A
integer( c_int ) :: xc, yc
type( c_ptr ) :: str
end type
type( A ), target :: a1
interface
subroutine print_a( x ) bind( c )
use, intrinsic :: iso_c_binding
type( c_ptr ), value :: x
end subroutine print_a
function c_string_addr( s ) bind( c )
use, intrinsic :: iso_c_binding
character( c_char ) :: s
type( c_ptr ) :: c_string_addr
end function c_string_addr
end interface
end module test
program main
use test
implicit none
character( len = 30 ) :: str
str = "Das ist ein Beispiel" // C_NULL_CHAR
a1 = A( 14, 56, c_string_addr( str ) )
call print_a( c_loc( a1 ) )
! Ausgabe:
! x = 14
! y = 56
! str = Das ist ein Beispiel
end program main
|
| Programmcode |
#include <stdlib.h>
#include <stdio.h>
typedef struct
{
int x;
int y;
const char *str;
} A;
void print_a( A *v )
{
printf("x = %d\n", v->x);
printf("y = %d\n", v->y);
printf("str = %s\n", v->str);
}
char *c_string_addr( char *str )
{
return str;
}
|
Problematische Kamelhöckerschreibweise?
[Bearbeiten]C ist case-sensitive, Fortran nicht. Oft sind Funktionen in C-Bibliotheken in der Kamelhöckerschreibweise vorzufinden, z.B.
void writeHallo();
Die Einbindung dieser C-Funktion in ein Fortran-Programm mit
interface subroutine writeHallo() bind(c) end subroutine writeHallo end interface
könnte beim Linken eine Fehlermeldung der Art
undefined reference to `writehallo'
liefern.
Was ist passiert? Wie schon angedeutet, ist Fortran case-insensitive. Für einen Fortran-Compiler ist writeHallo gleich writehallo oder WRITEHaLLO. Für einen C-Compiler wären das alles unterschiedliche Funktionsbezeichner. Also wandelt der Fortran-Compiler die "unnütze" Groß-/Kleinschreibung in eine einheitliche Schreibweise um und der C-Compiler nicht. Dementsprechend findet der Linker auch keine Funktion writehallo. Es gibt eben nur die nicht-idente C-Funktion writeHallo.
Aber auch für dieses Problem gibt es in Fortran eine Lösung. Mit dem bind-Attribut können zusätzlich auch noch Labels (Benennungen) vergeben werden, z.B.:
bind( c, name="xyz" )
Solche Labels in Stringform sind nicht von der "Kopf ab"-Strategie des Fortran-Compilers betroffen. Das ist keine C-Binding-Spezialität, sondern trifft generell für alle Zeichenketten zu. Ein
interface subroutine writeHallo() bind(c, name="writeHallo") end subroutine writeHallo end interface
sollte das beschriebene Link-Problem lösen.
Sonstiges
[Bearbeiten]- Auch C-Funktionszeiger kennt das
iso_c_binding-Modul. Zu diesem Zwecke gibt es den Datenverbundc_funptr, einige Umwandlungsfunktionen ähnlich jenen im Abschnitt Zeiger behandelten und die KonstanteC_NULL_FUNPTR.
Fortran und Python
[Bearbeiten]F2py (Fortran to Python interface generator) ist ein Wrapper, der Fortran-Module, -Subroutinen oder -Funktionen in sogenannte SharedObject-Dateien kompiliert, die dann in Python als normales Modul importiert werden können. Einsatzgebiete sind vor allem numerische Berechnungen, in denen sowohl die Geschwindigkeit der Fortranroutinen, aber auch die Flexibilität von Pythonscripten genutzt werden soll.
Voraussetzungen
[Bearbeiten]Erforderlich für die Installation von f2py sind einerseits eine Python-Version ab 2.0 zusammen mit den Erweiterungsmodulen NumPy und SciPy und außerdem ein Fortran-Compiler. Genaue Informationen finden Sie auf der Homepage des f2py-Projekts, die unten angegeben ist. Es ist sehr wichtig, dass Sie zunächst alle Komponenten installiert haben, bevor Sie fortfahren. Die Erfahrung hat gezeigt, dass dies manchmal gar nicht so einfach ist. Um zu überprüfen, ob Ihr f2py funktionsfähig ist, tippen Sie einfach f2py in die Konsole ein. Wünschenswerterweise sollte dies einige Informationen über das Programm auf Ihrem Bildschirm anzeigen.
Die aktuelle Spyder-IDE (ein Entwicklungspaket für Python, erhältlich bei [11], siehe z.B. aber auch Ing_Mathematik:_Python#Spyder_IDE) bringt f2py von Haus aus mit (zumindest die Variante für das Linux-Betriebssystem).
Beispiel
[Bearbeiten]Als Testbeispiel wählen wir ein kleines Programm namens punktrechnung.f90. Es enthält ein Modul und eine Subroutine zur Berechnung von Division und Multiplikation. Wir wollen diese Routinen später von Python aus aufrufen können und die Funktionalitäten nutzen.
Fortran Code
[Bearbeiten]| Fortran 90/95-Code (free source form) |
!File: punktrechnung.f90 module punktrechnung real,parameter::pi=3.14 contains subroutine division(x,y) integer::x,y print*, "x/y = ",x/y end subroutine division end module punktrechnung subroutine multi(x,y) integer::x,y print*, "x*y= ",x*y end subroutine multi |
Wrappen
[Bearbeiten]Mit dem Befehl f2py -c -m meinmodul punktrechnung.f90 erstellen wir eine Objekt-Datei mit der Endung .so, die von Python als Modul importiert werden kann. Das Modul trägt den Namen "meinmodul" und es beinhaltet alle Funktionalitäten der Datei punktrechnung.f90.
Zugriff
[Bearbeiten]Im interaktiven Modus von Python können wir dieses Modul nun importieren und die Funktionen nutzen:
>>> import meinmodul
>>> meinmodul.multi(5,4)
x*y= 20
>>> meinmodul.punktrechnung.division(36,6)
x/y = 6
Weblinks
[Bearbeiten]
F
[Bearbeiten]Was ist F?
[Bearbeiten]F ist ein Fortran 90/95-Subset. Das bedeutet auch, dass sich F-Programmcode immer mit Fortran 90/95-Compilern übersetzen lassen sollte. Umgekehrt ist das natürlich oft nicht möglich. Grob gesagt, wurde bei F auf die bedingungslose Kompatibilität mit FORTRAN 77-Code gepfiffen und nur die moderneren Fortran 90/95-Sprachmittel erlaubt. Die überbordenden Möglichkeiten und Schreibweisen zur Erreichung ein und desselben Ziels wurden also deutlich eingebremst. F ist somit ein bisschen leichter erlernbar als Fortran 90/95 in seiner Gesamtheit und führt durch restriktivere Regeln automatisch zu einem etwas stringenteren Programmierstil. Und das war bei der Einführung von F auch das Ziel: Einsatz von F in der Ausbildung und Lehre, wenngleich natürlich von den F-Schöpfern der Einsatz in praktischen Projekten auch gerne gesehen worden wäre.
Einige Unterschiede zu Fortran 90/95
[Bearbeiten]Im Nachfolgenden werden Fortran 90/95- und F-Beispiele gegenüber gestellt. Das soll aber nicht bedeuten, dass die Fortran 90/95-Beispiele zwingend so formuliert werden müssen oder optimaler Fortran 90/95-Code sind. Es soll nur gezeigt werden, welche Freiheiten Fortran 90/95 im Gegensatz zu F erlaubt. F ist ein Subset von Fortran 90/95 und die als F-Code deklarierten Beispiele enthalten somit auch immer gültigen Fortran 90/95-Code.
Diverses
[Bearbeiten]- Strengere Regeln bei
end-Statements für Hauptprogramm, Unterprogramme und Module:
| Fortran 90/95 | F |
|---|---|
program bsp ! ... end |
program bsp ! ... end program bsp |
Datentypen
[Bearbeiten]- In F gibt es den Datentyp
double precisionnicht. Er kann aber problemlos wie in Fortran 90 /95 mittelsrealundkind-Attribut ersetzt werden.
- Die alte (FORTRAN 77)-Form ohne Doppel-Doppelpunkt zwecks Variablendeklaration ist in F nicht erlaubt:
| Fortran 90/95 | F |
|---|---|
program bsp real r r = 12.5 ! ... end program bsp |
program bsp real :: r r = 12.5 ! ... end program bsp |
- In F gibt es keine impliziten Datentypvereinbarungen. Der Datentyp muss immer explizit festgelegt werden:
| Fortran 90/95 | F |
|---|---|
program bsp i = 12 ! ... end program bsp |
program bsp integer :: i = 12 ! ... end program bsp |
Ein- / Ausgabe
[Bearbeiten]- Die vereinfachte Schreibweise
write( *, * )undread( *, * )funktioniert bei F nicht. F akzeptiert Apostrophe nicht als Zeichenkettenbegrenzer:
| Fortran 90/95 | F |
|---|---|
program bsp write( *, * ) 'Hallo Welt!' ! Alternativ auch: print *, 'Hallo Welt!' end program bsp |
program bsp write( unit = *, fmt = * ) "Hallo Welt!" ! Alternativ auch: print *, "Hallo Welt!" end program bsp |
- Kein
format, keine Marken:
| Fortran 90/95 | F |
|---|---|
program bsp real :: a = 30.0 write( *, fmt = 999 ) a 999 format( F10.3 ) end program bsp |
program bsp real :: a = 30.0 write( unit = *, fmt = "(F10.3)" ) a end program bsp |
Schleifen
[Bearbeiten]- F kennt keine
do-while-Schleife.
Funktionen und Subroutinen
[Bearbeiten]- Egal, ob die Parameterliste leer ist oder nicht, in F müssen immer die Klammern im Anschluss an den Unterprogrammnamen geschrieben werden
- Externe Unterprogramme sind nicht erlaubt.
| Fortran 90/95 | F |
|---|---|
program bsp call schreibe end program bsp subroutine schreibe write( *, * ) "Hallo" end subroutine schreibe |
program bsp
call schreibe()
contains
subroutine schreibe()
write( unit = *, fmt = * ) "Hallo"
end subroutine schreibe
end program bsp
|
Module
[Bearbeiten]F ist restriktiver bei der Verwendung von Modulen als Fortran 90/95. Für Modulvariablen und -unterprogramme muss immer ein Zugriffspezifizierer public oder private vorgegeben werden.
| Fortran 90/95 | F |
|---|---|
module modu
real :: pi = 3.1416
contains
subroutine schreibe()
write( *, * ) "Hallo"
end subroutine schreibe
end module modu
program bsp
use modu
write( *, * ) pi
call schreibe()
end program bsp
|
module modu
private
real, public :: pi = 3.1416
public :: schreibe
contains
subroutine schreibe()
write( unit = *, fmt = * ) "Hallo"
end subroutine schreibe
end module modu
program bsp
use modu
write( unit = *, fmt = * ) pi
call schreibe()
end program bsp
|
Weitere Unterschiede sind mittels angegebener Weblinks auffindbar bzw. dem F-Manual zu entnehmen.
Weblinks
[Bearbeiten]
Ratfor
[Bearbeiten]
Allgemeines
[Bearbeiten]Ratfor (Rational Fortran) ist zum Großteil eine Mischung aus C und Fortran. Es entstand aus der Begeisterung Brian W. Kernighans[1] für die Programmiersprache C. In einer Zeit, als C seinen Siegeszug antrat und Programmierer mit den zum Teil noch archaischen Sprachmerkmalen von FORTRAN 66 und 77 konfrontiert waren, hatte er die fixe Idee, dass auch Fortran-Programmierer mit der Syntax von C beglückt werden müssen. Ratfor-Code wurde dann per Präprozessor in Fortran-Code umgewandelt, um danach den Gang alles Fortran-irdischen zu gehen und per schnödem Fortran-Compiler in Maschinencode übersetzt zu werden. Ratfor dürfte sich einer gewissen Popularität erfreut haben. Darauf deutet auch hin, dass sogar für Fortran 90 ein entsprechender Ratfor-Präprozessor in Form eines Perl-Skripts geschaffen wurde. Gerüchten zufolge wurde in den '80er Jahren des vergangenen Jahrhunderts als möglicher Nachfolger von Ratfor ein Ratfiv [2] realisiert.
Hier nun einige der wesentlichen Ratfor-Sprachmerkmale:
- Die fixe Zeilenform aus FORTRAN 77 entfällt
- Anweisungen werden mit Strichpunkt abgeschlossen
- Blöcke werden in geschweifte Klammern eingefasst
for-Schleifen,if-Verzweigungen, etc. nach Art der Programmiersprache Cswitch-Verzweigung (nur Ratfor 77, ohnebreak)- Kommentare werden mit # eingeleitet
<, <=, ..., !=anstelle von.LT., .LE., ..., .NE.- etc.
Nachfolgend je ein kleineres Beispiel, um einen kurzen Einblick in Ratfor 77 und Ratfor 90 und die aus diesen Ratfor-Codes per Präprozessor generierten Fortran-Codes zu geben.
Ratfor 77
[Bearbeiten]| Ratfor | FORTRAN 77 |
|---|---|
program bsp
i = 2
switch(i){
case 1:
write(*, *) "Fall 1";
case 2:
write(*, *) "Fall 2"
default:
write(*, *) "Default"
}
end
|
C Output from Public domain Ratfor, version 1.0
program bsp
i = 2
I23000=(i)
goto 23000
23002 continue
write(*, *) "Fall 1"
goto 23001
23003 continue
write(*, *) "Fall 2"
goto 23001
23004 continue
write(*, *) "Default"
goto 23001
23000 continue
if (I23000.eq.1)goto 23002
if (I23000.eq.2)goto 23003
goto 23004
23001 continue
end
|
Ratfor 90
[Bearbeiten]| Ratfor | Fortran 90 |
|---|---|
# Ratfor 90 - Beispiel
program bsp
integer :: i
real :: x = 10.5
if( x != 10.0 )
{
for( i = 0; i < 3; i = i + 1 )
{
write(*,*) 'IF Hallo ', i;
}
}
else
{
write(*,*) 'ELSE Hallo';
}
end program bsp
|
! Ratfor 90 - Beispiel
program bsp
implicit none
integer :: i
real :: x = 10.5
if ( x .ne. 10.0 ) then
i=0
do
if(.not. (i<3)) then
exit
end if
write(*,*) 'IF Hallo ', i
i=i+1
end do
else
write(*,*) 'ELSE Hallo'
end if
end program bsp
|
Weblinks
[Bearbeiten]
Cray Pointer
[Bearbeiten]Einleitung
[Bearbeiten]Cray Pointer (auch Integer Pointer genannt) waren und sind teilweise heute noch in Fortran ein Ersatz für die aus der Programmiersprache C bekannten Zeiger. Sie sind nicht Teil der Fortran-Standards, werden jedoch von einigen Compilerherstellern als Erweiterung des Fortran-Sprachumfangs angeboten. Cray Pointer haben nicht viel mit den unter Fortran 90/95 neu eingeführten Zeigern gemeinsam und können Portabilitätsprobleme bereiten. Die Bezeichnung Cray Pointer deutet auf den "Erfinder" dieser Erweiterung hin - Cray Research[1] (firmiert aktuell als Cray Inc.).
Grundlagen
[Bearbeiten]Pärchenbildung: Speicheradresse ↔ Objekt
[Bearbeiten]pointer( pointeradr, pointee ) [, ...]
pointeradr...integer-Skalar (Speicheradresse)pointee... Skalar oder Vektor
Der Datentyp für pointeradr muss groß genug gewählt werden, damit die Speicheradresse auch aufgenommen werden kann. Dies stellt schon das erste Problem dar, da diese "Zeigergröße" systemabhängig ist. In weitere Folge muss dieser Speicherplatzbedarf je Zeiger auch bei der Verwendung von "zeigerarithmetischen Kunststücken" beachtet werden. Um portabel zu bleiben darf pointeradr gar nicht deklariert werden.
Speicheradresse ermitteln
[Bearbeiten]i = loc( var )
Diese Funktion gibt die Speicheradresse von var zurück.
Speicherplatz anfordern
[Bearbeiten]ptradr = malloc( bytes )
Fordert bytes Speicherplatz an und gibt die erste dazugehörende Speicheradresse zurück.
Speicherplatz freigeben
[Bearbeiten]free( ptradr )
Sonstiges
[Bearbeiten]- Cray Pointer können auch auf Unterprogramme zeigen.
Beispiel
[Bearbeiten]| Fortran 90/95-Code (free source form) |
program bsp implicit none real, dimension(4) :: arr = (/ 12.5, -3.3, -55.0, -144.9 /) real :: pointee ! ***** Pärchenbildung und loc() ***** ! iptradr wird nicht explizit deklariert, der Compiler ermittelt automatisch ! den erforderlichen Datentyp (kind-Wert) -> 4 Byte-Integer bei ! 32bit-Systemen, 8 Byte-Integer bei 64bit-Systemen, ... pointer( iptradr, pointee(2, 2) ) iptradr = loc( arr(1) ) write( *,* ) pointee ! Ausgabe: ! 12.5 -3.3 -55.0 -144.9 write( *,* ) pointee(:, 2) ! Ausgabe: ! -55.0 -144.9 iptradr = loc ( arr(2) ) write( *,* ) pointee ! Ausgabe: ! -3.3 -55.0 -144.9 1.4012985E-45 ! ***** Zeigerarithmetik, Ergebnis systemabhängig ***** iptradr = iptradr + 4 ! + 4 Bytes write( *,* ) pointee(1, 1) ! Ausgabe: ! -55.0 ! ***** malloc() und free() ***** iptradr = malloc( 16 ) pointee( 1, 1 ) = 99.9 pointee( 2, 1 ) = 999.9 write( *,* ) pointee ! Ausgabe: ! 99.9 999.9 0.0E+0 0.0E+0 call free( iptradr ) end program bsp |
Kompilieren, Linken:
- Intel (2025.2.0):
ifx bsp.f90 - gfortran (7.5.0 und 14.2.0):
gfortran bsp.f90 -fcray-pointer
Weblinks
[Bearbeiten]
Eine Gegenüberstellung von grundlegenden Fortran- und C-Sprachelementen
[Bearbeiten]
Nachfolgend werden einige grundlegende Sprachelemente von Fortran95 und C tabellarisch gegenübergestellt. Die Gegenüberstellung erfolgt nur schematisch, da hier nur ein Überblick über die Gemeinsamkeiten und Unterschiede der beiden Programmiersprachen aufgezeigt werden soll.
Tabellenlegende:
- ----- : nicht vorhanden
- ... : nicht näher bestimmt, aber irgendwas Sinnvolles und Zulässiges
- kursiv Geschriebenes steht für beliebige (aber natürlich nur sinnvolle und zulässige) Variablennamen, Zahlen, etc.
Programmgrundstruktur
[Bearbeiten]Groß-, Kleinschreibung
[Bearbeiten]| Fortran95 | C |
|---|---|
| Fortran ist case-insensitiv | C ist case-sensitiv |
Kommentare
[Bearbeiten]| Fortran95 | C |
|---|---|
! xyz |
/* xyz */ |
Das Ende einer Anweisung
[Bearbeiten]| Fortran95 | C |
|---|---|
|
|
Hauptprogramm
[Bearbeiten]| Fortran95 | C |
|---|---|
program bsp ... end program bsp |
int main(int argc, char **argv) {
...
}
|
Unterprogramme
[Bearbeiten]| Fortran95 | C |
|---|---|
call sub1(...) ... subroutine sub1(...) ... end subroutine sub1 |
void sub1(...);
...
sub1(...);
...
void sub1(...) {
...
}
|
var = fun1(...) ... function fun1(...) datentyp :: fun1 ... fun1 = ... end function fun1 |
datentyp fun1(...);
...
var = fun1(...);
...
datentyp fun1(...) {
...
return ...;
}
|
|
|
Einfache Datentypen
[Bearbeiten]| Fortran95 | C | Bytes |
|---|---|---|
| ----- | unsigned-Datentypen | ... |
| integer | int | 4 |
| integer(kind=1) | signed char | 1 |
| integer(kind=2) | short int | 2 |
| integer(kind=4) | int | 4 |
| integer(kind=8) | long int | 8 |
| real | float | 4 |
| double precision | double | 8 |
| real(kind=4) | float | 4 |
| real(kind=8) | double | 8 |
| complex | ----- (ab ISO C99 -> complex.h-Bibliothek) | 8 |
| logical | ----- (-> int-Zahlen, ab ISO C99 -> stdbool.h-Bibliothek) | 4 |
| character | unsigned char | 1 |
| character(len=...) | unsigned char[...] | ... |
(Zu beachten ist, dass die Byteanzahl der Datentypen teilweise maschinenabhängig ist. Die kind-Angaben sind zudem auch compilerabhängig.)
Variablendeklaration
[Bearbeiten]| Fortran95 | C |
|---|---|
| datentyp :: var1, var2, ... | datentyp var1, var2, ... |
Konstanten
[Bearbeiten]| Fortran95 | C |
|---|---|
| 'Hallo' oder "Hallo" | "Hallo" |
| 'A', "A" | Character: 'A', Zeichenkette: "A" |
| Arithmetische Konstanten höherer Genauigkeit sind zwingend mit einer speziellen Datentypendung zu versehen | ----- |
Benannte Konstanten
[Bearbeiten]| Fortran95 | C |
|---|---|
| datentyp, parameter :: konstante = wert | const datentyp konstante = wert oder #define konstante wert |
Operatoren
[Bearbeiten]Arithmetische Operatoren
[Bearbeiten]| Fortran95 | C |
|---|---|
| + | + |
| - | - |
| * | * |
| / | / |
| ** | ----- (-> Bibliotheksfunktion) |
| ---- (-> intrinsic functions) | % (Modulo) |
Vergleichsoperatoren
[Bearbeiten]| Fortran95 | C |
|---|---|
| == | == |
| < | < |
| <= | <= |
| > | > |
| >= | >= |
| /= | != |
Logische Operatoren
[Bearbeiten]| Fortran95 | C |
|---|---|
| .AND. | && |
| .OR. | || |
| .NOT. | ! |
| .EQV. | ----- |
| .NEQV. | ----- |
Stringverknüpfung
[Bearbeiten]| Fortran95 | C |
|---|---|
| // | ----- (-> Bibliotheksfunktion) |
Bitoperatoren
[Bearbeiten]| Fortran95 | C |
|---|---|
| ----- (-> intrinsic functions) | <<, >>, &, |, ^, ~ |
Weitere Operatoren
[Bearbeiten]| Fortran95 | C |
|---|---|
| ----- | ++, --, +=, -=, etc. |
Zusammengesetzte Datentypen
[Bearbeiten]| Fortran95 | C |
|---|---|
type :: name sequence integer :: a ... end type name ... type(name) :: var var%a = wert |
struct name {
int a;
...
};
...
struct name var;
var.a = wert;
|
Felder
[Bearbeiten]| Fortran95 | C |
|---|---|
| datentyp, dimension(zahl) :: var | datentyp var[zahl] |
| datentyp, dimension(zahl1, zahl2, ...) :: var; | datentyp var[zahl1][zahl2]...; |
|
|
var(zahl) = wert |
var[zahl] = wert; |
var(zahl1, zahl2) = wert |
var[zahl1][zahl2] = wert; |
var = wert |
----- (-> mittels Schleifendurchlauf über das ganze Feld) |
var(zahl1:zahl2) = wert |
----- (-> mittels Schleifendurchlauf über die Feldteilmenge) |
Zeichenketten
[Bearbeiten]| Fortran95 | C |
|---|---|
character(len=zahl) :: var |
char var[zahl] |
| ----- | Zeichenketten werden (intern) mit einem \0-Zeichen terminiert. Dies muss bei der Variablendeklaration hinsichtlich der Feldlänge berücksichtigt werden. |
Blöcke, Verzweigungen, Schleifen
[Bearbeiten]Block
[Bearbeiten]| Fortran95 | C |
|---|---|
... |
{
...
}
|
Verzweigungen
[Bearbeiten]| Fortran95 | C |
|---|---|
if (bedingung) anweisung |
if (bedingung) anweisung; |
if (bedingung) then ... end if |
if (bedingung) {
...
}
|
if (bedingung) then ... else ... end if |
if (bedingung) {
...
}
else {
...
}
|
| ----- |
... ? ... : ... |
select case (...)
case (...)
...
case (...)
...
...
case default
...
end select
|
switch (...)
{
case ...:
...
break;
case ...:
...
break;
...
default:
...
}
|
Schleifen
[Bearbeiten]| Fortran95 | C |
|---|---|
do schleifenvar = anfangswert, endwert, schrittweite ... end do |
for (anfangsbedingung; endbedingung; durchgangsanweisung)
{
...
}
|
do while (...) ... end do |
while (...)
{
...
}
|
do ... if (...) exit end do |
do {
...
} while (...);
|
Sonstiges
[Bearbeiten]| Fortran95 | C |
|---|---|
stop |
#include <stdlib.h> exit(status); oder im Hauptprogramm return; |
exit |
break; |
cycle |
continue; |
Ein-, Ausgabe
[Bearbeiten]| Fortran95 | C |
|---|---|
write(*, format) ... |
#include <stdio.h> printf(...); |
read(*, format) ... |
#include <stdio.h> scanf(...); |
Dateien
[Bearbeiten]| Fortran95 | C |
|---|---|
open (unit=nr, ...) write (nr, format) ... read (nr, format) ... ... close(unit=nr) |
#include <stdio.h> ... FILE *f = fopen(...); fprintf (f, ...); fscanf(f, ...); ... fclose(f); |
Zeiger
[Bearbeiten]| Fortran95 | C |
|---|---|
datentyp, pointer :: var |
datentyp *var; |
... datentyp, pointer :: var1 => null(); datentyp, target :: var2 = wert; ... var1 => var2 write(*,*) var1 |
...
datentyp *var1 = 0;
datentyp var2 = wert;
...
var1 = &var2;
printf("%d", *var1);
|
Anwendungsbeispiele
[Bearbeiten]Dreiecksberechnung
[Bearbeiten]Aufgabe
[Bearbeiten]Es sollen einige charakteristische Dreieckswerte berechnet werden. Der Programmanwender gibt die Koordinatenwerte (x, y) für die Dreieckseckpunkte P1, P2 und P3 vor.
Das Programm berechnet u.a. folgende Werte und übermittelt diese an die Standardausgabe:
- Längen der Dreiecksschenkel und Dreiecksumfang
- Innenwinkel
- Fläche
- Umkreis (Mittelpunkt und Radius)
- Inkreis (Mittelpunkt und Radius)
- Schwerpunkt
Grundlagen
[Bearbeiten]Die Dreiecksberechnung erfolgt in diesem Anwendungsbeispiel hauptsächlich mittels Vektorrechnung.
Näheres zu Dreiecken und zur Vektorrechnung ist folgenden Enzyklopädieartikeln und Büchern zu entnehmen:
- Wikipedia: Dreieck
- Wikipedia: Vektor
- Formelsammlung Mathematik: Geometrie
- Formelsammlung Mathematik: Trigonometrie
- Mathematik: Schulmathematik
- Mathematik: Lineare Algebra
- Ing Mathematik: Vektoren
Koordinatenwerte ---> Richtungsvektoren
[Bearbeiten]
Seitenlängen und Umfang
[Bearbeiten]
Bedingung: , ,
Winkel
[Bearbeiten]
Bedingung: , ,
Fläche
[Bearbeiten]Es gilt
und somit
Umkreis
[Bearbeiten]Normalen:
Geradenschnittpunkt:
Der Umkreismittelpunkt ergibt sich als Schnittpunkt dieser beiden Geraden:
Bedingung:
Umkreismittelpunkt und -radius:
Inkreis
[Bearbeiten]
Der Inkreismittelpunkt ergibt sich als Schnittpunkt dieser beiden Geraden:
Bedingung:
Inkreismittelpunkt:
Inkreisradius:
Schwerpunkt
[Bearbeiten]
Der Dreiecksschwerpunkt ergibt sich als Schnittpunkt dieser beiden Geraden:
Bedingung:
Code
[Bearbeiten]Screenshots
[Bearbeiten]Kettenlinie
[Bearbeiten]Aufgabe
[Bearbeiten]Der Programmbenutzer gibt die Kettenlänge L, die Abstände der beiden Abhängepunkte in x- und y-Richtung (b und h), sowie das spezifische Kettengewicht q vor. Aus diesen Angaben werden diverse Daten (Seilparameter, Kräfte, Durchhang, ...) für die Kette berechnet. Zusätzlich wird die aus den Angaben resultierende Kettenlinie grafisch am Bildschirm ausgegeben. Diese grafische Ausgabe erfolgt mit Hilfe der DISLIN-Grafikbibliothek.
Grundlagen
[Bearbeiten]Code
[Bearbeiten]- Makefile
- catenary.f90
- catmod1.f90
- catdisl.f90
- dislin.f90 (diese Datei ist Bestandteil der DISLIN-Bibliothek)
Screenshots
[Bearbeiten]Debugger
[Bearbeiten]
Werden Programme länger und komplexer, so kann der Einsatz eines Debuggers das Auffinden von logischen Fehlern erleichtern.
Der GNU Debugger
[Bearbeiten]Der gdb (GNU Debugger) wird besonders im Open Source-Bereich im Zusammenspiel mit der GCC verwendet. Die Anwendung im Zusammenhang mit gfortran-compilierten Programmen ist relativ einfach, wenn auch nicht so problemlos wie bei C- oder C++-Programmen.
gdb und gfortran
[Bearbeiten]Das Programm muss mit dem Optionsschalter -g erstellt werden. gfortran kennt noch andere erweiterte Optionen, die spezialisiertere Ergebnisse liefern. Für einfache Beispiele wie sie in diesem Buch vorzufinden sind reicht aber die -g-Option vollkommen aus.
- gfortran -g -o bsp bsp.f90
Aufruf des Debuggers mittels
- gdb bsp
Zu beachten ist, dass nach dem Start des Debuggers ein Breakpoint
- b MAIN__
gesetzt wird, ansonsten findet der Debugger das zu debuggende Fortran-Programm nicht. Danach wird der Debuggerlauf mit
- run
gestartet.
Einige wichtige gdb-Befehle:
b <zahl> |
Breakpoint in der Zeile <zahl> setzen
|
list |
Codelisting |
next |
Zur nächsten Zeile springen |
step |
Sprung in eine Subroutine |
print <var> |
Gibt den Wert der Variablen <var> aus
|
c |
Das Programm fortsetzen (continue) |
until <zahl> |
Programm bis zur Zeile <zahl> ausführen
|
quit |
Debugger beenden |
gdb und Intels ifx
[Bearbeiten]Es gilt im Prinzip das Gleiche wie im vorigen Abschnitt.
Quellcodedokumentation
[Bearbeiten]ROBODoc
[Bearbeiten]
ROBODoc ist freie Software unter der GNU General Public License. Dieses Tool verwendet die normalen Kommentarzeichen der jeweiligen Programmiersprache und nutzt für die Dokumentationsgenerierung eigene Auszeichnungstags innerhalb dieser Kommentare.
Ein einfaches Beispiel
[Bearbeiten]Beispielcode
[Bearbeiten]| Fortran 90/95-Code (free source form) |
!****h* Beispielprogramm/circle
! NAME
! circle
!
! DESCRIPTION
! Modul fuer Kreisfunktionen
!
! AUTHOR
! Intruder
!
! CREATION DATE
! 04.08.2007
!******
module circle
implicit none
!****d* circle/pi
! NAME
! pi
!
! DESCRIPTION
! pi = 3.14
!******
real, parameter :: pi = 3.14
contains
!****f* circle/area
! NAME
! area
!
! DESCRIPTION
! Berechnet Kreisflaeche
!
! INPUTS
! r ... Radius (real)
!
! RESULT
! Kreisflaeche (real)
!******
real function area( r )
implicit none
real, intent( in ) :: r
area = r ** 2 * pi
end function area
end module circle
|
| Fortran 90/95-Code (free source form) |
!****h* Beispielprogramm/main ! NAME ! main ! ! DESCRIPTION ! Hauptprogramm ! ! AUTHOR ! Intruder ! ! CREATION DATE ! 04.08.2007 !****** program main use circle implicit none real :: r, a read( *, * ) r a = area( r ) write( *, * ) "Flaeche = ", a end program main |
Erstellen der Dokumentation
[Bearbeiten]Erstellen der Dokumentation im HTML-Format als Multidokument mit Index:
robodoc --src . --doc doc --multidoc --html --index
Screenshot
[Bearbeiten]Kurze Erläuterung
[Bearbeiten]ROBODoc filtert die erforderlichen Angaben für die Dokumentation aus den Fortran-Kommentaren heraus. Zu diesem Zweck sind in den Kommentaren Header einzubauen. Diese Header bestehen aus
- begin marker
- items
- end marker
Ein begin marker beginnt immer mit 4 Sternchen, dann kommt ein Buchstabe als Elementkennzeichner. Es folgt ein Stern und dann Angaben zur Stellung des Elementes in der Dokumentationshierarchie.
In diesem Beispiel wurden folgende Elementkennzeichner verwendet:
h... Modulf... Funktiond... Konstante (Definition)
Der Hierarchiebaum wird durch die strikte Angabe von
übergeordnetes Element/aktuelles Element
erstellt.
Die verschiedenen Items sind dann unterhalb dieses begin markers durch Schlüsselworte gekennzeichnet:
NAMEDESCRIPTIONAUTHOR- etc.
Sie dienen zur konkreten Beschreibung des jeweiligen Elementes.
Abgeschlossen wir ein solcher Dokumentations-Header durch den end marker. Dieser wird durch mindestens drei Sternchen gebildet.
Zwecks Erstellung der Dokumentation sind viele Optionen verfügbar. Die unbedingt erforderlichen Angaben sind
--srcmit Angabe der Quelldatei bzw. dem Verzeichnis, in dem die Quelldateien liegen--docmit einem Vornamen für die Dokumentationsdateien bzw. der Bezeichnung des gewünschten Dokumentationsverzeichnisses- eine Angabe zu der Dokumentationsform:
--multidoc... Die Dokumentation wird in Form mehrerer Einzeldateien in des Dokumentationsverzeichnis geschrieben--singledoc... Der Dokumentationsinhalt wird in eine einzige Datei geschrieben
- die Angabe des Dokumentationsformates:
--html... HTML--rtf... RTF--latex... LaTeX--dbxml... XML DocBook
Für dieses Beispielprojekt wird auch noch ein Index erstellt (--index).
Detaillierte Informationen zu ROBODoc sind unter dem nachfolgend angeführten Weblink zur ROBODoc-Homepage abrufbar.
Weblinks
[Bearbeiten]
Natural Docs
[Bearbeiten]
Auch der Dokumentationsgenerator Natural Docs unterstützt bereits Fortran ab dem Standard 90/95 (free source form) in einer Basisvariante. Natural Docs ist in der Programmiersprache Perl verfasst. Als Softwarelizenz wurde die General Public License gewählt. Zum Zeitpunkt der Kapitelerstellung war die Version 1.35 aktuell.
Ein einfaches Beispiel
[Bearbeiten]| Fortran 90/95-Code (free source form) |
! Section: Beispielprogramm
! Autor: Intruder, Datum: 04.08.2007
! Group: circle
! Modul fuer Kreisfunktionen
module circle
implicit none
! Constant: pi
! pi = 3.14
real, parameter :: pi = 3.14
contains
! Function: area
! Berechnet Kreisflaeche
!
! Parameters:
! r ... Radius (real)
!
! Returns:
! Kreisflaeche (real)
real function area( r )
implicit none
real, intent( in ) :: r
area = r ** 2 * pi
end function area
end module circle
! Group: main
! Hauptprogramm
program main
use circle
implicit none
real :: r, a
read( *, * ) r
a = area( r )
write( *, * ) "Flaeche = ", a
end program main
|
Erstellung der HTML-Dokumentation:
NaturalDocs -i . -o HTML bsp -p .
Screenshot:
Kurze Erläuterung
[Bearbeiten]Natural Docs filtert die benötigten Informationen mit Hilfe von Schlüsselwörtern aus den Kommentarbereichen der Fortrandateien. Die im Beispielprogramm verwendeten Schlüsselwörter sind:
- Section
- Group
- Constant
- Function
- Parameters
- Returns
Groß- Kleinschreibung spielt bei diesen Schlüsselwörtern kein Rolle. Abgeschlossen wird ein Schlüsselwort mit einem Doppelpunkt.
Beim Ausgabeschalter (-o) muss neben einem Ausgabeverzeichnis auch noch ein Ausgabeformat angegeben werden. Möglich sind
- HTML
- FramedHTML
Beim Schalter -p ist ein (Projekt)Verzeichnis anzugeben, wo Natural Docs einige benötigte Dateien ablegen kann, die nicht direkt zur erstellten Dokumentation gehören.
Für weitergehende Infos zu Natural Docs wird auf die unten angegebene Webpräsenz zu dieser Software verwiesen.
Weblinks
[Bearbeiten]
Doxygen
[Bearbeiten]
Ein einfaches Beispiel
[Bearbeiten]| Fortran 90/95-Code (free source form) |
!> \file testprogramm.f90
!! \brief Datei fuer geometrische Berechnungen
!> Modul: circle
!> \author Intruder
!> \date 28.10.2007
module circle
implicit none
real, parameter :: pi = 3.14 !< PI
contains
!> Berechnet Kreisflaeche
!> \param r ... Radius
!> \return Kreisflaeche
real function area( r )
implicit none
real, intent( in ) :: r
area = r ** 2 * pi
end function area
end module circle
!> Hauptprogramm
program main
use circle
implicit none
real :: r, a
read( *, * ) r
a = area( r )
write( *, * ) "Flaeche = ", a
end program main
|
Erstellen einer Konfigurationsdatei:
doxygen -g Doxyfile
Anschließend sollte man die Doxyfile bearbeiten und nach seinen eigenen Wünschen anpassen (Projektname, Outputordner etc.). Wichtig ist, dass das Flag OPTIMIZE_FOR_FORTRAN auf YES gesetzt wird.
Erstellen der Dokumentation (standardmäßig im HTML- und LaTeX-Format, optional auch XML, RTF und man-pages):
doxygen Doxyfile
Screenshot (HTML-Variante):
Weblinks
[Bearbeiten]
Make & Co.
[Bearbeiten]

Einleitung
[Bearbeiten]Hier wird keine Einführung in die Verwendung und Syntax von make- und config-Tools geboten, sondern nur kurz auf einige Spezialitäten hingewiesen, die bei den ersten Einsatzversuchen derartiger Werkzeuge im Zusammenhang mit Fortran zu beachten sind.
Grundsätzlich kann bei der Erstellung von Makefiles und Konsorten eine ähnliche Vorgehensweise wie bei konventionellen C-Programmen gewählt werden. Es ist bei Fortran-Programmen jedoch zu bedenken, dass bei Verwendung von Modulen mod-Dateien generiert werden (ab Fortran 90). Diese mod-Dateien sind in weiterer Folge für das Kompilieren von moduleinbindenden Quellcodedateien und den Linkvorgang von entscheidender Bedeutung. Somit ist bei hierarchisch verzweigten Quellcodeverzeichnisbäumen Obacht zu geben, dass jeweils auch Zugriff zu diesen mod-Dateien gegeben ist. Dies kann geschehen durch
- geeigneten Aufbau der Makefiles,
- durch Verwendung von Tools, die solche Abhängkeiten automatisch auflösen
- oder auch durch explizite Bekanntgabe der entsprechenden Pfade an Compiler und Linker.
Explizite Bekanntgabe von Modulpfaden
[Bearbeiten]gfortran
[Bearbeiten]Standardmäßig werden include- und mod-Dateien im aktuellen Verzeichnis gesucht. Die Suche kann aber mit folgendem Compilerschalter auf andere Pfade ausgedehnt werden:
-I...: Suchpfad für- include-Dateien
- mod-Dateien
- erweitern.
Standardmäßig werden mod-Dateien in das aktuelle Verzeichnis geschrieben. Dieses Verhalten kann mit folgendem Schalter geändert werden:
-J...: Legt Verzeichnis fest, in das die mod-Dateien geschrieben werden, gleichzeitig auch Suchpfad für mod-Dateien.
- (Alias für
-M...um Konflikte mit bisherigen GCC-Optionen zu vermeiden)
ifx
[Bearbeiten]-I...: Suchpfad für- include-Dateien
- mod-Dateien
- erweitern.
GNU Make
[Bearbeiten]GNU Make erkennt derzeit leider nur FORTRAN 77-Dateien mit der Endung .f automatisch. Für "free source form"-Fortran-Programme sind daher einige vorbereitende Arbeiten nötig, um dann auch die Vorteile (und Nachteile) der impliziten Anwendung von "Pattern Rules" genießen zu dürfen. Werden alle Makeschritte für Fortran-Dateien explit vorgegeben, dann kann man sich dies natürlich sparen.
Ein einfaches Beispiel
[Bearbeiten]Es sei ein einfaches Beispiel gegeben, das eine FORTRAN 77-, eine Fortran 2003- und eine C-Datei enthält. Diese Dateien liegen im selben Verzeichnis.
Quellcode-Dateien
[Bearbeiten]main.f90:
| Fortran 2003 (oder neuer)-Code |
! Das Hauptprogramm
program main
implicit none
interface
function addition( a, b ) bind( c )
use, intrinsic :: iso_c_binding
real( kind = c_float ), value :: a
real( kind = c_float ), value :: b
real( kind = c_float ) :: addition
end function addition
subroutine sub()
end subroutine sub
end interface
call sub()
write (*,*) addition( 2.5, 3.3 )
! Ausgabe:
! Summe =
! 5.8
end program main
|
func.c:
| Programmcode |
/* Addiere zwei Zahlen */
float addition(float a, float b)
{
return (a + b);
}
|
sub.f:
0 . | 1 . 2 . 3 . 4 . 5 . 6 . 7 | . 8 12345678901234567890123456789012345678901234567890123456789012345678901234567890 |
C Eine einfache FORTRAN 77-Subroutine
SUBROUTINE SUB
WRITE( *, * ) 'Summe ='
END
|
12345678901234567890123456789012345678901234567890123456789012345678901234567890 0 . | 1 . 2 . 3 . 4 . 5 . 6 . 7 | . 8 |
Explizite Vorgabe der Makeschritte
[Bearbeiten]Makefile:
FC = gfortran # oder ifx, ... prog: main.o func.o sub.o $(FC) -o $@ $^ main.o: main.f90 $(FC) -c $^ func.o: func.c $(CC) -c $^ sub.o: sub.f $(FC) -c $^
Nutzung von "Pattern Rules"
[Bearbeiten]Makefile:
FC = gfortran # oder ifx, ... %.o: %.f90 $(FC) -c $< prog: main.o func.o sub.o $(FC) -o $@ $^
Die Generierung der Objektdateien aus den Quellcodedateien geschieht hier implizit. Für C- und FORTRAN 77-Dateien sucht sich GNU Make die entsprechenden Regeln aus seiner internen Regel-Datenbank. Für .f90-Dateien wurde der entsprechende Befehl hier von uns explizit durch eine "Pattern Rule" vorgegeben.
Die make-Ausgabe sieht so aus:
gfortran -c main.f03 cc -c -o func.o func.c gfortran -c -o sub.o sub.f gfortran -o prog main.o func.o sub.o
Solange die Quelldateien im selben Verzeichnis liegen, ist die Erstellung eines Makefiles ziemlich einfach. Wenn aber die Quelldateien gestaffelt in Unterverzeichnissen gespeichert sind und womöglich noch Abhängigkeiten von einem Unterverzeichis zum anderen gegeben sind, dann kann die ganze Sache ziemlich kompliziert werden. Im Anschluss wird eine einfache nichtrekursive Make-Variante gezeigt.
Nichtrekursive Make-Variante
[Bearbeiten]Vor der Programmerstellung:
-- (D) projektverzeichnis |-- (F) Makefile |-- (F) module.mk |-- (F) main.f90 | |-- (D) kreis | |-- (F) module.mk | |-- (F) kreis.f90 | |-- (F) kreissegment.f90 | |-- (D) quadrat | |-- (F) module.mk | |-- (F) quadrat.f90 (D) ... directory (F) ... file
Nach der Programmerstellung durch Aufruf von make:
-- (D) projektverzeichnis |-- (F) Makefile |-- (F) module.mk |-- (F) main.f90 |-- (F) main.o |-- (F) prog |-- (F) kreis.mod |-- (F) kreissegment.mod |-- (F) quadrat.mod | |-- (D) kreis | |-- (F) module.mk | |-- (F) kreis.f90 | |-- (F) kreissegment.f90 | |-- (F) kreis.o | |-- (F) kreissegment.o | |-- (D) quadrat | |-- (F) module.mk | |-- (F) quadrat.f90 | |-- (F) quadrat.o
Quellcode-Dateien
[Bearbeiten]main.f90:
| Fortran 90/95-Code (free source form) |
program main use kreis use kreissegment use quadrat implicit none call k() call q() call ks() end program main |
kreis/kreis.f90:
| Fortran 90/95-Code (free source form) |
module kreis
implicit none
private
public :: k
contains
subroutine k()
print *, "Ich bin ein Kreis!"
end subroutine k
end module kreis
|
kreis/kreissegment.f90:
| Fortran 90/95-Code (free source form) |
module kreissegment
use kreis
implicit none
private
public :: ks
contains
subroutine ks()
call k()
print *, "Hihi, war nur ein Scherz. Ich bin ein Kreissegment!"
end subroutine ks
end module kreissegment
|
quadrat/quadrat.f90:
| Fortran 90/95-Code (free source form) |
module quadrat
implicit none
private
public :: q
contains
subroutine q()
print *, "Ich bin ein Quadrat!"
end subroutine q
end module quadrat
|
Makefile, Include-Dateien
[Bearbeiten]Makefile:
FC := gfortran # oder ifx, ... SRC := OBJ = $(subst .f90,.o,$(SRC)) %.o: %.f90 $(FC) -c -o $@ $< include kreis/module.mk include quadrat/module.mk include module.mk prog: $(OBJ) $(FC) -o $@ $^
module.mk:
SRC += main.f90
kreis/module.mk:
SRC += kreis/kreis.f90 kreis/kreissegment.f90
quadrat/module.mk:
SRC += quadrat/quadrat.f90
Es gibt nur ein Makefile im Projekthauptverzeichnis. Sämtliche unterverzeichnisspezifischen Details (hier nur die Bekanntgabe der Quellcodedateien) werden in den jeweiligen Unterverzeichnissen in eigenen Include-Dateien (.mk) festgelegt und in das Makefile eingebunden. Da, anders als beim rekursiven Make, nicht in die einzelnen Unterverzeichnisse gewechselt wird, werden allfällige mod-Dateien auch nur in das Projekthauptverzeichnis (= das aktuelle Verzeichnis) geschrieben.
Weiterführende Make-Infos
[Bearbeiten]- GNU Make Manual
- Robert Mecklenburg: Managing Projects with GNU Make, O'Reilly Openbook, 2004
- Peter Miller: Recursive Make Considered Harmful, 2006
CMake
[Bearbeiten]CMake ist kein Make-Klon, sondern ein moderner Autotools-Ersatz.
Gleiches Beispiel wie bei #Nichtrekursive_Make-Variante, es muss in diesem Fall nur eine CMakeLists.txt-Datei im Projekthauptverzeichnis erstellt werden. Makefile und dazugehörende Dateien werden automatisch beim cmake-Aufruf erstellt.
CMakeLists.txt:
PROJECT(bsp Fortran)
SET(src
main.f90
kreis/kreis.f90
kreis/kreissegment.f90
quadrat/quadrat.f90
)
ADD_EXECUTABLE(prog ${src})
Generieren der Makefiles, etc.:
FC=gfortran cmake .
-- Check for working Fortran compiler: /xyz/bin/g95 -- Check for working Fortran compiler: /xyz/bin/g95 -- works -- Checking whether /xyz/bin/g95 supports Fortran 90 -- Checking whether /xyz/bin/g95 supports Fortran 90 -- yes -- Configuring done -- Generating done -- Build files have been written to: /abc/projektverzeichnis
Mittels FC=... wird der zu verwendende Fortran-Compiler festgelegt. Wenn irgendein auf dem System installierter Fortran-Compiler verwendet werden soll, kann diese Vorgabe auch entfallen. In der CMakeLists.txt muss die Programmiersprache Fortran ausdrücklich aktiviert werden. Entweder wie hier im PROJECT-Statement oder alternativ auch über die ENABLE_LANGUAGE-Anweisung.
Programmerstellung:
make
Scanning dependencies of target prog [ 25%] Building Fortran object CMakeFiles/prog.dir/kreis/kreis.o [ 50%] Building Fortran object CMakeFiles/prog.dir/kreis/kreissegment.o [ 75%] Building Fortran object CMakeFiles/prog.dir/quadrat/quadrat.o [100%] Building Fortran object CMakeFiles/prog.dir/main.o Linking Fortran executable prog
CMake-Homepage:
SCons
[Bearbeiten]Die Konfigurations-Dateien von SCons sind Python-Dateien.
Ein einfaches Beispiel
[Bearbeiten]Gegeben seien die weiter oben gelisteten Dateien kreis/kreis.f90 kreis/kreissegment.f90 quadrat/quadrat.f90 main.f90.
Um dieses Beispiel zu bauen, erstellt man im Quellcode-Verzeichnis zuerst eine SConstruct-Datei, z.B.:
src_files = Split('kreis/kreis.f90 kreis/kreissegment.f90 quadrat/quadrat.f90 main.f90')
Program('prog', src_files)
Dann startet man scons in einer Konsole (zuvor natürlich, wenn noch nicht geschehen, in das entsprechende Quellcode-Verzeichnis wechseln) und erhält z.B. folgende Ausgabe:
scons: Reading SConscript files ... scons: done reading SConscript files. scons: Building targets ... gfortran -o kreis/kreis.o -c kreis/kreis.f90 gfortran -o kreis/kreissegment.o -c kreis/kreissegment.f90 gfortran -o quadrat/quadrat.o -c quadrat/quadrat.f90 gfortran -o main.o -c main.f90 gfortran -o prog kreis/kreis.o kreis/kreissegment.o quadrat/quadrat.o main.o scons: done building targets.
Gestartet wird das erstellte Programm in diesem Beispiel mittels ./prog. Ausgabe:
Ich bin ein Kreis! Ich bin ein Quadrat! Ich bin ein Kreis! Hihi, war nur ein Scherz. Ich bin ein Kreissegment!
Bereinigt werden kann das Verzeichnis (oder können die Verzeichnisse) mit scons -c. Als Ausgabe erscheint dann in der Konsole:
scons: Reading SConscript files ... scons: done reading SConscript files. scons: Cleaning targets ... Removed kreis/kreis.o Removed kreis.mod Removed kreis/kreissegment.o Removed kreissegment.mod Removed main.o Removed quadrat/quadrat.o Removed quadrat.mod Removed prog scons: done cleaning targets.
Das wars. Für weiterführende Informationen siehe die nachfolgenden Weblinks.
Weblinks
[Bearbeiten]Style Guides, Best Practices
[Bearbeiten]
Es gibt viele Arten, moderne Fortran-Programme zu schreiben. Einrückungen, Groß-/Kleinschreibung, Camel-Case/Snake-Case etc. All das kann variiert werden. Es ist deshalb sinnvoll, eine einheitliche Schreibweise (zumindest projektweise) zu etablieren. Zu diesem Zweck gibt es Style-Guides, zu denen nachfolgend einige Weblinks angegeben werden. Diese Guides stellen aber keine normierten Standards dar, sondern sind "Best Practices", also Vorschläge, die sich bewährt haben.
- MODFLOW 6 Fortran style guide
- Fortran: Module Design
- Fortran Coding Standards for JULES
- Fortran Best Practices
Wikis
[Bearbeiten]Standards
[Bearbeiten]Skripten, Tutorials, Bücher
[Bearbeiten]Allgemeines
[Bearbeiten]Fortran 2023
[Bearbeiten]Fortran 2018
[Bearbeiten]- The new features of Fortran 2018 (John Reid) (PDF)
- Programming in Modern Fortran (A HyperText-based introduction to programming in Fortran 2003, 2008, and 2018 on Unix)
Fortran 2003/2008
[Bearbeiten]- The New Features of Fortran 2003 (John Reid) (PDF)
- The New Features of Fortran 2008 (John Reid) (PDF)
- Working Draft J3/04-007
- Brainerd: Guide to Fortran 2008 Programming; Springer, 2015, ISBN 978-1-4471-6889-8
Fortran 90/95
[Bearbeiten]- Wissenschaftliches Programmieren in Fortran (Meik Hellmund, Uni Leipzig) PDF
- Programmieren in Fortran 90/95 (Dr. Heidrun Kolinsky, Rechenzentrum der Universität Bayreuth, PDF)
- The Key Features of Fortran 95 (Adams, Brainerd, Martin, Smith - The Fortran Company) PDF
- Numerical Recipes in Fortran 90 Part 2 (PDF)
FORTRAN 77
[Bearbeiten]- Fortran 77 Language Reference Manual, Universität Innsbruck (PDF)
- FORTRAN 77 Full Language ANSI X3J3/90.4
- Numerical Recipes in Fortran 77 (PDF)
Compiler
[Bearbeiten]Debugger
[Bearbeiten]Amüsantes
[Bearbeiten]Sonstiges
[Bearbeiten]
A · B · C · D · E · F · G · H · I · J · K · L · M · N · O · P · Q · R · S · T · U · V · W · X · Y · Z
- ** (Potenz-Operator)
- +, -, *, /, ** (Arithmetische Operatoren, FORTRAN 77)
- +, -, *, /, ** (Arithmetische Operatoren, Fortran 95)
- = (Wertzuweisung, FORTRAN 77)
- = (Wertzuweisung, Fortran 95)
- <, <=, >, >=, ==, /= (Vergleichsoperatoren, Fortran 95)
A
[Bearbeiten]- abs (Fortran 95)
- ABS (FORTRAN 77)
- Absolutwert (FORTRAN 77)
- Absolutwert (Fortran 95)
- ACOS (FORTRAN 77)
- adjustl (Fortran 95)
- adjustr (Fortran 95)
- aimag (Fortran 95)
- AIMAG (FORTRAN 77)
- aint (Fortran 95)
- AINT (FORTRAN 77)
- allocate (Fortran 95)
- allocated (Fortran 95)
- ALOG (FORTRAN 77)
- ALOG10 (FORTRAN 77)
- AMAX0 (FORTRAN 77)
- AMAX1 (FORTRAN 77)
- AMIN0 (FORTRAN 77)
- AMIN1 (FORTRAN 77)
- AMOD (FORTRAN 77)
- .AND. (FORTRAN 77)
- .AND. (Fortran 95)
- anint (Fortran 95)
- ANINT (FORTRAN 77)
- any (Fortran 95)
- Arithmetisches IF (FORTRAN 77)
- Arkusfunktionen (FORTRAN 77)
- Arkusfunktionen (Fortran 95)
- Array constructor (Fortran 95)
- asin (Fortran 95)
- ASIN (FORTRAN 77)
- ASSIGN (FORTRAN 77)
- Assigned GOTO (FORTRAN 77)
- associated (Zeigerfunktion, Fortran 95)
- associated (Assoziationsstatus, Fortran 95)
- Assoziationsstatus (Fortran 95)
- atan (Fortran 95)
- ATAN (FORTRAN 77)
- atan2 (Fortran 95)
- ATAN2 (FORTRAN 77)
- ATLAS, Automatically Tuned Linear Algebra Software
B
[Bearbeiten]- Bedingtes GOTO (FORTRAN 77)
- Benannte Konstanten (FORTRAN 77)
- Benannte Konstanten (Fortran 95)
- Binärzahl (Fortran 95)
- bit_size (Fortran 95)
- Bitfunktionen (Fortran 95)
- BLAS, Basic Linear Algebra Subprograms
- btest (Fortran 95)
C
[Bearbeiten]- C (Anhang A)
- C (Fortran und C)
- CABS (FORTRAN 77)
- call (Fortran 95)
- CALL (FORTRAN 77)
- CCOS (FORTRAN 77)
- ceiling (Fortran 95)
- CEXP (FORTRAN 77)
- char (Fortran 95)
- CHAR (FORTRAN 77)
- character (Fortran 95)
- CHARACTER (FORTRAN 77)
- CLOG (FORTRAN 77)
- close (Fortran 95)
- CLOSE (FORTRAN 77)
- cmplx (Fortran 95)
- CMPLX (FORTRAN 77)
- COMMON (FORTRAN 77)
- Compiler
- complex (Fortran 95)
- COMPLEX (FORTRAN 77)
- conjg (Fortran 95)
- CONJG (FORTRAN 77)
- CONTINUE (FORTRAN 77)
- cos (Fortran 95)
- COS (FORTRAN 77)
- cosh (Fortran 95)
- COSH (FORTRAN 77)
- cshift (Fortran 95)
- CSIN (FORTRAN 77)
- CSQRT (FORTRAN 77)
- cycle (Fortran 95)
D
[Bearbeiten]- DABS (FORTRAN 77)
- DACOS (FORTRAN 77)
- DASIN (FORTRAN 77)
- DATA (FORTRAN 77)
- DATAN (FORTRAN 77)
- DATAN2 (FORTRAN 77)
- Datei (FORTRAN 77)
- Datei (Fortran 95)
- Datensatz (FORTRAN 77)
- Datentyp (FORTRAN 77)
- Datentyp (Fortran 95)
- Datentyp höherer Genauigkeit (Fortran 95)
- Datentypumwandlung (FORTRAN 77)
- Datenverbund (Fortran 95)
- DBLE (FORTRAN 77)
- DCOS (FORTRAN 77)
- DCOSH (FORTRAN 77)
- DDIM (FORTRAN 77)
- deallocate (Fortran 95)
- Debugger (Anhang C)
- DEXP (FORTRAN 77)
- dim (Fortran 95)
- DIM (FORTRAN 77)
- DINT (FORTRAN 77)
- DLOG (FORTRAN 77)
- DISLIN
- DLOG10 (FORTRAN 77)
- DMAX1 (FORTRAN 77)
- DMIN1 (FORTRAN 77)
- DMOD (FORTRAN 77)
- DNINT (FORTRAN 77)
- do-if-exit (Fortran 95)
- do-Liste (Fortran 95)
- DO-Schleife (FORTRAN 77)
- dot_product (Fortran 95)
- double precision (Fortran 95)
- DOUBLE PRECISION (FORTRAN 77)
- do while (Fortran 95)
- do-Zählschleife (Fortran 95)
- DPROD (FORTRAN 77)
- DSIGN (FORTRAN 77)
- DSIN (FORTRAN 77)
- DSINH (FORTRAN 77)
- DSQRT (FORTRAN 77)
- DTAN (FORTRAN 77)
- DTANH (FORTRAN 77)
- Dynamische Speicherallokation (Fortran 95)
E
[Bearbeiten]- Ein- und Ausgabe (FORTRAN 77)
- Ein- und Ausgabe (Fortran 95)
- else-if (Fortran 95)
- ENTRY (FORTRAN 77)
- epsilon (Fortran 95)
- .EQ. (FORTRAN 77)
- .EQV. (FORTRAN 77)
- .EQV. (Fortran 95)
- Ergebnisdatentyp (FORTRAN 77)
- Ergebnisdatentyp (Fortran 95)
- exit (Fortran 95)
- exp (Fortran 95)
- EXP (FORTRAN 77)
- Explizite Typzuweisung (FORTRAN 77)
- Explizite Typzuweisung (Fortran 95)
- Explizite Typumwandlung (FORTRAN 77)
- Explizite Typumwandlung (Fortran 95)
- exponent (Fortran 95)
- Exponentialfunktion (FORTRAN 77)
- Exponentialfunktion (Fortran 95)
- external (Fortran 95)
- EXTERNAL (FORTRAN 77)
F
[Bearbeiten]- F
- f2c
- Feld (FORTRAN 77)
- Feld (Fortran 95)
- Feld (Parameter, Fortran 95)
- Feld (Parameter, FORTRAN 77)
- Feldfunktion (Fortran 95)
- Feldinitialisierung (Fortran 95)
- FLOAT (FORTRAN 77)
- floor (Fortran 95)
- forall-Schleife (Fortran 95)
- format (Fortran 95)
- FORMAT (FORTRAN 77)
- Formatierung (FORTRAN 77)
- Formatierung (Fortran 95)
- Fortran
- FORTRAN I
- FORTRAN II
- FORTRAN IV
- FORTRAN 66
- FORTRAN 77
- FORTRAN 77 (Einleitung)
- Fortran 90
- Fortran 95
- Fortran 95 (Einleitung)
- Fortran 2003
- Fortran 2003 (Einleitung)
- Fortsetzungszeile (FORTRAN 77)
- Free source form (Fortran 95)
- Freies Zeilenformat (Fortran 95)
- function (Fortran 95)
- FUNCTION (FORTRAN 77)
- Funktionsanweisung (FORTRAN 77)
G
[Bearbeiten]- .GE. (FORTRAN 77)
- getarg (Fortran 95)
- GNU Fortran (gfortran)
- GOTO (FORTRAN 77)
- GOTO (Assigned, FORTRAN 77)
- GOTO (Bedingt, FORTRAN 77)
- Graphical User Interface (DISLIN)
- .GT. (FORTRAN 77)
- GTK+ (gtk-fortran)
H
[Bearbeiten]- Hauptprogramm (FORTRAN 77)
- Hauptprogramm (Fortran 95)
- Hexadezimalzahl (Fortran 95)
- Hollerith (FORTRAN 77)
- HPF, High Performance Fortran
- Hyperbelfunktion (FORTRAN 77)
- Hyperbelfunktionen (Fortran 95)
I
[Bearbeiten]- IABS (FORTRAN 77)
- iand (Fortran 95)
- iargc (Fortran 95)
- ibclr (Fortran 95)
- ibset (Fortran 95)
- ichar (Fortran 95)
- ICHAR (FORTRAN 77)
- IDIM (FORTRAN 77)
- IDINT (FORTRAN 77)
- IDNINT (FORTRAN 77)
- ieor (Fortran 95)
- IF (Arithmetisch, FORTRAN 77)
- IF-Verweigung (FORTRAN 77)
- if-Einzeiler (Fortran 95)
- if-then (Fortran 95)
- if-then-else (Fortran 95)
- implicit (Fortran 95)
- IMPLICIT (FORTRAN 77)
- Implizite Typumwandlung (FORTRAN 77)
- Implizite Typumwandlung (Fortran 95)
- INCLUDE (FORTRAN 77)
- index (Fortran 95)
- INDEX (FORTRAN 77)
- int (Fortran 95)
- INT (FORTRAN 77)
- integer (Fortran 95)
- INTEGER (FORTRAN 77)
- Intel Fortran Compiler
- intent (Fortran 95)
- INTERFACE (Fortran und C)
- intrinsic (Fortran 95)
- INTRINSIC (FORTRAN 77)
- Intrinsic function (FORTRAN 77)
- Intrinsic function (Fortran 95)
- ior (Fortran 95)
- ishft (Fortran 95)
- ishftc (Fortran 95)
- ISIGN (FORTRAN 77)
J
[Bearbeiten]K
[Bearbeiten]- kind (Fortran 95)
- kind (Funktion, Fortran 95)
- Kommandozeilenargument (Fortran 95)
- Kommentar (Fortran 95)
- Kommentarzeile (FORTRAN 77)
- Komplexe Zahlen (FORTRAN 77)
- Komplexe Zahlen (Fortran 95)
L
[Bearbeiten]- LAPACK, Linear Algebra Package
- lbound (Fortran 95)
- .LE. (FORTRAN 77)
- len (Fortran 95)
- LEN (FORTRAN 77)
- len_trim (Fortran 95)
- Lexikalische Funktionen (FORTRAN 77)
- Lexikalische Funktionen (Fortran 95)
- lge (Fortran 95)
- LGE (FORTRAN 77)
- lgt (Fortran 95)
- LGT (FORTRAN 77)
- Lineares Gleichungssystem (LAPACK)
- lle (Fortran 95)
- LLE (FORTRAN 77)
- llt (Fortran 95)
- LLT (FORTRAN 77)
- Logarithmus (Fortran 95)
- Logarithmus (FORTRAN 77)
- logical (Fortran 95)
- LOGICAL (FORTRAN 77)
- Logische Operatoren (FORTRAN 77)
- .LT. (FORTRAN 77)
M
[Bearbeiten]- Matrixoperation
- Matrizenrechnung (BLAS und ATLAS)
- Matrizenrechnung (Fortran 95)
- max (Fortran 95)
- MAX0 (FORTRAN 77)
- MAX1 (FORTRAN 77)
- Maximum (FORTRAN 77)
- Maximum (Fortran 95)
- Mehrdimensionales Feld (FORTRAN 77)
- Mehrdimensionales Feld (Fortran 95)
- min (Fortran 95)
- MIN0 (FORTRAN 77)
- MIN1 (FORTRAN 77)
- Minimum (Fortran 95)
- Minimum (FORTRAN 77)
- mod (Fortran 95)
- MOD (FORTRAN 77)
- Modul (Fortran 95)
- Modulo (FORTRAN 77)
- Modulo (Fortran 95)
N
[Bearbeiten]- .NE. (FORTRAN 77)
- .NEQV. (FORTRAN 77)
- .NEQV. (Fortran 95)
- nint (Fortran 95)
- NINT (FORTRAN 77)
- .NOT. (FORTRAN 77)
- .NOT. (Fortran 95)
- not (Fortran 95)
- null (Fortran 95)
- nullify (Fortran 95)
O
[Bearbeiten]- Oktalzahl (Fortran 95)
- open (Fortran 95)
- OPEN (FORTRAN 77)
- Operatorenpriorität (FORTRAN 77)
- Operatorenpriorität (Fortran 95)
- .OR. (FORTRAN 77)
- .OR. (Fortran 95)
P
[Bearbeiten]- parameter (Fortran 95)
- PARAMETER (FORTRAN 77)
- PAUSE (FORTRAN 77)
- pointer (Fortran 95)
- Positive Differenz (FORTRAN 77)
- Prozedur (Parameter, FORTRAN 77)
- Prozedur (Parameter, Fortran 95)
Q
[Bearbeiten]R
[Bearbeiten]- Ratfor
- read (Fortran 95)
- READ (FORTRAN 77)
- real (Fortran 95)
- real (Funktion, Fortran 95)
- REAL (FORTRAN 77)
- REAL (Funktion, FORTRAN 77)
- Rekursiver Unterprogrammaufruf (Fortran 95)
- reshape (Fortran 95)
- return (Fortran 95)
- RETURN (FORTRAN 77)
- Rundung (FORTRAN 77)
- Rundung (Fortran 95)
S
[Bearbeiten]- SAVE (FORTRAN 77)
- scan (Fortran 95)
- Schleife (FORTRAN 77)
- Schleife (Fortran 95)
- select case (Fortran 95)
- selected_real_kind (Fortran 95)
- Sequentielle Datei (FORTRAN 77)
- Sequentielle Datei (Fortran 95)
- sign (Fortran 95)
- SIGN (FORTRAN 77)
- sin (Fortran 95)
- SIN (FORTRAN 77)
- sinh (Fortran 95)
- SINH (FORTRAN 77)
- size (Fortran 95)
- SNGL (FORTRAN 77)
- Spaltenorganisation
- sqrt (Fortran 95)
- SQRT (FORTRAN 77)
- Standardfunktion (FORTRAN 77)
- Standardfunktion (Fortran 95)
- stop (Fortran 95)
- STOP (FORTRAN 77)
- Stringfunktionen (FORTRAN 77)
- Stringfunktionen (Fortran 95)
- subroutine (Fortran 95)
- SUBROUTINE (FORTRAN 77)
- Symbolische Namen (FORTRAN 77)
- Symbolische Namen (Fortran 95)
T
[Bearbeiten]- tan (Fortran 95)
- TAN (FORTRAN 77)
- tanh (Fortran 95)
- TANH (FORTRAN 77)
- target (Fortran 95)
- Tcl/Tk (Fortran und Tcl)
- Teilfeld (Fortran 95)
- transpose (Fortran 95)
- trim (Fortran 95)
- type (Fortran 95)
U
[Bearbeiten]V
[Bearbeiten]- Variable (FORTRAN 77)
- Variable (Fortran 95)
- Vektorrechnung (BLAS und ATLAS)
- Vektorrechnung (Fortran 95)
- Vergleichsoperator (FORTRAN 77)
- Vergleichsoperator (Fortran 95)
- Verkettete Liste (Fortran 95)
- Verzweigung (FORTRAN 77)
- Verzweigung (Fortran 95)
- Vorzeichentransfer (FORTRAN 77)
- Vorzeichentransfer (Fortran 95)
W
[Bearbeiten]- where-elsewhere-Schleife (Fortran 95)
- where (Fortran 95)
- "While"-Schleife (FORTRAN 77)
- Winkelfunktion (FORTRAN 77)
- Winkelfunktion (Fortran 95)
- write (Fortran 95)
- WRITE (FORTRAN 77)
X
[Bearbeiten]Y
[Bearbeiten]Z
[Bearbeiten]- Zeichenvorrat (FORTRAN 77)
- Zeichenvorrat (Fortran 95)
- Zeichenvorrat (Fortran 2003)
- Zeiger (Fortran 95)
- Zeigerfunktionen (Fortran 95)
- Zeilenformat (FORTRAN 77)
- Zeilenformat (Fortran 95)









