Gitarre: CAGED-Skalen erweitern
CAGED-Skalen erweitern
[Bearbeiten]Manchmal will man gar nicht in seiner Improvisation eine ganze Lage (2 Bünde) weitersliden, sondern man will bei einer Skala bleiben.
Trotzdem stört dich an einer Stelle möglicherweise der Lagewechsel, oder du willst den Barré-Finger vom Akkord nicht weg bewegen. Wie geht man dann vor?
Variante der G-Form
[Bearbeiten]Als Beispiel nehmen wir nochmal die Skala der G-Dur-Form. Hier sind die Karrés rot und blau, etwas dunkler der Grundton und grün die restlichen Töne der Skala.
- G-Form

Nehmen wir einfach mal an, uns stört die der B (Intervall = j7)[1] auf der G-Saite. Wir können den Ton B bzw. die j7 von der G-Saite auch auf der D-Saite verlegen.
- G-Form (Variante)

Für diese Variante der G-Form musst du den kleinen Finger auf der D-Saite überstrecken. Dafür ersparst du dir den Lagewechsel.
- G-Form

Behalte weiterhin die j7 auf der G-Saite im Hinterkopf, denn sie gehört zum Karré, dass bis jetzt gute Dienste für die Orientierung geleistet hat, und um ggf. eine Lage zurück zu sliden.
KISS
[Bearbeiten]"Keep it short and simple" [2]
Bevor du jetzt für jeden der 5 Skalentypen austüfteln willst, wie man auf welcher Saite wie weitermachen kann, verrate ich dir jetzt mal einen kleinen Trick:
Du kennst doch die 5 CAGED-Skalen. Eine Dur-Tonleiter hat gar nicht so viele Halbtonschritte, wie uns die vielen Karrés glauben machen wollen. Es gibt viel mehr Ganztonschritte, also Töne, die genau zwei Bünde auseinander sind.
Wenn du irgendeine CAGED-Skala hast, dann ist jeder weitere Ton nach rechts oder links von der Skala genau 2 Bünde vom Vorgänger entfernt.
Bleiben wir bei unserem Beispiel.
- G-Form

Um welche Intervalle es sich letztlich handelt, braucht dich gar nicht so genau zu interessieren.
| Merke Bei den 5 Major-Pattern des CAGED-System geht es auf jeder Saite nach rechts und links immer zwei Bünde weiter. |
Das ist schon alles was du wissen musst.
Varianten der D-Form
[Bearbeiten]Wenn du dich irgendwann mal für das Sweepen interessierst und man legt dir nahe, dich mit einer "3-Notes-Per-StringhScala" (3-Noten-Pro-Seite-Skala oder kurz 3NpS) zu beschäftigen, dann schau dir die Skala mal genauer an:
Überlege mal, was wir hier eigentlich für eine Grundform haben, bzw. was für eine CAGED-Skala in der Nähe ist.
Man hat einfach den dritten Fingersatz oben bei der E- und A-Saite um zwei Bünde nach links erweitert. Die Quarte (4) F wurde von der E-Saite auf die A-Saite verlagert, und die E-Saite wurde um den Grundton (1) C ergänzt.
Du musst also nicht erst ellenlange 7 neue 3NpS-Skala pauken, sondern merke dir einfach, dass es eine Variante der D-Form ist, die oben noch 2 Bünde nach links erweitert wurde.
Nutze leere Saiten aus
[Bearbeiten]- Bb-Form in D-Dur bzw. Gm-Form in Bm

- Concierto de Aranjuez 2. Satz Adagio
Setze dein Kapodaster in den 2. Bund, und spiele dem Am-Akkord. Durch den Kapo spielst du Bm. Nutze die Bb-Dur- bzw. die Gm(7)-Skala (die mit den markierten Intervallen), und versuche das Thema des 2. Satzes in der Lage nachzuspielen.
Manchmal kannst du für ein paar schnelle Hammerings und Pull-Offs die leeren Saiten ausnutzen. Insbesondere die leeren A, D und G-Saite, die genau zwei Bünde von der Bb-Skala liegen.

Bleibe vorerst in der Lage, und mache größere Tonsprünge mit Lagewechsel nicht mit. Das ist etwas für später. Leider können wir dir hier auf den Wikibooks nicht mehr Informationen mitgeben, da das Stück noch unter Urheberschutz steht.
Übung
[Bearbeiten]Möglicherweise hast du bei den Halbtonschritten das Slidemodul wiederentdeckt.
Bzw. mit Lagewechsel zwischen der G- und der H-Saite:
Doch in dieser Lektion wollen wir nicht die ganze Skala wechseln, sondern wir wollen immer wieder zur ursprünglichen Skala zurückkehren.
Suche dir ein langes Stück in einer Tonart, und improvisiere mit einer CAGED-Skala darüber. Doch ergänze auf jeder Saite den Fingersatz um einen Ganztonschritt mit einem Slide über zwei Bünde vor und zurück. Nach den beiden Slides bist du wieder in deiner Skala.
Abschließend
[Bearbeiten]"Die 5 CAGED-Skalen jeweils um 2 Bünde nach rechts oder links erweitern" sollte dir das Lernen weiterer Skalenkonzepte wie 3NPS oder Berklee erheblich erleichtern.
Wann es sinnvoll ist, eine Grundform auf einer oder mehreren Seiten nach rechts oder links um 2 Bünde zu erweitern, dass muss man im Einzelfalle selbst überprüfen. Meist pickt man sich aus allen Grundformen und Varianten seine bevorzugten Lieblingsskalen heraus, wobei man sich am eigenen Repertoire orientiert.
Verliere dich dabei nicht im Dickicht der Möglichkeiten sondern halte dich an den Grundlagen fest.
- 3 Fingersätze
- Das Karré zur Orientierung
- Der Lagewechsel zwischen der G- und H-Saite
- Das Slide-Modul
Das wars.
Und wenn das doch nicht reicht,
- Nach rechts oder links geht es noch zwei Bünde weiter.

