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Gitarre: CAGED-Skala Bb-Dur-Form

Aus Wikibooks

Die (A-) Bb-Dur-Form[Bearbeiten]

Intervalle C-Dur-Tonleiter Subdominante Dominante

bzw.Eb-Form
Grundakkordform Mollparallele Subdominanten­ parallele Dominanten­parallele

bzw.F#m7-Form
Zugrundeliegende Dur-Tonleiter

mit ihren Hauptakkorden

1.Bund = Eb
Aufgabe

Versuche die 6 Akkorde der Tonleiter in den Skalen zu entdecken. Sowohl die einfachen Akkorde in der Bb-Dur-Tonleiter, als auch die Barré-Formen in der Skala der Bb-Dur- bzw. Gm7-Form.

D-Dur-Tonleiter in der Bb-Form[Bearbeiten]

Die Skala beginnt mit dem unteren Teil des 3. Fingersatz. Und geht gleich in den ersten Fingersatz über, der vom zweiten Fingersatz gefolgt wird. Hier haben wir den Übergang zwischen der G-und H-Saite zu beachten. Der zweite Fingersatz endet mit dem oberen Teil des 3. Fingersatz.

Fange deine ersten Improvisationen am besten auf der A-Saite an. Dort ist die '1' für den Grundton der Durtonleiter.


\version "2.20.0"
\header {
  title = "D-Dur-Tonleiter in der Bb-Form"
  subtitle = "reine Skala"
  arranger = "ccbysa Wikibooks"
}

Melody =  {
  \set Staff.midiInstrument = "electric guitar (clean)"
  \repeat volta 2 {  
    \stemUp
    \set TabStaff.minimumFret = #4
    \set TabStaff.restrainOpenStrings = ##t
 a,8 b, cis d e fis g a |
 b8 cis' d' e' fis' g' a' b' |
 \break
 cis''8 b' a' g' fis' e' d' cis' | 
 b8 a g fis e d cis b, | a,1 |
 } 
 
}

Gitarre =  \Melody

\score {
  <<
    \new Voice  { 
      \clef "treble_8" \time 4/4  
      \tempo 4 = 100 \key d \major 
      \set Score.tempoHideNote = ##t
      \Gitarre 
    }
   \new TabStaff { \Gitarre }
  >>
  \layout { }
}
\score {
  <<
    \new Voice  { 
      \clef "treble_8" \time 4/4  
      \tempo 4 = 100 \key c \major 
      \unfoldRepeats \Gitarre 
    }
  >>
  \midi { }
}

\paper {
  indent=0\mm
  line-width=120\mm
  oddFooterMarkup=##f
  oddHeaderMarkup=##f
  % bookTitleMarkup=##f
  scoreTitleMarkup=##f
}

Sequenzen[Bearbeiten]

Hier werden zuerst die Töne eines Dur- oder Moll-Akkord gespielt (Arpeggio), gefolgt von ein paar Tönen der Tonleiter. Der Akkord wird in der ersten Umkehrung gespielt (Terz, Quinte und Grundton). Nimmt man noch den nächsten Ton hinzu, erhält man einen Septimakkord (7 bzw. j7).


\version "2.20.0"
\header {
  title="C-Dur in der Bb-Dur- (A-)Form"
  subtitle = "Sequenzen aufwärts"
  arranger = "arr.: ccbysa Wikibooks (mjchael)"
}

myKey = {
  \tempo 4 = 160
  %Tempo ausblenden
  \set Score.tempoHideNote = ##t
  \clef "G_8" \time 4/4 
  \key c \major
  \set Staff.midiInstrument = #"electric guitar (clean)"
}

myMelody = \relative c {
  \myKey
  \set minimumFret = #2
  \set TabStaff.restrainOpenStrings = ##t
  \stemUp
  \repeat  volta 2{
   g8^\markup { \bold {Em7} } b e d c d c b
    a^\markup { \bold {Fj7} } c f e d e d c
    b^\markup { \bold {G7} } d g f e f e d
    c^\markup { \bold {Am7} } e a g f g f e \break
    d^\markup { \bold {Bm7b5} } f b a g a g f
    e^\markup { \bold {Cj7} } g c b a b a g
    f^\markup { \bold {Dm7} } a d c b c b a
    g^\markup { \bold {Em7} } b e d c d c b \break
    a^\markup { \bold {Fj7} } c f e d e d c
    b^\markup { \bold {G7} } d g f e f e d
    c^\markup { \bold {Am7} } e a g f g f e <c, g' c e g >1^\markup { \bold {C (III)} }
  }
  % \bar "|." |
}

Gitarre = \myMelody

%% Layout = Noten mit Tab
\score {
  <<
    %% Noten
    \new Voice {
      \myKey
      \Gitarre
    }
    %% Tabulatur
    \new TabStaff {
      \tabFullNotation
      \Gitarre
    }
  >>
  \layout {}
}
%% Midiausgabe
\score {
  <<
    \unfoldRepeats {
      \new Staff <<
        \myKey
        \Gitarre
      >>
    }
  >>
  \midi {}
}
%& unterdrückt im raw="1"-Modus das DinA4-Format.
\paper {
  indent=0\mm
  %& DinA4 0 210mm - 10mm Rand - 20mm Lochrand = 180mm
  line-width=180\mm
  oddFooterMarkup=##f
  oddHeaderMarkup=##f
  % bookTitleMarkup=##f
  scoreTitleMarkup=##f
}

Die römiche 3 (III) nach dem C-Akkord gibt hier nur den 3. Bund für den Barré-Akkord an.

Wieder werden zuerst die Töne eines Dur- oder Moll-Akkord gespielt (Arpeggio), gefolgt von ein paar Tönen der Tonleiter. Auch hier wird die erste Umkehrung gespielt (Terz, Quinte und Grundton). Da der Akkord diesmal jedoch abwärts gespielt wird, beginnen wir mit dem Grundton, was es einfacher macht, den Akkord zu identifizieren. Da nach den ersten drei Tönen keine Septime folgt, schreiben wir hier keine 7 bzw. j7.


\version "2.20.0"
\header {
  title="C-Dur in der Bb-Dur- (A-)Form"
  subtitle = "Sequenzen abwärts"
  arranger = "arr.: ccbysa Wikibooks (mjchael)"
}
%% Für Skalen wird nur eine Melodie gebraucht.
Melody = \relative c'' {
  \set Staff.midiInstrument = #"electric guitar (clean)"
  \set minimumFret = #2
  \set TabStaff.restrainOpenStrings = ##t
  \stemUp
  \repeat  volta 2{

   a8^\markup { \bold {Am} } e c d e d e f
    g^\markup { \bold {G} } d b c d c d e
    f^\markup { \bold {F} } c a b c b c d
    e^\markup { \bold {Em} } b g a b a b c \break
    d^\markup { \bold {Dm} } a f g a g a b
    c^\markup { \bold {C} } g e f g f g a
    b^\markup { \bold {Bdim} } f d e f e f g
    a^\markup { \bold {Am} } e c d e d e f \break
    g^\markup { \bold {G} } d b c d c d e
    f^\markup { \bold {F} } c a b c b c d
    e^\markup { \bold {Em} } b g a b a b c
    <c g' c e g >1^\markup { \bold {C (III)} }
  }
  % \bar "|." |
}

Gitarre = \Melody

%% Layout = Noten mit Tab
\score {
  <<
    %% Noten
    \new Voice {
      \tempo 4 = 160
      %Tempo ausblenden
      \set Score.tempoHideNote = ##t
      \clef "G_8" \time 4/4 \key c \major
      \Gitarre
    }
    %% Tabulatur
    \new TabStaff {
      \tabFullNotation
      \Gitarre
    }
  >>
  \layout {}
}
%% Midiausgabe
\score {
  <<
    \unfoldRepeats {
      \new Staff <<
        \tempo 4 = 160
        %% Tempo ausblenden
        \set Score.tempoHideNote = ##t
        \clef "G_8" \time 4/4 \key d \major
        \Gitarre
      >>
    }
  >>
  \midi {}
}
%& unterdrückt im raw="1"-Modus das DinA4-Format.
\paper {
  indent=0\mm
  %& DinA4 0 210mm - 10mm Rand - 20mm Lochrand = 180mm
  line-width=180\mm
  oddFooterMarkup=##f
  oddHeaderMarkup=##f
  % bookTitleMarkup=##f
  scoreTitleMarkup=##f
}

Achte mal auf die jeweils ersten beiden Töne in jedem Takt. Die meisten sind im gleichen Bund. Hast du schon mal im Rockdiplom bei den Powerchords vorbei geschaut, und erkannt, dass es sich hierbei um die Umkehrungen des Powerchord handelt? Quinte und Grundton aufwärts gesehen. Bzw. Grundton und Quinte abwärts gespielt. Wie es zu der Weiterrückung zwischen der G- und H-Saite kommt, wurde ausführlich bei den Übungen für die drei Fingersätze besprochen. Auffälligerweise haben wir auch beim Bdim die Verschiebung. Dieser Akkord hat eine verminderte Quint (dim = diminished), also keine reine Quinte, und damit keinen Powerchord.

Versuche auch die Powerchords bei der oberen ersten Übung zu finden. Das kann dir später vielleicht mal helfen Akkorde zu einer Melodie zu identifizieren. Es klappt zwar nicht immer, aber doch recht häufig.

Die Position dieser Skala findet man übrigens sehr leicht über den Grundakkord in der (A-)Bb-Form. Beachte, dass die Skala einen Bund vor dem Barré-Finger beginnt.

A- oder Bb-Form?[Bearbeiten]

Warum wir diese Skala hier auf den Wikibooks eher Bb-Form und nicht A-Form nennen, hat den einfachen Grund, dass die Skala eben wie die Bb-Dur-Tonleiter und nicht wie die A-Dur-Tonleiter in den ersten 4 Bünden aussieht.

  A-Dur-Tonleiter 
E ||---|-F#|---|-G#|---|
H ||---|-C#|-D-|---|---|
  ||-G#|-A-|---|-H-|---|
D ||---|-E-|---|-F#|---|
A ||---|-H-|---|-C#|---|
E ||---|-F#|---|-G#|---|

Die hier gezeigte A-Dur-Tonleiter ergäbe folgende Skala. Sie findet zwar auch ihre Anwendung, aber sie wirft das ganze CAGED-System mit den 3 Fingersätzen und dem Lagewechsel zwischen der G- und H-Saite über den Haufen.

Die Namensgebung aller in der Skala vorkommenden Akkordformen ist weder bei der A-Form noch bei der Bb-Form völlig schlüssig, doch zumindest die Grundakkorde (insbesondere die Mollparallelen) Bb und Gm7 lassen sich leichter darstellen als A und F#m. Die Mollparallele von Bb-Dur ist übrigens Gm. Wir nutzen aber die Gm7-Form, weil der Akkord so einfacher zu greifen ist, sofern alle Akkordtöne innerhalb der Skala bleiben sollen. Die Moll-Akkorde der A-Dur-Tonleiter in den ersten vier Bünden (Bm7 F#m C#m) lassen sich nicht so leicht in Akkordformen darstellen, die man leicht im Skalenbild wiederentdecken kann.

Akkorde abgeleitet von der A-Dur-Tonleiter

D A E(7) Bm7 F#m C#m

Akkorde abgeleitet von der Bb-Dur-Tonleiter

Eb Bb F(7) Cm7 Gm7 Dm

Die hier rot angezeigten Akkorde kann man sich nur sehr schwer als eine Barré-Form vorstellen, die man dann auch in der Skala wiederfindet.

Wer das Pattern für sich jedoch A-Dur-Form nennen will, insbesondere wenn nicht zu viele Mollakkorde im Stück vorkommen, wird auch keine allzu großen Probleme bekommen. Verwende ruhig die Bezeichnungen, die am einfachsten für die Beschreibung der aktuellen Lektion oder des gerade gespielten Stückes ist.

Bedenke immer, dass es sich bei dem ganzen CAGED-System um nicht mehr als eine Eselsbrücke handelt. In vielen Fällen leistet die Merkhilfe sehr gute Dienste, so dass man die kleinen Unstimmigkeiten in Kauf nehmen sollte. Doch die Eselsbrücke sollte durch die Basics der Harmonielehre ergänzt werden. Jedem, der den Quintenzirkel im Balladendiplom oder im Buch Musiklehre gelernt hat, sollte dies einleuchtend sein. Ausführlicher wird dies in der Formen-Systematik erläutert.

Anwendung[Bearbeiten]

Da dir vermutlich die Gm7-Form als Barré-Akkord noch nicht geläufig sein dürfte, wird diese Skala wohl nicht deine erste Wahl bei Liedern in Moll sein. Wenn du dich später mal dem Jazz zuwendest, könnte dir die Gm-Form bei einer II-V-I-Verbindung (2-5-1) begegnen.

Bis es soweit ist, eignet sich die Skala sehr gut für alle Lieder in Dur, die mit einem Barré-Akkord der A- bzw. Bb-Form beginnen.

Übungsvorschläge[Bearbeiten]

Am Fenster

Nur 2 Akkorde: Gm und F. Für die Begleitgitarre kann es sinnvoll sein, einen Capo in den 3. Bund zu setzen und Em D zu spiele. Hat er keine Probleme mit den Barré-Akkorden dann spielter Gm ganz normal als Barré im dritten Bund und den F im ersten.

With or Without You

Versuche es mal mit "With or Without You" von U2. Beginnt mit Db-Dur (A-Form im 4. Bund, Skala beginnt demnach im 3. Bund)

Typische Akkordfolge
  Db    Ab Bbm  Gb
|--4--|-4-|-6-|-2-|
|--6--|-4-|-6-|-2-|
|--6--|-5-|-6-|-3-|
|--6--|-6-|-8-|-4-|
|--4--|-6-|-8-|-4-|
|-(4)-|-4-|-6-|-2-|

Beachte, dass bei der typischen Akkordfolge die einige Töne der Akkorde Db und Gb außerhalb der Skala sind. Man könnte die Akkorde auch so legen, dass alle Töne innerhalb der Skala liegen, doch die Akkordformen sind in der Spielpraxis eher unüblich. Wie du siehst, geht man zwischen der Theorie und Praxis oft Kompromisse ein.

Concierto de Aranjuez 2. Satz Adagio

Setze dein Kapodaster in den 2. Bund, und spiele dem Am-Akkord. Durch den Kapo spielst du Bm. Nutze die Bb-Dur- bzw. die Gm(7)-Skala, und versuche das Thema des 2. Satzes in der Lage nachzuspielen. Manchmal kannst du für ein paar schnelle Hammerings und Pull-Offs die leeren Saiten ausnutzen. Bleibe vorerst in der Lage, und mache größere Tonsprünge mit Lagewechsel nicht mit. Das ist etwas für später. Leider können wir dir nicht mehr Informationen mitgeben, da das Stück noch unter Urheberschutz steht.