Gitarre: II-V-I-Verbindung mit einfachen Barree-Akkorden

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Jazzworkshop für Gitarre (Lektion 2a)[Bearbeiten]

Wir bleiben noch bei der Begleitung...

Wieder eine Übung:

         Em7                  A7                  Dmaj7       
     x 7 9 7 8 7          5 7 5 6 5 5          x 5 7 6 7 5          

         Dm7                  G7                  Cmaj7                 
     x 5 7 5 6 5          3 5 3 4 3 3          x 3 5 4 5 3         

         Cm7                  F7                 Bbmaj7
     x 3 5 3 4 3          1 3 1 2 1 1          x 1 3 2 3 1

    Em7             A7              Dmaj7           1  2 + 3  4 +
||-----7------7---|----5------5---|----5------5---|----5------5----||
||-----8------8---|----5------5---|----7------7---|----7------7----||
||-----7------7---|----6------6---|----6------6---|----6------6----||
||-----9------9---|----5------5---|----7------7---|----7------7----||
||--7----7-7----7-|----7------7---|-5----5-5----5-|-5----5-5----5--||
||----------------|-5----5-5----5-|---------------|----------------||

    Dm7             G7              Cmaj7             1  2 + 3  4 +
||-----5------5---|----3------3---|----3------3-----|----3------3----||
||-----6------6---|----3------3---|----5------5-----|----5------5----||
||-----5------5---|----4------4---|----4------4-----|----4------4----||
||-----7------7---|----3------3---|----5------5-----|----5------5----||
||--5----5-5----5-|----5------5---|-3----3-3-----3--|-3----3-3----3--||
||----------------|-3----3-3----3-|-----------------|----------------||

    Cm7             F7              Bbmaj7            1  2 + 3  4 +
||-----3------3---|----1------1---|----1------1-----|----1------1-----||
||-----4------4---|----1------1---|----3------3-----|----3------3-----||
||-----3------3---|----2------2---|----2------2-----|----2------2-----||
||-----5------5---|----1------1---|----3------3-----|----3------3-----||
||--3----3-3----3-|----3------3---|-1----1-1----1---|-1----1-1----1---||
||----------------|-1----1-1----1-|-----------------|-----------------||
  • Achte hier bei jedem Griffwechsel darauf, welche Finger liegen bleiben dürfen!
  • Die einzelnen Zeilen brauchen nicht lange einzeln geübt zu werden,
  • sie können gleich hintereinander gespielt werden....
  • Diesmal stehen die einzelnen Zeilen ohne Wiederholung...
  • Nur das ganze Stück kann beliebig oft wiederholt werden.

Akkordwechsel[Bearbeiten]

m7er-Akkord[Bearbeiten]

--|--Z--|---|------|
--|--Z--|-M-|------|
--|--Z--|---|------|
--|--Z--|---|-R----|
--|--Z--|---|------|
--|-(Z)-|---|------|
  • Mittel- und Ringfinger leicht anheben
  • Barré-Finger zwei Bünde zurück
  • M und R gleichzeitig eine Saitenlage höher aufsetzen
    (Kurzansage für meine Schüler: "schräg nach oben!")

7er-Akkord[Bearbeiten]

--|-Z-|---|------|
--|-Z-|---|------|
--|-Z-|-M-|------|
--|-Z-|---|------|
--|-Z-|---|-R----|
--|-Z-|---|------|
  • Mittelfinger bleibt an seinem Platz
  • Ringfinger geht eines tiefer
  • Kleine Finger setzt sich zwei Saitenlagen drunter.

j7er-Akkord[Bearbeiten]

--|--Z--|---|------|
--|--Z--|---|-K----|
--|--Z--|-M-|------|
--|--Z--|---|-R----|
--|--Z--|---|------|
--|-(Z)-|---|------|

für die nächste Reihe:

  • Ringfinger und Zeigefinger liegenlassen,
  • Mittelfinger eines tiefer
  • Kleine Finger weg

Animation[Bearbeiten]

IIm7-V7-Ij7 animiert.gif

Akkordaufbau[Bearbeiten]

Vergleiche die Akkorde oben mit den einfachen Lagerfeuer-Akkorden in der 0. Lage!
Achte auf die Basstöne <A> oder <E>! Wenn du den Bass bei den einfachen Akkorden kennst, findest du sie auch in den Barré-Versionen leichter wieder.

   Am7                E7
 E ||---|------|    E ||---|------|
 H ||-Z-|------|    H ||---|------|
 G ||---|------|    G ||-Z-|------|
 D ||---|-M----|    D ||---|------|
<A>||---|------|    A ||---|-M----|
 E ||---|------|   <E>||---|------|

Der Aj7 ist einigen vielleicht noch unbekannt. (Er sieht ein wenig wie ein D7 aus nur eine Saitenlage höher) (oder doch wie ein H7 eine Saitenlage tiefer... )

     Aj7              A7
 E ||---|------| E ||---|------|
 H ||---|-R----| H ||---|-R----|
 G ||-Z-|------| G ||---|------|
 D ||---|-M----| D ||---|-Z----|
<A>||---|------|<A>||---|------|
 E ||---|------| E ||---|------|

Was hatten wir bei der letzten Lektion gelernt?
Der 7. Ton nach A ist ein?

1 2 3 4 5 6 7 8
A H C D E F G A 

Der 7. Ton ist also ein G# oder G...

Der Ton G als kleine Septime (7er-Intervall) ist wegen der leeren G-Saite leicht zu finden.
Dass daneben ein G# kommt, das sollte man mit ein wenig Notenkenntnis wissen.

Und schon sieht der Aj7 nicht mehr ganz so unbekannt aus.

Vielleicht sagst du jetzt: "Kinderkram" - Aber hättest du das auch auf Anhieb von dem Emaj7 Barré-Akkord im 7.Bund gewusst? (Die Profis unter den Lesern mal ausgenommen...)

Sollte dir das Zupfmuster noch zu schwer sein, dann geht die Übung auch mit jedem x-beliebigen Schlagmuster...

Ein wenig Harmonielehre[Bearbeiten]

Die ersten beiden II-V-I-Verbindungen (Em7-A7-Dj7 + Dm7-G7-Cj7) hatten wir ja schon mit den einfachen Akkorden gehabt und die letzte (Cm7-F7-Bbj7) ist nicht wirklich schwer.

Und auch wenn man übers halbe Griffbrett wandert ist die ganze Akkordkombination sehr schnell gelernt.

Sobald man den 7. Bund für das Em7 gefunden hat geht es immer: schräg nach oben, eine Saitenlage nach unten für die j7er (-Moll ist ja am selben Platz, und macht keine Probleme)

Schräg nach oben - runter - schräg nach oben - runter....

Solch eine Akkordbewegung sollte den Barré-Spielern hier nicht unbekannt sein.

Bestimmt schon 100 Mal gespielt:

G Bm schräg rauf Em runter Am

A F#m runter Bm schräg rauf E7 runter A

E G#m runter C#m schräg rauf F#m runter H7 schräg rauf E

Wenn man viele Lieder auf Gitarre spielt, dann sollte einem diese "Zick-Zack-Bewegung" auch ohne Harmonielehre irgendwie bekannt vorkommen.

Selbst bei Powerchords taucht diese Bewegung immer wieder auf.

Nehmen wir uns die Akkordfolge aus der Übung mal genauer unter die Lupe:

Em7 - A7 - Dj7 | Dm7 - G7 - Cj7 | Cm7 - F7 - Bbj7

Von diesen betrachten wir nur die Grundtöne der Akkorde. Dabei können wir uns von den doppelten Grundtönen je einen schenken.

E - A - D - G - C - F - Bb

E-A-D-G sollte uns Gitarristen ja schon mal bekannt vorkommen. Da es hier aber um Harmonielehre für Jazz gehen soll, würden andere Musiker mit "Ein Anfänger Der Gitarre" nicht viel anfangen können.

Aber rückwärts gelesen: "Geh Du Alter Esel..." darüber stolpert jeder Musiker früher oder später mal.

Die meisten schenken dem nicht viel Beachtung (wäre ja was, das man lernen müsste). Trotzdem zählen wir die Töne einfach mal rückwärts. (Die Vorzeichen sollen vorerst mal egal sein.)

  • E D C H A von E nach A ist eine Quinte (5-Ton-Abstand) rückwärts.
  • A G F E D = Quinte abwärts
  • D C H A G = Quinte abwärts
  • G F E D C = Quinte abwärts
  • C H A G F = Quinte abwärts
  • F E D C Bb = Quinte abwärts

Die ganze Akkord-Bewegung von E, A, D, G, C, F, Bb besteht also nur aus abwärts laufenden Quinten. Solch eine Akkordkombination ist der berühmt-berüchtigte Quintenfall.

Übrigens

Im Lexikon und im Internet müsstet ihr nach der Einzahl Quintfall (ohne das "en" dazwischen) suchen.

Quinten oder Quarten?[Bearbeiten]

Diejenigen, die schon ein wenig mehr in Harmonielehre wissen, könnten auf die Idee kommen, dass das Ganze keine Quinten abwärts seien, sondern Quarten (4-Ton-Abstand) aufwärts. Rechnerisch würde es sogar funktionieren, und für die Erkenntnis selbst müsste man sogar ein Lob aussprechen...
Aber spielt man es dann einfach nochmal nach, dann werden die meisten den Höreindruck haben, dass die Akkordfolge abwärts läuft und nicht aufwärts. In einem solchen Fall ist es besser, die Harmonielehre dem Ohr anzupassen, bevor man aus einem Quintenfall ein Quartendingsbums macht.

Solch ein Quintenfall (also drei oder mehr Akkorde, in absteigenden Quinten) sind ein wichtiges Bauelement für Jazz-Stücke. Die lernt man am besten quer durch alle Tonarten und Tonleitern auswendig, damit man sie immer parat hat, und wie kleine Legosteine in einem Musikstück einsetzen kann.

Ob man diese Akkordfolgen allerdings in Trockenübungen (wie in den letzten beiden Übungen) lernt, oder an konkreten Stücken die Quintbewegungen heraussucht, das bleibt jedem Schüler selbst überlassen. (Oder auch jedem Lehrer bzw. Lehrbuch.) Wenn man jedoch nur Trockenübungen macht, verliert man schnell das Ziel aus den Augen, und es wird Langweilig... (daher wurde auch eine Strophe von Sting's "Englishman in NY" eingestreut).

Die II-V-I-Verbindungen aus den Übungsstücken bestehen auch aus Quintenfällen, welche sich aber in der Reihenfolge (wie schon gesagt) besonders gut für Schlussformeln eignen.


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