Gitarre: diatonischer Quintenfall in Dm

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Jazzworkshop für Gitarre (Lektion 5)[Bearbeiten]

In dieser Lektion wird noch die Original-Tonart von dem letzten Übungsbeispiel nachgereicht.

Die diatonische Akkordfolge transponieren[Bearbeiten]

Wir haben den diatonischen Quintenfall in Am gelernt. Die Originaltonart des letzten Beispiels ist aber Dm.

Um die richtigen Akkorde zu finden, muss also jeder Akkord eine Quarte nach oben transponiert werden.

Doch bevor man anfängt groß herumzuzählen, sollte man sich lieber den Quintenzirkel zu Hilfe nehmen.

        C
     F     G
  Bb         D
Eb             A Der Quintenzirkel 
  Ab         E
    Db     H
      Gb/F#


wir hatten folgende Akkorde (in der Reihenfolge des Quintenzirkels)

Fj7 Cj7 G7 Dm7 Am7 Em7 Hm7b5

        C
     F     G
             D
               <A> Am als Tonart 
             E     im Quintenzirkel
           H    


Dm befindet sich in der Quintenzirkel-Uhr genau eine Position entgegen dem Uhrzeigersinns Bbj7 Fj7 C7 Gm7 Dm7 Am7 Em7b5


       C
    F     G
 Bb         <D>   Dm als Tonart
              A   im Quintenzirkel
            E
          

Also braucht man praktisch bloß für jeden Akkord die Quintenzirkel-Uhr eine Stunde zurückzudrehen.

aus   Am7 - Dm7 - G7  - Cj7 | Fj7 - Hm7b5 - Esus4 - E7
wird        Dm7 - Gm7 - C7  - Fj7 | Bbj7  - Em7b5 -    Asus4 - A7

Da die gesamte Akkordfolge im Quintenfall steht, ist jeder Akkordton jeweils eines nach vorne gerückt...

Einfach oder? Wieder ein Grund mehr, den Quintenzirkel zu lernen...

Nebenbei lernt man bei dieser Übung auch die gängigen Quintenfälle kennen; und irgendwann kann man die Quintenfälle auch so entdecken.

Übertragen auf das Griffbrett[Bearbeiten]

Es ist gar nicht so schwer die neuen Akkorde auf die Gitarre zu übertragen; denn auch die neue Akkodfolge ist immernoch ein Quintenfall. Also ist es fast immer die gleiche Bewegung. [1]

Schlagmustervorschlag[Bearbeiten]

Rhythmus (AB5F)

Tab spacer.svgTab 1.svgTab 0.svgTab 2.svgTab 0.svgTab 3.svgTab 0.svgTab 4.svgTab plus.svgTab spacer.svgTab 0.svgTab plus.svgTab 0.svgTab plus.svgTab 3.svgTab plus.svgTab 4.svgTab plus.svgTab spacer.svg
Tab start.svgTact ead.svgTact0 u.svgTact gbe.svgTact0 u.svgTact gbe.svgTact0 u.svgTact gbe.svgTact ebg.svgTab bar.svgTact0.svgTact ebg.svgTact0.svgTact ebg.svgTact gbe.svgTact ebg.svgTact gbe.svgTact ebg.svgTab end.svg

(die Gewichtugn zwischen Melodie- und Bass-Saiten ist nur ein Vorschlag.)

Wenn man vorerst nur das Schlagmuster übern will, und sich noch nicht mit den neuen Akkorden herumärgern möchte, dann kann man vorerst auch eine einfache Akkordfolge zum Üben wählen:

Beispielsweise

Dm7 G7 Cj7 Cj7 (II-V-I-Verbindung) oder die gesamte Akkord-Kette vom Anfang...

oder

Cj7 Am7 Dm7 G7 (1-6-2-5 0 Rhythm-Changes)

Tabulatur[Bearbeiten]

Grifftechnisch sind die meisten Akkorde alte Bekannte, nur auf eben auf anderen Bünden.

"Dm7 G7 C7" hatten wir schon, dann macht "Dm7 Gm7 C7" keine Schwierigkeit.

  Dm7                               Gm7
|-5--5--5--5-5-|----5--5-5-5-5-5-|-3--3--3--3-3-|----3--3-3-3-3-3-|
|-6--6--6--6-6-|----6--6-6-6-6-6-|-3--3--3--3-3-|----3--3-3-3-3-3-|
|-5--5--5--5-5-|----5--5-5-5-5-5-|-3--3--3--3-3-|----3--3-3-3-3-3-|
|-7--7--7--7-7-|----7--7-7-7-7-7-|-3--3--3--3-3-|----3--3-3-3-3-3-|
|-5--5--5--5-5-|----5--5-5-5-5-5-|-5--5--5--5-5-|----5--5-5-5-5-5-|
|--------------|-----------------|-3--3--3--3-3-|----3--3-3-3-3-3-|
  C7                                Fmaj7
|-3--3--3--3-3-|----3--3-3-3-3-3-|-1--1--1--1-1-|----1--1-1-1-1-1-|
|-5--5--5--5-5-|----5--5-5-5-5-5-|-1--1--1--1-1-|----1--1-1-1-1-1-|
|-3--3--3--3-3-|----3--3-3-3-3-3-|-2--2--2--2-2-|----2--2-2-2-2-2-|
|-5--5--5--5-5-|----5--5-5-5-5-5-|-2--2--2--2-2-|----2--2-2-2-2-2-|
|-3--3--3--3-3-|----3--3-3-3-3-3-|-3--3--3--3-3-|----3--3-3-3-3-3-|
|--------------|-----------------|-1--1--1--1-1-|----1--1-1-1-1-1-|

Fmaj7 macht ein wenig Kopfzerbrechen, da man den noch nicht kennt. Um den Akkordaufbau besser zu verstehen, vergleicht man diesen der Einfachheit halber mit einem simplen E-Dur-Akkord. Aus diesem wird ein E7, und damit weiß man, dass beim E7 der Ton <D> die 7 ausmacht. (Die leere D-Saite, welche durch die eckigen Klammern gekennzeichnet ist.) Die große 7 (j7) ist einen Bund weiter... Das ganze wird dan als Barré einen Bund weiter verschoben.

   E               E7           Ej7         Fj7     
E |---|---|    E |---|---|  E |---|---|   |-Z-|---|---| 
H |---|---|    H |---|---|  H |---|---|   |-Z-|---|---| 
G |-Z-|---|    G |-Z-|---|  G |-M-|---|   |-Z-|-R-|---| 
D |---|-R-|   <D>|---|---|  D |-Z-|---|   |-Z-|-M-|---| 
A |---|-M-|    A |---|-M-|  A |---|-R-|   |-Z-|---|-K-| 
E |---|---|    E |---|---|  E |---|---|   |-Z-|---|---|


Jetzt weiß man zwar, warum man einen Fj7 so greifen muss, aber es wird erfahrungsgemäß ein wenig dauern, bis man den Akkord richtig in die Finger bekommt. Zwar haben wir eine einfachere Variante mit leeren Saiten kennen gelernt, jedoch ist diese Variante nicht wirklich empfehlenswert. Vom einfachen Fj7 (x33210) wurde zum Hm7b5 gewechselt, und beide Akkorde benötigten kein Barré-Finger. Doch in der Dm-Tonart folgt ein Bbmaj7, welcher sich besser als Barré greift. Daher sollte man auch den Fj7 als Barré lernen.

  Bbmaj7                            Em7b5
|-1--1--1--1-1-|----1--1-1-1-1-1-|-x------------|-----------------|
|-3--3--3--3-3-|----3--3-3-3-3-3-|-8--8--8--8-8-|----8--8-8-8-8-8-|
|-2--2--2--2-2-|----2--2-2-2-2-2-|-7--7--7--7-7-|----7--7-7-7-7-7-|
|-3--3--3--3-3-|----3--3-3-3-3-3-|-8--8--8--8-8-|----8--8-8-8-8-8-|
|-1--1--1--1-1-|----1--1-1-1-1-1-|-7--7--7--7-7-|----7--7-7-7-7-7-|
|--------------|-----------------|-x------------|-----------------|

Der Em7b5 ist dagegen wieder einfacher. Man schiebet den Hm7b5 einfach in den 7. Bund. Die obere und untere Saite werden wie beim Hm7b5 abgedämpft, (obwohl sie nicht groß stören würden, denn die sind ja auch ein E...).

  Asus4                             A7
|-5--5--5--5-5-|----5--5-5-5-5-5-|-5--5--5--5-5-|----5--5-5-5-5-5-|
|-5--5--5--5-5-|----5--5-5-5-5-5-|-5--5--5--5-8-|----8--8-8-8-8-8-|
|-7--7--7--7-7-|----7--7-7-7-7-7-|-6--6--6--6-6-|----6--6-6-6-6-6-|
|-7--7--7--7-7-|----7--7-7-7-7-7-|-5--5--5--5-5-|----5--5-5-5-5-5-|
|-7--7--7--7-7-|----7--7-7-7-7-7-|-7--7--7--7-7-|----7--7-7-7-7-7-|
|-5--5--5--5-5-|----5--5-5-5-5-5-|-5--5--5--5-5-|----5--5-5-5-5-5-|

Asus4 wird wie ein Esus4 gegriffen, nur als Barré und in den 5. Bund verschoben. Grifftechnisch ähnelt der Akkord dem Bb-Dur im ersten Bund, nur Finger kommen eine Saitenlage höher. Also dürfte er gar nicht so schwer sein. (Vorausgesetzt man hat schon ein wenig Erfahrung mit den Barré-Akkorden.

Dass man beim A7 am Schluss noch die 7 mit dem kleinen Finger verdoppelt hat, ist eine unbedeutende Nebensächlichkeit.


Also wirklich schwer ist nur, den Fj7 richtig in die Finger zu bekommen.

Den Rest der Übung kann man sich aus weitestgehend aus Altvertrautem zusammenbasteln.

Noch eine Anmerkung zum Schlagmuster

Es steht jedem Spieler frei, wie er die einzelnen Saiten betont. Man muss nicht immer alle Saiten anschlagen, sondern kannst ganz nach Gefühl zwischen den Bass und Melodiesaiten abwechseln.

Anwendungsbeispiel[Bearbeiten]

Auszugsweise...

das Beispiel der letzten Lektion in der Originaltonart

Robbie William's Supreme

Dm7 Oh it seemed for- Gm7 ever stopped today

All the C7 lonely hearts in London - Caught a Fj7 plane and flew away

And all the Bbj7 best women are married - All the Em7b5 handsome men are gay

You feel de- Asus4 prived A7 --

für den Refrain Dm7 Gm7 Asus4 A7


Fußnoten
  1. Später lernt man noch andere Akkord-Bewegungen kennen, aber vorerst kann man es sich einfach machen.