Gitarre: Pentatonik Die Töne einer Pentatonik

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Die 5 wichtigsten Formen der Pentatonik haben wir schon kennengelernt.

Pentatonic Typ F Dm.svg Pentatonic Typ D Bm7.svg Pentatonic Typ C Am.svg Pentatonic Typ Bb Gm7.svg Pentatonic Typ G Em.svg

Die beiden folgenden Lektionen gehen auf die Töne selbst ein.

Wieviele Pentatoniken gibt es überhaupt?

Na, rechnen wir mal nach, wie viele Dur und Moll-Akkorde es gibt.

C C# Db D D# Eb E F F# Gb G G# Ab A A# Bb H C

Das macht 17 mögliche Durakkorde, von denen man 17 verschiedene Pentatoniken ableiten kann. Jede der 17 Dur-Pentatoniken hat je eine parallele Moll-Pentatonik. Das machen zusammen schon 34 Pentatoniken. Wenn man dazu noch berücksichtigt, das man jede einzelne Pentatonik in allen fünf Typen (Fingersätzen) spielen kann, das ergibt alles in allem 170 Pentatoniken.

Alle auswendig zu lernen, das macht nicht wirklich Sinn.

Auch wenn man berücksichtigt, dass einige Töne (Akkorde / Pentatoniken) rein Fingersatztechnisch gleich sind (C#=Db; D#=Eb; F#=Gb; G#=Ab) man muss doch mit allen Bezeichnungen rechnen und man müsste sich rein theoretisch auf alle Varianten vorbereiten. Also stures Auswendiglernen bringt halt nicht soviel. Da ist es oft einfacher es abzuzählen. Und man sollte sich gar nicht scheuen, sich einmal ein Blatt Rechenpapier und einen Stift zu Hilfe zu nehmen.

Für C-Dur-Tonleiter soll es hier einmal vorgeführt werden. Wenn man die einmal verstanden hat, dann kann man das Gelernte umso leichter auf die anderen Tonarten übertragen.

Dazu beginnen wir mit dem Ton C auf der H-Saite der Gitarre. Die C-Dur-Tonleiter auf der H-Saite sollte wirklich jeder Gitarrist spielen können!

 ||-C-|---|-D-|---|-E-|-F-|---|-G-|---|-A-|---|-H-|-C-||

Wir erinnern uns noch einmal daran, dass fast zwischen jedem Ton in der Dur-Tonleiter ein Bund freigelassen werden muss, und nur zwischen dem dritten und vierten Ton (E-F) und dem siebten und achten Ton (H-C) kein Bund steht. Bei einer C-Dur-Pentatonik fehlt der vierte und der siebte Ton der Dur-Tonleiter. Also entfernt man F und H.

   1       2       3   4       5       6       7   8 (= 1)
||-C-|---|-D-|---|-E-|---|---|-G-|---|-A-|---|---|-C-|| 

An dieser Pentatonik können wir nun die Abstände der einzelnen Töne zueinander ablesen. Mit dieser Schablone können wir auch sofort die parallele Moll-Pentatonik basteln. Dazu nehmen wir einfach die A-Saite und tragen vom Ton A ausgehend die entsprechenden Töne ein. Wie man sieht, sind die Abstände der einzelnen Töne zueinander gleich.

A ||---|---|-C-|---|-D-|---|-E-|---|---|-G-|---|-A-|

Für die erste Zeit kann man sich ruhig einmal die komplette chromatische Tonleiter aufgezeichnet und über den Ton, der einem eigentlich interessiert die C-Dur-Pentatonik oder aber die A-Moll-Pentatonik drüber malen und verglichen.

||---|-C-|---|-D-|---|-E-|---|---|-G-|---|-A-|---|---|-C-|| C-Dur-Pentatonik
||-F-|-F#|-G-|-G#|-A-|-A#|-H-|-C-|-C#|-D-|-D#|-E-|-F-|-F#|| chomatisch
||---|-F#|---|-G#|---|-A#|---|---|-C#|---|-D#|---|---|-F#|| Fis-Dur-Pentatonik

Legt man die C-Dur-Pentatonik über den Akkord F# (=Gb) dann sieht mann ein ganz einfaches Muster. Zumindest ist das Muster für jeden einfach, der sich mal mit einer Tastatur am Klavier auseinandergesetzt hat. Die schwarzen Tasten auf dem Klavier haben das gleiche Muster wie unsere C-Dur-Pentatonik.

   6 

     7   1       2       3   4       5       6       7   1       2       3   4       5       6   

A

H

C

D

E

F

G

A

H

C

D

E

F

G

A

Beim Muster müssen wir nur eine Kleinigkeit beachten.

Yellow card.svgBlue card.svgYellow card.svgBlue card.svgYellow card.svgYellow card.svgBlue card.svgYellow card.svgBlue card.svgYellow card.svgBlue card.svgYellow card.svgYellow card.svgBlue card.svgYellow card.svgBlue card.svgYellow card.svgYellow card.svgBlue card.svgYellow card.svgBlue card.svgYellow card.svgBlue card.svgYellow card.svgYellow card.svg

Bei der Tastatur haben wir für die schwarzen Tasten (hier blau) meistens die 2-3-Kombination vor Augen, da vor der Zweiergruppe der schwarzen Tasten der Ton C ist, den man das C oft als Anfangston für die Orientierung braucht.

Wie man aber oben ablesen kann, sind die schwarzen Tasten für sich alleine keine C#-Dur oder C#-Moll-Pentatonik. Vergleichen wir sie mit oben der C-Dur-Pentatonik, dann stellen wir fest, dass es sich um die F#-Dur-Pentatonik (C liegt über dem Ton F#) handeln muss, oder aber um die D#-Moll-Pentatonik (A ist überm D#). Beides ist oben in der Tabulatur rot eingezeichnet.

Also ist das allgemeine Muster für eine Durpentatonik

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Es gilt immer noch, dass die Pentatonik genau so angeordnet ist, wie die schwarzen Tasten am Klavier, aber sie beginnen weder mit C#, noch mit dem A# sondern sie beginnen mit dem F#. Es ist also eine 3-2-Kombination und nicht umgekehrt!

Für eine Moll-Pentatonik könnte man jetzt auch ermitteln, welche Tastenkombination für die Moll-Pentatonik von F# genommen werden müsste. Wir erinnern uns, dass D-Moll die Mollparallele von F-Dur ist. Demnach müsste die Mollparallele von F#-Dur auch nur einen halben Ton höher sein; also ein D#-Moll.

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Also beginnen die schwarzen Tasten bei der Moll-Pentatonik mit einem [b]D#[/b]; und wir haben eine 1-3-1-Kombination.

Praxis

Man schreibt sich die chromatische Tonleiter auf und wendet entweder das 3-2-Muster für die Dur-Pentatonik an, oder man nimmt das 1-3-1-Muster für Moll.

|C-|C#|D-|D#|E-|F-|F#|G-|G#|A-|A#|H-|C-|C#|D-|D#|E-|F-|F#|G-|G#|A-|A#| H-|C-|
|C-|Db|D-|Eb|E-|F-|Gb|G-|Ab|A-|Bb|H-|C-|Db|D-|Eb|E-|F-|Gb|G-|Ab|A-|A#| H-|C-|

Einfacher geht es mit dem Quintenzirkel[Bearbeiten]

Mit dem "Schwarze-Tasten-Muster" kommt man schon ganz schön weit, und man kann recht einfach die Töne einer Pentatonik abzählen. Aber es geht auch einfacher. Leider muss man dafür ein wenig lernen.

Wir nehmen uns aber vorher ein paar Beispiele vor:

Die Töne für die G-Dur-Pentatonik:

G-D-A-E-H

Geh du alter Esel hole

Die Töne für die D-Dur-Pentatonik:

D-A-E-H-F#

Du alter Esel hole Fische

Für Gb-Dur wird ein klein wenig getrickst:

Ges Des As Es Bb

Gehs Dus Alters Essels Brinste

Für Des-Dur:

Db Ab Eb Bb F

Dus Alters Essels Brinste Fisches

Na ja, die Merkworte für die B-Tonarten sind nicht gerade elegant, aber sie funktionieren zur Not. Viel bekannter ist der Merksatz rückwärts:

FrischeBrötchen essen Asse des Gesangsvereins

Wie man es auch dreht und wendet, man hat immer den Quintenzirkel...

Gb Db Ab Eb Bb F C G D A E H F# C# D# G# A#

Wie ich es oben schon ansatzweise gezeigt habe, mit nur zwei Merksätzen zwischen denen man noch ein C einfügt, hat man den kompletten Quintenzirkel schnell drauf. (Ich habe ganze 5 Minuten gebraucht, um die beiden auswendig zu lernen.)

Für jede Dur-Pentatonik brauche ich einfach nur vom entsprechenden Ton 5 Töne nach rechts zu gehen. Eine Moll-Pentatonik leite man der Einfachheit wegen immer von ihrer Dur-Parallele ab. Das man hinterher die 5 Töne nochmal in die richtige Reihenfolge bringen muss, dass sollte einem keine wirklichen Schwierigkeiten bereiten.

Ich möchte euch den Quintenzirkel wärmstens ans Herz legen, da weitere Phänomene der Pentatonik sich mit dem Quintenzirkel sehr viel leichter erklären lassen.

Q-Zirkel.svg

Zusammenfassung[Bearbeiten]

  • Um sich das Muster einer Pentatonik visuell einzuprägen hilft das Bild der schwarzen Tasten eines Klaviers.
  • Um die Töne einer Pentatonik schnell aufsagen zu können hilft der Quintenzirkel, wo die Töne alle nebeneinander stehen.
  • C-Dur(Am) ist immer eine hilfreiche Vergleichstonart.

Und dieses wäre für diesen Workshop schon alles, was es zu der Anordnung der Töne in der Pentatonik zu sagen gibt. Wem hier einiges zu hoch ist, der sollte sich noch einmal dringend mit der Dur- und Moll-Tonleiter sowie den Halbtonschritten auseinandersetzen.

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